Ricciardo Amadino

Wahrscheinlich aus dem Raum Brescia stammender venezianischer Drucker und Musikverleger; Geburtsdatum, Sterbedatum und Sterbeort unbekannt; in Venedig von 1579 bis 1621 nachweisbar.

Überblick

Ricciardo Amadino, auch Riccardo Amadino oder latinisiert Ricciardus Amadinus, war einer der wichtigsten Musikdrucker und Musikverleger im Venedig um 1600. Seine Herkunft wird in der Forschung meist mit dem Raum Brescia verbunden; Geburtsdatum, Sterbedatum und Sterbeort sind unbekannt. Nachweisbar ist er in Venedig von 1579 bis 1621.

Amadino wurde besonders durch seine Zusammenarbeit mit Giacomo Vincenti, durch zahlreiche Madrigal-, Motetten-, Canzonetten-, Kirchenmusik- und Musiktheoriedrucke sowie durch zentrale Publikationen Claudio Monteverdis bekannt. Zu den wichtigsten Drucken seiner Offizin gehören Monteverdis L’Orfeo von 1609, die Neuausgabe von 1615, das fünfte Madrigalbuch von 1605 und die großformatige Kirchenmusiksammlung von 1610, in der die Vespro della Beata Vergine überliefert ist.

Amadino ist kulturgeschichtlich deshalb bedeutsam, weil er nicht nur Musik „druckte“, sondern den Übergang von der spätmittelalterlich-frühneuzeitlichen Handschriftenkultur zur gedruckten musikalischen Öffentlichkeit mitprägte. In seinen Drucken begegnen die wichtigsten Umbrüche der Epoche: die europäische Verbreitung italienischer Madrigale, der Aufstieg kleinerer weltlicher Vokalformen, die neue Bedeutung des Basso continuo, die Ausweitung mehrchöriger Kirchenmusik, die Drucklegung musiktheoretischer Kontroversen und die frühe Publikation der Oper als Partitur.

Kurzdaten

Name Ricciardo Amadino.
Weitere Namensformen Riccardo Amadino, Ricciardus Amadinus, Riciardus Amadinus, Amadinum Riciardum, Amadino Ricciardo.
Herkunft Wohl Brescia beziehungsweise Raum Brescia; in normierten Drucker- und Bibliotheksdaten als aus der Region Brescia stammend geführt.
Geboren Geburtsdatum unbekannt.
Gestorben Sterbedatum und Sterbeort unbekannt.
Tätigkeitszeit In Venedig seit 1579 tätig; noch 1621 nachweisbar.
Beruf Drucker, Musikdrucker, Verleger, Musikverleger, Buchdrucker und Herausgeber venezianischer Musikdrucke.
Wichtiger Wirkungsort Venedig, eines der führenden europäischen Zentren des Buch- und Musikdrucks.
Wichtige Partnerschaft Giacomo Vincenti; gemeinsame Druckproduktion vor allem 1583 bis 1586, später noch punktuelle Zusammenarbeit.
Druckermarke Nach der Trennung von Vincenti häufig mit einer Orgel als Druckermarke verbunden; andere Druckermarken-Überlieferungen zeigen auch St.-Georg-Motivik.
Schwerpunkte Madrigale, Canzonetten, Motetten, Psalmen, Messen, mehrchörige Kirchenmusik, geistliche Konzerte, Basso-continuo-Drucke, Opernpartituren und musiktheoretische Schriften.
Bedeutende Komponisten im Amadino-Umfeld Claudio Monteverdi, Luca Marenzio, Adriano Banchieri, Simone Molinaro, Giovanni Artusi, Ercole Bottrigari, Giammateo Asola, Leone Leoni, Antonio Mortaro, Lodovico Viadana, Benedetto Pallavicino und zahlreiche norditalienische Kirchenmusiker.
Berühmtester Druck Claudio Monteverdi, L’Orfeo, Venedig: Ricciardo Amadino, 1609; zweite Ausgabe 1615.
Dateiname amadino-ricciardo.shtml

Quellenlage, Namensformen und Datierung

Die Quellenlage zu Ricciardo Amadino ist typisch für viele frühneuzeitliche Drucker: Über die Person ist weit weniger bekannt als über die Drucke. Geburtsdatum, Sterbedatum und Sterbeort sind nicht sicher überliefert. Die Herkunft wird mit Brescia beziehungsweise mit der Region Brescia verbunden. Die Tätigkeit in Venedig ist hingegen gut nachweisbar, weil sie sich über Druckvermerke, Titelblätter, Druckermarken, Kataloge, RISM-Nachweise und erhaltene Stimmbücher fassen lässt.

Die Namensformen schwanken zwischen italienischem Ricciardo Amadino, der Variante Riccardo Amadino und lateinischen beziehungsweise katalogsprachlichen Formen wie Ricciardus Amadinus. In venezianischen Musikdrucken begegnen solche Varianten häufig, weil Druckvermerke, Widmungen, lateinische Titel und spätere Bibliothekskataloge unterschiedliche Formen bevorzugen. Für das Kulturlexikon wird Ricciardo Amadino als Lemma verwendet.

Die Aktivitätsdaten sind nicht identisch mit Lebensdaten. Die Angabe floruit 1572–1621 beziehungsweise aktiv 1579–1621 bezeichnet den Zeitraum, in dem Amadino in Dokumenten, Normdaten oder Drucken greifbar wird. Für eine biographische Darstellung ist deshalb Vorsicht nötig: Man kann seine Karriere als Drucker und Verleger beschreiben, aber keine gesicherte private Lebensgeschichte rekonstruieren.

Biographische Greifbarkeit

Ricciardo Amadino trat im letzten Drittel des 16. Jahrhunderts in den venezianischen Druckermarkt ein. Venedig war damals ein führendes Zentrum des europäischen Buchhandels. Anders als viele Komponisten, deren Leben über Anstellungen, Briefe oder Kirchenakten verfolgt werden kann, wird Amadino vor allem durch die Titelblätter seiner Drucke sichtbar. Sein Leben erscheint daher als Druckgeschichte: Wer wissen will, wer Amadino war, muss seine Publikationen, seine Partner, seine Druckermarken, seine Autoren und seine Marktposition untersuchen.

Er versuchte bereits 1579, selbständig Musik zu publizieren. Der entscheidende Aufstieg erfolgte aber durch die Zusammenarbeit mit Giacomo Vincenti. Zwischen 1583 und 1586 erschienen unter dem gemeinsamen Namen zahlreiche Musikdrucke, viele davon Neudrucke erfolgreicher Madrigalbücher, daneben aber auch Erstausgaben. Nach dem Ende der engen Partnerschaft arbeiteten beide Drucker selbständig weiter, blieben aber in einzelnen Fällen weiterhin verbunden.

Nach 1586 entwickelte Amadino eine eigene verlegerische Identität. Seine Offizin spezialisierte sich deutlich auf Musik. Der Bereich reichte von weltlichen Vokalwerken bis zu monumentalen geistlichen Drucken. In der Frühphase dominierte die Logik des Madrigalmarktes; um 1600 gewann die neue Kirchenmusik mit Orgelbass und der frühbarocke Basso-continuo-Druck immer größere Bedeutung. Amadino reagierte auf beide Entwicklungen.

Venedig als Druck- und Musikmarkt

Venedig war seit dem 16. Jahrhundert eines der wichtigsten europäischen Zentren des Musikdrucks. Die Stadt verband ökonomische Stärke, Papierhandel, Typographie, internationale Handelswege, ein dichtes Netz von Kirchen und Bruderschaften, zahlreiche Musiker, auswärtige Kunden und eine ausgeprägte Verlagstradition. Die Namen Ottaviano Petrucci, Scotto, Gardano, Giacomo Vincenti und Ricciardo Amadino stehen für verschiedene Phasen und Profile dieser Druckkultur.

Der Musikdruck war technisch anspruchsvoll. Stimmbücher mussten korrekt gesetzt, Stimmen parallel publiziert, Titelblätter gestaltet, Widmungen verfasst und Vertriebswege organisiert werden. Bei mehrstimmiger Musik konnte der Verlust eines einzigen Stimmbuchs eine ganze Sammlung unbrauchbar machen. Drucker wie Amadino waren deshalb nicht nur Handwerker, sondern Koordinatoren eines komplexen musikalischen Marktes.

Venedig war zudem ein Vermittlungszentrum zwischen Italien und Mitteleuropa. Musikdrucke aus Venedig gelangten nach Süddeutschland, Österreich, Böhmen, Polen, in die habsburgischen Länder und in zahlreiche Kloster-, Hof- und Stadtbibliotheken. Amadinos Drucke waren Teil dieser Zirkulation. Seine Ausgaben prägten daher nicht nur lokale venezianische Musik, sondern den europäischen Zugriff auf italienische Komposition um 1600.

Zusammenarbeit mit Giacomo Vincenti

Die Partnerschaft mit Giacomo Vincenti war für Amadinos Karriere entscheidend. Von 1583 bis 1586 publizierten Vincenti und Amadino eine große Zahl von Musikdrucken. Die Forschung schwankt je nach Zählweise zwischen mehr als siebzig und ungefähr achtzig Drucken. Viele dieser Publikationen waren Neudrucke erfolgreicher Madrigal- und Motettenbücher, andere waren Erstausgaben neuer Sammlungen.

Die Zusammenarbeit zeigt, wie stark der venezianische Musikdruck auf Repertoireökonomie beruhte. Erfolgreiche Madrigalbücher wurden neu aufgelegt, in andere Märkte getragen und durch attraktive Titelblätter und Widmungen positioniert. Zugleich konnten Drucker neue Komponisten sichtbar machen. Amadino lernte in dieser Partnerschaft offenbar die Marktdynamik des Musikdrucks: Nachfrage, Repertoirepflege, Drucktechnik, Vertrieb und Konkurrenz.

Nach 1586 endete die enge Zusammenarbeit. Dennoch erscheinen Vincenti und Amadino später noch gelegentlich gemeinsam oder in enger Nachbarschaft. Das ist für Venedig nicht ungewöhnlich. Konkurrenz und Kooperation lagen im frühneuzeitlichen Druckgewerbe oft nahe beieinander. Drucker konnten Rivalen, Partner, Nachdrucker und Marktbeobachter zugleich sein.

Eigenständige Offizin, Druckermarke und Verlagsprofil

Nach der Trennung von Vincenti profilierte sich Amadino als eigenständiger Musikdrucker. Besonders auffällig ist die mit ihm verbundene Druckermarke der Orgel. Sie passt zu seinem Profil: Amadino war kein allgemeiner Buchdrucker, der gelegentlich Musik druckte, sondern ein Drucker, dessen Name stark mit musikalischem Material verbunden wurde. In Druckermarken-Datenbanken erscheint außerdem eine St.-Georg-Motivik; die Marke und ihre Varianten gehören daher quellenkritisch zur materiellen Kultur seiner Offizin.

Das Verlagsprofil lässt sich in drei große Bereiche gliedern. Erstens druckte Amadino weltliche Vokalmusik, vor allem Madrigale und Canzonetten. Zweitens druckte er geistliche Musik, darunter Motetten, Psalmen, Messen, Magnificat-Vertonungen, Litaneien und mehrchörige Werke. Drittens publizierte er musiktheoretische und didaktische Schriften beziehungsweise Musikdrucke mit Lehr- oder Debattencharakter.

Seine Offizin stand damit genau an der Schwelle zweier musikalischer Epochen. Einerseits bewahrte sie die spätcinquecenteske Kultur des mehrstimmigen Madrigals. Andererseits druckte sie Werke, die bereits zum frühbarocken Denken gehören: Generalbass, Orgelbasso, konzertierende Kirchenmusik, Opernpartitur, moderne Harmonik und musikalische Affektdramaturgie.

Monteverdi-Drucke und musikalischer Schlüsselrang

Amadinos Name ist untrennbar mit Claudio Monteverdi verbunden. Schon in der Zusammenarbeit mit Vincenti erschien Monteverdis frühe Canzonette a tre voci von 1584. Später druckte Amadino zentrale Werke aus Monteverdis reifer Phase, darunter das vierte Madrigalbuch von 1603, das fünfte Madrigalbuch von 1605, die Scherzi musicali von 1607, die Partitur zu L’Orfeo von 1609 und die große Kirchenmusiksammlung von 1610.

L’Orfeo ist besonders wichtig, weil der Druck von 1609 eine der frühesten und bedeutendsten überlieferten Opernpartituren darstellt. Dass Amadino diese Partitur druckte, machte ein höfisches Mantuaner Bühnenwerk in einer ungewöhnlich detaillierten, europaweit rezipierbaren Form verfügbar. Die zweite Ausgabe von 1615 zeigt zudem, dass der Druck nicht nur ein einmaliges Dokument blieb, sondern weiterhin verlegerische Bedeutung hatte.

Die Kirchenmusiksammlung von 1610 ist ein weiterer Schlüsselpunkt. Sie enthält die Messe In illo tempore und die berühmte Vespro della Beata Vergine. Dieser Druck steht für den Anspruch, groß angelegte geistliche Musik in repräsentativer Form zu publizieren. Amadinos Offizin wurde dadurch zum Träger eines der wichtigsten musikalischen Monumente des frühen 17. Jahrhunderts.

Madrigal, Canzonetta und weltliche Vokalmusik

Der Madrigalmarkt war für Amadino zentral. Im späten 16. Jahrhundert war das Madrigal eine europäische Leitgattung. Es verband Dichtung, musikalische Expressivität, gelehrte Satzkunst, höfische Kultur und häusliche Musizierpraxis. Drucker wie Amadino machten Madrigale in Stimmbüchern verfügbar und ermöglichten ihre weiträumige Verbreitung.

Zu den wichtigsten Komponisten im Umfeld von Amadinos Madrigal- und Canzonettendrucken gehören Claudio Monteverdi, Luca Marenzio, Orazio Vecchi, Giovanni Giacomo Gastoldi, Ruggiero Giovannelli, Benedetto Pallavicino, Leone Leoni, Simone Molinaro und viele weitere norditalienische Komponisten. Dabei ist Amadino nicht nur als Erstverleger, sondern auch als Nachdrucker, Wiederverleger und Marktvermittler zu verstehen.

Die Canzonetta und verwandte leichtere Formen erweiterten den Markt. Sie waren oft kürzer, eingängiger und stärker auf gesellige Aufführung bezogen als gelehrte Madrigale. Die Verbindung von Madrigal und Canzonetta zeigt, dass Amadino nicht nur für elitäre Kunstmusik druckte, sondern auch für eine breitere, kaufkräftige Musizierkultur.

Kirchenmusik, Motette und Generalbassdrucke

Amadinos geistliche Drucke sind für die Geschichte der Kirchenmusik um 1600 besonders wichtig. In ihnen begegnen Motetten, Messen, Psalmen, Magnificat-Vertonungen, Litaneien, Vespermusik, mehrchörige Werke und Sammlungen mit Orgelbass. Viele dieser Drucke stehen an der Schwelle von der vokalpolyphonen Kirchenmusik der Renaissance zur konzertierenden, basso-continuo-gestützten Kirchenmusik des Frühbarock.

Der Begriff basso generale, basso continuo oder basso per l’organo erscheint in zahlreichen Drucken der Zeit. Er zeigt, dass die Orgel als stützendes und harmonisch strukturierendes Instrument eine neue Druck- und Aufführungspraxis verlangte. Amadino reagierte darauf, indem er Sammlungen druckte, die ausdrücklich für das Singen mit Orgel oder für den instrumentalen Generalbassgebrauch eingerichtet waren.

Besonders aufschlussreich sind die Kirchenmusikdrucke von Antonio Mortaro, Benedetto Re, Lodovico Viadana, Leone Leoni und anderen. Sie zeigen, dass Amadino nicht nur berühmte Namen druckte, sondern auch eine große Zahl regionaler Kapellmeister und Kirchenmusiker in den europäischen Umlauf brachte.

Musiktheorie, Lehrdrucke und Druckpraxis

Neben praktischer Musik druckte Amadino auch musiktheoretische beziehungsweise didaktisch bedeutsame Werke. Dazu gehört Giovanni Maria Artusis L’arte del contraponto ridotta in tavole, das 1586 gemeinsam mit Vincenti erschien, sowie Ercole Bottrigaris Il desiderio, dessen erste Ausgabe mit Amadinos Offizin verbunden ist. Solche Drucke zeigen, dass Amadino nicht nur Repertoire, sondern auch musikalisches Wissen verbreitete.

Musiktheorie war um 1600 kein abstrakter Nebenbereich. Sie stand im Zentrum ästhetischer und kompositorischer Konflikte. Artusi wurde später als Kritiker Monteverdis berühmt; Bottrigari diskutierte Fragen der Aufführung, des Tonsystems und der musikalischen Praxis. Wenn Amadino sowohl Monteverdi als auch musiktheoretische Debattentexte druckte, zeigt sich darin die Breite des venezianischen Musikmarktes.

Die Druckpraxis selbst war Teil der Musiktheorie. Partiturdruck, Stimmbuchdruck, Generalbassstimme, Orgelbass, Partiturauszüge, Druckermarken, Widmungen und Vorreden strukturierten die Art, wie Musik gelesen, verstanden, verkauft und aufgeführt wurde. Amadinos Offizin war ein Ort, an dem diese materiellen und theoretischen Bedingungen zusammenkamen.

Ausführlicher Kulturüberblick

Ricciardo Amadino gehört in eine Zeit, in der der Musikdruck die europäische Musik grundlegend veränderte. Vor dem Druck war Musikverbreitung an Abschriften, Lehrer-Schüler-Beziehungen, Hofkapellen, Klöster und lokale Archive gebunden. Der Druck machte Musik marktfähig, sammelbar, wiederholbar und überregional vergleichbar. Ein venezianischer Drucker konnte ein Madrigalbuch aus Mantua, Ferrara, Cremona, Verona oder Brescia in ein europäisches Objekt verwandeln.

Venedig war dabei ein Idealort. Die Stadt besaß Handelsverbindungen, Drucktechnik, Papier, Kapital, internationale Kunden und eine dichte musikalische Infrastruktur. Die venezianische Druckkultur stand in Konkurrenz und Kontinuität zu großen Häusern wie Gardano und Scotto. Amadino trat in diese Tradition ein, ohne lediglich ein Epigone zu sein. Sein Profil entstand aus Spezialisierung, schneller Marktreaktion und der Fähigkeit, zentrale Komponisten an seine Offizin zu binden.

Die Partnerschaft mit Giacomo Vincenti zeigt die erste Phase: Amadino war Teil eines produktiven Druckerverbundes, der erfolgreiche Musik rasch in Umlauf brachte. Die hohe Zahl gemeinsamer Publikationen zwischen 1583 und 1586 zeigt, wie groß der Bedarf an gedruckter Musik war. Madrigale, Canzonetten, geistliche Stücke und theoretische Texte wurden nicht nur für professionelle Kapellen, sondern auch für gebildete Laien, Höfe, Akademien und Sammler produziert.

Die eigenständige Amadino-Offizin markiert die zweite Phase. Hier tritt der Drucker deutlicher als musikalischer Verleger hervor. Er war nicht nur technischer Hersteller, sondern entschied, welche Werke er auflegte, welche Neudrucke er für lohnend hielt, welche Komponisten sichtbar wurden und welche Form ein Druck erhielt. Der Musikdrucker war damit ein kultureller Filter. Ohne solche Drucker wäre ein großer Teil der Musik um 1600 heute verloren oder nur lokal bekannt.

Amadinos Monteverdi-Drucke zeigen die dritte und folgenreichste Dimension. Monteverdis vierter und fünfter Madrigaldruck stehen im Zentrum der modernen Madrigalgeschichte; das fünfte Buch ist mit der seconda pratica verbunden und enthält eine deutliche Wendung zu Basso-continuo-Denken und dramatischer Expressivität. L’Orfeo macht die frühe Oper als Partitur greifbar. Die Kirchenmusik von 1610 macht großdimensionierte geistliche Musik in einer gedruckten, überlieferungsstarken Form verfügbar. Amadino steht daher an den materiellen Voraussetzungen des Monteverdi-Kanons.

Auch die Kirchenmusikdrucke sind kulturgeschichtlich hochrangig. Sie dokumentieren, wie der Generalbass in den Druck eindrang. Die Orgel wurde nicht mehr nur als Begleitinstrument im praktischen Kirchenraum gedacht, sondern erhielt eigene gedruckte Stimmen oder Bässe. Dadurch veränderte sich die Schriftform der Musik. Der Druck organisierte nicht nur Klang, sondern auch musikalische Arbeitsteilung: Sänger, Organist, Kapellmeister und Instrumentalisten erhielten differenzierte Materialien.

Schließlich ist Amadino ein Beispiel für die europäische Reichweite italienischer Drucke. Seine Ausgaben wurden in Bibliotheken und Inventaren nördlich der Alpen nachweisbar. Venedig war für Mitteleuropa ein musikalischer Exporthafen. Italienische Musik wurde nicht nur durch reisende Musiker, sondern durch Papier transportiert. Amadinos Drucke sind daher Medienereignisse: Sie verknüpfen lokale venezianische Produktion mit europäischer Rezeption.

Wirkung, Forschung und heutige Bedeutung

Amadinos Nachruhm beruht vor allem auf den von ihm gedruckten Werken, nicht auf einer biographisch ausgearbeiteten Persönlichkeit. In der Monteverdi-Forschung ist sein Name unvermeidlich, weil zentrale Drucke des Komponisten bei ihm erschienen. In der Geschichte des Musikdrucks erscheint er als einer der bedeutenden venezianischen Spezialisten nach Gardano und Scotto. In RISM, Bibliothekskatalogen und Digitalisaten ist sein Name ein Schlüssel zur Erschließung norditalienischer Musik um 1600.

Die moderne Bedeutung Amadinos liegt auch in der Materialität seiner Drucke. Forschung zu L’Orfeo, zu Monteverdis Madrigalbüchern, zur Vesper von 1610, zu Artusi, zu Bottrigari, zu geistlicher Mehrchörigkeit oder zu Generalbassdrucken führt immer wieder zur Frage, wie die gedruckte Quelle eingerichtet ist. Seit der historischen Aufführungspraxis des 20. Jahrhunderts sind Drucke wie die Amadino-Ausgaben nicht nur bibliographische Objekte, sondern praktische Ausgangspunkte für Editionen, Aufführungen und Aufnahmen.

Amadino ist damit ein Kulturvermittler ersten Ranges. Er komponierte nicht, aber ohne seine Drucke wäre ein Teil der Musikgeschichte anders überliefert. Sein Name steht für die Einsicht, dass Musikgeschichte nicht nur von Komponisten und Werken handelt, sondern auch von Druckern, Setzern, Papier, Vertrieb, Katalogen, Widmungen, Nachdrucken und Lesern.

Druck- und Verlagsverzeichnis

Ein „Werkverzeichnis“ Ricciardo Amadinos ist sachgerecht als Druck- und Verlagsverzeichnis zu verstehen. Da Amadino selbst Drucker und Verleger war, nicht Komponist, werden hier die wichtigsten nachweisbaren Druckgruppen und kulturgeschichtlich zentralen Einzelpublikationen geordnet. Ein absolut vollständiges wissenschaftliches Verzeichnis muss über RISM, USTC, EDIT16, lokale Bibliothekskataloge und erhaltene Stimmbücher überprüft werden; die folgende Übersicht bildet den für ein Kulturlexikon relevanten Kernbestand mit Schwerpunkt auf Musikgeschichte, Druckprofil und überlieferungsgeschichtlicher Bedeutung.

Frühe Eigenversuche und allgemeine Druckerdaten

Erste eigenständige Tätigkeit, 1579 Amadino erscheint in Venedig bereits 1579 als Drucker. Der frühe Versuch, Musik selbständig zu publizieren, war zunächst noch nicht dauerhaft erfolgreich, bildet aber den Beginn seiner dokumentierbaren Druckerlaufbahn.
Aktivitätszeit in Venedig Die Tätigkeit wird in Drucker- und Normdaten von 1579 bis 1621 geführt; einzelne ältere Formen nennen auch floruit 1572–1621.
Druckermarke Orgel Nach der Trennung von Vincenti wird Amadino besonders mit einer Orgel-Druckermarke verbunden. Diese Marke passt zu seinem Profil als Musikdrucker.
Druckermarke St. Georg In Druckermarken-Datenbanken ist für Amadino auch ein Motiv mit St. Georg, Drachen und betender Frau nachgewiesen. Diese Überlieferung gehört zur materiellen Identität der Offizin.

Gemeinsame Drucke mit Giacomo Vincenti, 1583–1586

Vincenti-Amadino-Partnerschaft Zwischen 1583 und 1586 publizierten Giacomo Vincenti und Ricciardo Amadino eine sehr große Zahl von Musikdrucken, je nach Zählweise mehr als siebzig beziehungsweise ungefähr achtzig Bücher. Viele waren Neudrucke erfolgreicher Sammlungen, andere Erstausgaben.
Claudio Monteverdi: Canzonette a tre voci, Libro primo, 1584 Früher Monteverdi-Druck im gemeinsamen Vincenti-Amadino-Kontext. Er zeigt Amadinos Beteiligung an der frühen gedruckten Karriere Monteverdis.
Giovanni Maria Artusi: L’arte del contraponto ridotta in tavole, 1586 Musiktheoretischer Druck, gemeinsam bei Giacomo Vincenti und Ricciardo Amadino in Venedig erschienen. Das Werk ist für Kontrapunktlehre und spätere Artusi-Rezeption bedeutsam.
Nachdrucke erfolgreicher Madrigalbücher Die gemeinsame Produktion umfasste zahlreiche Madrigal- und Vokalmusikdrucke, die auf vorhandene Marktnachfrage reagierten. Diese Nachdruckkultur war für den venezianischen Musikmarkt zentral.
Spätere punktuelle Zusammenarbeit Auch nach 1586 arbeiteten Vincenti und Amadino punktuell erneut zusammen, unter anderem in späteren Jahren um 1600 und 1604.

Monteverdi-Drucke bei Ricciardo Amadino

Canzonette a tre voci, Libro primo, 1584 Frühe weltliche Vokalsammlung Claudio Monteverdis, gedruckt in Venedig bei Giacomo Vincenti und Ricciardo Amadino. Der Druck gehört noch zur gemeinsamen Phase mit Vincenti.
Il quarto libro de madrigali a cinque voci, 1603 Vierter Madrigaldruck Monteverdis, Venedig: Ricciardo Amadino, 1603. Der Druck ist ein Schlüsselwerk der späten Madrigalkunst und der Monteverdi-Rezeption vor der offenen Artusi-Kontroverse.
Il quinto libro de madrigali a cinque voci, 1605 Fünftes Madrigalbuch Monteverdis, Venedig: Ricciardo Amadino, 1605. Besonders wichtig wegen des Basso continuo für die letzten Stücke, der Widmung an Vincenzo Gonzaga und der Nähe zur Diskussion um die seconda pratica.
Scherzi musicali a tre voci, 1607 Weltliche Sammlung Monteverdis, Venedig: Ricciardo Amadino, 1607. Sie gehört zu den Drucken, die Monteverdis kleinere, vokal-instrumental flexible Formen im Druck verbreiteten.
L’Orfeo, favola in musica, 1609 Erste gedruckte Partitur von Monteverdis L’Orfeo, Venedig: Ricciardo Amadino, 1609. Einer der bedeutendsten Operndrucke des frühen 17. Jahrhunderts.
Sanctissimae Virgini Missa senis vocibus ac Vesperae pluribus decantandae, 1610 Großer Kirchenmusikdruck Monteverdis, Venedig: Ricciardo Amadino, 1610. Enthält die Messe In illo tempore und die Vespro della Beata Vergine.
L’Orfeo, zweite Ausgabe, 1615 Zweite Ausgabe beziehungsweise Neudruck von Monteverdis L’Orfeo, Venedig: Ricciardo Amadino, 1615. Diese Ausgabe ist für die Überlieferungsgeschichte des Werks ebenso wichtig wie der Erstdruck.
Il quarto libro de madrigali, Neudruck, 1615 Neudruck des vierten Madrigalbuchs Monteverdis, Venedig: Ricciardo Amadino, 1615. Er zeigt die fortdauernde Nachfrage nach dem Repertoire.

Weltliche Vokalmusik, Madrigale und Canzonetten

Luca Marenzio Amadino druckte beziehungsweise verbreitete Werke Marenzios und gehört damit zu den wichtigen Druckern der späten italienischen Madrigalkultur.
Giovanni Giacomo Gastoldi Gastoldis Canzonetten und verwandte weltliche Vokalformen gehören zum Marktsegment, das Amadinos Offizin bediente.
Orazio Vecchi Vecchis weltliche Vokalmusik und komisch-theatralische Madrigaltradition stehen im weiteren Umfeld venezianischer Musikdrucke, die Amadino mitprägte.
Benedetto Pallavicino Pallavicinos Madrigale und geistliche Werke erscheinen im Kontext venezianischer Druckproduktion; Amadino ist für mehrere Publikationszusammenhänge dieses Repertoires relevant.
Ruggiero Giovannelli Giovannellis Madrigaldrucke gehören zum Repertoire der venezianischen Vokalmusikzirkulation, an der Amadino und seine Konkurrenten beteiligt waren.
Simone Molinaro Molinaros Concerti ecclesiastici und weitere Drucke zeigen die Grenze zwischen weltlicher, geistlicher und konzertierender Praxis in Amadinos Verlagsumfeld.
Antonio Il Verso Amadino ist in der Forschung zu Il Versos Madrigaldrucken greifbar; Widmungen und Verlegerparatexte zeigen seine aktive Rolle als Herausgeber und Marktakteur.
Weitere Madrigal- und Canzonettendrucke Zu Amadinos umfangreicher Produktion gehören zahlreiche heute nur über RISM, Kataloge und erhaltene Stimmbücher vollständig zu erschließende Madrigal-, Canzonetten- und weltliche Vokalmusikdrucke.

Geistliche Musik, Motetten, Psalmen und Vesperdrucke

Giammateo Asola: Vespertina beziehungsweise Vesperdrucke Asolas mehrstimmige Vesper- und Psalmendrucke gehören zum geistlichen Repertoire, das im Amadino-Kontext nachweisbar ist, darunter groß besetzte mehrchörige Sammlungen.
Leone Leoni: Sacri fiori, 1606 und 1608 Motettendrucke für zwei, drei und vier Stimmen mit Orgelpartitur beziehungsweise Basso für Organisten, Venedig: Ricciardo Amadino. Diese Drucke zeigen die praktische Generalbass- und Orgelorientierung der geistlichen Kleinform.
Antonio Mortaro: Missen und geistliche Sammlungen Mehrere Werke Mortaros erschienen bei Amadino, darunter Missen, Psalmen, Motetten, Magnificat-Vertonungen und mehrchörige Kirchenmusikdrucke. Sie sind für die norditalienische Kirchenmusik um 1600 besonders wichtig.
Benedetto Re: Integra psalmodia vespertina, 1610 Vesperpsalmen und Litaneien in mehrstimmiger Anlage, Venedig: Ricciardo Amadino. Der Druck steht für die liturgische Repertoireversorgung größerer Kapellen.
Bastiano Miseroca: Messa, vespro, motetti et letanie della B. Vergine, 1609 Geistliche Sammlung mit Messe, Vesper, Motetten und Litaneien, Venedig: Ricciardo Amadino. Sie zeigt das Repertoireprofil marianischer und mehrstimmiger Kirchenmusik.
Giacomo Finetti: Orationes vespertinae, 1606 Vesperbezogene vierstimmige Sammlung, Venedig: Ricciardo Amadino. Der Druck gehört zur geistlichen Gebrauchsmusik für Kapellen und Kirchen.
Lodovico Viadana: geistliche Konzerte und Generalbasskontext Viadanas Werke standen im Zentrum der neuen geistlichen Konzertpraxis mit Basso continuo. Amadinos Druckumfeld ist für die Verbreitung dieser Praxis wichtig.
Psalmen, Magnificat und Litaneien Amadinos geistliche Produktion umfasst zahlreiche Drucke für Vesper, Hochfeste, Marienliturgie und mehrchörige Aufführung. Diese Drucke waren für den Export italienischer Kirchenmusik nach Mitteleuropa besonders bedeutsam.

Instrumentalmusik, Canzonen und gemischte Konzertdrucke

Adriano Banchieri: musikalische Sammlungen Amadino druckte Werke Banchieris, darunter Sammlungen, die für die Entwicklung von Canzona, Kirchenkonzert und vokal-instrumentaler Praxis um 1600 relevant sind.
Banchieri: Moderna armonia di canzoni alla francese, 1612 Venedig: Ricciardo Amadino, 1612. Der Druck gehört zur instrumentalen beziehungsweise vokal-instrumentalen Canzona-Tradition und zeigt die Aktualität der französisch beeinflussten Canzona im italienischen Druck.
Giulio Radino und verwandte Konzertdrucke Radinos Concerti per cantare et sonare und verwandte Sammlungen stehen im Umfeld jener Drucke, die Gesang und Instrumente kombinieren und dadurch den frühbarocken Konzertbegriff vorbereiten.
Canzoni alla francese und Ricercari Amadinos Katalogumfeld umfasst Drucke, die instrumentale beziehungsweise gemischt besetzte Formen wie Canzona und Ricercar verbreiten. Diese Gattungen sind für die frühe Instrumentalmusik um 1600 entscheidend.

Musiktheorie und Lehrdrucke

Giovanni Maria Artusi: L’arte del contraponto ridotta in tavole, 1586 Venedig: Giacomo Vincenti und Ricciardo Amadino. Der Druck zeigt Amadinos Beteiligung an der Verbreitung kontrapunktischer Lehrliteratur.
Ercole Bottrigari: Il desiderio Erstausgabe bei Ricciardo Amadino. Das Werk gehört zu den wichtigen musiktheoretischen Dialogen des späten 16. Jahrhunderts.
Kontrapunkt, Tabellierung und musikalisches Lernen Die Verbindung von praktischen Musikdrucken und theoretischen Schriften zeigt, dass Amadino sowohl Repertoire als auch musikalisches Wissen für Kapellmeister, Sänger, Organisten und gebildete Musiker bereitstellte.

Überlieferung, Kataloge und moderne Quellenerschließung

RISM Der internationale RISM-Katalog ist für Amadinos Drucke unverzichtbar. Er verzeichnet zahlreiche Einzeldrucke, Stimmbücher, RISM-A/I-Nummern, Sammeldrucke und erhaltene Exemplare.
USTC und EDIT16 Für die buchgeschichtliche Erschließung venezianischer Drucke, ihrer Titelblätter, Druckorte und erhaltenen Exemplare sind USTC und italienische Druckdatenbanken grundlegend.
Biblioteca Estense Universitaria Modena Wichtiger Quellenort unter anderem für Monteverdis L’Orfeo-Druck von 1609.
Bibliothèque nationale de France Wichtiger Aufbewahrungsort für Monteverdi-Madrigaldrucke und andere italienische Musikdrucke der Zeit.
Museo internazionale e biblioteca della musica di Bologna Wichtiger italienischer Quellenort für Monteverdi- und Amadino-Drucke, unter anderem für spätere Ausgaben und Stimmbuchüberlieferung.
Mitteleuropäische Kloster- und Hofbibliotheken Inventare, etwa aus Krakau oder habsburgischen Bibliotheken, zeigen die Verbreitung venezianischer Drucke Amadinos nördlich der Alpen.

Sekundärliteratur

  • Bernstein, Jane A.: Music Printing in Renaissance Venice: The Scotto Press (1539–1572). New York/Oxford: Oxford University Press, 1998. Grundlegende Darstellung des venezianischen Musikdrucks, wichtig als Vorgeschichte zu Amadino, Vincenti und Gardano.
  • Boorman, Stanley: Ottaviano Petrucci: A Catalogue Raisonné. New York/Oxford: Oxford University Press, 2006. Wichtiger Kontext zur Frühgeschichte des Musikdrucks und zur venezianischen Drucktradition.
  • Bridges, Thomas W.: Artikel „Amadino, Ricciardo“ in Grove Music Online. Fachlexikalische Grundlage zu Tätigkeit, Partnerschaft mit Vincenti, Druckprofil und Monteverdi-Drucken.
  • Carter, Tim: „Some Notes on the First Edition of Monteverdi’s Orfeo (1609)“, in: Music & Letters 91, 2010. Quellenkritische Studie zum Amadino-Druck von Monteverdis L’Orfeo.
  • Fenlon, Iain, und James Haar: The Italian Madrigal in the Early Sixteenth Century und weitere Arbeiten zum italienischen Madrigal. Kontextliteratur zur Gattung, deren späterer Druckmarkt Amadinos Tätigkeit bestimmte.
  • Krummel, Donald W.: English Music Printing 1553–1700 und Studien zur frühen Musikdruckgeschichte. Vergleichsperspektive auf Musikdruck, Markt und Repertoireverbreitung.
  • Lewis, Mary S.: Antonio Gardano, Venetian Music Printer 1538–1569. New York/London: Garland, 1988. Grundlegend für die venezianische Druckertradition, in deren Nachfolge Amadino steht.
  • Monteverdi-Forschung zu L’Orfeo, Il quarto libro de madrigali, Il quinto libro de madrigali und den Vespri. Für Amadino besonders wichtig, weil seine Drucke die primäre Überlieferungsgrundlage mehrerer Hauptwerke bilden.
  • Patalas, Aleksandra: „Inventory of music prints from the bookshop of Franz Jakob Mertzenich (Kraków 1613)“, in: Musica Iagellonica 2021. Zeigt die mitteleuropäische Verbreitung venezianischer Musikdrucke, darunter mehrere Amadino-Drucke.
  • Sartori, Claudio: Beiträge zu Monteverdi, italienischem Musikdruck und bibliographischer Überlieferung. Wichtig für Werk-, Druck- und Quellenfragen im Umfeld Amadinos.
  • Whenham, John, Hrsg.: Claudio Monteverdi: Orfeo. Cambridge: Cambridge University Press, 1986. Standardkontext zum Werk, dessen gedruckte Überlieferung durch Amadino zentral ist.

Ausgewählte Onlinequellen

Weiterführende Einträge

  • Giovanni Maria Artusi Musiktheoretiker, dessen Kontrapunkttraktat 1586 bei Vincenti und Amadino erschien.
  • Adriano Banchieri Komponist und Theoretiker, dessen Drucke bei Amadino zur frühbarocken Canzona- und Kirchenmusikpraxis gehören.
  • Basso continuo Frühbarocke Satz- und Aufführungspraxis, die in vielen Amadino-Drucken als Orgel- oder Generalbass sichtbar wird.
  • Ercole Bottrigari Musiktheoretiker, dessen Il desiderio mit Amadinos Offizin verbunden ist.
  • Brescia Herkunftsraum Ricciardo Amadinos und wichtiges norditalienisches Musik- und Druckumfeld.
  • Canzonetta Weltliche Vokalform, die im venezianischen Musikdruck Amadinos und Vincentis verbreitet wurde.
  • Druckermarke Typographisches Erkennungszeichen frühneuzeitlicher Drucker, bei Amadino unter anderem mit Orgel- und St.-Georg-Motiv belegt.
  • Gardano Venezianische Musikdruckerfamilie, deren Tradition den Markt prägte, in dem Amadino arbeitete.
  • Generalbass Satztechnisches und druckgeschichtliches Merkmal vieler geistlicher Drucke um 1600.
  • Italienischer Musikdruck Übergreifender Bereich, in dem Amadino als einer der wichtigen venezianischen Musikdrucker um 1600 steht.
  • Kirchenmusik Großer Repertoirebereich von Amadinos Motetten-, Vesper-, Messe- und Generalbassdrucken.
  • L’Orfeo Monteverdis Oper, 1609 und 1615 bei Ricciardo Amadino in Venedig gedruckt.
  • Madrigal Leitgattung des italienischen Musikdrucks, deren Markt Amadinos frühe und mittlere Produktion bestimmte.
  • Luca Marenzio Madrigalkomponist, dessen Drucküberlieferung im Umfeld Amadinos und der venezianischen Verlage steht.
  • Claudio Monteverdi Komponist, dessen zentrale Drucke bei Amadino erschienen, darunter L’Orfeo und die Vesper von 1610.
  • Monteverdi: Vespro della Beata Vergine Teil des Amadino-Drucks von 1610 und eines der wichtigsten geistlichen Werke des frühen 17. Jahrhunderts.
  • Motette Geistliche Vokalgattung, die in Amadinos Katalog in zahlreichen Formen erscheint.
  • Musikdruck Technik und Kulturform, durch die Amadino Musik im europäischen Markt verbreitete.
  • Musikverleger Berufliche Rolle, die Amadinos Tätigkeit über reine Drucktechnik hinaus beschreibt.
  • Ottaviano Petrucci Früher venezianischer Musikdrucker, dessen Innovationen die spätere Drucktradition vorbereiteten.
  • RISM Internationales Quellenverzeichnis, unverzichtbar für die Erschließung von Amadino-Drucken.
  • Scotto Venezianisches Druckerhaus und wichtiger Vorgänger im Musikdruckmarkt, in dessen Nachfolge Amadino steht.
  • Seconda pratica Ästhetischer und kompositorischer Kontext von Monteverdis fünftem Madrigalbuch, das 1605 bei Amadino erschien.
  • Stimmbuch Typische Druckform mehrstimmiger Musik im 16. und frühen 17. Jahrhundert.
  • Venedig Zentraler Druck-, Handels- und Musikmarkt, in dem Amadino seine Offizin betrieb.
  • Venezianischer Musikdruck Spezifischer historischer Kontext von Amadinos Tätigkeit zwischen Gardano, Scotto, Vincenti und Monteverdi.
  • Giacomo Vincenti Drucker und zeitweiliger Partner Amadinos in einer außergewöhnlich produktiven Musikdruckphase von 1583 bis 1586.