Claudio Ambrosini

Italienischer Komponist, Dirigent, Musiktheaterautor und Klangforscher; geboren am 9. April 1948 in Venedig.

Überblick

Claudio Ambrosini ist ein italienischer Komponist, Dirigent, Musiktheaterautor, Klangforscher und Ensemblegründer. Er wurde am 9. April 1948 in Venedig geboren und gehört zu den profilierten Vertretern der italienischen Neuen Musik seit den 1970er Jahren. Sein Werk umfasst Musiktheater, Oper, Orchesterwerke, Kammermusik, Vokalmusik, Chormusik, Klaviermusik, elektroakustische Arbeiten, Radioformen, Performance, Film, Multimedia und Bearbeitungen älterer Musik.

Ambrosinis Musik ist von einer besonderen Verbindung aus instrumentalem Erfindungsreichtum, theatralischer Fantasie, historischer Mehrschichtigkeit, klanglicher Ironie, venezianischer Raumwahrnehmung und experimenteller Klangforschung geprägt. Bereits früh interessierte er sich für elektronische Musik, Computermusik, audiovisuelle Formen und unkonventionelle Aufführungssituationen. Zugleich blieb er eng mit vokaler Tradition, italienischer Operngeschichte, Madrigal, Renaissancemusik, Monteverdi, Gabrieli, Maderna und Nono verbunden.

1979 gründete Ambrosini in Venedig das Ex Novo Ensemble, ein Ensemble für zeitgenössische Musik, das er als Dirigent leitete und für das zahlreiche Werke, Programme und Forschungsvorhaben entstanden. 1983 gründete er das Centro Internazionale per la Ricerca Strumentale, kurz CIRS. Diese institutionellen Gründungen zeigen, dass Ambrosini nicht nur als Einzelkomponist, sondern auch als Organisator, Laborleiter und Vermittler einer spezifisch venezianischen Gegenwartsmusik wirkte.

Zu den wichtigsten Auszeichnungen gehören der Prix de Rome 1985, der Leone d’Oro der Biennale di Venezia 2007 für Plurimo (per Emilio Vedova), der Music Theatre Now Prize 2008 für Il canto della pelle – Sex Unlimited, der Premio Franco Abbiati 2010 für Il killer di parole und die Aufnahme in die Accademia Nazionale di Santa Cecilia 2021.

Kurzdaten

Name Claudio Ambrosini.
Geboren 9. April 1948 in Venedig.
Beruf Komponist, Dirigent, Musiktheaterautor, Klangforscher, Ensemblegründer, Leiter des Ex Novo Ensemble, Gründer des Centro Internazionale per la Ricerca Strumentale und Vertreter der italienischen Gegenwartsmusik.
Ausbildung Studium am Conservatorio Benedetto Marcello in Venedig, unter anderem Komposition, elektronische Musik, Alte Instrumente und Musikgeschichte; außerdem Studium der Fremdsprachen und Literatur in Mailand sowie Musikgeschichte an der Università Ca’ Foscari in Venedig.
Prägende Begegnungen Bruno Maderna und Luigi Nono; außerdem Zusammenarbeit im Umfeld von Alvise Vidolin, Centro di Sonologia Computazionale, venezianischer Klangforschung und italienischer Nachkriegsavantgarde.
Institutionen Centro di Sonologia Computazionale der Universität Padua, Ex Novo Ensemble, Centro Internazionale per la Ricerca Strumentale, Vox Secreta, Biennale di Venezia, Casa Ricordi, Accademia Nazionale di Santa Cecilia.
Hauptwirkungsort Venedig, mit internationalen Aufführungen und Kompositionsaufträgen in Italien, Frankreich, Deutschland, Europa und Nordamerika.
Werkbereiche Musiktheater, Oper, Orchesterwerk, Solokonzert, Ensemblewerk, Kammermusik, Vokalwerk, Chormusik, Klavierwerk, elektroakustische Musik, Radiokunst, Multimedia, Film, Performance, Libretto und Bearbeitung.
Hauptwerke Orfeo, l’ennesimo, Il giudizio universale, Pandora librante, Big Bang Circus, Il canto della pelle – Sex Unlimited, Il killer di parole, Plurimo (per Emilio Vedova), Tocar, Passione secondo Marco, Tancredi appresso il Combattimento, Dosàna nóva.
Wichtige Auszeichnungen Prix de Rome 1985, Leone d’Oro der Biennale di Venezia 2007, Music Theatre Now Prize 2008, Premio Franco Abbiati 2010 und 2019, Premio Play.It! 2015, Premio Internazionale Paterna Baldizzi 2021, Premio Internazionale GAMO 2023.
Verlag Casa Ricordi seit 2006; außerdem weitere Quellen und Datenbanken für ältere, elektronische, multimediale und nicht verlegerisch gebundene Arbeiten.
Dateiname ambrosini-claudio.shtml

Quellenlage, Namensform und Werkverzeichnis

Die Namensform Claudio Ambrosini ist eindeutig. Anders als bei vielen historischen Kulturlexikon-Einträgen gibt es hier keine relevanten älteren Schreibvarianten, sondern vor allem unterschiedliche bibliographische Schwerpunkte. Verlagsseiten, Komponistendatenbanken, Festivaltexte, Konzertprogramme und Lexikonartikel setzen jeweils andere Akzente: Ricordi betont die verlegerisch betreuten Werke, The Living Composers Project bietet eine besonders breite Werkliste, Festivalprogramme dokumentieren Uraufführungen und aktuelle Aufführungskontexte.

Bei einem lebenden Komponisten ist „komplett“ grundsätzlich quellenkritisch zu verstehen. Das Werkverzeichnis kann nicht als endgültig abgeschlossen gelten, weil neue Werke, Revisionen, Fassungen, Aufführungsvarianten, konzertante Auszüge, Neuinstrumentierungen und editorische Nachträge möglich bleiben. Die folgende Übersicht fasst deshalb die öffentlich greifbaren Werke nach Gattungen zusammen und unterscheidet Hauptwerke, konzertante Auszüge, Versionen, elektronische Arbeiten, Radioproduktionen, Multimediaformen und Bearbeitungen.

Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen Werk, Fassung, Suite, Auszug und Bearbeitung. Ambrosini arbeitet häufig mit Materialwanderungen: Ein Abschnitt aus einem Musiktheaterwerk kann als Konzertstück weiterleben, ein Tanz aus einem Ballett kann eine eigenständige Fassung erhalten, eine historische Vorlage von Giovanni Gabrieli oder Claudio Monteverdi kann in eine heutige Orchester- oder Ensemblegestalt übertragen werden. Das Werkverzeichnis bildet diese Beweglichkeit ab.

Biographie

Claudio Ambrosini wurde 1948 in Venedig geboren. Die Stadt ist für sein Werk nicht bloß biographischer Hintergrund, sondern ein Klang-, Raum- und Erinnerungsmodell. Wasser, Hall, historische Mehrstimmigkeit, venezianische Instrumentalpracht, Maskenspiel, Theater, Festkultur, architektonische Resonanz und die Nähe von Hochkultur und Alltagsgeräusch bilden einen Resonanzraum, der in vielen Werktiteln und Klangkonzeptionen wiederkehrt.

Ambrosini studierte zunächst geisteswissenschaftliche Fächer, insbesondere Fremdsprachen und Literatur in Mailand. Diese literarische Prägung blieb für seine Musiktheaterwerke, Libretti, Textmontagen, Sprachspiele und intermedialen Formen wichtig. Parallel dazu vertiefte er am Conservatorio Benedetto Marcello in Venedig seine musikalische Ausbildung. Dort begegnete er elektronischer Musik, älteren Instrumenten und historischen Repertoires, die in seiner späteren Musik nicht als museale Zitate, sondern als lebendige Transformationsfelder erscheinen.

Besonders prägend waren Begegnungen mit Bruno Maderna und Luigi Nono. Maderna steht für Offenheit, formale Beweglichkeit, dirigentische Praxis und internationale Avantgarde; Nono für politische Sensibilität, Venedig, Raumklang, Elektronik und eine Ethik des Hörens. Ambrosini übernimmt diese Impulse nicht epigonal, sondern verwandelt sie in eine eigene, oft spielerische, theatralische und klangforscherische Sprache.

Seit 1976 arbeitete Ambrosini am Centro di Sonologia Computazionale der Universität Padua. Diese frühe Beschäftigung mit Computermusik zeigt seine Nähe zu einer Forschungskultur, in der Klang nicht nur notiert, sondern analysiert, synthetisiert, räumlich gedacht und technisch erweitert wird. Aus dieser Perspektive erklärt sich auch sein Interesse an Live-Elektronik, Tonband, fixierten Medien, Klangobjekten, Pflanzen, präparierten Instrumenten, stumm geschalteten Klavieren und audiovisuellen Kreisläufen.

1979 gründete er das Ex Novo Ensemble in Venedig. Das Ensemble wurde zu einem Labor für zeitgenössische Musik, für venezianische Programme, für Uraufführungen, für Wiederentdeckungen, für Übergänge zwischen Alter und Neuer Musik und für Werke Ambrosinis selbst. 1983 folgte die Gründung des Centro Internazionale per la Ricerca Strumentale. Damit schuf Ambrosini eine institutionelle Form seiner ästhetischen Grundidee: Komposition ist nicht nur das Schreiben von Partituren, sondern Forschung an Instrument, Klang, Geste, Raum, Notation und Aufführungssituation.

Ausbildung, Venedig und frühe Prägungen

Ambrosinis Ausbildung verbindet Literatur, Musikgeschichte, Elektronik, historische Instrumentenkunde und Komposition. Diese Mehrfachausbildung ist für sein Werk zentral. Er denkt musikalische Form nicht nur aus Tonhöhen und Rhythmen heraus, sondern aus Sprache, Bild, Szene, Klangmaterial, Geschichte, Technik und Körperlichkeit.

Das Studium der Fremdsprachen und Literatur schärfte sein Interesse an Texten, an Mehrdeutigkeit, an Übersetzung, an semantischen Verschiebungen und an fremden kulturellen Schichten. Deshalb erscheinen in seinen Werken Autoren und Textwelten wie Torquato Tasso, William Blake, Yves Bonnefoy, Italo Calvino, Gaspara Stampa, Cecco Angiolieri, Sandro Cappelletto, Daniel Pennac, Mario Rigoni Stern, Andrea Zanzotto, Luigi Meneghello und venezianische Graffiti aus dem Lazzaretto Vecchio.

Die Auseinandersetzung mit Alten Instrumenten und venezianischer Musikgeschichte erklärt sein Verhältnis zur Tradition. Ambrosini bezieht sich auf Monteverdi, Gabrieli, Kapsberger, venezianische Mehrchörigkeit, Madrigal, Oper, Toccata und alte Tanzformen, aber selten in restaurativer Absicht. Historische Musik wird bei ihm perspektivisch verschoben, gebrochen, weiterkomponiert oder in neue klangliche Räume gesetzt.

Elektronische Musik und Computermusik

Die Arbeit am Centro di Sonologia Computazionale in Padua gehört zu den entscheidenden Linien in Ambrosinis Biographie. In den 1970er Jahren war Computermusik noch kein allgemein verfügbares Produktionsmittel, sondern ein Forschungsfeld, das technische, institutionelle und kompositorische Kompetenz verlangte. Ambrosinis frühe audiovisuelle Arbeiten, Tonbandstücke, Live-Elektronik und Medienkonzepte stehen in diesem Kontext.

Elektronik bedeutet bei Ambrosini nicht bloß Klangverstärkung oder Effekt. Sie erweitert die Aufführungssituation. Werke wie Negli sguardi di Eurialo e Niso, Cadenza estesa e coda, Anima mundi, Frammenti d’acque, Big Bang Circus, Il canto della pelle – Sex Unlimited, Vademecum, Apocalypsis cum figuris oder Orienteering verbinden Instrumentalspiel mit fixierten Medien, Live-Elektronik, Klangraum und szenischer Aktion.

Diese elektronische Dimension ist zugleich eng mit Venedig verbunden. Wasser, Raum, Echo, Zerfall, Geräusch, Hall und Distanz sind nicht nur metaphorische Motive, sondern akustische Erfahrungen. In Ambrosinis Musik wird Venedig als Hörraum begreifbar: nicht als Postkartenstadt, sondern als komplexes akustisches Gedächtnis.

Ex Novo Ensemble und CIRS

Das Ex Novo Ensemble wurde 1979 von Claudio Ambrosini in Venedig gegründet. Es widmet sich der Aufführung zeitgenössischer Musik und wurde zu einem wichtigen Träger venezianischer und internationaler Gegenwartsmusik. Für Ambrosini ist das Ensemble nicht nur ein Ausführungsapparat, sondern eine Werkstatt, in der neue Spieltechniken, Besetzungen, Raumkonzepte und historische Rückbezüge erprobt werden können.

Das 1983 gegründete Centro Internazionale per la Ricerca Strumentale, kurz CIRS, setzt diesen Werkstattgedanken fort. Der Begriff „ricerca strumentale“ ist programmatisch: Instrumente werden nicht als fertige Klangkörper benutzt, sondern als Forschungsfelder. Dazu gehören erweiterte Spieltechniken, Präparationen, historische Instrumente, Klangobjekte, Mischbesetzungen, ungewöhnliche Kombinationen und die Verbindung von instrumentaler Aktion mit Elektronik.

Diese institutionelle Arbeit unterscheidet Ambrosini von Komponisten, die ausschließlich aus der Partitur heraus wirken. Er schafft Bedingungen, unter denen Neue Musik ausprobiert, geprobt, gehört, vermittelt und dauerhaft im kulturellen Raum verankert werden kann. Damit wird er zu einer Schlüsselfigur der venezianischen Gegenwartsmusik nicht nur als Autor, sondern als Organisator.

Musiktheater und Opernkonzeption

Ambrosinis Musiktheater ist nicht auf die traditionelle Opernbühne beschränkt. Seine Gattungsbezeichnungen sprechen von opera multimediale, notturno lirico, balletto lirico-sinfonico, opera-circo, melodramma giocoso, ludodramma, fonurgia drammatica, happening sonoro, piccolo teatro musicale und madrigale drammatico. Schon diese Bezeichnungen zeigen, dass Theater bei Ambrosini ein offenes Feld aus Stimme, Szene, Klang, Text, Körper, Medien und Erinnerung ist.

Orfeo, l’ennesimo von 1984 knüpft an den Orpheus-Mythos und damit an die Ursprungserzählungen der Oper an, unterläuft aber jede einfache Wiedererzählung. Big Bang Circus verwandelt Kosmologie in ein Opern-Zirkus-Modell. Il canto della pelle – Sex Unlimited montiert Texte aus religiösen, erotischen, philosophischen und literarischen Quellen zu einem körper- und sinnzentrierten Musiktheater. Il killer di parole, nach Daniel Pennac und Ambrosini, behandelt Sprache selbst als gefährdete, spielerische und dramatische Substanz.

Tancredi appresso il Combattimento ist besonders charakteristisch für Ambrosinis Verhältnis zur Tradition. Das Werk setzt Torquato Tasso nach Monteverdis Combattimento di Tancredi e Clorinda weiter und fragt, was nach dem berühmten Kampf geschehen kann. Es ist kein Kommentar von außen, sondern eine perspektivische Fortsetzung, die historische Distanz als kompositorischen Stoff behandelt.

Instrumentale Forschung und Klangdramaturgie

Ambrosinis instrumentale Musik ist geprägt von einer Lust an spezifischen Klanggesten. Er schreibt nicht für abstrakte Besetzungen, sondern für konkrete Körper von Instrumenten: Gitarre, Flöte, Klarinette, Bassklarinette, Violine, Cello, Fagott, Harfe, Schlagzeug, präpariertes Klavier, aufrecht stehendes Klavier mit Total-Mute-Pedal, Pflanzen, Glasobjekte, Theorbe, Cembalo, Dulzian, Zink, Posaunen, Cimbalom und gemischte Ensembles werden klanglich erforscht.

Viele frühe Stücke für Gitarre tragen poetische oder visuelle Titel: Canzone d’ombre, Canzone a perdere, Tantalo sorridente, Tre studi sulla prospettiva, Notturno (Tombeau per Jimi H.). Diese Titel zeigen eine Verbindung von Klang, Bild, Raum und ironischem Denken. Instrumente werden nicht nur virtuos behandelt, sondern als Orte von Perspektive, Schatten, Körper, Erinnerung und Verfremdung.

In den Orchesterwerken erweitert Ambrosini diese Forschung ins Große. Tocar, Plurimo, Morte di Caravaggio, Phonurgia, Aria della battaglia und Dosàna nóva verbinden solistische Konstellationen, historische Anspielungen, Klangflächen, gestische Energie und szenisches Denken. Auch ohne Bühne bleibt seine Orchestermusik häufig theatralisch: Sie inszeniert Klangereignisse, Perspektiven, Maskierungen und plötzliche Umschläge.

Venedig als Klangraum

Venedig ist in Ambrosinis Werk mehr als Herkunftsort. Es ist Klangmodell, Erinnerungsraum, historischer Palimpsest und akustische Denkfigur. Die Stadt erscheint in Titeln wie Veneziano, Frammenti d’acque, La dona danada, Barena, drio l’Isola de le Scoasse, aerei lontani, cocai, in der Beschäftigung mit Monteverdi, Gabrieli, Casanova, venezianischen Graffiti und mit den Wasser- und Lagunenklängen der Stadt.

Venedig bedeutet bei Ambrosini nicht Nostalgie. Die Stadt erscheint als Schichtung: Renaissance, Barock, Oper, Lazzaretto, Biennale, Überschwemmung, Tourismus, Ruine, Resonanz, Maskenspiel und experimentelle Gegenwart. Gerade darin liegt die kulturelle Eigenart seiner Musik. Sie steht in der Stadt, aber sie verklärt sie nicht.

Diese venezianische Dimension verbindet Ambrosini mit Luigi Nono, aber auf eine andere Weise. Wo Nono den Raum oft als ethischen und politischen Hörraum denkt, behandelt Ambrosini den Raum häufiger als theatralisch, klanglich, historisch und spielerisch bewegliches Feld. Beide jedoch teilen die Vorstellung, dass Hören nicht neutral ist, sondern räumlich, geschichtlich und körperlich geprägt wird.

Auszeichnungen und internationale Präsenz

Ambrosini erhielt bereits früh Preise für Attimo relativo und Trobar clar. 1985 gewann er den Prix de Rome und verbrachte einen Aufenthalt an der Villa Medici. Im gleichen Jahr vertrat er Italien im Europäischen Jahr der Musik, 1986 beim International Rostrum of Composers der UNESCO. Diese Stationen markieren seine frühe internationale Sichtbarkeit.

Der Leone d’Oro der Biennale di Venezia 2007 für Plurimo (per Emilio Vedova) ist ein zentraler Punkt seiner öffentlichen Anerkennung. Das Werk für zwei Klaviere und großes Orchester verbindet konzertante Form, venezianische Kunstgeschichte und eine energiegeladene Orchesterdramaturgie. Dass der Preis im Rahmen der Biennale vergeben wurde, unterstreicht zugleich Ambrosinis Stellung innerhalb der venezianischen Gegenwartskultur.

Weitere Auszeichnungen wie der Music Theatre Now Prize, der Premio Franco Abbiati, der Premio Play.It!, der Premio Internazionale Paterna Baldizzi und der Premio Internazionale GAMO zeigen, dass Ambrosini sowohl im Musiktheater als auch im instrumentalen und diskographischen Bereich wahrgenommen wird. Die Aufnahme in die Accademia Nazionale di Santa Cecilia 2021 dokumentiert die institutionelle Anerkennung seines Lebenswerks.

Ausführlicher Kulturüberblick

Claudio Ambrosini gehört zu einer Generation italienischer Komponisten, die nach der historischen Avantgarde der 1950er und 1960er Jahre neue Wege suchte. Die Namen Bruno Maderna und Luigi Nono markieren einen mächtigen Hintergrund. Doch Ambrosini ist kein bloßer Nachfolger. Er verbindet die technische und ethische Radikalität der Nachkriegsavantgarde mit einer eigenen Neigung zu Spiel, Theater, historischer Erinnerung, ironischer Brechung und sinnlicher Klangfantasie.

In Italien hatte die Neue Musik nach 1945 mehrere Zentren: Mailand mit Studio di Fonologia, Darmstadt als internationales Bezugssystem, Rom mit Akademien und Rundfunk, Florenz mit Festivals, Palermo und Bologna mit Theaterexperimenten, Venedig mit der Biennale, Nono, Maderna, Gabrieli-Erinnerung und der akustischen Besonderheit der Stadt. Ambrosini steht innerhalb dieses Netzes, aber seine spezifische Signatur ist venezianisch.

Venedig ist bei ihm kein dekorativer Hintergrund. Die Stadt selbst ist eine Kompositionsfigur. Wasser verändert Schall, Räume erzeugen Echos, Steine speichern Geschichte, Kirchen und Scuole tragen polyphone Erinnerung, Gassen zerlegen Perspektiven, Masken verschieben Identitäten. Ambrosinis Musik antwortet darauf mit fragmentierten Formen, akustischen Spiegelungen, historischen Rückgriffen, szenischen Umwegen und Titeln, die oft wie kleine Theatermaschinen wirken.

Die historische Musik Venedigs ist ein dauernder Gegenstand seiner Arbeit. Giovanni Gabrieli, Claudio Monteverdi, Kapsberger, die venezianische Mehrchörigkeit und die frühe Oper erscheinen nicht als nostalgische Zitate, sondern als Material einer Gegenwartsmusik, die ihre eigene Herkunft befragt. Wenn Ambrosini Gabrieli bearbeitet oder Monteverdi weiterdenkt, geht es nicht um Rekonstruktion, sondern um Distanz, Überlagerung und Perspektive.

Seine Opern und Musiktheaterwerke zeigen die Grenzen des traditionellen Opernbegriffs. Orfeo, l’ennesimo deutet den Orpheus-Mythos neu, Big Bang Circus verknüpft Kosmologie und Zirkus, Il canto della pelle – Sex Unlimited entfaltet ein Spiel aus Körper, Religion, Erotik und Textgeschichte, Il killer di parole macht Sprache selbst zur dramatischen Instanz. Diese Werke stehen in einer Linie des europäischen Musiktheaters, die von Monteverdi über die Opera buffa, Futurismus, Kagel, Berio und Nono bis zur heutigen multimedialen Bühne reicht.

Ambrosinis Umgang mit Texten ist literarisch hoch bewusst. Er arbeitet mit Torquato Tasso, William Blake, Yves Bonnefoy, Sandro Cappelletto, Daniel Pennac, Italo Calvino, Gaspara Stampa, Andrea Zanzotto, Luigi Meneghello, Mario Rigoni Stern und vielen anderen Stimmen. Dabei entstehen keine Vertonungen im einfachen Sinn. Texte werden geschnitten, übersetzt, verschoben, dramatisiert, klanglich aufgeladen und mit Körpern, Instrumenten und Räumen konfrontiert.

Die instrumentale Forschung ist die zweite große Achse. Ambrosini denkt Instrumente als Resonanzkörper mit Geschichte und Widerstand. Das zeigt sich in den frühen Gitarrenstücken ebenso wie in Werken für präpariertes Klavier, Bassklarinette, Fagott, Harfe, Cimbalom, Theorbe, Cembalo, Pflanzen, Glasobjekte oder große Orchester. Seine Instrumentation ist oft nicht bloß farbig, sondern analytisch: Sie untersucht, was ein Instrument sein kann, wenn man seine gewohnte Funktion verschiebt.

Die Elektronik bildet eine dritte Achse. Seit der Arbeit am Centro di Sonologia Computazionale in Padua gehört Ambrosini zu jenen Komponisten, die Elektronik nicht als modisches Zusatzmedium verwenden, sondern als Erweiterung des Hörens. Fixierte Medien, Live-Elektronik, audiovisuelle Kreisläufe und computergestützte Verfahren machen den Klang beweglich, räumlich, erinnernd und manchmal auch unheimlich.

Der Gründungsakt des Ex Novo Ensemble 1979 ist kulturgeschichtlich besonders wichtig. Neue Musik braucht nicht nur Werke, sondern Institutionen, Musiker, Probenräume, Festivals, Vermittlung, Archiv, Publikum und langfristige Pflege. Ambrosini schuf in Venedig ein solches Labor. Dadurch wurde er zu einem Knotenpunkt zwischen Komposition, Aufführung, Forschung und kultureller Organisation.

Das CIRS erweitert diesen Laborcharakter. Der Begriff der instrumentalen Forschung verweist auf einen offenen Kunstbegriff: Komponieren heißt nicht nur, bekannte Instrumente zu besetzen, sondern die Bedingungen des Klingens selbst zu untersuchen. Diese Haltung verbindet Ambrosini mit der experimentellen Musik, mit der elektroakustischen Forschung und mit der europäischen Avantgarde, bleibt aber durch seine poetische und theatrale Titelwelt sehr persönlich gefärbt.

In der italienischen Gegenwartsmusik nimmt Ambrosini eine Position zwischen Strenge und Theatralität ein. Er ist nicht Minimalist, nicht Spektralist im engen Sinn, nicht serieller Nachzügler, nicht Neoromantiker. Seine Musik ist vielmehr ein bewegliches System aus Klangforschung, historischer Erinnerung, szenischer Energie, raffinierter Instrumentation, venezianischer Imagination und literarischer Konstruktion.

Die Auszeichnungen seit den 1980er Jahren zeigen, dass diese ästhetische Eigenart international wahrgenommen wurde. Der Prix de Rome, der Leone d’Oro, der Music Theatre Now Prize und die Abbiati-Preise markieren unterschiedliche Felder: akademische Anerkennung, Biennale-Kultur, innovatives Musiktheater, italienische Kritik und diskographische Rezeption. Ambrosinis Werk ist damit nicht nur Spezialgebiet der Kompositionsszene, sondern Teil einer größeren europäischen Kulturgeschichte der Musik nach 1970.

Wirkung und Forschungsstand

Ambrosinis Wirkung liegt in mehreren Bereichen. Als Komponist hat er ein großes, gattungsübergreifendes Œuvre geschaffen, das Musiktheater, Orchester, Kammermusik, Elektronik und Performance verbindet. Als Dirigent und Ensemblegründer hat er Aufführungsstrukturen für Neue Musik in Venedig geschaffen. Als Klangforscher hat er die Verbindung von Instrument, Elektronik und Raum systematisch erprobt.

Der Forschungsstand ist noch nicht abschließend. Es gibt Verlagsinformationen, Festivaltexte, Lexikonartikel, Rezensionen, Aufnahmetexte und Einzelstudien, doch eine umfassende deutschsprachige Monographie zu Ambrosini liegt nicht als allgemein zugängliches Standardwerk vor. Besonders lohnend wären detaillierte Studien zu seinem Musiktheater, zu seinem Verhältnis zu Venedig, zu seinen Bearbeitungen von Gabrieli und Monteverdi, zu seiner elektronischen Frühphase und zur Geschichte des Ex Novo Ensemble.

Für die deutschsprachige Kulturlexikon-Perspektive ist Ambrosini vor allem als Vertreter einer Gegenwartsmusik interessant, die sich nicht zwischen Historie und Experiment entscheiden muss. Seine Musik zeigt, dass alte Formen, venezianische Erinnerung, technische Forschung, Körpertheater, Instrumentalvirtuosität und elektronische Klangräume in einer einzigen kompositorischen Poetik zusammenkommen können.

Komplettes Werkverzeichnis nach Gattungen

Das folgende Werkverzeichnis beruht auf öffentlich zugänglichen Komponisten-, Verlags- und Repertoirelisten. Es ist nach Gattungen gegliedert und berücksichtigt Hauptwerke, Fassungen, konzertante Auszüge, elektronische Arbeiten, Radioproduktionen, Multimedia-Formen, Libretti und Bearbeitungen. Bei einem lebenden Komponisten bleibt jede „Vollständigkeit“ vorläufig, da neue Werke, Revisionen und Aufführungsfassungen hinzukommen können.

Musiktheater, Oper, Bühne und szenische Formen

Orfeo, l’ennesimo, 1984 Multimediale Oper in einem Akt nach einem Libretto von Carlo d’Altilia; Besetzung mit zwei Sopranen, Mezzosopran, Bläsern, Klavier, Schlagzeug und Streichern; später auch als konzertante Suite.
Il sogno, 1989 Lyrisches Nocturne für Sopran, Klavier beziehungsweise Sopran und Tonband beziehungsweise fixed media; Libretto von Claudio Ambrosini.
Canzoniere ballato, 1988–1991 Ballett in zwei Akten mit Texten von Yves Bonnefoy, anonymen italienischen Quellen des 13. Jahrhunderts und Giorgio Baffo; mehrere Teile sind auch als Konzertstücke verwendbar.
Anima mundi, 1995 Theater aus Klangbildern für Stimmen, Ensemble, fixed media und Live-Elektronik.
Frammenti d’acque, 1996 Klangdramaturgie in sieben Stationen zum Gedenken an die Überschwemmung von Venedig und Florenz am 4. November 1966; mit Flöte, Horn, Trompete, Harfe, Glasinstrumenten, Schlagzeug und Live-Elektronik.
Il giudizio universale, 1996 Opera buffa in einem Akt nach eigenem Libretto; mit Sopran, Tenor, männlichem Schauspieler, kleinem Orchester und Live-Elektronik.
Pandora librante, 1997 Lyrisch-sinfonisches Ballett in zwei Akten nach Italo Calvino, mit Texten von Lukrez, anonymen mittelalterlichen Quellen, Cecco Angiolieri und William Blake; mehrere Orchester- und Vokalteile sind konzertant aufführbar.
Le cahier perdu de Casanova, 1998 Kammer-Ballettoper in zwei Teilen mit Texten von Gaspara Stampa, Comtessa de Dia, Juana Inés de la Cruz, Murasaki Shikibu und provenzalischen Troubadours; mit drei Frauenstimmen, Harfe, Klavier zu vier Händen und Schlagzeug.
Big Bang Circus. Piccola storia dell’Universo, 2001–2002 Opern-Zirkus beziehungsweise Bühnenwerk zur Geschichte des Universums, mit Libretto von Sandro Cappelletto und Claudio Ambrosini; für Stimmen, Schauspieler, kleines Orchester und Live-Elektronik.
Vademecum, 2004 Kurzes Klangbrevier für Flöte, Klavier, Schlagzeug, fixed media und Live-Elektronik.
Il canto della pelle – Sex Unlimited, 2005–2006 Melodramma giocoso in zwei Teilen und einem Labyrinth; Libretto von Claudio Ambrosini nach religiösen, erotischen, mystischen und literarischen Quellen; ausgezeichnet mit dem Music Theatre Now Prize.
Il killer di parole, 2008–2010 Ludodramma in zwei Akten nach Daniel Pennac und Claudio Ambrosini; Auftragswerk des Teatro La Fenice; 2010 mit dem Premio Franco Abbiati als beste italienische Neuheit ausgezeichnet.
Apocalypsis cum figuris, 2012 Dramatische Fonurgie nach eigenem Text für kleine Trommel, fixed media und Live-Elektronik.
Balli delle belle bolle, 2013 Klang-Happening für variables Ensemble.
Blowing in the Wind, 2014 Kleines Musiktheater für Mezzosopran, Posaune, Klavier und aufblasbare Objekte; Texte von Claudio Ambrosini und Bob Dylan.
Tancredi appresso il Combattimento, 2017 Dramatisches Madrigal nach Torquato Tasso, eingerichtet von Claudio Ambrosini, für Sopran, Tenor, Bariton, Theorbe, Cembalo, Schlagzeug, Streichquintett und gegebenenfalls zwei Schlagzeuger; als heutige Fortsetzung zu Monteverdis Combattimento di Tancredi e Clorinda gedacht.
Segni sulla neve, 2019 Melolog nach Mario Rigoni Stern für Sprecher, Männerchor mit Handinstrumenten und Klavier.

Orchesterwerke und Konzerte

Veneziano, 1984–1985 Konzert für Klavier, aufrechtes Klavier mit Total-Mute-Pedal beziehungsweise elektronisches Keyboard und Orchester.
Doppio concerto grosso, 1987 Werk für Klavier, Schlagzeug, Ensemble und großes Orchester.
Andante leggero, quasi inesistente, 1997 Orchesterteil aus Pandora librante, auch als selbständiges Konzertstück aufführbar.
Prestissimo dimezzato, 1997 Orchesterteil aus Pandora librante, auch konzertant verwendbar.
Misurato kaosmicomico, 1997 Orchesterteil aus Pandora librante, dessen Titel eine Nähe zu Italo Calvinos kosmischer Fantastik signalisiert.
Notturno, dei sentieri, 1997 Orchesterteil aus Pandora librante, auch als selbständiges Konzertstück möglich.
Ostinato rampante, 1997 Vokal-orchestraler beziehungsweise konzertanter Teil aus Pandora librante, mit Bezug zur Werkfamilie um Calvino.
Pausa irreale, 2004 Orchesterwerk mit Holzbläsern, Hörnern, Trompeten, Klavier, Pauken, Schlagzeug und Streichern.
Tocar, 2006 Konzert für Klavier und großes Orchester, Auftrag des Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI.
Plurimo (per Emilio Vedova), 2007 Konzert für zwei Klaviere und großes Orchester, Auftrag der Biennale di Venezia; ausgezeichnet mit dem Leone d’Oro per la Musica del Presente.
Morte di Caravaggio (copia dal vero), 2015 Werk für Fagott und Orchester, uraufgeführt mit der Orchestra della Toscana.
Phonurgia, 2015 Großes Orchesterwerk, Auftrag der Kunstuniversität Graz.
Aria della battaglia, 2018 Orchesterwerk als Epode zur Aria della battaglia von Annibale Padovano im Kontext des Gedenkens an das Ende des Ersten Weltkriegs.
Rappresentazione di anima e corpo, 2019 Werk für Sopran, Bassklarinette und Orchester mit Textbezügen zu William Blake und tantrischen Quellen.
Dosàna nóva, 2021–2022 Orchesterwerk mit Uraufführung am 7. April 2022 in Rom durch das Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia unter Antonio Pappano.

Kammermusik, Ensemblewerke und Solowerke

Attimo relativo, 1973 Werk für variables Ensemble; frühes Beispiel für Ambrosinis offene Form- und Klangforschung.
Canzone d’ombre, um 1973, notiert 1992 Gitarrenstück aus dem frühen Werkkomplex poetischer Gitarrenminiaturen.
Canzone a perdere, um 1973, notiert 1992 Gitarrenwerk mit charakteristischem Titel zwischen Liedform, Verlustfigur und spielerischer Verfremdung.
Tantalo sorridente, um 1973, notiert 1992 Gitarrenstück, das mythologische Anspielung und instrumentale Miniatur verbindet.
Canzone molle, um 1973, notiert 1992 Frühes Gitarrenstück innerhalb der Werkgruppe der poetischen Canzoni.
Nulla nox sine linea. Due notturni per chitarra, um 1973, notiert 1993, revidiert 2013 Zwei Nocturnes für Gitarre; der Titel spielt auf tägliche schöpferische Linie und Zeichnung an.
Tre studi sulla prospettiva, um 1973–1974, notiert 1992–1993 Drei Gitarrenstudien, deren Einzelteile Scherzo (Omaggio à Escher), Canzone curva, detta dell’occhiolino und Pensiero minore auch einzeln aufführbar sind.
Blues, um 1974, notiert 1992 Gitarrenstück mit stilistischer Referenz auf Blues-Idiom und Ambrosinis frühe idiomatische Brechungen.
Notturno (Tombeau per Jimi H.), 1975, notiert 1992 Gitarrenstück als Hommage beziehungsweise Tombeau auf Jimi Hendrix.
Aula 104, 1976 Werk für Blockflöten, Krummhörner und Live-Elektronik.
Ziggurat, Mitte bis Ende der 1970er Jahre Werk für variables Ensemble resonierender Instrumente, etwa Harfen, Gitarren, Klaviere, Cembali oder Vibraphone.
Arie e danze, 1978 Gitarrenwerk, das alte Formtypen in zeitgenössischer Brechung aufnimmt.
Uno & trino, 1979 Werk für verstärkte Flöte, verstärkte Oboe und verstärkte Klarinette.
Three Holograms, späte 1970er Jahre Gitarrenwerk mit Einzelteilen Janus ipse, dixit, Rabdomante und Arcimboldo docet.
Negli sguardi di Eurialo e Niso, 1980 Werk für Flöte, Klarinette, zwei ins Wasser getauchte Pflanzen und fixed media; charakteristisch für Ambrosinis experimentelle Klangpoetik.
Cadenza estesa e coda, 1981 Werk für verstärkte Flöte, fixed media und Live-Elektronik.
Icaros, 1981 Werk für Violine; mythologische Fluchtfigur und solistische Virtuosität verbinden sich.
A guisa di un arcier presto soriano, 1981 Werk für Flöte.
Ballo contadino, 1981 Werk für Violine.
Trompe-l’oreille, 1981 Werk für Flöte und Vibraphon; der Titel spielt mit akustischer Täuschung.
“Oh, mia Euridice...” A fragment, 1981 Werk für Klarinette mit Stimme und Viola; spätere Fassung für Klarinette, Cello und Klavier.
Una forma, chiusa, 1981 Werk für Flöte, Violine und Viola.
Dedalo/Icaro, 1981–1982 Werk für Violine, später auch in einer Fassung für verstärkte Violine und Live-Elektronik.
Trobar clar, 1982 Werk für Flöte, Oboe, Klarinette, Saxophon und Trompete; auch in größerer Fassung mit Raumensemble.
Capriccio, detto L’Ermafrodita, 1983 Werk für Bassklarinette.
Rousseau, le douanier: Follia d’Orlando, 1983 Werk für Klarinette mit bild- und literaturgeschichtlicher Titelwelt.
Vietato ai minori, 1983 Werk für aufrechtes Klavier mit Total-Mute-Pedal beziehungsweise elektronisches Keyboard und Ensemble.
Nell’orecchio di Van Gogh, una pulce, 1983 Werk für aufrechtes Klavier beziehungsweise Klavier und Ensemble.
Concavo, convesso, 1983, revidiert 2000 Werk für aufrechtes Klavier beziehungsweise elektronisches Keyboard und Ensemble.
Gli italiani parlano tutti con le mani, 1984 Werk für aufrechtes Klavier beziehungsweise elektronisches Keyboard und Ensemble; Titel mit ironisch-gestischer Kultursemantik.
De vulgari eloquentia, 1984 Werk für Klavier und Ensemble.
Hic sunt leones, 1984 Werk für Klavier und Ensemble.
Impromptu, 1984 Werk für Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott.
Improvviso (Noche oscura), 1984–1985 Werk für Klavier und Ensemble mit Anspielung auf die mystische „dunkle Nacht“.
Trobar clus, 1985 Werk für Klavier und Ensemble; Titel mit Bezug zur okzitanischen Dichtung und zum Begriff des verschlossenen Sagens.
Dettaglio sacrilego, 1987 Werk für Schlagzeug und Ensemble.
I’mbrazilian, 1987 Gitarrenwerk mit spielerischer Sprach- und Identitätsverschiebung im Titel.
Rondaccio, 1988 Werk für Klavier und Schlagzeug beziehungsweise zwei Schlagzeuger; konzertante Fassung aus Canzoniere ballato.
Il satellite sereno, 1989 Werk für Flöte, Oboe, Klarinette, Violine, Cello, Klavier, Schlagzeug und fixed media.
La dona danada, 2010 Werk nach den Canti dal Lazareto Vecio für Sopran, Cimbalom, Schlagzeug und Ensemble; Bezug auf venezianische Graffiti aus dem Lazzaretto Vecchio.
Tre studi en plein air, 2013 Gitarrenwerk mit den Einzelteilen Notturno, Aube und Bus-stop.
Algario. Libro primo–Libro secondo, 2013–2014 Kleine „subaquatische Anthologie“ für Klarinette, Viola und Schlagzeug.
De alchimia, 2014 Werk für Flöte, Klarinette, Violine, Cello, Klavier und Schlagzeug mit gefundenen Objekten.
Gamut, 2015 Sieben Notenporträts für Harfe.
Ma misi me per l’alto mare aperto, 2015 Streichquartett mit Dante-Anspielung im Titel.
Un altro insopportabile pezzo per flauto, 2016 Werk für Flöte mit selbstironischem Titel.
Barena, drio l’Isola de le Scoasse, aerei lontani, cocai, 2017 Klangbrösel beziehungsweise kleines Klangstück für verstärktes Violoncello mit venezianisch-lagunarer Titelwelt.
Entartete Musik, 2017 Werk für Gitarre.
Grande fratello, 2017 Werk für Bassklarinette und Violoncello.
Incipit, 2017 Werk für Ensemble.
Domini minimi, 2017 Werk für Flöte, Bassflöte, Klarinette, Bassklarinette, Violine, Violoncello und Klavier.
Carnis ore, cordis ore, 2018 Werk für Flöte, Bassflöte und Gitarre.
Etymon n. 1–7, 2018 Serie von Improvisationsmodellen für beliebige Spieler beziehungsweise variables Ensemble, unter anderem Mirror, Mirror on the Wall, Of Human Bondage, Jacob’s Ladder, Roulette, Fearful Symmetry und Crossroads.

Chorwerke und größere Vokalwerke

Proverbs of Hell, 1990–1991 Kantate nach William Blake für Solostimmen, gemischten Chor, Klavier, Schlagzeug und großes Orchester.
Susanna, 1995–1996 Oratorium nach einem Text von Sandro Cappelletto für Knabensopran, Solostimmen, gemischten Chor, historische Instrumente, Orgelpositiv, Cembalo und Schlagzeug.
Acrobata, 1997 Werk nach Edoardo Sanguineti für vier gemischte Stimmen.
Passione secondo Marco, 1999–2000 Oratorium nach Sandro Cappelletto und dem Markusevangelium für Koloratursopran, Mezzosopran, Alt, Tenor, Bariton, Bass, Sprecher und Ensemble.
Soliloquy, 2003 und 2015 Werk nach Sylvia Plath für vier Frauenstimmen, später auch in erweiterter Fassung für acht gemischte Stimmen.
Dai “Filò” di Zanzotto, 2003 Werk nach Andrea Zanzotto für vier Frauenstimmen und Klavier.
Lied ohne Worte, 2004 Werk nach Beethoven, Schiller und Texten von Kindern aus Theresienstadt für Sopran, Kinderchor, Klavier und fixed media.
Ur-Malo, da Meneghello, 2007 Polyptychon nach Luigi Meneghello für vier Frauenstimmen, Klavier und Objekte.
La pupara, 2013 Madrigal nach Jolanda Insana für fünf gemischte Stimmen.
Fonofania, 2013 Lallation nach Text des Komponisten für Kinderchor und Orchester, Auftrag der Biennale di Venezia.
La Grande Guerra (vista con gli occhi di un bambino), 2014 „Wahre Fabel“ nach Sandro Cappelletto und weiteren Quellen für Sopran, Sprecher, Männerchor, Trompete, Klavier und Schlagzeug.
Shake!, 2016 Zwei Shakespeare-Sonette für acht gemischte Stimmen.

Vokale Kammermusik und Solostimme

Annunciazione, 1984 Werk nach Berto Morucchio für Sopran, Klarinette, Posaune, Viola, Klavier und Akkordeon.
Auguries of Innocence, 1984 Werk nach William Blake für Sopran und aufrechtes Klavier mit Total-Mute-Pedal.
Il segreto, 1988 Werk nach einem anonymen außereuropäischen Text für Sopran, Bläser, Harfe, Streicher und Schlagzeug.
Le fleuve, 1991 Werk nach Yves Bonnefoy für Sopran, Klarinette und Schlagzeug; Teil aus Canzoniere ballato.
Pàrtite amore, adeo, 1991 Werk nach einer anonymen italienischen Quelle des 13. Jahrhunderts für Sopran, Klarinette und Schlagzeug.
Lode alle tette, 1991 Werk nach Giorgio Baffo für Sopran, Klarinette, Violine ad libitum und Schlagzeug.
Ecu, che ascuti, 1993 Werk nach Giovanni Meli für Mezzosopran und Vibraphon.
Tutti parlano, 1993 Werk nach Virgilio Guidi für Sopran, Flöte und Violoncello.
Il sole, la polvere, 1997 Vokal-ensemblehafter Teil aus Pandora librante nach Lukrez.
L’usignolo, 1997 Vokalwerk nach einer anonymen italienischen Quelle des 13. Jahrhunderts; Teil aus Pandora librante.
S’i’ fosse foco, 1997 Werk nach Cecco Angiolieri, Teil aus Pandora librante.
Aube, 1997 Werk nach einer anonymen mittelalterlichen Quelle, Teil aus Pandora librante.
Due notturni, una serenata, un’alba, 1998 Konzertfassung aus Le cahier perdu de Casanova nach Gaspara Stampa für Sopran und Klavier.
Se il mare fosse de tocio / E mi me ne so’ ’ndao, 2011 Werk nach zwei venezianischen Volksliedern für Mezzosopran und Klavier.
Tremita l’aria, 2014 Werk nach Giuliano Scabia für Stimme und Ensemble.
Flashback, 2016 Werk nach Linda Mavian für Sopran, Flöte und Violoncello.

Klavier, Cembalo und Tasteninstrumente

Album di danze, come nuove, 1977 Werk für Klavier, auch in einer Fassung für Cembalo.
SSSonata, 1977–1978 Werk für aufrechtes Klavier mit Total-Mute-Pedal beziehungsweise Klavier.
Pandora/o, 1979 Klavierwerk.
Onda, 1979 Klavierprojekt für ein „sehr arbeitsames“ Zugabestück.
Rondò di forza, 1981 Klavierwerk.
Ballo Italiano, 1981 Werk für präpariertes Klavier.
Impromptu, 1982 Klavierwerk.
Épater! Épater!, 1982 Werk für aufrechtes Klavier mit Total-Mute-Pedal.
Grande ballo futurista, 1982 Werk für aufrechtes Klavier mit Total-Mute-Pedal.
Capriccio, 1982 Werk für zwei Klaviere.
Apocrifo, 1984 Werk für aufrechtes Klavier mit Total-Mute-Pedal.
Ballo in ottava rima, 1991 Teil aus Canzoniere ballato, auch als Konzertstück aufführbar.
Preludio, a sguardi, 1994 Klavierwerk.
Ciaccona, 1998 Klavierwerk mit historischer Formreferenz.
A Night with Casanova. Sei notturni, 1998 Konzertfassung aus Le cahier perdu de Casanova für Klavier.
Noblesse oblige, 2014 Werk für präpariertes Klavier.
Tecniche per la misurazione dell’infinito, 2014 Werk für drei Klaviere.
Mose, 2015 Klang-Canovaccio für Klavier zu vier Händen und fixed media.
Omphalos, 2018 Kleines Klavierhommagewerk an die Mutter Griechenland über ein griechisches Kinderthema.
Gamut n. 2 (Pavana), 2018 Werk für drei Klaviere.
Short Stories (Ales in Wonderland), 2018–2019 Klavierwerk beziehungsweise Werk für Tasteninstrumente.
Orienteering, 2019 Werk für ein oder mehrere Klaviere und Live-Elektronik.

Elektroakustische Musik

24 ore di un palazzo, 1976 Musik für eine Ausstellung von Ludovico de Luigi in Rom; fixed media.
Malo, audioritratto, 2007 Akustisches Porträt beziehungsweise Klangpilgerfahrt in fünf Stationen durch die Stadt Luigi Meneghellos; fixed media.
Anemos. Autoritratto sonoro, 2018 Musik für eine Ausstellung in Triest; fixed media.

Radioproduktionen

I sogni sono soltanto schiuma?, 1989 Zyklus von zwölf musikalischen Radiodramen nach Sandro Cappelletto, darunter Il sogno della miniera, Il sogno di Donizetti, Il sogno delle scale, Il sogno di Nabuccodonosor, Il sogno di Wagner, Il sogno del treno perduto, Il sogno degli amanti, Il sogno di Orlando, Il sogno di Costantino, Gli esami non finiscono mai, Il sogno dei lupi bianchi und La notte.
Miti, guerrieri, amorosi, 1993 Theater des Hörens nach Sandro Cappelletto mit acht einzeln sendbaren Teilen: Apollo e Marsia, Pasifae, Eco e Narciso, Atalanta, Persefone, Ermafrodita, Perseo e Andromeda und Ercole.

Multimedia, Film, Performance und audiovisuelle Arbeiten

Solo/Tutti, 1973–1975 Werk für Ensemble und audiovisuellen Kreislauf mit „direttore d’ascolto“, also einem Dirigenten des Hörens; auch als Filmfassung von 1979.
Video Music, 1976 Film beziehungsweise audiovisuelle Arbeit.
Christmas Carol, 1976 Filmische beziehungsweise audiovisuelle Arbeit.
Hair-Cut, 1976 Film beziehungsweise Performance-Film.
Autobiografia, 1976 Filmische Selbstreflexion innerhalb der frühen Medienarbeiten.
De Photographia, 1976 Film beziehungsweise audiovisuelle Arbeit mit Bezug auf Bild- und Aufzeichnungstechniken.
Tocco n. 1–3, 1976 Drei Film- beziehungsweise Medienarbeiten.
Audioidentikit, 1976 Film beziehungsweise audiovisuelles Identitätsstück.
Alphabets, 1976 Vokalspiel für beliebige Anzahl von Stimmen beziehungsweise Spielern und Tonbandgerät.
Sound Visions, 1976 Audiovisuelles Happening für beliebige Anzahl von Spielern.
Suono autografo, 1976 Werk für magnetisierte Schreibfeder und fixed media.
Light Solfeggio, 1977 Film beziehungsweise audiovisuelle Studie.
Taperecorder Suite, 1977 Filmische Suite mit den Teilen Relationships, Kissing, Perpetual Motion und I love you.
Zoom, 1977 Film beziehungsweise visuell-akustische Arbeit.
Wind Orchestra, 1977 Film beziehungsweise audiovisuelle Arbeit.
Istra Suite, 1977 Film beziehungsweise Medienarbeit.
Video Canon, 1977 Filmische beziehungsweise audiovisuelle Kanonform.
Ritratto, 1977 Filmisches Porträtstück.
A Sound a Day Keeps Time Away, 1977 Musikalischer Kalender für beliebige Anzahl von Stimmen oder Spielern.
Aria, 1978 Film beziehungsweise audiovisuelle Arbeit.
Progressione geometrica, 1978 Film beziehungsweise strukturelle audiovisuelle Studie.
Video Sonata, 1979 Filmische Sonatenform.
Sentire/ascoltare, 1979 Film beziehungsweise medientheoretische Arbeit über Hören und Wahrnehmen.
Gioco della Sibilla, 1980 Audiovisueller Spielraum für beliebige Anzahl von Kindern und Erwachsenen.
Pictures at Another Exhibition, 2018 Werk für Disklavier und Projektionen mit ironischem Bezug auf Bilder, Ausstellung und pianistische Traditionsgeschichte.

Libretti und Texte

Il bacio, 1989 Libretto beziehungsweise Textarbeit.
Per amore, 1989 Libretto beziehungsweise Textarbeit.
M’ama? Non m’ama?, 1994 Buffo-Musiktheater in einer Szene.
L’asino di Buridano, 1994 Buffo-Musiktheater in einer Szene.
SSS. Sportello Suoni Smarriti, 1995 Buffo-Musiktheater in einer Szene.
Il miracolo dei sensi, 1996 Opera buffa beziehungsweise Librettoentwurf.
Stesso posto, tra un anno, 1996 Buffo-Musiktheater in einer Szene.
Il mago dei suoni, 1998 Opera buffa beziehungsweise Musiktheatertext.
La curatrice, 2019 Melolog beziehungsweise Textarbeit.
Anche la beatitudine stanca, 2019 Textarbeit beziehungsweise Libretto.

Bearbeitungen und historische Transformationen

Canzon I a 5 und Canzon II a 6 nach Giovanni Gabrieli, 1985 Bearbeitungen aus Gabrielis Canzoni et sonate per sonar con ogni sorte de instrumenti für Ensemble.
Toccata aus Monteverdis L’Orfeo, 1985 Bearbeitung der berühmten Monteverdi-Toccata für Ensemble.
Serenata per un satellite nach Bruno Maderna, 1985 Bearbeitung für Flöte, Oboe, Klarinette, Violine, Violoncello und Schlagzeug.
Canzon XIII a 12, Canzon I a 5 und Sonata XIX a 15 nach Giovanni Gabrieli, 1998 Orchesterbearbeitung aus Gabrielis Sacrae symphoniae und Canzoni et sonate für großes Orchester mit erweiterten Bläser-, Harfen-, Klavier-, Schlagzeug- und Streichergruppen.
Toccar l’Orfeo, 2009 Freie Bearbeitung der Toccata aus Monteverdis L’Orfeo für großes Orchester.
Variazione XIII nach Beethovens Diabelli-Variationen, 2016 Bearbeitung der dreizehnten Variation aus Beethovens 33 Veränderungen über einen Walzer von A. Diabelli op. 120 für Bassflöte, Oboe, Klarinette, Schlagzeug und Streichtrio.

Diskographisch und aufführungspraktisch wichtige Werkkomplexe

Plurimo / Tocar / Morte di Caravaggio Werkkomplex großformatiger Konzert- und Orchesterstücke, der Ambrosinis Klangdenken zwischen Soloinstrument, Orchesterkörper und venezianischer Kunstreferenz dokumentiert.
Kapsberger, Secret Pages for Theorbo and Sounds of Venice Aufnahme- und Programmkosmos, der Ambrosinis Nähe zu venezianischer Klanggeschichte, Theorbe und historischer Imagination sichtbar macht.
Tancredi appresso il Combattimento Werk in engem Dialog mit Monteverdis Combattimento di Tancredi e Clorinda, besonders relevant für Programme, die Alte Musik und Gegenwartsmusik zusammenführen.
Il killer di parole Musiktheaterwerk mit starker Rezeption in der italienischen Kritik und mehreren Auszeichnungen.
Il canto della pelle – Sex Unlimited Preisgekröntes Musiktheaterwerk, das Ambrosinis körper-, text- und ritualbezogene Bühnenästhetik besonders deutlich zeigt.

Offene bibliographische Aufgaben

Revisionen und Fassungen Mehrere Werke existieren in verschiedenen Fassungen oder konzertanten Auszügen. Für ein historisch-kritisches Werkverzeichnis müssten alle Fassungen, Uraufführungsdaten, Widmungen und Besetzungsänderungen einzeln verifiziert werden.
Frühe Medienarbeiten Die Film-, Video- und Performancearbeiten der 1970er Jahre sind für Ambrosinis frühe Ästhetik wichtig, aber nicht überall gleich gut dokumentiert.
Elektronische Materialien Bei fixed media, Live-Elektronik und computergestützten Werken sind Trägermedien, Softwarestände, Aufführungsanweisungen und technische Realisierungen gesondert zu archivieren.
Ex Novo Ensemble Die Rolle des Ensembles als Uraufführungs-, Labor- und Vermittlungsinstitution wäre in einer eigenen Chronologie von Konzerten, Programmen und Aufträgen zu dokumentieren.
Verlagsstand Casa Ricordi betreut wichtige Teile des Katalogs; ältere, multimediale oder frei verfügbare Werke erfordern zusätzliche Recherche in Archiven, Festivalprogrammen und persönlichen Werkverzeichnissen.

Sekundärliteratur

  • Cappelletto, Sandro: Beiträge, Libretti und Einführungstexte zu Werken Claudio Ambrosinis. Wichtig für die Musiktheaterwerke, Radioproduktionen und textdramaturgischen Zusammenhänge.
  • Casa Ricordi: Werk- und Komponisteninformationen zu Claudio Ambrosini. Verlagsnahe Hauptquelle zu Biographie, Aufträgen, Auszeichnungen und neueren Werken.
  • Cresti, Renzo: Texte zur italienischen Gegenwartsmusik und zu Claudio Ambrosinis Klangästhetik. Nützlich für eine ästhetische Einordnung in die italienische Musik nach 1970.
  • Giornale della Musica: Rezensionen und Beiträge zu Einspielungen und Aufführungen Claudio Ambrosinis. Zeitgenössische Kritikperspektive auf Aufnahmen und Werkrezeption.
  • Living Composers Project: Claudio Ambrosini. Breite englischsprachige Werk- und Biographieliste mit Gattungsordnung und Auszeichnungsangaben.
  • MGG Online: „Ambrosini, Claudio“. Fachlexikalischer Referenzartikel zu Biographie, Werk und musikhistorischer Einordnung.
  • Programme und Archivmaterial der Biennale di Venezia. Besonders wichtig für Plurimo, den Leone d’Oro 2007, Auftragswerke und venezianische Aufführungszusammenhänge.
  • Programme des Ex Novo Ensemble. Zentrale Quellen für Ambrosinis Tätigkeit als Dirigent, Ensemblegründer und Organisator venezianischer Gegenwartsmusik.
  • Texte der Accademia Nazionale di Santa Cecilia und Konzertprogramme zu Dosàna nóva. Wichtig für neuere Orchesterwerke und institutionelle Anerkennung.
  • Ultraschall Berlin: Programminformationen zu Claudio Ambrosini. Deutschsprachige Aufführungskontexte und Hinweise zur Wahrnehmung Ambrosinis in Deutschland.

Ausgewählte Onlinequellen

Weiterführende Einträge

  • Accademia Nazionale di Santa Cecilia Italienische Akademie und Konzertinstitution, in die Ambrosini 2021 aufgenommen wurde.
  • Alvise Vidolin Italienischer Klangregisseur und Elektronikexperte, wichtig für Ambrosinis Umfeld elektronischer Musik.
  • Biennale di Venezia Zentrale venezianische Institution für Ambrosinis Auszeichnungen, Aufträge und Aufführungen.
  • William Blake Dichter, dessen Texte Ambrosini in mehreren Werken aufgreift.
  • Musiktheater Gattungsfeld, in dem Ambrosini Oper, Szene, Klang, Sprache, Körper und Medien neu verbindet.
  • Yves Bonnefoy Französischer Dichter, dessen Texte in Ambrosinis Canzoniere ballato und verwandten Werken erscheinen.
  • Sandro Cappelletto Librettist und Autor mehrerer Ambrosini-Projekte, darunter Radiowerke und Musiktheaterkontexte.
  • Casa Ricordi Musikverlag, der seit 2006 wichtige Teile von Ambrosinis Werk betreut.
  • Centro di Sonologia Computazionale Paduaer Forschungszentrum für elektronische und computergestützte Musik, an dem Ambrosini seit 1976 tätig war.
  • Centro Internazionale per la Ricerca Strumentale Von Ambrosini 1983 gegründetes venezianisches Zentrum für instrumentale Klangforschung.
  • Computermusik Technisches und ästhetisches Feld, das Ambrosinis Werk seit den 1970er Jahren mitprägt.
  • Elektronische Musik Klangbereich, in dem Ambrosini mit fixed media, Live-Elektronik und computergestützten Verfahren arbeitet.
  • Ex Novo Ensemble Von Ambrosini 1979 gegründetes venezianisches Ensemble für Gegenwartsmusik.
  • Giovanni Gabrieli Venezianischer Komponist, dessen Werke Ambrosini mehrfach bearbeitete und neu orchestrierte.
  • Italienische Neue Musik Übergeordneter Kontext von Ambrosinis Werk zwischen Nachkriegsavantgarde, Operntradition und Klangforschung.
  • Klangforschung Zentraler Begriff für Ambrosinis Arbeit an Instrument, Elektronik, Raum und Wahrnehmung.
  • Leone d’Oro Auszeichnung der Biennale di Venezia, die Ambrosini 2007 für Plurimo erhielt.
  • Live-Elektronik Aufführungsform, die Ambrosini in zahlreichen Bühnen-, Ensemble- und Klangarbeiten verwendet.
  • Bruno Maderna Komponist und Dirigent, dessen Begegnung für Ambrosinis Entwicklung wichtig war.
  • Luigi Meneghello Autor, dessen Werk und Stadtbezug in Ambrosinis Malo und Ur-Malo wichtig werden.
  • Claudio Monteverdi Venezianischer Bezugskomponist, den Ambrosini in Tancredi appresso il Combattimento und Toccar l’Orfeo weiterdenkt.
  • Musiktheater Gattungsfeld, in dem Ambrosini Oper, Szene, Klang, Sprache, Körper und Medien neu verbindet.
  • Neue Musik Übergreifender Bereich der Gegenwartsmusik, zu dem Ambrosinis Werk gehört.
  • Luigi Nono Venezianischer Komponist, dessen Begegnung Ambrosinis Entwicklung prägte.
  • Oper nach 1970 Historischer Kontext für Ambrosinis experimentelle Musiktheaterwerke.
  • Daniel Pennac Schriftsteller, dessen Stoffwelt in Ambrosinis Il killer di parole einfließt.
  • Prix de Rome Auszeichnung und Residenzform, die Ambrosini 1985 erhielt.
  • Ricerca strumentale Begriff der instrumentalen Forschung, der Ambrosinis CIRS und viele Werke prägt.
  • Torquato Tasso Dichter der Gerusalemme liberata, deren Tancredi- und Clorinda-Stoff Ambrosini weiterkomponiert.
  • Venedig Geburts-, Wirkungs- und Klangraum Ambrosinis.
  • Venezianische Musik Historischer und ästhetischer Kontext von Gabrieli, Monteverdi, Nono und Ambrosini.
  • Vox Secreta Von Ambrosini 2007 gegründetes Vokalensemble im Kontext seiner Arbeit mit Stimmen und historischer Klangkultur.