Giovanni Battista Alveri
Überblick
Giovanni Battista Alveri war ein aus Bologna stammender italienischer Musiker und Komponist von Vokalwerken. Er wurde vor 1670 geboren und ist noch nach 1719 nachweisbar. Seine Biographie bleibt in vielen Punkten fragmentarisch, doch sein Name ist durch gedruckte Kantaten, Arien, geistliche Vokalwerke und zwei für den Braunschweig-Wolfenbütteler Hof bestimmte Opernlibretti gut lokalisierbar.
Alveri gehört zur Generation italienischer Musiker, die zwischen regionaler Kapellpraxis, aristokratischem Dienst, Akademiemitgliedschaft, Vokaldruck und nordeuropäischem Hofoperbetrieb standen. Er war Schüler von Giovanni Paolo Colonna, wurde als Musiker des Marchese Guido Rangoni bezeichnet, war Mitglied der Accademia Filarmonica di Bologna und trat 1691 am Hof Anton Ulrichs von Braunschweig-Wolfenbüttel als Komponist italienischer Opern hervor.
Sein erhaltenes Werk besteht vor allem aus Kantaten, Arien, geistlichen Vokalstücken und einzelnen handschriftlich überlieferten Kompositionen. Besonders wichtig sind die 1687 in Bologna gedruckten Cantate a voce sola da Camera, die 1690 in Antwerpen erschienenen Arie italiane amorose e lamentabili, die Opern Il re pastore, overo il Basilio in Arcadia und L’Isione von 1691 sowie geistliche Stücke wie Gens Christiana laetare alleluia und Laeti surgite pastores.
Kurzdaten
| Name | Giovanni Battista Alveri. |
|---|---|
| Weitere Namensformen | Gio. Battista Alveri, Gio: Battista Alveri, Gio. Batta Alveri, G. B. Alveri. |
| Geboren | Vor 1670 in Bologna. |
| Gestorben | Nach 1719; der letzte bislang wichtige Nachweis betrifft eine Musikerliste im Zusammenhang der Kathedrale von Parma am 10. August 1719. |
| Beruf | Musiker, Sänger, Komponist von Vokalwerken, Kantatenkomponist, Opernkomponist, Komponist geistlicher Vokalwerke und Mitglied der Accademia Filarmonica di Bologna. |
| Herkunft | Bologna; in späteren Quellen als Bologneser Musiker des späten 17. Jahrhunderts greifbar. |
| Lehrer | Giovanni Paolo Colonna. |
| Früher Dienstherr | Marchese Guido Rangoni; der Druck der Cantate a voce sola da Camera nennt Alveri als dessen Musiker. |
| Akademische Zugehörigkeit | Accademico Filarmonico di Bologna. |
| Wichtige Wirkungsorte | Bologna, Modena beziehungsweise Rangoni-Umfeld, Antwerpen als Druckort, Wolfenbüttel, Braunschweig und Parma. |
| Hauptgattungen | Cantata da camera, Aria italiana, geistliche Kantate, Motette, Oper, dramma per musica und Vokalmusik mit Basso continuo. |
| Erste gesicherte Drucksammlung | Cantate a voce sola da Camera, Opus 1, Bologna 1687, gedruckt bei Gioseffo Micheletti. |
| Weitere wichtige Drucksammlung | Arie italiane amorose e lamentabili, Antwerpen 1690. |
| Opern | Il re pastore, overo il Basilio in Arcadia und L’Isione, beide 1691 im Braunschweig-Wolfenbütteler Hofkontext aufgeführt; die Musik gilt als verschollen. |
| Wichtige Handschriften | Staatsbibliothek zu Berlin, Mus.ms. 30094; weitere Einzelüberlieferungen unter anderem in München und Sondershausen. |
| Dateiname | alveri-giovanni-battista.shtml |
Quellenlage, Namensformen und Datierung
Die Quellenlage zu Giovanni Battista Alveri ist typisch für viele italienische Vokalkomponisten des späten 17. Jahrhunderts: Einzelne Drucke, Libretti und Handschriften sind erhalten, während biographische Nachrichten nur punktuell greifbar sind. Ein geschlossener Lebenslauf lässt sich daraus nicht rekonstruieren. Sicher ist jedoch, dass Alveri aus Bologna stammte, vor 1670 geboren wurde, Schüler Giovanni Paolo Colonnas war und 1719 noch im musikalischen Kontext von Parma nachweisbar ist.
Die Namensformen schwanken, wie es für italienische und deutschsprachige Libretti des 17. Jahrhunderts üblich ist. In den Quellen begegnen Gio. Battista Alveri, Gio: Battista Alveri, Gio. Batta Alveri und Giovanni Battista Alveri. Für diese Seite wird die ausgeschriebene Form Giovanni Battista Alveri verwendet, während die abgekürzten Varianten für Katalog- und Quellensuche mitzuführen sind.
Die Datierung „vor 1670“ ist vorsichtiger als die in manchen modernen Datenbanken auftauchenden Schätzungen „um 1660“ oder „um 1665“. Sie folgt der Fachlexikon- und Katalogtradition, die Alveri als vor 1670 in Bologna geboren und nach 1719 gestorben beziehungsweise nach 1719 nachweisbar ansetzt. Die Todesangabe ist kein exaktes Sterbedatum, sondern ein terminus post quem.
Besonders wichtig ist die Korrektur älterer Werkangaben. François-Joseph Fétis erwähnte angebliche Kantatensammlungen von 1671 und 1678. Da Alveris sicherer Bologneser Druck von 1687 jedoch ausdrücklich als Opera Prima bezeichnet ist, müssen solche früheren Angaben als unsicher beziehungsweise wahrscheinlich unecht gelten. Ein seriöses Werkverzeichnis sollte daher nicht mit hypothetischen Frühdrucken beginnen, sondern mit den Cantate a voce sola da Camera von 1687.
Biographie
Über Alveris frühes Leben ist kaum etwas bekannt. Seine Herkunft aus Bologna ist jedoch gesichert genug, um ihn in die reiche Musiklandschaft dieser Stadt einzuordnen. Bologna war im 17. Jahrhundert eines der bedeutenden Zentren italienischer Kirchen-, Akademie- und Instrumentalmusik. Die Stadt verband kirchliche Kapellpraxis, aristokratische Musikpflege, Druckwesen und eine starke institutionelle Musikkultur.
Alveri war Schüler von Giovanni Paolo Colonna. Diese Verbindung ist für sein Profil entscheidend. Colonna war einer der wichtigsten Bologneser Kirchenmusiker und Komponisten seiner Generation. Wer bei ihm ausgebildet wurde, stand in einer Tradition, die kontrapunktische Festigkeit, vokale Klangkultur und liturgische beziehungsweise halbgeistliche Praxis miteinander verband. Auch wenn Alveri vor allem durch weltliche Kantaten und Opernlibretti greifbar ist, erklärt dieser Hintergrund die solide vokale Anlage seiner Musik.
Der erste sichere große Quellenpunkt ist der Druck der Cantate a voce sola da Camera von 1687. Auf dem Titelblatt wird Alveri als Musiker des Marchese Guido Rangoni bezeichnet. Damit ist er in einem aristokratischen Dienstverhältnis greifbar. Die Widmungs- und Patronagekultur solcher Drucke war nicht nur höfliche Konvention, sondern Teil der realen Musikerexistenz: Ein Komponist präsentierte seine Werke unter dem Schutz eines adeligen Dienstherrn und gewann dadurch soziale Sichtbarkeit.
1690 erschienen in Antwerpen die Arie italiane amorose e lamentabili. Schon der Druckort zeigt, dass italienische Vokalmusik in einem europäischen Markt zirkulierte. Ein Bologneser Musiker konnte in Antwerpen publiziert und im norddeutschen Hofoperbetrieb aufgeführt werden. Diese transnationale Mobilität gehört zum Kern von Alveris Bedeutung.
1691 erreichte Alveri den Hof von Braunschweig-Wolfenbüttel. Dort wurden zwei italienische Opern mit seiner Musik aufgeführt: Il re pastore, overo il Basilio in Arcadia und L’Isione. Die Libretti nennen ihn als Mitglied der Accademia Filarmonica di Bologna und als Virtuosen des herzoglichen Hofes. Die Musik beider Opern ist nicht erhalten, doch die Libretti dokumentieren seine Stellung im italienischen Opernbetrieb nördlich der Alpen.
Ein später Nachweis führt ihn 1719 nach Parma beziehungsweise in den Zusammenhang der dortigen Kathedrale. Damit bleibt Alveri über mehrere Jahrzehnte als Berufsmusiker nachweisbar, ohne dass die Zwischenstationen vollständig geklärt wären. Sein erhaltenes Profil ist deshalb weniger eine kontinuierliche Biographie als eine Reihe von Quelleninseln: Bologna 1687, Antwerpen 1690, Wolfenbüttel und Braunschweig 1691, Parma 1719 und die handschriftliche Überlieferung geistlicher und weltlicher Vokalstücke.
Bologna, Colonna und Accademia Filarmonica
Bologna war im späten 17. Jahrhundert ein musikalisches Zentrum von europäischem Rang. Die Stadt war mit Namen wie Maurizio Cazzati, Giovanni Paolo Colonna, Giovanni Battista Vitali, Domenico Gabrielli, Giovanni Bononcini und der Accademia Filarmonica verbunden. In diesem Umfeld bewegte sich auch Alveri. Seine Mitgliedschaft in der Accademia Filarmonica zeigt, dass er nicht nur als praktischer Musiker, sondern als anerkannter Fachmann wahrgenommen wurde.
Die Accademia Filarmonica war ein wichtiger Ort musikalischer Reputation. Eine Mitgliedschaft bedeutete fachliche Anerkennung, soziale Vernetzung und Zugang zu einem Kreis von Komponisten, Sängern, Instrumentalisten und Musikgelehrten. Wenn ein deutsches Hoflibretto Alveri als Accademico Filarmonico di Bologna hervorhebt, ist dies ein Prestigezeichen. Es sollte dem nordalpinen Publikum und dem Hof zeigen, dass der Komponist aus einem anerkannten italienischen Musikzentrum kam.
Giovanni Paolo Colonna war in diesem Zusammenhang die wichtigste Lehrerfigur. Seine Schule verband liturgische Strenge mit vokalem Ausdruck. Alveris spätere Kantaten, Arien und geistliche Stücke stehen zwar im leichteren, kammermusikalischen Vokalbereich, doch sie setzen eine solide satztechnische Ausbildung voraus. Die Verbindung von Bologneser Schule und internationalem Hofdienst ist für Alveri besonders charakteristisch.
Guido Rangoni und die Cantate a voce sola
Der Druck Cantate a voce sola da Camera, Bologna 1687, nennt Alveri als Musiker des Marchese Guido Rangoni. Dieser Hinweis ist biographisch zentral. Er zeigt, dass Alveri zu diesem Zeitpunkt in aristokratischem Dienst stand und seine Musik im Kontext höfischer Kammerkunst veröffentlichte. Die cantata da camera war gerade für solche Kreise bestimmt: Sie verband poetischen Text, Affektdarstellung, solistische Stimme und Basso continuo in einem privaten oder halböffentlichen Aufführungsraum.
Das Opus 1 ist zugleich ein editorisches Signal. Es markiert Alveris ersten gesicherten Schritt in den Druck. Die Sammlung gehört in eine Phase, in der die italienische Solokantate eine große Verbreitung erlangte. Sie war kleiner als die Oper, aber dramatisch genug, um Liebesklage, Abschied, Hoffnung, Eifersucht, Treue, Täuschung und pastoral-erotische Szenen auszuformen.
Ein wichtiges Einzelstück aus diesem Umfeld ist Mia vita, mio bene. Die Kantate ist heute auch durch moderne Aufnahmen wieder greifbar. Sie zeigt den Typus einer italienischen Kammerkantate, in der Rezitativ und Arie ein kleines seelisches Drama bilden. Gerade solche Werke erklären, warum Alveri für Sängerinnen und Sänger der Alten Musik interessant bleibt.
Antwerpen 1690 und die Arie italiane amorose e lamentabili
Die 1690 in Antwerpen erschienenen Arie italiane amorose e lamentabili zeigen die europäische Reichweite italienischer Vokalmusik. Antwerpen war kein italienisches Zentrum, aber ein wichtiger Druck- und Handelsort. Dass dort italienische Liebes- und Klagearien für Solostimme und Continuo erschienen, verweist auf die Nachfrage nach italienischem Repertoire nördlich der Alpen.
Der Titel ist programmatisch. Amorose und lamentabili bezeichnen zwei zentrale Affektbereiche der barocken Vokalmusik: Liebe und Klage. Solche Arien konnten im höfischen Salon, in privaten Akademien, in Unterrichtssituationen oder als Repertoire für professionelle Sänger verwendet werden. Sie standen zwischen Kunstlied, Opernarie und Kammerkantate.
Alveris Bedeutung liegt hier weniger in kompositorischer Revolution als in seiner Stellung innerhalb einer europäischen Vokalkultur. Seine Musik war Teil eines Marktes, in dem italienische Sprache, Basso continuo, Affektrhetorik und stimmliche Eleganz zu einem internationalen Geschmack wurden.
Wolfenbüttel, Braunschweig und die italienische Hofoper
Der Hof von Braunschweig-Wolfenbüttel unter Herzog Anton Ulrich war um 1690 ein bemerkenswerter Ort italienischer Opernkultur nördlich der Alpen. In Braunschweig und Wolfenbüttel wirkten italienische Sänger, Librettisten, Komponisten und Hofmusiker. Alveri erscheint dort 1691 als Komponist zweier italienischer Opern: Il re pastore, overo il Basilio in Arcadia und L’Isione.
Die Libretti sind besonders aussagekräftig. Sie nennen Alveri nicht nur als Komponisten, sondern heben seinen Status als Accademico Filarmonico und herzoglicher Virtuose hervor. Damit wurde seine italienische Autorität ausdrücklich als Qualitätsmerkmal präsentiert. In einer norddeutschen Hofumgebung war das italienische Musiktheater ein Prestigeimport, und Alveri war einer der Musiker, die diesen Import personell verkörperten.
Il re pastore, overo il Basilio in Arcadia steht im pastoralen Opernkontext. Das Sujet verbindet Herrschaft, Schäferwelt, Liebe, Identität und höfische Allegorie. L’Isione greift einen mythologischen Stoff um Ixion auf. Beide Werke gehören zur italienischen dramma per musica-Tradition. Dass ihre Musik verloren ist, mindert nicht ihren quellenkundlichen Wert: Die Libretti dokumentieren Alveris Stellung in der frühen deutschsprachigen Rezeption italienischer Oper.
Vokalstil, Kantate und Basso continuo
Alveris erhaltenes Profil ist vokal bestimmt. Seine Werke stehen im Umfeld von Solokantate, Arie, geistlicher Kantate und Motette. Die Solostimme ist meist von Basso continuo getragen; bei geistlichen Stücken treten Violinen, Violetta, Fagott oder andere Instrumente hinzu. Dieser Klangbereich ist typisch für die italienische Vokalmusik des späten 17. Jahrhunderts.
Die Kantate dieser Zeit ist eine kleine dramatische Form. Sie benötigt keine Bühne, kann aber szenische Situationen erzeugen. Rezitative tragen Erzählung, Reflexion und Affektwechsel; Arien verdichten einen Zustand. In Alveris weltlichen Kantaten und Arien stehen Liebesrede, Abschied, Schmerz, Klage und pastorale Konstellationen im Vordergrund.
Die erhaltenen Titel zeigen zugleich einen Übergang zwischen weltlicher und geistlicher Affektsprache. Se tu parti anima mia gehört in den weltlich-liebenden Bereich. Gens Christiana laetare alleluia und Laeti surgite pastores verwenden dagegen lateinische geistliche Texte. In beiden Fällen arbeitet die Musik mit Affekten, rhetorischer Deutlichkeit und einer vokalen Linie, die auf Ausdruck und Verständlichkeit zielt.
Geistliche Vokalwerke und Berliner Sammelhandschrift
Ein besonders wichtiger Überlieferungskomplex befindet sich in der Staatsbibliothek zu Berlin unter der Signatur Mus.ms. 30094. Die Handschrift enthält mehrere Werke Alveris, darunter geistliche und weltliche Stücke. Eitner beschreibt diese Gruppe als sieben Motetten oder Kantaten und nennt Titel wie Arma bella proelia mortales, Gens Christiana laetare, Ridete sidera, Laeti surgite pastores, Del bel Mincio alle sponde, Acheronte errini horribile und Se tu parti anima mia.
Die Mischung der Titel ist aufschlussreich. Einige sind lateinisch und geistlich, andere italienisch und weltlich oder allegorisch. Die Handschrift zeigt damit nicht eine einzige liturgische Funktion, sondern einen Sammelcharakter. Solche Sammelhandschriften waren für die Verbreitung barocker Vokalmusik entscheidend. Sie bewahrten Stücke, die nicht unbedingt dauerhaft gedruckt wurden, aber in Kapellen, Sammlungen oder privaten musikalischen Kreisen verwendet werden konnten.
Für heutige Forschung und Aufführungspraxis sind diese Handschriften besonders wertvoll. Sie machen Alveri nicht nur als Namen auf einem Libretto sichtbar, sondern als Komponisten konkreter Vokalstücke, deren Besetzung, Tonarten, Sprache und Gattungszuordnung analysierbar sind.
Ausführlicher Kulturüberblick
Giovanni Battista Alveri gehört in eine Phase, in der italienische Vokalmusik eine europäische Leitfunktion besaß. Die Oper, die Kantate, die Arie und die geistliche Solomotette wurden in Italien entwickelt, aber in ganz Europa nachgefragt. Sänger, Komponisten, Librettisten, Drucker und Notenkopisten bewegten sich zwischen Städten, Höfen und Sprachräumen. Alveris Laufbahn ist ein kleines, aber prägnantes Beispiel für diese Mobilität.
Bologna bildete den Ausgangspunkt. Die Stadt war musikalisch hervorragend organisiert. Die Accademia Filarmonica gab fachliche Legitimation, die kirchliche Kapellpraxis vermittelte Satztechnik, und aristokratische Häuser wie das Rangoni-Umfeld ermöglichten Kammermusik und Druckpatronage. Ein Komponist wie Alveri musste nicht notwendig ein berühmter Kapellmeister sein, um überregional wirksam zu werden. Es genügte, gedruckte Vokalmusik, akademisches Prestige und höfische Kontakte zu verbinden.
Die italienische Kammerkantate war dabei eine Schlüsselgattung. Sie war beweglicher als die Oper und zugleich kunstvoller als ein schlichtes Lied. Sie konnte von einer einzelnen Stimme und Continuo ausgeführt werden, war dadurch ökonomisch, transportabel und für private Aufführungen geeignet. In einer Zeit, in der Sängerinnen und Sänger zentrale Träger musikalischer Kultur waren, bot die Kantate ein ideales Repertoire für Ausdruck, Technik und Affektdarstellung.
Alveris Antwerpener Druck von 1690 zeigt, dass italienische Vokalmusik nicht an Italien gebunden war. Druckorte wie Antwerpen vermittelten Repertoire in andere Sprach- und Kulturgebiete. Die Arien wurden zu Objekten des musikalischen Konsums, des Unterrichts und der Aufführung. Italienische Sprache war dabei nicht Hindernis, sondern Prestigezeichen.
Der Braunschweig-Wolfenbütteler Hof zeigt eine zweite Dimension: den gezielten Import italienischer Oper. Herzog Anton Ulrichs Hof suchte kulturelle Repräsentation durch italienisches Musiktheater. Dafür brauchte man Sänger, Librettisten, Bühnenbildner und Komponisten. Alveri trat in diesem Umfeld als Bologneser Fachmann auf. Dass seine Libretti ihn als Akademiemitglied und Virtuosen ausweisen, zeigt, wie stark italienische Herkunft und institutionelle Anerkennung als Qualitätssiegel wirkten.
Die verlorene Musik der beiden Opern ist kulturgeschichtlich ebenso aussagekräftig wie frustrierend. Viele Hofopern dieser Zeit sind nur über Libretti, Szenenbilder, Akten und spätere Bearbeitungen bekannt. Musikgeschichte muss hier mit Verlusten arbeiten. Alveri ist daher auch ein Beispiel dafür, dass die Bedeutung eines Musikers nicht allein an erhaltenen Partituren gemessen werden kann. Libretti, Titelblätter, Handschriften und Kataloge sind selbst historische Zeugnisse.
Seine geistlichen Vokalwerke zeigen schließlich, dass der Gegensatz zwischen weltlicher und geistlicher Musik im späten 17. Jahrhundert weniger starr war, als es moderne Gattungsgrenzen nahelegen. Die gleichen vokalen Techniken, Affektmodelle und Continuo-Praktiken konnten in Liebeskantaten, Weihnachtsstücken, lateinischen Motetten und höfischen Opern verwendet werden. Alveris Werk liegt genau in diesem flexiblen vokalen Raum.
Wirkung, Wiederentdeckung und moderne Rezeption
Alveri gehört nicht zu den kanonischen Großnamen des italienischen Barock. Seine moderne Wirkung beruht auf Quellenforschung, Editionen, Digitalisaten und einzelnen Aufführungen im Bereich der Alten Musik. Gerade dadurch ist er für ein Kulturlexikon interessant: Er steht für jene große Gruppe von Komponisten, die den europäischen Musikalltag des Barock prägten, ohne später durch eine kontinuierliche Aufführungstradition im Zentrum zu bleiben.
Ein wichtiger moderner Rezeptionspunkt ist die Kantate Mia vita, mio bene, die auf Tonträgern und in digitalen Katalogen greifbar wurde. Außerdem sind mehrere handschriftliche Werke über IMSLP und Digitalisate der Staatsbibliothek Berlin zugänglich. Diese Zugänglichkeit verändert die Forschungslage: Was früher nur in Spezialkatalogen stand, kann heute von Interpretinnen, Editoren und Musikwissenschaftlern direkt geprüft werden.
Alveris Rang liegt daher weniger in einer großen Nachwirkung als in seiner exemplarischen Stellung. Er verbindet Bologna, akademische Musikerbildung, aristokratische Patronage, italienische Kantate, Antwerpener Druck, norddeutsche Hofoper und geistliche Vokalhandschrift. Gerade diese Verbindung macht ihn zu einem aufschlussreichen Lemma für die europäische Kulturgeschichte um 1700.
Werk- und Quellenverzeichnis
Das folgende Werkverzeichnis ist quellenkritisch aufgebaut. Es unterscheidet sichere Drucke, Opernlibretti mit verlorener Musik, handschriftlich überlieferte Einzelwerke, moderne Digitalisate, ältere zweifelhafte Angaben und Rezeptionszeugnisse. Da Alveris Gesamtwerk nicht geschlossen erhalten ist, kann die Übersicht nur die gesicherten und heute greifbaren Werkkomplexe vollständig nach dem derzeit zugänglichen Kenntnisstand erfassen.
Gedruckte weltliche Vokalmusik
| Cantate a voce sola da Camera, Op. 1 | Bologna: Gioseffo Micheletti, 1687. Der Druck nennt Giovanni Battista Alveri als Musiker des Marchese Guido Rangoni und ist die erste gesicherte gedruckte Sammlung des Komponisten. Er gehört zur italienischen cantata da camera für Solostimme und Basso continuo. |
|---|---|
| Mia vita, mio bene | Kantate aus dem Umfeld der Cantate a voce sola da Camera. Das Werk ist heute besonders durch moderne Aufnahmen, Kataloge und digitale Nachweise greifbar und steht exemplarisch für Alveris weltliche Solokantate. |
| Se tu parti anima mia | Weltliche Kantate für Sopran und Basso continuo. Die Handschriften- und Digitalüberlieferung nennt das Werk auch im Zusammenhang der Berliner und Münchner Quellen; der Text wird in der Forschung mit Giovanni Battista Taroni verbunden. |
| Arie italiane amorose e lamentabili | Antwerpen, 1690. Sammlung italienischer Liebes- und Klagearien für Solostimme und Basso continuo. Der Druck belegt die nordeuropäische Zirkulation italienischer Vokalmusik und Alveris Präsenz im internationalen Musikdruck. |
Opern und drammi per musica
| Il re pastore, overo il Basilio in Arcadia | Dramma per musica, 1691 im Braunschweig-Wolfenbütteler Hofkontext aufgeführt. Das Libretto nennt Alveri als Komponisten, Accademico Filarmonico di Bologna und herzoglichen Virtuosen. Die Musik ist nach derzeitigem Kenntnisstand nicht erhalten. |
|---|---|
| Der Königliche Schäfer | Deutsche beziehungsweise bearbeitete Librettofassung im Umfeld von Il re pastore, overo il Basilio in Arcadia. Sie gehört zur Rezeptionsgeschichte des italienischen Stoffes im deutschsprachigen Theaterraum. |
| L’Isione | Dramma per musica mit Libretto von Flaminio Parisetti, 1691 in Braunschweig aufgeführt und in Wolfenbüttel gedruckt. Die Musik Alveris ist verschollen, doch das Libretto ist in mehreren Bibliotheken nachgewiesen. |
| Kurtzer Inhalt der in italiänscher Sprache abgefaßten Opera von Ixions Glücks und unglücks Proben | Deutschsprachiger Inhaltsdruck beziehungsweise Begleittext zu L’Isione. Er dokumentiert die Vermittlung italienischer Oper an ein deutschsprachiges Publikum. |
Geistliche und halbgeistliche Vokalwerke in Handschriften
| Acheronte errini horribili | Handschriftlich überliefertes Werk in der Staatsbibliothek zu Berlin, Mus.ms. 30094. IMSLP führt es als Werkseite unter Alveris Namen; die ältere Eitner-Überlieferung nennt den Titel als eines von sieben Stücken im Berliner Sammelband. |
|---|---|
| Arma bella proelia mortales | Werk in der Berliner Sammelhandschrift Mus.ms. 30094. Eitner beschreibt es als Battaglia für Bass solo, zwei Violinen, Violetta und Orgel beziehungsweise Basso continuo. |
| Del bel Mincio alle sponde | Weltlich oder pastoral geprägtes Vokalstück für Sopran und Basso continuo, in der Berliner Sammelhandschrift Mus.ms. 30094 nachgewiesen. Der Titel verweist auf die poetische Flusslandschaft des Mincio und damit auf einen typisch italienischen pastoralen Bildraum. |
| Gens Christiana laetare alleluia | Geistliche Kantate beziehungsweise lateinisches Vokalwerk in a-Moll für Sopran, Streicher und Basso continuo. RISM und IMSLP weisen die Quelle Staatsbibliothek zu Berlin, Mus.ms. 30094, nach. |
| Laeti surgite pastores | Geistliche beziehungsweise weihnachtlich-pastorale Kantate in d-Moll für Alt, zwei Violinen und Basso continuo. Die Quelle liegt in der Staatsbibliothek zu Berlin, Mus.ms. 30094. |
| Ridete sidera | Vokalwerk in der Berliner Sammelhandschrift Mus.ms. 30094. Eitner nennt die Besetzung Bass, zwei Violinen, Violetta, Fagott und Basso continuo. |
| Se tu parti anima mia | Kantate beziehungsweise weltliches Vokalstück für Sopran und Basso continuo. Neben der Berliner Einordnung wird eine Sondershäuser beziehungsweise Münchner Einzelüberlieferung genannt. |
Einzelüberlieferungen und moderne Werkseiten
| Mia vita | IMSLP führt Mia vita als eigene Werkseite. Der Titel hängt mit der Kantate Mia vita, mio bene zusammen, die in modernen Aufnahmen eine wichtige Rolle für Alveris Wiederentdeckung spielt. |
|---|---|
| Gens Christiana laetare alleluia | RISM-Eintrag 455026752 und IMSLP-Digitalisat mit Verweis auf D-B Mus.ms. 30094. Das Werk ist für die heutige Aufführungspraxis besonders gut greifbar. |
| Laeti surgite pastores | IMSLP-Digitalisat nach der Berliner Quelle. Das Werk wurde in jüngerer Zeit auch in Konzertprogrammen Alter Musik wieder aufgeführt. |
| Se tu parti anima mia | IMSLP-Werkseite und handschriftliche Überlieferung; weltliche Kantate für Sopran und Continuo, wichtig für die Verbindung von Druck-, Handschriften- und Aufführungsgeschichte. |
Zweifelhafte oder zu korrigierende ältere Werkangaben
| Angebliche Kantatensammlung von 1671 | Von Fétis erwähnt, aber quellenkritisch problematisch. Da die Sammlung von 1687 als Opera Prima bezeichnet ist, ist ein früherer gesicherter Druck von 1671 nicht anzusetzen, solange kein belastbarer Nachweis vorliegt. |
|---|---|
| Angebliche Kantatensammlung von 1678 | Ebenfalls ältere, unsichere Angabe. Sie wird in der neueren Forschung meist als spuriös beziehungsweise nicht gesichert behandelt. |
| Messen und Offertorien | In älteren Lexika werden geistliche Großformen erwähnt. Der sichere moderne Werkbestand konzentriert sich jedoch auf die konkret nachweisbaren Vokalstücke und Handschriften; pauschale Angaben zu Messen und Offertorien sind nur mit Vorsicht zu übernehmen. |
Quellenorte, Kataloge und moderne Erschließung
| Museo internazionale e biblioteca della musica, Bologna | Wichtiger Nachweis des Bologneser Drucks Cantate a voce sola da Camera, Opus 1, mit Titelblattangabe zu Guido Rangoni. |
|---|---|
| Staatsbibliothek zu Berlin, Mus.ms. 30094 | Zentrale Sammelhandschrift für mehrere Werke Alveris, darunter Acheronte errini horribili, Arma bella proelia mortales, Gens Christiana laetare alleluia, Laeti surgite pastores, Ridete sidera, Del bel Mincio alle sponde und Se tu parti anima mia. |
| Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel | Wichtiger Aufbewahrungsort von Libretti zu Il re pastore und L’Isione beziehungsweise zu deren deutschsprachiger Vermittlung. |
| Corago, Universität Bologna | Digitales Opern- und Librettoportal mit Nachweisen zu L’Isione, zu Flaminio Parisetti und zu Aufführungsort und Druckdaten. |
| RISM | Internationaler Quellenkatalog mit Nachweisen zu Alveris geistlichen Vokalwerken, besonders Gens Christiana laetare alleluia und der Berliner Handschrift. |
| IMSLP | Digitale Notenplattform mit acht Werkseiten zu Alveri, darunter Acheronte errini horribili, Arma bella proelia mortales, Del bel Mincio alle sponde, Gens Christiana laetare alleluia, Laeti surgite pastores, Mia vita, Ridete sidera und Se tu parti anima mia. |
| Eitner, Quellen-Lexikon | Älteres, aber weiterhin quellenkundlich nützliches Nachschlagewerk mit Angaben zu Wolfenbütteler Libretti und Berliner Handschriften. |
Sekundärliteratur
- Cyr, Mary, und Colin Timms: Artikel „Alveri, Giovanni Battista“ in internationalen Musiklexika. Fachlexikalische Grundlage zu Biographie, Colonna-Schülerschaft, Rangoni-Dienst, Wolfenbüttel, Opern und Werküberlieferung.
- Eitner, Robert: Biographisch-bibliographisches Quellen-Lexikon der Musiker und Musikgelehrten, Bd. 1. Leipzig 1900. Älteres Quellenlexikon mit Angaben zu Alveri als Bologneser, zu Wolfenbütteler Opernlibretti und zur Berliner Handschriftengruppe.
- Giovani, Giulia: Col suggello delle pubbliche stampe. Storia editoriale della cantata da camera. Studie zur Editionsgeschichte der italienischen Kammerkantate mit Nachweisen zu Alveris Bologneser Kantatendruck.
- Owens, Samantha: The Well-Travelled Musician: John Sigismond Cousser and Musical Exchange in Baroque Europe. Woodbridge 2017. Kontextstudie zur barocken Musikermobilität, zu Braunschweig-Wolfenbüttel, zu italienischen Sängern und zu Alveris Opern im Umfeld Anton Ulrichs.
- Sartori, Claudio: I libretti italiani a stampa dalle origini al 1800. Cuneo 1990–1994. Grundlegendes Libretto-Verzeichnis mit Nachweisen zu L’Isione und zu Alveris Opernüberlieferung.
- Schmitz, Arnold: Studien zur italienischen Kantate und zu Alveris Vokalstil. Wichtig für die ältere stilistische Einschätzung, wonach Alveris Kantaten konservativ, aber nicht ohne interessante Züge seien.
- Thiel, Eberhard: Die neue Reihe. Libretti. Verzeichnis der bis 1800 erschienenen Textbücher. Frankfurt am Main 1970. Katalog der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel mit Nachweisen zu den Libretti der Braunschweig-Wolfenbütteler Opern.
- Vanscheeuwijck, Marc: Studien zur Kapell- und Hofmusik Italiens und Norddeutschlands um 1700. Kontextliteratur zur Mobilität italienischer Musiker und zur Verbindung von Bologna, Modena, Wolfenbüttel und höfischem Musiktheater.
Ausgewählte Onlinequellen
- Corago: L’Isione Libretto-Nachweis der Universität Bologna zu L’Isione, Wolfenbüttel 1691, mit Alveri als Komponist und Flaminio Parisetti als Librettist.
- Digitale Sammlungen der Staatsbibliothek zu Berlin: Sammelhandschrift Mus.ms. 30094 Digitalisat der Berliner Sammelhandschrift mit mehreren Vokalwerken Alveris.
- Eitner: Biographisch-bibliographisches Quellen-Lexikon, Band 1 PDF des älteren Quellenlexikons mit Eintrag zu Alveri, Wolfenbütteler Libretti und Berliner Handschriftennachweisen.
- IPA Source: Alveri, Giovanni Battista Kurzprofil mit Lebensdatierung, Werkgruppen, Kantatendruck von 1687, Arien von 1690 und Hinweis auf die verlorene Opernmusik.
- IMSLP: Giovanni Battista Alveri Komponistenseite mit acht frei zugänglichen Werkseiten zu weltlichen und geistlichen Vokalwerken Alveris.
- IMSLP: Gens Christiana laetare alleluia Werkseite zur geistlichen Kantate für Sopran, Streicher und Basso continuo mit Quelle Staatsbibliothek zu Berlin, Mus.ms. 30094.
- IMSLP: Laeti surgite pastores Werkseite zur lateinischen geistlichen Kantate für Alt, zwei Violinen und Basso continuo, nach der Berliner Handschrift.
- IMSLP: Se tu parti anima mia Werkseite zur weltlichen Kantate für Sopran und Basso continuo.
- MGG Online: Alveri, Giovanni Battista Fachlexikalischer Artikel zu Biographie, Werken, Colonna-Schülerschaft, Rangoni-Dienst, Wolfenbütteler Opern und Quellenlage.
- Museo internazionale e biblioteca della musica Bologna: Cantate a voce sola da Camera Katalogseite zum Bologneser Druck von 1687, mit Titelblattangabe zu Guido Rangoni und Opus-1-Vermerk.
- Museo internazionale e biblioteca della musica Bologna: Gaspari-Katalog Bibliographischer Nachweis zu Alveris Kantatendruck im Bestand der Bologneser Musikbibliothek.
- RISM: Gens Christiana laetare alleluia RISM-Nachweis zum Werk Gens Christiana laetare alleluia, mit Signatur D-B Mus.ms. 30094.
- RISM: 31 Motets, Mus.ms. 30094 RISM-Nachweis zur Berliner Sammelhandschrift mit Alveri-Werken im größeren Motetten- und Kantatenkontext.
- Presto Music: Giovanni Battista Alveri Moderner Komponisteneintrag mit Tonträger- und Downloadhinweisen, besonders zu Mia vita, mio bene.
- Rondo Magazin: Mia vita, mio bene Rezensionskontext einer modernen Aufnahme mit Alveris Kantate im Umfeld italienischer Barockkantaten und Arien.
Weiterführende Einträge
- Accademia Filarmonica di Bologna Musikalische Akademie, deren Mitgliedschaft Alveris fachliches Prestige in den Wolfenbütteler Libretti ausweist.
- Antwerpen Druckort der Arie italiane amorose e lamentabili von 1690 und Beispiel für die nordeuropäische Verbreitung italienischer Vokalmusik.
- Anton Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel Herzoglicher Mäzen, in dessen Hofumfeld Alveris Opern von 1691 aufgeführt wurden.
- Arie Vokale Ausdrucksform, die in Alveris Arien- und Kantatendrucken zentral ist.
- Aria italiana Italienische Arienform, deren Liebes- und Klageaffekte Alveris Antwerpener Druck prägen.
- Basso continuo Begleit- und Fundamentpraxis, die Alveris Kantaten, Arien und geistliche Vokalstücke trägt.
- Bologna Herkunftsstadt Alveris und eines der wichtigsten Musikzentren Italiens um 1700.
- Bologneser Schule Musikalisches Umfeld von Colonna, Cazzati, Bononcini und Alveri.
- Braunschweig Aufführungsort von Alveris L’Isione und wichtiger Ort der italienischen Hofoper nördlich der Alpen.
- Braunschweig-Wolfenbütteler Hofoper Hofoper, in der italienische Musiker wie Alveri, Fedrizzi und andere um 1690 wirkten.
- Cantata da camera Hauptgattung von Alveris Opus 1 und zentrale Form italienischer Kammermusik des späten 17. Jahrhunderts.
- Giovanni Paolo Colonna Bologneser Komponist und Lehrer Alveris, wichtig für dessen satztechnische und vokale Ausbildung.
- Dramma per musica Italienische Opernform, in der Alveris Il re pastore und L’Isione stehen.
- Flaminio Parisetti Librettist von L’Isione und wichtige Figur des Braunschweig-Wolfenbütteler Opernkontextes.
- Gens Christiana laetare alleluia Geistliches Vokalwerk Alveris in der Berliner Handschrift Mus.ms. 30094.
- Guido Rangoni Marchese und Dienstherr Alveris, auf dessen Namen der Bologneser Kantatendruck von 1687 verweist.
- Il re pastore, overo il Basilio in Arcadia Alveris 1691 im Braunschweig-Wolfenbütteler Kontext aufgeführtes dramma per musica, dessen Musik verschollen ist.
- Italienische Kantate Gattungsfeld, in dem Alveris erhaltene weltliche Vokalmusik besonders wichtig ist.
- Italienische Oper in Deutschland Übergreifender Rahmen für Alveris Tätigkeit in Braunschweig und Wolfenbüttel.
- L’Isione Opernlibretto von Flaminio Parisetti mit Musik von Alveri, 1691 in Braunschweig aufgeführt.
- Laeti surgite pastores Geistliche Kantate Alveris für Alt, zwei Violinen und Basso continuo.
- Mia vita, mio bene Kantate Alveris und heute eines der bekanntesten wiederaufgenommenen Werke des Komponisten.
- Motette Geistliche Vokalgattung, in deren Nähe mehrere Alveri-Stücke der Berliner Handschrift stehen.
- Parma Ort des späten Nachweises Alveris in einer Musikerliste des Jahres 1719.
- RISM Internationaler Quellenkatalog, in dem Alveris geistliche Werke und Handschriften nachgewiesen sind.
- Se tu parti anima mia Weltliche Kantate Alveris für Sopran und Basso continuo.
- Staatsbibliothek zu Berlin, Mus.ms. 30094 Sammelhandschrift mit mehreren wichtigen Vokalwerken Alveris.
- Vokalmusik des Barock Übergreifender Stil- und Gattungskontext von Alveris Kantaten, Arien und geistlichen Werken.
- Wolfenbüttel Hof- und Bibliotheksort, der für die Überlieferung von Alveris Opernlibretti zentral ist.