Giovanni Battista Andreini

Familie Andreini, 3. Giovanni Battista Andreini, auch Giovan Battista Andreini, Giambattista Andreini und Gio. Battista Andreini; Bühnenname Lelio; * 9. Februar 1576 in Florenz, in der Forschung auch 1578 oder 1579 genannt; † 7. Juni 1654, nach einzelnen Angaben 8. Juni 1654, in Reggio Emilia. Italienischer Schauspieler, Capocomico, Dramatiker, Dichter, Autor, Theatertheoretiker und zentrale Gestalt zwischen Commedia dell’arte, barocker Bühnenliteratur und frühem Musiktheater.

Überblick

Giovanni Battista Andreini, in der Forschung meist Giovan Battista Andreini oder Giambattista Andreini, war ein italienischer Schauspieler, Capocomico, Dramatiker, Dichter und Theatertheoretiker. Er wurde am 9. Februar 1576 in Florenz geboren, wobei ältere Quellen auch 1578 oder 1579 nennen, und starb am 7. Juni 1654, nach einzelnen Nachrichten am 8. Juni, in Reggio Emilia. Er war der älteste Sohn von Francesco Andreini und Isabella Andreini, also der Erbe einer der berühmtesten Theaterfamilien der Commedia dell’arte.

Auf der Bühne trat Andreini unter dem Namen Lelio auf und spielte vor allem den Innamorato, also den jungen Liebhaber. Als Leiter der Compagnia dei Fedeli führte er die internationale Schauspieltradition der Gelosi fort. Seine Truppe stand lange im Dienst der Gonzaga in Mantua, gastierte in oberitalienischen Städten, in Frankreich, Prag und Wien und wirkte damit an der europäischen Verbreitung italienischer Berufskomödie entscheidend mit.

Andreinis Bedeutung liegt jedoch nicht nur in seiner Schauspiel- und Truppenleiterrolle. Er war einer der produktivsten Theaterautoren des frühen 17. Jahrhunderts. Seine Werke umfassen Tragödien, Komödien, Tragikomödien, boscherecce, drammi marittimi, sakrale Darstellungen, Poeme, theatertheoretische Schriften, metatheatralische Komödien und musikdramatische Mischformen. Besonders wichtig sind La Florinda, La Saggia Egiziana, L’Adamo, La Maddalena, Lelio bandito, La Veneziana, La Ferinda, La Centaura, Le due commedie in commedia, Amor nello specchio, La Sultana, Lo specchio della commedia, La Ferza und Il Teatro celeste.

Für die Musikgeschichte ist Andreini deshalb wichtig, weil viele seiner Stücke an der Grenze zwischen gesprochenem Schauspiel und frühem Musiktheater stehen. La Maddalena wurde 1617 in Mantua als sacra rappresentazione mit Musik von Claudio Monteverdi, Salomone Rossi und weiteren Komponisten verbunden. La Ferinda, La Centaura, Amor nello specchio, La Sultana und Li duo Leli simili enthalten Gesänge, Tänze, Chöre, serenadenartige Nummern oder Passagen, die in Richtung Oper, Comédie-ballet und späteres höfisches Musiktheater weisen.

Andreini ist daher eine Schlüsselfigur des europäischen Barocktheaters. Er überführt die improvisatorische Erfahrung der Commedia dell’arte in gedruckte Bühnenliteratur, erweitert sie durch Musik, Frömmigkeit, Allegorie, Metatheater und Gattungsexperiment und verteidigt zugleich den moralisch angegriffenen Schauspielerberuf. Seine Laufbahn zeigt, wie aus der mobilen Berufskomödie ein vielgestaltiges, höfisch, städtisch, literarisch und musikalisch anschlussfähiges Theater werden konnte.

Kurzdaten

Name Giovanni Battista Andreini; in der Forschung meist Giovan Battista Andreini oder Giambattista Andreini; auch Gio. Battista Andreini, G. B. Andreini und Giovanni Battista Andreini Fiorentino.
Bühnenname Lelio beziehungsweise Lelio Fedele.
Geburtsdatum 9. Februar 1576; ältere und moderne Fachquellen nennen daneben 1578 oder, nach Bartoli, wahrscheinlicher 1579. Für diese Seite wird die vom Nutzer vorgegebene Datierung 9. Februar 1576 verwendet und die abweichende Forschungslage ausdrücklich vermerkt.
Geburtsort Florenz, Großherzogtum Toskana.
Sterbedatum 7. Juni 1654; einzelne Quellen nennen den 8. Juni 1654.
Sterbeort Reggio Emilia.
Beruf Schauspieler, Komödiant, Capocomico, Dramatiker, Dichter, Autor, Theatertheoretiker, Rollenautor, Impresario, Leiter der Compagnia dei Fedeli und Vermittler zwischen Commedia dell’arte, Barocktheater und frühem Musiktheater.
Familie Ältester Sohn von Francesco Andreini und Isabella Andreini; Angehöriger der bedeutenden Schauspiel- und Autorenfamilie Andreini.
Erste Ehe Virginia Ramponi, Bühnenname Florinda, berühmte Schauspielerin und Sängerin; Eheschließung 1601 in Mailand.
Zweite Ehe Virginia Rotari, Bühnenname Lidia, Schauspielerin der Fedeli; Eheschließung nach dem Tod Virginia Ramponis 1628.
Theatertruppe Zunächst Gelosi; dann Gründer und Leiter der Compagnia dei Fedeli, die lange unter Gonzaga-Patronage stand.
Wichtige Rollen Lelio als junger Liebhaber; außerdem Autor- und Leiterrolle in zahlreichen selbstgeschriebenen Aufführungen.
Wichtige Orte Florenz, Bologna, Mailand, Mantua, Venedig, Genua, Turin, Ferrara, Paris, Fontainebleau, Lyon, Prag, Wien, Pavia und Reggio Emilia.
Akademische Verbindung Mitglied der Florentiner Accademia degli Spensierati, der er La divina visione widmete.
Hauptwerke La Florinda, La Saggia Egiziana, L’Adamo, La Maddalena, La Turca, Lo Schiavetto, Lelio bandito, La Veneziana, La Ferinda, La Centaura, Le due commedie in commedia, Amor nello specchio, La Sultana, Lo specchio della commedia, La Ferza, Il Teatro celeste, La Campanaccia, La Rosella, Ismenia und Cristo sofferente.
Musiktheaterbezug Mehrere Werke enthalten Gesänge, Chöre, Tanz, serenadenartige Nummern, musikdramatische Prologe und Übergangsformen zwischen Commedia dell’arte, sacra rappresentazione, Oper, Comédie-ballet und Sepolcro.
Kulturgeschichtlicher Rang Eine der wichtigsten Gestalten des europäischen Barocktheaters, weil er die Commedia-dell’arte-Praxis literarisierte, verteidigte, musikalisch erweiterte und in höfische, internationale und gedruckte Bühnenformen überführte.

Familie Andreini

Giovanni Battista Andreini ist der dritte große Name der Familie Andreini. Sein Vater Francesco Andreini war der berühmte Darsteller des Capitan Spavento, seine Mutter Isabella Andreini die gefeierte Innamorata der Gelosi, Dichterin, Dramatikerin und Mitglied der Accademia degli Intenti. Giovanni Battista erbte daher nicht nur einen Namen, sondern eine komplexe Theatertradition aus Rollenpraxis, literarischem Ehrgeiz, internationaler Mobilität und öffentlicher Selbstbehauptung des Schauspielerberufs.

Seine eigene Karriere zeigt eine bewusste Fortführung dieser Familienmemoria. Der Bühnenname Lelio knüpft an die Liebhaberrolle der Commedia dell’arte an, während die Bezeichnung Fedele auf die Compagnia dei Fedeli verweist. Zugleich schrieb er mit dem Pianto di Apollo eine memoriale Dichtung auf seine Mutter Isabella. Dadurch machte er die Familie Andreini selbst zu einem literarischen Thema.

Die Ehe mit Virginia Ramponi, genannt Florinda, verstärkte den dynastischen Charakter des Theaters. Virginia Ramponi war nicht nur Schauspielerin, sondern auch Sängerin; sie war an musikdramatischen Aufführungen im Mantuaner Umfeld beteiligt und wurde zur zentralen Darstellerin der Fedeli. Nach ihrem Tod heiratete Andreini Virginia Rotari, genannt Lidia, ebenfalls Schauspielerin seiner Truppe. In seiner Biographie verbinden sich daher Ehe, Rollenname, Ensemblepolitik und Bühnenrepertoire auf eine Weise, die für die Berufskomödie der Frühen Neuzeit charakteristisch ist.

Name, Schreibweisen und Bühnenname

Der vom Nutzer vorgegebene Name Giovanni Battista Andreini ist eine vollständig ausgeschriebene Namensform. In italienischen Fachquellen begegnet häufiger Giovan Battista Andreini; auch Giambattista Andreini ist verbreitet. Drucke des 17. Jahrhunderts verwenden oft abgekürzte Formen wie Gio. Battista Andreini. Für die Dateibezeichnung wird die ausgeschriebene deutsche Arbeitsform verwendet: andreini-giovanni-battista.shtml.

Der Bühnenname Lelio ist für die Einordnung entscheidend. Lelio bezeichnet in der Commedia dell’arte den jungen Liebhaber, den Innamorato. Andreini übernahm damit eine Rolle, die bereits literarisch, höfisch und rhetorisch anspruchsvoll war. Im Unterschied zu maskierten Figuren wie Arlecchino, Pantalone oder Capitano traten die Liebhaber in gehobener Sprache auf, ohne Maske, mit besonderem Gewicht auf Stimme, Deklamation, Affekt und höfischer Körperhaltung.

Der Zusatz Fedele verbindet den Rollennamen mit der Compagnia dei Fedeli. Er bezeichnet nicht nur eine Truppenzugehörigkeit, sondern eine professionelle Identität. Andreini war nicht bloß Darsteller eines Rollentyps, sondern Autor, Leiter und Programmgestalter einer Truppe, die ihre eigene Theaterpoetik entwickelte.

Leben

Giovanni Battista Andreini wurde am 9. Februar 1576 in Florenz geboren. Die Forschung kennt abweichende Angaben, darunter 1578 und 1579; die Unsicherheit hängt mit der älteren biographischen Überlieferung zusammen. Sicher ist, dass er als ältester Sohn von Francesco Andreini und Isabella Canali Andreini in einer professionellen Theaterfamilie aufwuchs. Er erhielt eine Ausbildung in Bologna und trat vermutlich um 1594 als Schauspieler in die Compagnia dei Gelosi ein.

In den Gelosi spielte er unter dem Namen Lelio den Liebhaber. Die Gelosi waren eine der berühmtesten Commedia-dell’arte-Truppen Europas. Sie hatten mit Francesco und Isabella Andreini eine besondere Strahlkraft gewonnen. Giovanni Battista übernahm also nicht eine beliebige Theaterlaufbahn, sondern trat in eine bereits hochberühmte Familien- und Truppengeschichte ein.

Noch vor der Auflösung der Gelosi im Jahr 1604 hatte Andreini eine eigene Truppe gebildet, die Compagnia dei Fedeli. Diese stellte sich in den Dienst Vincenzo I. Gonzagas, des Herzogs von Mantua. Die Verbindung mit den Gonzaga blieb, abgesehen von Unterbrechungen, bis in die späten 1630er Jahre prägend. Mantua war für Andreini nicht nur ein höfischer Schutzraum, sondern ein Zentrum musikalischer und theatraler Innovation.

1601 heiratete Andreini in Mailand Virginia Ramponi, die als Schauspielerin und Sängerin unter dem Namen Florinda berühmt wurde. Mit ihr bildete er ein neues Schauspielerpaar, das die Tradition seiner Eltern fortsetzte, aber stärker in den Bereich des Musiktheaters hineinführte. Virginia Ramponis stimmliche und theatrale Fähigkeiten waren für mehrere Werke Andreinis wichtig, besonders dort, wo Gesang, Liebesrolle und höfische Repräsentation zusammenkamen.

Die Fedeli spielten in zahlreichen Städten Oberitaliens. Nachweisbar sind unter anderem Mailand, Mantua, Genua, Turin, Venedig, Bologna, Ferrara und Florenz. Zeitweise verbanden sie sich mit den Accesi unter Pier Maria Cecchini. Der Truppenalltag bestand aus Reisen, Verhandlungen, Aufführungen, Patronagebeziehungen, Druckpublikationen und der ständigen Anpassung an unterschiedliche Publika.

Die Frankreichreisen waren für Andreinis internationale Wirkung besonders wichtig. Zwischen 1613 und 1614 trat die Truppe auf Einladung Maria de’ Medicis in Frankreich auf; weitere Aufenthalte folgten 1621/22, 1622/23, 1624/25 und später 1643 bis 1647. In Paris erschienen 1622 mehrere seiner Stücke, darunter La Ferinda, La Centaura, La Sultana, Amor nello specchio und Li duo Leli simili. Diese Drucke zeigen, wie eng Aufführung, Hofpräsenz und Publikation verbunden waren.

1627 reiste Andreini mit den Fedeli nach Prag, 1628 nach Wien. Diese habsburgischen Gastspiele gehören zu den wichtigen Momenten der italienischen Theater- und Musiktheaterrezeption nördlich der Alpen. Besonders die späteren Fassungen der Maddalena stehen im Zusammenhang mit der höfischen Passions- und Sepolcro-Tradition. Nach der Rückkehr von Wien starb Virginia Ramponi 1628; Andreini heiratete wenig später Virginia Rotari, genannt Lidia, eine Schauspielerin seiner Truppe.

In den 1630er Jahren setzte Andreini seine Reisen fort, trat in Verona, Venedig, Mantua, Bologna und Pavia auf und wandte sich zunehmend der Redaktion und Ausgabe seiner Werke zu. In hohem Alter zog er sich nach Mantua zurück. Die letzte bedeutende Nachricht zur Produktion betrifft 1652 die erfolgreiche Aufführung von La Maddalena lasciva e penitente in Mailand. Auf der Durchreise starb Giovanni Battista Andreini am 7. Juni 1654 in Reggio Emilia.

Kulturüberblick

Giovanni Battista Andreini gehört in die Übergangszone zwischen Spätrenaissance, Frühbarock, höfischer Festkultur, professioneller Schauspielkunst und entstehendem Musiktheater. Die Commedia dell’arte war zu seiner Zeit bereits eine internationale Kunstform, aber sie befand sich in einem Wandel. Das ältere Improvisationstheater wurde zunehmend durch gedruckte Stücke, literarische Selbstdeutung, höfische Großformen, Musik, Allegorie und moralische Legitimation erweitert.

Andreini ist für diesen Wandel exemplarisch. Er war Schauspieler aus der Tradition der Gelosi, aber zugleich Autor umfangreicher Druckwerke. Er kannte die Improvisationspraxis, wollte sie jedoch nicht im bloßen Augenblick belassen. Seine Stücke bringen die Erfahrung der Berufskomödie in literarische Formen: Liebhaber, Diener, Alte, Intrigen, Verkleidungen, Metatheater, Dialekte und derbe Komik bleiben erhalten, werden aber mit pastoralem, sakralem, tragischem, allegorischem und musikalischem Material überformt.

Sein Theater ist barock im vollen Sinn. Es liebt Überraschung, Verwandlung, Maschinen, Wunder, Gattungsmischung, Rahmenspiel, Spiegelung, Schein und Entlarvung. Werke wie La Centaura verbinden Komödie, Pastorale und Tragödie in einem einzigen Stück. Le due commedie in commedia lässt Theater im Theater entstehen und führt die Fiktion in die Wirklichkeit zurück. Amor nello specchio nutzt Spiegelung, Verlangen, Geschlechterspiel und Illusion als dramatische Motoren.

Gleichzeitig steht Andreini in einer moralischen Verteidigungslage. Komödianten mussten sich gegen Vorwürfe der Unsittlichkeit, Täuschung und sozialen Unzuverlässigkeit behaupten. Deshalb schrieb er mit La Saggia Egiziana, Lo specchio della commedia, La Ferza und Il Teatro celeste Texte, die die Schauspielkunst verteidigen, die Würde des Komödianten betonen und sogar heilige, bekehrte oder martyriale Komödianten imaginieren.

Seine kulturgeschichtliche Bedeutung liegt daher in der Verbindung von drei Feldern: professionelle Commedia-dell’arte-Praxis, barocke Schrift- und Gattungsdramaturgie sowie musikdramatische Frühformen. Andreini gehört nicht nur in die Geschichte des italienischen Theaters, sondern auch in die Vorgeschichte der europäischen Oper, des Comédie-ballet, des Wiener Sepolcro und der frühneuzeitlichen Schauspielerpoetik.

Compagnia dei Fedeli

Die Compagnia dei Fedeli war Andreinis eigene Truppe. Sie entstand noch vor dem endgültigen Ende der Gelosi und trat in den Dienst der Gonzaga. Der Name Fedeli, die Treuen, ist programmatisch: Er bezeichnete eine professionelle Gemeinschaft, die durch Patronage, Ensemblepraxis, Rollenidentitäten und gemeinsame Mobilität zusammengehalten wurde.

Die Fedeli traten in oberitalienischen Städten und an Höfen auf. Sie konnten sich mit anderen Truppen verbinden, etwa mit den Accesi, und mussten sich an unterschiedliche Erwartungen anpassen. Bei höfischen Festen verlangte man Pracht, Musik, Allegorie und moralische Repräsentation; in städtischen Spielorten waren Komik, Intrige, Aktualität und szenische Wirkung wichtiger. Andreinis Autorschaft ist aus dieser doppelten Praxis heraus zu verstehen.

Die Truppe war international wirksam. In Frankreich spielte sie vor Maria de’ Medici und im Umfeld der französischen Hofkultur. In Prag und Wien brachte sie italienisches Theater in den habsburgischen Raum. Solche Reisen waren nicht nur Gastspiele, sondern Transferprozesse. Sie brachten Schauspieler, Sänger, Bühnenformen, Musik, Drucktexte, Rollen und Gattungsvorstellungen über Sprach- und Herrschaftsgrenzen hinweg in Bewegung.

Theater und Musik

Andreinis Theater ist ohne Musik nicht angemessen zu verstehen. Viele seiner Stücke enthalten Gesänge, Chöre, Tänze, Intermedien, serenadenartige Passagen, musikalische Prologe oder Nummern, die zur Aufführungspraxis gehörten. Der Schauspieler war in diesem Milieu nicht nur Sprecher, sondern häufig auch Sänger, Tänzer, Deklamator und Ensemblemitglied in musiktheatralischen Situationen.

La Maddalena von 1617 ist für diesen Zusammenhang besonders wichtig. Die Musik zu dieser Mantuaner Aufführung wurde unter dem Titel Musiche de alcuni eccellentissimi musici composte per La Maddalena gedruckt. Beteiligt waren unter anderem Claudio Monteverdi, Salomone Rossi, Michelangelo Effrem und Alessandro Ghivizzani beziehungsweise verwandte zeitgenössische Musiker. Dadurch wird Andreini unmittelbar mit der Musiktheaterkultur Mantuas verbunden.

Auch die Pariser Stücke von 1622 zeigen musikalische Ambitionen. La Ferinda wird als commedietta musicale greifbar und enthält Serenaden, Ballette, Canzonetten und einen Schlussballetto. La Centaura nutzt Chöre, Instrumente und rezitativisch denkbare Passagen. Amor nello specchio und La Sultana öffnen die Komödie für gesungene und getanzte Formen. Hier liegt eine wichtige Brücke zur französischen Hofkultur, aus der später das Comédie-ballet hervorgehen konnte.

In Wien und Prag wurden Andreinis Werke Teil der frühen habsburgischen Musiktheaterrezeption. Die Maddalena-Fassungen der späten 1620er Jahre stehen nahe beim Sepolcro, also beim geistlichen Passions- und Karwochenmusiktheater des habsburgischen Hofes. Auch wenn nicht jede Musik erhalten ist, zeigt die Überlieferung, dass Andreini als Autor von Musiktheaterformen ernst genommen wurde.

L’Adamo und La Maddalena

L’Adamo wurde 1613 in Mailand gedruckt und gehört zu den bekanntesten Werken Andreinis. Es handelt sich um eine sakrale Darstellung über Adam, Eva, Versuchung, Sündenfall und Vertreibung aus dem Paradies. Die Bedeutung des Werkes beruht nicht allein auf seinem theologischen Stoff, sondern auf seiner späteren Rezeption. Seit dem 18. Jahrhundert wurde wiederholt behauptet, John Milton habe durch L’Adamo Anregungen für Paradise Lost erhalten. Die Abhängigkeit ist umstritten und darf nicht schematisch behauptet werden, doch die Diskussion machte Andreinis Adamo über Italien hinaus bekannt.

La Maddalena ist noch wichtiger für die Verbindung von Theater, Musik und Frömmigkeit. Andreini behandelte den Stoff zunächst in einem Poem von 1610, dann 1617 in einer sacra rappresentazione, später erneut in der Maddalena lasciva e penitente von 1652. Die Figur Maria Magdalena erlaubte eine dramatische Verbindung von Sinnlichkeit, Schuld, Umkehr, Buße, Musik und spektakulärer Himmelsaufnahme. Diese Spannung zwischen Laster und Heiligkeit entspricht einer zentralen barocken Dramaturgie.

Die Mantuaner Maddalena von 1617 war musiktheatralisch besonders reich. Gedruckte Musikeinlagen und die Beteiligung bedeutender Komponisten zeigen, dass Andreini nicht nur Textautor war, sondern für ein Aufführungsmodell schrieb, in dem Musik, Bühne, Maschine, Stimme und sakrale Repräsentation zusammenwirkten. Dadurch gehört La Maddalena in die Vorgeschichte des geistlichen Musiktheaters.

Komödie, Metatheater und Gattungsmischung

Andreinis Komödien zeigen, wie die Commedia dell’arte in gedruckte, literarisch komplexe Stücke übergehen konnte. Lo Schiavetto von 1612 verarbeitet Verkleidung, soziale Täuschung, Geschwistertrennung und Identitätswechsel in einer Prosa-Komödie. La Veneziana von 1619 arbeitet mit venezianischem Dialekt. Lelio bandito verbindet Wald-, Liebes-, Verbannungs- und Abenteuerstoffe in einer tragikomischen, boscherecciaartigen Welt.

Le due commedie in commedia von 1623 ist eines der wichtigsten metatheatralischen Werke Andreinis. Zwei Komödien werden innerhalb einer Komödie gespielt; die Grenze zwischen Spiel und Leben verschiebt sich, und das Theater zwingt die Figuren zur Erkenntnis ihrer eigenen Schuld. Damit reflektiert Andreini zugleich die Macht des Theaters: Es bildet nicht nur ab, sondern enthüllt, beschämt und verändert.

La Centaura von 1622 ist ein besonders kühnes Gattungsexperiment. Das Stück ist in Komödie, Pastorale und Tragödie geteilt. Der Titel selbst bezeichnet ein Mischwesen und wird zur Poetik des Stückes. Andreini zeigt darin, dass Barocktheater nicht mehr an reine Gattungen gebunden sein muss, sondern seine Wirkung gerade aus Mischung, Überschreitung und Hybridität gewinnt.

Amor nello specchio von 1622 ist wegen seiner Spiegel-, Geschlechter- und Begehrensdramaturgie eines der heute meistdiskutierten Stücke Andreinis. Es verbindet Commedia-Strukturen mit Magie, Illusion und einer ungewöhnlichen Konzentration auf weibliche Figuren. Das Stück zeigt, dass Andreinis Theater nicht nur konventionell, sondern in einzelnen Werken außerordentlich experimentell sein konnte.

Werkverzeichnis

Giovanni Battista Andreini war außerordentlich produktiv. Mehr als fünfzig seiner Werke erschienen im Druck oder sind bibliographisch nachweisbar. Das folgende Werkverzeichnis ordnet die wichtigsten Drucke, Werkgruppen, Fassungen und theatergeschichtlich relevanten Texte nach sachlichen Gesichtspunkten. Bei einigen Titeln ist zwischen Erstaufführung, Erstdruck, späterer Umarbeitung, epischer Fassung, dramatischer Fassung und postumer Ausgabe zu unterscheiden.

La Florinda Tragödie in versi sciolti, aufgeführt für die Accademia degli Spensierati in Florenz 1603 und gedruckt in Mailand 1606. Das Werk ist exotisch und senechisch geprägt, in schottischen Wäldern angesiedelt und zugleich eine Hommage an Virginia Ramponi, die als Florinda auftrat.
La Saggia Egiziana Dialog beziehungsweise Kontrast in versi sciolti, Florenz 1604. Der Text wird als Lob und Verteidigung der Schauspielkunst verstanden und gehört zu Andreinis frühen theatertheoretischen Schriften.
La divina visione in soggetto del beato Carlo Borromeo Poem in vierundsechzig Ottaven, Florenz 1604, zu Ehren Carlo und Federico Borromeos. Das Werk verbindet Frömmigkeit, panegyrische Form und akademische Widmungskultur.
Il Pianto di Apollo Poem in vierundfünfzig Ottaven, Mailand 1606, in dem Apollo den Tod Isabella Andreinis beklagt. Das Werk gehört zur Memorialkultur der Familie Andreini und wurde mit Lo sfortunato poeta verbunden.
Lo sfortunato poeta Burleskes Poem in hundertsechs Ottaven, gemeinsam mit Il Pianto di Apollo gedruckt. Die Figur Sfortunato de’ Sfortunati erzählt eigene Missgeschicke; das Thema wurde später in Olivastro erneut aufgenommen.
La Turca Favola boschereccia und marittima, aufgeführt und gedruckt 1608 in Casale anlässlich der Hochzeit Francesco Gonzagas mit Margherita di Savoia; später 1620 in Venedig gedruckt. Das Werk zeigt Andreinis Vorliebe für exotische, maritime und prachtvolle Bühnenwelten.
La Maddalena, poema Poem in drei Gesängen in Ottaven, Venedig 1610. Es behandelt Maria Magdalena und bildet eine frühe Fassung des Stoffes, den Andreini später dramatisch und musiktheatralisch ausarbeitete.
Lo Schiavetto Komödie in Prosa, Mailand 1612. Das Stück arbeitet mit Verkleidung, Sklavenmotiv, Geschwistererkennung, sozialer Täuschung und Commedia-Strukturen.
L’Adamo Sakrale Darstellung, Mailand 1613, mit Illustrationen von Carlo Antonio Procaccini. Das Werk behandelt Adam, Eva, Sündenfall und Vertreibung aus dem Paradies und wurde wegen möglicher Beziehungen zu Miltons Paradise Lost später besonders bekannt.
La Maddalena, sacra rappresentazione Sakrale Darstellung in fünf Akten, Mantua 1617, Alessandro Pico della Mirandola gewidmet. Das Werk verbindet dramatische Handlung, Musik, Gesang, Buße, Sinnlichkeit, Komik, Bekehrung und spektakuläre Himmelsaufnahme.
Musiche de alcuni eccellentissimi musici composte per La Maddalena Musikdruck zu La Maddalena, Venedig 1617, mit Beiträgen bedeutender Komponisten des Mantuaner Umfelds, darunter Claudio Monteverdi und Salomone Rossi. Der Druck belegt den musiktheatralischen Rang der Aufführung.
Il Mincio ubbidiente Dramatisches Intermezzo mit Musik, Venedig 1620. Das Werk gehört in den höfischen und allegorischen Kontext der Gonzaga-Kultur.
Lelio bandito Tragikomödie beziehungsweise commedia boschereccia, Mailand 1620 und später Venedig 1624. Das Werk war erfolgreich und verbindet Waldraum, Verbannung, Liebeshandlung, Abenteuer und moralische Rahmung.
La Veneziana Komödie in fünf Akten im venezianischen Dialekt, Venedig 1619. Das Werk wurde gelegentlich irrtümlich Francesco Andreini zugeschrieben, ist aber Giovanni Battista Andreini zuzuordnen.
La Campanaccia Komödie in Prosa, in Paris 1621 und später Venedig 1627 beziehungsweise in venezianischer Überlieferung nachweisbar. Das Werk gehört zu Andreinis komischen und metatheatral anschlussfähigen Bühnenstücken.
La Ferinda Commedia beziehungsweise commedietta musicale, Paris 1622. Das Werk enthält gesungene Teile, Serenaden, Ballette, Canzonetten und einen Schlussballetto und ist für die Vorgeschichte der Oper und Comédie-ballet besonders wichtig.
La Centaura Suggetto diviso in commedia, pastorale e tragedia, Paris 1622. Das Stück verbindet drei Gattungen in einem Werk und gilt als eines der kühnsten Gattungsexperimente Andreinis.
La Sultana Komödie in vier Akten, Paris 1622. Das Werk nutzt orientalische und höfisch-exotische Motive und gehört zur Pariser Druckgruppe der frühen 1620er Jahre.
Amor nello specchio Komödie, Paris 1622. Das Werk behandelt Liebe, Spiegelung, Begehren, Illusion, Magie und Geschlechterkonstellationen; in der modernen Forschung gehört es zu den meistdiskutierten Andreini-Stücken.
Li duo Leli simili Komödie, Paris 1622. Das Stück bearbeitet einen Stoff der Doppelgänger- und Verwechslungsdramaturgie, der auf die plautinischen Menaechmi und ein Szenarium Francesco Andreinis zurückgeführt wird.
Le due commedie in commedia Metatheatralische Komödie, Venedig 1623. Zwei Komödien werden innerhalb der Komödie aufgeführt; die Fiktion greift in die Lebenswirklichkeit ein und führt zu moralischer Enthüllung.
La Tecla Vergine e Martire Sakrales Poem in sieben Gesängen, Venedig 1623. Das Werk behandelt die Märtyrerin Thekla und verbindet hagiographische Frömmigkeit mit barocker Dichtung.
Lo specchio della commedia Theatertheoretische Schrift, Paris 1625. Sie verteidigt die Komödie und den Schauspielerberuf gegen moralische und religiöse Vorwürfe.
La Ferza contro le accuse date alla commedia a’ professori di lei Theatertheoretische Apologie der Komödie, Paris 1625. Das Werk richtet sich gegen Angriffe auf Schauspieler und die Theaterprofession.
Il Teatro celeste Theatertheoretisch-religiöse Schrift, Paris 1625. Andreini stellt darin dar, wie göttliche Güte auch reuige und heilige Komödianten zur Seligkeit führen könne.
La nuova risarcita Concha In der Bibliographie Andreinis als Komödie beziehungsweise Bearbeitung greifbar. Das Werk gehört zu den weniger häufig behandelten Stücken und ist quellenkritisch gegenüber späteren Katalogen zu prüfen.
Il nuovo risarcito Bargagli In älteren Werkverzeichnissen als Titel aus dem Umkreis der komischen und apologetischen Produktion überliefert. Die genaue Druck- und Aufführungslage erfordert spezialbibliographische Prüfung.
La Rosella Tragikomödie beziehungsweise commedia boschereccia, Bologna 1632. Das Werk führt die pastorale und boscherecciaartige Theaterlinie Andreinis fort.
Le cinque rose del giardino di Berico Poem, Vicenza 1633. Der Titel verweist auf die Berico-Frömmigkeit und die Verbindung von lokaler Andacht, Allegorie und barocker Dichtung.
Il penitente alla Santissima Vergine del Rosario Poem, Bologna 1631. Es gehört zur religiösen Dichtung Andreinis und verbindet Buße, Marienfrömmigkeit und barocke Meditationsform.
I due baci Commedia pastorale, Bologna 1634. Das Werk verbindet Liebeshandlung, pastorale Form und komische Tradition.
La Rosa Commedia boschereccia, Pavia 1638. Spätes Werk aus Andreinis pastoral-boscherecciaartiger Produktionslinie.
Ismenia Opera reale e pastorale, Bologna 1639. Das Werk gehört zu den späten Gattungsmischformen Andreinis und verbindet höfische, pastorale und musiktheatralische Elemente.
Olivastro Poem in fünfundzwanzig Gesängen, Bologna 1642. Das Werk nimmt Motive von Lo sfortunato poeta wieder auf und gehört zur umfangreichen späten Versproduktion Andreinis.
Ossequio a Anna d’Austria regina di Francia Huldigungstext, Paris 1643. Das Werk steht im Zusammenhang mit Andreinis später Frankreichreise und der höfischen Dedikationskultur.
Cristo sofferente Meditation in Versen, Florenz und Rom 1651. Spätes religiöses Werk, das die Passion Christi in barocker Andachtsform behandelt.
La Maddalena lasciva e penitente Dramatische Fassung in drei Akten, Mailand 1652. Späte Reduktion und Umarbeitung des Magdalena-Stoffes, die noch kurz vor Andreinis Tod erfolgreich aufgeführt wurde.
Maddalena-Fassung Prag 1628 Epische oder neu gearbeitete Fassung der Maddalena im Zusammenhang der habsburgischen Gastspiele. Sie zeigt die Anpassung des Stoffes an neue höfische und konfessionelle Kontexte.
Maddalena-Fassung Wien 1629 Neue Fassung der Composizione rappresentativa La Maddalena, vermutlich für die Karwoche 1629 und mit Bezug zur Hofsängerin Lucia Rubini. Die Musik ist verloren, wird aber in der Forschung mit dem Wiener Sepolcro-Kontext verbunden.
Corrispondenze Brief- und Dokumentenüberlieferung im Umfeld der Commedia dell’arte, später ediert in den Comici dell’Arte: Corrispondenze. Die Briefe sind für Truppenorganisation, Patronage und Schauspieleridentität wichtig.
Prologe, Widmungen und apologetische Vorreden Andreini verfasste zahlreiche Paratexte, Vorreden, Widmungen und Prologe. Sie sind für seine Selbstdeutung als Autor, Schauspieler und moralisch verantwortlicher Theatermann besonders aufschlussreich.
Nicht vollständig gesicherte oder schwer zugängliche Titel Ältere Bibliographien wie Allacci, Bartoli, Mazzuchelli und Rasi nennen weitere Titel, Varianten, Drucke und Fassungen. Bei ihnen ist zwischen verlorenen Drucken, nicht sicher identifizierten Titeln, abweichenden Druckorten, späteren Bearbeitungen und bibliographischen Doppelungen zu unterscheiden.

Rezeption und Bedeutung

Giovanni Battista Andreinis Wirkung ist vielschichtig. In der unmittelbaren Theatergeschichte war er einer der wichtigsten Erben der Gelosi und einer der bedeutendsten Leiter der Fedeli. Seine Truppe trug italienisches Schauspiel nach Frankreich, Prag und Wien und machte die Commedia dell’arte zu einer europäischen Hof- und Stadtkunst.

In der Literaturgeschichte wurde besonders L’Adamo bekannt, weil seit dem 18. Jahrhundert wiederholt ein Einfluss auf John Miltons Paradise Lost diskutiert wurde. Diese These ist vorsichtig zu behandeln, doch sie machte Andreini in der englischen und europäischen Milton-Forschung sichtbar. William Cowper übersetzte L’Adamo ins Englische, wodurch das Werk eine neue Rezeptionsgeschichte erhielt.

In der Musikgeschichte ist Andreini als Autor von Übergangsformen wichtig. La Maddalena steht zwischen sacra rappresentazione, geistlichem Musiktheater und barocker Opernästhetik. La Ferinda, La Centaura und andere Werke enthalten Musik-, Tanz- und Gesangselemente, die mit höfischer Festkultur und französischer Bühnenentwicklung verbunden sind. Deshalb wird Andreini in der Forschung auch als Wegbereiter der italienischen Oper in Frankreich, der Comédie-ballet und des Wiener Sepolcro gesehen.

In der Theaterwissenschaft gilt Andreini als Actor-Author, also als Schauspieler-Autor. Er schrieb nicht aus der Distanz eines literarischen Gelehrten, sondern aus der Erfahrung einer lebendigen Bühnenpraxis. Seine Texte zeigen, wie professionelle Schauspielkunst in gedruckte Literatur übergeht, ohne die Erinnerung an Improvisation, Rollenwissen, Ensemblemechanik und Aufführungseffekt zu verlieren.

Seine Bedeutung für das Kulturlexikon liegt daher in einer seltenen Verbindung: Giovanni Battista Andreini ist zugleich Familienerbe, Schauspieler, Truppenleiter, Dramatiker, Poet, Apologet des Theaters, Musiktheaterautor und internationaler Kulturvermittler. Er verkörpert den Moment, in dem die Commedia dell’arte nicht verschwindet, sondern sich in Barocktheater, Musikdrama, Metatheater und europäische Hofkultur verwandelt.

Sekundärliteratur

  • Allacci, Leone: Drammaturgia, Rom 1666. Frühes grundlegendes Werkverzeichnis der italienischen Theaterliteratur mit Andreini-Titeln.
  • Angelini Frajese, Franca: Andreini, Giovan Battista, in: Dizionario Biografico degli Italiani, Bd. 3, Rom 1961. Grundlegender biographischer Lexikonartikel mit Werkübersicht.
  • Baschet, Armand: Les comédiens italiens à la cour de France, Paris 1882. Wichtig für die Frankreichreisen und die französische Hofrezeption.
  • Bevilacqua, Emilio: G. B. Andreini e la Compagnia dei Fedeli, Turin 1894. Klassische Monographie zu Andreini und seiner Truppe.
  • Besutti, Paola: Da L’Arianna a La Ferinda: Giovan Battista Andreini e la commedia musicale, in: Rivista italiana di musicologia, 1995. Studie zum Musiktheaterbezug der Andreini-Stücke.
  • Buratelli, Claudia, und andere: Comici dell’Arte: Corrispondenze. G. B. Andreini, N. Barbieri, P. M. Cecchini, S. Fiorillo, T. Martinelli, F. Scala, Florenz 1993. Dokumentenedition zu Schauspielerbriefen und Truppenpraxis.
  • D’Ancona, Alessandro: Origini del teatro italiano, Turin 1891. Wichtig für die ältere Bewertung von L’Adamo und der sacra rappresentazione.
  • Fabrizio-Costa, Silvia: Les pleurs et la grâce: La Maddalena de G. Andreini, in: Michel Plaisance (Hg.), Théâtre en Toscane, Saint-Denis 1991. Spezialstudie zu La Maddalena.
  • Ferrone, Siro: Studien zur Commedia dell’arte, zu Schauspielerbriefen, zu den Fedeli und zur professionellen Theaterorganisation der Frühen Neuzeit.
  • Goethals, Jessica: Studien zu Gattungsmischung und performativer Kultur bei Andreini, besonders zu La Centaura.
  • Lein, Evelin: La Centaura di Giovan Battista Andreini tra poetica e teatro, Venedig 2017. Moderne Monographie zu Andreinis Gattungsexperiment La Centaura.
  • Liuzzi, Fernando: I musicisti in Francia, Rom 1946. Wichtig für den Zusammenhang von Andreini, Musiktheater und Frankreich.
  • MacNeil, Anne: Arbeiten zu dynastischer Ikonographie, Musik und Commedia dell’arte, besonders zu La Centaura und dem Mantuaner Umfeld.
  • Mazzoni, Stefano: Genealogia e vicende della famiglia Andreini, in: Origini della Commedia Improvvisa o dell’arte, Rom 1996. Grundlegend für die Familiengeschichte der Andreini.
  • Molinari, Cesare: Actor-authors of the Commedia dell’arte: The Dramatic Writings of Flaminio Scala and Giambattista Andreini, in: Theatre Research International 23, 1998. Wichtige Studie zur Verbindung von Schauspielerfahrung und Autorschaft.
  • Novelli, Laura: G. B. Andreini polifonista della scena, in: Biblioteca teatrale 49–51, 1999. Studie zur Vielstimmigkeit und Szenenpoetik Andreinis.
  • Prunières, Henry: L’Opéra italien en France avant Lulli, Paris 1913. Frühere grundlegende Studie zum italienischen Musiktheater in Frankreich und zu Andreinis Rolle.
  • Rasi, Luigi: I comici italiani, Florenz 1897. Ältere biographisch-theatergeschichtliche Quelle.
  • Rebaudengo, Maurizio: Giovan Battista Andreini. Tra poetica e drammaturgia, Turin 1994. Moderne Gesamtdarstellung zu Poetik und Dramaturgie.
  • Schindler, Otto Gerhard: Arbeiten zu italienischem Theater am Habsburgerhof, besonders zu Prag, Wien und der frühen Musiktheaterrezeption.
  • Snyder, Jon R.: Studien zu Giovan Battista Andreini in Frankreich, zu Amor nello specchio und zur internationalen Zirkulation italienischer Commedia-Texte.
  • Smith, Winifred: Giovan Battista Andreini as a Theatrical Innovator, in: The Modern Language Review, 1922. Frühe englischsprachige Studie zu Andreinis experimenteller Theaterpraxis.
  • Taviani, Ferdinando: Arbeiten zur Commedia dell’arte, zu Schauspielerprofession, Rollenwissen und Theaterpoetik.
  • Wilbourne, Emily: Studien zu Amor nello specchio, Musik, Spiegelung, Sexualität, Geschlechterrollen und Commedia-dell’arte-Aufführungspraxis.

Ausgewählte Onlinequellen

Weiterführende Einträge

  • L’Adamo Sakrale Darstellung Giovanni Battista Andreinis, bekannt durch die spätere Diskussion um mögliche Beziehungen zu Miltons Paradise Lost.
  • Andreini, Familie Theaterfamilie der Commedia dell’arte mit Francesco, Isabella und Giovanni Battista Andreini als zentralen Gestalten.
  • Francesco Andreini Vater Giovanni Battista Andreinis, Darsteller des Capitan Spavento und Autor der Bravure.
  • Isabella Andreini Mutter Giovanni Battista Andreinis, berühmte Innamorata der Gelosi, Dichterin und Dramatikerin.
  • Amor nello specchio Komödie Andreinis von 1622 mit Spiegel-, Geschlechter-, Illusions- und Begehrensthematik.
  • Barocktheater Gattungs- und Epochenrahmen für Andreinis Theater aus Wunder, Maschine, Musik, Allegorie und Gattungsmischung.
  • Capocomico Leiter einer professionellen Schauspieltruppe, eine Rolle, die Andreini als Führer der Fedeli exemplarisch verkörperte.
  • Comédie-ballet Französische Gattung, deren Entstehung durch italienische Schauspiel- und Musiktheaterimpulse wie jene Andreinis vorbereitet wurde.
  • Commedia dell’arte Professionelle italienische Schauspielkunst mit Rollen, Szenarien, Improvisation, Masken, Musik und internationaler Mobilität.
  • Compagnia dei Fedeli Von Giovanni Battista Andreini geleitete Schauspieltruppe, die unter Gonzaga-Patronage international auftrat.
  • Compagnia dei Gelosi Berühmte Truppe von Francesco und Isabella Andreini, aus deren Tradition Giovanni Battista hervorging.
  • Fedeli Kurzform der Compagnia dei Fedeli, zentral für Andreinis Rollen- und Autoridentität als Lelio Fedele.
  • Florenz Geburtsstadt Andreinis und wichtiger Ort akademischer, höfischer und theatraler Kultur um 1600.
  • Gonzaga Mantuanisches Fürstenhaus, dessen Patronage für die Fedeli und Andreinis Musiktheaterwerke entscheidend war.
  • Innamorato Liebhaberrolle der Commedia dell’arte, die Andreini unter dem Namen Lelio spielte.
  • La Centaura Gattungsexperiment Andreinis von 1622, das Komödie, Pastorale und Tragödie in einem Werk verbindet.
  • La Ferinda Musikalisch geprägte Komödie Andreinis von 1622 mit Serenaden, Balletten und canzonettenartigen Nummern.
  • La Maddalena Zentraler Magdalena-Stoff Andreinis in poetischen, dramatischen und musiktheatralischen Fassungen.
  • Le due commedie in commedia Metatheatralische Komödie Andreinis, in der Spiel und Wirklichkeit ineinander greifen.
  • Lelio Bühnenname und Liebhaberrolle Giovanni Battista Andreinis.
  • Mantua Gonzaga-Residenz und wichtiger Wirkungsort Andreinis und seiner Fedeli.
  • Maria de’ Medici Französische Königin und wichtige Patronin italienischer Schauspieltruppen in Frankreich.
  • John Milton Englischer Dichter, dessen Paradise Lost in der Forschungsgeschichte oft mit Andreinis L’Adamo verglichen wurde.
  • Claudio Monteverdi Komponist, der mit der Musik zu Andreinis La Maddalena von 1617 verbunden ist.
  • Musiktheater Übergreifende Bühnenform, zu deren frühen barocken Übergangsbereichen mehrere Andreini-Werke gehören.
  • Oper Gattung, deren frühe höfische Entwicklung durch Andreinis musikdramatische Mischformen berührt wird.
  • Paris Wichtiger Druck- und Aufführungsort der Fedeli während der Frankreichreisen Andreinis.
  • Prag Habsburgischer Aufführungsort der Fedeli während der Krönungsfeierlichkeiten 1627/28.
  • Reggio Emilia Sterbeort Giovanni Battista Andreinis.
  • Salomone Rossi Mantuanischer Komponist, der an der Musik zu Andreinis La Maddalena beteiligt war.
  • Sacra rappresentazione Geistliche Bühnenform, die Andreini in L’Adamo und La Maddalena barock und musiktheatralisch erneuerte.
  • Sepolcro Habsburgisches geistliches Musiktheater der Karwoche, dessen frühe Entwicklung mit Andreinis Wiener Maddalena-Kontext verbunden ist.
  • Theater der Frühen Neuzeit Kultureller Rahmen von Berufskomödie, Hofspiel, Musiktheater, Drucktext und Schauspielerpoetik.
  • Virginia Ramponi Schauspielerin und Sängerin, Ehefrau Giovanni Battista Andreinis, bekannt als Florinda.
  • Virginia Rotari Schauspielerin der Fedeli, bekannt als Lidia, zweite Ehefrau Giovanni Battista Andreinis.
  • Wien Habsburgischer Aufführungsort der Fedeli und wichtiger Kontext für die Maddalena-Fassungen der späten 1620er Jahre.