Georg von Albrecht
Überblick
Georg von Albrecht war ein in Russland geborener deutscher Komponist, Pianist und Hochschullehrer. Er wurde am 19. März 1891 in Kasan geboren und starb am 15. März 1976 in Heidelberg. Sein Lebensweg führte ihn von Kasan und Petersburg über Stuttgart, Moskau, Petrograd, Jalta und erneut Moskau nach Süddeutschland, wo er besonders in Stuttgart und Heidelberg als Lehrer und Komponist wirkte. Seine Musik gehört zu den eigenwilligen, schwer einzuordnenden Positionen des 20. Jahrhunderts: Sie verbindet russische und osteuropäische Volksmelodik, orthodoxe Liturgie, antike Skalenlehre, barocke Polyphonie, klassisch-romantische Formen, impressionistische Klanglichkeit, Oberton- und Untertonreihen, Polytonalität und eine persönlich modifizierte Zwölftontechnik.
Albrecht war kein Komponist einer Schule im engen Sinn. Er bewegte sich zwischen Ost und West, zwischen russischer Herkunft und deutscher Lehrtradition, zwischen Volksliedsammlung und konstruktiver Moderne, zwischen liturgischem Gesang und Zwölftondenken. Seine Schriften wurden programmatisch unter dem Titel Vom Volkslied zur Zwölftontechnik veröffentlicht. Dieser Titel fasst sein künstlerisches Selbstverständnis präzise zusammen: Das Einfache, Melodische, Volkstümliche und Gesungene bildet den Ausgangspunkt; die komplexen Tonsysteme der Moderne werden daraus nicht als Bruch, sondern als Erweiterung entwickelt.
Die Biographie ist von mehreren kulturellen Räumen geprägt. Sein Vater Johann Gottlieb David von Albrecht war ein deutscher Mathematiker im russischen Staatsdienst, seine Mutter Barbara, geborene Miscenko, war Pianistin und gab dem Sohn den ersten Musikunterricht. In Petersburg begegnete der junge Georg von Albrecht dem gleichaltrigen Sergej Prokofjew. Später studierte er in Stuttgart bei Max von Pauer, Theodor Wiehmayer und Heinrich Lang, in Moskau bei Sergej Tanejew und in Petrograd bei Alexander Glasunow und Jāzeps Vītols. Dadurch wurde seine musikalische Sprache von russischer, deutscher, baltischer und westeuropäischer Tradition gleichermaßen geprägt.
Als Lehrer war Albrecht besonders dadurch wichtig, dass er keine ästhetische Schule dogmatisch bevorzugte. In Stuttgart und Heidelberg vermittelte er jungen Musikerinnen und Musikern traditionelle Formenlehre, Kontrapunkt, Tonsatz, Neue Musik und eigenständiges kompositorisches Denken. Auch in der Zeit des Nationalsozialismus hielt er daran fest, dass ein Kompositionsschüler die verschiedenen Strömungen der Moderne kennenlernen müsse, um einen eigenen Weg zu finden. Gerade diese Offenheit macht ihn zu einer bemerkenswerten Figur der deutschen Musikpädagogik des 20. Jahrhunderts.
Kurzdaten
| Name | Georg von Albrecht. |
|---|---|
| Bibliographische Namensform | Albrecht, Georg von. |
| Geburt | 19. März 1891 in Kasan, Russland. |
| Tod | 15. März 1976 in Heidelberg. |
| Beruf | Komponist, Pianist, Hochschullehrer, Tonsatzlehrer, Musikschriftsteller, Volksliedsammler und Vermittler zwischen russischer, osteuropäischer, liturgischer und westeuropäischer Musikkultur. |
| Herkunft | Russlanddeutsche Familie; fünftes von acht Kindern des Mathematikers Johann Gottlieb David von Albrecht und der Pianistin Barbara von Albrecht, geborene Miscenko. |
| Frühe Prägung | Musikalischer Erstunterricht durch die Mutter; Jugend in russischem Kulturraum; Begegnung mit Sergej Prokofjew in Petersburg. |
| Studienorte | Stuttgart, Moskau und Petrograd. |
| Lehrer | Max von Pauer, Theodor Wiehmayer, Heinrich Lang, Sergej Tanejew, Alexander Glasunow und Jāzeps Vītols; außerdem Begegnung mit Alexander Skrjabin und Wladimir Rebikow. |
| Frühe Lehrtätigkeit | 1919 Mitbegründer eines Konservatoriums in Jalta; 1921 Lehrer am Musiktechnikum des Baumannschen Bezirks in Moskau. |
| Deutsche Lehrtätigkeit | Ab 1925 an Karl Adlers Konservatorium in Stuttgart, 1936 bis 1956 an der Staatlichen Hochschule für Musik in Stuttgart, seit 1946 als Professor und stellvertretender Direktor; 1956 bis 1976 Tonsatzlehrer in der Schulmusikabteilung der Heidelberger Musikhochschule. |
| Zentrale Werkbereiche | Klaviermusik, Lieder, Chorwerke, geistliche Werke, orthodoxe Liturgie, Orgelwerke, Kammermusik, Streichquartette, Orchesterwerke, Bühnenwerke, Volksliedbearbeitungen und musiktheoretisch-autobiographische Schriften. |
| Wichtiges Selbstzeugnis | Vom Volkslied zur Zwölftontechnik. Schriften und Erinnerungen eines Musikers zwischen Ost und West, herausgegeben von Michael von Albrecht, Frankfurt am Main, Peter Lang, 1984. |
| Gesamtausgabe | Georg von Albrecht. Gesamtausgabe, nach den Handschriften herausgegeben vor allem von Michael von Albrecht, Christiane von Albrecht, Werner Schubert und Wolfgang Dallmann, Peter Lang, 1984 bis 1991. |
| Auszeichnungen | 1962 Glinka-Preis der Belaieff-Stiftung, 1966 Johann-Wenzel-Stamitz-Preis der Künstlergilde Esslingen und 1991 postum Russlanddeutscher Kulturpreis. |
| Kulturelle Bedeutung | Georg von Albrecht ist eine Vermittlerfigur zwischen Russland und Deutschland, Volkslied und Moderne, orthodoxer Liturgie und westeuropäischer Kunstmusik, antiker Skalenlehre und Zwölftontechnik. |
Ausführlicher Kulturüberblick
Georg von Albrecht gehört zu jenen Komponisten des 20. Jahrhunderts, die sich einfachen Epochen- und Stilbegriffen entziehen. Er ist weder bloß Spätromantiker noch bloß Neutöner, weder ausschließlich russisch noch ausschließlich deutsch, weder konservativ noch avantgardistisch im üblichen Sinn. Sein Schaffen entsteht aus einer biographischen Grenzlage: Er wuchs im russischen Raum auf, erhielt deutsche und russische Ausbildung, begegnete der vorrevolutionären russischen Moderne, erlebte die Revolutionszeit und wurde später in Deutschland zu einem Hochschullehrer, der traditionelle und moderne Kompositionsmittel nebeneinander vermittelte.
Sein musikalisches Denken beginnt beim Lied. Volkslied, Kirchenlied, orthodoxer Gesang, liturgische Melodie und singbare Linie bilden den inneren Kern seiner Musik. Selbst dort, wo er komplexe Techniken wie Polytonalität, Oberton- und Untertonreihen oder Zwölftonthemen verwendet, bleibt seine Musik melodisch gedacht. Die Stimmen sollen nicht als bloße Konstruktion erscheinen, sondern als gesangliche Linien. Daraus entsteht eine schwebende, oft schwer eindeutig zu klassifizierende Harmonik.
Die russische Prägung ist mehrschichtig. Sie betrifft nicht nur die Herkunft und einzelne Volksmelodien, sondern auch ein anderes Verhältnis zur Klangfarbe, zur Liturgie und zur Modalität. Albrecht kannte die russisch-orthodoxe und griechisch-orthodoxe Kirchenmusik, die byzantinischen Weisen und die vokale Mehrstimmigkeit aus liturgischer Praxis und kompositorischer Reflexion. Seine Liturgie des Johannes Chrysostomos und andere geistliche Werke zeigen, dass er östliche Kirchenmusik nicht äußerlich exotisierte, sondern als ernsthafte geistliche Klangwelt in sein Werk integrierte.
Gleichzeitig blieb er der deutschen und europäischen Formtradition verbunden. Kanon, Fuge, Passacaglia, Variation, Sonate, Präludium, Streichquartett, Klavierzyklus und Orgelwerk sind feste Bestandteile seines Œuvres. Barocke und klassisch-romantische Formen werden jedoch nicht antiquarisch übernommen. Albrecht setzt sie in Beziehung zu modernen Tonsystemen und volksmelodischen Materialien. Besonders seine Passacaglia- und Fugenwerke zeigen diese Verbindung von alter Form und neuer Harmonik.
Das 20. Jahrhundert war für ihn keine radikale Abkehr von der Vergangenheit, sondern ein Feld erweiterter Möglichkeiten. Er verwendete Diatonik, Chromatik, Pentatonik, modale Skalen, polytonale Schichtungen, Oberton- und Untertonreihen, Spiegelungstechniken und Zwölftontechnik. Dabei ging es ihm nicht darum, ein System gegen ein anderes auszuspielen. Vielmehr suchte er eine organische Entwicklung vom einfachen melodischen Kern zur komplexen Struktur. Diese Haltung unterscheidet ihn sowohl von dogmatischer Avantgarde als auch von restaurativer Traditionspflege.
Seine pädagogische Bedeutung liegt in derselben Offenheit. Albrecht ließ seinen Schülerinnen und Schülern unterschiedliche Wege offen und vermittelte ihnen die Vielfalt der musikalischen Moderne. In einer Zeit, in der ästhetische Positionen oft ideologisch oder schulbildend verhärtet waren, bestand er darauf, dass Musik aus Kenntnis, Freiheit und innerer Notwendigkeit hervorgehen müsse. Gerade dadurch wurde er zu einem wichtigen Lehrer in Stuttgart und Heidelberg.
Herkunft, Russland und frühe musikalische Prägung
Georg von Albrecht wurde in Kasan geboren, einer Stadt, die selbst eine kulturelle Schnittstelle zwischen russischer, tatarischer, europäischer und universitärer Tradition bildete. Sein Vater Johann Gottlieb David von Albrecht war ein deutscher Mathematiker im russischen Staatsdienst und zuletzt Geheimrat in Petersburg. Die Mutter Barbara, geborene Miscenko, war Pianistin und gab dem Sohn den ersten Unterricht. Dadurch war Musik von Anfang an nicht nur ein Berufsziel, sondern Teil des häuslichen Lebens.
Der junge Albrecht wuchs in einem Umfeld auf, das deutsche Bildung und russische Kultur miteinander verband. In Petersburg begegnete er Sergej Prokofjew, der im selben Jahr geboren war und später eine der markantesten Figuren der russischen Moderne wurde. Solche Begegnungen zeigen, dass Albrechts frühe Welt nicht provinziell war. Er stand früh in Kontakt mit einem musikalischen Milieu, in dem Virtuosität, Experiment, russische Tradition und europäische Moderne zusammenwirkten.
Das Abitur legte er am Gymnasium in Zarskoje Selo ab. Diese Schulbildung war streng, mehrsprachig und humanistisch geprägt. Später blieb für Albrecht die Verbindung von Musik, Bildung, Antike, Literatur und geistiger Selbstformung wichtig. Seine Beschäftigung mit antiken Tetrachorden und seine späteren Publikationen im Umfeld der Reihe Quellen und Studien zur Musikgeschichte von der Antike bis in die Gegenwart zeigen, dass Musik für ihn in einem langen kulturgeschichtlichen Kontinuum stand.
Studium in Stuttgart, Moskau und Petrograd
Nach dem Abitur ging Albrecht nach Stuttgart und studierte am dortigen Königlichen Konservatorium. Zu seinen Lehrern gehörten Max von Pauer, Theodor Wiehmayer und Heinrich Lang. Er studierte Klavier und Komposition und legte noch vor dem Ersten Weltkrieg die künstlerische Reifeprüfung ab. Die Stuttgarter Ausbildung vermittelte ihm eine solide deutsche Klavier-, Formen- und Tonsatztradition.
1914 und 1915 erhielt Albrecht in Moskau Unterricht bei Sergej Tanejew. Tanejew war einer der bedeutenden russischen Kontrapunktiker und stand für strenge Satztechnik, polyphone Disziplin und formale Klarheit. Diese Schulung war für Albrechts späteres Werk entscheidend. Seine Vorliebe für Kanon, Fuge, Passacaglia und kontrapunktische Verdichtung hat hier eine wichtige Grundlage.
1917 und 1918 folgten Studien in Petrograd bei Alexander Glasunow und Jāzeps Vītols. Glasunow verkörperte die spätromantische russische Kompositionsschule, während Vītols als lettischer Komponist, Schüler Rimski-Korsakows und bedeutender Pädagoge die baltisch-russische Musiktradition repräsentierte. Albrecht lernte damit verschiedene Ausprägungen russischer und ostmitteleuropäischer Musikbildung kennen.
Die Begegnung mit Alexander Skrjabin und die Freundschaft mit Wladimir Rebikow vertieften seine Nähe zu experimentelleren russischen Strömungen. Besonders Skrjabins Klangdenken, die Idee von Obertonbeziehungen und die Verbindung von Harmonik, Symbolik und geistiger Erfahrung blieben für Albrecht wichtig. Er entwickelte später eigene Formen von Oberton- und Untertontechnik, ohne einfach Skrjabin zu imitieren.
Jalta, Moskau und die Revolutionszeit
Die Jahre um 1917 waren für Albrecht nicht nur politisch, sondern auch künstlerisch einschneidend. Die Russische Revolution veränderte seine Lebenswelt grundsätzlich. 1919 begründete er mit anderen ein Konservatorium in Jalta. Diese Gründung zeigt, dass er früh nicht nur als Komponist, sondern auch als Organisator und Pädagoge tätig wurde.
1921 lehrte Albrecht in Moskau am Musiktechnikum des Baumannschen Bezirks. Moskau war in dieser Zeit ein Ort radikaler kultureller Neuordnung. Revolution, Bürgerkrieg, neue Institutionen, Avantgarde, Volksbildung und künstlerische Experimente trafen aufeinander. Albrecht nahm diese Erfahrungen später nicht bloß historisch zur Kenntnis, sondern verarbeitete sie kompositorisch. Die Oper Das Vaterunser wurde von ihm als eine musikalisch-dramatische Bewältigung der Revolutionserfahrung verstanden.
Die Rückkehr nach Deutschland erfolgte nicht als einfache Rückkehr in eine „Heimat“, sondern als Wechsel aus einem erschütterten russischen Raum in einen deutschen Kulturraum, den Albrecht durch Abstammung, Ausbildung und Sprache bereits kannte. Sein späteres Leben blieb von dieser doppelten Zugehörigkeit geprägt. Er blieb ein deutscher Komponist mit russischer Herkunft und russischer musikalischer Tiefenschicht.
Stuttgart, Heidelberg und Hochschullehre
Nach seiner Rückkehr nach Deutschland wirkte Albrecht ab 1925 an Karl Adlers Konservatorium in Stuttgart. Stuttgart wurde zu einem wichtigen Zentrum seiner deutschen Lehrtätigkeit. Von 1936 bis 1956 unterrichtete er an der Staatlichen Hochschule für Musik in Stuttgart; seit 1946 war er dort Professor und stellvertretender Direktor. Er vermittelte Tonsatz, Komposition und musikalisches Denken in einer Weise, die traditionelle Satztechnik und moderne Strömungen gleichermaßen ernst nahm.
In der Zeit des Nationalsozialismus war diese Offenheit problematisch. Albrecht ließ im Kompositionsunterricht unterschiedliche moderne Richtungen gelten und vertrat die Auffassung, dass ein Schüler alle Strömungen kennenlernen müsse, um einen eigenen Weg zu finden. Diese Haltung widersprach jeder dogmatischen Beschränkung auf ideologisch erwünschte Musik. Sie machte ihn zu einem Lehrer, der musikalische Bildung als geistige Freiheit verstand.
1956 wechselte Albrecht nach Heidelberg und lehrte dort bis 1976 Tonsatz in der Schulmusikabteilung der Hochschule für Musik und Theater. Heidelberg wurde zugleich sein letzter Lebensort. In dieser späten Phase entstanden weitere Werke, Überarbeitungen und pädagogische Wirkungen. Die Heidelberger Zeit verbindet sich auch mit dem späteren editorischen Engagement seines Sohnes Michael von Albrecht, der die Schriften und die Gesamtausgabe wesentlich betreute.
Stil, Tonsysteme und kompositorische Methode
Albrechts Stil lässt sich am besten als synthetisch beschreiben. Er nahm unterschiedliche historische und regionale Materialien auf und formte daraus eine eigene musikalische Sprache. Volkslied, russische Liturgie, gregorianischer Choral, orthodoxe Gesänge, antike Tetrachorde, barocke Polyphonie, romantische Formen, impressionistische Farben, Oberton- und Untertonreihen, Polytonalität und Zwölftontechnik erscheinen nicht als addierte Stilmittel, sondern als Bestandteile eines organischen Denkens.
Charakteristisch ist seine Vorstellung einer Entwicklung vom Einfachen zum Komplexen. Eine Volksmelodie, ein liturgischer Gesang oder ein modaler Kern kann bei ihm zum Ausgangspunkt vielschichtiger Strukturen werden. Die Technik bleibt dabei nicht Selbstzweck. Auch Zwölftonfelder sollen nicht abstrakt konstruiert wirken, sondern gesanglich und harmonisch erfahrbar bleiben.
Eine wichtige Rolle spielen Spiegelung und Symmetrie. Albrecht beschäftigte sich mit Oberton- und Untertonbeziehungen, mit Reihen, die aus klanglichen und mathematischen Überlegungen entstehen, und mit Spiegelungen von Themen, Intervallen und Tonfeldern. Daraus ergibt sich eine Harmonik, die oft schwebend wirkt: Sie ist nicht einfach tonal im traditionellen Sinn, aber auch nicht radikal atonal. Sie bewegt sich in einem Zwischenraum, der für Albrechts Musik besonders typisch ist.
Seine Formen bleiben häufig klassisch oder barock benennbar: Sonate, Präludium, Fuge, Passacaglia, Variation, Lied, Streichquartett, Liturgie, Requiem, Oper. Doch innerhalb dieser Formen verändert er das tonale Material. Dadurch entsteht eine Musik, die zugleich vertraut und fremd wirken kann. Genau darin liegt ihr kulturgeschichtlicher Reiz: Sie versucht, Tradition nicht zu bewahren, indem sie sie stillstellt, sondern indem sie sie mit neuen klanglichen Möglichkeiten verbindet.
Werkverzeichnis
Das folgende Werkverzeichnis ist gattungsweise angelegt und orientiert sich an der Gesamtausgabe, an den erhaltenen Opuszahlen, an gedruckten Notenausgaben, an Lexikon- und Katalogangaben sowie an der heute greifbaren Rezeptionslage. Die Gesamtausgabe bei Peter Lang erschließt das Werk nach Handschriften in mehreren Bänden; im vorliegenden Kulturlexikon-Eintrag wird das Œuvre nach Werkgruppen für die redaktionelle Verwendung geordnet.
Klavierwerke
- Baschkirenmelodien Op. 1, neun kurze Klavierstücke.
- Zehn östliche Volkslieder Op. 2, für Klavier.
- Vier Klavierstücke im romantischen Stil Op. 4.
- Zehn ukrainische Miniaturen Op. 5, für Klavier; später auch für Akkordeon eingerichtet.
- Spiel der Widerspiegelungen Op. 7, Klavierscherzo.
- Frühlingshymne der Satyrn an Dionysos Op. 8, für Klavier.
- Andante con variazioni E-Dur Op. 10, für Klavier.
- Aus der Ferne Op. 11, Klavierstücke.
- Im Reiche der Untertöne Op. 21, Hymne an die Nacht.
- Klaviersonate gis-Moll Op. 34.
- Hymne an die Sonne Op. 35a, Septimenscherzo.
- Pentatonische und polytonale polyphone Studien Op. 36.
- Preludio, Tempestoso e fuga Op. 37, für zwei Klaviere.
- Zwölf Préludes in Ober- und Untertonreihen Op. 42, Heft 1.
- Klaviersonate c-Moll Op. 53.
- Abendklänge einer östlichen Stadt Op. 54, sechs Stücke, ursprünglich beziehungsweise auch für Akkordeon überliefert.
- Zwölf Préludes in Ober- und Untertonreihen Op. 61, Heft 2.
- Sonate der Spiegelungen auf ein Zwölftonthema Op. 72, dritte Klaviersonate.
- Vierte Klaviersonate in einem Satz Op. 80.
- Klaviervariationen über ein Zwölftonthema Op. 81.
- Weitere Klavierstücke, Studien, Präludien, Miniaturen, Volksliedbearbeitungen und didaktische Stücke in der Gesamtausgabe Band 1, Sämtliche Klavierwerke.
Lieder und Vokalwerke mit Klavier oder kleiner Besetzung
- Fünf Lieder Op. 12, für Sopran und Klavier.
- Lieder und Tänze der Randvölker Rußlands Op. 20, für Violine und Klavier beziehungsweise im vokal-volksliedhaften Umfeld des frühen Werkes.
- Georg-von-der-Vring-Lieder Op. 49, mit Violine und Klavier.
- Sieben Gedichte von Julius Fuchs Op. 51, für mittlere Stimme und Klavier.
- Lieder nach Hans Heinrich Ehrler, darunter Werkgruppen Op. 46 und Op. 47.
- Lieder nach Gotthold Sieber, darunter Werkgruppen Op. 52a und Op. 68d.
- Lieder nach Karl Heinrich Waggerl, darunter Werkgruppe Op. 73a und Lieder mit zwei Solostimmen.
- Lieder mit variabler Begleitung, unter anderem mit Violine, Flöte, Klarinette, Violoncello, Klavier oder Orgel.
- Mehr als 120 Klavierlieder, überwiegend in Zyklen zusammengefasst und in der Gesamtausgabe Band 2, Lieder, erschlossen.
- Weitere Sololieder nach deutschen, russischen und zeitgenössischen Dichtern in handschriftlicher und gedruckter Überlieferung.
Chorwerke und größere Vokalwerke
- Zwei gregorianische Melodien Op. 28b, für gemischten Chor a cappella.
- Liturgie des Johannes Chrysostomos Op. 29, byzantinische Weisen für gemischten Chor a cappella nach dem liturgischen Gebrauch der griechisch-orthodoxen Kirche.
- Acht russische Volkslieder Op. 30, für gemischten Chor a cappella.
- Vaterunser Op. 50, in zwei Fassungen: a cappella und mit Orgel, Trompeten, Posaunen und Streichtrio.
- Requiem Op. 84, für Sopran, Bariton, Frauenchor, Streichtrio und Orgel.
- Der Sonnengesang des heiligen Franziskus Op. 86, für vierstimmigen gemischten Chor, Trompeten, Posaunen, Streichtrio und Orgel; unvollendet, ergänzt, instrumentiert und eingerichtet von Gerhard Frommel.
- Chorsätze nach deutschen Gedichten, unter anderem nach Albrecht Goes, Friedrich Hebbel und Georg von der Vring.
- Fünfzehn Chorsätze a cappella für gemischten Chor oder Männerchor.
- Volksliedbearbeitungen nach armenischen, deutschen, finnischen, litauischen, russischen, tatarischen und ukrainischen Melodien.
- Sechsundzwanzig Liedsätze für gemischten Chor und Männerchor a cappella.
- Weitere geistliche, liturgische, weltliche und größere Vokalwerke in der Gesamtausgabe Band 3, Chorwerke und größere Vokalwerke.
Kammermusik für Streicher und Klavier
- Streichquartett Op. 31, Kammermusikwerk in der Gattung des Streichquartetts.
- Kammermusikwerke Op. 32, Op. 33, Op. 45, Op. 79 und Op. 83c, in Tonträger- und Aufführungszusammenhängen nachgewiesen.
- Werke für Violine und Klavier in der Gesamtausgabe Band 4.
- Werke für Violoncello und Klavier in der Gesamtausgabe Band 4.
- Werke für Viola und Klavier in der Gesamtausgabe Band 4.
- Klaviertrio in der Gesamtausgabe Band 4.
- Weitere Kammermusik für Streicher und Klavier nach Handschriften, herausgegeben von Christiane von Albrecht.
Solostücke für Streicher und Streichduos
- Improvisation, Passacaglia und Quodlibet auf zwei russische Volksweisen Op. 44, für Violine allein.
- Solostücke für Violine in der Gesamtausgabe Band 5.
- Violinduette in der Gesamtausgabe Band 5.
- Solostücke für Violoncello in der Gesamtausgabe Band 5.
- Weitere Stücke für Streichinstrumente allein oder in kleiner Besetzung nach handschriftlicher Überlieferung.
Streichquartette und Streichtrio
- Streichquartett Op. 31, als selbständiges Kammermusikwerk dokumentiert.
- Weitere Streichquartette in der Gesamtausgabe Band 6, Streichquartette und Streichtrio.
- Streichtrio in der Gesamtausgabe Band 6.
- Streichkammermusik mit Faksimile von Op. 52 in der Gesamtausgabe.
Bläser- und gemischte Kammermusik
- Drei Inventionen Op. 35c, für zwei Klarinetten beziehungsweise im Umfeld der Aulos-Werkreihe für Blasmusik überliefert.
- Fünf östliche Volksweisen Op. 36d, für zwei Klarinetten.
- Preludio e fuga Op. 59, für flauto traverso und Klavier.
- Bläserquintett Op. 74, in der Aulos-Werkreihe für Blasmusik erschienen.
- Weitere Bläserkammermusik und Mischbesetzungen in Handschriften, Tonträgernachweisen und Katalogangaben.
Orgelwerke
- Fünf gregorianische Choralmelodien Op. 28b, in der Orgelwerkgruppe beziehungsweise in geistlicher Bearbeitungstradition nachweisbar.
- Fünf Stücke für Orgel in Unter- und Obertonreihen Op. 61a.
- Passacaglia und Tripelfuge Op. 71, wichtiges Orgelwerk und Gegenstand musikwissenschaftlicher Besprechung.
- Meditation Op. 79, Orgelwerk beziehungsweise geistlich-meditativer Werkzusammenhang.
- Weitere Orgelwerke in der Gesamtausgabe Band 9, nach den Handschriften herausgegeben von Wolfgang Dallmann.
Akkordeonwerke
- Zehn ukrainische Miniaturen Op. 5, für Akkordeon eingerichtet.
- Abendklänge einer östlichen Stadt Op. 54, sechs Stücke für Akkordeon.
- Weitere Bearbeitungen beziehungsweise Übertragungen aus Klavier- und Volksliedmaterial für Akkordeon.
Orchesterwerke
- Orchesterwerke in der Gesamtausgabe Band 7, nach Handschriften herausgegeben von Michael von Albrecht.
- Werke mit russischen, osteuropäischen, antiken und symphonisch-formalen Bezugspunkten im Umfeld der späteren Gesamtausgabe.
- Orchestrale Bearbeitungen und Fassungen von Stücken aus vokalen, geistlichen oder kammermusikalischen Werkgruppen.
- Weitere Orchesterwerke nach handschriftlicher Überlieferung und Peter-Lang-Gesamtausgabe.
Bühnenwerke
- Ritter Olaf Op. 14, Miniaturoper in vier Bildern.
- Der Teufel mit den drei goldenen Haaren Op. 48b, Tanzmärchen.
- Das Vaterunser Op. 50, Oper beziehungsweise musikalisch-dramatisches Werk; von Albrecht als Lebensarbeit betrachtet und als künstlerische Bewältigung der Revolutionserfahrung von 1917 verstanden.
- Weitere Bühnenwerke in der Gesamtausgabe Band 8, Bühnenwerke, erstmals herausgegeben von Michael von Albrecht.
Geistliche und liturgische Werkgruppen
- Werke für den römisch-katholischen Ritus, darunter gregorianisch geprägte Choralmelodien und Chorsätze.
- Werke für den russisch-griechisch-orthodoxen beziehungsweise byzantinischen Ritus, besonders die Liturgie des Johannes Chrysostomos.
- Geistliche Chorwerke, Gebetsvertonungen, Requiem und Sonnengesang.
- Geistliche Stücke mit Orgel, Blechbläsern, Streichtrio und vokalen Solostimmen.
- Liturgisch geprägte Stücke, in denen Albrecht östliche und westliche Kirchenmusiktraditionen miteinander verbindet.
Volksliedbearbeitungen und ethnomusikalische Materialien
- Bearbeitungen von Baschkirenmelodien.
- Bearbeitungen östlicher Volkslieder.
- Ukrainische Miniaturen und ukrainische Volksliedbezüge.
- Russische Volkslieder für Chor und Instrumente.
- Volksliedbearbeitungen nach armenischen Melodien.
- Volksliedbearbeitungen nach finnischen Melodien.
- Volksliedbearbeitungen nach litauischen Melodien.
- Volksliedbearbeitungen nach tatarischen Melodien.
- Weitere Lied- und Tanzmaterialien aus den Randvölkern Russlands.
- Volksliedbezogene Instrumentalstücke, Chorwerke und Unterrichtsmaterialien.
Schriften und Selbstzeugnisse
- Vom Volkslied zur Zwölftontechnik. Schriften und Erinnerungen eines Musikers zwischen Ost und West, herausgegeben von Michael von Albrecht, Frankfurt am Main, Peter Lang, 1984.
- Erinnerungen an Russland, Stuttgart, Moskau, Jalta, die Revolutionszeit und die eigene kompositorische Entwicklung.
- Schriften zu Volkslied, Tonsystem, Zwölftontechnik, Oberton- und Untertondenken, antiken Skalen, Komposition und musikalischer Pädagogik.
- Texte und Aufzeichnungen im Zusammenhang der Gesamtausgabe und der späteren Werkrezeption.
Gesamtausgabe nach den Handschriften
- Georg von Albrecht. Gesamtausgabe, Band 1: Sämtliche Klavierwerke, nach den Handschriften erstmals vollständig herausgegeben von Michael von Albrecht, Peter Lang, 1984.
- Georg von Albrecht. Gesamtausgabe, Band 2: Lieder, nach den Handschriften erstmals vollständig herausgegeben, Peter Lang, 1986.
- Georg von Albrecht. Gesamtausgabe, Band 3: Chorwerke und größere Vokalwerke, mit Faksimile des Liedes der Lieder, nach den Handschriften herausgegeben von Werner Schubert, Peter Lang, 1988.
- Georg von Albrecht. Gesamtausgabe, Band 4: Kammermusik für Streicher und Klavier, Werke für Violine und Klavier, Violoncello und Klavier, Viola und Klavier sowie Klaviertrio, nach den Handschriften herausgegeben von Christiane von Albrecht, Peter Lang, 1987.
- Georg von Albrecht. Gesamtausgabe, Band 5: Solostücke für Violine, Violin-Duette, Solostücke für Violoncello, nach den Handschriften erstmals herausgegeben von Michael von Albrecht, Peter Lang, 1987.
- Georg von Albrecht. Gesamtausgabe, Band 6: Streichquartette und Streichtrio, mit Faksimile von Op. 52, nach den Handschriften herausgegeben von Michael von Albrecht, Peter Lang, 1986.
- Georg von Albrecht. Gesamtausgabe, Band 7: Orchesterwerke, herausgegeben von Michael von Albrecht, Peter Lang, 1991.
- Georg von Albrecht. Gesamtausgabe, Band 8: Bühnenwerke, erstmals herausgegeben von Michael von Albrecht, Peter Lang, 1991.
- Georg von Albrecht. Gesamtausgabe, Band 9: Orgelwerke, nach den Handschriften erstmals herausgegeben von Wolfgang Dallmann, Peter Lang, 1987.
Diskographisch nachgewiesene Werkgruppen
- Klavierwerke, gespielt von Karl Heinz Lautner, Da Camera Magna, 1975.
- Kammermusikwerke, unter anderem mit Christiane von Albrecht, Helke Bier, Mirek Jahoda und Dorothea von Albrecht, Reihe orbis musicae, Real Sound, 2004.
- Sonate gis-Moll Op. 34, Sonate c-Moll Op. 53 und Sonate der Spiegelungen Op. 72, gespielt von Birgitta Wollenweber, Reihe orbis musicae, Real Sound, 2000.
- Weitere Tonträger mit Klaviermusik, Kammermusik, Orgelwerken und Werken aus der Gesamtausgabe.
Schriften, Gesamtausgabe und Nachlass
Die wichtigste schriftliche Quelle zu Georg von Albrechts musikalischem Selbstverständnis ist Vom Volkslied zur Zwölftontechnik. Der Untertitel Schriften und Erinnerungen eines Musikers zwischen Ost und West bezeichnet genau jenen Zwischenraum, in dem Albrecht lebte. Das Buch enthält nicht nur biographische Erinnerungen, sondern auch ästhetische und kompositionstechnische Reflexionen. Es ist daher zugleich Autobiographie, Musikdenken und kulturgeschichtliches Dokument.
Die Gesamtausgabe ist für Albrechts Nachleben grundlegend. Sie wurde nach den Handschriften erarbeitet und in der Reihe Quellen und Studien zur Musikgeschichte von der Antike bis in die Gegenwart veröffentlicht. Ihr Aufbau zeigt die Breite des Œuvres: Klavierwerke, Lieder, Chorwerke, Vokalwerke, Kammermusik, Streichquartette, Orgelwerke, Orchesterwerke und Bühnenwerke. Dadurch wurde ein Komponist erschlossen, der zu Lebzeiten nur teilweise gedruckt und im Repertoire präsent war.
Die editorische Arbeit ist eng mit Michael von Albrecht verbunden, dem Sohn des Komponisten, der als Klassischer Philologe, Musikhistoriker und Herausgeber die Überlieferung seines Vaters erschloss. Auch Christiane von Albrecht, Werner Schubert und Wolfgang Dallmann wirkten an der Edition einzelner Bände mit. Das Nachleben Georg von Albrechts ist daher ein Beispiel dafür, wie Familienüberlieferung, wissenschaftliche Edition und musikalische Wiederentdeckung zusammenwirken können.
Nachleben, Rezeption und kulturgeschichtliche Stellung
Georg von Albrecht blieb im allgemeinen Konzertrepertoire randständig, obwohl sein Werk außerordentlich umfangreich und eigenständig ist. Diese Randstellung erklärt sich teilweise aus seiner Zwischenposition. Für eine streng nationale Musikgeschichtsschreibung war er zu russisch und zu transkulturell; für eine lineare Avantgardegeschichte war er zu traditionsbewusst; für eine konservative Musikpflege war er zu experimentell. Genau diese Zwischenstellung macht ihn heute kulturhistorisch interessant.
Die Forschung hat Albrecht besonders als eine Art „fehlendes Verbindungsglied“ zwischen Volkslied, Modalität, Oberton- und Untertondenken, russischer Moderne und westeuropäischer Zwölftontechnik betrachtet. Seine Musik zeigt, dass Moderne nicht nur als Bruch mit Tradition, sondern auch als Erweiterung traditioneller und volkstümlicher Materialien verstanden werden kann. Albrecht entwickelte keine Zwölftontechnik im streng schulmäßigen Sinn, sondern eine eigene, tonal empfindbare und melodisch gebundene Reihenbehandlung.
Seine Wiederentdeckung hängt eng mit der Gesamtausgabe, mit musikwissenschaftlichen Studien und mit einzelnen Aufnahmen zusammen. Besonders Klavier- und Kammermusik sind heute zugänglich. Für Chöre, Organisten, Kammermusikensembles und Forscherinnen zur Musik zwischen Russland und Deutschland bietet das Werk ein reiches Feld. Auch für die Kulturgeschichte der Russlanddeutschen ist Albrecht bedeutend, weil er nicht nur Herkunft, sondern einen komplexen musikalischen Austausch zwischen Ost und West verkörpert.
Sekundärliteratur
- MGG Online: Albrecht, Georg. Fachlexikalischer Artikel zu Biographie, Werk und Stil.
- Michael von Albrecht, Hrsg.: Georg von Albrecht. Vom Volkslied zur Zwölftontechnik. Schriften und Erinnerungen eines Musikers zwischen Ost und West. Frankfurt am Main, Bern, New York, Peter Lang, 1984.
- Alexander Schwab: Georg von Albrecht (1891–1976). Studien zum Leben und Schaffen des Komponisten. Frankfurt am Main, Peter Lang, 1991.
- Elliott Antokoletz: Modal and Structural Variation in Piano Works of Georg von Albrecht. In: International Journal of Musicology, 1992.
- Wolfgang Dallmann: Georg von Albrecht: Passacaglia und Tripelfuge op. 71. In: International Journal of Musicology, 1993.
- Michael von Albrecht und Werner Schubert, Hrsg.: Quellen und Studien zur Musikgeschichte von der Antike bis in die Gegenwart. Reihe mit mehreren Bänden der Georg-von-Albrecht-Gesamtausgabe.
- Christiane von Albrecht, Hrsg.: Georg von Albrecht. Gesamtausgabe, Band 4: Kammermusik für Streicher und Klavier. Frankfurt am Main, Peter Lang, 1987.
- Werner Schubert, Hrsg.: Georg von Albrecht. Gesamtausgabe, Band 3: Chorwerke und größere Vokalwerke. Frankfurt am Main, Peter Lang, 1988.
- Wolfgang Dallmann, Hrsg.: Georg von Albrecht. Gesamtausgabe, Band 9: Orgelwerke. Frankfurt am Main, Peter Lang, 1987.
- Nina Paulsen: Georg von Albrecht – Komponist, Pianist und Hochschullehrer. In: Volk auf dem Weg, 2013.
- Ekaterina Fedorova: Studien zur kulturwissenschaftlichen Bedeutung von Georg von Albrechts musiktheoretischen und kompositorischen Konzepten.
- Forschung zu Sergej Tanejew, Alexander Glasunow, Jāzeps Vītols, Alexander Skrjabin, Wladimir Rebikow und zur russischen Musikmoderne als Kontext von Albrechts Ausbildung.
- Forschung zu Max von Pauer, Theodor Wiehmayer, Heinrich Lang, Karl Adler und zur Stuttgarter Musikhochschulgeschichte.
- Forschung zu Volksliedbearbeitung, Russlanddeutschen, orthodoxer Liturgie, Polytonalität, Zwölftontechnik und Oberton- beziehungsweise Untertonskalen im 20. Jahrhundert.
Ausgewählte Onlinequellen
- MGG Online: Albrecht, Georg Fachlexikalischer Artikel mit Grunddaten, Biographie, Werküberblick und musikhistorischer Einordnung.
- Kulturstiftung: Albrecht, Georg von Ausführlicher biographischer Überblick mit Herkunft, Elternhaus, Ausbildung, Russlandbezug, Studien bei Tanejew, Glasunow und Vītols sowie späterer Lehrtätigkeit.
- Google Books: Vom Volkslied zur Zwölftontechnik Bibliographischer Nachweis der von Michael von Albrecht herausgegebenen Schriften und Erinnerungen Georg von Albrechts.
- Presto Music: Georg von Albrecht, Gesamtausgabe Band 8, Bühnenwerke Buchhandels- und Verlagsnachweis zum Bühnenwerke-Band, mit Beschreibung der Oper Das Vaterunser als Lebensarbeit des Komponisten.
- Earsense: Georg von Albrecht Kammermusikbezogener Komponistendatensatz mit Lebensdaten, Herkunft und Verknüpfungen zu Kammermusikwerken.
- Earsense: String Quartet Op. 31 Werkbezogene Seite zum Streichquartett Op. 31, nützlich für Kammermusikrecherche.
- Musicanet: Albrecht, Georg von Internationaler Komponistendatensatz mit Lebensdaten, Herkunftsangabe Deutschland/Russland und Chormusikbezug.
- Muziekschatten: Albrecht, Georg von Normdatenartiger Datensatz mit Geburts- und Sterbedatum, ISNI- und LCNAF-Verknüpfungen.
- Klassika: Abendklänge einer östlichen Stadt Op. 54 Werkseite zu Albrechts Op. 54 mit Titel, Entstehungszeit und Werkangaben.
- Amazon: Georg von Albrecht, Gesamtausgabe Band 7, Orchesterwerke Bibliographischer Nachweis des Orchesterwerke-Bandes der Gesamtausgabe.
- Amazon: Georg von Albrecht, Gesamtausgabe Band 3, Chorwerke Bibliographischer Nachweis des Bandes zu Chorwerken und größeren Vokalwerken.
- Buch FindR: Gesamtausgabe Band 1, Sämtliche Klavierwerke Bibliographischer Nachweis des Klavierwerke-Bandes der Gesamtausgabe.
- Buch FindR: Gesamtausgabe Band 2, Lieder Bibliographischer Nachweis des Lieder-Bandes der Gesamtausgabe.
- Booklooker: Georg von Albrecht, Gesamtausgabe Band 2, Lieder Antiquarischer und bibliographischer Nachweis zum Lieder-Band nach den Handschriften.
- Universität Heidelberg: Publikationsverzeichnis Michael von Albrecht PDF mit Nachweisen zu den von Michael von Albrecht herausgegebenen Georg-von-Albrecht-Bänden der Gesamtausgabe und zu Vom Volkslied zur Zwölftontechnik.
- Universität Heidelberg: Publikationsverzeichnis Michael von Albrecht, erweiterte Fassung PDF mit weiteren Nachweisen zu Georg-von-Albrecht-Publikationen, Rezensionen und russischsprachigen Studien.
- JSTOR: Modal and Structural Variation in Piano Works of Georg von Albrecht Musikwissenschaftlicher Aufsatz von Elliott Antokoletz zur Tonsprache von Albrechts Klavierwerken.
- JSTOR: Georg von Albrecht – Passacaglia und Tripelfuge Op. 71 Aufsatz von Wolfgang Dallmann zu Albrechts bedeutendem Orgelwerk Op. 71.
- JSTOR: Rezension zu Alexander Schwab, Georg von Albrecht Rezensionsnachweis zur Studie über Leben und Schaffen des Komponisten.
- Spotify: Georg von Albrecht Streaming-Profil mit Aufnahmen beziehungsweise verfügbaren Titeln; als Hörzugang, nicht als Fachquelle zu verwenden.
- Wikidata: Georg von Albrecht Strukturierter Normdatenknoten mit Lebensdaten, Identifikatoren und Datenbankverknüpfungen.
- Wikipedia: Georg von Albrecht Deutschsprachiger Überblicksartikel mit Biographie, Lehrtätigkeit, Stilbeschreibung, Werkgruppen, Notenausgaben und Diskographie; als Einstieg nutzbar, mit Fachquellen abzugleichen.
- Wikipedia französisch: Georg von Albrecht Französischer Kurzüberblick mit Lebensdaten, Berufsprofil und internationaler Namensform.
Weiterführende Einträge
- Russlanddeutsche Musik Kultureller Herkunfts- und Vermittlungsraum, aus dem Georg von Albrecht hervorging.
- Kasan Geburtsstadt Georg von Albrechts und wichtiger Ort zwischen russischer, tatarischer und universitärer Kultur.
- Sankt Petersburg Früher Kulturraum Albrechts und Ort seiner Begegnung mit Sergej Prokofjew.
- Zarskoje Selo Schulort Albrechts und Teil seiner russischen humanistischen Bildungswelt.
- Moskau in der Musikgeschichte Studien- und Lehrort Albrechts in den Jahren um Revolution und frühe Sowjetzeit.
- Jalta Ort, an dem Georg von Albrecht 1919 an der Gründung eines Konservatoriums beteiligt war.
- Stuttgart in der Musikgeschichte Wichtiger Ausbildungs- und Wirkungsort Georg von Albrechts.
- Staatliche Hochschule für Musik Stuttgart Institution, an der Albrecht von 1936 bis 1956 unterrichtete und nach 1946 Professor war.
- Heidelberg in der Musikgeschichte Später Wirkungs- und Sterbeort Albrechts.
- Max von Pauer Stuttgarter Klavierlehrer und Ausbildungsfigur Georg von Albrechts.
- Theodor Wiehmayer Stuttgarter Lehrer im Ausbildungsumfeld Albrechts.
- Heinrich Lang Stuttgarter Kompositionslehrer Georg von Albrechts.
- Sergej Tanejew Russischer Komponist und Kontrapunktlehrer, der Albrechts polyphones Denken prägte.
- Alexander Glasunow Russischer Komponist und Petrograder Lehrer Albrechts.
- Jāzeps Vītols Lettischer Komponist und Lehrer Albrechts im Petrograder Studienumfeld.
- Sergej Prokofjew Gleichaltriger russischer Komponist, dem Albrecht in Petersburg begegnete.
- Alexander Skrjabin Russischer Komponist, dessen Klang- und Obertondenken für Albrecht bedeutsam wurde.
- Wladimir Rebikow Russischer Neutöner und Freund Albrechts im Umfeld der frühen Moderne.
- Volkslied Ausgangspunkt vieler Werke Albrechts und Schlüsselbegriff seines Selbstverständnisses.
- Osteuropäische Volksmusik Material- und Inspirationsfeld von Albrechts Bearbeitungen und melodischem Denken.
- Russische Volksmusik Zentrale Quelle von Albrechts Volksliedbearbeitungen und modaler Tonsprache.
- Ukrainische Musik Bezugspunkt der Zehn ukrainischen Miniaturen und weiterer Volksliedmaterialien.
- Tatarische Musik Volkslied- und Tanzmaterial aus dem östlichen Herkunftsraum Albrechts.
- Baschkirenmelodien Frühes Klavierwerk Albrechts und Beispiel seiner Verarbeitung östlicher Volksmusik.
- Orthodoxe Liturgie Geistlicher Klangraum, den Albrecht in Chorwerken wie der Liturgie des Johannes Chrysostomos aufgriff.
- Liturgie des Johannes Chrysostomos Zentrale byzantinische Liturgie, die Albrecht in Op. 29 für Chor bearbeitete.
- Gregorianischer Choral Westlicher liturgischer Bezugspunkt von Albrechts geistlichen Chor- und Orgelwerken.
- Zwölftontechnik Modernes Kompositionsverfahren, das Albrecht eigenständig, tonal empfindbar und melodisch gebunden verwendete.
- Polytonalität Kompositionstechnisches Mittel, das in Albrechts Studien und Tonsprache eine wichtige Rolle spielt.
- Obertonreihe Akustisch-musikalisches Prinzip, das Albrechts Préludes, Orgelwerke und Skalenkonzepte mitbestimmt.
- Untertonreihe Theoretisch-kompositorischer Gegenbegriff zur Obertonreihe und wichtiger Bestandteil von Albrechts Tonsystemen.
- Tetrachord Antiker Skalenbaustein, der in Albrechts Verbindung von Antike und Moderne bedeutsam ist.
- Modalität Tonsystemisches Feld zwischen Volkslied, Liturgie, Antike und moderner Harmonik in Albrechts Musik.
- Passacaglia Barocke Form, die Albrecht unter anderem in Op. 71 modern weiterentwickelte.
- Fuge Kontrapunktische Form, in der Albrechts Tanejew-Schulung und barocke Formbindung sichtbar werden.
- Kanon Polyphone Satztechnik, die Albrechts kontrapunktische Kompositionsweise mitprägt.
- Klaviersonate Gattung mehrerer zentraler Klavierwerke Albrechts, darunter die Sonaten Op. 34, Op. 53, Op. 72 und Op. 80.
- Orgelmusik Werkbereich, in dem Albrecht liturgische, kontrapunktische und obertonbezogene Verfahren bündelte.
- Streichquartett Kammermusikalische Gattung, vertreten in Albrechts Op. 31 und weiteren Werken.
- Bläserquintett Gattung von Albrechts Op. 74 und Teil seiner Bläserkammermusik.
- Akkordeonmusik Werkbereich, zu dem Albrechts Abendklänge einer östlichen Stadt Op. 54 gehören.
- Requiem Geistliche Gattung, in der Albrecht mit Op. 84 ein spätes Werk schrieb.
- Sonnengesang des heiligen Franziskus Text- und Werkkomplex, den Albrecht in seinem unvollendeten Op. 86 aufgriff.
- Gerhard Frommel Komponist und Bearbeiter, der Albrechts unvollendeten Sonnengesang ergänzte und einrichtete.
- Michael von Albrecht Sohn Georg von Albrechts, Klassischer Philologe, Herausgeber der Schriften und wichtiger Editor der Gesamtausgabe.
- Christiane von Albrecht Pianistin und Herausgeberin von Kammermusikwerken Georg von Albrechts.
- Werner Schubert Musikwissenschaftler und Herausgeber des Chorwerke-Bandes der Georg-von-Albrecht-Gesamtausgabe.
- Wolfgang Dallmann Organist beziehungsweise Herausgeber und Autor zu Albrechts Orgelwerken.
- Belaieff-Stiftung Stiftung, die Albrecht 1962 mit dem Glinka-Preis auszeichnete.
- Johann-Wenzel-Stamitz-Preis Auszeichnung der Künstlergilde Esslingen, die Albrecht 1966 erhielt.
- Russlanddeutscher Kulturpreis Postume Auszeichnung für Albrechts kulturelle Bedeutung im russlanddeutschen Zusammenhang.
- Peter Lang Verlag Verlag der Schriftenausgabe und der mehrbändigen Georg-von-Albrecht-Gesamtausgabe.
- Die Musik in Geschichte und Gegenwart Musikwissenschaftliches Standardlexikon mit Fachartikel zu Georg von Albrecht.