José Manuel de Aldana (José Manuel Aldana, José Aldana, auch José Maria beziehungsweise José María Aldana)
Überblick
José Manuel de Aldana war einer der wichtigsten Musiker am Ende der Kolonialzeit in Mexiko. Er wurde 1758 geboren und starb am 7. Februar 1810 in Mexiko-Stadt. In den Quellen erscheint er als José Manuel de Aldana, José Manuel Aldana, José Aldana und in einigen englischsprachigen Nachschlagewerken auch als José Maria beziehungsweise José María Aldana. Die Namenslage ist daher quellenkritisch zu behandeln. Für diesen Eintrag wird die hispanische Form José Manuel de Aldana verwendet, weil sie in der spanischen Fachüberlieferung und in der Real-Academia-de-la-Historia-Ansetzung besonders plausibel ist.
Aldana war Geiger, Komponist, Kirchenmusiker, Theatermusiker, Orchesterleiter und Lehrer. Er begann seine musikalische Laufbahn im Umfeld der Kathedrale von Mexiko-Stadt, wo er als Chorknabe und später als Orchestermusiker fassbar wird. 1775 trat er in das Orchester der Kathedrale ein. Zugleich entwickelte er sich zu einem der profiliertesten Violinisten der Stadt. Seit 1786 war er als Violinist am Coliseo de México tätig, also an dem wichtigsten Theater der Hauptstadt der Nueva España. 1790 wurde er Leiter des Coliseo-Orchesters. Nach 1808 übernahm er außerdem Leitungsaufgaben an der Chorschule von Mexiko-Stadt.
Die Bedeutung Aldanas liegt in der Verbindung zweier Sphären, die in der Musikgeschichte des späten 18. Jahrhunderts oft getrennt behandelt werden: Kathedrale und Theater. Als Kirchenmusiker schrieb er Messen, Psalmen, Versos, Hymnen, Mariengesänge und liturgische beziehungsweise para-liturgische Werke. Als Theatermusiker und Geiger war er mit weltlichen Formen, Instrumentalmusik, Tanzstücken und dem klassizistischen Stil seiner Zeit vertraut. Gerade diese Doppelrolle macht ihn zu einer Schlüsselfigur der musikalischen Übergangszeit zwischen spätbarocker Tradition, galantem Idiom, klassizistischer Form und der Rezeption der ersten Wiener Schule in Mexiko.
Seine erhaltenen Werke sind im Vergleich zu seiner zeitgenössischen Bedeutung nur teilweise überliefert. Die Forschung betont ausdrücklich, dass nur ein begrenzter Teil der Instrumentalmusik greifbar geblieben ist. Dennoch ermöglichen die vorhandenen Quellen ein klares Bild: Aldana komponierte geistliche Vokalmusik, Messen, Offiziums- und Totenliturgie, Versos für Orgel beziehungsweise zwei Orgeln und Orchester, Instrumentalstücke, Sonaten für Violine und Gitarre, Minuette, Boleras und weitere weltliche Stücke. Einzelne Werke wie die Misa en Re mayor, die Versos del Sr. Aldana, die zwei Sonaten für Violine und Gitarre, Minueto con variaciones und das Marienwerk ¡Oh! Señora y Madre mía sind für die moderne Aldana-Rezeption besonders wichtig.
Kulturgeschichtlich steht Aldana für das späte musikalische 18. Jahrhundert in der Nueva España: für das Nebeneinander von Kathedraltradition und Theateröffentlichkeit, von geistlichem Gebrauch und weltlicher Virtuosität, von europäischer Stilaufnahme und lokaler Institutionenwelt. Er gehört zu den Musikern, an denen sich zeigen lässt, wie Haydn-, galante und frühklassische Elemente im kolonialen Mexiko aufgenommen, umgeformt und mit älteren liturgischen Formen verbunden wurden.
Kurzdaten
| Name | José Manuel de Aldana. |
|---|---|
| Weitere Namensformen | José Manuel Aldana, José Aldana, José Maria Aldana, José María Aldana, José Manuel Aldana Barrientos, Manuel Aldana und Aldana, José Manuel de. |
| Geburt | 1758 in Mexiko-Stadt; in einzelnen Forschungsbeiträgen wird abweichend Valladolid beziehungsweise Morelia genannt. |
| Tod | 7. Februar 1810 in Mexiko-Stadt. |
| Beruf | Geiger, Komponist, Kirchenmusiker, Theatermusiker, Orchesterleiter, Violinlehrer, Chorschulmeister und Vertreter des novohispanischen Klassizismus. |
| Frühe Ausbildung | Musikalische Ausbildung im Umfeld der Kathedrale von Mexiko-Stadt; in der Überlieferung besonders als Chorknabe und Violinist greifbar. |
| Kathedrale | Seit 1775 Mitglied des Orchesters der Kathedrale von Mexiko-Stadt; später mit der Chorschule und dem Colegio de Infantes verbunden. |
| Theater | Seit 1786 Violinist am Coliseo de México; 1790 zum Leiter des Coliseo-Orchesters ernannt. |
| Spätes Amt | Nach 1808 mit der Leitung der Chorschule von Mexiko-Stadt beziehungsweise dem Unterricht im kirchlichen Musikbereich verbunden. |
| Instrumente | Vor allem Violine; außerdem kompositorische Praxis für Orgel, Tasteninstrumente, Gitarre, Gesang, Orchester und liturgische Ensembles. |
| Zentrale Werkgruppen | Messe, Vesperpsalmen, Offiziums- und Totenliturgie, Versos, Hymnen, Mariengesänge, Sonaten für Violine und Gitarre, Tastenstücke, Minuette, Boleras, weltliche Instrumentalstücke und Theater-orchesternahe Musik. |
| Wichtige erhaltene oder nachgewiesene Werke | Misa en Re mayor, Versos del Sr. Aldana para dos órganos obligados y orquesta, zwei Sonaten für Violine und Gitarre, Minueto con variaciones, Boleras nuevas, ¡Oh! Señora y Madre mía und mehrere geistliche Werke beziehungsweise Werkgruppen aus Kathedral- und Kirchenarchiven. |
| Kulturelle Bedeutung | Aldana gilt als einer der bedeutenden Musiker der späten Kolonialzeit in Mexiko und als Vermittler zwischen Kathedralmusik, Theaterorchester, galantem Stil, klassizistischer Form und lokaler Musikpraxis der Nueva España. |
Ausführlicher Kulturüberblick
José Manuel de Aldana gehört in die letzte große Phase der Musik der Nueva España vor der mexikanischen Unabhängigkeit. Diese Epoche war keineswegs musikalisch rückständig. Die Kathedrale von Mexiko-Stadt, die Kirchen von Valladolid beziehungsweise Morelia, Puebla, Durango, Oaxaca und anderen Zentren sowie die Theater- und Salonwelt der Hauptstadt bildeten ein dichtes musikalisches Netzwerk. Europäische Drucke, italienische Opernidiome, spanische Theaterpraxis, lokale Kirchenmusik, Tänze, Orgeltradition und die Rezeption Haydns und anderer Vertreter des klassisch-galanten Stils standen nebeneinander.
Aldana ist für diesen Zusammenhang besonders geeignet, weil er gleichzeitig im sakralen und weltlichen Musikbetrieb tätig war. Die Kathedrale bot ihm institutionelle Stabilität, musikalische Disziplin und Kontakt mit liturgischer Polyphonie, Psalmen, Messen, Versos und Chorgesang. Das Coliseo de México eröffnete ihm eine andere Welt: Theatermusik, Opern- und Tonadillenkultur, Orchesterleitung, Virtuosität, Publikum, weltliche Aufführungspraxis und schnelle Reaktion auf aktuelle musikalische Mode. In seiner Person treffen diese beiden Felder zusammen.
Das Ende des 18. Jahrhunderts war in Mexiko eine Zeit der Stilvermischung. Die ältere spanisch-katholische Kirchenmusiktradition blieb stark; zugleich drangen galante und frühklassische Satzmodelle ein. Periodische Melodik, klare Kadenzen, tonale Formarchitektur, Begleitfiguren, Streicheridiom und concertierende Effekte wurden in geistliche Musik, Orgelversetten und Instrumentalwerke aufgenommen. Aldanas Versos für zwei Orgeln und Orchester sind dafür besonders aufschlussreich. Sie zeigen, wie eine eigentlich liturgische Kleinform mit orchestralem Glanz, dialogischer Struktur und klassizistischer Harmonik verbunden werden konnte.
Die Violine war für Aldana nicht nur ein Instrument, sondern eine soziale und stilistische Position. Als erster beziehungsweise führender Violinist des Coliseo-Orchesters stand er an der Spitze einer Aufführungspraxis, die Präzision, Eleganz, Virtuosität und Kenntnis der neuesten europäischen Formen verlangte. Seine Tätigkeit als Violinlehrer und die erhaltenen Sonaten für Violine und Gitarre lassen erkennen, dass er auch die instrumentale Kammermusik und die Ausbildungspraxis prägte.
Die geistliche Musik Aldanas gehört in die Welt der Kathedrale, aber sie ist nicht einfach konservativ. Seine Messen, Psalmen, Hymnen, Versos und Mariengesänge verbinden die liturgische Funktion mit einem Stil, der von klassischer Klarheit, melodischer Beweglichkeit und stärkerer Instrumentalisierung geprägt ist. Das macht ihn zu einem wichtigen Vertreter jener Übergangsmusik, die weder barock noch romantisch ist, sondern den musikalischen Klassizismus in kolonialem Kontext sichtbar macht.
Der koloniale Kontext darf nicht als bloße Nachahmung Europas missverstanden werden. Die Musik der Nueva España hatte eigene Institutionen, eigene Musikerfamilien, lokale Aufführungstraditionen und konkrete liturgische Bedürfnisse. Aldana konnte Haydn-nahe oder galante Formen verwenden, ohne dadurch seine lokale Funktion zu verlieren. Seine Werke sind daher Zeugnisse kultureller Übersetzung: europäische Formmodelle werden in mexikanische Kathedral-, Theater- und Unterrichtspraxis eingeschrieben.
Auch die moderne Wiederentdeckung ist kulturgeschichtlich wichtig. Dass Aldanas Werke in Archiven der Kathedrale von Mexiko, in Morelia, Durango, Guanajuato und anderen Sammlungen erhalten oder nachgewiesen sind, zeigt die Zerstreuung kolonialer Musikquellen. Die neuere Forschung, besonders Mauricio Hernández Monterrubio, Carlos Vidaurri Aréchiga und Raúl Wenceslao Capistrán Gracia, hat Aldana aus dem Randbereich älterer Handbücher herausgelöst und als eigenständigen Komponisten der späten Kolonialzeit sichtbar gemacht.
Namensformen, Datierung und Quellenlage
Die Quellen überliefern mehrere Namensformen. Spanische und mexikanische Nachweise bevorzugen meist José Manuel de Aldana oder José Manuel Aldana. Encyclopedia.com führt ihn unter José Maria Aldana, in einzelnen musikalischen Datenbanken erscheint Jose Manuel Aldana, und in digitalen Aufführungskontexten findet sich gelegentlich José Manuel Aldana Barrientos. Die MGG-Ansetzung enthält die auffällige Form Joseá Manuel, die als technische oder typographische Sonderform nicht für den sichtbaren Seitentitel übernommen werden sollte.
Auch beim Geburtsort existieren abweichende Angaben. Der Artikelwunsch und mehrere lexikalische Nachweise setzen Mexiko-Stadt an. Einzelne Forschungsbeiträge nennen Valladolid, das heutige Morelia. Da diese Abweichung in der Forschung tatsächlich vorkommt, wird sie hier nicht verschwiegen. Für die Seite wird jedoch die Mexiko-Stadt-Angabe als Hauptansatz beibehalten, weil sie zum vorgegebenen Lemma und zu den einschlägigen lexikalischen Kurzangaben passt.
Die Quellenlage ist für Aldana zugleich reich und fragmentarisch. Reich ist sie, weil seine Tätigkeit in Kathedrale, Coliseo, Chorschule und mehreren Archiven dokumentiert ist. Fragmentarisch ist sie, weil zahlreiche Werke verloren, unvollständig, nur in Einzelstimmen oder nur indirekt nachweisbar sind. Besonders die Instrumentalmusik ist lückenhaft überliefert. Deshalb muss das Werkverzeichnis zwischen sicher erhaltenen Titeln, archivalisch genannten Werkgruppen, modernen Editionen und nur indirekt bezeugten Stücken unterscheiden.
Kathedrale von Mexiko-Stadt und musikalische Ausbildung
Aldanas musikalische Laufbahn begann im Umkreis der Kathedrale von Mexiko-Stadt. Die Kathedrale war das wichtigste musikalische Zentrum der Nueva España. Sie verfügte über Chor, Instrumentalisten, Orgeln, Kapellmeister, Chorknaben, Notenarchive und regelmäßige liturgische Verpflichtungen. Wer dort ausgebildet wurde, lernte Musik nicht nur als Kunst, sondern als tägliche institutionelle Praxis.
Als Chorknabe und Violinist kam Aldana früh mit dem liturgischen Repertoire in Berührung. 1775 trat er in das Kathedralorchester ein. Diese Stellung war für einen jungen Musiker von hoher Bedeutung, denn die Kathedrale verband musikalische Disziplin mit sozialer Sichtbarkeit. Sie verlangte sichere Intonation, liturgische Kenntnis, Zusammenspiel, Lesefähigkeit und die Fähigkeit, ältere Polyphonie ebenso wie neuere konzertierende Musik zu bewältigen.
Der Kathedralkontext erklärt auch die starke geistliche Werkproduktion. Aldanas Messen, Psalmen, Versos, Hymnen und Mariengesänge sind keine abstrakten Kompositionsübungen, sondern Stücke für konkrete Gottesdienste, Feste, Totenliturgie, Marienverehrung und Offiziumsformen. Der liturgische Gebrauch bildet den Kern seiner geistlichen Musik.
Coliseo de México, Theaterorchester und weltliche Musikpraxis
Seit 1786 war Aldana als Violinist am Coliseo de México tätig. Das Coliseo war der zentrale Theaterort der Hauptstadt und ein wichtiger Knotenpunkt der weltlichen Musik. Dort erklangen Schauspielmusik, Zwischenaktmusik, Tonadillas, Tänze, Arien, Ouvertüren und andere Formen, die den Geschmack des Publikums rasch aufnahmen. Für einen Geiger bedeutete diese Tätigkeit eine andere musikalische Praxis als die Kathedrale: mehr Flexibilität, mehr instrumentale Virtuosität, mehr weltliche Gestik und unmittelbarer Kontakt mit der öffentlichen Unterhaltungskultur.
1788 gab Aldana seine Kathedralorchesterstelle auf, weil sich die Pflichten mit seiner Tätigkeit am Coliseo nicht mehr vereinbaren ließen. 1790 wurde er Leiter des Coliseo-Orchesters. Damit stand er an der Spitze eines Ensembles, das die städtische Theatermusik prägte. Diese Funktion zeigt, dass Aldana nicht nur Komponist auf dem Papier, sondern ein erfahrener Orchesterpraktiker war.
Die weltliche Seite seines Werkes, darunter Boleras nuevas, Minueto con variaciones und weitere Tanz- oder Instrumentalstücke, ist aus dieser Umgebung verständlich. Theater, Salon und städtische Geselligkeit waren im späten 18. Jahrhundert eng verbunden. Musik konnte zwischen Bühne, privater Aufführung, Unterricht und liturgischer Adaptation zirkulieren.
Chorschule, Unterricht und spätes Amt
Nach 1808 übernahm Aldana Leitungsaufgaben an der Chorschule von Mexiko-Stadt beziehungsweise am Colegio de Infantes. Diese späte Stellung verbindet seine praktische Erfahrung als Geiger, Orchesterleiter und Kirchenmusiker mit einer pädagogischen Funktion. Er war damit nicht nur Ausführender, sondern auch Vermittler von musikalischem Wissen.
Die Unterrichtsdimension ist für Aldanas Bedeutung wichtig. Seine Sonaten für Violine und Gitarre, die Tastenstücke und die erhaltenen liturgischen Instrumentalwerke lassen sich auch als Zeugnisse einer Ausbildungskultur verstehen. Musiker wurden durch praktische Stücke, durch das Spielen in Ensemble und Orchester, durch liturgischen Dienst und durch direkte Meister-Schüler-Beziehungen ausgebildet.
In der Forschung wird Aldana auch mit Mariano Elízaga in Verbindung gebracht, der später zu den bedeutenden Musikern des frühen unabhängigen Mexiko gehören sollte. Damit reicht Aldanas Einfluss über seine eigene Lebenszeit hinaus in die frühe mexikanische Musik des 19. Jahrhunderts.
Stil, Klassizismus und Wiener-Schule-Rezeption in Nueva España
Aldanas Stil wird in der Forschung häufig mit der Aufnahme klassizistischer beziehungsweise Haydn-naher Elemente in der Nueva España verbunden. Diese Bezeichnung bedeutet nicht, dass Aldana Haydn schlicht kopierte. Vielmehr zeigt seine Musik ein Vokabular aus periodischer Melodik, klaren harmonischen Verläufen, ausgewogener Form, instrumentaler Transparenz und konzertierenden Effekten. Diese Mittel wurden in Mexiko mit lokalen liturgischen und institutionellen Bedürfnissen verbunden.
Besonders die Versos del Sr. Aldana para dos órganos obligados y orquesta machen diese Verbindung sichtbar. Der Verso war im katholischen Gottesdienst eigentlich eine liturgisch funktionale Form, die alternatim mit Gesang oder anderen Teilen des Offiziums stehen konnte. Aldana erweitert diese Form durch zwei obligate Orgeln und Orchester. Dadurch entsteht ein liturgisches Instrumentalstück mit concertato-Charakter, das gleichsam zwischen Orgelversett, Concerto und geistlicher Gebrauchsmusik steht.
Die Sonaten für Violine und Gitarre zeigen einen anderen Bereich seiner Stilbildung. Sie verbinden kammermusikalische Praxis, Unterricht, melodischen Violinpart und die in der Nueva España stark verbreitete Gitarre. Dass in der Forschung gerade diese Sonaten stilistisch untersucht wurden, zeigt ihre Bedeutung für die Instrumentalmusik des kolonialen Mexiko.
Die weltlichen Stücke, darunter Boleras und Minuette, gehören zum sozialen Musikgebrauch. Sie verweisen auf Tanz, Theater, Salon und städtische Geselligkeit. Zugleich können solche Gattungen stilistische Brücken in die geistliche Musik schlagen, wenn rhythmische und formale Muster in liturgischen Kontexten umgedeutet werden.
Werkverzeichnis
Das Werkverzeichnis José Manuel de Aldanas ist quellenkritisch zu lesen. Mauricio Hernández Monterrubio hat in seinem Heterofonía-Beitrag eine überarbeitete vollständige Werkeliste angekündigt beziehungsweise vorgelegt; online zugänglich sind jedoch vor allem Zusammenfassungen, einzelne archivalische Hinweise, moderne Studien und Editionen. Die folgende Übersicht fasst daher die nach derzeit öffentlich greifbaren Quellen benannten Werke, Werkgruppen und Überlieferungsbereiche zusammen. Bei archivalischen Sammelbezeichnungen wird vorsichtig formuliert, weil Einzelstimmen, unvollständige Quellen und wechselnde Zuschreibungen die genaue Zählung erschweren.
Geistliche Vokalmusik und Kirchenmusik
- Misa en Re mayor, geistliche Hauptquelle der modernen Rezeption, in der Forschung besonders hervorgehoben; 1940 durch Carlos Chávez in New York aufgeführt und als Beispiel der ausgebildeten novohispanischen Kompositionspraxis betrachtet.
- Messe beziehungsweise Messenteile, in älteren und modernen Quellen auch allgemein als Misa de Aldana bezeichnet.
- Vesperpsalmen beziehungsweise Psalmen für das Totenoffizium, in lexikalischen Kurzartikeln als zentrale geistliche Werkgruppe genannt.
- Geistliche Werke für das Oficio de Difuntos beziehungsweise für die Totenliturgie, soweit in Archiven und Sekundärliteratur mit Aldana verbunden.
- Hymnen und Cánticos zu Ehren der Virgen de Guadalupe, in populären und pädagogischen mexikanischen Musikquellen als Teil seines geistlichen Repertoires genannt.
- Hymnus beziehungsweise Cántico zu Ehren von San Felipe de Jesús, dem ersten kanonisierten mexikanischen Heiligen, in mexikanischen Überblicksdarstellungen erwähnt.
- Jaculatorias beziehungsweise kurze Andachtsgesänge, besonders im marianischen und liturgischen Umfeld.
- ¡Oh! Señora y Madre mía, geistliches beziehungsweise marianisches Werk, in einer modernen Veröffentlichung als bislang unveröffentlichte Quelle aus dem Archivo Musical de la Colegiata de la Virgen in Guanajuato transkribiert.
- Weitere geistliche Vokalmusik, die in der Kathedrale von Mexiko-Stadt, in der Kirche Santa Rosa de Morelia beziehungsweise in einschlägigen mexikanischen Kirchenarchiven erhalten oder erwähnt ist.
Versos, Orgel- und liturgische Instrumentalmusik
- Versos del Sr. Aldana para dos órganos obligados y orquesta, im Archivo Histórico de la Arquidiócesis de Durango überliefertes Werk für zwei obligate Orgeln und Orchester; Gegenstand einer modernen Transkription und Analyse.
- Versos für liturgischen Gebrauch, teilweise als Alternatim- beziehungsweise Orgelversetten im katholischen Gottesdienst zu verstehen.
- Versos de Tercia mit obligater Orgel und Orchesterbegleitung, in älteren und populärhistorischen Zusammenhängen als Aldana-Werkgruppe genannt.
- Weitere Orgel- beziehungsweise Tastenversetten, soweit sie in Archiven erhalten oder in Forschungsbeiträgen zu Aldanas liturgischer Instrumentalmusik genannt sind.
- Instrumentale liturgische Stücke mit Orchester, die die Verbindung von Orgelpraxis, Kirchenraum und klassizistischem concertato-Stil zeigen.
Instrumentalmusik und Kammermusik
- Zwei Sonaten für Violine und Gitarre, in der Forschung ausdrücklich als Grundlage einer stilistischen Analyse Aldanas genannt; überliefert nur unvollständig beziehungsweise mit rekonstruierter Gitarrenpartie.
- Sonate für Violine und Gitarre Nr. 1, nach der modernen Forschung in rekonstruktionsbedürftiger Überlieferung.
- Sonate für Violine und Gitarre Nr. 2, nach der modernen Forschung in rekonstruktionsbedürftiger Überlieferung.
- Instrumentale Stücke für Violine beziehungsweise Violine mit Begleitung, die aus Aldanas Tätigkeit als Geiger und Lehrer plausibel und teilweise archivalisch belegt sind.
- Instrumentale Stücke für Gitarre, soweit sie im Zusammenhang der Sonaten und der kolonialen Gitarrenpraxis erscheinen.
- Weitere Instrumentalwerke, von denen die Forschung ausdrücklich festhält, dass nur ein kleiner Teil erhalten ist.
Tastenmusik, Tanzstücke und weltliche Musik
- Minueto con variaciones, auch Minué variado beziehungsweise Minueto de Variaciones, Tastenstück beziehungsweise galantes Variationsstück, in modernen Aufführungs- und Quaderno-Mayner-Kontexten mit Aldana verbunden.
- Boleras nuevas, weltliches Stück beziehungsweise Tanzform, in lexikalischen Kurzartikeln als Teil seines Repertoires genannt.
- Boleras, in Forschungskontexten als Beispiel weltlicher Musik am Ende der Kolonialzeit erwähnt.
- Minuette beziehungsweise Menuette, im Zusammenhang der städtischen Tanz- und Theaterkultur der Nueva España.
- Kontratänze beziehungsweise Contradanzas, soweit sie im Kontext der mexikanischen Musik um 1800 und der Aldana-Rezeption erwähnt werden.
- Weitere Tastenstücke für Clave, Forte-Piano oder Cembalo, soweit sie in Quaderno- beziehungsweise Unterrichtskontexten mit Aldana verbunden werden.
- Weltliche Theater- und Instrumentalmusik aus der Coliseo-Praxis, deren genaue Werkidentifikation nur quellenkritisch möglich ist.
Marianische und devotional geprägte Einzelwerke
- ¡Oh! Señora y Madre mía, aus dem Archiv der Colegiata de la Virgen in Guanajuato, moderne Transkription und Veröffentlichung durch Carlos Vidaurri Aréchiga.
- Guadalupe-Hymnen und Cánticos, in mexikanischen Kurzdarstellungen mit Aldanas geistlichem Werk verbunden.
- Jaculatorias und kurze Andachtsgesänge, soweit in mexikanischer Überlieferung genannt.
Erhaltene beziehungsweise nachgewiesene Archive und Überlieferungskomplexe
- Archiv der Kathedrale von Mexiko-Stadt, zentrale Quelle für Aldanas geistliche Musik und biographische Nachweise.
- Kirche beziehungsweise Archiv Santa Rosa de Morelia, als Aufbewahrungsort einzelner Aldana-Werke in modernen Kurzquellen genannt.
- Archivo Histórico de la Arquidiócesis de Durango, Quelle der Versos del Sr. Aldana para dos órganos obligados y orquesta.
- Archivo Musical de la Colegiata de la Virgen in Guanajuato, Quelle von ¡Oh! Señora y Madre mía.
- Biblioteca Cuicamatini beziehungsweise Reservat der Facultad de Música der Universidad Nacional Autónoma de México, im Zusammenhang der Sonaten für Violine und Gitarre sowie weiterer kolonialer Quellen genannt.
- Conservatorio de las Rosas in Morelia, im Zusammenhang mit unvollständigen oder fragmentarischen Quellen zur Musik des späten 18. Jahrhunderts erwähnt.
Verschollene, unsichere oder nur indirekt bekannte Werke
- Weitere Theaterstücke, Zwischenaktmusiken, Ouvertüren oder Bühnenmusiken aus Aldanas Zeit am Coliseo, die aus seiner Stellung als Orchesterleiter plausibel sind, aber nicht sicher als Einzelwerke erhalten sind.
- Weitere Violinstücke und Unterrichtswerke, die aus seiner Tätigkeit als Violinist und Lehrer wahrscheinlich sind, aber nicht eindeutig im heutigen Quellenbestand benannt werden können.
- Weitere geistliche Werke aus Kathedral-, Kollegiums- und Kirchenpraxis, deren Zuschreibungen in Archiven zu prüfen sind.
- Werke, die in älteren Katalogen unter abweichenden Namensformen erscheinen und daher nur nach Handschriften- oder Druckvergleich sicher zuzuordnen sind.
- Instrumentalmusik, deren geringer Erhaltungsgrad von der neueren Forschung ausdrücklich als Problem für die Bewertung Aldanas bezeichnet wird.
Überlieferung, Archive und Forschung
Die Überlieferung Aldanas ist typisch für die Musik der späten Kolonialzeit in Mexiko: Sie ist auf mehrere Archive verteilt, teils liturgisch geordnet, teils fragmentarisch, teils unter abweichenden Namensformen katalogisiert und oft erst durch neuere Forschung wieder sichtbar geworden. Besonders wichtig sind das Archiv der Kathedrale von Mexiko-Stadt, die Bestände in Morelia, Durango und Guanajuato sowie die neueren musikwissenschaftlichen Studien zu einzelnen Werkgruppen.
Der Beitrag von Mauricio Hernández Monterrubio ist grundlegend, weil er Aldanas Biographie anhand von Dokumenten der Kathedrale von Mexiko neu fasst und eine überarbeitete Werkeliste bietet. Seine Untersuchung der zwei Sonaten für Violine und Gitarre ist außerdem wichtig, weil sie Aldana nicht nur als Kirchenkomponisten, sondern als Instrumentalkomponisten und Vertreter des klassizistischen Stils sichtbar macht.
Raúl Wenceslao Capistrán Gracia hat mit den Versos del Sr. Aldana para dos órganos obligados y orquesta ein Werk untersucht, das die instrumentale und liturgische Seite Aldanas besonders eindrücklich zeigt. Die Analyse hebt die Verbindung von zwei Orgeln, Orchester, concertato-Stil, formaler Balance und tonaler Harmonik hervor. Damit wird Aldana als Komponist sichtbar, der die Sprache der ersten Wiener Schule nicht nur kannte, sondern in der novohispanischen Liturgie produktiv umsetzte.
Carlos Vidaurri Aréchigas Edition von ¡Oh! Señora y Madre mía zeigt eine weitere Richtung der Aldana-Forschung: die Erschließung einzelner, bislang kaum bekannter oder ungedruckter Werke aus kirchlichen Archiven. Solche Editionen sind für das Kulturlexikon wichtig, weil sie die Werkkenntnis erweitern und zugleich zeigen, wie viel Material zur Musik der Nueva España noch archivalisch gebunden ist.
Rezeption und kulturgeschichtliche Bedeutung
José Manuel de Aldana wurde in der älteren Musikgeschichtsschreibung vor allem als einer der letzten bedeutenden Komponisten der kolonialen Epoche in Mexiko wahrgenommen. Die moderne Forschung hat dieses Bild differenziert. Aldana erscheint nicht mehr nur als Nachzügler einer vergangenen Kirchenmusik, sondern als aktiver Vermittler zwischen Kathedrale, Theater, Instrumentalmusik und klassizistischer Stilaufnahme.
Besonders die Wiederaufführung und Diskussion der Misa en Re mayor im 20. Jahrhundert trug dazu bei, Aldana als repräsentativen Komponisten der späten Nueva España sichtbar zu machen. Dass Carlos Chávez eine Messe Aldanas 1940 in New York aufführte, zeigt, wie koloniale Musik im Rahmen moderner mexikanischer Kulturpolitik und Musikgeschichtsschreibung neu bewertet wurde. Aldana wurde damit zu einer Figur, an der sich mexikanische Musikgeschichte vor der Unabhängigkeit neu erzählen ließ.
Heute ist Aldana vor allem für drei Forschungsfelder wichtig. Erstens für die Musik der Kathedrale von Mexiko-Stadt und die liturgische Praxis des späten 18. Jahrhunderts. Zweitens für die weltliche Theatermusik und die Rolle des Coliseo de México. Drittens für die Instrumentalmusik, besonders Violine, Gitarre, Orgel und Orchester, in einer Zeit, in der europäische klassizistische Modelle in der Nueva España aufgenommen wurden.
Seine kulturgeschichtliche Bedeutung liegt daher in einer doppelten Position. Er ist einerseits ein letzter großer Vertreter der kolonialen Musikinstitutionen; andererseits weist sein Stil auf neue musikalische Horizonte hin: Klassizismus, Theateröffentlichkeit, Instrumentalidiom, Unterricht und bürgerlichere Formen der Aufführung. Er steht an der Schwelle zwischen kolonialem Erbe und der Musikgeschichte des unabhängigen Mexiko.
Sekundärliteratur
- Mauricio Hernández Monterrubio: José Manuel Aldana: hacia un nuevo panorama del siglo XVIII. In: Heterofonía. Revista de investigación musical, Nr. 125, 2001, S. 9–30. Grundlegender Beitrag zu Biographie, Kathedralquellen, Werkeliste und Stil der Sonaten für Violine und Gitarre.
- Raúl Wenceslao Capistrán Gracia: Los versos del Sr. Aldana para dos órganos obligados y orquesta. Al reencuentro de un pasado musical olvidado. In: AV Notas. Revista de Investigación Musical, Nr. 8, 2019, S. 153–167.
- Carlos Vidaurri Aréchiga: Primicia y transcripción de la obra inédita de José Manuel Aldana ¡Oh! Señora y Madre mía proveniente del AMCV de Guanajuato. Lucca, Libreria Musicale Italiana, 2012.
- Robert Stevenson: Music in Mexico. A Historical Survey. New York, 1952. Ältere grundlegende Darstellung mit Aldana-Bezug und Bewertung der Misa en Re mayor.
- Jesús Bal y Gay: Studien zur mexikanischen Musikgeschichte und zur Musik der Kolonialzeit, mit Hinweisen auf Aldanas Stellung in der späten Nueva España.
- Gabriel Saldívar: Historia de la música en México. Frühere Gesamtdarstellung, wichtig für die ältere mexikanische Musikgeschichtsschreibung und die Kolonialmusikrezeption.
- Aurelio Tello: Arbeiten zur Musik in Neuspanien, zu Kathedralarchiven und zur kolonialen Musiküberlieferung Mexikos.
- Javier Marín López: Studien zur Musik und zu Musikern zwischen Spanien und Mexiko, besonders zur Kathedrale von Mexiko und zur Quellenüberlieferung der polifonen und instrumentalen Praxis.
- Ricardo Miranda: Studien zur Musik in Mexiko um 1800, zu Unterricht, Theater, Tastenmusik und Übergängen in die frühe unabhängige Epoche.
- Gerard Béhague: Music in Latin America. An Introduction. Kontextwerk zur lateinamerikanischen Musikgeschichte mit Hinweisen auf koloniale und frührepublikanische Musikpraxis.
- Robert M. Stevenson: Beiträge zu Manuel de Zumaya, Ignacio Jerusalem, mexikanischer Kathedralmusik und spätkolonialer Musik, relevant für Aldanas Stilumfeld.
- Forschung zu Manuel de Zumaya, Ignacio Jerusalem y Stella, Antonio de Juanas, Manuel Arenzana, Mariano Elízaga, José María Bustamante, José Manuel Delgado und der Musik der Nueva España am Ende des 18. Jahrhunderts.
Ausgewählte Onlinequellen
- MGG Online: Aldana, Joseá Manuel Fachlexikalischer Artikel mit Lebensdaten, Berufsangabe als Geiger und Komponist sowie Hinweisen auf die Stationen in Mexiko-Stadt und am Nuevo Coliseo.
- Real Academia de la Historia: José Manuel de Aldana Spanischer biographischer Normartikel mit Geburts- und Sterbedaten, Mexiko-Stadt-Ansetzung und Einordnung als kreolischer Musiker, Violinist und Komponist geistlicher und weltlicher Musik.
- Encyclopedia.com: Aldana, José Maria (1758–1810) Englischsprachiger Lexikonartikel mit Angaben zu Kathedrale von Mexiko-Stadt, Coliseo, Orchesterleitung, Chorschule, Vesperpsalmen, Boleras nuevas und Minuet de variaciones.
- Dialnet: José Manuel Aldana: hacia un nuevo panorama del siglo XVIII Bibliographischer Nachweis des Heterofonía-Aufsatzes von Mauricio Hernández Monterrubio mit Abstract zu neuer Biographie, Kathedralquellen, überarbeiteter Werkeliste und Sonatenanalyse.
- Dialnet: Los versos del Sr. Aldana para dos órganos obligados y orquesta Nachweis des Aufsatzes von Raúl Wenceslao Capistrán Gracia zu Aldanas liturgischer Instrumentalmusik, zwei Orgeln, Orchester und klassizistischer Stilaufnahme.
- ResearchGate: Los versos del Sr. Aldana para dos órganos obligados y orquesta Forschungsseite mit Volltextauszug zum Aufsatz über Aldanas Versos, seine stilistische Bedeutung und die instrumentale liturgische Praxis der Nueva España.
- Libreria Musicale Italiana: ¡Oh! Señora y Madre mía Verlagsseite zur Edition von Carlos Vidaurri Aréchiga über ein bislang unveröffentlichtes Aldana-Werk aus dem Archiv der Colegiata de la Virgen in Guanajuato.
- Musicanet: Aldana, Jose Manuel Komponistendatensatz mit Lebensdaten, Mexiko-Stadt-Bezug, Nationalität und Kurzangabe als mexikanischer Violinist und Komponist.
- Sociedad de Autores y Compositores de México: José Manuel Aldana Pädagogisch-populäre mexikanische Kurzseite mit Hinweisen auf Violine, Komposition, Orchesterleitung, Tänze, Guadalupe-Gesänge, San-Felipe-Hymnus und Messe.
- Sociedad de Autores y Compositores de México: Aldana und der klassizistische Stil Pädagogischer Kontextbeitrag zur Haydn-Rezeption und zum Minueto con variaciones in der Musik der Nueva España.
- Ensemble ad hoc / Old Post Road: Christmas in the New World Programmseite mit Aufführung von Aldanas Versos und kurzer Einordnung seiner Tätigkeit als Violinist und Leiter des Theaterorchesters am Coliseo.
- Early Music America: The Women Who Preserved Music in Latin America Artikel mit Hinweis auf den Quaderno-Mayner-Kontext, Minué variado und die Frage der Aldana-Zuschreibung.
- Revista de Musicología: Locatelli y Leclair en la Nueva España Fachbeitrag zur europäischen Instrumentalmusik in neuspanischen Archiven mit Hinweisen auf Aldana, Violinpraxis, Sonaten und mexikanische Quellen.
- AV Notas: Los versos del Sr. Aldana PDF beziehungsweise Volltextzugang zur Studie über Aldanas Versos, zwei Orgeln, Orchester und liturgische Instrumentalmusik.
- INBAL Digital: Heterofonía 125 Digitalisatskontext der Heterofonía-Ausgabe, in der Mauricio Hernández Monterrubios grundlegender Aldana-Beitrag erschienen ist.
- INBAL Digital: Heterofonía 141 Weiterer Heterofonía-Digitalisatkontext mit Hinweisen auf mexikanische Musikforschung, Kataloge und Aldana-Bezüge.
- Wikipedia spanisch: José Aldana Kurzüberblick mit Lebensdaten, Tätigkeit als Komponist, Violinist, Cembalist und Orchesterleiter; nur als Einstieg mit Fachquellenabgleich zu verwenden.
- Wikidata: José Aldana Strukturierter Normdatenknoten mit Identifikatoren, Namensformen und Datenbankverweisen; für die Katalogverknüpfung hilfreich, aber quellenkritisch zu prüfen.
- VIAF: José Manuel Aldana Internationaler Normdatencluster zur Person, nützlich für Bibliotheks- und Katalogrecherche.
- Deutsche Nationalbibliothek: GND zu José Aldana GND-Normdatensatz zur deutschsprachigen Katalogverknüpfung.
- Library of Congress Authorities: José Aldana US-amerikanischer Normdatensatz zur Person und zur internationalen Bibliotheksrecherche.
- MCN Biografías: José Manuel Aldana Populärbiographische Darstellung mit deutlichem Klassizismus- und Misa-en-Re-Mayor-Schwerpunkt; wegen abweichender Geburtsort- und Datumsangaben nur ergänzend zu nutzen.
Weiterführende Einträge
- Musik der Nueva España Übergreifender Kontext von Aldanas geistlicher, instrumentaler und theaterbezogener Musik.
- Novohispanische Musik Begrifflicher Rahmen für die Musik des kolonialen Mexiko vor der Unabhängigkeit.
- Mexikanische Kirchenmusik Liturgischer Zusammenhang von Aldanas Messen, Psalmen, Hymnen und Versos.
- Kathedrale von Mexiko-Stadt Zentraler Ausbildungs- und Wirkungsort Aldanas als Chorknabe, Violinist und Kirchenmusiker.
- Colegio de Infantes der Kathedrale von Mexiko Chorschulkontext, mit dem Aldana nach 1808 als Lehrer beziehungsweise Leiter verbunden war.
- Coliseo de México Wichtigster Theaterort der Hauptstadt, an dem Aldana als Violinist und Orchesterleiter wirkte.
- Nuevo Coliseo de México Theaterinstitution der späten Kolonialzeit und Kontext von Aldanas Orchesterleitung.
- Theatermusik in Mexiko im 18. Jahrhundert Weltlicher Aufführungskontext von Aldanas Coliseo-Tätigkeit.
- Violine in Mexiko Instrumentaler Kontext von Aldanas Laufbahn als führender Geiger und Lehrer.
- Geiger Berufsrolle, die Aldanas Tätigkeit in Kathedrale und Coliseo gleichermaßen prägte.
- Orchesterleiter Rolle Aldanas als Leiter des Coliseo-Orchesters ab 1790.
- Verso Liturgische Instrumentalform, in der Aldanas Versos für zwei Orgeln und Orchester stehen.
- Orgelmusik in Mexiko Instrumentaler und liturgischer Kontext von Aldanas Orgel- und Verso-Werken.
- Zwei Orgeln und Orchester Besetzungskontext der Versos del Sr. Aldana und ihrer besonderen liturgisch-concertierenden Klangform.
- Musikalischer Klassizismus in Mexiko Stilgeschichtlicher Rahmen von Aldanas Haydn-naher und galant geprägter Musik.
- Erste Wiener Schule in Lateinamerika Rezeptionskontext von Haydn-, Mozart- und frühklassischen Stilmodellen in kolonialen und frührepublikanischen Musikzentren.
- Haydn-Rezeption in Mexiko Stil- und Repertoirezusammenhang, in dem Aldanas Minueto con variaciones und Instrumentalmusik betrachtet werden können.
- Galanter Stil Stilistische Grundlage vieler spätkolonialer Instrumental- und Kirchenwerke Aldanas.
- Concertato-Stil Satztechnischer Kontext der Versos del Sr. Aldana mit zwei Orgeln und Orchester.
- Misa en Re mayor von José Manuel de Aldana Zentrale geistliche Komposition Aldanas und wichtiges Beispiel mexikanischer Musik der späten Kolonialzeit.
- Mexikanische Messe des 18. Jahrhunderts Gattungskontext von Aldanas Messkompositionen.
- Oficio de Difuntos Liturgischer Zusammenhang von Aldanas Vesperpsalmen und Totenoffiziumswerken.
- Vesperpsalm Gattung, in der Aldanas Psalmen für das Totenoffizium eingeordnet werden.
- Minueto con variaciones Tasten- beziehungsweise Tanzstück Aldanas und Beispiel galanter Variationspraxis in Nueva España.
- Bolera Spanisch-amerikanische Tanzform, in der Aldanas Boleras nuevas stehen.
- Sonate für Violine und Gitarre Kammermusikalische Gattung, in der zwei Aldana-Sonaten erhalten beziehungsweise rekonstruiert sind.
- Gitarre in Nueva España Instrumental- und Unterrichtskontext von Aldanas Sonaten für Violine und Gitarre.
- Quaderno Mayner Tastenmusik- und Sammlungszusammenhang am Ende der Nueva España mit Aldana-Bezug.
- Musik zur Virgen de Guadalupe Marianischer Kontext der Aldana zugeschriebenen Hymnen und Cánticos.
- San Felipe de Jesús Erster kanonisierter mexikanischer Heiliger und möglicher Bezugspunkt eines Aldana-Hymnus.
- Mariengesang Gattungskontext von ¡Oh! Señora y Madre mía und weiteren Aldana-Werken.
- Guanajuato in der Musikgeschichte Archivischer Kontext des Aldana-Werks ¡Oh! Señora y Madre mía.
- Morelia in der Musikgeschichte Überlieferungs- und Musikkontext von Santa Rosa de Morelia und der Aldana-Forschung.
- Valladolid in Michoacán Alternativ genannter Herkunfts- beziehungsweise Quellenort im Aldana-Diskurs.
- Durango und Kirchenmusik Archivischer Kontext der Versos del Sr. Aldana.
- Archivo Histórico de la Arquidiócesis de Durango Quelle der Versos für zwei Orgeln und Orchester.
- Facultad de Música der UNAM Moderner Forschungs- und Quellenkontext für neuspanische Musik und Aldana-Handschriften.
- Biblioteca Cuicamatini Sammlungskontext für koloniale Musikquellen, darunter Aldana-nahe Instrumentalquellen.
- Conservatorio de las Rosas Moreliaer Musik- und Archivkontext, der in der Aldana-Forschung erwähnt wird.
- Manuel de Zumaya Wichtiger mexikanischer Komponist früherer Generation, Vergleichsfigur zur Kirchenmusik der Nueva España.
- Ignacio Jerusalem y Stella Kathedralmusiker in Mexiko-Stadt und zentraler Vorgänger im italienisch geprägten Kirchenstil.
- Antonio de Juanas Zeitgenössischer Komponist der Nueva España, wichtig für den Vergleich mit Aldanas Kirchenmusik.
- Manuel Arenzana Komponist und Kapellmeister in Puebla, Vertreter des mexikanischen Klassizismus.
- Mariano Elízaga Mexikanischer Komponist und Musikpädagoge, in der Forschung als Schüler beziehungsweise Nachfolgergeneration Aldanas wichtig.
- José María Bustamante Frühmexikanischer Komponist der Übergangszeit zur Unabhängigkeit, relevant für Aldanas Nachwirkung.
- José Manuel Delgado Mexikanischer Violinist und Komponist, Vergleichsfigur für Instrumentalmusik und Violinpraxis in der späten Nueva España.
- Robert Stevenson Musikhistoriker, dessen Arbeiten zur mexikanischen Musikgeschichte für Aldanas moderne Rezeption wichtig sind.
- Mauricio Hernández Monterrubio Forscher, der Aldanas Biographie, Werkeliste und Sonaten stilistisch neu bewertet hat.
- Raúl Wenceslao Capistrán Gracia Forscher zu Aldanas Versos für zwei Orgeln und Orchester.
- Carlos Vidaurri Aréchiga Herausgeber und Forscher zu Aldanas ¡Oh! Señora y Madre mía.
- Aurelio Tello Musikwissenschaftler zur kolonialen Musik Mexikos und zu lateinamerikanischen Archivquellen.
- Javier Marín López Forscher zu Musikern, Kathedralquellen und musikalischem Austausch zwischen Spanien und Mexiko.
- Ricardo Miranda Forscher zur mexikanischen Musik um 1800, zum Quaderno-Mayner-Kontext und zur frühen mexikanischen Musikkultur.
- Carlos Chávez Mexikanischer Komponist und Dirigent, der Aldanas Misa en Re mayor im 20. Jahrhundert aufführte und damit zur Wiederentdeckung kolonialer Musik beitrug.
- Heterofonía Mexikanische Zeitschrift für Musikforschung, in der wichtige Aldana-Studien erschienen.
- AV Notas Fachzeitschrift, in der die moderne Studie zu den Versos del Sr. Aldana veröffentlicht wurde.
- Die Musik in Geschichte und Gegenwart Fachlexikon mit Aldana-Artikel und Grunddaten.
- Real Academia de la Historia Spanische Institution mit biographischem Normartikel zu José Manuel de Aldana.
- Libreria Musicale Italiana Verlag der modernen Edition von Aldanas ¡Oh! Señora y Madre mía.