Daniele Amfitheatrof

Auch Amphitheatrof; russisch Daniil Alexandrowitsch Amfiteatrow; * 29. Oktober 1901 in St. Petersburg; † 7. Juni 1983 in Rom. Russisch geborener, italienisch ausgebildeter und amerikanisch eingebürgerter Dirigent, Komponist, Orchesterkomponist und Filmkomponist.

Überblick

Daniele Amfitheatrof gehört zu jenen Komponisten des 20. Jahrhunderts, deren Biographie mehrere Musikwelten verbindet. Er wurde in St. Petersburg geboren, wuchs nach der Emigration der Familie in Italien auf, studierte in Rom bei Ottorino Respighi, wirkte als Dirigent in Italien und den Vereinigten Staaten und wurde ab 1939 einer der produktiven Filmkomponisten des klassischen Hollywood. In seiner Person kreuzen sich russische Herkunft, italienische Orchestertradition, amerikanische Studioindustrie und die spätromantisch-sinfonische Sprache des Golden Age.

Seine Konzertwerke, darunter Poema del mare, Il miracolo della rosa, Panorama americano, das Preludio ad una messa da requiem, ein Klavierkonzert und Kammermusik, zeigen einen Komponisten, der aus der farbigen, bildhaften, großorchestralen Welt der europäischen Spätromantik kommt. Seine Filmmusik dagegen entstand unter den Bedingungen der Studios, der Produktionsfristen, der musikalischen Abteilungen, der Dramaturgie des Schnitts und der meist unsichtbaren Arbeit zahlreicher Arrangeure, Orchestratoren und Dirigenten.

Amfitheatrof schrieb oder verantwortete Musik zu über fünfzig, in Tonträger- und Filmdatenbanken sogar deutlich mehr nachgewiesenen Filmen. Besonders bekannt sind Lassie Come Home, Guest Wife, Song of the South, Letter from an Unknown Woman, The Desert Fox, The Naked Jungle, The Last Hunt, The Mountain und Major Dundee. Zwei Oscar-Nominierungen, für Guest Wife und gemeinsam mit Paul J. Smith und Charles Wolcott für Song of the South, markieren seine öffentliche Anerkennung im amerikanischen Filmsystem. Gleichwohl blieb sein Rang als Konzertkomponist lange hinter dem Bild des Hollywood-Handwerkers zurück.

Kurzdaten

Name Daniele Amfitheatrof.
Weitere Namensformen Daniele Amphitheatrof, Daniele Alexandrovich Amfitheatrof, Daniil Alexandrowitsch Amfiteatrow, Даниил Александрович Амфитеатров und Daniel Amfitheatrof.
Dateiname amfitheatrof-daniele.shtml.
Geburt 29. Oktober 1901 in St. Petersburg, Russisches Kaiserreich.
Tod 7. Juni 1983 in Rom.
Beruf Dirigent, Komponist, Filmkomponist, Orchesterkomponist, Arrangeur, Musikdirektor, Organistenausgebildeter und musikalischer Leiter.
Herkunft Russisch; später in Italien ausgebildet und kulturell stark italienisch geprägt; seit 1944 amerikanischer Staatsbürger.
Familie Sohn des russischen Schriftstellers, Journalisten und Historikers Alexander Amfiteatrow; die Mutter stammte aus einem musikalischen Umfeld und wird in biographischen Darstellungen als Sängerin und Pianistin beschrieben.
Ausbildung Studien am Konservatorium in St. Petersburg, in Prag und vor allem in Rom; Komposition bei Ottorino Respighi am Conservatorio di Santa Cecilia, Diplom 1924; zusätzlich Orgelstudium am Pontificio Istituto di Musica Sacra.
Dirigentenlaufbahn Répétiteur und Assistent am Teatro Augusteo in Rom; Tätigkeit bei italienischen Rundfunk- und Theaterinstitutionen; 1937/1938 Associate Conductor des Minneapolis Symphony Orchestra.
Hollywood Ab 1939 in Hollywood; Vertrag mit MGM, später Arbeit für mehrere große Studios; Komposition, musikalische Leitung und teilweise ungenannte Mitarbeit an zahlreichen Filmen bis 1965.
Oscar-Nominierungen Guest Wife und Song of the South, letztere gemeinsam mit Paul J. Smith und Charles Wolcott.
Wichtige Konzertwerke Poema del mare, Il miracolo della rosa, Panorama americano, Preludio ad una messa da requiem, Klavierkonzert, Kammermusik und Requiem.
Wichtige Filmmusiken Lassie Come Home, Guest Wife, Song of the South, Letter from an Unknown Woman, The Desert Fox, The Naked Jungle, The Last Hunt, The Mountain und Major Dundee.
Besondere Bedeutung Amfitheatrof vermittelt zwischen europäischer spätromantischer Orchesterkultur und amerikanischer Studiofilmmusik; seine Laufbahn zeigt exemplarisch, wie klassisch ausgebildete Dirigenten und Komponisten im Hollywood der 1940er- und 1950er-Jahre arbeiteten.

Namensformen und Quellenlage

Die Hauptform für diese Seite lautet Daniele Amfitheatrof. Die Variante Amphitheatrof begegnet in älteren oder anglisierten Nachweisen, ist aber nicht die heute überwiegende Form. Der russische Geburtsname wird gewöhnlich als Daniil Alexandrowitsch Amfiteatrow beziehungsweise in englischer Umschrift als Daniele Alexandrovich Amfitheatrof wiedergegeben. Diese Vielfalt erklärt sich aus russischer Ausgangsform, italienischer Lebensform, amerikanischer Berufslaufbahn und internationaler Film- und Tonträgerkatalogisierung.

Die Quellenlage ist breit, aber heterogen. Musiklexika wie MGG und Baker’s/Encyclopedia.com behandeln Amfitheatrof als Komponisten und Dirigenten; Filmdatenbanken wie IMDb und SoundtrackCollector erschließen seine Filmografie; Tonträgerseiten wie Naxos, Discogs, MusicBrainz, Apple Music und Film Score Monthly dokumentieren Aufnahmen, Wiederveröffentlichungen und Soundtrack-Editionen. Diese Quellengruppen setzen unterschiedliche Akzente. Die Musiklexika konzentrieren sich stärker auf Ausbildung, Konzertwerke und Dirigentenlaufbahn; die Filmdatenbanken auf Hollywood; die Tonträgerseiten auf verfügbare oder historische Aufnahmen.

Ein weiteres Problem betrifft die Werkzählung. Je nachdem, ob nur eindeutig komponierte Scores, ungenannte Studioarbeit, musikalische Leitung, zusätzliche Musik, Archivverwendung oder spätere Tonträgerausgaben gezählt werden, schwankt die Zahl der Filme. Manche Quellen sprechen von über fünfzig Filmmusiken, andere Datenbanken verzeichnen rund fünfundsiebzig Titel. Für diese Seite wird deshalb zwischen Konzertwerken, eindeutig bekannten Filmmusiken, umfangreicher Filmografie und Tonträger-/Archivnachweisen unterschieden.

Leben und Laufbahn

Daniele Amfitheatrof wurde am 29. Oktober 1901 in St. Petersburg geboren. Sein Vater Alexander Amfiteatrow war ein bekannter russischer Schriftsteller, Journalist und Kulturkritiker. Die Familie verließ Russland unter politischen und biographischen Belastungen und gelangte schließlich nach Italien. Diese frühe Erfahrung von Exil, Mehrsprachigkeit und kulturellem Ortswechsel prägte Amfitheatrofs weitere Laufbahn: Er blieb russischer Herkunft, wurde aber musikalisch vor allem durch Italien und beruflich später durch Amerika geformt.

Seine musikalische Ausbildung begann in Russland und setzte sich in Prag sowie Rom fort. In St. Petersburg werden Lehrer wie Jāzeps Vītols und Wladimir Schtscherbatschow genannt, in Prag Jaroslav Křička. Entscheidend wurde jedoch das Studium in Rom am Conservatorio di Santa Cecilia bei Ottorino Respighi. Das Diplom von 1924 und das zusätzliche Orgelstudium am Pontificio Istituto di Musica Sacra zeigen eine gründliche europäische Ausbildung in Komposition, Orchesterklang, Kirchenmusik und Instrumentalpraxis.

Amfitheatrofs frühe Berufslaufbahn war zunächst dirigentisch geprägt. Am Teatro Augusteo in Rom arbeitete er als Répétiteur und wurde Assistent von Bernardino Molinari. Später leitete oder organisierte er Musik bei italienischen Rundfunkinstitutionen und wirkte im Umfeld von Genua, Triest, Turin und Rom. Diese Jahre sind für sein späteres Filmschaffen wichtig, weil sie ihm eine außerordentliche Sicherheit im Umgang mit Orchester, Probenapparat, Klangbalance, dramatischem Timing und praktischer Musikorganisation gaben.

1937 ging Amfitheatrof in die Vereinigten Staaten und wurde Associate Conductor des Minneapolis Symphony Orchestra unter Dimitri Mitropoulos. Damit trat er in die amerikanische Orchesterwelt ein, blieb aber noch kein ausschließlich amerikanischer Musiker. Der entscheidende Bruch erfolgte 1939, als er nach Hollywood ging und bei MGM unter Vertrag kam. In den Studios fand er ein Umfeld, das seine europäischen Fähigkeiten zugleich nutzte und disziplinierte: Große Orchester, enge Produktionspläne, ausgearbeitete Cue Sheets, musikalische Abteilungen und das Erwartungssystem des klassischen Erzählkinos bestimmten fortan einen großen Teil seines Schaffens.

1944 wurde Amfitheatrof amerikanischer Staatsbürger. In den 1940er- und 1950er-Jahren arbeitete er für MGM, RKO, Paramount, Warner Bros., Twentieth Century-Fox, Columbia und andere Produktionszusammenhänge. Manche Arbeiten wurden namentlich genannt, andere blieben ungenannt oder erschienen nur in späteren Archiv- und Tonträgerrekonstruktionen. Nach Major Dundee von 1965 endete seine aktive Hollywoodlaufbahn weitgehend. Später lebte er wieder stärker in Italien. Daniele Amfitheatrof starb am 7. Juni 1983 in Rom.

Ausführlicher Kulturüberblick

Daniele Amfitheatrofs Leben macht eine zentrale Bewegung der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts sichtbar: die Wanderung europäisch ausgebildeter Komponisten und Dirigenten in die amerikanische Filmindustrie. Wie Erich Wolfgang Korngold, Miklós Rózsa, Dimitri Tiomkin, Max Steiner und andere brachte Amfitheatrof eine europäische Klangsprache in ein neues Medium ein. Anders als manche dieser Kollegen kam er jedoch nicht direkt aus Wien oder Berlin, sondern aus der Verbindung von russischem Herkunftsmilieu und italienischer Respighi-Schule.

Seine Konzertmusik wurzelt in einem orchestralen Denken, das Farbe, Naturbild, dramatischen Impuls und große Geste bevorzugt. Respighi ist dafür der wichtigste Bezugspunkt. Amfitheatrofs Poema del mare und Panorama americano zeigen eine Vorliebe für bildhafte Titel, atmosphärische Entfaltung und sinfonische Programmatik. Diese Anlagen ließen sich im Film besonders gut nutzen, weil das klassische Hollywoodkino genau solche Fähigkeiten benötigte: Steigerung, lyrische Erinnerung, dramatische Verdichtung, Ortskolorit und emotionale Führung.

Das Hollywood der 1940er- und 1950er-Jahre war allerdings nicht der Ort freier Konzertkomposition. Es war eine hochindustrielle Produktionsform. Komponisten arbeiteten mit Regisseuren, Produzenten, Musikdirektoren, Orchestratoren, Kopisten, Tonmeistern und Editoren zusammen. Musik musste Szenen dienen, Übergänge glätten, psychologische Subtexte verdeutlichen, geografische Räume markieren und manchmal Handlungslücken schließen. Amfitheatrof war für diese Welt gut vorbereitet, weil er nicht nur komponieren, sondern auch dirigieren, organisieren und schnell reagieren konnte.

Kulturgeschichtlich ist besonders die Spannung zwischen Werkanspruch und Studioarbeit wichtig. Amfitheatrof blieb ein Komponist europäischer Konzerttradition, doch sein öffentlicher Ruhm beruhte zunehmend auf Filmmusik. In späteren Darstellungen wird er deshalb oft als Hollywood-Komponist wahrgenommen, während seine Konzertwerke nur randständig präsent bleiben. Gerade diese Verschiebung ist typisch für viele Komponisten seiner Generation: Der Film bot Arbeit, Orchester, Wirkung und Öffentlichkeit, konnte aber zugleich die Anerkennung als autonomer Konzertkomponist überdecken.

Seine Musik steht außerdem für eine Phase des Films, in der der sinfonische Score noch stark an spätromantischen und impressionistisch gefärbten Orchestertechniken orientiert war. Die Filmkomponisten des Golden Age schrieben nicht nur kurze Signale, sondern groß angelegte, leitmotivisch arbeitende und oft reich instrumentierte Partituren. Amfitheatrof gehört in dieses System: Seine besten Filmmusiken verbinden melodische Klarheit, orchestrale Farbigkeit, dramatische Funktion und gelegentlich eine dunklere, psychologisch dichtere Klanglichkeit.

Russland, Italien und europäische Dirigentenkultur

Amfitheatrofs europäische Prägung ist dreifach. Aus Russland stammt die familiäre, sprachliche und kulturelle Herkunft. Aus Prag und St. Petersburg kamen frühe Studienimpulse. Aus Rom aber kam die entscheidende professionelle Formung. Die italienische Ausbildung bei Respighi verband alte Kirchenmusik, Orgeltradition, orchestrale Farbkunst und moderne Programmmusik. Daraus entwickelte Amfitheatrof ein musikalisches Handwerk, das sowohl auf Konzertsaal als auch auf Filmstudio übertragbar war.

Die Tätigkeit am Teatro Augusteo und bei italienischen Rundfunkinstitutionen machte ihn mit großen Apparaten vertraut. Rundfunk und Film standen in dieser Zeit in enger Beziehung: Beide verlangten schnelle Produktion, klare Klangbilder und die Fähigkeit, Musik medial zu organisieren. Wer im Rundfunk gelernt hatte, Orchesterklang unter technischen Bedingungen zu kontrollieren, konnte später im Studio besonders effektiv arbeiten.

Sein amerikanischer Einstieg als Associate Conductor in Minneapolis zeigt, dass Amfitheatrof zunächst als ernstzunehmender Dirigent in die USA kam. Hollywood war nicht die erste Berufswahl eines bloßen Unterhaltungsmusikers, sondern eine spätere Wendung eines klassisch geschulten Dirigenten und Komponisten. Das erklärt den dichten, orchestralen Charakter vieler seiner Filmpartituren.

Hollywood, MGM und klassischer Filmscore

Amfitheatrofs Hollywoodlaufbahn begann im Umfeld von MGM, einem Studio mit einer der professionellsten Musikabteilungen der Zeit. MGM setzte auf hohe orchestrale Qualität, ausgeprägte musikalische Dramaturgie und einen dichten Produktionsapparat. Komponisten wie Amfitheatrof mussten hier nicht nur inspirierte Themen schreiben, sondern ständig auf Produktionsbedürfnisse reagieren: Szenenlänge, Dialog, Schnitt, Synchronisation, Orchestrationsfristen und die Erwartungen von Produzenten bestimmten den Arbeitsprozess.

Lassie Come Home zeigt Amfitheatrofs Fähigkeit zur lyrischen, emotional direkten Filmmusik. Die Partitur verbindet kindliche Empfindung, Naturbild, Heimkehrmotiv und dramatische Reise. Letter from an Unknown Woman gehört dagegen in eine feinere, elegisch-romantische Sphäre und steht in Beziehung zu Max Ophüls’ hochstilisierter Erzählweise. The Naked Jungle verlangt Spannung, Exotik, Bedrohung und orchestrale Massierung. Major Dundee schließlich markiert den späten Western-Kontext und die schwierige Stellung eines klassischen Scores in einer sich verändernden Filmlandschaft der 1960er-Jahre.

Die Oscar-Nominierungen für Guest Wife und Song of the South zeigen, dass Amfitheatrof im Studiosystem anerkannt war. Zugleich ist besonders Song of the South heute ein kulturhistorisch belasteter Film, dessen rassistische und romantisierende Darstellung des Plantagenmilieus kritisch zu berücksichtigen ist. Eine Kulturlexikon-Seite sollte die musikalische Auszeichnung nennen, den problematischen Filmkontext aber nicht ausblenden.

Stil, Tonsprache und kompositorisches Profil

Amfitheatrofs Tonsprache ist im Kern spätromantisch, farbig, dramatisch und orchestrationsbewusst. Seine Ausbildung bei Respighi erklärt die Nähe zu breiten Klangflächen, leuchtenden Instrumentalfarben, bildhaften Titeln und programmatischer Entwicklung. In den Konzertwerken tritt dieses Profil unmittelbar hervor; in den Filmwerken wird es funktional an Szene, Bild und Montage gebunden.

Seine Musik meidet meist radikale Avantgarde. Sie arbeitet mit erweiterten tonalen Mitteln, chromatischer Verdichtung, lyrischer Melodik, dramatischen Ostinati, farbigen Bläsersätzen, vollem Streicherklang und einer sicheren Kontrolle des Orchesterapparats. Damit passt sie in den Hauptstrom des klassischen Hollywood, dessen Musik nicht modernistisch autonom sein sollte, sondern emotional lesbar und dramaturgisch präzise.

Gleichwohl besitzt Amfitheatrof eine eigene Farbe. Seine Partituren wirken oft etwas schwerer, dunkler und europäischer als manche stärker melodisch-populären Hollywood-Scores. Besonders in dramatischen, exotischen oder psychologisch angespannten Filmen kommt sein Sinn für Klangschichtung und atmosphärische Verdichtung zur Geltung. Dadurch steht er zwischen den eleganten melodischen Filmkomponisten Hollywoods und den stärker symphonisch denkenden Emigrantenkomponisten.

Werkverzeichnis

Das Werkverzeichnis unterscheidet zwischen Konzertwerken, Bühnen- und Rundfunkzusammenhängen, Kammermusik, geistlicher Musik, Filmmusik und Tonträgerüberlieferung. Die Konzertwerke sind in vielen Fällen weniger gut öffentlich zugänglich als die Filmmusiken. Bei der Filmmusik ist zu beachten, dass Studioarbeit häufig gemeinsame, ungenannte oder nachträglich rekonstruierte Anteile enthält.

Orchesterwerke und Konzertmusik

  • Poema del mare, auch Poem of the Sea, sinfonische Dichtung, 1925 beziehungsweise 1927 publiziert; Sätze beziehungsweise Abschnitte wie Il richiamo dei tritoni, Giuoco di delfini, Notturno und Alba sul mare werden in Werklisten genannt. Das Werk zeigt Amfitheatrofs Nähe zu Respighis bildhafter Orchesterpoesie.
  • Il miracolo della rosa, auch The Miracle of the Roses, Orchesterwerk beziehungsweise sinfonische Dichtung, 1927; in lexikalischen Werklisten als frühes Konzertwerk aufgeführt.
  • Panorama americano, auch American Panorama, 1933; Orchesterwerk, das Amfitheatrofs Auseinandersetzung mit amerikanischem Klang- und Landschaftsimaginarium bereits vor der endgültigen Hollywoodprägung markiert.
  • Preludio ad una messa da requiem, auch Prelude to a Requiem Mass, 1933/1934, Orchesterwerk; in italienischen Werklisten und biographischen Darstellungen als ernstes Konzertwerk aufgeführt.
  • Concerto per pianoforte e orchestra, Klavierkonzert, 1937–1946 beziehungsweise in längerer Entstehungs- und Überarbeitungsphase; wichtiges Werk zwischen europäischem Konzertstil und amerikanischer Lebensphase.
  • Cinderella’s Ice Carnival, Orchestermusik beziehungsweise Suite, 1939; mit Sätzen wie Marsch, Nocturne und Scherzo in Bearbeitungs- und Publikationszusammenhängen genannt.
  • Requiem, 1960; geistlich beziehungsweise konzertant angelegtes Spätwerk, das Amfitheatrofs Bindung an sakrale und europäische Traditionen nach der Hollywoodphase erkennen lässt.

Kammermusik, Instrumentalmusik und kleinere Werke

  • Andante für Violoncello oder Violine und Klavier, publiziert 1929 bei Ricordi; frühes instrumentales Werk mit kammermusikalischer Besetzung.
  • Sonata-Fantasia: Ritorno alla natura für Violine und Klavier, publiziert 1930 bei Ricordi; ein Werk, das programmatischen Titel und klassisch-kammermusikalische Besetzung verbindet.
  • Trio beziehungsweise Klaviertrio, 1934, publiziert bei Suvini Zerboni; wichtiges Kammermusikwerk aus der italienischen Phase.
  • Weitere Kammermusik, in lexikalischen Nachweisen summarisch genannt; eine vollständige kritische Werkaufnahme müsste Drucke, Verlagsarchive, Autographe und Nachlässe systematisch prüfen.

Dirigate, Rundfunk und musikalische Leitungsfunktionen

  • Tätigkeit am Teatro Augusteo in Rom, zunächst als Répétiteur, dann im Umfeld Bernardino Molinaris als Assistent und praktischer Theater- beziehungsweise Konzertmusiker.
  • Leitung beziehungsweise musikalische Organisation bei italienischen Rundfunkinstitutionen in Genua, Triest, Turin und Rom; die Einzelangaben schwanken je nach Quelle und müssen aus Rundfunkarchiven genauer rekonstruiert werden.
  • Associate Conductor des Minneapolis Symphony Orchestra 1937/1938 unter Dimitri Mitropoulos; wichtiger Übergang von der europäischen zur amerikanischen Orchesterwelt.
  • Gastdirigate und musikalische Aktivitäten in amerikanischen Orchestern und Opernzusammenhängen vor dem dauerhaften Eintritt in die Hollywoodarbeit.

Auszeichnungen, Nominierungen und öffentliche Anerkennung

  • Oscar-Nominierung für Guest Wife, 1945 beziehungsweise im Preisjahr 1946, Kategorie Musikscore eines dramatischen oder komischen Films.
  • Oscar-Nominierung für Song of the South, gemeinsam mit Paul J. Smith und Charles Wolcott, Kategorie Scoring of a Musical Picture.
  • Anerkennung als produktiver Hollywood-Komponist des Golden Age mit Arbeiten für MGM, RKO, Paramount, Columbia, Warner Bros., Twentieth Century-Fox und weitere Produktionszusammenhänge.
  • Tonträger- und Archivwiederveröffentlichungen durch Film Score Monthly, Varèse Sarabande, La-La Land, Kritzerland, Discogs-verzeichnete Labels und weitere Spezialverlage für Filmmusik.

Chronologische Übersicht wichtiger Konzert- und Lebensstationen

1901 Geburt am 29. Oktober in St. Petersburg.
1910er Jahre Emigration beziehungsweise Übersiedlung der Familie nach Europa außerhalb Russlands; musikalische Studien in Russland, Prag und Italien.
1924 Diplom in Komposition am Conservatorio di Santa Cecilia in Rom bei Ottorino Respighi.
1925/1927 Poema del mare, sinfonische Dichtung und frühes Hauptwerk.
1927 Il miracolo della rosa, Orchesterwerk.
1929 Andante für Violoncello oder Violine und Klavier.
1930 Sonata-Fantasia: Ritorno alla natura für Violine und Klavier.
1933 Panorama americano.
1933/1934 Preludio ad una messa da requiem und frühe Filmberührung durch Max Ophüls’ La signora di tutti.
1934 Klaviertrio; weitere Festigung als europäischer Konzertkomponist.
1937 Übersiedlung in die Vereinigten Staaten; Associate Conductor des Minneapolis Symphony Orchestra.
1939 Beginn der Hollywoodphase und Vertrag mit MGM.
1944 Einbürgerung in den Vereinigten Staaten.
1945/1946 Oscar-Nominierung für Guest Wife.
1947/1948 Oscar-Nominierung für Song of the South gemeinsam mit Paul J. Smith und Charles Wolcott.
1960 Requiem beziehungsweise geistliches Spätwerk.
1965 Major Dundee als letzte große Hollywood-Filmmusik.
1983 Tod am 7. Juni in Rom.

Filmografie und Filmmusikverzeichnis

Die folgende Filmografie ist als umfangreiches Arbeitsverzeichnis angelegt. Sie umfasst wichtige eigenständige Filmmusiken, Studioarbeiten, Tonträgernachweise und in Filmdatenbanken verzeichnete Titel. Bei Hollywood-Produktionen der 1940er-Jahre ist zu beachten, dass musikalische Arbeit im Studio oft kollektiv organisiert war; Komponisten konnten ungenannt bleiben, zusätzliche Musik liefern, fremdes Material bearbeiten oder als musikalische Leiter auftreten.

Frühe europäische und MGM-nahe Arbeiten

  • La signora di tutti, 1934, Regie Max Ophüls; frühe Filmarbeit in Italien und wichtiger Vorläufer der späteren Hollywoodlaufbahn.
  • Fast and Furious, 1939; in Filmo-/Discographie-Nachweisen Amfitheatrof zugeordnet.
  • And One Was Beautiful, 1940.
  • Keeping Company, 1940.
  • The Man from Dakota, 1940.
  • The Get-Away, 1941.
  • Andy Hardy’s Double Life, 1942.
  • Calling Dr. Gillespie, 1942.
  • Dr. Gillespie’s New Assistant, 1942.
  • Joe Smith, American, 1942.

Filme der Jahre 1943 bis 1945

  • Aerial Gunner, 1943.
  • Cry Havoc, 1943.
  • Dr. Gillespie’s Criminal Case, 1943.
  • Du Barry Was a Lady, 1943; in Tonträger- und Datenbankzusammenhängen mit Amfitheatrof-Nachweisen.
  • Harrigan’s Kid, 1943.
  • High Explosives, 1943.
  • Lassie Come Home, 1943; eine der bekanntesten frühen Hollywoodpartituren Amfitheatrofs, später durch Film Score Monthly in einer umfangreichen Lassie-Soundtrack-Sammlung erschlossen.
  • Lost Angel, 1943.
  • Northwest Rangers, 1943.
  • A Stranger in Town, 1943.
  • Days of Glory, 1944.
  • I’ll Be Seeing You, 1944.
  • Lost in a Harem, 1944.
  • Guest Wife, 1945; Oscar-nominierte Filmmusik.
  • Son of Lassie, 1945; im Lassie-Zyklus und in späterer Tonträgerüberlieferung mit Amfitheatrofs musikalischem Umfeld verbunden.
  • The Captain from Köpenick, abgeschlossen 1941, veröffentlicht 1945; in Filmografien mit Amfitheatrof genannt.

Filme der Jahre 1946 bis 1949

  • Miss Susie Slagle’s, 1946.
  • O.S.S., 1946.
  • Song of the South, 1946; gemeinsame Oscar-Nominierung der Musik mit Paul J. Smith und Charles Wolcott, zugleich heute aufgrund der rassistischen Filmkontexte kritisch einzuordnen.
  • Suspense, 1946.
  • Temptation, 1946.
  • The Virginian, 1946.
  • Another Part of the Forest, 1947.
  • The Beginning or the End, 1947; in Filmo-/Discographie-Nachweisen geführt.
  • Ivy, 1947.
  • The Lost Moment, 1947.
  • The Senator Was Indiscreet, 1947.
  • Singapore, 1947.
  • Smash-Up: The Story of a Woman, 1947.
  • An Act of Murder, 1948.
  • Letter from an Unknown Woman, 1948; eine besonders wichtige romantisch-psychologische Filmmusik zu Max Ophüls’ Film.
  • Rogues’ Regiment, 1948.
  • You Gotta Stay Happy, 1948.
  • The Fan, 1949; in mehreren Filmografien als Amfitheatrof-Film genannt.
  • House of Strangers, 1949.
  • Sand, 1949.

Filme der Jahre 1950 bis 1954

  • Backfire, 1950.
  • The Capture, 1950.
  • Copper Canyon, 1950.
  • The Damned Don’t Cry!, 1950.
  • Devil’s Doorway, 1950; Westernscore, in späteren Film-Score-Monthly-Zusammenhängen besonders beachtet.
  • I Killed Geronimo, 1950.
  • Storm Warning, 1950.
  • Under My Skin, 1950.
  • Bird of Paradise, 1951.
  • The Desert Fox: The Story of Rommel, 1951.
  • The Painted Hills, 1951.
  • A Place in the Sun, 1951; in Tonträgerdatenbanken im Zusammenhang mit Filmmusiküberlieferung geführt, wobei die Hauptmusikgeschichte des Films gesondert zu prüfen ist.
  • Devil’s Canyon, 1953.
  • Salome, 1953; besonders die Dance of the Seven Veils-Musik ist in Tonträger- und Konzertzusammenhängen nachweisbar.
  • The Naked Jungle, 1954; dramatisch-exotischer Score und eines der wichtigen Beispiele für Amfitheatrofs orchestrale Spannungsdramaturgie.
  • Human Desire, 1954; Film noir-Kontext mit psychologisch gespannter Musikfunktion.
  • Day of Triumph, 1954.

Filme der Jahre 1955 bis 1965

  • The Last Hunt, 1956; Westernscore, in Film-Score-Monthly-Ausgaben und Spezialdiskographie besonders beachtet.
  • The Mountain, 1956; groß angelegte Abenteuer- und Landschaftsmusik, auch auf historischen Tonträgern mit Amfitheatrof-Bezug verbreitet.
  • Omar Khayyam, 1957; in Tonträgerzusammenhängen teilweise gemeinsam mit The Mountain geführt, wobei die genaue Rollenverteilung der Musik zu unterscheiden ist.
  • From Hell to Texas, 1958.
  • Spanish Affair, 1958 beziehungsweise 1959; als Soundtrack auf Tonträgern nachweisbar.
  • Edge of Eternity, 1959.
  • Heller in Pink Tights, 1960.
  • Major Dundee, 1965; letzte große Filmmusik Amfitheatrofs, später durch Sam-Peckinpah-Rekonstruktionen und neue Scores kulturgeschichtlich erneut diskutiert.

Archiv-, Tonträger- und Wiederveröffentlichungskontexte

  • Lassie Come Home: The Canine Cinema Collection, Film Score Monthly, mit umfangreicher Rekonstruktion der Lassie-Musiken und Hinweisen auf verlorene beziehungsweise aus Music-and-Effects-Tracks wiedergewonnene Materialien.
  • The Naked Spur: Classic Western Scores from M-G-M, Film Score Monthly, enthält Amfitheatrof-relevante Western- und MGM-Kontexte, darunter Devil’s Doorway und The Last Hunt.
  • Major Dundee, Soundtrack-Veröffentlichungen auf LP und CD, unter anderem mit historischem Originalsoundtrack und späteren Spezialausgaben.
  • Spanish Affair, Soundtrack-LP und spätere Sammlernachweise.
  • The Mountain, Tonträgerzusammenhang mit Victor Young / Daniele Amfitheatrof-Ausgaben.
  • Archivaufnahmen von American Panorama, Song of the South, Salome, The Last Hunt und weiteren Scores in Sammler- und Filmmusikpublikationen.

Rezeption und Nachwirkung

Amfitheatrofs Rezeption ist geteilt. In der klassischen Musikgeschichte erscheint er als Schüler Respighis, Dirigent, Konzertkomponist und Vertreter einer spätromantischen, farbigen Orchestertradition. In der Filmgeschichte erscheint er vor allem als Hollywood-Komponist des Golden Age. Diese Doppelwahrnehmung ist nicht nur äußerlich, sondern betrifft den Kern seines Nachruhms. Die Konzertwerke blieben vergleichsweise selten auf den Programmen, während seine Filmmusiken durch Kino, Fernsehen, Tonträger und Sammleröffentlichkeit weiterlebten.

Besonders in der Filmmusikforschung wurde Amfitheatrof lange weniger prominent behandelt als Korngold, Steiner, Newman, Rózsa oder Tiomkin. Das liegt nicht notwendig an geringerer Qualität, sondern auch an der komplizierten Quellenlage der Studios, an ungenannter Mitarbeit, an schwer zugänglichen Musikmaterialien und an der Tatsache, dass viele seiner Scores in Genre- und Studiofilmen gebunden blieben. Neuere Tonträgereditionen haben sein Profil jedoch geschärft, vor allem im Bereich der MGM- und Westernmusik.

Seine Bedeutung liegt heute vor allem in der Vermittlung zweier musikalischer Systeme. Einerseits steht er für die europäische Ausbildung eines Komponisten, der in Partitur, Orchester und Konzertform denkt. Andererseits steht er für die amerikanische Studiopraxis, in der Musik funktional, schnell, kollektiv und bildbezogen entstehen musste. Amfitheatrof ist daher ein exemplarischer Name für die Transformation spätromantischer Orchesterkultur in den klassischen Filmscore.

Forschung, Quellen und editorische Hinweise

Die Forschung zu Amfitheatrof muss Musiklexika, Studioarchive, Filmdatenbanken, Tonträgerkataloge, Orchesterprogramme, Verlagsnachweise und private beziehungsweise journalistische Quellen zusammenführen. Für die Konzertwerke sind Verlagsangaben von Ricordi und Suvini Zerboni, Konzertprogramme, Manuskripte und ältere Aufführungsnachweise wichtig. Für die Filmwerke sind Studio-Cue-Sheets, Produktionsakten, Tonspuren, Music-and-Effects-Tracks, Filmmusikarchive und Tonträgereditionen unverzichtbar.

Ein editorisches Problem besteht in der Unterscheidung zwischen Komposition, musikalischer Leitung, zusätzlicher Musik, ungenannter Mitarbeit und späterer Archivverwendung. Gerade im Hollywood der 1940er-Jahre waren diese Rollen oft durchlässig. Ein Filmtitel in einer Datenbank bedeutet nicht immer, dass Amfitheatrof alleiniger Komponist der vollständigen Partitur war. Eine kritische Filmografie muss deshalb Credits, Studioakten und Musikmaterialien vergleichen.

Ein zweites Problem betrifft die europäische Werkgeschichte. Viele Konzertwerke werden in Kurzlexika genannt, sind aber im heutigen Konzertleben und in digitalen Katalogen nicht leicht greifbar. Für eine vollständige wissenschaftliche Werkaufnahme wären Autographe, Drucke, Nachlassmaterialien, italienische Rundfunkarchive und amerikanische Orchesterarchive systematisch zu prüfen. Die vorliegende Kulturlexikon-Seite bietet deshalb eine umfangreiche, aber quellenkritisch vorsichtige Werkübersicht.

Sekundärliteratur

  • Burlingame, Jon: Sound and Vision. 60 Years of Motion Picture Soundtracks. Billboard Books, New York 2000; wichtig für Tonträger- und Filmmusikrezeption.
  • Cooke, Mervyn: A History of Film Music. Cambridge University Press, Cambridge 2008; einschlägig für das klassische Hollywood und den sinfonischen Filmscore.
  • Hickman, Roger: Reel Music. Exploring 100 Years of Film Music. W. W. Norton, New York 2006; Überblickswerk mit Kontexten der Studiofilmmusik.
  • Karlin, Fred; Wright, Rayburn: On the Track. A Guide to Contemporary Film Scoring. Routledge, New York; wichtig für Produktionsprozesse, Cue-Technik und Filmmusikhandwerk.
  • Miceli, Sergio; Palmer, Christopher: Lexikalische und analytische Beiträge zu Daniele Amfitheatrof, besonders im Kontext von Grove und MGG.
  • Smith, Steven C.: A Heart at Fire’s Center. The Life and Music of Bernard Herrmann. University of California Press, Berkeley 1991; als Vergleichswerk zur Hollywood-Studiokultur und zu Komponistenbiographien der klassischen Filmperiode wichtig.
  • Slonimsky, Nicolas; Kuhn, Laura; McIntire, Dennis: Baker’s Biographical Dictionary of Musicians, Artikel zu Daniele Amfitheatrof.
  • Thomas, Tony: Film Score. The Art and Craft of Movie Music. Riverwood Press, Burbank 1991; nützlich für die klassische Studiotradition und ihre Komponistenprofile.
  • Wierzbicki, James: Film Music. A History. Routledge, New York 2009; historischer Überblick zur Entwicklung der Filmmusik vom frühen Kino bis zur postklassischen Periode.
  • Weniger, Kay: Das große Personenlexikon des Films. Band 1, Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001; deutschsprachiger filmlexikalischer Artikel zu Amfitheatrof.

Ausgewählte Onlinequellen

Weiterführende Einträge

  • Afroamerikanische Filmgeschichte Kontext, der für die kritische Einordnung von Song of the South und seiner problematischen Darstellungstradition notwendig ist.
  • American Panorama Orchesterwerk Amfitheatrofs, das seinen Blick auf amerikanische Landschafts- und Klangvorstellungen markiert.
  • Frank Borzage Hollywood-Regisseur, dessen melodramatische Filmwelt mit der Studiofilmmusik der 1940er-Jahre vergleichbar ist.
  • Conservatorio di Santa Cecilia Römische Ausbildungsstätte, an der Amfitheatrof bei Respighi Komposition studierte und 1924 diplomiert wurde.
  • Dirigent Berufsrolle, die Amfitheatrofs frühe Laufbahn in Italien und den Vereinigten Staaten vor der Hollywoodphase bestimmte.
  • Filmkomponist Komponistenrolle, in der Amfitheatrof im klassischen Hollywood bekannt wurde.
  • Filmmusik Musikalisches Feld, in dem Amfitheatrof europäische Orchestertradition und amerikanische Studioarbeit verband.
  • Golden Age Hollywood Klassische Studioepoche, in der Amfitheatrof für MGM und andere große Studios arbeitete.
  • Hollywood Filmindustriezentrum, in dem Amfitheatrof ab 1939 den Hauptteil seiner Filmmusiklaufbahn entwickelte.
  • Erich Wolfgang Korngold Europäischer Komponist in Hollywood und wichtige Vergleichsfigur für die Migration spätromantischer Orchesterkunst in den Film.
  • Lassie Come Home MGM-Film von 1943 und eine der bekanntesten frühen Filmmusiken Amfitheatrofs.
  • Letter from an Unknown Woman Max-Ophüls-Film von 1948, dessen romantisch-elegische Musik zu Amfitheatrofs wichtigen Filmscores gehört.
  • Major Dundee Sam-Peckinpah-Western von 1965 und letzte große Filmmusik Amfitheatrofs.
  • Metro-Goldwyn-Mayer Hollywood-Studio, bei dem Amfitheatrof ab 1939 unter Vertrag stand und zentrale frühe Studioarbeiten schrieb.
  • Minneapolis Symphony Orchestra Amerikanisches Orchester, bei dem Amfitheatrof 1937/1938 als Associate Conductor wirkte.
  • Dimitri Mitropoulos Dirigent, unter dem Amfitheatrof in Minneapolis als Associate Conductor arbeitete.
  • MGM Kurzform für Metro-Goldwyn-Mayer und zentraler Studiozusammenhang von Amfitheatrofs Hollywoodbeginn.
  • Max Ophüls Regisseur, mit dem Amfitheatrof bereits bei La signora di tutti und später im Umfeld von Letter from an Unknown Woman verbunden ist.
  • Orchesterfarbe Klangliches Gestaltungsprinzip, das bei Amfitheatrof aus Respighis Schule und der Filmdramaturgie zusammenkommt.
  • Ottorino Respighi Italienischer Komponist und Lehrer Amfitheatrofs, dessen orchestrale Farbkunst für dessen Stil prägend wurde.
  • Miklós Rózsa Europäisch geprägter Hollywood-Komponist und Vergleichsfigur für Amfitheatrofs Generation.
  • Russische Emigration Historischer Kontext, aus dem Amfitheatrofs Familien- und Bildungsweg nach Italien hervorging.
  • Song of the South Disney-Film von 1946 mit Oscar-nominierter Musik, heute zugleich wegen seiner rassistischen Darstellungskontexte kritisch zu behandeln.
  • Spätromantik Musikalische Stilbasis, aus der Amfitheatrofs Orchester- und Filmmusik wesentlich hervorgeht.
  • St. Petersburg Geburtsstadt Amfitheatrofs und Ausgangspunkt seiner russischen Herkunft.
  • Studio-System Produktionsordnung des klassischen Hollywood, die Amfitheatrofs Filmmusikarbeit organisatorisch prägte.
  • The Mountain Abenteuerfilm von 1956 mit Amfitheatrofs groß angelegter Landschafts- und Dramatikmusik.
  • The Naked Jungle Film von 1954, dessen Score Amfitheatrofs Fähigkeit zu Spannung, Exotik und orchestraler Verdichtung zeigt.
  • Dimitri Tiomkin Russischstämmiger Hollywood-Komponist und wichtige Vergleichsfigur zu Amfitheatrofs transnationaler Laufbahn.
  • Western-Filmmusik Genrebereich, in dem Amfitheatrof mit Devil’s Doorway, The Last Hunt und Major Dundee wichtige Beiträge schrieb.