Cataldo Amodei
Überblick
Cataldo Amodei, auch Cataldo Amodeo, war ein sizilianisch-neapolitanischer Komponist des mittleren Barock. Er wurde am 6. Mai 1649 in Sciacca auf Sizilien getauft und starb am 13. Juli 1693 in Neapel. Sein Werk gehört zu jener Phase der neapolitanischen Musikgeschichte, in der Kirchenmusik, Oratorium, Kantate, Serenata, geistliche Festmusik, Konservatorien und städtische Druckkultur eine neue Dichte gewinnen.
Amodei wirkte als Priester und Maestro di cappella an San Paolo Maggiore, der bedeutenden neapolitanischen Kirche der Theatiner. Daneben war er mit wichtigen neapolitanischen Ausbildungsinstitutionen verbunden, besonders mit dem Conservatorio di Sant’Onofrio a Porta Capuana und dem Conservatorio di Santa Maria di Loreto. Er steht damit an einem Schnittpunkt von Kirche, Schule, öffentlicher Festmusik und professioneller Musikerausbildung.
Sein heute wichtigstes Werkfeld ist die italienische Solokantate. Die Cantate a voce sola Libro Primo Opera Seconda, 1685 in Neapel bei Novello de Bonis gedruckt, gelten als frühe und besonders gewichtige gedruckte Kantatensammlung der neapolitanischen Musikgeschichte. Mit ihnen steht Amodei zwischen dem älteren Francesco Provenzale und dem jüngeren Alessandro Scarlatti. Seine Kantaten zeigen bereits jene Verbindung von affektvoller Rezitation, virtuoser Arienbildung, szenischer Rhetorik und kammermusikalischer Konzentration, die für die spätere neapolitanische Kantate zentral werden sollte.
Neben den Kantaten schrieb Amodei Mottetten, Oratorien, Psalmen, Pastoralen und eine Serenata. Der Primo libro de’ mottetti von 1679, die Oratorien L’innocenza infetta dal pomo, Il flagello dell’empietà, La Susanna, Il Giosuè vittorioso und Il trionfo della purità di Maria sowie die Serenata La sirena consolata von 1692 zeigen einen Komponisten, der sowohl in der liturgischen als auch in der dramatisch-geistlichen Kultur Neapels präsent war.
Kurzdaten
| Name | Cataldo Amodei. |
|---|---|
| Vollständiger Name | Cataldo Vito Amodei. |
| Weitere Namensformen | Cataldo Amodeo, Cataldo Vito Amodeo, Cathaldus Vitus Amodei, Don Cataldo Amodei, D. Cataldo Amodei und in einer zeitgenössischen Nachricht auch Cataldo Omodei. |
| Dateiname | amodei-cataldo.shtml. |
| Geburt | Getauft am 6. Mai 1649 in Sciacca, Provinz Agrigent, Sizilien; das Taufdatum wird in der neueren Forschung zugleich als sicherer Lebensanfang verwendet. |
| Tod | 13. Juli 1693 in Neapel; ältere Nachweise nennen teilweise 1695, doch neuere Quellen korrigieren dies auf 1693. |
| Beruf | Komponist, Priester, Maestro di cappella, Lehrer, Kantatenkomponist, Motettenkomponist, Oratorienkomponist und Kirchenkomponist. |
| Herkunft | Sizilien, besonders Sciacca, eine Stadt mit ausgeprägter lokaler Kirchen- und Musiktradition. |
| Hauptwirkungsort | Neapel. |
| Kirchliches Amt | Maestro di cappella an San Paolo Maggiore, der Theatinerkirche in Neapel. |
| Lehrtätigkeit | Mit Sant’Onofrio a Porta Capuana und Santa Maria di Loreto verbunden; in den 1680er Jahren als Lehrer und Kapellmeister in neapolitanischen Konservatoriumszusammenhängen greifbar. |
| Hauptwerke | Primo libro de’ mottetti, 1679; Cantate a voce sola Libro Primo Opera Seconda, 1685; mehrere Oratorien von 1685 bis 1688; La sirena consolata, 1692. |
| Zentrale Gattungen | Mottette, Solokantate, Oratorium, Componimento per musica, Serenata, Pastorale, Psalmvertonung und liturgische Musik. |
| Besetzungsschwerpunkt | Solostimme mit Basso continuo beziehungsweise Instrumentalbegleitung; geistliche Mehrstimmigkeit; Oratorienbesetzungen mit Stimmen und Continuo; liturgische Werke mit Streichern und Orgelbasso continuo. |
| Textdichter | Andrea Perrucci ist für La Susanna und La sirena consolata besonders wichtig; weitere Texte sind teils anonym oder nur durch Libretto- beziehungsweise Archivüberlieferung fassbar. |
| Drucker | Novello de Bonis, Stampator Arcivescovale, Neapel; für Amodeis Drucküberlieferung besonders wichtig. |
| Besondere Bedeutung | Amodei gehört zu den wichtigsten frühen neapolitanischen Kantatenkomponisten und prägte die Verbindung von sizilianischer Herkunft, neapolitanischer Kirchenmusik, Kantatendruck, Theatiner-Oratorium und vokaler Virtuosität im späten 17. Jahrhundert. |
Namensformen und Quellenlage
Die Hauptform dieser Seite lautet Cataldo Amodei. Die Form Cataldo Amodeo ist als Nebenform aufzunehmen, da sie in älterer und regionaler Überlieferung begegnet. Die vollständige Taufform wird in der neueren Forschung als Cataldo Vito Amodei beziehungsweise lateinisch Cathaldus Vitus angesetzt. Im neapolitanischen geistlichen Kontext erscheint häufig die respektvolle Form Don Cataldo Amodei.
Die Lebensdaten bedürfen einer quellenkritischen Korrektur. Der Nutzerhinweis „† 1695 in Neapel“ entspricht älteren lexikalischen Traditionen, die auch in älteren Musiklexika und einzelnen Katalogen weiterwirken. Die neuere Forschung setzt Amodeis Tod jedoch auf den 13. Juli 1693. Diese Korrektur stützt sich auf neapolitanische Zeitungsüberlieferung, insbesondere auf eine Nachricht der Gazzetta di Napoli vom 14. Juli 1693, die den Tod des berühmten Maestro di cappella von San Paolo am Vortag meldet. Für die Kulturlexikon-Seite wird daher im sichtbaren Text die korrigierte Form verwendet, während die ältere Angabe als Überlieferungsvariante ausdrücklich genannt wird.
Auch die Werküberlieferung ist nicht völlig geschlossen. Einige Drucke sind gut nachweisbar, etwa das Primo libro de’ mottetti von 1679 und die Cantate a voce sola von 1685. Andere Werke sind nur durch Libretti, Archivzahlungen, moderne Forschungsberichte oder Handschriften greifbar. Die Serenata La sirena consolata von 1692 ist als Libretto und Titelzusammenhang bekannt, die Musik gilt dagegen als verloren. Das Werkverzeichnis muss daher zwischen erhaltenen Drucken, erhaltenen Handschriften, Librettodrucken, verlorener Musik und modernen Editionen unterscheiden.
Leben und Laufbahn
Cataldo Amodei wurde am 6. Mai 1649 in Sciacca auf Sizilien getauft. Die Stadt liegt an der südwestlichen Küste Siziliens und gehörte im 17. Jahrhundert zu einem kulturellen Raum, in dem lokale Kirchenmusik, städtische Repräsentation, geistliche Bruderschaften, familiäre Patronage und die Anziehungskraft Neapels eng miteinander verbunden waren. Nach der Identifikation der Taufüberlieferung durch Domenico Antonio D’Alessandro hieß er vollständig Cataldo Vito Amodei.
Über seine frühe Ausbildung sind nur indirekte Nachrichten erhalten. Ältere lokale Überlieferungen nennen einen Unterricht bei einem Maestro di cappella in Sciacca und bei dem Violinisten Don Accursio Giuffrida. Auch wenn solche Nachrichten quellenkritisch zu behandeln sind, passen sie gut zum späteren Profil: Amodei war kein bloßer Schreibtischkomponist, sondern ein Musiker, der vokale Praxis, Continuo, Instrumentalidiom und kirchliche Aufführungssituation miteinander verband.
Der Weg nach Neapel war für einen talentierten sizilianischen Musiker des 17. Jahrhunderts naheliegend. Neapel war politisches, kirchliches, aristokratisches, theatralisches und musikalisches Zentrum. Es war ein Ort der Konservatorien, der Orden, der aristokratischen Paläste, der Oratorien, der Oper, der Bruderschaften und der professionellen Sänger. Amodei ist in Neapel spätestens 1679 sicher greifbar, als sein Primo libro de’ mottetti erschien. Zuvor kann er bereits einige Jahre dort gelebt und seine Ausbildung vervollständigt haben.
In Neapel wurde Amodei Priester und wirkte als Maestro di cappella an San Paolo Maggiore, der bedeutenden Kirche der Theatiner. 1680 trat er dort in eine zentrale Funktion ein, die er bis zu seinem Tod behielt. San Paolo Maggiore war nicht nur ein liturgischer Ort, sondern ein Zentrum theatinischer Fest-, Oratorien- und Andachtskultur. Amodei schrieb dort Musik für Feste, Oratorien und liturgische Anlässe.
In den 1680er Jahren war er außerdem mit neapolitanischen Konservatorien verbunden. Er wirkte am Conservatorio di Sant’Onofrio a Porta Capuana und erhielt 1687 eine Stellung als zweiter Maestro am Conservatorio di Santa Maria di Loreto. Diese Stationen zeigen seinen Rang in der Stadt. Die neapolitanischen Konservatorien waren keine modernen Musikhochschulen im heutigen Sinn, sondern Waisen-, Ausbildungs- und Musikstätten, in denen Sänger, Instrumentalisten und Komponisten für das städtische und kirchliche Musikleben herangebildet wurden.
Amodeis letzte Jahre sind nur punktuell fassbar. 1690 erhielt er Zahlungen im Zusammenhang der Arciconfraternita dei Sette Dolori, und 1692 entstand die Serenata La sirena consolata auf einen Text von Andrea Perrucci. Am 13. Juli 1693 starb er in Neapel. Die zeitgenössische Nachricht hebt den allgemeinen Eindruck hervor, den sein Tod in der Stadt hinterließ, und nennt ihn als berühmten Maestro di cappella von San Paolo.
Ausführlicher Kulturüberblick
Cataldo Amodei gehört in die Blütephase der neapolitanischen Musik des späten 17. Jahrhunderts. Diese Epoche ist durch die enge Verzahnung von Kirche, Theater, Hof, Adel, Konservatorien, Bruderschaften und Druckkultur gekennzeichnet. Neapel war damals nicht nur eine große Stadt, sondern eines der wichtigsten Musikzentren Europas. In dieser Stadt wurden Oratorien für geistliche Kongregationen, Kantaten für aristokratische und private Milieus, Serenaten für festliche Anlässe, Mottetten für kirchliche Räume und dramatische Werke für halböffentliche Aufführungen geschaffen.
Amodei steht zwischen mehreren Generationen. Der ältere Francesco Provenzale verkörpert die neapolitanische Komponistenkultur vor der internationalen Dominanz Alessandro Scarlattis. Scarlatti wiederum wird später als eine zentrale Figur der neapolitanischen Oper, Kantate und Kirchenmusik gelten. Amodei bildet eine Brücke: Er gehört nicht mehr zur älteren lokalen Tradition allein, aber auch noch nicht vollständig zur klassischen Scarlatti-Zeit. Gerade deshalb ist sein Werk für die Frühgeschichte der neapolitanischen Kantate besonders wichtig.
Die Cantate a voce sola von 1685 sind dabei kulturgeschichtlich herausragend. Die Kantate war im 17. Jahrhundert eine flexible Gattung: Sie konnte höfisch, privat, moralisch, pastoral, mythologisch, geistlich oder allegorisch sein. Sie erlaubte eine konzentrierte dramatische Situation ohne Bühne. Rezitativ, Arioso und Arie konnten seelische Bewegung, moralische Reflexion, Liebesklage, Affektwechsel oder allegorische Zuspitzung darstellen. Amodeis Druck zeigt, dass Neapel bereits vor der großen Scarlatti-Welle ein Ort anspruchsvoller Kantatenproduktion war.
Seine Oratorien zeigen eine andere Seite derselben Kultur. San Paolo Maggiore und die neapolitanischen Kongregationen verlangten geistliche Werke, die dramatisch genug waren, um zu bewegen, aber zugleich dem Andachts- und Festkontext verpflichtet blieben. Themen wie Adam, Isebel, Susanna, Josua und die Reinheit Mariens verbinden biblische Erzählung, moralische Exempel, dramatische Affektführung und konfessionelle Frömmigkeit. Amodei bewegt sich hier an der Grenze von Predigt, Drama, Musik und geistlicher Rhetorik.
Die Tatsache, dass fast alle wichtigen Werke in Neapel entstanden oder dort gedruckt wurden, verweist auf die Leistungsfähigkeit des neapolitanischen Musikdrucks. Novello de Bonis, der als Stampator Arcivescovale greifbar ist, war für Amodeis Drucküberlieferung zentral. Musikdrucke waren teuer und keineswegs selbstverständlich. Dass Amodeis Mottetten und Kantaten gedruckt wurden, spricht für seinen Rang, aber auch für ein städtisches Milieu, in dem Musik als repräsentierbares, verbreitbares und sammelbares Kulturgut verstanden wurde.
Neapel, Theatiner und Konservatorien
San Paolo Maggiore war die Hauptkirche der Theatiner in Neapel und ein Ort intensiver liturgischer und musikalischer Aktivität. Die Theatiner pflegten eine anspruchsvolle Andachts- und Festkultur, in der Musik nicht bloße Verzierung war, sondern ein wesentliches Mittel geistlicher Wirkung. Als Maestro di cappella war Amodei für die musikalische Ausgestaltung wichtiger Feste, Dienste und geistlicher Aufführungen verantwortlich.
Der Zusammenhang mit den Konservatorien ist ebenso wichtig. Sant’Onofrio a Porta Capuana und Santa Maria di Loreto gehörten zu jenen Institutionen, aus denen später der Ruhm der neapolitanischen Schule hervorging. Dort wurden Sänger und Instrumentalisten in einer praktischen, täglichen, institutionell geregelten Musikpraxis ausgebildet. Amodei konnte dort seine Erfahrung als Kirchenmusiker, Vokalkomponist und Continuo-denkender Praktiker weitergeben.
Die doppelte Belastung durch kirchliche, konservatorische und private Aufgaben scheint beträchtlich gewesen zu sein. Die Quellen berichten von Amodeis Rückzug aus einzelnen Lehrfunktionen wegen zahlreicher Verpflichtungen. Gerade diese Bemerkung ist aufschlussreich: Sie zeigt, dass erfolgreiche Musiker in Neapel zugleich Komponisten, Lehrer, Kapellmeister, Organisatoren, Geistliche und Auftragnehmer sein konnten. Amodei verkörpert dieses vielschichtige Berufsbild.
Kantate, Virtuosität und Druckkultur
Die Cantate a voce sola Libro Primo Opera Seconda von 1685 bilden das Zentrum von Amodeis heutiger Bedeutung. Der Druck enthält dreizehn Kantaten für Solostimme und Continuo beziehungsweise für Solostimme mit instrumentalem Basso. Das Archivio della Cantata Italiana führt den Druck als italienische Quelle von 1685, erschienen in Neapel bei Novello de Bonis, und weist die einzelnen Kantaten mit Incipits und Seitenangaben nach.
Amodeis Kantaten sind nicht bloße Miniaturen. Sie zeigen eine feine Dramaturgie des Affekts. Rezitative tragen die erzählende, reflektierende oder konflikthafte Bewegung, Ariosi verdichten emotionale Übergänge, Arien setzen markante musikalische Zustände. Die Singstimme ist häufig virtuos geführt, ohne die rhetorische Verständlichkeit völlig zu verlieren. Diese Mischung von Expressivität und Kunstanspruch erklärt, weshalb Amodeis Kantaten als Vorläufer der großen neapolitanischen Kantatenproduktion des 18. Jahrhunderts gelten können.
Die Themen der Kantaten bewegen sich zwischen Liebe, Moral, Naturbild, mythologischer Anspielung und geistlicher Reflexion. Titel wie L’Interesse, La Parca oder Per la Beatissima Vergine zeigen, dass der Druck nicht nur weltliche Liebesaffekte, sondern auch moralische und religiöse Sphären berührt. Gerade diese Mischung ist für die italienische Kantate des 17. Jahrhunderts typisch.
Der Druck von 1685 ist auch mediengeschichtlich wichtig. Die Kantate war vielfach handschriftlich überliefert und für konkrete Aufführungen bestimmt. Ein gedruckter Kantatenband macht die Gattung verfügbarer, sammelbarer und repräsentativer. Amodei erscheint dadurch nicht nur als Komponist einzelner Aufführungsstücke, sondern als Autor eines publizierten Kantatenkorpus.
Oratorium, geistliches Drama und neapolitanische Andacht
Amodeis Oratorien entstanden im Umfeld von San Paolo Maggiore und der neapolitanischen geistlichen Aufführungskultur. Das Oratorium war im 17. Jahrhundert eine Gattung, die ohne szenische Opernbühne auskam, aber dennoch dramatische Figuren, Handlung, Affektwechsel und moralische Zuspitzung entfalten konnte. Für kirchliche Orden und Bruderschaften war dies besonders attraktiv, weil Musik, Exempel, Andacht und theologische Erzählung miteinander verbunden werden konnten.
L’innocenza infetta dal pomo overo L’Adamo prevaricato und Il flagello dell’empietà overo La Iezabella punita gehören in das Jahr 1685. Beide Titel zeigen bereits die moralische Logik: Schuld, Verführung, Sünde, Strafe und geistliche Warnung werden musikalisch-dramatisch bearbeitet. La Susanna von 1686 greift den Susanna-Stoff auf, der für Unschuld, Bedrängnis, falsche Anklage und göttliche Gerechtigkeit steht. Il Giosuè vittorioso von 1687 und Il trionfo della purità di Maria von 1687/1688 erweitern den Kreis um biblisch-heroische und marianische Themen.
Die Zusammenarbeit mit Andrea Perrucci ist besonders bemerkenswert. Perrucci, selbst Sizilianer und in Neapel tätig, war ein wichtiger Autor dramatischer und geistlicher Texte. Dass Amodei mindestens La Susanna und später La sirena consolata auf Texte Perruccis setzte, zeigt die Verbindung sizilianischer Herkunft, neapolitanischer Theater- und Andachtskultur und geistlicher Musikproduktion.
Werk- und Druckverzeichnis
Das folgende Werkverzeichnis unterscheidet zwischen erhaltenen Drucken, erhaltenen oder nachweisbaren Handschriften, Librettoüberlieferung, verlorener Musik und modernen Editionen. Bei Cataldo Amodei ist diese Trennung notwendig, weil ein Teil seines Werks nur durch Drucktitel oder Textbücher greifbar ist, während andere Stücke in Handschriften oder modernen Editionen erhalten sind.
Gedruckte Werke und Sammlungen
- Primo libro de’ mottetti a due, tre, quattro e cinque voci, op. 1, Neapel 1679. Der Druck ist Amodeis erster sicher nachweisbarer größerer Werkkomplex und wurde Kaiser Leopold I. gewidmet. Die Sammlung zeigt Amodei als Kirchenkomponisten und Meister geistlicher Mehrstimmigkeit im neapolitanischen Druckmilieu.
- Cantate a voce sola Libro Primo Opera Seconda di Cataldo Amodei maestro di cappella di San Paolo Maggiore de’ MM. RR. PP. Teatini, op. 2, Neapel: Novello de Bonis, Stampator Arcivescovale, 1685. Der Druck enthält dreizehn Solokantaten und ist für die Frühgeschichte der neapolitanischen Kantate von besonderem Rang.
Einzelkantaten aus den Cantate a voce sola von 1685
- Su l’hore che l’aurora, Kantate für Solostimme und Continuo; erste Einzelkantate der Sammlung.
- Non è ver ch’Amor bambino, Kantate für Sopran und Continuo; in der Quelle mit Arioso- und Aria-Hinweisen innerhalb der Druckstruktur.
- Colà, dove il Sebeto, Kantate mit deutlichem neapolitanischem Orts- und Flussbezug, da der Sebeto in der neapolitanischen Topik eine wichtige Rolle spielt.
- Tra l’herbette il pie sciogliea, Kantate mit pastoraler Naturbildlichkeit und affektvoller Stimmführung.
- Và che l’hai fatto a me barbaro Arciero, Kantate mit Amor- und Pfeilrhetorik im Umfeld barocker Liebesallegorie.
- Già col manto dell’ombre, Serenata- beziehungsweise Kantatenstück für Sopran und Continuo, in moderner Aufführungspraxis besonders greifbar.
- In solitarie Arene, Kantate mit Einsamkeits- und Klagerhetorik.
- Io credea che senza Core, Kantate aus dem liebesaffektiven Bereich.
- Tirannide vezzosa, Kantate mit paradoxaler Liebes- und Herrschaftsmetaphorik.
- All’hor che il cor d’Alcide, Kantate mit mythologischer beziehungsweise heroischer Anspielung auf Alcide/Herkules.
- L’Interesse, cantata morale; moralische Kantate, die den Begriff des Interesses beziehungsweise des Nutzens affektiv und allegorisch verarbeitet.
- La Parca, cantata morale; moralische Kantate über die Parze beziehungsweise Schicksalsmacht.
- Per la Beatissima Vergine, geistlich-marianische Kantate innerhalb der Sammlung.
Oratorien und geistliche dramatische Werke
- L’innocenza infetta dal pomo overo L’Adamo prevaricato, Neapel 1685. Oratorium über Sündenfall, Adam, Schuld und Verderbnis; für den Kontext von San Paolo Maggiore besonders wichtig.
- Il flagello dell’empietà overo La Iezabella punita, Neapel 1685. Oratorium über Isebel beziehungsweise über Strafe gottloser Macht; Teil der frühen Oratorienproduktion Amodeis.
- Per il terzo dolore della Vergine, 1682. Geistliches Werk auf einen Text von Andrea Perrucci, in der Forschung als autographer beziehungsweise handschriftlich greifbarer Zusammenhang genannt; Figurenkreis Christus, Maria und Joseph.
- La Susanna, Neapel 1686. Oratorium auf einen Text von Andrea Perrucci und Fardella; behandelt den Susanna-Stoff als Exempel bedrängter Unschuld und göttlicher Gerechtigkeit.
- Il Giosuè vittorioso, Neapel 1687. Oratorium beziehungsweise geistliches dramatisches Werk; die Musik gilt als verloren, das Libretto beziehungsweise die Drucküberlieferung ist jedoch nachweisbar.
- Il trionfo della purità di Maria, Neapel 1687/1688. Componimento per musica zu vier Stimmen; ein marianisches Werk, dessen Handschrift in der Biblioteca Nazionale Vittorio Emanuele III in Neapel genannt wird.
Serenaten, Pastoralen und liturgische Werke
- La sirena consolata, Neapel 1692. Serenata auf einen Text von Andrea Perrucci; die Musik gilt als verloren, der Libretto- beziehungsweise Aufführungskontext ist aber nachweisbar.
- Pastorale, 1688. Weihnachts- beziehungsweise Festwerk, im Zusammenhang von San Paolo Maggiore und den Jahren 1686 bis 1690 genannt.
- Pastorale per la novena del Signore, undatiert. Pastorale zu vier Stimmen auf den Text Rorate caeli, mit zwei Violinen und Orgelbasso continuo.
- Confitebor tibi Domine, undatiert. Psalmvertonung mit zwei Violinen und Orgelbasso continuo.
- Laetatus sum, undatiert. Psalmvertonung mit zwei Violinen und Orgelbasso continuo.
Duette, moderne Editionen und erschlossene Werkgruppen
- Cinque duetti concertati per soprano e basso, moderne Ausgabe, herausgegeben von Giuseppe Collisani, Palermo: Mnemes, 2008. Die Ausgabe erschließt einen weiteren vokalen Werkbereich Amodeis für zwei Stimmen.
- Composizioni liturgiche: Cataldo Amodei, moderne Ausgabe, herausgegeben von Flavio Colusso und Domenico Antonio D’Alessandro, Lucca: LIM, 2003. Die Ausgabe ist für die heutige Erschließung von Amodeis liturgischer Musik grundlegend.
- Cantate a voce sola 1685, moderne anastatische beziehungsweise editorische Ausgabe, herausgegeben von Giuseppe Collisani, mit Transkriptionen von Daniela Geria, Florenz: Olschki, 1992. Diese Ausgabe machte Amodeis Kantatendruck für Forschung und Aufführungspraxis erneut zugänglich.
Chronologische Übersicht
| 1649 | Cataldo Vito Amodei wird am 6. Mai in Sciacca getauft. |
|---|---|
| 1660er Jahre | Frühe musikalische Ausbildung in Sciacca; ältere Überlieferungen nennen lokale Lehrer und den Violinisten Don Accursio Giuffrida. |
| zwischen 1670 und 1679 | Wahrscheinliche Übersiedlung nach Neapel; ein sicherer Neapel-Nachweis liegt spätestens 1679 mit dem Mottettendruck vor. |
| 1679 | Primo libro de’ mottetti, op. 1, erscheint in Neapel. |
| 1680 | Amodei wird Maestro di cappella an San Paolo Maggiore in Neapel. |
| 1680/1681 | Tätigkeit am Conservatorio di Sant’Onofrio a Porta Capuana. |
| 1682 | Per il terzo dolore della Vergine im Zusammenhang von Andrea Perrucci und neapolitanischer Passionsandacht. |
| 1685 | Druck der Cantate a voce sola Libro Primo Opera Seconda; außerdem Oratorien L’innocenza infetta dal pomo und Il flagello dell’empietà. |
| 1686 | La Susanna, Oratorium auf einen Text von Andrea Perrucci und Fardella. |
| 1687 | Il Giosuè vittorioso; zusätzlich Berufung als zweiter Maestro di cappella an Santa Maria di Loreto. |
| 1687/1688 | Il trionfo della purità di Maria, marianisches Componimento per musica. |
| 1688 | Rückzug aus Sant’Onofrio; Pastorale im Weihnachts- und San-Paolo-Kontext. |
| 1689 | Rückzug von Santa Maria di Loreto; die Nachfolge wird im neapolitanischen Musikbetrieb mit Alessandro Scarlatti verbunden. |
| 1690 | Zahlung an Amodei für Musik in einer neapolitanischen Kongregation; Beleg für späte geistliche Aufführungspraxis. |
| 1692 | La sirena consolata, Serenata auf einen Text von Andrea Perrucci. |
| 1693 | Amodei stirbt am 13. Juli in Neapel; die Gazzetta di Napoli meldet seinen Tod am Folgetag. |
| 1992 | Olschki veröffentlicht die moderne Ausgabe beziehungsweise anastatische Erschließung der Cantate a voce sola von 1685. |
| 2003 | LIM veröffentlicht Composizioni liturgiche: Cataldo Amodei mit Studien von Flavio Colusso und Domenico Antonio D’Alessandro. |
| 2004 | Die BIS-Aufnahme mit Emma Kirkby, Jakob Lindberg und Lars Ulrik Mortensen macht mehrere Kantaten international hörbar. |
| 2008 | Mnemes veröffentlicht Cinque duetti concertati per soprano e basso in einer modernen Ausgabe Giuseppe Collisanis. |
Rezeption und Nachwirkung
Amodeis Name blieb lange stärker in Speziallexika und lokalen Forschungszusammenhängen präsent als im allgemeinen Konzertrepertoire. Das liegt an mehreren Faktoren: Die Gattungen Kantate, Oratorium und liturgische Festmusik des späten 17. Jahrhunderts sind quellenabhängig, oft nur handschriftlich oder in alten Drucken überliefert, und sie verlangen spezialisierte Sänger, Continuo-Spieler und historisch informierte Aufführungspraxis. Zudem wurde die Geschichte der neapolitanischen Musik lange stark von Alessandro Scarlatti und der Operngeschichte her erzählt.
Die neuere Forschung hat Amodeis Rang jedoch deutlich hervorgehoben. Besonders die Kantaten von 1685 zeigen, dass die neapolitanische Solokantate schon vor Scarlattis dominanter Wirkung eine hohe kompositorische Qualität und mediale Präsenz besaß. Amodei erscheint dadurch nicht als Randfigur, sondern als wichtiger Vorläufer und Mitgestalter einer Gattung, die im 18. Jahrhundert eine der zentralen Formen aristokratischer und kammermusikalischer Vokalkultur werden sollte.
Moderne Editionen und Aufnahmen haben wesentlich zur Wiederentdeckung beigetragen. Die Olschki-Ausgabe der Kantaten von 1992, die LIM-Ausgabe liturgischer Werke von 2003, die Mnemes-Ausgabe der Duette und die BIS-Aufnahme mit Emma Kirkby machten Amodeis Musik wieder zugänglich. Besonders die Verbindung einer hochbeweglichen Sopranstimme mit Lauten-, Cembalo- und Continuo-Klang zeigt, wie reizvoll Amodeis Musik für heutige Alte-Musik-Ensembles ist.
Seine Nachwirkung liegt daher weniger in einer ununterbrochenen Aufführungstradition als in der heutigen Rekonstruktion einer neapolitanischen Klangwelt. Amodei hilft, die Entstehung der neapolitanischen Kantate, die Rolle des Theatinerordens, die Bedeutung der Konservatorien, die Funktion des Musikdrucks und den Austausch zwischen Sizilien und Neapel genauer zu verstehen.
Forschung, Quellen und editorische Hinweise
Für die Forschung zu Cataldo Amodei sind die Arbeiten von Domenico Antonio D’Alessandro, Giuseppe Collisani, Flavio Colusso, Rosa Cafiero, Marina Marino, Dinko Fabris und Giulia Giovani besonders wichtig. Sie erschließen Amodei nicht isoliert, sondern im Zusammenhang der neapolitanischen Kirchenmusik, der Kantatendrucke, der Oratorienpraxis, der Konservatorien und der Musik an San Paolo Maggiore.
Editorisch ist die Datierungsfrage zentral. Die alte Todesangabe 1695 sollte auf modernen Kulturlexikon-Seiten nicht mehr unkommentiert stehen. Die Form † 13. Juli 1693 in Neapel ist vorzuziehen; die ältere Angabe kann im Quellenabschnitt als historiographische Variante genannt werden. Ebenso sollte die Taufform getauft am 6. Mai 1649 nicht ungenau als sicheres Geburtsdatum behandelt werden, auch wenn viele moderne Kurzbiographien aus pragmatischen Gründen den 6. Mai als Lebensdatum verwenden.
Beim Werkverzeichnis ist zwischen Druck und Werk zu unterscheiden. Cantate a voce sola Libro Primo Opera Seconda ist ein Druck mit mehreren Einzelkantaten. La sirena consolata ist als Serenata und Librettoüberlieferung wichtig, aber die Musik ist verloren. Il Giosuè vittorioso ist ebenfalls nicht gleich sicher musikalisch erhalten wie andere Werke. Die Rubriken dieser Seite markieren daher bewusst, ob es sich um Druck, Libretto, Handschrift, moderne Edition oder erschlossene Werkgruppe handelt.
Für interne Verlinkungen sind besonders Neapel, Sciacca, Kantate, Oratorium, Serenata, Maestro di cappella, Theatiner, San Paolo Maggiore, neapolitanische Schule, Francesco Provenzale und Alessandro Scarlatti einschlägig.
Sekundärliteratur
- Bossa, Renato: Amodei, Cataldo. In: Grove Music Online. Fachlexikalische Grundlage zu Leben, Ämtern, Werken und Gattungseinordnung Amodeis.
- Cafiero, Rosa; Marino, Marina: Studien zur Musik in Neapel während des 17. Jahrhunderts, besonders zu Oratorium und geistlicher Aufführungspraxis. Wichtig für Amodeis Oratorien und den San-Paolo-Kontext.
- Collisani, Giuseppe, Hrsg.: Cataldo Amodei. Cantate a voce sola 1685. Florenz: Olschki, 1992. Moderne editorische Erschließung des Kantatendrucks.
- Colusso, Flavio; D’Alessandro, Domenico Antonio, Hrsg.: Composizioni liturgiche: Cataldo Amodei. Lucca: Libreria Musicale Italiana, 2003. Zentrale moderne Ausgabe und Studie zu Amodeis liturgischer Musik.
- D’Alessandro, Domenico Antonio: Don Cataldo Amodei “nostro Maestro di Cappella”: la musica nella chiesa napoletana di San Paolo Maggiore dal 1685 al 1693. In: Cataldo Amodei – Composizioni liturgiche. Lucca: LIM, 2003. Grundlegend für Biographie, San-Paolo-Musik und Todesdatierung.
- Fabris, Dinko: Music in Seventeenth-Century Naples: Francesco Provenzale (1624–1704). Aldershot: Ashgate/Routledge. Wichtig für das neapolitanische Umfeld, Provenzale, San Paolo und die Musikstruktur der Stadt.
- Giovani, Giulia: Le cantate da camera edite a Napoli tra Sei e Settecento: il caso di Cataldo Amodei e Giovan Battista Pergolesi. Studie zur gedruckten Kantate in Neapel und zur Stellung Amodeis als früher Druckautor der Gattung.
- Magaudda, Ausilia; Costantini, Danilo: L’arciconfraternita napoletana dei Sette Dolori (1602–1778). Notizie musicali inedite da un archivio inesplorato. Wichtig für Amodeis späte neapolitanische Aufführungspraxis und die Korrektur des Todesdatums auf 13. Juli 1693.
- Talbot, Michael, Hrsg.: Studien zur italienischen Kantate des Barock. Nützlich für die Einordnung Amodeis in die Geschichte von Solokantate, Druckkultur und vokaler Virtuosität.
- Timms, Colin; Fortune, Nigel; Boyd, Malcolm; Krummacher, Friedhelm; Tunley, David: Artikel Cantata. In: Grove Music Online. Wichtig für die gattungsgeschichtliche Einordnung der italienischen Kantate bis 1800.
Ausgewählte Onlinequellen
- Academia.edu: L’arciconfraternita napoletana dei Sette Dolori (1602–1778) Aufsatz mit Archivnachrichten zu neapolitanischen Musikzahlungen, Amodeis Tätigkeit 1690, La sirena consolata und der Korrektur des Todesdatums auf 13. Juli 1693.
- Archivio della Cantata Italiana: Collisani 1992 Bibliographischer Nachweis der Olschki-Ausgabe Cataldo Amodei. Cantate a voce sola 1685 mit den erfassten Einzelquellen und Kantaten.
- Archivio della Cantata Italiana: Cantate a voce sola Libro Primo Opera Seconda Quellendatensatz zum Neapler Druck von 1685 mit Titel, Besetzung, Sprache, Druckort, Drucker und physischer Beschreibung.
- Archivio della Cantata Italiana: Non è ver ch’Amor bambino Einzelblatt zur Kantate mit Besetzung Sopran und Continuo, Seitenangaben und analytischer Gliederung in Aria-, Recitativo- und Arioso-Abschnitte.
- Classics Today: Cataldo Amodei – Cantatas Rezension zur BIS-Aufnahme mit Emma Kirkby, Jakob Lindberg und Lars Ulrik Mortensen, nützlich für moderne Aufführungspraxis und Rezeption.
- Digital Mnemes: Cataldo Amodei – Cinque duetti concertati Verlagsseite zur modernen Ausgabe der fünf Duette für Sopran und Bass, herausgegeben von Giuseppe Collisani.
- HathiTrust: Cinque duetti concertati per soprano e basso Katalogdatensatz zur Ausgabe Cinque duetti concertati per soprano e basso, Palermo: Mnemes, 2008.
- IMSLP: Category Amodei, Cataldo Komponistenseite mit Lebensdaten 6. Mai 1649 bis 13. Juli 1693, Namensform Cataldo Vito Amodei und frei zugänglichen Werkhinweisen.
- IMSLP: Già col manto dell’ombre Werkseite zu einer Serenata beziehungsweise Kantate für Sopran und Continuo mit bibliographischen und aufführungspraktischen Angaben.
- ItalianOpera: Cataldo Amodei Archivseite mit Hinweis auf La sirena consolata, Neapel 1692, als Libretto beziehungsweise Bühnen- und Serenata-Zusammenhang.
- ItalianOpera: Cataldo Amodei, fiche française Archivseite mit französischem Hinweis auf die Aufführung beziehungsweise Überlieferung von La sirena consolata in Neapel 1692.
- Naxos: AMODEI / ZAMBONI / STORACE – Vocal and Instrumental Works Katalogseite zur BIS-Aufnahme mit Amodei-Kantaten, darunter Su l’ore che l’aurora und weitere vokale Werke.
- Olschki: Cataldo Amodei Verlagsseite zur modernen Ausgabe Cantate a voce sola (1685), wichtig für die editorische Wiedererschließung des Kantatendrucks.
- Presto Music: Cataldo Amodei Komponistenseite mit Kurzbiographie, Lebensdaten, Diskographie und Hinweis auf Amodeis Rolle in der neapolitanischen Kantatengeschichte.
- RAI: FD5 Cataldo Amodei Radiobezogene Seite mit Hinweis auf Amodei als 1649 in Sciacca geborenen Komponisten und auf die moderne BIS-Aufnahme.
- Turchini / Cantata italiana: La cantata nel Seicento a Napoli PDF-Kontext zur neapolitanischen Kantate des 17. Jahrhunderts mit Hinweis auf Amodeis gedruckte Kantatensammlung.
Weiterführende Einträge
- Andrea Perrucci Neapolitanischer Dichter und Theaterautor, dessen Texte für Amodeis La Susanna und La sirena consolata wichtig sind.
- Barock Epoche, in der Amodeis Kantaten, Oratorien, Mottetten und Serenaten zwischen Affektdramaturgie, Virtuosität und Kirchenpraxis stehen.
- Cantata a voce sola Italienische Solokantate, deren neapolitanische Frühgeschichte Amodeis Druck von 1685 wesentlich prägt.
- Conservatorio di Sant’Onofrio a Porta Capuana Neapolitanische Ausbildungsinstitution, an der Amodei als Maestro und Lehrer wirkte.
- Conservatorio di Santa Maria di Loreto Neapolitanisches Konservatorium, an dem Amodei 1687 als zweiter Maestro di cappella tätig war.
- Basso continuo Begleit- und Fundamentpraxis, die Amodeis Kantaten, Mottetten, Pastoralen und liturgische Werke klanglich trägt.
- Accursio Giuffrida Sizilianischer Violinist und in der lokalen Überlieferung genannter Lehrer Amodeis.
- Kantate Vokale Kammergattung, in der Amodei als früher neapolitanischer Druckkomponist besondere Bedeutung besitzt.
- Kirchenmusik Übergreifender Bereich, in dem Amodeis Mottetten, Psalmen, Pastoralen und Oratorien stehen.
- Maestro di cappella Kapellmeisteramt, das Amodei an San Paolo Maggiore und in Konservatoriumszusammenhängen ausübte.
- Mottette Geistliche Mehrstimmigkeitsgattung, die Amodei im Primo libro de’ mottetti von 1679 vertritt.
- Neapel Hauptwirkungs- und Sterbeort Amodeis sowie eines der wichtigsten Musikzentren Europas im späten 17. Jahrhundert.
- Neapolitanische Kantate Gattungskontext, für dessen Frühgeschichte Amodeis Cantate a voce sola von 1685 zentral sind.
- Neapolitanische Schule Musikgeschichtlicher Zusammenhang von Konservatorien, Kirchenmusik, Oper, Kantate und Oratorium, in dem Amodei zwischen Provenzale und Scarlatti steht.
- Novello de Bonis Neapolitanischer Drucker, der für Amodeis Mottetten- und Kantatendrucke besonders wichtig ist.
- Oratorium Geistlich-dramatische Gattung, in der Amodei mit Werken wie La Susanna und Il Giosuè vittorioso vertreten ist.
- Andrea Perrucci Autor und Dramaturg, dessen Texte Amodeis Verbindung zur neapolitanischen Theater- und Oratorienkultur zeigen.
- Francesco Provenzale Älterer neapolitanischer Komponist und Vergleichsfigur für Amodeis Stellung vor Alessandro Scarlatti.
- San Paolo Maggiore Neapel Theatinerkirche, an der Amodei als Maestro di cappella wirkte und für deren Feste und Oratorien er komponierte.
- Alessandro Scarlatti Jüngerer neapolitanischer Komponist, der auf die Generation Amodeis folgt und die Kantate sowie Oper des 18. Jahrhunderts entscheidend prägt.
- Sciacca Sizilianische Geburts- und Taufstadt Cataldo Vito Amodeis.
- Serenata Festliche dramatisch-vokale Gattung, in der Amodei mit La sirena consolata vertreten ist.
- Sizilianische Musikgeschichte Regionaler Herkunftskontext, aus dem Amodei nach Neapel gelangte.
- Theatiner Orden, dessen Kirche San Paolo Maggiore Amodeis wichtigster kirchenmusikalischer Wirkungsort war.
- Vokalmusik Übergreifendes Feld von Kantate, Mottette, Oratorium, Serenata und liturgischer Musik in Amodeis Werk.