Johann Christoph Altnickol
Überblick
Johann Christoph Altnickol, auch Johann Christoph Altnikol, war ein deutscher Organist, Komponist, Kopist, Basssänger, Bach-Schüler und Schwiegersohn Johann Sebastian Bachs. Er wurde Ende 1719 in Berna in der Oberlausitz geboren, am 1. Januar 1720 in Küpper getauft und am 25. Juli 1759 in Naumburg begraben. Seine Lebensdaten werden in älteren Nachweisen häufig verkürzt als 1720 bis 1759 angegeben; präziser ist die Unterscheidung zwischen Geburt Ende 1719, Taufe am 1. Januar 1720 und Begräbnis am 25. Juli 1759.
Altnickols musikhistorische Bedeutung liegt weniger in einem umfangreichen eigenen Œuvre als in seiner Stellung im unmittelbaren Umkreis Johann Sebastian Bachs. Er studierte seit 1744 in Leipzig, erhielt Unterricht bei Bach in Komposition und Klavierspiel, wirkte im Bach-Kreis als Basssänger und Kopist, wurde von Bach für Organistenstellen empfohlen und heiratete 1749 Bachs Tochter Elisabeth Juliana Friederica. Dadurch gehört Altnickol zu den wichtigen Zeugen der späten Bach-Werkstatt.
Sein eigener Werkbestand ist klein, aber nicht bedeutungslos. Er umfasst geistliche Vokalwerke wie die Missa in d-Moll, zwei Sanctus-Vertonungen, die Motetten Befiehl du deine Wege und Nun danket alle Gott, einzelne Kantaten beziehungsweise Kantatenreste, ein Passionspasticcio sowie Tastenstücke wie eine Sonate in C-Dur, Menuette, Polonaisen und ein Ricercar. Als Kopist überlieferte er zahlreiche Bach-Quellen; dadurch ist seine Handschrift für die heutige Bach-Forschung und Kopistenforschung von besonderer Bedeutung.
Kurzdaten
| Name | Johann Christoph Altnickol. |
|---|---|
| Namensvarianten | Johann Christoph Altnikol, Johann Christoph Altnickel; in Quellen und Katalogen auch mit wechselnder Schreibweise des Familiennamens. |
| Geboren | Ende 1719 in Berna in der Oberlausitz. |
| Getauft | 1. Januar 1720 in Küpper. |
| Begraben | 25. Juli 1759 in Naumburg. |
| Beruf | Organist, Komponist, Kopist, Basssänger, Bach-Schüler und Schwiegersohn Johann Sebastian Bachs. |
| Konfession | Lutherisch beziehungsweise protestantisch. |
| Vater | Gottfried Altnickol, Weber und Häusler aus Berna, nebenberuflich als Musikant tätig. |
| Ehe | Verheiratet seit dem 20. Januar 1749 mit Elisabeth Juliana Friederica Bach, einer Tochter Johann Sebastian Bachs. |
| Kinder | Drei Kinder, darunter Johann Sebastian Altnickol, Augusta Magdalena Altnickol und Juliane Wilhelmine Altnickol. |
| Ausbildung | Musikalische Vorbildung in der Oberlausitz und in Breslau; seit 1744 Theologiestudent in Leipzig; Unterricht bei Johann Sebastian Bach in Komposition und Klavierspiel. |
| Wichtige Stationen | Berna, Küpper, Breslau, Leipzig, Niederwiesa bei Greiffenberg und Naumburg. |
| Organistenämter | 1748 Organist in Niederwiesa bei Greiffenberg; ab September 1748 Organist an St. Wenzel in Naumburg. |
| Werkbereiche | Geistliche Vokalmusik, Kyrie-Gloria-Messe, Sanctus-Vertonungen, Motetten, Kantaten, Passionspasticcio und Tastenmusik. |
| Quellenrang | Wichtiger Kopist und Überlieferungsträger im Bach-Umkreis, besonders für Handschriften und Abschriften aus der späten Leipziger Bach-Werkstatt. |
| Normdaten | GND 128686138; RISM 30000086; VIAF 5116762. |
| Dateiname | altnickol-johann-christoph.shtml |
Quellenlage, Namensformen und Datierung
Die Quellenlage zu Johann Christoph Altnickol ist von mehreren Eigenheiten geprägt. Erstens begegnet sein Name in unterschiedlichen Schreibungen. Die Formen Altnickol und Altnikol sind beide verbreitet; in englischsprachigen und bibliographischen Kontexten erscheint häufig Altnikol, während Bach Digital und MGG Online den Lemmanamen Altnickol führen. Für diese Seite wird Johann Christoph Altnickol als Hauptform verwendet, die Variante Johann Christoph Altnikol aber durchgehend mitgeführt.
Zweitens ist die Datierung quellenkritisch zu behandeln. Altnickol wurde Ende 1719 in Berna geboren und am 1. Januar 1720 in Küpper getauft. Viele Nachschlagewerke nennen daher verkürzt 1720 als Geburtsjahr oder setzen das Taufdatum an die Stelle eines nicht exakt überlieferten Geburtstags. Für ein präzises Kulturlexikon ist die Formulierung „geboren Ende 1719, getauft am 1. Januar 1720“ vorzuziehen. Das Sterbedatum wird in den Quellen zumeist als Begräbnisdatum 25. Juli 1759 in Naumburg angegeben.
Drittens ist Altnickol als Person stärker durch seine Stellung im Bach-Kreis als durch ein großes eigenes Werk überliefert. Bach Digital dokumentiert ihn nicht nur als Komponisten und Organisten, sondern besonders als Kopisten und Quellenperson. Die moderne Forschung interessiert sich deshalb stark für seine Handschrift, seine Abschriften, seine Stellung in der Bach-Werkstatt und seine Nähe zur Familie Bach. Das eigene Werkverzeichnis ist klein, aber quellenkundlich bedeutsam.
Biographie
Johann Christoph Altnickol wurde Ende 1719 in Berna in der Oberlausitz geboren und am 1. Januar 1720 in Küpper getauft. Sein Vater Gottfried Altnickol war Weber und Häusler; nach der überlieferten Angabe war er nebenberuflich auch als Musikant tätig. Diese soziale Herkunft ist für Altnickols Lebensweg wichtig. Er kam nicht aus einem berühmten städtischen Kantorenhaus, sondern aus einem handwerklich-dörflichen Umfeld, in dem musikalische Praxis dennoch vorhanden war. Der Weg zur professionellen Kirchenmusik führte über Bildung, Ortswechsel, praktische Bewährung und die Aufnahme in größere musikalische Netzwerke.
Über Altnickols Jugend sind nur wenige sichere Nachrichten erhalten. Aus einem Brief vom 23. Januar 1744 geht hervor, dass er seit etwa Anfang 1740 als Choralis an der Kirche St. Maria Magdalena in Breslau tätig war. Diese Breslauer Zeit ist für seine musikalische Entwicklung bedeutsam, weil er dort kirchliche Vokalmusik, Chorpraxis und Organistendienst aus unmittelbarer Nähe kennenlernte. Der Weg von Breslau nach Leipzig führte ihn in den bedeutendsten musikalischen Ausbildungsraum seines Lebens.
Seit 1744 studierte Altnickol Theologie in Leipzig. Zugleich bildete er sich bei Johann Sebastian Bach in Komposition und Klavierspiel aus. In Leipzig gehörte er zum Kreis jener Schüler, Sänger und Kopisten, die im Umfeld der Thomaskirche, der Thomasschule und der Leipziger Kirchenmusik mit Bachs Werken praktisch umgingen. Er war dabei nicht nur Hörer oder Bewunderer, sondern ein aktiver Mitarbeiter der musikalischen Werkstatt: Er sang, schrieb, kopierte, lernte und wurde für spätere Ämter empfohlen.
1748 erhielt Altnickol auf Empfehlung Bachs die Organistenstelle in Niederwiesa bei Greiffenberg in Schlesien. Bereits im September desselben Jahres wechselte er nach Naumburg an die Wenzelskirche. Diese Stelle behielt er bis zu seinem Tod. Naumburg war kein peripherer Ort ohne musikalische Bedeutung: Die Wenzelskirche besaß eine große Orgeltradition, und die Verbindung von Kirchenmusik, Orgelspiel, städtischer Frömmigkeit und Bach-Nachwirkung machte den Ort für Altnickol zu einem wichtigen Wirkungsfeld.
Am 20. Januar 1749 heiratete Altnickol Elisabeth Juliana Friederica Bach, eine Tochter Johann Sebastian Bachs. Durch diese Ehe wurde er nicht nur Schüler, sondern Schwiegersohn Bachs. Diese familiäre Nähe prägte seine Stellung in der Bach-Überlieferung nachhaltig. Altnickol starb 1759 in Naumburg und wurde am 25. Juli 1759 begraben.
Familie, Berna, Küpper und soziale Herkunft
Altnickols Herkunft aus Berna und Küpper verweist auf die Oberlausitz als einen Kulturraum, der zwischen ländlicher Musikpraxis, protestantischer Kirchenmusik, handwerklicher Sozialstruktur und regionalen Bildungswegen stand. Sein Vater Gottfried Altnickol war Weber und Häusler. Dass er nebenberuflich als Musikant tätig war, legt nahe, dass Johann Christoph schon früh mit praktischer Musik in Berührung kam. Eine solche musikalische Herkunft ist nicht mit der institutionalisierten Ausbildung an einer großen Schule gleichzusetzen, konnte aber den ersten Zugang zu Gesang, Instrumentalspiel und kirchlicher Gebrauchsmusik eröffnen.
Die Verbindung von Handwerk und Musik ist für das 18. Jahrhundert nicht ungewöhnlich. Viele Musiker kamen aus Familien, in denen Musik nebenberuflich, gemeindlich oder städtisch ausgeübt wurde. Der Aufstieg zu einem professionellen Organisten setzte jedoch zusätzliche Bildung voraus. Altnickols Lebensweg zeigt deshalb eine soziale Bewegung: aus einem Weber- und Häuslerhaushalt über Breslau und Leipzig in die unmittelbare Bach-Schule und schließlich in ein anerkanntes Organistenamt.
Durch die Heirat mit Elisabeth Juliana Friederica Bach trat Altnickol in eine der bedeutendsten Musikerfamilien des 18. Jahrhunderts ein. Diese Ehe machte ihn zwar nicht automatisch zu einem großen Komponisten, veränderte aber seine Stellung in der Musikgeschichte. Er wurde Teil des familiären und praktischen Überlieferungsnetzes, durch das Bachs Werke, Abschriften, Lehrtraditionen und Erinnerungen weitergegeben wurden.
Breslau, Leipzig und Ausbildung bei Johann Sebastian Bach
Die Breslauer Zeit als Choralis und Hilfsorganist an St. Maria Magdalena ist eine wichtige Vorstufe. Altnickol erhielt dort offenbar praktische Erfahrungen in der Kirchenmusik. Choralis zu sein bedeutete, in einem geordneten liturgischen und schulmusikalischen Zusammenhang zu singen. Hilfsorganistische Tätigkeit führte ihn an die Orgelpraxis heran. Diese Verbindung von Stimme und Tasteninstrument blieb für ihn wichtig, denn spätere Quellen nennen ihn auch als Basssänger.
In Leipzig studierte Altnickol ab 1744 Theologie. Für Musiker des 18. Jahrhunderts war eine solche Verbindung von theologischer Bildung und musikalischer Praxis naheliegend, besonders wenn sie auf Kirchenämter zielten. Der entscheidende Punkt ist jedoch seine Ausbildung bei Johann Sebastian Bach. Bach unterrichtete ihn in Komposition und Klavierspiel. Dies bedeutet, dass Altnickol nicht nur als ausführender Musiker, sondern auch als angehender Komponist in die Leipziger Bach-Schule eintrat.
Die Leipziger Bach-Schule war keine Akademie im modernen Sinn. Sie bestand aus persönlichem Unterricht, praktischer Arbeit, Kopieren, Singen, Spielen, Partiturstudium, Generalbass, Kontrapunkt, Orgel- und Clavierspiel sowie der täglichen Erfahrung der Kirchenmusik. Altnickols Handschrift und Kopistentätigkeit machen sichtbar, wie eng Lernen und Überliefern miteinander verbunden waren. Wer kopierte, studierte zugleich Satztechnik, Form, Textbehandlung und Aufführungspraxis.
Bach-Familie, Ehe und Naumburger Umfeld
Altnickols Ehe mit Elisabeth Juliana Friederica Bach am 20. Januar 1749 ist mehr als ein biographisches Randdetail. Sie bindet ihn dauerhaft an die Familie Bach und an deren musikalische Erinnerung. Die Verbindung fällt in Bachs späte Leipziger Jahre, also in eine Zeit, in der die Überlieferung, Ordnung und Weitergabe seiner Werke bereits besondere Bedeutung gewann. Altnickol stand damit in einem familiären Netzwerk, das nach Bachs Tod für Besitz, Abschriften, Erinnerungen und musikalische Praxis wichtig blieb.
Naumburg wurde Altnickols dauerhaftes Wirkungsfeld. Als Organist an St. Wenzel war er in einer Kirche tätig, die durch ihre Orgel und durch ihre städtisch-kirchliche Musikpraxis einen hohen Rang besaß. Die Stelle war für einen Bach-Schüler angemessen, auch wenn sie nicht die öffentliche Sichtbarkeit eines Leipziger oder Dresdner Amts hatte. Gerade solche mittleren Kirchenstellen waren für die Verbreitung der Bach-Schule entscheidend.
Die Familie Altnickol-Bach hatte drei Kinder. Besonders in Bach Digital sind Augusta Magdalena, Johann Sebastian und Juliane Wilhelmine Altnickol als Kinder beziehungsweise familiäre Verbindungen ausgewiesen. Auch dies zeigt, dass Altnickol nicht nur als Einzelperson, sondern als Teil eines genealogischen und musikalischen Netzes zu betrachten ist.
Kopist, Überlieferungsträger und Bach-Quelle
Altnickols Bedeutung als Kopist ist für die heutige Musikgeschichte zentral. Er war an der Überlieferung zahlreicher Werke Johann Sebastian Bachs beteiligt. Bach Digital verzeichnet zahlreiche Quellen, in denen Altnickol als Schreiber beziehungsweise Quellenperson erscheint. IMSLP führt ihn ebenfalls in einer eigenen Kategorie als Kopisten von Bach-Werken. Dazu gehören unter anderem Abschriften oder Quellenzusammenhänge zu Kantaten, Orgel- und Clavierwerken, Sonaten, Konzerten und Passionen.
Der Kopist ist in der Musikgeschichte des 18. Jahrhunderts keine bloß mechanische Nebenfigur. Abschriften ermöglichten Aufführungen, Unterricht, Besitzweitergabe und spätere Rezeption. Sie enthalten oft Spuren von Arbeitsprozessen, Korrekturen, Stimmenverteilungen, Aufführungsbedingungen und Werküberlieferung. Altnickols Handschrift ist deshalb nicht nur biographisch interessant, sondern ein Hilfsmittel zur Datierung und Bewertung von Quellen.
Die Kopistenforschung untersucht, welche Hände an welchen Quellen beteiligt waren, wann eine Abschrift entstand, in welchem Umfeld sie genutzt wurde und wie sie sich zur Werkgenese verhält. Altnickol ist hier besonders wichtig, weil er in unmittelbarer Nähe zu Bach stand. Seine Abschriften können Hinweise auf die späte Leipziger Werkstatt, auf Unterrichtszusammenhänge und auf die Verbreitung von Bach-Werken nach 1750 geben.
Organist in Niederwiesa und Naumburg
Altnickols erste gesicherte Organistenstelle erhielt er 1748 in Niederwiesa bei Greiffenberg. Diese Anstellung kam auf Empfehlung Johann Sebastian Bachs zustande. Sie zeigt, dass Bach seinen Schüler für fähig hielt, ein Kirchenamt zu übernehmen. Niederwiesa war für Altnickol jedoch nur eine kurze Zwischenstation.
Im September 1748 trat er die Organistenstelle an St. Wenzel in Naumburg an. Dort blieb er bis zu seinem Tod. Die Naumburger Stelle verbindet Altnickol mit einer reichen Orgeltradition. Die Wenzelskirche war musikalisch nicht unbedeutend, und das Amt verlangte liturgische Verlässlichkeit, Orgelkunst, Choralbegleitung, Festpraxis und musikalische Organisation. Als Bach-Schüler konnte Altnickol hier eine Tradition weitertragen, die sich aus Kontrapunkt, Choral, Orgelspiel und gelehrter Kirchenmusik speiste.
Altnickols Naumburger Tätigkeit ist auch für die Bach-Rezeption wichtig. Nach Bachs Tod 1750 lebte sein Stil nicht nur in großen Zentren weiter, sondern in Organistenämtern, Abschriften, Unterrichtswegen und familiären Netzwerken. Naumburg wurde durch Altnickol ein Ort dieser nachbachischen Traditionsbildung.
Komponist zwischen Bach-Schule und lokaler Kirchenmusik
Als Komponist blieb Altnickol im Schatten Johann Sebastian Bachs. Das ist einerseits verständlich, weil sein Werkumfang klein ist und weil er vor allem als Schüler, Kopist und Schwiegersohn wahrgenommen wurde. Andererseits kann gerade diese Schattenstellung den Blick verstellen. Altnickols Musik zeigt, wie die Bach-Schule in kleinere kirchliche Kontexte übertragen wurde. Seine Werke sind Zeugnisse eines musikalischen Milieus, in dem kontrapunktische Schulung, lutherische Textfrömmigkeit und praktische Aufführbarkeit zusammenwirkten.
Die geistlichen Vokalwerke, insbesondere die Motetten Befiehl du deine Wege und Nun danket alle Gott, zeigen eine enge Beziehung zur lutherischen Choralmotette und zur Bach-Nachfolge. Die Missa in d-Moll und die beiden Sanctus-Vertonungen belegen, dass Altnickol auch lateinische kirchliche Formen pflegte. Die Kantaten und das Passionspasticcio verweisen auf einen größeren vokalen Werkzusammenhang, der jedoch nur teilweise erhalten beziehungsweise sicher zuzuordnen ist.
Seine Tastenstücke, darunter die Sonate in C-Dur, Menuette, Polonaisen und ein Ricercar, zeigen eine andere Seite. Hier verbinden sich Clavierpraxis, Unterricht, galanter Stil, kontrapunktische Schulung und praktische Musizierformen. Das Ricercar weist auf die gelehrte Tradition, während Menuette und Polonaisen stärker auf zeitgenössische Tanz- und Hausmusikpraxis verweisen.
Ausführlicher Kulturüberblick
Johann Christoph Altnickol gehört in die Kultur der späten Bach-Schule. Diese Kultur ist nicht nur durch große Werke, sondern durch Unterricht, Abschrift, Aufführung, familiäre Bindung, kirchliche Ämter und lokale Weitergabe geprägt. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts war musikalisches Wissen stark personenbezogen. Man lernte bei einem Meister, sang in dessen Kirchenmusik, kopierte seine Werke, spielte seine Stücke, erhielt Empfehlungen und wurde dadurch Teil eines Netzwerks.
Altnickols Lebensweg zeigt diese Struktur exemplarisch. Er kam nicht als berühmter Virtuose nach Leipzig, sondern als junger Musiker und Theologiestudent mit Breslauer Chorpraxis. In Leipzig wurde er Schüler Bachs, arbeitete im Bach-Kreis und wurde schließlich durch Bachs Empfehlung in Ämter vermittelt. Seine Karriere ist also auch ein Beispiel für musikalische Patronage und für die soziale Funktion von Empfehlungsschreiben im 18. Jahrhundert.
Die Verbindung von Theologiestudium und Musik ist ebenfalls wesentlich. Viele Organisten und Kantoren waren theologisch gebildet oder bewegten sich im Umfeld theologischer Fakultäten. Kirchenmusik verlangte Textverständnis, liturgische Kenntnis, Choralpraxis und musikalische Handwerkskunst. Altnickol steht in dieser Tradition eines musikalisch-theologischen Berufsprofils.
Als Kopist zeigt Altnickol, wie fragil und zugleich wirksam musikalische Überlieferung war. Ohne Abschriften wären viele Werke Bachs nicht in der heute bekannten Form greifbar. Kopistenhände sind daher für die Quellenkritik fast ebenso wichtig wie Komponistennamen. Eine Abschrift bewahrt nicht nur Noten, sondern verrät Entstehungszeit, Werkstattzusammenhang, Aufführungsabsicht und Besitzgeschichte.
Altnickols eigene Musik gehört kulturgeschichtlich in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts, steht aber stark unter dem Eindruck Bachs. Sie zeigt, dass Bach-Nachfolge nicht automatisch in genialer Fortsetzung besteht. Häufig bedeutet sie eine lokale, praktische, kirchliche und didaktische Weitergabe. Gerade darin liegt Altnickols Wert: Er dokumentiert, wie Bachsche Techniken, Formen und Klangvorstellungen in die Arbeit eines Naumburger Organisten und Kirchenmusikers eingingen.
Die Naumburger Wenzelskirche ist dabei ein besonderer Ort. Sie verbindet Orgelkultur, städtische Kirchenmusik und mitteldeutsche Tradition. Altnickols Amt dort macht Naumburg zu einem nachbachischen Wirkungsort. Die Stadt steht nicht im Zentrum der Bach-Biographie, aber sie gehört zur Geschichte der Bach-Schule, weil ein unmittelbarer Schüler und Schwiegersohn Bachs dort über ein Jahrzehnt wirkte.
Wirkung und Nachleben
Altnickols Nachruhm blieb lange begrenzt. Er wurde vor allem als Bach-Schüler und Schwiegersohn erwähnt, weniger als eigenständiger Komponist. Diese Wahrnehmung ist historisch erklärbar, aber einseitig. Seine Werke wurden nicht Teil eines breiten Repertoires, doch seine Rolle als Kopist und Quellenzeuge gewann mit der modernen Bach-Forschung erheblich an Bedeutung.
In der heutigen Forschung erscheint Altnickol vor allem in drei Zusammenhängen. Erstens ist er ein Teil der Bach-Familiengeschichte. Zweitens ist er ein wichtiger Kopist der späten Bach-Werkstatt. Drittens ist er ein Komponist kleiner, aber charakteristischer geistlicher und klavieristischer Werke. Moderne Ausgaben bei Carus und frei zugängliche Digitalisate haben dazu beigetragen, einzelne Werke wieder aufführbar und studierbar zu machen.
Besonders die Motetten Befiehl du deine Wege und Nun danket alle Gott, die Missa in d-Moll und die Sanctus-Vertonungen zeigen, dass Altnickol nicht nur als Fußnote zu Bach zu behandeln ist. Seine Musik bewahrt eine Form lutherischer Kirchenmusik, die zwischen Bach-Nähe, lokaler Aufführungspraxis und dem Wandel des mittleren 18. Jahrhunderts steht.
Werkverzeichnis
Das Werkverzeichnis Johann Christoph Altnickols ist klein und quellenkritisch zu behandeln. Mehrere Werke sind verloren, nur fragmentarisch überliefert oder in Zuschreibung und Funktion nicht völlig eindeutig. Die folgenden Angaben ordnen die gesichert oder gut bezeugt nachweisbaren Werke nach Gattungen. Die Namensform folgt im Werktitel meist den modernen Katalogen; bei Quellen und Editionen können auch die Schreibungen Altnikol oder Altnickol begegnen.
Geistliche Vokalwerke
| Missa in d-Moll | Kyrie-Gloria-Messe in d-Moll; geistliches Vokalwerk mit lateinischem Messetext. Das Werk ist in modernen Ausgaben wieder greifbar und gehört zu den wichtigsten erhaltenen Kompositionen Altnickols. |
|---|---|
| Sanctus I | Sanctus-Vertonung, 1748 datiert beziehungsweise im Umfeld der späten Bach-Schule überliefert. Das Werk zeigt Altnickols Beschäftigung mit lateinischer Kirchenmusik. |
| Sanctus II | Zweite Sanctus-Vertonung, ebenfalls 1748 beziehungsweise im Kontext der erhaltenen geistlichen Vokalwerke genannt. Zusammen mit Sanctus I bildet sie eine kleine Werkgruppe lateinischer Kirchenmusik. |
| Befiehl du deine Wege | Motette beziehungsweise geistliches Chorwerk auf den bekannten lutherischen Choraltext. Das Werk ist modern ediert und gehört zu den am besten greifbaren Altnickol-Kompositionen. |
| Nun danket alle Gott | Motette für gemischten Chor; in Bach Digital mit BWV Anh. 164 beziehungsweise BWV Anh. III 164 verbunden. Das Werk steht in enger Beziehung zur lutherischen Choraltradition und teilweise zu Bach- beziehungsweise Bach-Anhang-Überlieferungen. |
| Frohlocket und jauchzet in prächtigen Chören | Kantate beziehungsweise geistliches Vokalwerk; in Werklisten Altnickols genannt. Die Überlieferung ist quellenkritisch zu prüfen und nicht mit einem breit gesicherten Repertoirestück gleichzusetzen. |
| Ich lebe und ihr sollt auch leben | Kantate beziehungsweise geistliches Vokalwerk; in Werklisten aufgeführt. Wie bei mehreren Vokalwerken Altnickols ist die Quellenlage nicht so stabil wie bei den modern edierten Motetten und Messesätzen. |
| Wer ist der, so von Edom kömmt | Passionspasticcio beziehungsweise Passionsmusik im Naumburger oder Jenaer Kontext um 1755 bis 1759; in IMSLP als Pasticcio mit Altnickol-Bezug geführt. Die Quelle ist besonders wegen ihrer Bach- und C. P. E.-Bach-Verbindungen quellenkundlich interessant. |
| Magnificat | In älteren Werklisten als verlorenes Werk genannt. Da die Musik nicht erhalten beziehungsweise nicht sicher greifbar ist, muss es als verlorenes oder nur literarisch bezeugtes Werk geführt werden. |
| Zwei verlorene Kantaten | In Werkübersichten wird darauf hingewiesen, dass mehrere Werke, darunter Kantaten, verloren sind. Diese Gruppe ist nicht als aufführbares Werkverzeichnis, sondern als Verlustnachweis zu verstehen. |
Tastenmusik und Instrumentalstücke
| Sonate in C-Dur für Cembalo | Tastenwerk beziehungsweise Harpsichord Sonata in C major; bei IMSLP als eigene Werkseite nachgewiesen. Das Stück gehört zur kleineren Gruppe erhaltenen Claviermaterials Altnickols. |
|---|---|
| Fünf Menuette | Sammlung beziehungsweise Werkgruppe von fünf Menuetten für Tasteninstrument; bei IMSLP als 5 Menuets nachgewiesen. Die Stücke stehen im Kontext galanter Tanz- und Hausmusikpraxis. |
| Zwei Polonaisen | Zwei Polonaisen für Tasteninstrument; bei IMSLP als 2 Polonaises nachgewiesen. Sie zeigen die Verbindung von Clavierpraxis und zeitgenössischer Tanzform. |
| Ricercar a 4 | Kontrapunktisches Tasten- beziehungsweise Satzstück, in Werklisten Altnickols genannt. Der Titel verweist auf die gelehrte, imitatorische Tradition, die für die Bach-Schule besonders wichtig war. |
| Kleine Klavierstücke um 1745 | Werk- und Editionszusammenhang im Bach- und Altnickol-Umfeld; moderne Verlagsnachweise führen Altnickol im Zusammenhang mit kleinen Klavierstücken um 1745. Der Bereich ist quellenkundlich vorsichtig als Überlieferungs- und Editionskontext zu behandeln. |
Kopistenarbeit und Bach-Überlieferung
| Abschriften von Bach-Werken | Altnickol ist als Kopist zahlreicher Bach-Quellen nachgewiesen. Bach Digital verzeichnet zahlreiche Originalquellen und Quellenzusammenhänge, in denen seine Hand beziehungsweise seine Rolle als Schreiber relevant ist. |
|---|---|
| Französische Suiten BWV 812–817 | Im Kopistenzusammenhang mit Altnickol überlieferte Bach-Werke. Solche Abschriften sind für die Textgeschichte und Verbreitung der Clavierwerke Bachs wichtig. |
| Violinsonaten BWV 1014–1019 | In der Bach-Überlieferung mit Altnickols Kopistentätigkeit verbunden; wichtig für die praktische Weitergabe von Kammermusik im Bach-Kreis. |
| Matthäus-Passion BWV 244 | In der Kopisten- und Quellenüberlieferung mit Altnickol verbunden. Der Quellenzusammenhang ist für die späte Bach-Werkstatt und die Passionsüberlieferung bedeutsam. |
| Kantatenabschriften | Altnickol erscheint in Quellenzusammenhängen zu verschiedenen Bach-Kantaten, darunter Werke wie Christ lag in Todes Banden, Ein feste Burg ist unser Gott und Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. Diese Nennungen zeigen seine praktische Rolle in der Bach-Werkstatt. |
| Clavier-, Orgel- und Konzertquellen | Auch bei Clavier- und Konzertwerken Bachs ist Altnickol als Schreiber beziehungsweise Quellenperson relevant. Seine Kopien sind daher nicht auf Kirchenmusik beschränkt. |
| Schriftprobe und Autographenbezug | Bach Digital führt eine Schriftprobe und mehrere Quellen mit Originalquellenhinweisen. Die Identifikation seiner Handschrift ist für die Kopistenforschung grundlegend. |
Moderne Ausgaben und Aufführungsmaterialien
| Carus: Nun danket alle Gott | Moderne Notenausgabe der Motette. Sie macht ein wichtiges Werk Altnickols für heutige Chöre und kirchenmusikalische Praxis zugänglich. |
|---|---|
| Carus: Sanctus I | Moderne Ausgabe einer der Sanctus-Vertonungen; wichtig für die heutige Wiedererschließung der lateinischen Kirchenmusik Altnickols. |
| Carus: Sanctus II | Moderne Ausgabe der zweiten Sanctus-Vertonung; zusammen mit Sanctus I ein zentraler Bestandteil des wieder greifbaren Vokalwerks. |
| Carus: Befiehl du deine Wege | Moderne Ausgabe beziehungsweise Aufführungsmaterial zur Motette; wichtig für die kirchenmusikalische Rezeption. |
| Carus: Missa in d-Moll | Moderne Ausgabe der Kyrie-Gloria-Messe in d-Moll, die Altnickols Bedeutung als Komponist geistlicher Vokalmusik dokumentiert. |
| IMSLP: frei zugängliche Digitalisate und Werkseiten | IMSLP bietet Werkseiten zu mehreren Kompositionen, darunter Befiehl du deine Wege, Nun danket alle Gott, die Sonate in C-Dur, 5 Menuets, 2 Polonaises und das Pasticcio Wer ist der, so von Edom kömmt. |
Sekundärliteratur
- Dadelsen, Georg von: „Altnikol, Johann Christoph“, in: Neue Deutsche Biographie, Bd. 1. Berlin 1953, S. 225. Knapper grundlegender biographischer Lexikonartikel mit Lebensdaten, Ehe, Bach-Unterricht und Organistenämtern.
- Dürr, Alfred: „Zur Chronologie der Handschriften Johann Christoph Altnikols und Johann Friedrich Agricolas“, in: Bach-Jahrbuch 56, 1970. Wichtiger Beitrag zur Kopistenforschung und zur Datierung von Handschriften im Bach-Kreis.
- Emery, Walter, und Andreas Glöckner: „Altnickol, Johann Christoph“, in: Grove Music Online. Englischsprachiger Fachartikel zur Biographie, zur Bach-Nähe und zum Werkbestand.
- Hamann, Richard beziehungsweise ältere genealogische Forschung zu Altnickol, 1929. Für die Angabe zum Vater Gottfried Altnickol als Weber, Häusler und nebenberuflichem Musikanten wichtig.
- Hübner, Maria: Anna Magdalena Bach. Ein Leben in Dokumenten und Bildern. Leipzig 2005. Dokumentarischer Kontext zur Bach-Familie und zu familiären Beziehungen, in deren Umfeld Altnickol steht.
- Neumann, Werner, und Hans-Joachim Schulze: Bach-Dokumente. Kassel und Leipzig 1963 ff. Zentrale Quellensammlung zur Bach-Forschung, mit Dokumenten zum Bach-Kreis, zu Schülern und Familienbeziehungen.
- Wollny, Peter: „Eine apokryphe Bachsche Passionsmusik in der Handschrift Johann Christoph Altnickols“, in: Leipziger Beiträge zur Bach-Forschung 1, 1995. Spezialstudie zur Passionsüberlieferung und zur quellenkundlichen Rolle Altnickols.
- Wollny, Peter: „Altnickol, Johann Christoph“, in: Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Moderner fachlexikalischer Artikel zu Leben, Werk, Quellenlage und Bach-Bezug.
Ausgewählte Onlinequellen
- Bach Cantatas: Johann Christoph Altnikol Biographische und quellenkundliche Übersicht zu Altnickol als Komponist, Organist, Kopist und Bach-Schüler.
- Bach Digital: Johann Christoph Altnickol Zentraler Personendatensatz mit Lebensdaten, Berufsangaben, familiären Beziehungen, Kopistenstatus, Quellenliste und Schriftprobe.
- Carus-Verlag: Johann Christoph Altnickol Verlagsseite mit modernen Ausgaben und Aufführungsmaterialien zu Nun danket alle Gott, Sanctus I, Sanctus II, Befiehl du deine Wege und der Missa in d-Moll.
- Deutsche Biographie: Johann Christoph Altnikol Biographischer Fachartikel mit Lebensdaten, Ehe mit Elisabeth Juliane Friedericia Bach, Leipziger Ausbildung bei Bach und Organistenämtern.
- GND Explorer: Johann Christoph Altnickol Normdatenansicht mit GND, Namensformen und externen Verknüpfungen.
- IMSLP: Johann Christoph Altnikol Komponisten- und Werkseite mit nachgewiesenen Kompositionen, Pasticcio und Kopistenkategorie.
- IMSLP: Johann Christoph Altnikol als Kopist Übersicht über Bach-Werke und Quellen, bei denen Altnickol als Kopist geführt wird.
- IMSLP: List of works by Johann Christoph Altnikol Werkübersicht mit Vokalwerken, Motetten, Kantaten, Tastenmusik und verlorenen Werken.
- IMSLP: Wer ist der, so von Edom kömmt Werkseite zum Passionspasticcio mit Quellenangaben, RISM-Nachweis und Datierung um 1755 bis 1759.
- MGG Online: Altnickol, Johann Christoph Fachlexikalischer Artikel zu Biographie, Quellenlage, Werk und Bach-Bezug.
- RISM Online: Altnickol, Johann Christoph Internationaler Quellen- und Personenindex zu Altnickol mit RISM-Personenkennung.
- VIAF: Johann Christoph Altnickol Internationaler Normdatenverbund mit bibliothekarischen Identifikatoren und Namensformen.
Weiterführende Einträge
- Bach Digital Zentrale digitale Quellenplattform zu Johann Sebastian Bach, seinen Werken, Schreibern und dem Bach-Umfeld.
- Elisabeth Juliana Friederica Bach Tochter Johann Sebastian Bachs und Ehefrau Johann Christoph Altnickols.
- Bach-Familie Musikerfamilie, in die Altnickol 1749 durch die Ehe mit Elisabeth Juliana Friederica Bach eintrat.
- Bach-Forschung Forschungsfeld, in dem Altnickol besonders als Kopist und Quellenzeuge wichtig ist.
- Johann Sebastian Bach Lehrer, Förderer und Schwiegervater Johann Christoph Altnickols.
- Bach-Schüler Personengruppe um Johann Sebastian Bach, zu der Altnickol als Lernender, Kopist und späterer Organist gehört.
- Berna Geburtsort Johann Christoph Altnickols in der Oberlausitz.
- Breslau Stadt, in der Altnickol als Choralis und Hilfsorganist an St. Maria Magdalena tätig war.
- Cembalosonate Tastenmusikgattung, zu der Altnickols Sonate in C-Dur gehört.
- Choralis Sängerischer Kirchen- und Schulmusikdienst, den Altnickol in Breslau ausübte.
- Geistliche Vokalmusik Hauptbereich von Altnickols erhaltenem kompositorischem Werk.
- Kantate Geistliche Vokalform, die in Altnickols Werklisten und im Bach-Umfeld eine zentrale Rolle spielt.
- Kirchenmusik Musikalischer Rahmen von Altnickols Organistenämtern und Vokalwerken.
- Kopist Schreiber musikalischer Quellen; Altnickol ist als Bach-Kopist quellenkundlich besonders wichtig.
- Kopistenforschung Forschungsfeld zur Identifikation von Schreiberhänden, Datierung und Werkstattzusammenhängen.
- Leipzig Studien- und Ausbildungsort Altnickols sowie Zentrum der späten Bach-Werkstatt.
- Missa brevis Kurze lateinische Messform, zu der Altnickols Kyrie-Gloria-Messe in d-Moll gehört.
- Motette Geistliche Chorgattung, die Altnickol in Werken wie Befiehl du deine Wege und Nun danket alle Gott pflegte.
- Naumburg Wirkungs- und Sterbeort Altnickols, besonders durch sein Organistenamt an St. Wenzel wichtig.
- Niederwiesa Kurzzeitiger Organistenort Altnickols bei Greiffenberg im Jahr 1748.
- Orgel Hauptinstrument von Altnickols beruflicher Tätigkeit als Organist.
- Organist Kirchenmusikalischer Beruf, den Altnickol in Niederwiesa und Naumburg ausübte.
- Passionspasticcio Zusammengesetzte Passionsmusikform, in deren Kontext Wer ist der, so von Edom kömmt steht.
- Ricercar Kontrapunktische Instrumentalform, die in Altnickols Tastenwerkbestand genannt wird.
- RISM Internationales Quellenverzeichnis musikalischer Quellen, das Altnickol als Person und Quellenautorität erschließt.
- Sanctus Lateinischer Messsatz, von dem Altnickol zwei Vertonungen hinterließ.
- St. Wenzel Naumburg Kirche, an der Altnickol ab 1748 bis zu seinem Tod als Organist wirkte.
- Thomaskirche Leipzig Zentraler Ort der Leipziger Bach-Werkstatt, in deren Umfeld Altnickol lernte und wirkte.
- Thomasschule Leipzig Schul- und Musikort des Bach-Kreises, der für Altnickols Leipziger Ausbildung bedeutsam ist.