```html Birgitte Alsted | Kulturlexikon

Birgitte Alsted

Dänische Komponistin, Geigerin, Pädagogin und Vertreterin experimenteller elektroakustischer Musik; geboren am 15. Juni 1942 in Odense.

Überblick

Birgitte Alsted, vollständig auch Anne Birgitte Alsted, gehört zu den markanten dänischen Stimmen der experimentellen Musik nach 1970. Sie wurde am 15. Juni 1942 in Odense geboren, erhielt ihre Ausbildung als Geigerin am Königlichen Dänischen Musikkonservatorium in Kopenhagen und studierte zusätzlich in Warschau. Ihr späteres kompositorisches Profil entwickelte sich aus der Verbindung von instrumentalem Denken, Improvisation, elektronischer Musik, elektroakustischer Musik, Musiktheater, Tanz, Literatur, Performance und Klanginstallation.

Alsted ist für ein Werk bekannt, das sich nicht auf eine einzige Gattung festlegen lässt. Ihre Kompositionen reichen von frühen Ensemble- und Instrumentaltheaterstücken über Klavier-, Vokal-, Kammer- und Bühnenmusik bis zu umfangreichen elektroakustischen Werken wie Vækst, Sorgsang II, Agnetes Latter und Agnetes Vandgang. Charakteristisch ist die Aufmerksamkeit für den Klang des Alltäglichen, für Stimme, Körper, Raum, Erinnerung, poetische Texte und für die dramatische Qualität scheinbar unspektakulärer Geräusche.

Innerhalb der dänischen Neuen Musik nimmt Alsted eine doppelte Position ein: Sie ist einerseits ausgebildete Interpretin auf der Violine und denkt Musik von der körperlichen Spielpraxis her; andererseits öffnet sie diese Praxis in Richtung Klangkunst, Live-Elektronik, Tonband, Computer, Rezitation, szenischer Aktion und kollektiver Kompositionsarbeit. Damit gehört sie zu jenen Künstlerinnen, die die Grenzen zwischen Konzert, Installation, Theaterraum und pädagogischer Musikpraxis produktiv verschoben haben.

Kurzdaten

Name Birgitte Alsted; vollständig auch Anne Birgitte Alsted.
Geboren 15. Juni 1942 in Odense, Dänemark.
Beruf Komponistin, Geigerin, Pädagogin, Improvisationsmusikerin und Vertreterin elektroakustischer sowie intermedialer Gegenwartsmusik.
Herkunft Dänemark; künstlerisch besonders mit Kopenhagen, der dänischen Gegenwartsmusikszene und Institutionen der elektronischen Musik verbunden.
Ausbildung Violinausbildung am Königlichen Dänischen Musikkonservatorium in Kopenhagen; Studienaufenthalt am Konservatorium in Warschau; später Masterstudium in elektronischer Komposition am Jütländischen Musikkonservatorium.
Instrument Violine; das instrumentale Spiel bleibt auch für ihr kompositorisches Denken wesentlich.
Künstlerische Schwerpunkte Elektronische Musik, elektroakustische Musik, Tonband, Computerklang, Performance, Musiktheater, Tanzmusik, Klanginstallation, Vokal- und Kammermusik, kollektive Improvisation.
Wichtige Zusammenhänge Mitgründerin der Gruppen- und Vereinszusammenhänge Gruppen for Alternativ Musik und Kvinder i Musik; verbunden mit der dänischen Avantgarde, DIEM und Edition·S.
Auszeichnungen Unter anderem dreijähriges Stipendium der dänischen Kunststiftung 1980 und 2006, Hakon-Børresen-Preis 1992, Jubiläumspreis des Dänischen Komponistenverbandes 1996, Det Anckerske Legat 2003, lebenslange staatliche Ehrenzuwendung 2011, Preis der Kunststiftung für Agnetes Latter 2011 und Carl-Nielsen-und-Anne-Marie-Carl-Nielsen-Preis 2017.
Dateiname alsted-birgitte.shtml

Biographischer und künstlerischer Hintergrund

Birgitte Alsted wuchs in Odense auf und kam früh mit Musik in Berührung. Die Verbindung von praktischem Musizieren und eigener klanglicher Erfindung blieb für sie bestimmend. Nach ihrer Ausbildung als Geigerin führte ihr Weg nicht in eine ausschließlich reproduktive Laufbahn, sondern in ein Feld, in dem Interpretation, Improvisation und Komposition ineinandergreifen. Das Studium in Warschau erweiterte den Horizont über die dänische Konservatoriumswelt hinaus und brachte sie mit europäischen Spielweisen und ästhetischen Perspektiven in Berührung, die für die Nachkriegsavantgarde und die offene Kompositionspraxis wichtig wurden.

Eine prägende Rolle spielte die um 1970 entstandene Gruppen for Alternativ Musik. Diese Gruppe experimentierte mit Aufführungsorten, Konzertformen, kollektiver Improvisation und einem antiakademischen Umgang mit musikalischem Material. Musik konnte dort nicht nur im Konzertsaal, sondern auch an ungewöhnlichen Orten entstehen; sie konnte als Aktion, als klangliches Ereignis, als szenische Situation oder als sozialer Vorgang verstanden werden. Alsteds frühes Werk Klumpe steht in diesem Zusammenhang und markiert den Beginn ihres öffentlich wahrnehmbaren kompositorischen Schaffens.

Parallel zu ihrer kompositorischen Arbeit unterrichtete Alsted Violine und kollektive Komposition. Diese pädagogische Tätigkeit ist nicht bloß ein biographisches Nebengleis, sondern Teil ihres künstlerischen Selbstverständnisses. Die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Ensembles sensibilisierte sie für den Zusammenhang von Klang, körperlichem Handeln, Gruppenprozess und Erfindung. Viele ihrer Werke zeigen deshalb eine besondere Nähe zur Musikpädagogik, ohne sich in didaktischer Vereinfachung zu erschöpfen.

In den 1980er und 1990er Jahren verlagerte sich der Schwerpunkt zunehmend auf Bühnenmusik, Tanz, Performance und elektroakustische Verfahren. Alsted arbeitete mit Theatergruppen, Choreographinnen, Bildkünstlerinnen und Ensembles zusammen. Werke wie Frokost i det grønne, Drømmespil, Vækst, Sorgsang und Sorgsang II machen deutlich, dass ihre Musik den Raum als mitschwingende Größe behandelt. Klang wird bei ihr nicht nur notiert und gespielt, sondern auch lokalisiert, projiziert, montiert, körperlich erfahren und mit visuellen oder literarischen Schichten verbunden.

Ausführlicher Kulturüberblick

Alsteds Werk gehört in die Geschichte der dänischen Musik nach 1950, in der sich mehrere Entwicklungslinien kreuzen: die Öffnung der komponierten Musik für Geräusch und Aktion, die Rezeption internationaler Avantgardeströmungen, die Entstehung elektroakustischer Studios, die wachsende Bedeutung von Performance und Tanztheater sowie die kritische Frage nach der Sichtbarkeit von Komponistinnen. In Dänemark standen diese Entwicklungen nicht isoliert, sondern in einem lebendigen Austausch mit Institutionen, Rundfunk, Festivals, freien Gruppen und Komponistenvereinigungen.

Besonders wichtig ist der Zusammenhang mit der elektroakustischen Musik. Alsteds Zugang zu Tonband, Computer, Sampling, bearbeiteter Stimme und Alltagsgeräusch ist nicht rein technisch. Sie begreift elektronische Mittel als Erweiterung der Wahrnehmung. Geräusche von Wasser, Glocken, Stimmen, Atem, Bewegung oder Umgebung werden nicht als bloße Effekte eingesetzt, sondern als Träger von Erinnerung, psychischer Spannung und szenischer Energie. Darin unterscheidet sich ihre Klangsprache von einer abstrakt konstruktiven Elektronik: Sie ist oft erzählerisch, körperlich, assoziativ und dramatisch.

Die dänische Institution DIEM, das Dänische Institut für Elektroakustische Musik, bildet einen weiteren wichtigen Bezugsrahmen. Werke wie Sorgsang, Sorgsang II und Zu versuchen, die Fragen stehen im Umfeld einer elektronischen Produktionskultur, die Studioarbeit, Tonbandästhetik, Computerbearbeitung und räumliche Klangprojektion miteinander verbindet. Alsted nutzte diese Möglichkeiten jedoch nicht als Selbstzweck, sondern zur Verdichtung existentieller Themen: Klage, Wasser, Angst, Trost, Bewegung, Tod, Erinnerung, Natur und menschliche Verletzbarkeit.

Von erheblicher Bedeutung ist außerdem der Zusammenhang mit Frauen in der Musik. Alsted war an der Gründung von Kvinder i Musik beteiligt und engagierte sich für die Aufführung und Sichtbarkeit von Musik von Komponistinnen. Dieses Engagement steht in einer kulturgeschichtlichen Situation, in der Komponistinnen zwar künstlerisch aktiv waren, in Kanonbildung, Konzertprogrammen, Verlagskatalogen und Musikwissenschaft aber vielfach unterrepräsentiert blieben. Alsteds Arbeit ist deshalb zugleich künstlerische Praxis und kulturpolitische Intervention.

Die Nähe zu Tanz und Theater macht Alsteds Schaffen auch für die Geschichte des experimentellen Musiktheaters relevant. Ihre Bühnen- und Szenenmusiken lösen die traditionelle Hierarchie von Handlung, Text und Begleitmusik auf. Musik kann bei ihr selbst zur dramatischen Instanz werden: Sie öffnet Räume, bildet psychische Zustände ab, erzeugt Bewegungsimpulse, kommentiert Texte oder tritt als eigenständige Materialschicht neben Bild, Körper und Sprache. Gerade diese Mehrschichtigkeit verbindet ihr Werk mit europäischen Tendenzen der Performancekunst und der erweiterten Komposition.

Alsteds kompositorischer Weg zeigt zugleich eine bemerkenswerte Beharrlichkeit. Sie hat sich nicht auf einen Stil festgelegt, sondern wiederholt neue technische und ästhetische Medien erschlossen. Der Abschluss eines Masterstudiums in elektronischer Komposition im Jahr 2006 ist in dieser Hinsicht besonders aufschlussreich: Er zeigt, dass Lernen, Experiment und Neubeginn auch im fortgeschrittenen künstlerischen Leben für sie konstitutiv blieben.

Ästhetik, Klangdenken und intermediale Verfahren

Alsteds Ästhetik ist durch ein Denken in Klangereignissen geprägt. Ein Ton ist bei ihr selten nur eine Tonhöhe; er ist Atem, Körper, Reibung, Raum, Erinnerung, Materialspur oder theatralischer Impuls. Diese Haltung verbindet sie mit Strömungen des Instrumentaltheaters, der Klangkunst und der elektroakustischen Komposition. Zugleich bleibt ihre Musik stark auf menschliche Erfahrung bezogen. Sie interessiert sich für Situationen, in denen Klang nicht abgeschlossen, sondern gefährdet, fragend, komisch, verletzlich oder rituell aufgeladen ist.

Literatur spielt in ihrem Schaffen eine zentrale Rolle. Texte aus der Bibel, Gedichte, Rilke-Bezüge, Märchenstoffe und eigene poetische Impulse werden nicht bloß vertont, sondern als Resonanzräume genutzt. In Zu versuchen, die Fragen bildet ein Rilke-Bezug den Ausgangspunkt für eine Klangdramaturgie, in der Sprachlaut, Geräusch und elektronische Bearbeitung einander durchdringen. In Agnetes Latter und Agnetes Vandgang wird der Stoff von Agnete og Havmanden zu einer zeitgenössischen Reflexion über Wasser, Verführung, Naturgewalt, Erinnerung und ökologische Bedrohung.

Ein zweites ästhetisches Grundmoment ist die Offenheit gegenüber Zusammenarbeit. Alsteds Musik ist häufig in Beziehung zu konkreten Musikerinnen und Musikern, Ensembles, Tänzerinnen, Theaterräumen oder Bildinstallationen entstanden. Dadurch besitzt sie oft eine situationsbezogene Qualität. Sie ist nicht nur Partitur, sondern Ereignis, Aufführung, Raumdisposition und soziale Konstellation. Besonders bei Werken für Violine, Akkordeon, Stimme, Orgel oder Ensemble ist die Kenntnis der individuellen Klangmöglichkeiten der Ausführenden Teil der kompositorischen Arbeit.

Die elektronische Dimension ihres Werks ist eng mit dem Begriff der Transformation verbunden. Aufgenommene Klänge werden gedehnt, montiert, verfremdet, räumlich organisiert und mit Live-Elementen verbunden. Dabei entsteht eine Musik, die zwischen Dokument und Phantasie, zwischen konkretem Geräusch und innerem Bild vermittelt. Der Alltag wird nicht abgebildet, sondern in ein poetisch-dramatisches Klangfeld überführt.

Werkverzeichnis

Das folgende Werkverzeichnis ist als ausführliches, öffentlich belegbares Arbeitsverzeichnis angelegt. Es folgt im Kern den Angaben der dänischen Komponistenbasis und ergänzt sie um jüngere Werke, die über Edition·S, Spil Dansk, Konzert- und Verlagsnachweise dokumentiert sind. Bei einzelnen frühen Bühnen-, Tonband- und Gelegenheitswerken sind Besetzung oder Dauer in den Quellen nur unvollständig überliefert.

Werke bis 1979

Klumpe 1971; etwa 13 Minuten; Bariton, Violine, Kontrabass, Klavier und Schlagzeug.
Stykke 1972; etwa 8 Minuten; Klarinette, Klavier und Streichquartett.
Stykke med agurkesalat 1972; etwa 5 Minuten; Klarinette, Violine und Violoncello.
Stykke To 1972; etwa 12 Minuten; Klarinette, Klavier und Streichquartett.
12 toner i Zoologisk have 1974; Instrumentaltheater; etwa 8 Minuten; variable Instrumente.
Muzak 1974; Instrumentaltheater; etwa 6 Minuten; variable Instrumente.
Smedierne i Granada 1975; Musik zu einem Schauspiel von Iljitch Johansen; Flöte, Klarinette, Violine, Violoncello, Kontrabass, Klavier vierhändig und Schlagzeug.
Smedierne i Granada 1976; Konzertsuite aus der Theatermusik; etwa 20 Minuten; Flöte, Klarinette, Violine, Violoncello, Kontrabass, Klavier vierhändig und Schlagzeug.
Vi lærer at producere uden kærlighed 1976; Anti-Atomkraft-Werk; etwa 10 Minuten; Fagott, Horn, Violine und Klavier.
3 sange til Peer Gynt 1977; komponiert für Rimfaxes Peer Gynt; etwa 4 Minuten; Mezzosopran.
Strygekvartet i CD 1977; etwa 12 Minuten; Streichquartett.
Murtema 1978; etwa 7 Minuten; Rezitation, Blockflöte, Violine, Viola da gamba, Horn und Gitarre.
Haiku-sange 1979; komponiert für die Aufführung 3. Tilstand; Besetzung und Dauer in den Quellen nicht gesichert.
Konkurrence 1979; etwa 14 Minuten; Blockflöte, Flöte, Violine, Viola da gamba, Horn und Gitarre.
Midt på ødemarken 1979; etwa 1 Minute; Violine.
Tredie Tilstand 1979; etwa 15 Minuten; Sopran, Mezzosopran, Bariton und gemischter Chor.
Gentagne gange 1979–1980; etwa 10 Minuten; Klavier.

Werke der 1980er Jahre

Konkurrence II 1980; etwa 15 Minuten; drei Trompeten, zwei Hörner und zwei Posaunen.
Timileskoven 1980; etwa 17 Minuten; Sopran, Mezzosopran, Bariton, Flöte mit Altflöte, Kontrabass und Schlagzeug.
Gentagne Gange II 1981; etwa 12 Minuten; zwei Klaviere.
Solen og jeg 1981; etwa 8 Minuten; Flöte mit Piccolo, Klarinette, Horn, Akkordeon, Vibraphon, Marimba, zwei Klaviere, drei Violinen, zwei Violoncelli und Kinderchor.
Gentagne gange III 1982; etwa 12 Minuten; Klavier.
Gentagne gange IV 1982; etwa 13 Minuten; Klavier.
Smedierne i Granada 1982; Konzertversion mit Haiku-Gedichten; Sopran, Mezzosopran, Flöte, Klarinette, Violine, Violoncello, Kontrabass, Klavier vierhändig und Schlagzeug.
Solen på møddingen 1982; endgültige Fassung; etwa 12 Minuten; Sopran, Bariton, Flöte, Akkordeon, Klavier, Schlagzeug, Violine und Kontrabass.
Vi lærer at producere uden kærlighed II 1982; Tonband; Dauer in den Quellen nicht gesichert.
Antigone 1983; ursprüngliche Bühnenmusik, auch als Kassettenveröffentlichung dokumentiert; etwa 24 Minuten; Tonband, Violine und Klavier.
Phasing Moon – Facing Changing 1983; etwa 15 Minuten; Klavier.
Heksekeddel 1984; etwa 30 Minuten; Tonband.
Kære allesammen 1984; etwa 7 Minuten; Klavier.
Frokost i det grønne 1985; Bühnenmusik; etwa 29 Minuten; Tonband.
Om natten 1985; für SATB; Dauer in den Quellen nicht gesichert.
På afstand af bølgen 1984–1985; zwei Haiku-Gedichte für Sopran, Klavier und Mundharmonika; etwa 4 Minuten.
Skiftetid 1985; etwa 10 Minuten; Akkordeon.
This Is It 1985; etwa 3 Minuten; Mezzosopran.
Turning Point 1985; etwa 12 Minuten; Bariton, Gitarre und Schlagzeug.
Extra Nostalgisk nr. 2 1986; etwa 5 Minuten; Klavier.
Farvel 1986; etwa 3 Minuten; Klavier.
Kindlein’s Schlaflied 1986; etwa 12 Minuten; Bariton und Violoncello.
Lyden på rejse 1984–1986; unvollendet; Orchesterbesetzung mit Schlagzeug, Klavier und Streichern.
Nostalgisk extranummer 1985–1986; etwa 4 Minuten; Klavier.
Espressione Emotionale 1987; etwa 7 Minuten; Sopran, Akkordeon und Gitarre.
Fatsy 1987; etwa 8 Minuten; Klavier.
Skitse til John 1987; etwa 7 Minuten; Violoncello.
Drømmespil 1987–1988; Musik zum Theater; etwa 50 Minuten; Tonband.
Nordisk Forum 1988; Kennmelodie für DRTV; Tonband.
Opbrud 1988; etwa 5 Minuten; Sinfonieorchester.
Vækst 1989; etwa 19 Minuten; Tonband, optional mit Violine.

Werke der 1990er Jahre

Havet ved forår 1990; etwa 6 Minuten; Sopran, Violine, Flöte und Orgel.
Lyst 1990; etwa 18 Minuten; Tänzerin, Sopran, Akkordeon und Tonband.
To sange til døden 1990; etwa 10 Minuten; Akkordeon.
Episoder til Thomas 1991; etwa 8 Minuten; Klavier.
Extranostalgisk nr. 2, II 1991; etwa 5 Minuten; Sopran, Violine, Viola und Akkordeon.
Havet 1991; Haiku; etwa 55 Sekunden; SATB.
Vandene falder 1991; Haiku; etwa 50 Sekunden; SATB.
8 haiku 1992; etwa 4 Minuten; Mezzosopran, Bariton und Violine.
Imitaopposition 1992; etwa 7 Minuten; Orgel.
Karens Å 1992; etwa 7 Minuten; Klavier.
Natterdag 1992; etwa 23 Minuten; Tonband und Solo-Violine.
Oversøisk Improvisation 1992; mit Charles Morrow; etwa 5 Minuten; Stimme und Violine.
Unoder 1992; etwa 6 Minuten; Akkordeon.
Spring I 1994; etwa 10 Minuten; Frauenchor.
Højsang 1995; Sopran, Alt, Tenor, Bariton, gemischter Chor, Oboe, Harfe, Orgel, Schlagzeug, Streicher und E-Bass; Aufführungs- und Fassungsstand in den Quellen nicht vollständig gesichert.
Haiku-Wärme 1995; etwa 5 Minuten; Mezzosopran, Flöte, Violoncello und Akkordeon.
Sorgsang 1995; Auftrag für DR, geschaffen bei DIEM; etwa 25 Minuten; Elektronik und Rezitation.
Sorgsang II 1995; etwa 21 Minuten; Tonband in Surround oder Stereo.
Stelle 1995; etwa 10 Minuten; vier E-Gitarren, Schlagzeug, Klavier und Synthesizer.
Chitarra ariosa 1996; etwa 8 bis 9 Minuten; Gitarre solo.
Sorgsang III 1996; etwa 6 Minuten; Bariton und Orgel.
Sorgsang VII 1996; Elektronik; Dauer in den Quellen nicht gesichert.
Sorgsang V 1996–1997; etwa 9 Minuten; Elektronik in Surround oder Stereo.
Askepot-Variationer um 1997; Szenenmusik; etwa 30 Minuten; Tonband und Tenor.
Morpheus in Search of a Leading Note 1998; etwa 15 Minuten; Harfe und Elektronik in Surround oder Stereo.
Historien om en Moder 1999; Szenenmusik; etwa 35 Minuten; Tonband in Surround oder Stereo, Sopran und Violoncello.

Werke seit 2000

Nostalgisk Ekstranummer 2001 2001; etwa 6 Minuten; Cembalo und Klavier.
Melencolia 2001, überarbeitet bis 2003; etwa 12 bis 15 Minuten; Akkordeon solo.
UMU’s Dag 2001; Werk für talentliniengeneriertes Musikschulorchester; etwa 12 Minuten; Stimmen, Blockflöten, Violinen, Violoncelli, Gitarren, E-Gitarren, E-Bass, Klaviere und Schlagzeug.
Zweigeigen 2001; etwa 12 Minuten; zwei Violinen.
Odysseus on a Minicruise 2002; etwa 11 Minuten; Elektronik und Surround-Klang.
SATSER 2002; etwa 15 Minuten; Oboe, Violoncello, Kontrabass und Klavier.
Zu versuchen, die Fragen 2002; etwa 17 Minuten; Elektronik in Surround oder Stereo; Rilke-Bezug.
Længsel 2003; etwa 6 Minuten 44 Sekunden; Glockenspiel.
Nostalgia 2003; etwa 7 Minuten; Sopran, Flöte mit Altflöte, Violoncello und Akkordeon.
Begyndelse 2004; etwa 1 Minute 36 Sekunden; Sopran und Saxophon.
En vej af Sol 2004; etwa 2 Minuten 10 Sekunden; Sopran und Saxophon.
Isblomster 2004; etwa 4 Minuten; Sopran und Saxophon.
Skrivelser 2004; Sopran und Sopransaxophon; Dauer in den Quellen nicht gesichert.
Sommerfuglen 2004; Sopran und Saxophon; Dauer in den Quellen nicht gesichert.
Belletter 2004; auch Klokkebrev; etwa 4 Minuten 32 Sekunden; Elektronik in Surround oder Stereo.
Dance with Bells 2005; etwa 23 Minuten 22 Sekunden; Elektronik in Surround oder Stereo.
Englemesse 2003–2005; etwa 40 Minuten; Chor, zwei Soprane, zwei Harfen, Orgel und Elektronik.
Transpirose 2006; etwa 40 Minuten 50 Sekunden; Laptop-Interaktion mit Max/MSP-Patch.
Lyksaligt det Folk 2005–2006; Fassung mit obligater Violine; etwa 2 Minuten; Frauenchor und Violine.
VIOL-OFF-AIR 2006; etwa 6 Minuten; Elektronik in Stereo oder Surround, optional mit Violine.
Naglet 2006; etwa 6 Minuten; SATB-Chor und Orgel.
Lyksaligt det Folk 2007; neue Psalmweise; Stimme und Orgel.
KLKLKLKL 2007; etwa 11 Minuten 30 Sekunden; Tonbandcollage aus bearbeiteten Glocken- und Bassklarinettenklängen.
ARIEL 2007; etwa 8 Minuten; Blockflötenensemble und drei Akkordeons, darunter ein Bassakkordeon.
HVals 2007; etwa 12 Minuten; Saxophonquartett.
Jonas i KLIMAkterium 2009; etwa 15 Minuten; Erzähler und Elektronik, aufführbar mit Bildserie.
> enegang < 2011; Text von Astrid Gjesing; etwa 31 Minuten 30 Sekunden; Tonband für Audiowalk.
Dhyaana 2011; etwa 23 Minuten; Tonband.
Urolig Nat 2011; etwa 17 Minuten; Orgel und Rezitator nach einem Gedicht von Erik Knudsen.
Agnetes Latter 2007–2011; etwa 30 Minuten 27 Sekunden; Tonband, aufführbar mit Bildserie; elektroakustisches Werk zum Agnete-Stoff.
DIEM-25 2012; mit Ane Østergaard; etwa 18 Minuten 46 Sekunden; Tonband, Violine und Laptop.
Ice and Us 2012; etwa 14 Minuten; Tonband in Stereo oder Quadrophonie, aufführbar mit Bildinstallation und Violine.
Zweite Elegie 2012; etwa 20 Minuten; zwei Violinen, die auch rezitieren; Textbezug zu Rilkes zweiter Duineser Elegie.
Mørkning 2016; pädagogisches Klavierstück; etwa 2 Minuten; Klavier solo.
Vandgang 2016; pädagogisches Klavierstück; etwa 2 Minuten; Klavier solo.
Marching (Hobbling) On 2016; pädagogisches Stück; etwa 2 Minuten; zwei Violinen.
BERUSET 2017; Oper für Sopran und Elektronik; aufgeführt am Verdens Mindste Teater, Kopenhagen.
Nach Klänge hin ... 2017; für zwei Solo-Violinen, Orchester und Elektronik; uraufgeführt im Rahmen der Verleihung des Carl-Nielsen-und-Anne-Marie-Carl-Nielsen-Preises.
HVERFA – Venter på Jul 2018; Werk für Instrumentalensemble mit Rezitation; Aufführungen in Randers, Aarhus und Skive.
Skildpadden drømmer hvad? 2019; pädagogisches Klavierwerk im Projekt Dyrenes Univers; etwa 10 Minuten; Klavier.
Kafka i Kirke 2020; für Klarinette, Orgel und Rezitation; im Zusammenhang mit Sct. Matthæus Kirke dokumentiert, mit Epilog-Fassung für Klarinette und Klavier.
Agnetes Vandgang 2023; für Ensemble Lydenskab, Elektronik und Rezitation; Weiterführung von Material aus Agnetes Latter mit Wasser-, Klima- und Naturthematik.

Ausgewählte Diskographie

Antigone Kassettenveröffentlichung der Bühnenmusik; PMP Music PMPC 603 Chrom, 1983.
Frokost i det grønne Kassettenveröffentlichung der Musik zu den Gegenbildern in Frokost i det grønne; Eigenverlag, 1985.
To Sange til Døden Enthalten auf New Nordic Chamber Music Wärme-Quartet; Danacord DACOCD 423, 1994.
Sorgsang II Enthalten auf Planetarium Music – Electroacoustic Music from DIEM II; Dacapo 8.224083, 1997.
Haiku-Wärme Enthalten auf Mater Mea; Danacord DACOCD 532, 2000.
Stelle Enthalten auf Ny Musik i Musikskolen; Odense Musikskoles Forlag, 2001.
Zweigeigen Enthalten auf Duo Gelland, Violin Duos vol. 3; Nosag Records, Nosag CD 152, 2007.
Zu versuchen, die Fragen Enthalten auf Electronic Music Produced at DIEM 1987–2012; Dacapo 8.226559-60, 2012.
Agnete’s Laughter Solo-CD mit Agnetes Latter, Melencolia, Sorgsang V und Belletter; Dacapo 8.226575, 2012.
Educate·S – Pieces for Piano Enthält pädagogische Klavierstücke aus dem Edition·S-Kontext, darunter Alsteds Beiträge.
Educate·S – Pieces for Violin Enthält neue pädagogische Violinstücke aus dem Edition·S-Kontext, darunter Alsteds Beitrag Marching (Hobbling) On.

Sekundärliteratur

  • Bruland, Inge: Booklet-Essay zu Agnete’s Laughter, Dacapo 8.226575, Kopenhagen 2012. Einführender Text zum elektroakustischen Werkkomplex um Agnetes Latter.
  • Jensen, Eva Maria: „Birgitte Alsted“, in: Dansk Kvindebiografisk Leksikon, ursprünglich Rosinante/KVINFO, online bei lex.dk. Biographischer Fachartikel mit Schwerpunkt auf Ausbildung, Gruppenarbeit, Bühnenmusik, Elektroakustik und kulturpolitischem Engagement.
  • Jensen, Thomas Hjort: „Birgitte Alsted“, in: Lex.dk. Kurzer enzyklopädischer Überblick zur Stellung Alsteds in der dänischen Musik nach 1950.
  • Kvinder i Musik: Birgitte Alsted 60 år, Årsskrift 2002. Thematisches Jahresheft mit Beiträgen, Würdigungen, Artikeln und Texten im Umfeld von Alsteds sechzigstem Geburtstag.
  • Petersen, Mette Koustrup: Birgitte Alsted – en biografi. Københavns Universitet, 2004. Universitäre biographische Arbeit zu Leben, Werk und ästhetischem Profil der Komponistin.
  • Petersen, Mette Koustrup: „Livjatan – en drage fra undergrunden“, in: Kvinder i Musik Årsskrift 2002. Beitrag zum thematischen Umfeld von Alsteds Musik, Ästhetik und Werkverständnis.
  • Ravnkilde, Svend: Programmnotiz zu Kafka i kirke im Kontext von Jonas Frølunds Klarinettenprogramm, 2021. Hinweis auf die spätere Rezeption und Aufführung einzelner Werkteile.

Ausgewählte Onlinequellen

Weiterführende Einträge

  • Agnete und der Meermann Volksballadenstoff, der für Alsteds Agnetes Latter und Agnetes Vandgang zentral wurde.
  • Akkordeon Instrument, das in mehreren kammermusikalischen Werken Alsteds eine wichtige klangliche Rolle spielt.
  • Avantgarde Sammelbegriff für künstlerische Verfahren, die hergebrachte Formen, Aufführungsorte und Materialbegriffe erweitern.
  • Computer-Musik Bereich der elektronischen Komposition, der für Alsteds spätere Studio- und Klangtransformationsarbeit wesentlich wurde.
  • Dänemark Kultureller und institutioneller Kontext, in dem sich Alsteds Laufbahn zwischen Konservatorium, freien Gruppen, Rundfunk und Festivals entwickelte.
  • DIEM Dänisches Institut für Elektroakustische Musik, wichtig für Alsteds Arbeit an elektronischen Hauptwerken.
  • Elektronische Musik Zentraler Sammelbegriff für Musik mit elektronischer Klangerzeugung und Klangbearbeitung.
  • Elektroakustische Musik Gattungsfeld zwischen aufgenommenem Klang, Studioarbeit, Lautsprecherraum, Tonband und Live-Elementen.
  • Experimentelles Musiktheater Bühnenform, in der Musik, Text, Handlung, Körper, Raum und Medien nicht mehr hierarchisch geordnet sind.
  • Frauen in der Musik Kulturhistorischer Zusammenhang von Sichtbarkeit, Kanonbildung, Aufführungspraxis und kompositorischer Autorschaft.
  • Geige Alsteds eigenes Hauptinstrument und zugleich ein wichtiger Ausgangspunkt ihres klanglichen Denkens.
  • Geräusch Erweitertes musikalisches Material, das in Alsteds elektroakustischen und theatralen Arbeiten häufig kompositorisch transformiert wird.
  • Improvisation Künstlerische Praxis spontaner Klangbildung, die für Alsteds frühe Gruppenarbeit und ihr pädagogisches Denken prägend war.
  • Instrumentaltheater Form des erweiterten Musiktheaters, in der die Ausführung selbst szenische Bedeutung gewinnt.
  • Installation Kunstform, die Klang, Raum, Bild und körperliche Wahrnehmung zu einer begehbaren oder situationsbezogenen Arbeit verbindet.
  • Kammermusik Gattungsfeld, in dem Alsted neben elektronischen und szenischen Arbeiten zahlreiche instrumentale Werke geschaffen hat.
  • Klangkunst Intermediales Feld zwischen Musik, Raum, Installation und Wahrnehmung, das Alsteds Werkverständnis nahekommt.
  • Komponistin Berufs- und Rollenbezeichnung, die im Fall Alsted auch Fragen nach Sichtbarkeit und kulturpolitischer Repräsentation berührt.
  • Konkrete Musik Historischer Bezugspunkt für die kompositorische Arbeit mit aufgenommenen Alltagsklängen und Geräuschen.
  • Musik und Tanz Interdisziplinärer Bereich, in dem Alsteds Zusammenarbeit mit moderner Tanz- und Performancepraxis verankert ist.
  • Musikpädagogik Kontext von Unterricht, kollektiver Komposition und kreativer Musikpraxis, der bei Alsted eng mit Komposition verbunden ist.
  • Musiktheater Szenisch-musikalisches Feld, das von Alsteds Bühnenmusiken bis zur Kammeroper BERUSET reicht.
  • Neue Musik Übergreifender Zusammenhang zeitgenössischer Komposition, in dem Alsteds experimentelles Werk zu verorten ist.
  • Odense Geburtsstadt Birgitte Alsteds und kultureller Bezugspunkt ihrer dänischen Herkunft.
  • Performance Aufführungsform, in der Körper, Handlung, Raum und Klang zu einer offenen künstlerischen Situation werden.
  • Rainer Maria Rilke Dichter, dessen Texte und Denkfiguren in Alsteds Zu versuchen, die Fragen und Zweite Elegie nachwirken.
  • Rezitation Sprechkünstlerische Praxis, die in mehreren Werken Alsteds als eigenständige musikalische Schicht erscheint.
  • Tonbandmusik Historisch-technisches Medium, das bei Alsted vom Bühnenband bis zur elektroakustischen Klangcollage reicht.
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