Elfrida Andrée
Überblick
Elfrida Andrée war eine schwedische Komponistin, Organistin, Domorganistin, Dirigentin und Musikpädagogin. Sie wurde am 19. Februar 1841 in Visby auf Gotland geboren und starb am 11. Januar 1929 in Göteborg. Innerhalb der schwedischen Musikgeschichte des 19. und frühen 20. Jahrhunderts gehört sie zu den entschiedensten Pioniergestalten: Sie war die erste schwedische Frau mit Organistenexamen, die erste Domorganistin Schwedens, eine der ersten weiblichen Orchesterdirigentinnen Schwedens und eine Komponistin, die sich nicht auf Lied und Salonstück beschränken ließ, sondern Symphonie, Oper, Orgelmusik, Kammermusik, Chorwerk und Kantate beanspruchte.
Andrées Lebensweg verbindet künstlerische Leistung mit rechtlicher und sozialer Emanzipation. Gemeinsam mit ihrem Vater Andreas Andrée wirkte sie an Gesetzesänderungen mit, die Frauen den Zugang zu Organistenstellen und später zur Telegraphie eröffneten. Ihr eigener beruflicher Aufstieg war daher nicht nur eine individuelle Karriere, sondern ein kulturpolitischer Vorgang. Das Motto, das sie unter dem Eindruck von John Stuart Mills Schrift The Subjection of Women formulierte, zielte auf die Hebung des weiblichen Geschlechts und begleitete ihre Arbeit als Organistin, Komponistin, Dirigentin und Ausbilderin zahlreicher junger Frauen.
Ihr kompositorisches Œuvre umfasst nach heutiger Erschließung mehr als hundert Werke beziehungsweise Werkgruppen. Dazu gehören die Oper Fritiofs saga mit einem Libretto von Selma Lagerlöf nach Esaias Tegnér, zwei Orchestersymphonien, zwei Orgelsymphonien beziehungsweise große Orgelwerke, Ouvertüren, symphonische Sätze, Kammermusik, Violin- und Klaviermusik, Orgelchoräle, Lieder, Chorwerke, zwei schwedische Messen, Kantaten und Bearbeitungen schwedischer Volksmelodien. Das Werk steht stilistisch zwischen Leipziger Romantik, Mendelssohn- und Schumann-Nachfolge, französisch geprägter Orgelkunst, nordischer Volksromantik und spätromantischer Opernästhetik.
Als Domorganistin von Göteborg wirkte Andrée seit 1867 bis zu ihrem Tod. Damit wurde sie zu einer Schlüsselgestalt des dortigen Musiklebens. Ab 1897 leitete sie die Volkskonzerte des Göteborger Arbeiterinstituts und schuf mit günstigen Eintrittspreisen, gemischten Programmen und pädagogischer Zielsetzung einen neuen Konzertzugang für bürgerliche und arbeitende Schichten. Ihre Tätigkeit als Vermittlerin war für Göteborg fast ebenso wichtig wie ihre kompositorische Arbeit.
Andrée wurde 1879 Mitglied der Königlich Schwedischen Musikakademie, erhielt 1895 die königliche Medaille Litteris et Artibus und 1908 ein Stipendium beziehungsweise eine Auszeichnung der Idun-Frauenakademie. Dennoch geriet ihre Musik nach ihrem Tod lange in den Hintergrund. Seit den 1980er und 1990er Jahren wurde sie durch Forschung, Editionen, Aufnahmen und Aufführungen neu erschlossen. Heute erscheint sie als eine der wichtigsten Komponistinnen der nordischen Romantik.
Kurzdaten
| Name | Elfrida Andrée; in internationalen Katalogen auch Elfrida Andree und Andrée, Elfrida. |
|---|---|
| Geburtsdatum | 19. Februar 1841. |
| Geburtsort | Visby auf Gotland, Schweden. |
| Sterbedatum | 11. Januar 1929. |
| Sterbeort | Göteborg, Schweden. |
| Beruf | Komponistin, Organistin, Domorganistin, Dirigentin, Musikpädagogin, Chorleiterin, Telegraphistin, Konzertorganisatorin und Pionierin der Frauenemanzipation im nordischen Musikleben. |
| Familie | Tochter des Arztes und liberalen Reformers Andreas Andrée und Lovisa Lyth; Schwester der Opernsängerin Fredrika Stenhammar. |
| Ausbildung | Organistenexamen in Stockholm als externe Schülerin, weil Frauen zunächst nicht regulär zugelassen waren; Kompositionsunterricht bei Ludvig Norman; Begegnung mit dem Leipziger und nordischen romantischen Stilkreis. |
| Erste berufliche Durchbrüche | Erste schwedische Frau mit Organistenexamen; erste Domorganistin Schwedens und nach mehreren Quellen erste Domorganistin Europas. |
| Wirkungsort | Göteborg, besonders Göteborgs Domkirche, Volkskonzerte des Arbeiterinstituts, Salons, Musikunterricht und städtische Konzertorganisation. |
| Domorganistin | 1867 bis 1929 am Dom zu Göteborg. |
| Dirigentin | Leiterin der Volkskonzerte des Göteborger Arbeiterinstituts seit 1897 und eine der ersten Frauen in Schweden, die symphonische Programme dirigierten. |
| Auszeichnungen | Mitglied der Königlich Schwedischen Musikakademie 1879, Medaille Litteris et Artibus 1895 und Idun-Frauenakademie-Auszeichnung 1908. |
| Hauptwerke | Fritiofs saga, Snöfrid, Symphonie Nr. 1 C-Dur, Symphonie Nr. 2 a-Moll, Orgelsymphonie h-Moll, Orgelsymphonie Nr. 2 Es-Dur für Orgel und Blechbläser, Klavierquintett e-Moll, Klavierquartett a-Moll, Klaviertrios c-Moll und g-Moll, Streichquartette d-Moll und A-Dur, zwei schwedische Messen. |
| Stil | Nordische Romantik mit Prägung durch die Leipziger Schule, Beethoven, Mendelssohn, Schubert, Schumann, frühe Brahms-Nähe, später französische Orgelmusik und in der Oper spätromantisch-wagnerische Klangsprache. |
| Kulturgeschichtlicher Rang | Zentrale Pionierin der schwedischen Musikgeschichte, die Komposition, Orgelberuf, Dirigieren, Volksbildung, Frauenrechte und institutionelles Musikleben miteinander verband. |
Name und Einordnung
Die maßgebliche Namensform lautet Elfrida Andrée. In internationalen Datenbanken erscheint die Form gelegentlich ohne Akzent als Elfrida Andree. Für das Kulturlexikon wird die schwedische Schreibweise mit Akzent verwendet. Der Dateiname folgt der Regel Familienname–Vorname und lautet andree-elfrida.shtml.
Elfrida Andrée ist nicht mit der Offenbacher Musikverlegerfamilie André zu verwechseln. Sie gehört in den schwedischen und nordischen Kontext des 19. Jahrhunderts. Ihr Name steht für eine besondere Verbindung von Frauenemanzipation, nordischer Romantik, Orgelkultur, städtischer Konzertvermittlung und der Frage, ob Frauen im 19. Jahrhundert große Formen wie Symphonie und Oper schreiben, aufführen und dirigieren durften.
Die Einordnung als Komponistin allein wäre zu eng. Andrée war zugleich Interpretin, Institutionenbildnerin, Lehrerin und Reformerin. Ihre musikalische Existenz war mit rechtlichen Schranken konfrontiert. Dass sie Organistin werden konnte, erforderte eine Gesetzesänderung; dass sie öffentlich als Dirigentin und Symphonikerin wahrgenommen wurde, bedeutete einen Eingriff in männlich dominierte Kulturfelder. Ihre künstlerische Biographie ist daher auch eine Geschichte professioneller Zugangsrechte.
Leben
Elfrida Andrée wurde 1841 in Visby geboren. Ihr Vater Andreas Andrée war Arzt, politisch liberal gesinnt und für die Ausbildung seiner Töchter ungewöhnlich aufgeschlossen. Auch die Mutter Lovisa Lyth stammte aus einem gebildeten gotländischen Umfeld. Die ältere Schwester Fredrika wurde später eine bekannte Sängerin und heiratete in die Familie Stenhammar ein. Schon die familiäre Umgebung verband Musik, Bildung, Reformdenken und gesellschaftliche Ambition.
Als Vierzehnjährige ging Elfrida Andrée nach Stockholm, um Orgel zu studieren. Frauen waren damals nicht regulär zu solchen Studien zugelassen. Sie musste den Weg der externen Prüfung gehen und legte 1857 als erste schwedische Frau ein Organistenexamen ab. Später ergänzte sie ihre Ausbildung, studierte Komposition bei Ludvig Norman und orientierte sich an jener romantischen Satzkultur, die über Leipzig, Mendelssohn, Schumann, Gade und Norman nach Schweden vermittelt wurde.
Der Weg in eine Organistenstelle war zunächst versperrt. Frauen durften keine dauerhaften Organistenämter ausüben. Andrée und ihr Vater setzten sich daher für eine Gesetzesänderung ein, die 1861 Frauen den Zugang zu Organistenstellen ermöglichte. Noch im selben Jahr wurde Andrée Organistin der Finnischen Kirche in Stockholm. Wenig später wirkte sie auch an einer Reform mit, die Frauen den Zugang zum Telegraphendienst eröffnete. Sie gehörte damit zu den frühen schwedischen Frauen, die die Grenzen musikalischer und technischer Berufsarbeit zugleich verschoben.
1867 bewarb sie sich auf die Stelle der Domorganistin in Göteborg. Gegen sieben männliche Bewerber erhielt sie die Stelle und blieb bis zu ihrem Tod 1929 im Amt. Die Stelle war anspruchsvoll. Sie spielte mehrere Gottesdienste, war für die Orgel zuständig, musste Reparaturen und Stimmung beaufsichtigen und bewegte sich in einem kirchlichen Milieu, das nicht automatisch für eine Frau in dieser Position offen war. Dennoch wurde der Dom zu Göteborg ihr wichtigster musikalischer Ort.
In Göteborg fand Andrée Zugang zu liberalen Kreisen, besonders zum Umfeld von S. A. Hedlund, zu musikalischen Salons und zu bürgerlichen Netzwerken. Dort wurden Kammerwerke erprobt, Lieder gesungen, neue Programme vorbereitet und Verbindungen zur städtischen Öffentlichkeit hergestellt. Sie unterrichtete, prüfte Organistinnen, förderte junge Musikerinnen und wurde zu einem Modell weiblicher Professionalität im Kirchenmusik- und Konzertleben.
Als Komponistin trat sie bereits in den 1860er Jahren hervor. Ihr Klavierquintett e-Moll wurde 1865 von der Musikaliska Konstföreningen publiziert, nachdem es anonym eingereicht worden war. Als bekannt wurde, dass die Komponistin eine Frau war, begegnete ihr Werk nicht ungeteilter Anerkennung. Ähnlich konfliktreich verlief die Aufführung ihrer ersten Symphonie. Dennoch hielt Andrée an großen Formen fest und schrieb später eine zweite Symphonie, groß angelegte Chorwerke, Orgelmusik und eine Oper.
Seit 1897 leitete sie die Volkskonzerte des Göteborger Arbeiterinstituts. Diese Tätigkeit erweiterte ihren Wirkungskreis erheblich. Die Programme sollten ein neues Publikum an große symphonische, kammermusikalische, vokale und populäre Musik heranführen. In dieser Funktion wurde Andrée zu einer Musikvermittlerin, die Bildung, Konzertpraxis und soziale Öffnung verband. Sie arbeitete in diesem Umfeld auch mit dem Stenhammar-Kreis zusammen.
Elfrida Andrée starb 1929 in Göteborg. Sie wurde auf dem Norra begravningsplatsen in Solna beigesetzt. Ihr Tod markierte das Ende einer außergewöhnlich langen beruflichen Laufbahn. Zwischen ihrer Geburt 1841 und ihrem Tod 1929 hatte sich die rechtliche und gesellschaftliche Situation der Frauen in Schweden grundlegend verändert. Andrée war an diesem Wandel nicht nur Beobachterin, sondern Beteiligte.
Kulturüberblick
Elfrida Andrée gehört zur Generation der nordischen Romantik nach Niels W. Gade, Franz Berwald, Ludvig Norman und vor Wilhelm Stenhammar. Ihre Musik steht nicht im Zeichen einer radikalen Moderne, sondern einer Gattungseroberung. Das Entscheidende liegt nicht darin, dass sie die Tonsprache des 19. Jahrhunderts revolutionierte, sondern dass sie Formen besetzte, die Frauen in Schweden kaum zugestanden wurden: Symphonie, Oper, große Chorwerke, Orgelamt, Dirigat und öffentliche Konzertleitung.
Die schwedische Musiklandschaft ihrer Zeit war von Stockholm als Zentrum geprägt. Andrée wechselte jedoch 1867 nach Göteborg und entwickelte dort ein eigenes kulturelles Netzwerk. Das hatte Nachteile, weil sie von den wichtigsten professionellen Stockholmer Musikern entfernt war. Zugleich gab es in Göteborg liberale Milieus, bürgerliche Salons, kirchliche Aufgaben und später die Volkskonzerte des Arbeiterinstituts. Daraus entstand eine eigene, städtisch geprägte Musikkultur.
In der europäischen Perspektive ist Andrée mit anderen komponierenden Frauen des 19. Jahrhunderts zu vergleichen, etwa mit Clara Schumann, Louise Farrenc, Laura Netzel, Valborg Aulin, Helena Munktell und Agathe Backer Grøndahl. Doch Andrée unterscheidet sich durch ihre institutionelle Durchsetzungsarbeit. Sie war nicht nur Komponistin in einem privaten oder salonhaften Rahmen, sondern Amtsträgerin, Gesetzesreformerin, Dirigentin und Volksbildnerin.
Ihre Oper Fritiofs saga zeigt die nordische National- und Sagenkultur des späten 19. Jahrhunderts. Der Stoff geht auf Esaias Tegnérs berühmtes Epos zurück, das Libretto verfasste Selma Lagerlöf. Dadurch verbindet sich Andrée mit der schwedischen Literaturgeschichte. Der lange Weg der Oper von der Wettbewerbsentstehung über die Nichtaufführung bis zur späten Wiederbelebung zeigt exemplarisch, wie Werke von Komponistinnen aus dem Kanon verschwinden konnten, obwohl sie große künstlerische und kulturhistorische Bedeutung besitzen.
Organistin, Telegraphistin und Frauenemanzipation
Andrées Bedeutung als Organistin ist unmittelbar politisch. Das Organistenamt war im 19. Jahrhundert in Schweden ein öffentlicher Beruf, kirchlich verankert, sozial sichtbar und rechtlich reguliert. Frauen waren von solchen Ämtern faktisch ausgeschlossen. Dass Andrée ein Examen ablegte und später eine Stelle erhielt, erforderte nicht nur musikalische Begabung, sondern einen öffentlichen Kampf um Berufszugang.
Die Gesetzesänderung von 1861 war ein entscheidender Schritt. Sie machte es Frauen möglich, Organistenstellen zu übernehmen. Andrée nutzte diese Möglichkeit sofort und wurde Organistin in Stockholm. Die spätere Ernennung zur Domorganistin in Göteborg war noch bedeutender. Ein Dom war kein kleines Gemeindefeld, sondern ein repräsentativer kirchlicher Ort. Eine Frau an der Orgel einer Domkirche hatte symbolische Wirkung weit über die Musik hinaus.
Auch die Telegraphie gehört in diese Emanzipationsgeschichte. Andrée und ihr Vater sahen im Telegraphendienst eine moderne Berufsmöglichkeit für Frauen. Die Reform von 1865 öffnete Frauen diesen technischen Beruf. Damit steht Andrée an der Schnittstelle von Musik, Technik, Bildung und Berufsrecht. Ihre Biographie zeigt, dass Frauenemanzipation im 19. Jahrhundert nicht nur über politische Reden, sondern auch über konkrete Stellen, Prüfungen, Berufsordnungen und Arbeitsverträge verhandelt wurde.
Ihr Motto von der Hebung des weiblichen Geschlechts war keine abstrakte Formel. Sie bildete Frauen aus, prüfte Organistinnen, leitete Konzerte, komponierte große Werke und bestand darauf, dass Frauen sich in denselben künstlerischen Formen bewähren konnten wie Männer. Dieses Beharren macht sie zu einer der wichtigsten musikalischen Pionierinnen Skandinaviens.
Kompositionsstil und Gattungen
Andrées frühe Musik folgt deutlich der Leipziger Schule. Klarheit der Form, klassisch-romantische Periodik, kammermusikalische Durcharbeitung und die Orientierung an Beethoven, Mendelssohn, Schubert und Schumann prägen Werke wie das Klavierquintett e-Moll, das Klavierquartett a-Moll, das Klaviertrio c-Moll und die Ouvertüre g-Moll. Auch Ludvig Normans Einfluss ist spürbar.
In den Göteborger Jahren erweiterte sie ihr Gattungsspektrum. Die Symphonien zeigen den Anspruch auf orchestrale Großform. Die zweite Symphonie a-Moll steht besonders deutlich in romantischer Tradition, mit ausgreifender Melodik, tänzerischen Elementen und energischer Schlussgestaltung. Ihre Chorballade Snöfrid nach Viktor Rydberg wurde zu einem wichtigen Erfolg, weil sie Chor, Soli und Orchester mit einer poetischen Idee von Licht, Dunkelheit und Kampf verbindet.
Die Orgelmusik bildet einen eigenen Schwerpunkt. Andrée war nicht nur Komponistin für die Orgel, sondern lebte beruflich an der Orgel. Ihre Orgelsymphonie h-Moll und die Orgelsymphonie Nr. 2 Es-Dur für Orgel und Blechbläser stehen in einem europäischen Zusammenhang, der Mendelssohns Orgelsatz, französische Orgelromantik und die Konzertorgel des späten 19. Jahrhunderts verbindet. Werke von Guilmant, Widor und Saint-Saëns spielten in ihrem Konzertrepertoire eine Rolle und wirkten auf ihren Stil zurück.
Die Oper Fritiofs saga führt in eine andere Klangwelt. Hier verlässt Andrée den rein Leipziger Rahmen und nähert sich spätromantisch-wagnerischen Verfahren. Der nordische Sagenstoff, die großformatige Anlage, das Libretto Selma Lagerlöfs und die symphonische Denkweise machen die Oper zu einem Schlüsselwerk. Dass sie zu Andrées Lebzeiten nicht angemessen auf die Bühne gelangte, gehört zu den deutlichsten Beispielen für die institutionellen Grenzen, denen komponierende Frauen ausgesetzt waren.
Ihre Lieder, Chöre, schwedischen Messen, Kantaten und Volksliedbearbeitungen zeigen wiederum die praktische Musikerin. Sie schrieb nicht nur für den Konzertsaal, sondern für Kirchen, Salons, Frauenchöre, Volkskonzerte, Feiern, pädagogische Situationen und politische Veranstaltungen. Das Werk ist deshalb gattungsgeschichtlich breit und gesellschaftlich tief verankert.
Göteborg, Volkskonzerte und Musikvermittlung
Göteborg war für Andrée mehr als ein Arbeitsplatz. Die Stadt wurde ihr kulturelles Labor. Als Domorganistin, Lehrerin, Salonmusikerin, Chorleiterin und Dirigentin war sie in verschiedenen sozialen Räumen tätig. Sie verband Kirche, bürgerliche Salons, Arbeiterbildung, Musikunterricht und öffentliches Konzertleben.
Die Volkskonzerte des Göteborger Arbeiterinstituts waren für diese Verbindung besonders wichtig. Andrée übernahm 1897 ihre Leitung und organisierte über Jahrzehnte Programme, die ein breites Publikum erreichen sollten. Die Eintrittspreise waren niedrig, die Programme gemischt und pädagogisch angelegt. Solche Konzerte halfen, ein neues Publikum für symphonische Musik, Kammermusik, Chorwerke, Lieder und Instrumentalstücke zu schaffen.
Diese Tätigkeit war nicht bloß organisatorisch. Sie war Teil einer demokratisierenden Musikauffassung. Andrée verstand Musik als Bildungsgut, das nicht nur einer kleinen Elite vorbehalten sein sollte. In dieser Hinsicht gehört sie zu den prägenden Musikvermittlerinnen des schwedischen Fin de Siècle. Ihr Wirken bereitete auch jenen Boden, auf dem Göteborgs orchestrales Musikleben im frühen 20. Jahrhundert weiterwachsen konnte.
Werkverzeichnis
Das folgende Werkverzeichnis folgt dem derzeit öffentlich inventarisierten Bestand von Swedish Musical Heritage und ergänzt kulturgeschichtliche Einordnungen. Da Andrées Nachlass lange handschriftlich blieb und erst seit den 1990er Jahren systematisch ediert und eingespielt wird, ist zwischen vollständig erhaltenem Werk, inventarisierter Werkgruppe, Bearbeitung, Klavierauszug, Orchesterfassung und späterer Aufführungsfassung zu unterscheiden.
| Oper | Fritiofs saga beziehungsweise Frithiof’s Saga, Oper in vier Akten, Libretto von Selma Lagerlöf nach Esaias Tegnérs Epos; Wettbewerbszusammenhang zur Eröffnung der neuen Königlichen Oper in Stockholm; später als Fritiof Suite weiterverwendet und im 21. Jahrhundert wiederaufgeführt. |
|---|---|
| Melodramen | Saul och David beziehungsweise Saul und David, Melodram nach einem Gedicht von Gustaf Fröding für Rezitation und Harfe oder Klavier; Vårqvällstämning beziehungsweise Vårkvällsstämning, Melodram für Rezitation und Orchester. |
| Orchesterwerke in einem Satz | Andante quasi recitativo; Concert-Ouverture D-Dur; Glömska für Streichorchester und Harfe; Intermezzo; Menuett f-Moll; Ouverture g-Moll; Pastorale A-Dur; Presto c-Moll; Scherzo g-Moll; Symfonisats f-Moll; Tempo di Marche funèbre; Varför och därför beziehungsweise Symfonisk dikt; Förspel till Snöfrid. |
| Orchesterwerke in mehreren Sätzen | Fritiof Suite, Orchestersuite nach der Oper Fritiofs saga; Sommarminnen beziehungsweise Sommarminnen från Bjurslätt; Svenska folkmelodier behandlade för stränginstrument für Streichorchester und Harfe oder Klavier ad libitum. |
| Symphonien | Symfoni nr 1 C-Dur, 1869; Symphonie nr 2 a-Moll, 1879. Beide Werke gehören zu den wichtigsten schwedischen Orchesterwerken einer Komponistin des 19. Jahrhunderts. |
| Orgel und Orchester beziehungsweise Blechbläser | Orgelsymfoni No 2 Es-Dur für Orgel und Messingblåsinstrument beziehungsweise Blechbläser. Das Werk steht im Zusammenhang der romantischen Orgel- und Konzertsaalkultur. |
| Gemischter Chor a cappella | Blommorna; Bröllops-sånger för blandade röster beziehungsweise Tre bröllopssånger; Ur Drömlif af Viktor Rydberg, drei Lieder für Doppelquartett oder kleinen gemischten Chor; Vaknen. |
| Gemischter Chor und Instrumente | Begrafningsmässa beziehungsweise Begravningsmässa für Priester, Gemeinde, Chor und Orgel; Der Morgenstern beziehungsweise Morgonstjärnan für gemischten Chor und Klavier; Kung Oscars Minne für gemischten Chor und Klavier; Snöfrid als Ballade für Soli, Chor und Klavierauszug; Ära für gemischten Chor und Orgel. |
| Gemischter Chor und Orchester | Der Morgenstern beziehungsweise Morgonstjärnan für gemischten Chor und Orchester. |
| Gemischter Chor mit Solostimme | Dalvisa, Bearbeitung für Altsolo mit gemischten Stimmen. |
| Gemischter Chor mit Solostimmen und Instrument | Davids 20 Psalm vid Roskildefredens åminnelsgudstjänst i Domkyrkan für Solostimmen, gemischten Chor und Orgel. |
| Gemischter Chor mit Solostimmen und Orchester | Kantat. Sång vid invigningen av Götabergs folkskolehus für gemischten Chor, Kinderchor, Tenorsolo, Klavier, Orgel und Streichorchester; Snöfrid, Ballade für Soli, Chor und Orchester. |
| Frauenchor a cappella | Bröllopshymn für Frauenchor; Dofta, dofta blomma min, Quartett für Frauenstimmen; En ängel genom rummet går; Glömska für Sopran, Alt und Frauenchor; Lika; Majblomma lilla; O skräm ej barnens hjärtan, Quartett mit Sopransolo für Mädchenstimmen; Ur Drömlif af Viktor Rydberg, drei Lieder für Frauenchor; Vaknen. |
| Frauenchor und Instrumente | Dagsländor für Frauenchor und Klavier; Höga tanke für Frauenchor mit Orgel oder Klavier; Kantat vid internationella kvinnliga rösträttskongressen i Stockholm 1911 für Frauenchor, Soli und Klavier beziehungsweise Klavierauszug; Kantat. Davids 56 Ps. für Frauenchor, Soli und Klavier. |
| Frauenchor und Orchester | Fritiofs färd på havet aus der Fritiof Suite für unisonen Frauenchor und Orchester. |
| Frauenchor mit Solostimmen und Orchester | Kantat vid internationella kvinnliga rösträttskongressen i Stockholm 1911 in der Fassung für Frauenchor, Soli und Orchester; Kantat. Davids 56 Ps. in der Fassung für Frauenchor, Soli und Orchester. |
| Männerchor a cappella | Lika; Två andliga sånger; Vaknen für Männerstimmen. |
| Männerchor mit Solostimmen | En ängel genom rummet går; Glömska für Tenorsolo und Männerchor; Ur Drömlif af Viktor Rydberg, drei Lieder für Männerchor und Baritonsolo. |
| Männerchor mit Solostimmen und Instrument | Serenad för Mans-Chor med solo för Tenor och Sopran samt Piano, auch Afton-Sång. |
| Mehrere Chöre mit Solostimmen und Instrument | Kantat vid invigningen av Arbetareföreningens nya hus 1909 für gemischten Chor, Frauenchor, Kinderchor, Soli und Klavier; Svensk mässa nr 1 für gemischten Chor, Kinderchor, Soli, Harfe und Orgel; Svensk mässa nr 2 für gemischten Chor, zwei Kinderchöre, Soli, Orgel und Klavierauszug. |
| Mehrere Chöre mit Solostimmen und Orchester | Kantat vid invigningen av Arbetareföreningens nya hus 1909 für gemischten Chor, Frauenchor, Kinderchor, Soli und Orchester; weitere Fassung für Frauenchor, Kinderchor, Solo und Orchester; Svensk mässa nr 1 für gemischten Chor, Kinderchor, Soli, Orgel, Harfe und Streichorchester; Svensk mässa nr 2 für gemischten Chor, zwei Kinderchöre, Soli, Orgel und Orchester. |
| Lieder für Singstimme und Klavier | Minnen; Du irrande bölja; Du vredgas, Solgud, Bassarie aus Fritiofs saga; Förlåt mig, Sopranarie aus Fritiofs saga; Här hon stod, den englalika, Rezitativ und Arie für Tenor; I templet für Mezzosopran und Orgel oder Klavier; Im dunklen Wald, im Sonnenschein; Lotusblomma och Svan; Mitt fasta hopp; Polska; Till månen beziehungsweise Vid månsken; Till näktergalen; Tre sånger med piano op. 8; Vid Månsken; Vårmorgonen; Öfver hafvet sjunker en stjärna. |
| Singstimme und andere Instrumente | Svanen für Sopran und Violine mit Klavier oder Harfe, auch unter den Titeln Der Schwan und Le cygne. |
| Singstimme und Orchester | En vacker höstdag; Här hon stod, den englalika, Rezitativ und Tenor-Arie; Im dunklen Wald, im Sonnenschein für eine Stimme und Streichorchester; Kom Guds ande och mitt hjerta lär att fatta, Rezitativ und Arie für Sopran; Skogsrået beziehungsweise Die Nixe; Svanen; Till näktergalen; Öfver hafvet sjunker en stjärna für eine Stimme und Streichorchester oder Klavier, auch Übers Meer ein Stern. |
| Mehrere Stimmen und Klavier | Skogsrået; Söstersprogene als Duett für Sopran und Mezzosopran mit Klavier; Söstersprogene als Duett für Tenor und Bariton mit Klavier. |
| Violine und Klavier | Sonat för Piano och Violin Ess-Dur; Sonat för Violin och Piano B-Dur; Tre Romanser; Två Romanser. |
| Violoncello und Klavier | Andante cantabile für Violoncello und Orgel in einer Bearbeitung für Violoncello und Klavier. |
| Violoncello und Orgel | Andante cantabile für Violoncello und Orgel. |
| Klavier | Fem smärre tonbilder op. 7; Fyra pianostycken beziehungsweise Dikter för piano om Vemodet; Julstämning; Méditation; Sonat för piano op. 3; Tandverks-Fugetta beziehungsweise Tandvärks-fugetta; Tonbilder op. 4. |
| Zwei Klaviere | Förspel till Snöfrid in der Bearbeitung für zwei Klaviere. |
| Orgel | Av himlens här den högstes makt, Choralvorspiel; Cantilena; Ditt ord, o Jesu bliva må, Choralvorspiel; Fuga; Fuga con spirito Es-Dur; zwei Stücke mit dem Titel Förspel; Guds rena Lamm, oskyldig, Choralvorspiel; Höga majestät, vi alla, Choralvorspiel; Jag lyfter mina händer, Choralvorspiel; Jesu, du mitt liv, min hälsa, Choralvorspiel; Koral med tre variationer; Koralförspel nr 15; Larghetto; Melody in ciss moll; Nu kommen är vår påskafröjd, Choralvorspiel; När världens hopp förtvinat stod, Choralvorspiel; Organ Symphony h-Moll; Preludium sorgeförspel f-Moll; Salig, salig, Choralvorspiel; Sorgmarsch; Symphonische Dichtung beziehungsweise Varför och därför; Så är fullkomnat, Jesu kär, Choralvorspiel; Trio; Vredens dag beziehungsweise Dies Irae. |
| Streichquartette | Quartett A-Dur; Quartette d-Moll. Das d-Moll-Quartett wurde 1895 im Kontext der Kopenhagener Frauenausstellung durch ein Frauenquartett aufgeführt und gilt als wichtiges kammermusikalisches Werk Andrées. |
| Klaviertrios | Trio g-Moll; Trio Nr. 1 c-Moll für Klavier, Violine und Violoncello. |
| Klavierquartett | Quartett a-Moll. Das Werk gehört zu den frühen großen Kammermusikwerken Andrées und steht deutlich im Umfeld der Leipziger Schule. |
| Klavierquintett | Quintett e-Moll. Das anonym eingereichte und 1865 publizierte Werk war ein früher kompositorischer Durchbruch und gehört zu den zentralen Kammermusikwerken Andrées. |
| Nicht vollständig inventarisierte oder verlorene Werkbereiche | Andrée hinterließ mehr als hundert Werke; der öffentliche Werkbestand ist heute breit inventarisiert, doch einzelne Manuskript-, Fassungs-, Bearbeitungs- und Aufführungsfragen bleiben editorisch zu prüfen. Besonders bei Opernfassungen, Kantaten, Klavierauszügen und kirchenmusikalischen Gebrauchswerken ist zwischen Urschrift, Bearbeitung und späterer Edition zu unterscheiden. |
Rezeption und Bedeutung
Elfrida Andrée wurde zu Lebzeiten einerseits anerkannt, andererseits immer wieder behindert. Sie war Mitglied der Königlich Schwedischen Musikakademie, erhielt Auszeichnungen und leitete bedeutende Konzertreihen. Zugleich wurde ihre Musik von Kritikern häufig durch das Vorurteil bewertet, Frauen könnten keine großen Formen beherrschen. Besonders die Reaktionen auf ihre Symphonik und auf ihr Streichquartett zeigen, dass ästhetische Urteile oft mit geschlechtspolitischen Annahmen verflochten waren.
Nach ihrem Tod wurde ihr Werk lange wenig gespielt. Erst in den letzten Jahrzehnten hat sich die Lage verändert. Die Forschung von Eva Öhrström, Anders Lönn und weiteren Musikwissenschaftlerinnen und Musikwissenschaftlern, die Editionen von Swedish Musical Heritage, neue Aufnahmen und Aufführungen von Orchester-, Orgel- und Kammermusik haben Andrée wieder sichtbar gemacht. Ihre Wiederentdeckung ist Teil einer breiteren Revision der Musikgeschichte, in der Komponistinnen nicht mehr als Randnotiz, sondern als handelnde Akteurinnen erscheinen.
Die späte Wiederaufführung der Oper Fritiofs saga ist dafür besonders symbolisch. Ein Werk, das mit Selma Lagerlöf, Esaias Tegnér, nordischer Sagenromantik und spätromantischer Opernästhetik verbunden ist, blieb lange ungespielt. Erst die Aufführungen des 21. Jahrhunderts zeigten, wie groß der Verlust war, den eine geschlechterselektive Aufführungsgeschichte erzeugte.
Andrées Bedeutung liegt daher in mehreren Schichten. Sie war eine wichtige Komponistin der schwedischen Romantik, eine außergewöhnliche Organistin, eine städtische Musikvermittlerin, eine Förderin weiblicher Berufsausbildung und eine Pionierin des Dirigierens. Ihr Leben beweist, dass Musikgeschichte nicht allein aus Werken, sondern auch aus Institutionen, Gesetzen, Aufführungsbedingungen, Berufszugängen und gesellschaftlichen Kämpfen besteht.
Sekundärliteratur
- Anders Lönn: Elfrida Andrée, presentation av ett nytt källmaterial, biografiska notiser samt verkförteckning, unveröffentlichte Arbeit, 1965.
- Anders Lönn: Artikel Elfrida Andrée, in: Sohlmans Musiklexikon, Bd. 1, Stockholm 1975.
- Anna Lindhjem: Kvinnelige komponister i Skandinavien, Fredriksstad 1931.
- Eva Öhrström: Receptionen av Elfrida Andrées ballad Snöfrid, in: Hemländsk hundraårig sång, hg. von Henrik Karlsson, Stockholm 1994.
- Eva Öhrström: Elfrida Andrée. Ett levnadsöde, Stockholm 1999.
- Eva Öhrström: Elfrida Andrée och det kvinnliga släktets höjande, in: Artes 29, 2003.
- Eva Öhrström: Artikel Elfrida Andrée, in: Grove Music Online.
- E. M. Stuart: Elfrida Andrée, 1925.
- Ingegerd Lingegård: Gotländska föregångskvinnor, 4 Bde., 1985–1993.
- Jan Ling: Musiken som tidsspegel. Tolv essäer om musiken kring sekelskiftet 1900, Möklinta 2013.
- Pehr Henrik Törngren: Artikel in Svenska Män och Kvinnor, Bd. 1, Stockholm 1942.
- Ulrik Volgsten: Geniet Andrée – ett könspolitiskt oxymoron, in: Från snille till geni, Möklinta 2013.
Ausgewählte Onlinequellen
- Boulanger Initiative: Elfrida Andrée – A Pioneering Swedish Composer Aktueller englischsprachiger Beitrag zu Ausbildung, Ludvig Norman, Leipziger Prägung, Frauenrechten und kompositorischem Profil.
- Göteborgs Symfoniker: Elfrida Andrée – The Visionary who set Gothenburg in motion Institutioneller Überblick zu Andrées Rolle in Göteborg, Volkskonzerten, Symphonik, Orgelwerken und Fritiofs saga.
- IMSLP: Elfrida Andrée Noten- und Quellenkategorie mit digital zugänglichen Werken und bibliographischen Verweisen.
- Mynewsdesk / GöteborgsOperan: Fritiofs saga uruppförs efter 125 år Pressemitteilung zur konzertanten Wiederaufführung der Oper Fritiofs saga am 8. März 2019 mit Angaben zu Libretto, Stoff, Sprache und Spieldauer.
- Naxos: Elfrida Andrée Künstlerinnenprofil mit Aufnahmen zu Klaviermusik, Orgelsymphonien und weiteren Werkgruppen.
- Presto Music: Elfrida Andrée Aufnahmen- und Repertoireseite mit Tonträgern zu Orchester-, Orgel-, Kammer- und Klaviermusik.
- Svenskt kvinnobiografiskt lexikon: Elfrida Andrée Biographischer Fachartikel von Eva Öhrström zu Ausbildung, Gesetzesreformen, Domorganistenamt, Kompositionen, Volkskonzerten und Rezeptionsgeschichte.
- Swedish Musical Heritage: Elfrida Andrée Zentrale Werk- und Biographieseite mit ausführlicher Darstellung, Literaturangaben, Quellenverzeichnis und inventarisiertem Werkbestand.
- The Corelia Project: Elfrida Andrée Komponistinnenprofil mit Kurzbiographie, Repertoirehinweisen und Bezug zu aktuellen Editions- und Aufführungsperspektiven.
- Women’s Philharmonic Advocacy: Elfrida Andrée Einführender Artikel mit Schwerpunkt auf Andrées Orchesterwerken, Frauenrechten und Bedeutung für heutige Konzertprogramme.
Weiterführende Einträge
- Fredrika Stenhammar Opernsängerin, Schwester Elfrida Andrées und wichtige Verbindung zur Familie Stenhammar.
- Valborg Aulin Schwedische Komponistin und Kammermusikautorin, die zur jüngeren Generation komponierender Frauen nach Andrée gehört.
- Agathe Backer Grøndahl Norwegische Pianistin und Komponistin, mit der Andrée als skandinavische Komponistin vergleichbar ist.
- Domorganistin Berufsrolle, die Andrée in Schweden erstmals für eine Frau eroberte.
- Frauenemanzipation Gesellschaftlicher Kontext von Andrées Kampf um Organistenämter, Telegraphie, Dirigieren und kompositorische Anerkennung.
- Frauenmusikgeschichte Forschungsfeld, in dem Andrées Wiederentdeckung und Editionen seit den 1980er und 1990er Jahren wichtig sind.
- Fritiofs saga Oper von Elfrida Andrée nach einem Libretto von Selma Lagerlöf und einem Stoff Esaias Tegnérs.
- Niels Wilhelm Gade Nordischer Romantiker und Leipziger Traditionsvermittler, dessen Stilkreis für Andrée wichtig wurde.
- Göteborg Wichtigster Wirkungsort Andrées als Domorganistin, Konzertorganisatorin und Musikvermittlerin.
- Göteborgs Domkirche Kirche, an der Andrée seit 1867 bis zu ihrem Tod als Domorganistin wirkte.
- Kammermusik Gattungsfeld, in dem Andrée mit Klavierquintett, Klavierquartett, Klaviertrios und Streichquartetten hervortrat.
- Königlich Schwedische Musikakademie Institution, an der Andrée ihr Organistenexamen ablegte und deren Mitglied sie 1879 wurde.
- Selma Lagerlöf Schwedische Schriftstellerin und Librettistin von Andrées Oper Fritiofs saga.
- Litteris et Artibus Schwedische königliche Auszeichnung, die Andrée 1895 erhielt.
- Felix Mendelssohn Bartholdy Zentrale romantische Stilreferenz für Andrées frühe Kammer- und Orchesterwerke.
- Helena Munktell Schwedische Komponistin, die mit Andrée, Laura Netzel und Valborg Aulin zur Geschichte komponierender Frauen in Schweden gehört.
- Laura Netzel Schwedische Komponistin und Aktivistin für Frauenmusik, deren Laufbahn im Umfeld Andrées zu sehen ist.
- Nordische Romantik Stil- und Kulturraum, in dem Andrées Symphonik, Kammermusik und Oper zu verorten sind.
- Ludvig Norman Schwedischer Komponist und Lehrer Elfrida Andrées.
- Orgelsymphonie Gattung, in der Andrée mit h-Moll- und Es-Dur-Werken einen bedeutenden Beitrag leistete.
- Schwedische Musik Nationaler Musikraum, in dem Andrée als Pionierin der Symphonik, Oper und Kirchenmusik hervortritt.
- Schwedische Romantik Stilgeschichtlicher Rahmen für Andrées Leipziger Prägung, nordische Themen und bürgerliche Konzertkultur.
- Snöfrid Chorballade Elfrida Andrées nach Viktor Rydberg, die 1879 einen wichtigen Erfolg brachte.
- Elsa Stenhammar Nichte Elfrida Andrées und spätere Fortführerin ihrer Volkskonzertarbeit in Göteborg.
- Wilhelm Stenhammar Schwedischer Komponist und Dirigent, dessen Göteborger Wirken mit Andrées Konzertumfeld verbunden war.
- Symphonie Großform, die Andrée bewusst als Beweis weiblicher kompositorischer Kompetenz beanspruchte.
- Esaias Tegnér Dichter der Frithiofs saga, die zur Stoffgrundlage von Andrées Oper wurde.
- Telegraphie Moderner Berufsbereich, dessen Öffnung für Frauen mit Andrées Emanzipationsarbeit verbunden war.
- Visby Geburtsstadt Elfrida Andrées und Ausgangspunkt ihres liberal geprägten Bildungsumfeldes.
- Volkskonzert Konzertform, die Andrée in Göteborg als Mittel musikalischer Volksbildung über Jahrzehnte prägte.