Paul Alday le jeune ((Jérôme) Paul (Bonaventure) Alday, Alday jeune, P. Alday)
Überblick
Paul Alday le jeune, vollständig meist als Jérôme Paul Bonaventure Alday angesetzt, war ein französischer Violinvirtuose, Komponist, Orchesterleiter, Musikverleger, Musikalienhändler und Musikprofessor. Er wurde um 1763 vermutlich in Perpignan geboren und starb 1835 in Dublin. Seine Laufbahn führte ihn aus dem französischen Musikmilieu der Viotti-Zeit über England und Schottland nach Irland. Dort wurde er zu einer prägenden Figur des Dubliner Musiklebens im frühen 19. Jahrhundert.
Die Bezeichnung le jeune ist nicht schmückend, sondern quellenkritisch notwendig. Paul Alday war der jüngere Bruder von François Alday l’aîné. Beide gehörten zu einer weit verzweigten Musikerfamilie, deren Mitglieder als Geiger, Komponisten, Lehrer und Verleger tätig waren. In älteren Drucken und Katalogen steht oft nur der Familienname Alday; dadurch kam es wiederholt zu Verwechslungen zwischen François, Paul, Francisque, Ferdinand und weiteren Familienmitgliedern.
Paul Alday trat zwischen 1783 und 1790 im Pariser Concert spirituel auf und stand im Umfeld Giovanni Battista Viottis. Diese Herkunft aus der französischen Violinvirtuosität prägte seine frühen Violinkonzerte. Während der 1780er Jahre veröffentlichte er in Paris mehrere Concertos für Violine und Orchester. Anfang der 1790er Jahre begegnet er in Oxford, wo er 1793 die französische Harfenistin Adélaïde Rosalie Delatouche heiratete und Streichquartette veröffentlichte. Danach wirkte er in Edinburgh, Cork und Dublin.
Seit etwa 1809 war Dublin sein zentraler Wirkungsort. Er übernahm den Musikhandel des Francis Rhames, war zunächst an 16 Exchange Street und seit etwa 1815 an 10 Dame Street tätig, verkaufte Noten, Instrumente und Musikalien, gab Unterricht, leitete Orchester und veröffentlichte eigene wie fremde Musik. Damit verband er künstlerische, pädagogische und geschäftliche Rollen in einer Person. Er war nicht nur Komponist, sondern auch ein Organisator der musikalischen Infrastruktur Dublins.
Besonders wichtig sind seine beiden großen Sinfonien, die um 1816 bis 1819 entstanden und im Umfeld der Anacreontic Society aufgeführt beziehungsweise verbreitet wurden. Die erste Grand Symphony for a Full Orchestra gilt in der Forschung als erste bekannte in Irland komponierte Sinfonie; die zweite Sinfonie in D-Dur zeigt einen fünfsätzigen Aufbau. Damit steht Paul Alday an einem frühen Punkt der irischen Orchester- und Sinfoniegeschichte.
Kurzdaten
| Name | Paul Alday le jeune. |
|---|---|
| Vollständiger Name | Jérôme Paul Bonaventure Alday. |
| Weitere Namensformen | Paul Bonaventure Alday, Paul Alday, Alday le jeune, Alday jeune, P. Alday und Alday, Paul. |
| Geburt | Um 1763 in Perpignan, unsicher; nach Choron und Fayolle 1810/11 wird Perpignan genannt. |
| Tod | 1835 in Dublin. |
| Beruf | Violinvirtuose, Komponist, Orchesterleiter, Konzertmeister, Musikverleger, Musikalienhändler, Instrumentenhändler, Musikprofessor, Violinlehrer und Musikunternehmer. |
| Familie | Jüngerer Bruder von François Alday l’aîné; verwandt mit weiteren Musikern der Familie Alday, darunter Francisque und Ferdinand Alday. |
| Ausbildung | Studium beziehungsweise künstlerische Prägung im Umfeld Giovanni Battista Viottis in Paris. |
| Paris | Auftritte als Violinist im Concert spirituel zwischen 1783 und 1790; Veröffentlichung mehrerer Violinkonzerte in Paris. |
| Oxford | Seit 1793 in Oxford nachweisbar; Heirat mit Adélaïde Rosalie Delatouche, einer französischen Harfenistin; Veröffentlichung von Streichquartetten. |
| Schottland | Um 1804 in Edinburgh nachweisbar, dort als Musikprofessor beziehungsweise Violinist tätig. |
| Irland | Auftritte in Cork und Dublin um 1804; dauerhaft in Dublin seit etwa 1809 bis zu seinem Tod 1835. |
| Dubliner Adressen | 16 Exchange Street von etwa 1809 bis 1815; 10 Dame Street von etwa 1815 bis 1835. |
| Dubliner Tätigkeiten | Musikverleger, Musikalienhändler, Instrumentenhändler, Violinprofessor, Sänger, Komponist, Leiter von Orchestern und Geschäftsnachfolger von Francis Rhames. |
| Gesellschaften | Leiter des Orchesters der Dubliner Anacreontic Society von etwa 1819 bis 1828; Sekretär der Gesellschaft von 1824 bis 1830; außerdem Leiter beziehungsweise wichtiger Musiker der Sons of Handel. |
| Zentrale Werkgruppen | Violinkonzerte, Concertante Symphony, Sinfonien, Streichquartette, Duos, Variationen, Airs, Tänze, Märsche, Klavier- und Harfenstücke, Bearbeitungen, Sammlungen für Instrumental- und Gesellschaftsmusik. |
| Musikgeschichtliche Stellung | Alday gehört zu den kontinentalen Musikern, die das Musikleben Irlands im frühen 19. Jahrhundert prägten, und gilt als einer der ersten nachweisbaren Sinfoniekomponisten auf irischem Boden. |
Ausführlicher Kulturüberblick
Paul Alday le jeune steht an einer kulturell besonders bewegten Schnittstelle: zwischen französischer Virtuosentradition, britischem Musikmarkt, schottischer und irischer Konzertkultur, Dubliner Musikalienhandel und der frühen irischen Sinfoniegeschichte. Seine Laufbahn ist deshalb nicht nur als Komponistenbiographie zu lesen, sondern als Beispiel für die Mobilität von Musikern um 1800. Ein Virtuose konnte in Paris auftreten, in Oxford heiraten und publizieren, in Edinburgh unterrichten, in Cork gastieren, in Dublin ein Geschäft übernehmen und zugleich als Komponist, Verleger, Orchesterdirigent und Professor wirken.
Der Ausgangspunkt liegt in der französischen Violinschule. Giovanni Battista Viotti prägte um 1780 und 1790 eine neue Form des Violinkonzerts: edel im Ton, virtuos, formal klar, technisch anspruchsvoll und zugleich öffentlichkeitswirksam. Alday gehörte zu jenem Kreis von Viotti-Schülern und Viotti-nahen Geigern, der die französische und britische Violinkultur um 1800 stark beeinflusste. Seine frühen Violinkonzerte in D-Dur, B-Dur, A-Dur und d-Moll gehören in diesen Kontext. Sie verbinden solistische Brillanz, konzertante Rhetorik und klassisches Formdenken.
Die Wanderung nach Großbritannien und Irland war für Musiker dieser Zeit nicht ungewöhnlich. London, Oxford, Edinburgh, Cork und Dublin boten Auftrittsmöglichkeiten, Unterrichtsnachfrage, bürgerliche Konzertgesellschaften und einen aktiven Notendruckmarkt. Aldays Heirat mit Adélaïde Rosalie Delatouche, einer Harfenistin, verstärkt dieses Bild einer mobilen Musikerfamilie. Die Harfe hatte in der britisch-irischen Musikkultur eine besondere soziale Attraktivität, während die Violine das professionelle Virtuoseninstrument blieb.
In Dublin traf Alday auf eine Stadt mit reichem Musikleben. Seit dem 18. Jahrhundert war Dublin ein wichtiger Ort des öffentlichen Konzerts, der Theatermusik, der Amateurgesellschaften und des Musikhandels. Der Name Handel spielte durch die Aufführungsgeschichte des Messiah eine besondere Rolle; zugleich wirkten kontinentale Musiker, englische Virtuosen und irische Komponisten nebeneinander. Alday fügte sich in dieses Umfeld nicht nur als reisender Solist ein, sondern als dauerhafter Organisator.
Seine Übernahme des Geschäfts von Francis Rhames markiert einen zentralen Schritt. Wer einen Musikladen führte, bestimmte nicht nur den Handel mit Noten und Instrumenten, sondern auch den Zugang zu Repertoire. Ein Musikverleger konnte eigene Werke drucken, ausländische Stücke verbreiten, Unterrichtsmaterial verkaufen, gesellschaftliche Tänze publizieren, lokale Komponisten unterstützen und das Repertoire von Amateurvereinen prägen. Aldays Geschäft an 10 Dame Street wurde zu einem Teil der Dubliner Musikökonomie.
Die Anacreontic Society war für Aldays spätere Bedeutung besonders wichtig. Solche Gesellschaften verbanden professionelle Leitung mit wohlhabenden Amateuren. Sie pflegten Orchester- und Vokalmusik, probten regelmäßig, veranstalteten Konzerte und gaben Musikern wie Alday eine organisatorische Plattform. Dass Alday dort als Orchesterleiter wirkte, zeigt seine Stellung als professioneller Vermittler zwischen Kontinent und irischem Amateurorchester.
Die Sinfonien Aldays sind in diesem Zusammenhang nicht isolierte Kunstwerke, sondern Ausdruck eines gewachsenen Orchesterbetriebs. Um eine Sinfonie aufführen zu können, brauchte man nicht nur einen Komponisten, sondern ein Ensemble, Proben, Notenmaterial, ein Publikum und ein institutionelles Umfeld. Die Entdeckung und Wiederbeachtung der ersten Sinfonie Aldays durch die National Library of Ireland, RISM Ireland und musikwissenschaftliche Forschung hat deshalb nicht nur ein Werk wieder sichtbar gemacht, sondern auch eine ganze Dubliner Orchesterkultur.
Alday steht damit zugleich außerhalb und innerhalb der irischen Musikgeschichte. Er war Franzose, Viotti-Schüler und europäischer Wanderer. Aber seine wichtigste spätere Tätigkeit war irisch, konkret dublinisch. Er zeigt, dass die Geschichte der Musik in Irland um 1800 nicht national enggeführt werden darf. Sie entstand durch Migration, Handel, Gesellschaften, Unterricht, Drucke, Theater, Kontinentalbeziehungen und lokale Amateurkultur.
Namensformen, Datierung und Quellenlage
Der vollständige Name wird meist als Jérôme Paul Bonaventure Alday angegeben. Die gängige Kurzform lautet Paul Alday. In französischen Quellen begegnet außerdem Alday le jeune oder Alday jeune, also „der Jüngere“. Diese Bezeichnung dient der Unterscheidung von François Alday l’aîné, dem älteren Bruder.
Die Geburtsangaben sind unsicher. Der Artikelwunsch nennt um 1763 in Perpignan, nach Choron und Fayolle 1810/11. Andere Kurzquellen setzen 1764 oder formulieren nur ca. 1763. Als Sterbejahr wird 1835 in Dublin genannt. Für ein wissenschaftlich verantwortliches Kulturlexikon ist daher die Form „um 1763, vermutlich Perpignan; 1835 in Dublin“ angemessen.
Die Quellenlage ist durch mehrere Probleme geprägt. Erstens ist die Familie Alday verzweigt. Zweitens erscheinen viele Drucke nur unter dem Namen Alday. Drittens existieren französische, englische, schottische und irische Lebensstationen mit jeweils eigenen Katalogtraditionen. Viertens sind manche Werke nur durch Drucke, Anzeigen, Gesellschaftsprogramme oder spätere Bibliothekskataloge greifbar. Die Trennung zwischen François Alday, Paul Alday und den Alday-Söhnen bleibt daher ein zentrales editorisches Problem.
Musikerfamilie Alday und Abgrenzung zu François Alday
Paul Alday war der jüngere Bruder von François Alday l’aîné. François wirkte vor allem in Frankreich, besonders in Lyon, als Geiger, Organist, Komponist, Lehrer und Verleger. Paul dagegen entwickelte seine wichtigste Laufbahn in Großbritannien und Irland. Beide Brüder waren Geiger, beide veröffentlichten Instrumentalmusik, und beide können in Katalogen unter bloßem Familiennamen erscheinen. Daraus entsteht ein erhebliches Verwechslungsrisiko.
Zur Familie gehörten außerdem jüngere Musiker wie Francisque und Ferdinand Alday. In französischen Katalogen erscheinen auch Auguste, Philibert und Joseph im weiteren Alday-Umfeld. Die Familie ist damit nicht nur genealogisch, sondern beruflich ein Netzwerk: Violine, Unterricht, Komposition, Verlag, Bearbeitung, Kammermusik und Virtuosenpraxis bilden einen gemeinsamen Familienhorizont.
Für diesen Eintrag wird Paul Alday konsequent als le jeune angesetzt. Werke, die eindeutig in Dublin, Oxford, Edinburgh oder im irischen Musikhandel nachweisbar sind, werden ihm zugeordnet. Werke aus Lyoner Unterrichts- und Verlagskontexten, die eher François oder den Söhnen gehören, werden nicht in das Hauptwerkverzeichnis aufgenommen, sondern nur im Abschnitt zu Zuschreibungsfragen erwähnt.
Paris, Viotti-Schule und Concert spirituel
Die Pariser Zeit Paul Aldays steht im Zeichen der Viotti-Schule. Giovanni Battista Viotti wurde in den 1780er Jahren zu einer zentralen Figur des europäischen Violinspiels. Seine Concertos, sein Tonideal und seine Verbindung von technischer Brillanz und klassischer Form beeinflussten eine ganze Generation. Paul Alday wird in der Überlieferung ausdrücklich in diesem Kreis genannt.
Zwischen 1783 und 1790 trat Alday im Concert spirituel auf. Diese Institution war für Instrumentalisten von hoher Bedeutung. Sie bot öffentliche Konzertauftritte außerhalb der Oper und war ein Ort, an dem Virtuosen sich vor einem gebildeten Publikum profilieren konnten. Für einen jungen Geiger bedeutete dies Sichtbarkeit, Repertoirebildung und Kontakt mit einem internationalen Musikmarkt.
In Paris veröffentlichte Alday mehrere Violinkonzerte. Diese Werke zeigen seine Position als Solist. Sie waren nicht nur Aufführungsstücke, sondern auch Druckprodukte, die seinen Namen verbreiteten. Der Druck eines Violinkonzerts signalisierte, dass ein Musiker nicht bloß Orchesterspieler, sondern Virtuose und Komponist war.
Oxford, London und der britische Musikmarkt
1793 ist Paul Alday in Oxford nachweisbar. Dort heiratete er die französische Harfenistin Adélaïde Rosalie Delatouche. Diese Ehe ist kulturgeschichtlich aufschlussreich, weil sie zwei mobile Instrumentalberufe verbindet: die Violine als öffentliches Virtuoseninstrument und die Harfe als hochgeschätztes Salon- und Gesellschaftsinstrument. Beide Instrumente waren im britischen Musikmarkt um 1800 stark vertreten.
In Oxford veröffentlichte Alday drei Streichquartette, die in modernen Quellen als 3 Oxford String Quartets geführt werden. Die Widmung an die Stewards of the Music Room at Oxford zeigt den institutionellen Kontext. Musik Room, Konzertgesellschaften und bürgerliche Hörer bildeten ein Umfeld, in dem Kammermusik für Liebhaber, Studenten, Professoren und reisende Virtuosen interessant war.
London und Oxford waren zugleich Druck- und Aufführungsorte. Aldays Werke konnten dort ein Publikum finden, das französische Violinvirtuosität schätzte, aber zugleich an Kammermusik, Variationen, patriotischen Airs und instrumentaler Hausmusik interessiert war. Seine Variationen über God Save the King und später irisch-britische Airs zeigen diese Anpassung an lokale musikalische Symbolik.
Edinburgh, Cork und der Übergang nach Dublin
Um 1804 ist Alday in Edinburgh nachweisbar. Schottland besaß zu dieser Zeit ein lebendiges Konzertleben, eine bürgerliche Musiköffentlichkeit und eine starke Nachfrage nach Unterricht. Edinburgh war ein wichtiger Ort für reisende Virtuosen, die dort auftreten, Schüler gewinnen und Repertoire verkaufen konnten.
Noch im selben Jahr wird Alday mit Auftritten in Cork und Dublin verbunden. Damit begann seine irische Phase. Irland bot um 1800 ein aufnahmefähiges Umfeld für kontinentale Musiker. Dublin war groß genug, um Konzerte, Theater, Musikvereine und Verlage zu tragen, aber zugleich überschaubar genug, dass ein vielseitiger Musiker wie Alday eine zentrale Position einnehmen konnte.
Der Übergang von reisendem Virtuosen zu dauerhaftem Musikunternehmer ist für Aldays Biographie entscheidend. In Dublin wurde er nicht nur als Geiger bekannt, sondern auch als Verleger, Händler, Lehrer, Orchesterleiter und gesellschaftlicher Organisator. Diese Rollen stabilisierten seine Stellung über mehrere Jahrzehnte.
Dublin: Musikverlag, Musikalienhandel und Unterricht
Seit etwa 1809 war Alday in Dublin tätig. Er übernahm das Geschäft von Francis Rhames, einem wichtigen Dubliner Musikalienhändler, und war zunächst an 16 Exchange Street ansässig. Später verlegte er sein Geschäft an 10 Dame Street, wo er bis 1835 tätig blieb. Dublin Music Trade nennt ihn ausdrücklich als Musikverleger, Musikalienhändler und Instrumentenhändler, außerdem als Komponisten, Violinisten, Sänger und Professor of Music.
Diese Mehrfachrolle war für das frühe 19. Jahrhundert typisch. Ein Musiker konnte nicht allein von Kompositionen leben. Unterricht, Verkauf von Noten, Import von Musik, Verkauf von Instrumenten, Leitung von Gesellschaftsorchestern, Arrangements und eigene Veröffentlichungen gehörten zusammen. Alday nutzte genau diese Verbindung. Sein Geschäft war ein ökonomischer und kultureller Knotenpunkt.
Der Dubliner Musikhandel war lebendig. Noten für Tänze, Lieder, Märsche, Variationen und populäre Airs wurden regelmäßig nachgefragt. Die gesellschaftliche Musikpraxis verlangte aktuelle Stücke für Klavier, Harfe, Violine, Flöte, Gesang und kleine Ensembles. Aldays Drucke und Sammlungen, besonders seine Country-Dance- und Variationspublikationen, zeigen diese Nachfrage unmittelbar.
Anacreontic Society, Sons of Handel und Dubliner Konzertleben
Die Dubliner Anacreontic Society war eine wichtige Musikgesellschaft, die professionelle Leiter mit wohlhabenden und gebildeten Amateuren verband. Sie unterschied sich von der berühmten Londoner Anacreontic Society und hatte eine eigene irische Geschichte. Paul Alday leitete ihr Orchester von etwa 1819 bis 1828 und war von 1824 bis 1830 auch Sekretär. Damit besaß er nicht nur musikalische, sondern auch administrative Verantwortung.
Die Gesellschaft pflegte Orchester- und Vokalmusik. Sie bot einen Rahmen, in dem Sinfonien, Ouvertüren, Concertos und Chöre aufgeführt werden konnten. Für die irische Musikgeschichte ist diese Infrastruktur entscheidend. Ohne eine solche Gesellschaft wäre eine groß besetzte Sinfonie kaum realisierbar gewesen.
Alday war außerdem mit den Sons of Handel verbunden. Auch diese Gesellschaft zeigt die nachhaltige Wirkung Händels auf das Dubliner Musikleben. In Dublin war der Name Händel nicht nur ein historisches Andenken, sondern Teil einer fortdauernden Konzert- und Oratorientradition. Alday bewegte sich also zwischen Virtuosenkonzert, Sinfonie, Gesellschaftsmusik, Handel-Tradition und bürgerlichem Musikverein.
Die Sinfonien und die irische Orchestertradition
Paul Aldays zwei großen Sinfonien sind der wichtigste Grund für seine heutige musikgeschichtliche Wiederbeachtung. Die erste Grand Symphony for a Full Orchestra entstand um 1816 und wurde um 1819 in Dublin veröffentlicht. Sie ist der Anacreontic Society gewidmet und gilt in der neueren Forschung als erste bekannte in Irland komponierte Sinfonie. Die National Library of Ireland und RISM-Ireland-Forschung haben ihre Überlieferung besonders hervorgehoben.
Die zweite Sinfonie in D-Dur ist ebenfalls erhalten beziehungsweise in Teilen digital zugänglich. IMSLP führt sie als Grand Symphony No. 2 in D major und nennt fünf Sätze: Adagio, Allegro vivace, Andante, Minuetto & Trio und Presto. Der fünfsätzige Aufbau ist auffällig und zeigt eine flexible, nicht schematisch auf viersätzige Modelle reduzierte Sinfonieform.
Die Bedeutung dieser Werke liegt nicht nur darin, dass sie früh sind. Sie zeigen, dass Dublin über ein Ensemble verfügte, das groß besetzte Instrumentalmusik aufführen konnte. Sie dokumentieren außerdem, wie ein französisch geschulter Virtuose in Irland eine kontinentale Gattung auf lokaler Grundlage produktiv machte. Damit gehören die Sinfonien Aldays zu den wichtigsten Quellen der frühen irischen Orchesterkultur.
Stil, Gattungen und musikalische Sprache
Paul Aldays Stil ist klassisch, virtuos und marktorientiert zugleich. Seine Violinkonzerte stehen in der Tradition Viottis und der französischen Violinschule. Die Solo-Violine wird als singendes, brillantes und technisch bewegliches Instrument behandelt. Der Orchestersatz bleibt funktional, aber nicht bloß begleitend. Das Konzert dient der Darstellung des Solisten und der kontrollierten Entfaltung formaler Spannung.
Die Kammermusik zeigt eine andere Seite. Die Streichquartette, Duos und Mélanges gehören zu einer Praxis, in der professionelle und gebildete Amateurmusiker zusammenspielten. Die Quartette sind Teil der klassischen europäischen Kammermusikrezeption in Großbritannien und Irland. Sie sind zugleich soziale Musik, weil sie für Music Rooms, private Zirkel und städtische Konzertgesellschaften geeignet waren.
Die Klavier-, Harfen- und Variationsstücke zeigen Aldays Anpassung an den britisch-irischen Markt. Titel wie The Blue Bells of Scotland, Paddy O’Carrol, Sweet Robin, God Save the King oder Country Dances sind nicht zufällig. Sie sprechen lokale, nationale oder populäre Melodien an und verwandeln sie in spielbare, verkäufliche Musik für Salon und Hausgebrauch.
Die Sinfonien stehen wiederum näher am öffentlichen Orchester. Sie zeigen Alday als Komponisten, der über Virtuosenstücke hinaus großformales Denken besaß. Gerade im Dubliner Kontext sind sie nicht bloß Nachahmungen kontinentaler Modelle, sondern Produkte einer lokalen Gesellschaftskultur, die groß besetzte Musik aufführbar machte.
Werkverzeichnis
Das Werkverzeichnis Paul Aldays muss zwischen sicher greifbaren Drucken, modernen digitalen Werkseiten, Katalogangaben, Dubliner Verlagsnachweisen und unsicheren Familienzuschreibungen unterscheiden. Die folgende Übersicht konzentriert sich auf Werke, die in modernen Quellen mit Paul Alday le jeune verbunden werden. Bei Stücken, die nur unter dem Familiennamen Alday erscheinen, wird die Zuschreibungsunsicherheit ausdrücklich vermerkt.
Orchesterwerke und Sinfonien
- Violin Concerto in D major op. 2, für Violine und Orchester, Paris, um 1785; frühes Konzert aus der Viotti-nahen Pariser Phase.
- Violin Concerto in B-flat major, für Violine und Orchester, Paris, um 1788.
- Violin Concerto in A major, für Violine und Orchester, Paris, um 1788.
- Violin Concerto in D minor, für Violine und Orchester, Paris 1789, später auch in Berlin um 1800 verbreitet; von der Besetzung und Stilhaltung in der klassischen französischen Konzerttradition.
- Concertante Symphony in C major, für zwei Violinen und Orchester, um 1788 beziehungsweise in Paris um 1800 gedruckt; Werktypus zwischen Doppelkonzert, Sinfonia concertante und französischer Virtuosenkultur.
- Grand Symphony for a Full Orchestra, Sinfonie Nr. 1 in C-Dur, Dublin, komponiert um 1816 und veröffentlicht um 1819; der Anacreontic Society of Dublin gewidmet; in der modernen Forschung als erste bekannte in Irland komponierte Sinfonie hervorgehoben.
- Grand Symphony No. 2 in D major, Sinfonie Nr. 2 in D-Dur, für Orchester; in fünf Sätzen: Adagio, Allegro vivace, Andante, Minuetto & Trio und Presto.
- Weitere Konzert- und Orchesterstücke, die in Aufführungskontexten der Anacreontic Society oder der Sons of Handel möglich sind, aber nicht als gesicherte Einzeltitel anzusetzen sind.
Kammermusik für Streicher
- Trois quatuors pour deux violons, alto et violoncelle, auch als 3 String Quartets geführt, mit den Tonarten B-Dur, C-Dur und h-Moll; in modernen Quellen mit RISM A/I A 808 verbunden und zugleich wegen BnF-Zuschreibung an François Alday quellenkritisch zu prüfen.
- 3 Oxford String Quartets, auch Three Quartettos for two Violins, Tenor & Violoncello, veröffentlicht in Oxford beziehungsweise London um 1793 bis 1796; Tonarten B-Dur, A-Dur und c-Moll; den Stewards of the Music Room at Oxford gewidmet.
- Trois Duos, in Es-Dur, G-Dur und g-Moll, für Violine und Viola, Paris, ohne Datum.
- Mélanges, für zwei Violinen, Paris, ohne Datum.
- God Save the King, with Variations, für zwei Violinen, London und Oxford, um 1795.
- Horn Quintet, vor 1805, unveröffentlicht beziehungsweise nur indirekt nachweisbar.
- Weitere Duos, Quartette und Streicherstücke, die in Familien- und Katalogkontexten unter Alday erscheinen und zwischen François und Paul zu prüfen sind.
Vokale und gemischte Werke
- Perche ti lagni mio, Polacca für Stimme, Violine und Klavier, London und Dublin, um 1807.
- A Pocket Volume of Airs, Duets, Songs, Marches etc., für ein Melodieinstrument und Klavier, Dublin, um 1812; praktische Sammlung für Hausmusik, Unterricht und gesellschaftliche Aufführung.
- Weitere Songs, Duette, Airs und vokal-instrumentale Stücke aus Aldays Dubliner Verlags- und Unterrichtskontext.
- Bearbeitungen populärer Balladen und Airs, soweit sie im Dubliner Musikhandel unter Aldays Namen erschienen.
Klavier-, Harfen- und Variationswerke
- The Blue Bells of Scotland, with Variations, für Klavier oder Harfe, Dublin, um 1805; Beispiel der britisch-schottischen Air-Variationen im Alday-Repertoire.
- A Collection of Favourite Airs etc. with Variations, Dublin, um 1810.
- The Favorite Air of Paddy O’Carrol, Dublin, um 1810; Bezug auf irische beziehungsweise lokal-populäre Air-Tradition.
- The Celebrated Ballad of Sweet Robin, Dublin, um 1810.
- Variations on “Of noble race was Shenkin”, für Klavier solo; in modernen Notenportalen als Paul-Alday-Werk geführt.
- A Grand Pastoral Overture, für Klavier mit Violine und Violoncello ad libitum, vermutlich London, um 1795.
- Weitere Variationen über populäre, nationale oder gesellschaftlich bekannte Airs aus dem britisch-irischen Musikmarkt.
Märsche, Tänze und gesellschaftliche Gebrauchsmusik
- His Excellency the Earl of Whitworth’s Grand March and Welcome to Ireland, Dublin, um 1815; politisch-gesellschaftliches Repräsentationsstück im Dubliner Kontext.
- Installation Marches, gewidmet den Knights of St Patrick, Dublin, um 1815.
- P. Alday’s Select Collection of Country Dances, Dublin, 1815, 1820 und 1825; wichtige Sammlung gesellschaftlicher Tanzmusik.
- Alday’s Select Collection of Country Dances, Waltzes, Quadrilles etc., Dublin, jährlich beziehungsweise regelmäßig zwischen 1815 und 1820 nachweisbar.
- Favorite Dances, Dublin, ohne Datum.
- Country Dances, Waltzes, Quadrilles und verwandte Tänze aus Aldays Dubliner Verlagsprogramm.
- Märsche und Feststücke für gesellschaftliche, politische und zeremonielle Anlässe in Dublin.
Airs variés, Bearbeitungen und Sammlungen
- Airs variés pour le violon avec accompagnement de basse, zwei Bände, Paris, 1786 und 1788; Teil der frühen französischen Violin- und Variationspraxis.
- Variierte Airs für Violine mit Bassbegleitung, teils schwer von François Alday und Jean-Baptiste-Cartier-Kontexten zu trennen.
- Bearbeitungen populärer Melodien für Violine, Klavier, Harfe oder gemischte häusliche Besetzungen.
- Arrangements für den Dubliner Musikhandel, besonders im Umfeld von Airs, Ballads, Dances und Marches.
Verlags- und Handelsprogramm in Dublin
- Grand Symphony for a Full Orchestra, veröffentlicht bei Paul Alday, 10 Dame Street, Dublin, um 1819.
- Verkauf und Publikation von Balladen, Tänzen, Märschen, Variationen und Unterrichtsmaterialien.
- Handel mit Gitarren und anderen Musikinstrumenten; überliefert ist ein Gitarrenetikett mit Bezug auf Alday & Co. in 10 Dame Street.
- Verlagsprogramm im Anschluss an das Geschäft Francis Rhames, später unter Aldays Namen weitergeführt.
Verschollene, unsichere oder nur indirekt bekannte Werke
- Einige in älteren Lexika genannte Violinkonzerte und Kammerwerke, deren Drucke nicht eindeutig erhalten oder nicht eindeutig Paul Alday zugewiesen sind.
- Werke, die nur mit Alday signiert sind und zwischen Paul Alday, François Alday, Francisque Alday und Ferdinand Alday aufgeteilt werden müssen.
- Theater- und Gesellschaftsmusik aus Edinburgh, Cork oder Dublin, die aus Aufführungshinweisen plausibel, aber nicht sicher als eigenständige Komposition greifbar ist.
- Weitere Publikationen aus Aldays Musikgeschäft, die als Verlagsprodukte, nicht aber als Eigenkompositionen zu behandeln sind.
- Einzelne Orchesterstücke, die im Umfeld der Anacreontic Society gespielt wurden und deren Autorschaft beziehungsweise vollständige Quellenlage noch genauer zu prüfen ist.
Überlieferung, Drucke und Zuschreibungsfragen
Paul Aldays Überlieferung ist auf mehrere Länder verteilt. Die frühen Pariser Violinkonzerte und Airs variés gehören in französische Druck- und Katalogzusammenhänge. Die Oxford-Quartette sind über britische Quellen greifbar. Die Dubliner Werke, vor allem Sinfonien, Tänze, Märsche, Variationen und Sammlungen, gehören in die Bestände der National Library of Ireland, der Royal Irish Academy of Music, des Dublin Music Trade Project, von RISM Ireland und verwandter Bibliothekskataloge.
Die wichtigste moderne Wiederentdeckung betrifft die erste Sinfonie. Die vollständigen Aufführungsmaterialien der ersten bekannten in Irland komponierten Sinfonie wurden in der National Library of Ireland identifiziert und im Kontext eines Symposiums zur Sinfonie in Irland 2013 diskutiert. Dadurch erhielt Alday eine neue Stellung in der irischen Musikgeschichtsschreibung.
IMSLP ist für den praktischen Notenzugang hilfreich, muss aber quellenkritisch genutzt werden. Einige Werke werden dort mit Zuschreibungshinweisen versehen, die auf die Verwechslung zwischen Paul und François Alday aufmerksam machen. Besonders bei den 3 String Quartets besteht ein Hinweis, dass die BnF diese Quartette François Alday zuschreibt, während andere Kataloge sie Paul Alday zuordnen. Solche Fälle müssen in wissenschaftlicher Arbeit immer am konkreten Druck geprüft werden.
Dublin Music Trade bietet für die geschäftliche Seite eine wichtige Grundlage. Es dokumentiert Aldays Dubliner Adressen, seine Tätigkeit als Musikverleger, Musikalienhändler und Instrumentenhändler, die Übernahme des Rhames-Geschäfts und einzelne Verlagsprodukte. Damit wird Alday nicht nur als Komponist, sondern als Bestandteil der Dubliner Musikökonomie sichtbar.
Rezeption und kulturgeschichtliche Bedeutung
Paul Alday wurde lange eher als Randfigur behandelt: ein französischer Geiger, der in Irland wirkte, ein Musikverleger unter vielen, ein Name in alten Dubliner Druckkatalogen. Die neuere Forschung zur irischen Sinfoniegeschichte hat seine Bedeutung jedoch deutlich erhöht. Die erste Grand Symphony zeigt, dass in Dublin bereits um 1816 ein Orchester- und Gesellschaftsumfeld existierte, das großformatige Instrumentalmusik hervorbringen konnte.
Aldays Bedeutung liegt auf mehreren Ebenen. Als Violinvirtuose gehört er in die Nachwirkung Viottis und der französischen Schule. Als Komponist von Violinkonzerten, Streichquartetten und Sinfonien bringt er kontinentale Gattungen in britisch-irische Aufführungskontexte. Als Musikverleger und Händler macht er sichtbar, wie eng Komposition, Geschäft und Unterricht im frühen 19. Jahrhundert verbunden waren. Als Leiter der Anacreontic Society steht er im Zentrum der Dubliner Amateur- und Konzertgesellschaften.
Für die irische Musikgeschichte ist Alday ein Beispiel dafür, dass nationale Musiktraditionen häufig durch Migration entstehen. Ein Franzose schrieb in Dublin eine der ersten nachweisbaren irischen Sinfonien; ein kontinental geschulter Virtuose leitete irische Gesellschaftsorchester; ein Musikgeschäft an Dame Street verbreitete lokale und internationale Musik. Diese Konstellation macht Alday zu einer wichtigen Figur für ein offenes Verständnis von Kulturgeschichte.
Sekundärliteratur
- Jean Gribenski: Alday. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Personenteil, Band 1, Kassel, Bärenreiter, 1999, Sp. 410–415; besonders die Abschnitte zu François Alday l’aîné, Paul Alday le jeune, Francisque und Ferdinand Alday.
- Barra Boydell: Alday, [Jérôme] Paul [Bonaventure]. In: Harry White und Barra Boydell, Hrsg.: The Encyclopaedia of Music in Ireland, Dublin, University College Dublin Press, 2013, S. 11.
- Catherine Ferris: Anacreontic Society. In: Harry White und Barra Boydell, Hrsg.: The Encyclopaedia of Music in Ireland, Dublin, University College Dublin Press, 2013, S. 21–22.
- Catherine Ferris: Sons of Handel. In: Harry White und Barra Boydell, Hrsg.: The Encyclopaedia of Music in Ireland, Dublin, University College Dublin Press, 2013, S. 944.
- Ita M. Hogan: Anglo-Irish Music 1780–1830. Cork, Cork University Press, 1966. Grundlegendes Werk zum Musikleben in Dublin und Irland in Aldays Wirkungszeit.
- A. Choron und F. Fayolle: Dictionnaire historique des musiciens, Paris, 1810/1811. Frühe Quelle zur Alday-Familie und zur Perpignan-Angabe.
- François-Joseph Fétis: Biographie universelle des musiciens. Ältere lexikalische Quelle zur Familie Alday und zu den Brüdern François und Paul.
- Una Hunt: Studien zur irischen Klavier-, Harfen- und Air-Tradition, besonders zu gedruckten irischen und britischen Airs im 19. Jahrhundert.
- Axel Klein, Hrsg.: Symphonies and Accompaniments – 200 Years of Irish Symphonies. Kontext zur irischen Sinfoniegeschichte und zu Paul Alday als frühem Sinfoniker.
- Catherine Mary P. Kiely-Ferris: The Anacreontic Society. Dissertation beziehungsweise Forschung zur Dubliner Musikgesellschaft und zu Aldays Rolle als Orchesterleiter.
- National Library of Ireland und RISM Ireland: Materialien und Forschungsberichte zur Auffindung und Erschließung der ersten bekannten in Irland komponierten Sinfonie.
- Dublin Music Trade Project: Datenbankeintrag zu Paul Alday als Musikverleger, Musikalienhändler, Instrumentenhändler und Nachfolger von Francis Rhames.
- Bibliographische Nachweise in BnF Data, VIAF, Wikidata, RISM, National Library of Ireland, IMSLP, Sibley Music Library und den Katalogen der Royal Irish Academy of Music.
Ausgewählte Onlinequellen
- MGG Online: Alday – Paul Alday le jeune Fachlexikalischer Artikel mit der genauen Ansetzung als (Jérôme) Paul (Bonaventure), gen. le jeune, Lebensdaten, Herkunftsangabe, Beruf und Werkgliederung.
- IMSLP: Category: Alday, Paul Zentrale Werk- und Notenseite mit Lebensdaten, Namensformen, Hinweis auf Verwechslungen mit François Alday und Werkgruppen zu Kompositionen, Sammelwerken und Arrangements.
- BnF Data: Paul Alday Normdatenseite der Bibliothèque nationale de France mit internationaler Personenansetzung und bibliographischen Verknüpfungen.
- Dublin Music Trade: Alday, Paul Wichtige Quelle zu Aldays Dubliner Tätigkeit als Musikverleger, Musikalienhändler, Instrumentenhändler, Komponist, Violinist, Sänger und Professor of Music, mit Adressen 16 Exchange Street und 10 Dame Street.
- Dublin Music Trade: Rhames, Francis Kontextseite zu Francis Rhames, dessen Musikgeschäft Paul Alday übernahm.
- National Library of Ireland: Music Collections in the National Library of Ireland Aktuelle Überblicksseite zu den NLI-Musikbeständen mit Hinweis auf Paul Alday als kontinentalen Musiker, der in Irland aktiv wurde, und auf die Alday-Sinfonie von 1819.
- National Library of Ireland: Grand Symphony for a full orchestra, no. 1 Bibliothekskatalog zur ersten großen Sinfonie Paul Aldays, veröffentlicht in Dublin um 1819.
- RISM: The Symphony and Ireland – A Symposium Bericht zur Auffindung und Diskussion der ersten bekannten in Irland komponierten Sinfonie von Paul Alday.
- Contemporary Music Centre: Symposium on the Symphony and Ireland Hinweis auf das Symposium zur irischen Sinfoniegeschichte und auf Aldays um 1816 komponierte Sinfonie.
- Journal of Music: Discovery of Ireland’s First Symphony Bericht zur Wiederentdeckung der ersten bekannten in Irland komponierten Sinfonie und zum daraus entstandenen Dublin-Symposium.
- Royal Irish Academy of Music Archives: The first Irish symphonies? Archiv- und Forschungskontext zu Paul Aldays zwei Sinfonien und ihrer Bedeutung für die irische Orchestertradition.
- Royal Irish Academy of Music Archives: The Anacreontic Society Kontextseite zur Dubliner Anacreontic Society, deren Orchester von Paul Alday geleitet wurde.
- IMSLP: Grand Symphony No. 2 in D major Werkseite zur zweiten Sinfonie in D-Dur mit Satzfolge, Besetzung und digitalem Stimmenmaterial.
- IMSLP: 3 Oxford String Quartets Werkseite zu den drei in Oxford beziehungsweise London gedruckten Streichquartetten mit den Tonarten B-Dur, A-Dur und c-Moll.
- IMSLP: 3 String Quartets Werkseite zu drei weiteren Streichquartetten mit Hinweis auf RISM A/I A 808 und die Zuschreibungsproblematik zwischen Paul und François Alday.
- IMSLP: Variations on “Of noble race was Shenkin” Werkseite zu einem Klaviervariationsstück Paul Aldays.
- University of Rochester: Paul Alday Sibley-Music-Library-Kontext zu Paul Alday mit Hinweis auf digitalisierte Streichquartettquellen.
- Classical Composers Database: Alday, Jerome Paul Bonaventure le jeune Kurzdatensatz mit Stationen Paris, Oxford, Edinburgh und Dublin, Viotti-Bezug, Ehe mit Adélaïde Rosalie Delatouche und Dubliner Geschäftsangaben.
- Operabase: Paul Alday Bühnen- und Repertoirebezogener Kurzdatensatz mit Namensansetzung und Grunddaten.
- Wikidata: Paul Alday Strukturierter Normdatenknoten mit Lebensdaten und Verknüpfungen; nur als Hilfsquelle für Identifikatoren zu verwenden.
- VIAF: Paul Alday Internationales Normdatenportal zur Recherche der verschiedenen Alday-Namensformen.
- RISM: Répertoire International des Sources Musicales Internationales Quellenverzeichnis für Alday-Drucke, Sinfonien, Streichquartette und frühe irische Orchesterquellen.
- National Library of Ireland Catalogue Zentraler Katalog für Alday-Drucke, Dubliner Musikverlagsquellen und die Joly- beziehungsweise Additional-Music-Sammlungen.
- TU Dublin: Scoping Study Report – Uncatalogued Music Bericht mit Bezug zu Paul Aldays Grand Symphony No. 1 und zur Erschließung ungekatalogisierter Musikbestände.
- Maynooth University: Catherine Mary P. Kiely-Ferris, The Anacreontic Society Dissertation zur Dubliner Anacreontic Society mit Bezug zu Paul Alday als Komponist, Violinlehrer, Musikverleger und Orchesterleiter.
- Project Gutenberg: Famous Violinists of To-day and Yesterday Ältere violinistische Überblicksquelle mit Nennung von Alday le jeune unter den Viotti-Schülern.
- Lieve Verbeeck: Pianoforte-makers in Ireland Recherchequelle zum irischen Klavier- und Musikalienhandel mit Hinweis auf Paul Aldays Music and Pianoforte Warehouse in Dublin.
Weiterführende Einträge
- François Alday l’aîné Älterer Bruder Paul Aldays, Geiger, Organist, Komponist und Violinpädagoge in Frankreich, besonders in Lyon.
- Familie Alday Musikerfamilie mit François, Paul, Francisque, Ferdinand und weiteren Mitgliedern; wichtig für Zuschreibungsfragen.
- Francisque Alday Mitglied der Alday-Familie und Vertreter der späteren Violin- und Unterrichtstradition.
- Ferdinand Alday Weiteres Mitglied der Alday-Familie, relevant für die Trennung der Alday-Werküberlieferung.
- Perpignan Vermutlicher Geburtsort Paul Aldays und südfranzösischer Bezugspunkt seiner Herkunftsüberlieferung.
- Roussillon Regionale Herkunftslandschaft der Perpignan-Tradition in Aldays Biographie.
- Paris im Musikleben des 18. Jahrhunderts Früher Wirkungsraum Paul Aldays als Violinist im Umfeld des Concert spirituel.
- Concert spirituel Pariser Konzertinstitution, in der Paul Alday zwischen 1783 und 1790 als Violinist auftrat.
- Giovanni Battista Viotti Zentraler Lehrer und Stilbezugspunkt Paul Aldays und der französischen Violinschule.
- Französische Violinschule Stil- und Ausbildungskontext von Aldays Violinkonzerten und Virtuosenlaufbahn.
- Violinvirtuose Berufsrolle, die Aldays frühe Pariser, britische und irische Karriere bestimmte.
- Violinkonzert Gattung von Aldays frühen Pariser Concertos.
- Sinfonia concertante Gattungskontext von Aldays Concertante Symphony für zwei Violinen und Orchester.
- Music Room in Oxford Institutioneller Kontext von Aldays Oxford-Quartetten und ihrer Widmung.
- Oxford in der Musikgeschichte Britischer Wirkungsort Paul Aldays in den 1790er Jahren.
- Adélaïde Rosalie Delatouche Französische Harfenistin und Ehefrau Paul Aldays, wichtig für dessen britischen Familien- und Musikerzusammenhang.
- Harfe in Irland und Großbritannien Instrumentaler Kontext von Aldays Ehe, Salonmusik und Air-Variationen.
- Edinburgh in der Musikgeschichte Schottischer Zwischenort von Aldays Laufbahn um 1804 bis 1806.
- Cork in der Musikgeschichte Irischer Konzertort, an dem Alday vor seiner dauerhaften Dubliner Phase auftrat.
- Dublin in der Musikgeschichte Zentraler Wirkungsort Paul Aldays als Verleger, Händler, Violinist, Professor und Orchesterleiter.
- Dublin Music Trade Musikhandels- und Verlagskontext von Paul Aldays Tätigkeit an Exchange Street und Dame Street.
- Francis Rhames Dubliner Musikalienhändler, dessen Geschäft Paul Alday übernahm.
- Exchange Street in Dublin Erste Dubliner Geschäftsadresse Paul Aldays.
- Dame Street in Dublin Langjährige Geschäftsadresse Paul Aldays und Standort seines Music and Pianoforte Warehouse.
- Musikverlag in Dublin Ökonomischer Rahmen von Aldays Druck- und Handelsprogramm.
- Musikalienhandel Berufsfeld, in dem Alday als Händler, Verleger und Instrumentenverkäufer wirkte.
- Irischer Musikdruck des frühen 19. Jahrhunderts Mediengeschichtlicher Kontext von Aldays Dubliner Publikationen.
- Anacreontic Society in Dublin Musikgesellschaft, deren Orchester Paul Alday leitete und der seine erste Sinfonie gewidmet ist.
- Sons of Handel Dubliner Musikgesellschaft, mit der Alday als Leiter beziehungsweise Musiker verbunden war.
- Händel-Rezeption in Dublin Traditionsfeld der Sons of Handel und des Dubliner Oratorien- und Konzertlebens.
- Irische Sinfonie Gattungsgeschichtlicher Kontext von Aldays zwei Grand Symphonies.
- Grand Symphony von Paul Alday Erste bekannte in Irland komponierte Sinfonie und Schlüsselwerk der Dubliner Orchesterüberlieferung.
- Sinfonie in Irland Forschungskontext zur Entwicklung der irischen Orchestertradition seit Paul Alday.
- Orchesterkultur in Dublin Rahmen der Anacreontic Society, der Sons of Handel und der Alday-Sinfonien.
- Klassische Musik in Irland Übergreifender Kontext von Alday, John Field, Thomas Cooke, Philip Cogan, Michael Kelly und weiteren Komponisten.
- John Field Irischer Pianist und Komponist, Zeitgenosse Aldays im weiteren britisch-irischen Musikraum.
- Thomas Cooke Irischer Komponist und Musiker, wichtig für das Dubliner Musikleben des frühen 19. Jahrhunderts.
- Philip Cogan Irischer Komponist, Organist und Pianist im Umfeld der Dubliner Musikgeschichte.
- Michael Kelly Irischer Sänger, Komponist und Theatermusiker, Vergleichsfigur zur internationalen Mobilität um 1800.
- Timothy Geary Irischer Komponist und Musiker, Teil des historischen Dubliner Musikumfelds.
- Francesco Geminiani Früherer italienischer Musiker in Irland, wichtiger Vergleichsfall kontinentaler Musikkarrieren in Dublin.
- Johann Bernhard Logier Kontinentaler Musiker und Musikpädagoge in Irland, ähnlich wie Alday Teil der europäischen Musikkultur Dublins.
- Sir John Stevenson Dubliner Komponist und Musiker, Vergleichsfigur zur Gesellschafts- und Orchesterkultur um Alday.
- Francis James Robinson Dubliner Musiker und späterer Leiter der Anacreontic Society nach beziehungsweise neben Alday.
- Felix Janiewicz Kontinentaler Violinvirtuose in britisch-irischen Konzertkontexten, Vergleichsfigur zu Alday.
- Ivan Jarnowick Virtuose im Dubliner Konzertleben und Vergleichsfigur für internationale Geigerkarrieren.
- Airs variés Variationsgattung, die in Aldays französischen und britisch-irischen Werken häufig erscheint.
- Country Dance Gesellschaftstanzgattung, die Alday in Dubliner Sammlungen regelmäßig publizierte.
- Quadrille Gesellschaftstanz des 19. Jahrhunderts, in Aldays Dubliner Tanzsammlungen vertreten.
- Walzer Tanzform, die in Aldays Sammlungen von Country Dances, Waltzes und Quadrilles erscheint.
- The Blue Bells of Scotland Populärer Air, den Alday in Variationen für Klavier oder Harfe bearbeitete.
- God Save the King Britische Hymnenmelodie, die Alday für zwei Violinen variierte.
- Paddy O’Carrol Air-Titel in Aldays Dubliner Variations- und Klaviermusikprogramm.
- Knights of St Patrick Orden, dem Alday Installation Marches widmete.
- Earl of Whitworth Adressat von Aldays Grand March and Welcome to Ireland.
- National Library of Ireland Wichtiger Aufbewahrungsort von Alday-Drucken und Orchesterquellen.
- Royal Irish Academy of Music Archiv- und Forschungskontext der irischen Sinfonieüberlieferung und der Alday-Rezeption.
- RISM Ireland Quellenerschließungsprojekt, das zur Wiederentdeckung der Alday-Sinfonie beitrug.
- IMSLP Notenportal mit Werkseiten zu Paul Alday, seinen Sinfonien, Streichquartetten und Variationen.
- BnF Data Normdatenquelle zu Paul Alday und seinen internationalen Katalogverknüpfungen.
- VIAF Internationales Normdatenportal zur Alday-Familie und ihren verschiedenen Namensformen.
- Ita M. Hogan Autorin von Anglo-Irish Music 1780–1830, einem wichtigen Werk zum Alday-Kontext.
- Barra Boydell Forscherin und Autorin des Alday-Artikels in der Encyclopaedia of Music in Ireland.
- Catherine Ferris Forscherin zur Dubliner Anacreontic Society und zur irischen Konzertgeschichte.
- Jean Gribenski Autor des MGG-Artikels zur Familie Alday.
- Alexandre Choron Musiklexikograph, dessen frühe Angaben zur Familie Alday für die biographische Quellenlage wichtig sind.
- François Fayolle Mitautor des Dictionnaire historique des musiciens und Quelle zur frühen Alday-Überlieferung.
- François-Joseph Fétis Musiklexikograph, dessen ältere Alday-Angaben für Verwechslungs- und Zuschreibungsfragen relevant sind.