Bonifacius Amerbach

Auch Amorbach; * 11. Oktober 1495 in Basel; † 24. oder 25. April 1562 ebenda. Basler Humanist, Jurist, Professor des römischen Rechts, Hochschullehrer, Universitätsrektor, Musiker, Musikliebhaber, Sammler und Erbe des Erasmus von Rotterdam.

Überblick

Bonifacius Amerbach gehört zu den zentralen Basler Gestalten des europäischen Humanismus im frühen 16. Jahrhundert. Er war kein Musiker im modernen Berufsverständnis, sondern ein humanistisch gebildeter Jurist, Professor, Sammler, Korrespondent und praktischer Musikliebhaber, dessen Musikbücher zu den bedeutenden Quellen der oberrheinischen und europäischen Renaissance zählen. Seine Bedeutung liegt gerade in dieser Verbindung: Recht, Philologie, Universität, Freundschaft mit Erasmus von Rotterdam, Basler Druckkultur, privates Musizieren, Kunstsammlung und Nachlassbildung bilden bei ihm einen zusammenhängenden Kulturraum.

Amerbach war Sohn des Basler Druckers Johannes Amerbach. Dadurch wuchs er in einem Milieu auf, in dem Buchdruck, lateinische Gelehrsamkeit, Textkritik, Theologie, Recht und internationale Korrespondenz eng miteinander verbunden waren. Als Professor des römischen Rechts wurde er zu einer der einflussreichen akademischen Figuren Basels; als Freund und Erbe des Erasmus wurde er zum Verwalter eines europäischen humanistischen Nachlasses; als Sammler und Musikliebhaber wurde er zu einem der Vermittler zwischen privater Gelehrtenkultur und späterer öffentlicher Sammlungsgeschichte.

Musikgeschichtlich ist Amerbach vor allem durch den sogenannten Codex-Amerbach-Zusammenhang, durch das Lautenbuch CH-Bu Ms. F.IX.56 und durch weitere Basler Musikmanuskripte bedeutsam. Diese Quellen enthalten beziehungsweise überliefern Tasten- und Lautentabulaturen, Intavolierungen, Tänze, Präludien, Chanson- und Liedbearbeitungen sowie Musik nach Komponisten wie Heinrich Isaac, Paul Hofhaimer, Josquin Desprez, Ludwig Senfl, Hans Kotter und Hans Buchner. Amerbachs musikalische Bedeutung liegt daher weniger in einer gesicherten Eigenkomposition als in Sammlung, Abschrift, Besitz, praktischer Aneignung und Überlieferung.

Kurzdaten

Name Bonifacius Amerbach.
Weitere Namensformen Bonifacius Amorbach, Bonifatius Amerbach, Bonifaz Amerbach, Bonifacio Amerbach, Bonifacius Amerbachius, Bonifacius Amorbachius und Bonifacius Amerpachius.
Dateiname amerbach-bonifacius.shtml.
Geburt 11. Oktober 1495 in Basel.
Tod 24. oder 25. April 1562 in Basel.
Beruf Humanist, Jurist, Professor des römischen Rechts, Hochschullehrer, Universitätsrektor, Musiker, Musikliebhaber, Sammler, Rechtsgutachter, Korrespondent und Nachlassverwalter.
Herkunft Basler Familie humanistisch gebildeter Drucker und Juristen; Sohn des Druckers Johannes Amerbach.
Wirkungsorte Basel, Freiburg im Breisgau, Avignon, Lyon und weitere Orte des humanistischen Studien- und Korrespondenzraums.
Ausbildung Humanistische und juristische Ausbildung in Basel, Freiburg im Breisgau und Avignon; Studium von Recht, klassischer Bildung, Sprachen und Musikpraxis.
Akademische Stellung Ab 1524 an der Universität Basel; Professor des römischen Rechts, mehrfacher Rektor und wichtige Figur beim Wiederaufbau der Universität Basel nach der Reformationskrise.
Musikalisches Profil Praktischer Musiker, Sammler und Besitzer bedeutender Musikbücher mit Lauten-, Tasten-, Vokal- und Intavolierungsrepertoire der Renaissance.
Zentrale Musikquellen Bonifacius-Amerbach-Lautenbuch CH-Bu Ms. F.IX.56, Basler Musikhandschriften des Amerbach-Kreises, Codex-Amerbach-Kontext und spätere Piperinus-Amerbach-Partbooks.
Sammlungsgeschichtliche Bedeutung Amerbachs Bücher, Kunstwerke, Musikalien und der Erasmus-Nachlass wurden über seinen Sohn Basilius Amerbach zu einem Kern des Amerbach-Kabinetts, das 1661/1662 von Basel erworben wurde und als historischer Nukleus der öffentlichen Basler Sammlungsgeschichte gilt.
Normdaten GND 118502522; in internationalen Katalogen auch über VIAF, DDB, HLS und weitere Normdaten verknüpft.

Namensformen und Quellenlage

Die Namensform Bonifacius Amerbach ist heute die geläufige deutschsprachige und internationale Hauptform. Daneben begegnen Amorbach, Amerbachius, Amorbachius, Amerpachius, Bonifatius, Bonifaz und Bonifacio. Die Form Amorbach erinnert an die Herkunft der Familie aus Amorbach im Odenwald beziehungsweise Franken, während Amerbach in Basel zur festen Familienform wurde. Für die Dateibezeichnung ist nach dem Kulturlexikon-Muster amerbach-bonifacius.shtml zu verwenden.

Die Quellenlage zu Amerbach ist ungewöhnlich reich. Seine Korrespondenz, seine juristische Tätigkeit, seine Beziehung zu Erasmus, seine Universitätsämter, seine Sammlung und seine Musikbücher sind in Nachlässen, Editionen, Bibliotheken, Museumsgeschichte und modernen Datenbanken gut greifbar. Gleichwohl ist bei der musikalischen Seite quellenkritische Vorsicht nötig. Amerbach war ein praktischer Musiker, Sammler und Schreiber beziehungsweise Besitzer von Musikquellen; er ist aber nicht in derselben Weise als Komponist eigener Werke zu behandeln wie professionelle Kapellmeister, Organisten oder Hofkomponisten seiner Zeit.

Das bedeutet für das Werkverzeichnis: Es muss nicht nur nach Eigenwerken fragen, sondern nach musikalischen Quellen, Abschriften, Intavolierungen, Besitzspuren, Sammlungszusammenhängen und späterer Überlieferung. Der Begriff „Werk“ ist bei Amerbach deshalb weiter zu fassen. Sein eigentliches kulturgeschichtliches Werk besteht in der Sicherung, Sammlung und praktischen Aneignung von Musik, Texten, Büchern, Briefen, Kunstwerken und humanistischem Erbe.

Leben und Stationen

Bonifacius Amerbach wurde am 11. Oktober 1495 in Basel geboren. Sein Vater Johannes Amerbach gehörte zu den bedeutenden Basler Druckern der Inkunabel- und Frühdruckzeit. Dadurch war Bonifacius von Anfang an in eine Kultur eingebunden, in der Text, Buch, Korrektur, Druck, Gelehrtenkontakt und internationale Netzwerke selbstverständlich waren. Basel war um 1500 einer der wichtigsten Druck- und Humanismusorte im deutschsprachigen Raum.

Amerbach erhielt eine humanistische Ausbildung und studierte zunächst in Basel. Früh wurde er mit lateinischer, griechischer und juristischer Bildung vertraut. Später führten ihn Studien nach Freiburg im Breisgau und Avignon. Gerade Avignon ist für den juristischen Werdegang wichtig, weil dort das römische Recht in einer für die europäische Rechtskultur maßgeblichen Tradition gelehrt wurde. Zugleich war die Studienzeit für Amerbach auch musikalisch fruchtbar: In diesem Zeitraum entstanden beziehungsweise wurden Musikquellen angelegt, die später als Bonifacius-Amerbach-Lautenbuch und Codex-Amerbach-Kontext besondere Bedeutung erhielten.

1524 wurde Amerbach an die Universität Basel berufen. Er unterrichtete zunächst die Institutionen und später das gesamte römische Recht. Er wurde mehrfach Rektor der Universität und gehörte zu den Kräften, die nach der Krise der Reformation am Wiederaufbau der Universität Basel mitwirkten. Diese Rolle zeigt ihn nicht nur als Gelehrten, sondern als institutionellen Akteur. Universität, Stadt, Drucker, Humanisten, Juristen und Theologen bildeten ein enges Netzwerk, in dem Amerbach vermittelte.

Seine Beziehung zu Erasmus von Rotterdam war von besonderer Bedeutung. Amerbach gehörte zu den engen Basler Freunden des Erasmus und wurde nach dessen Tod 1536 dessen Erbe beziehungsweise Nachlassverwalter. Damit wurde er zum Hüter eines der bedeutendsten humanistischen Nachlässe Europas. Diese Rolle verlangte juristische Zuverlässigkeit, persönliche Loyalität und kulturelles Verantwortungsbewusstsein. Amerbach verwaltete nicht nur Vermögen und Legate, sondern auch Bücher, Briefe, Objekte und intellektuelle Erinnerung.

In religiöser Hinsicht bewegte sich Amerbach in einem vermittelnden Feld. Basel wurde durch die Reformation tiefgreifend verändert; Amerbach stand Erasmus nahe und vertrat eine gemäßigte, gelehrte Haltung, die weder polemische Zuspitzung noch konfessionelle Verhärtung suchte. Diese Vermittlungsposition war für viele Humanisten der Reformationszeit charakteristisch. Sie erklärt auch, weshalb Amerbach für die Kulturgeschichte nicht nur als Jurist, sondern als Figur der Übergänge wichtig ist: zwischen alter Kirche und reformierter Stadt, zwischen Buchdruck und Universität, zwischen persönlicher Frömmigkeit und öffentlicher Ordnung, zwischen privater Sammlung und öffentlichem Gedächtnis.

Bonifacius Amerbach starb am 24. oder 25. April 1562 in Basel. Sein Sohn Basilius Amerbach führte die Sammlung weiter und wurde zum eigentlichen Begründer des späteren Amerbach-Kabinetts. Über diese Sammlung ging ein erheblicher Teil des humanistischen, künstlerischen und musikalischen Erbes der Familie in die Basler Kulturgeschichte ein.

Ausführlicher Kulturüberblick

Bonifacius Amerbach steht an einem kulturellen Knotenpunkt des 16. Jahrhunderts. Die Renaissance war für ihn nicht nur eine Kunst- oder Stilepoche, sondern eine Lebensform der Gelehrtenkultur: alte Texte lesen, Rechte historisch verstehen, Sprachen lernen, Briefe schreiben, Bücher sammeln, Musik praktizieren, Kunstwerke bewahren und Bildung institutionell sichern. In seiner Biographie verbinden sich mehrere zentrale Kräfte der Zeit.

Erstens ist Amerbach ein Vertreter des Humanismus. Humanismus bedeutete in diesem Zusammenhang nicht bloß allgemeine Menschenbildung, sondern die philologisch geschulte Rückkehr zu Quellen, zu antiken Texten, zu präziser Sprache und zu verantwortlicher Gelehrsamkeit. In der Rechtswissenschaft führte dies zu einer historisch und sprachlich genaueren Lektüre des römischen Rechts. Amerbachs juristische Tätigkeit war daher Teil einer umfassenderen Bewegung, die Textkritik, Wissenschaft und Bildung erneuern wollte.

Zweitens ist Amerbach eine Figur der Reformationszeit. Basel wurde durch religiöse, soziale und politische Umbrüche erschüttert. Die Universität geriet in eine Krise, Bilder und Kultgegenstände wurden angegriffen, gelehrte Netzwerke mussten sich neu ordnen. Amerbachs Bedeutung liegt hier in seiner vermittelnden und bewahrenden Haltung. Er war kein revolutionärer Reformator, sondern ein Gelehrter, der Ordnung, Bildung, Rechtsform und kulturelle Kontinuität sichern wollte.

Drittens gehört Amerbach zur Geschichte des Buchdrucks. Als Sohn Johannes Amerbachs war er unmittelbar mit der Basler Druckkultur verbunden. Drucker, Korrektoren, Herausgeber, Humanisten und Käufer bildeten ein europäisches Netzwerk. Die Amerbach-Familie zeigt, wie eng ökonomische, technische und geistige Aspekte des Buches zusammengehörten. Ohne den Basler Druck wäre auch die humanistische Kommunikations- und Sammlungskultur Amerbachs kaum denkbar.

Viertens ist Amerbach ein Fall der frühneuzeitlichen Sammlungskultur. Seine Bücher, Briefe, Musikalien, Kunstwerke, Instrumente und Objekte waren nicht bloße Besitztümer. Sie bildeten ein geordnetes Gedächtnis der Gelehrtenwelt. Diese Sammlung ging über seinen Sohn Basilius in das Amerbach-Kabinett ein und wurde später durch den Ankauf der Stadt Basel und der Universität zu einem Fundament öffentlicher Sammlungsgeschichte. Der Weg von der privaten Humanistenbibliothek zur öffentlichen Sammlung ist kulturgeschichtlich von höchster Bedeutung.

Fünftens zeigt Amerbach die Stellung der Musik innerhalb des humanistischen Bildungsideals. Musik war für ihn keine bloße Unterhaltung. Sie gehörte zur gebildeten Lebenspraxis, zur Mathematik, zur Rhetorik, zum Gedächtnis, zum Umgang mit Poesie, zur körperlichen Übung und zur geselligen Kommunikation. Dass Amerbach Lauten- und Tastenmusik sammelte, spielte und abschrieb, zeigt, wie Musik in der humanistischen Elitekultur praktiziert wurde: nicht nur theoretisch spekulativ, sondern als konkrete, häusliche, körperlich geübte und zugleich gelehrt reflektierte Kunst.

Humanismus, Recht und Universität Basel

Amerbachs Hauptberuf war das Recht. Als Professor des römischen Rechts war er Teil einer europäischen Bewegung, die juristische Autoritäten nicht mehr nur scholastisch kommentierte, sondern historisch, philologisch und quellenkritisch las. Dieses juristische Humanismusverständnis verband die genaue Lektüre lateinischer Texte mit praktischer Rechtsberatung und universitärer Lehre. Der Jurist war nicht bloß Ausleger geltender Normen, sondern ein Gelehrter, der Sprachkenntnis, Geschichte, Institutionenlehre und methodisches Urteil verband.

Die Universität Basel war für Amerbach der zentrale institutionelle Raum. Nach der Reformationskrise war sie gefährdet, weil Professoren, Studenten, kirchliche Strukturen und alte Stiftungen in Bewegung geraten waren. Amerbach wirkte an ihrer Stabilisierung mit und war mehrfach Rektor. Seine Bedeutung liegt daher nicht nur in Vorlesungen und Gutachten, sondern in der Aufrechterhaltung einer gelehrten Institution, die für Basel und für den oberrheinischen Raum kulturell entscheidend war.

Die Stiftung eines Lehrstuhls für aristotelische Ethik zeigt außerdem, dass Amerbach Bildung nicht nur als Spezialausbildung verstand. Recht, Ethik, klassische Philosophie und humanistische Lebensführung gehörten zusammen. Für die Musikgeschichte ist dieser Zusammenhang wichtig, weil auch Musik im Renaissance-Humanismus nicht isoliert betrachtet wurde. Sie stand mit Ethik, Mathematik, Rhetorik, Körperbildung und geistiger Ordnung in Verbindung.

Erasmus, Reformation und religiöse Vermittlung

Die Freundschaft mit Erasmus von Rotterdam war für Amerbach persönlich und kulturgeschichtlich entscheidend. Erasmus verkörperte eine humanistische Theologie, die auf Bildung, Textkritik, Maß, Friedfertigkeit und Rückkehr zu den Quellen zielte. Amerbach teilte viele dieser Grundhaltungen. In einer Zeit konfessioneller Zuspitzung war diese erasmische Haltung nicht konfliktfrei, aber sie machte Amerbach zu einer wichtigen Figur der Vermittlung.

Nach dem Tod des Erasmus wurde Amerbach dessen Erbe und Nachlassverwalter. Diese Aufgabe verlangte die Verwaltung von Vermächtnissen, Stiftungen, Büchern, Briefen und Erinnerungsobjekten. Sie machte Amerbach zu einem Hüter humanistischer Überlieferung. In dieser Rolle verbinden sich juristische Zuverlässigkeit und kulturelle Treue. Der Nachlass war nicht nur Eigentum, sondern ein europäisches Gedächtnis.

Die Reformation stellte Amerbach vor schwierige Entscheidungen. Basel führte die Reformation ein, während Amerbach Erasmus und einer gemäßigten, gelehrten Religiosität verbunden blieb. Sein Verhalten zeigt die Komplexität der Zeit. Nicht alle Humanisten wurden zu entschiedenen Reformatoren; nicht alle Bewahrer waren Gegner der Erneuerung. Amerbachs Position liegt im Feld zwischen Gewissen, Stadtordnung, Gelehrtenfreundschaft und religiöser Verantwortung.

Musikpraxis, Lautenbuch und Codex-Amerbach-Kontext

Amerbachs musikalische Bedeutung liegt in der praktischen Aneignung und Überlieferung von Musik. Er spielte offenbar mehrere Instrumente beziehungsweise bewegte sich in einem Umfeld, in dem Laute, Tasteninstrumente, Vokalpolyphonie, Chanson, deutsches Lied und geistliche Musik zur gebildeten Praxis gehörten. Seine Musikbücher sind deshalb nicht einfach Sammlerstücke, sondern Spuren gelebter musikalischer Bildung.

Das Bonifacius-Amerbach-Lautenbuch CH-Bu Ms. F.IX.56 ist eine der wichtigsten Quellen. Es wurde während Amerbachs Studienzeit in Avignon und Lyon in französischer Tabulatur geschrieben und gehört zur frühen Überlieferung der Lautenmusik des 16. Jahrhunderts. Für die Musikgeschichte ist es wichtig, weil es nicht nur Repertoire festhält, sondern die internationale Mobilität eines Basler Studenten sichtbar macht. Musik wandert mit Personen, Büchern, Handschriften und Studienreisen.

Der Codex-Amerbach-Kontext umfasst Tasten- und Lautentabulaturen, Intavolierungen und Bearbeitungen verschiedener Gattungen. Darin begegnen Präludien, Tänze, Chansons, Liedsätze, Motetten und instrumentale Bearbeitungen nach berühmten Komponisten der Zeit. Solche Intavolierungen sind für die Renaissance zentral, weil sie zeigen, wie vokale Musik in häusliche und instrumentale Praxis überführt wurde. Ein Chanson oder eine Motette konnte gesungen, auf der Laute gespielt, für Orgel oder Clavichord eingerichtet und in einem privaten Studien- oder Musikzimmer neu erfahren werden.

Amerbachs musikalischer Rang ist daher nicht an einem Katalog eigener Kompositionen zu messen. Er liegt in der Verbindung von Sammlung, Abschrift, Auswahl und Gebrauch. Er repräsentiert den humanistischen Amateur im anspruchsvollen Sinn: nicht dilettantisch im modernen abwertenden Verständnis, sondern als gebildeter Liebhaber, der Musik ernst nimmt, Quellen bewahrt, Instrumente besitzt, Stücke abschreibt und sich die europäische Musik seiner Zeit praktisch aneignet.

Sammlung, Amerbach-Kabinett und Museumsgeschichte

Die Amerbach-Sammlung gehört zu den bedeutenden frühneuzeitlichen Sammlungskomplexen Europas. Bonifacius sammelte Bücher, Briefe, Musikalien, Kunstwerke, Objekte und Erinnerungsstücke; sein Sohn Basilius Amerbach führte diese Sammlung weiter und ordnete sie in jener Form, die später als Amerbach-Kabinett bekannt wurde. Diese Sammlung enthielt unter anderem Werke aus dem Umfeld von Hans Holbein dem Jüngeren und den Nachlass des Erasmus.

Der Erwerb des Amerbach-Kabinetts durch Basel im 17. Jahrhundert markiert einen entscheidenden Schritt in der Geschichte öffentlicher Sammlungen. Was als private Gelehrten-, Kunst- und Buchsammlung begonnen hatte, wurde zu einem öffentlichen kulturellen Besitz. Das heutige Kunstmuseum Basel verweist auf diesen Kernbestand als historischen Ursprung seiner Sammlung. Amerbachs Bedeutung reicht daher über Musik und Recht hinaus in die Geschichte des Museums, der Bibliothek und der öffentlichen Kulturpflege.

Für die Musikgeschichte ist dieser Sammlungskontext entscheidend. Viele Musikhandschriften überleben nicht, weil sie als Kunstwerke im engeren Sinn galten, sondern weil sie Teil eines größeren gelehrten Nachlasses wurden. Amerbachs Bücher, Musikalien und Manuskripte wurden durch die Sammlungsgeschichte bewahrt. Damit ist sein kulturelles Handeln selbst eine Form von Überlieferung.

Werk-, Quellen- und Sammlungsverzeichnis

Da Bonifacius Amerbach kein professioneller Komponist im engeren Sinn war, wird das „Werkverzeichnis“ hier als Verzeichnis seiner musikalischen, juristischen, brieflichen und sammlungsgeschichtlichen Hinterlassenschaft verstanden. Es unterscheidet zwischen eigenen beziehungsweise persönlich geprägten Quellen, Besitz- und Sammlungszusammenhängen, Korrespondenz, juristischer Tätigkeit und späterer Editionsgeschichte.

Musikbücher, Tabulaturen und musikalische Quellen

  • Bonifacius Amerbach Lute Book, Universitätsbibliothek Basel, CH-Bu Ms. F.IX.56; Lautenbuch in französischer Tabulatur, während Amerbachs Studienzeit in Avignon und Lyon zwischen 1522 und 1525 geschrieben. Es enthält Lautenrepertoire der frühen Renaissance und ist eine zentrale Quelle für die Verbindung von Basler Humanismus, französischem Studienaufenthalt und praktischer Musikübung.
  • Codex-Amerbach-Kontext, Sammelbezeichnung für die mit Amerbach verbundenen Musikquellen des frühen 16. Jahrhunderts; dazu gehören Intavolierungen, Tasten- und Lautenstücke, polyphone Bearbeitungen, Tänze, Präludien, Lied- und Chansonbearbeitungen sowie geistliche und weltliche Vokalmusik in instrumentaler Aneignung.
  • Basler Tasten- und Orgeltabulaturen des Amerbach-Kreises, darunter Quellen mit Orgel- und Clavichordrepertoire, Präludien, Tanzsätzen und Intavolierungen nach vokalen Vorlagen. Diese Quellen zeigen die Transformation vokaler Renaissancepolyphonie in häusliche und instrumentale Praxis.
  • Mit Amerbach verbundene Musikhandschriften CH-Bu F.X.1–4, F.X.5, F.X.9 und weitere Basler Partbooks beziehungsweise Stimmbücher. Einige dieser Quellen tragen Besitz- oder Namensspuren von Bonifacius oder Basilius Amerbach und zeigen die mehrgenerationelle Weitergabe musikalischer Bildung innerhalb der Familie.
  • Piperinus-Amerbach-Partbooks, mit Christoph Piperinus und Basilius Amerbach verbundene Stimmbücher aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Sie gehören stärker in den Musikunterricht des Sohnes Basilius, bleiben aber sammlungsgeschichtlich im Amerbach-Kontext verankert.
  • Musikalische Quellen mit Werken beziehungsweise Bearbeitungen nach Heinrich Isaac, Paul Hofhaimer, Josquin Desprez, Ludwig Senfl, Hans Kotter, Hans Buchner, Sixt Dietrich, Wolfgang Dachstein, Alexander Agricola, Pierre Moulu und anonymen Komponisten. Die Zuschreibungen betreffen in vielen Fällen Vorlagen, Intavolierungen oder Sammlungskontexte, nicht notwendigerweise Autorschaft Amerbachs.
  • Instrumenten- und Musikbesitz Amerbachs, darunter Hinweise auf häusliche Musikpraxis mit Tasteninstrumenten, Laute, möglicherweise Blasinstrumenten und Vokalrepertoire. Der genaue Umfang ist aus Inventaren, Briefen und Sammlungsspuren zu rekonstruieren.

Juristische Tätigkeit und Rechtsgutachten

  • Vorlesungen und akademische Lehre zum römischen Recht an der Universität Basel, besonders zu den Institutionen und später zum gesamten römischen Recht.
  • Rechtsgutachten, Konsilien und juristische Stellungnahmen, die Amerbach zu Lebzeiten bekannt machten, aber nicht in derselben Weise als systematische gedruckte Hauptwerke überliefert sind.
  • Akademische und institutionelle Tätigkeit als Professor, Rektor und Vermittler beim Wiederaufbau der Universität Basel nach der Reformationskrise.
  • Stiftung beziehungsweise Förderung eines Lehrstuhls für aristotelische Ethik, als Ausdruck seines umfassenden humanistischen Bildungsverständnisses.

Korrespondenz und humanistisches Schriftgut

  • Die Amerbachkorrespondenz, Edition der Briefe dreier Generationen der Amerbach-Familie; sie umfasst Johannes Amerbach, Bonifacius Amerbach und Basilius Amerbach und ist eine zentrale Quelle für Humanismus, Rechtsgeschichte, Bildungsgeschichte, Reformation, Buchdruck, Alltagsgeschichte und Gelehrtenkommunikation des 16. Jahrhunderts.
  • Briefe von und an Erasmus von Rotterdam, die Amerbachs Stellung im europäischen Humanismus und seine Rolle als Freund, Vertrauter und Nachlassverwalter sichtbar machen.
  • Korrespondenz mit Gelehrten, Juristen, Druckern, Theologen, Künstlern und Musikern des oberrheinischen und europäischen Humanismus.
  • Dokumente zur Verwaltung des Erasmus-Nachlasses, einschließlich Legate, Stiftungen, Bücher, Objekte und humanistische Erinnerungsstücke.

Sammlung, Bibliothek und Amerbach-Kabinett

  • Humanistische Privatbibliothek Bonifacius Amerbachs mit juristischen, theologischen, philosophischen, historischen, philologischen und musikalischen Beständen.
  • Erasmus-Nachlass, den Amerbach nach dem Tod des Erasmus verwaltete und bewahrte; er wurde zu einem der kostbarsten Teile der späteren Sammlung.
  • Kunst- und Objektbesitz mit Werken beziehungsweise Zusammenhängen aus dem Umfeld Hans Holbeins des Jüngeren und der Basler Kunst des 16. Jahrhunderts.
  • Musikalien, Musikhandschriften und Instrumente als Teil der häuslichen und sammlungsgeschichtlichen Kultur der Amerbach-Familie.
  • Amerbach-Kabinett, durch Basilius Amerbach weitergeführt und nach langem Rechts- und Erwerbsvorgang 1661/1662 von Basel beziehungsweise Universität und Stadt erworben; historischer Kern der öffentlichen Basler Sammlungsgeschichte.

Chronologische Übersicht wichtiger Lebens- und Quellenstationen

1495 Geburt am 11. Oktober in Basel als Sohn des Druckers Johannes Amerbach und der Barbara Ortenberg.
1510er Jahre Humanistische und juristische Ausbildung in Basel und Freiburg; Erwerb und Gebrauch früher Musikbücher im Umfeld der Amerbach-Familie.
1513 Tod des Vaters Johannes Amerbach; Bonifacius erbt beziehungsweise übernimmt wichtige Teile der familiären Buch- und Bildungskultur.
1520er Jahre Studienzeit in Avignon und Lyon; Entstehung beziehungsweise Niederschrift des Bonifacius-Amerbach-Lautenbuches CH-Bu Ms. F.IX.56.
1524 Berufung an die Universität Basel.
1525–1536 Lehre im römischen Recht, zunächst zu den Institutionen, später zum gesamten römischen Recht.
1529 Basler Reformationskrise; Amerbachs Rolle ist durch Zurückhaltung, Vermittlung, Bewahrung und Sorge um Universität und kulturelle Kontinuität geprägt.
1536 Tod des Erasmus von Rotterdam; Amerbach wird Erbe und Nachlassverwalter.
1540er Jahre Weiterführung akademischer, juristischer, brieflicher und sammlungsgeschichtlicher Tätigkeit; Musikbücher bleiben Teil des häuslichen und familiären Bildungskontextes.
1548 Rücktritt beziehungsweise Rückzug aus Teilen der regulären Lehrtätigkeit; anhaltende Bedeutung als Rechtsgelehrter und Basler Autorität.
1562 Tod am 24. oder 25. April in Basel.
1661/1662 Erwerb des Amerbach-Kabinetts durch Basel; die private Humanisten- und Familiensammlung wird zum Kern öffentlicher Sammlungsgeschichte.

Rezeption und Nachwirkung

Bonifacius Amerbachs Nachwirkung ist vielschichtig. In der Rechtsgeschichte gilt er als Vertreter des juristischen Humanismus und als bedeutender Basler Rechtsgelehrter. In der Humanismusforschung erscheint er als Freund, Erbe und Nachlassverwalter des Erasmus. In der Universitätsgeschichte Basels ist er eine zentrale Figur der institutionellen Stabilisierung nach der Reformationskrise. In der Sammlungsgeschichte gehört er zu den Voraussetzungen des Amerbach-Kabinetts und damit zur Vorgeschichte des öffentlichen Museums- und Bibliothekswesens in Basel.

Musikgeschichtlich wurde Amerbach vor allem durch die Erforschung seiner Musikbücher wichtig. Die moderne Beschäftigung mit Renaissance-Tabulaturen, mit Lauten- und Tastenmusik, mit Intavolierungspraxis und mit Basler Musikhandschriften machte deutlich, dass Amerbachs Quellen zu den besonders wertvollen Zeugnissen privater Musikpraxis um 1500 und 1520 gehören. Sie zeigen, was ein gebildeter Humanist spielte, sammelte, abschrieb und bewahrte.

Die heutige Rezeption unterscheidet daher stärker als ältere biographische Kurzformen zwischen Amerbach als Autor, als Besitzer, als Schreiber, als Sammler und als praktischer Musiker. Gerade diese Unterscheidung erhöht seinen Rang. Er muss nicht künstlich zum professionellen Komponisten gemacht werden, um musikgeschichtlich bedeutsam zu sein. Seine Bedeutung liegt in der Überlieferungsleistung eines humanistischen Musikliebhabers.

Forschung, Quellen und editorische Hinweise

Die Forschung zu Bonifacius Amerbach berührt mehrere Disziplinen: Rechtsgeschichte, Universitätsgeschichte, Humanismusforschung, Reformationsgeschichte, Buchgeschichte, Kunstgeschichte, Musikphilologie, Tabulaturkunde und Museumsgeschichte. Eine sachgerechte Darstellung muss deshalb interdisziplinär arbeiten. Eine rein musikhistorische Seite würde seine juristische und humanistische Bedeutung unterschätzen; eine rein juristische Seite würde die außergewöhnliche Bedeutung seiner Musikbücher verfehlen.

Für die musikalische Forschung sind die Basler Signaturen und Besitzvermerke besonders wichtig. Sie zeigen, welche Quellen Bonifacius Amerbach selbst besaß, welche später seinem Sohn Basilius gehörten, welche durch Christoph Piperinus im Unterrichtskontext ergänzt wurden und welche schließlich aus dem Amerbach-Iselin-Nachlass in die heutige Bibliotheks- und Sammlungsgeschichte gelangten. Gerade bei Sammelhandschriften ist diese Unterscheidung entscheidend, weil eine Quelle mehrere Schichten besitzen kann: ältere Abschrift, späterer Besitz, Ergänzung durch Lehrer, Weitergabe innerhalb der Familie und Erwerb durch öffentliche Institutionen.

Der Codex-Amerbach-Kontext ist daher nicht als geschlossenes Werk eines einzelnen Autors zu behandeln. Er ist ein Überlieferungsfeld. Innerhalb dieses Feldes können einzelne Stücke von bekannten Komponisten stammen, anonym sein, für Tasteninstrumente oder Laute eingerichtet, von Amerbach abgeschrieben, von ihm benutzt oder lediglich in seiner Sammlung bewahrt worden sein. Eine moderne Edition muss Autorschaft, Vorlage, Abschreiberhand, Instrument, Tabulaturtyp, Datierung und Besitzgeschichte sorgfältig unterscheiden.

Sekundärliteratur

  • Bietenholz, Peter G.; Deutscher, Thomas B. (Hrsg.): Contemporaries of Erasmus. A Biographical Register of the Renaissance and Reformation. University of Toronto Press, Toronto 1985–1987; einschlägig für Amerbachs humanistisches Netzwerk.
  • Burckhardt-Biedermann, Theophil: Bonifacius Amerbach und die Reformation. Basel 1894; ältere grundlegende Studie zu Amerbachs Stellung in der Basler Reformationsgeschichte.
  • Gilmore, Myron P.: The Jurisprudence of Humanism. In: Traditio 17, 1961; wichtig für die Einordnung Amerbachs in den juristischen Humanismus.
  • Hartmann, Alfred: Die Amerbachkorrespondenz. Mehrbändige Edition, Basel 1942–1995; zentrale Quellenedition für die Familie Amerbach, Erasmus, Humanismus, Recht, Bildung und Alltag.
  • Jenny, Beat Rudolf: Arbeiten zur Amerbach-Familie, zum Amerbach-Kabinett, zur Basler Kartause und zur Nachlassgeschichte der Basler Humanistenfamilie.
  • Kmetz, John: Studien zu den Amerbach-Musikhandschriften, zur Basler Musiküberlieferung und zu den Piperinus-Amerbach-Partbooks.
  • Merian, Wilhelm: Der Tanz in den deutschen Tabulaturbüchern und weitere Arbeiten zur Musik der Basler Renaissance; wichtig für die frühe Forschung zu Amerbachs Musikquellen.
  • Müller, Christian; Baier, Simon; Schmid, Beatrice: Hans Holbein der Jüngere. Die Jahre in Basel 1515–1532. Kunstmuseum Basel; wichtig für den Kunst- und Sammlungszusammenhang Amerbachs.
  • Oettinger, Rebecca Wagner: Arbeiten zu Musikdruck, Liedkultur, Intavolierung und populärer Musikkultur der deutschen Renaissance.
  • Staehelin, Martin: Studien zur Basler Musikgeschichte, zu Renaissancehandschriften und zur Überlieferung oberrheinischer Musikkultur.

Ausgewählte Onlinequellen

Weiterführende Einträge

  • Amorbach Herkunftsname der Familie Amerbach, der in der Namensform Amorbach bis in die Überlieferung Bonifacius Amerbachs hineinwirkt.
  • Basilius Amerbach Sohn Bonifacius Amerbachs, Jurist, Sammler und zentrale Figur bei der Ausbildung des Amerbach-Kabinetts.
  • Johannes Amerbach Basler Drucker und Vater Bonifacius Amerbachs, dessen Buchdruckmilieu die humanistische Kultur der Familie prägte.
  • Amerbach-Kabinett Frühneuzeitliche Gelehrten-, Kunst- und Büchersammlung, die aus dem Familienbesitz Amerbach hervorging und zum historischen Kern der Basler öffentlichen Sammlung wurde.
  • Basel Stadt des Buchdrucks, Humanismus, der Reformation und der Universitätskultur, in der Amerbach lebte und wirkte.
  • Buchdruck Technische und kulturelle Grundlage der Basler Humanistenwelt, aus der Amerbachs Familie hervorging.
  • Clavichord Tasteninstrument, dessen Repertoire und Praxis im Codex-Amerbach-Kontext eine wichtige Rolle spielen.
  • Codex Amerbach Musikquellenkomplex mit Tasten- und Lautentabulaturen, Intavolierungen und Renaissance-Repertoire aus dem Umfeld Bonifacius Amerbachs.
  • Drucker Beruf und Kulturrolle, die durch Johannes Amerbach für die familiäre und geistige Herkunft Bonifacius Amerbachs entscheidend ist.
  • Erasmus von Rotterdam Humanist, Freund und Nachlassgeber Bonifacius Amerbachs, dessen Erbe Amerbach verwaltete und bewahrte.
  • Freiburg im Breisgau Studien- und Gelehrtenort, der in Amerbachs juristischer und humanistischer Ausbildung eine Rolle spielte.
  • Hans Holbein der Jüngere Basler Maler, dessen Werke und Umfeld eng mit der Amerbach-Sammlung und der Basler Humanistenkultur verbunden sind.
  • Humanismus Gelehrtenbewegung der Renaissance, in der Amerbach als Jurist, Korrespondent, Sammler und Erasmus-Freund eine zentrale Rolle spielt.
  • Intavolierung Übertragung vokaler Musik in instrumentale Tabulatur, ein Kernverfahren der Amerbach-Musikquellen.
  • Jurist Berufsrolle Amerbachs als Professor des römischen Rechts, Rechtsgutachter und Vertreter des juristischen Humanismus.
  • Laute Zentrales Renaissanceinstrument, für das Amerbachs Lautenbuch CH-Bu Ms. F.IX.56 eine wichtige Quelle ist.
  • Lautenbuch Handschriftliche oder gedruckte Sammlung von Lautenstücken, wie sie im Bonifacius-Amerbach-Lautenbuch exemplarisch überliefert ist.
  • Musikhandschrift Schriftliche Überlieferungsform, durch die Amerbachs musikalische Interessen und Repertoirepraxis erhalten blieben.
  • Museumsgeschichte Forschungsfeld, in dem das Amerbach-Kabinett als früher Übergang von privater Sammlung zu öffentlichem Kulturbesitz wichtig ist.
  • Renaissance Kulturepoche, deren Gelehrsamkeit, Musikpraxis, Kunstsammlung und Textkultur in Amerbachs Leben zusammenlaufen.
  • Reformation Religiöser und städtischer Umbruch, der Amerbachs Basler Lebenswelt, Universität und Vermittlungsrolle entscheidend prägte.
  • Römisches Recht Juristisches Hauptfach Amerbachs und ein zentrales Feld humanistischer Quellenlektüre im 16. Jahrhundert.
  • Sammlung Kulturelle Praxis des Bewahrens, Ordnens und Vererbens von Büchern, Bildern, Musikalien und Objekten, die Amerbachs Nachwirkung bestimmt.
  • Tabulatur Notationsform für Tasten- und Zupfinstrumente, in der wichtige Amerbach-Musikquellen überliefert sind.
  • Universität Basel Akademische Institution, an der Amerbach lehrte, mehrfach Rektor war und nach der Reformationskrise stabilisierend wirkte.