Marietta Alboni (eigentlich Maria Anna Marzia Alboni)
Überblick
Marietta Alboni, eigentlich Maria Anna Marzia Alboni, war eine der berühmtesten Altistinnen und Belcanto-Sängerinnen des 19. Jahrhunderts. Sie wurde am 6. März 1826 in Città di Castello geboren und starb am 23. Juni 1894 in Ville-d’Avray bei Paris. In der älteren deutschsprachigen Lexikontradition begegnet gelegentlich die abweichende Datierung 1823; für diese Seite wird die von MGG, Treccani, BnF und Britannica getragene Datierung 1826 verwendet, die abweichende Angabe jedoch quellenkritisch mitgeführt.
Alboni wurde besonders als Rossini-Interpretin berühmt. Ihr Stimmfach wird gewöhnlich als contralto, deutsch Alt oder Altistin, beschrieben, doch ihre Stimme reichte weit über das engere Altregister hinaus. Zeitgenössische und spätere Beschreibungen betonen den weichen, runden, dunklen Ton, die außergewöhnliche Gleichmäßigkeit der Register, die sichere Koloratur und die Fähigkeit, sowohl tiefe Altpartien als auch Sopranrollen und gelegentlich sogar männliche beziehungsweise Baritonpartien zu übernehmen.
Ihre Ausbildung begann in Cesena und führte sie nach Bologna, wo sie am Liceo musicale studierte und durch Gioachino Rossini entscheidend gefördert wurde. 1842 debütierte sie am Teatro Comunale in Bologna als Climene in Giovanni Pacinis Saffo. Noch im selben Jahr trat sie an der Mailänder Scala als Neocle in Rossinis L’assedio di Corinto hervor. Rasch folgten Engagements in Mailand, Wien, Sankt Petersburg, Prag, Berlin, Hamburg, London, Paris, Madrid, Spanien und Nordamerika.
Albonis Rang beruht nicht auf einem komponierten Œuvre, sondern auf einem außergewöhnlich breiten Rollen- und Aufführungsrepertoire. Sie sang Rossini, Donizetti, Bellini, Pacini, Mercadante, Meyerbeer, Mozart, Cimarosa, Weber, Auber, Balfe, Verdi und Händel. Besonders berühmt wurde sie als Arsace in Semiramide, als Angelina in La Cenerentola, als Rosina im Barbiere di Siviglia, als Isabella in L’italiana in Algeri, als Maffio Orsini in Donizettis Lucrezia Borgia, als Urbain in Meyerbeers Les Huguenots und als Fidalma in Cimarosas Il matrimonio segreto.
Kurzdaten
| Name | Marietta Alboni. |
|---|---|
| Eigentlicher Name | Maria Anna Marzia Alboni. |
| Weitere Namensformen | Maria Marzia Alboni, Marietta Alboni Pepoli, Marietta Alboni Ziégler, Gräfin Pepoli und in bibliographischer Ordnung Alboni, Marietta. |
| Geburt | 6. März 1826 in Città di Castello; einzelne ältere deutschsprachige Nachschlagewerke nennen abweichend 1823. |
| Tod | 23. Juni 1894 in Ville-d’Avray bei Paris. |
| Beruf | Sängerin, Altistin, Contralto, Koloratur-Altistin, Belcanto-Interpretin, Rossini-Sängerin, Opernsängerin und Konzertsängerin. |
| Stimmfach | Contralto beziehungsweise Alt mit ungewöhnlicher Höhe; in zeitgenössischen Beschreibungen reicht das Profil vom tiefen Alt bis zu Sopranpartien. |
| Ausbildung | Gesangsunterricht in Cesena, dann Studium am Liceo musicale in Bologna; Unterricht und Förderung durch Gioachino Rossini. |
| Debüt | 1842 am Teatro Comunale in Bologna als Climene in Giovanni Pacinis Saffo. |
| Früher Scala-Erfolg | 1842/1843 als Neocle in Rossinis L’assedio di Corinto am Teatro alla Scala in Mailand. |
| Wichtige Bühnenorte | Bologna, Mailand, Wien, Sankt Petersburg, Prag, Berlin, Hamburg, London, Paris, Madrid, New York, Boston und weitere europäische sowie nordamerikanische Musikzentren. |
| Zentrale Komponisten ihres Repertoires | Gioachino Rossini, Gaetano Donizetti, Vincenzo Bellini, Giovanni Pacini, Saverio Mercadante, Giacomo Meyerbeer, Wolfgang Amadeus Mozart, Domenico Cimarosa, Carl Maria von Weber, Daniel-François-Esprit Auber, Michael William Balfe, Giuseppe Verdi und Georg Friedrich Händel. |
| Erste Ehe | 1853 mit Graf Carlo Pepoli; Alboni behielt ihren Bühnennamen. |
| Zweite Ehe | 1877 mit Charles Ziégler, ehemaligem Offizier der französischen republikanischen Garde. |
| Rückzug | Offizieller Bühnenrückzug 1863; spätere Konzert- und Benefizauftritte sowie endgültiger Opernabschied 1872 in Paris. |
| Besondere Verbindung | Lebenslange Verehrung für Gioachino Rossini, Teilnahme an dessen Pariser Trauerfeier 1868 und Mitwirkung an der frühen Aufführungsgeschichte der Petite messe solennelle. |
| Kulturelle Bedeutung | Eine der wichtigsten Belcanto-Altistinnen des 19. Jahrhunderts, maßgebliche Rossini-Interpretin, internationale Opern- und Konzertsängerin und Beispiel einer weiblichen Starbiographie zwischen italienischer Schule, europäischem Theatermarkt und transatlantischer Virtuosenkultur. |
Ausführlicher Kulturüberblick
Marietta Alboni gehört in die Hochphase des europäischen Belcanto und zugleich in eine Zeit, in der Opernsängerinnen und Opernsänger zu internationalen Stars wurden. Das 19. Jahrhundert war ein Jahrhundert der Stimmen. Nicht nur Komponisten und Opernhäuser bestimmten den Ruhm eines Werkes, sondern in hohem Maße die Sängerpersönlichkeiten. Alboni steht in einer Reihe mit Giuditta Pasta, Maria Malibran, Giulia Grisi, Jenny Lind, Pauline Viardot, Henriette Sontag, Rosmunda Pisaroni und später Adelina Patti. Jede dieser Künstlerinnen verkörperte ein anderes Modell von Stimme, Virtuosität, Schauspiel, sozialer Präsenz und öffentlicher Wahrnehmung.
Alboni wurde besonders mit dem Rossini-Repertoire verbunden. Rossinis Opern verlangten nicht nur Stimmumfang und Koloraturtechnik, sondern eine spezielle Mischung aus vokaler Geschmeidigkeit, rhythmischer Präzision, Phrasierung, Stilgefühl und dramatischer Disziplin. Alboni konnte in diesem Repertoire sowohl Hosenrollen wie Arsace, Tancredi und Maffio Orsini als auch weibliche Hauptrollen wie Angelina, Rosina oder Isabella gestalten. Dadurch verkörperte sie eine Form des Contralto, die im späteren 19. Jahrhundert immer seltener wurde: tief gegründet, aber beweglich; dunkel, aber nicht schwerfällig; virtuos, aber nicht äußerlich.
Ihre Karriere zeigt zugleich, wie europäisch und mobil der Opernbetrieb des 19. Jahrhunderts war. Eine Sängerin, die in Bologna ausgebildet wurde, konnte binnen weniger Jahre an der Scala, in Wien, Sankt Petersburg, London und Paris singen. Diese Mobilität beruhte auf Impresarios, Theaterverträgen, Presseberichten, reisenden Ensembles, gedruckten Klavierauszügen, Librettos, Arienheften und einem Publikum, das berühmte Stimmen hören wollte. Alboni wurde nicht nur als Interpretin einzelner Rollen, sondern als Attraktion selbst wahrgenommen.
London und Paris waren dabei besonders wichtig. In London trat Alboni im Umfeld der italienischen Oper auf und wurde mit Giulia Grisi, Jenny Lind und Henriette Sontag verglichen. In Paris wurde sie Teil des Théâtre-Italien, jener Institution, die italienische Oper und französische Gesellschaftskultur miteinander verband. Ihr Erfolg in diesen beiden Städten machte sie zu einer europäischen Sängerin ersten Ranges. Die Kritiker hoben nicht nur die Tiefe ihres Tons, sondern auch die Sanftheit, Ausgeglichenheit und Noblesse ihres Singens hervor.
Albonis Repertoire zeigt die Übergänge zwischen älterem Belcanto und neuerem romantischem Musiktheater. Sie sang Rossini, Donizetti und Bellini, aber auch Meyerbeer, Verdi, Auber, Balfe und Mozart. Dass sie zugleich Alt-, Mezzo-, Sopran- und gelegentlich Männerpartien übernahm, entspricht einer älteren Belcanto-Praxis, in der die Stimme nicht nach modernen starren Fachgrenzen behandelt wurde. Entscheidend war nicht die Etikettierung des Stimmfachs, sondern die Fähigkeit, eine Partie stilistisch, technisch und theatralisch überzeugend auszufüllen.
Kulturgeschichtlich ist auch ihre späte Verbindung zu Rossinis sakralem Werk bedeutsam. Nach Rossinis Tod sang sie 1868 bei der Pariser Trauerfeier und wirkte in der frühen Aufführungsgeschichte der Petite messe solennelle mit. Dadurch wurde Alboni zu einer lebendigen Verbindung zwischen Rossinis Opernruhm, seiner späten religiösen Musik und der Erinnerungskultur der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Name, Datierung und Quellenlage
Der vollständige Geburtsname lautet Maria Anna Marzia Alboni. Der Bühnenname Marietta Alboni setzte sich international durch. Nach ihrer ersten Ehe erscheint sie auch als Gräfin Pepoli, nach ihrer zweiten Ehe als Marietta Alboni Ziégler beziehungsweise Madame Ziégler. Für die Theater- und Musikgeschichte bleibt jedoch der Name Marietta Alboni maßgeblich, weil sie diesen Namen auf der Bühne und in der internationalen Presse beibehielt.
Die Geburtsdatierung ist quellenkritisch zu behandeln. Die meisten modernen italienischen, französischen und musikwissenschaftlichen Quellen nennen den 6. März 1826 in Città di Castello. Einzelne ältere oder deutschsprachige Nachschlagewerke nennen 1823. Diese Abweichung beruht wahrscheinlich auf älteren biographischen Traditionen, Selbstauskünften, Altersangaben und späterer lexikalischer Übernahme. Für die vorliegende Seite wird 1826 als Hauptdatierung verwendet, die abweichende Angabe aber im Apparat der Kurzdaten und Quellen genannt.
Auch der Geburtsort wurde in älteren Quellen gelegentlich ungenau mit Cesena verbunden, weil Alboni dort aufwuchs und ersten Unterricht erhielt. Der eigentliche Geburtsort ist Città di Castello in Umbrien. Cesena bleibt dennoch biographisch wichtig, weil dort ihre frühe musikalische Umgebung lag und weil sie später eng mit der lokalen Erinnerungskultur verbunden wurde.
Ausbildung in Cesena und Bologna
Albonis erste musikalische Ausbildung erfolgte in Cesena. Dort erhielt sie Unterricht bei Antonio Bagioli, einem Gesangslehrer, der ihre außergewöhnliche Stimme früh erkannte. Die weitere Ausbildung führte sie nach Bologna an das Liceo musicale. Dort wurde sie von Alessandro beziehungsweise Domenico Mombelli unterrichtet; außerdem trat Gioachino Rossini als entscheidender Förderer hervor. Rossini war für sie nicht nur ein prominenter Lehrer, sondern eine Art lebenslange Autoritätsfigur.
Rossini erkannte in der jungen Sängerin eine Stimme, die für sein eigenes Repertoire besonders geeignet war. Er unterstützte ihre Aufnahme, förderte ihre Studien und vermittelte ihr frühe Auftrittsmöglichkeiten. Nach späteren biographischen Berichten wirkte er sogar daran mit, ihr Engagements zu verschaffen, damit sie ihre Ausbildung finanzieren konnte. Diese Verbindung prägte Albonis Selbstverständnis dauerhaft. Sie verstand sich bis ins Alter als Schülerin und Bewahrerin Rossinischer Gesangskunst.
Das Debüt erfolgte 1842 am Teatro Comunale in Bologna als Climene in Giovanni Pacinis Saffo. Diese Partie war noch nicht der eigentliche Durchbruch, aber sie stellte Alboni in den professionellen Opernbetrieb. Der rasche Wechsel an die Mailänder Scala und die frühe Verpflichtung durch Bartolomeo Merelli zeigen, wie schnell ihr Talent erkannt wurde. An der Scala sang sie Neocle in Rossinis L’assedio di Corinto und bald darauf Maffio Orsini in Donizettis Lucrezia Borgia.
Rossini, Belcanto und Stimmideal
Alboni war eine der bedeutendsten Rossini-Sängerinnen des 19. Jahrhunderts. Ihr Repertoire umfasste fast alle großen Contralto- und Mezzo-Partien Rossinis: Arsace in Semiramide, Tancredi in Tancredi, Angelina in La Cenerentola, Rosina im Barbiere di Siviglia, Isabella in L’italiana in Algeri, Neocle in L’assedio di Corinto, Malcolm und Elena in La donna del lago sowie Pippo und Ninetta in La gazza ladra. Damit deckte sie nicht nur ein Stimmfach, sondern eine ganze dramatische und vokale Welt ab.
Rossinis Musik verlangt eine besondere Art der Virtuosität. Koloraturen dürfen nicht bloß mechanisch ablaufen, sondern müssen textlich, rhythmisch und affektiv artikuliert werden. Albonis Kunst wurde gerade deshalb gerühmt, weil sie virtuose Beweglichkeit mit Tonfülle verband. In ihr begegnete nicht der später oft vermutete Gegensatz zwischen schwerem Alt und beweglicher Koloraturstimme, sondern deren Vereinigung.
Das Belcanto-Ideal Albonis beruhte auf legato, Atemführung, Registerausgleich, Wortdeklamation und kontrollierter Ornamentik. Ihre Stimme war berühmt für den satten unteren Bereich, aber sie konnte auch hohe und leichte Partien übernehmen. In dieser Hinsicht steht sie für ein Stimmverständnis vor der späteren Verfestigung moderner Opernfächer. Die Sängerin gestaltete das Repertoire aus ihrer Stimme heraus und passte, wo nötig, Rollen und Tonlagen an.
Internationale Karriere
Nach den frühen Erfolgen in Bologna und Mailand wurde Alboni rasch international engagiert. Bartolomeo Merelli, der sowohl mit der Mailänder Scala als auch mit dem Wiener Kärntnertortheater verbunden war, vermittelte ihr frühe Hauptstationen. In Wien feierte sie 1844/1845 große Erfolge. Danach folgten Sankt Petersburg, Prag, Berlin, Hamburg und weitere europäische Städte. Diese Stationen zeigen die Reichweite des italienischen Opernsystems, das über nationale Grenzen hinweg funktionierte.
1847 wurde London zu einem entscheidenden Ort ihrer Karriere. Dort trat sie zur Eröffnung der ersten Saison der Royal Italian Opera in Covent Garden als Arsace in Rossinis Semiramide auf. Diese Rolle wurde eine ihrer Glanzpartien. Noch im selben Jahr stellte sie sich in Paris vor, zunächst in Konzerten, dann am Théâtre-Italien. London und Paris blieben zentrale Bühnen ihres Ruhmes.
In London sang sie nicht nur Rossini und Donizetti, sondern auch Mozart und Meyerbeer. Besonders bemerkenswert ist ihre Mitwirkung in Meyerbeers Les Huguenots: Die Partie des Urbain wurde ihrer Altstimme angepasst, und Meyerbeer schrieb eine neue Arie für sie. Solche Eingriffe zeigen, welche Macht große Sängerinnen im 19. Jahrhundert besaßen. Komponisten, Theater und Partituren reagierten auf individuelle Stimmen.
1852/1853 unternahm Alboni eine Nordamerika-Tournee. Solche Reisen waren für europäische Sängerinnen prestigeträchtig, aber auch anstrengend und wirtschaftlich riskant. Sie zeigten zugleich, dass die Opernstar-Kultur längst transatlantisch geworden war. Alboni trat in den Vereinigten Staaten und in Spanien auf und wurde als europäische Virtuosin gefeiert.
Stimmprofil, Technik und Bühnenwirkung
Albonis Stimme wurde als besonders weich, rund, dunkel und zugleich beweglich beschrieben. Ihr tiefes Register galt als außergewöhnlich schön, aber sie verfügte auch über eine beträchtliche Höhe. Das Oesterreichische Musiklexikon nennt eine Ausdehnung vom tiefen g bis zum dreigestrichenen c; solche Angaben sind im Detail mit Vorsicht zu behandeln, zeigen aber die zeitgenössisch wahrgenommene Breite des Stimmumfangs.
Ihre Technik erlaubte eine ungewöhnliche Rollenvielfalt. Sie sang Contralto-Partien, Hosenrollen, Sopranrollen und in einzelnen Fällen auch Rollen, die außerhalb des engeren weiblichen Stimmfachs lagen. Besonders oft wird ihr Auftritt als Don Carlo in Verdis Ernani genannt. Solche Besetzungen wären aus moderner Sicht ungewöhnlich, entsprachen aber einer flexibleren Theaterpraxis des 19. Jahrhunderts, in der Stars mit ihrer Stimme Rollen an sich zogen.
Alboni galt nicht primär als exzentrische Schauspielerin, sondern als Sängerin von vokaler Autorität. Ihre Bühnenwirkung beruhte auf Ton, Stil, Phrasierung und der Fähigkeit, ein Publikum durch Klang zu gewinnen. Sie trat auch in Spielopern auf und war komisch wirksam, besonders in Rollen wie Fidalma, Rosina oder Angelina. Dennoch blieb der Kern ihres Ruhmes die vokale Noblesse.
Repertoire- und Wirkungsverzeichnis
Ein Werkverzeichnis im Sinn eigener Kompositionen ist bei Marietta Alboni nicht anzusetzen. Ihr kulturgeschichtliches „Werk“ besteht in ihrem Rollenrepertoire, ihren Aufführungen, Konzertprogrammen, Rossini-Interpretationen, Benefizauftritten, Briefen, Erinnerungszeugnissen und der von ihr geprägten Gesangstradition. Das folgende Repertoireverzeichnis fasst die in der Literatur, besonders bei Arthur Pougin und in späteren Ergänzungen, belegten Rollen und Werkbereiche zusammen. Es ist als Rollen- und Wirkungsverzeichnis einer Sängerin zu verstehen.
Rossini-Repertoire
- L’assedio di Corinto von Gioachino Rossini – Neocle; frühe Scala-Partie und wichtiger Durchbruch im Rossini-Repertoire.
- Il barbiere di Siviglia von Gioachino Rossini – Rosina; zentrale komische Belcanto-Partie Albonis.
- La Cenerentola von Gioachino Rossini – Angelina beziehungsweise Cenerentola; eine ihrer berühmtesten Rollen, später auch namensgebend für ihre Villa La Cenerentola in Ville-d’Avray.
- La donna del lago von Gioachino Rossini – Malcolm und Elena; Beispiel ihrer Fähigkeit, sowohl Hosenrollen als auch Sopranpartien zu übernehmen.
- La gazza ladra von Gioachino Rossini – Pippo und Ninetta; weiteres Beispiel der stimmfachübergreifenden Praxis.
- L’italiana in Algeri von Gioachino Rossini – Isabella; Glanzpartie des Contralto buffo und der Belcanto-Komik.
- Semiramide von Gioachino Rossini – Arsace; eine der wichtigsten heroischen Hosenrollen ihres Repertoires.
- Tancredi von Gioachino Rossini – Tancredi; heroische Contralto-Partie des frühen romantischen Belcanto.
- Un curioso accidente, Pasticcio beziehungsweise Bearbeitung mit Musik Rossinis; in Albonis Repertoire nachweisbar.
- Giovanna d’Arco, Kantate von Gioachino Rossini; konzertantes Rossini-Repertoire.
- Stabat mater von Gioachino Rossini; geistliches Konzertrepertoire, auch im Zusammenhang von Rossinis Gedenkkultur wichtig.
- Petite messe solennelle von Gioachino Rossini; späte zentrale Verbindung zwischen Alboni und Rossinis sakralem Œuvre.
Donizetti-Repertoire
- Anna Bolena von Gaetano Donizetti – Anna und Smeton; zeigt die flexible Rollenpraxis zwischen weiblicher Hauptrolle und Hosenrolle.
- Don Pasquale von Gaetano Donizetti – Norina; Sopranpartie, die Albonis stimmlichen Umfang belegt.
- La favorite von Gaetano Donizetti – Léonor; große französisch-italienische Mezzo- beziehungsweise Contralto-Partie.
- La fille du régiment von Gaetano Donizetti – Marie; Sopranrolle und Beispiel der leichteren Spieloper in ihrem Repertoire.
- Linda di Chamounix von Gaetano Donizetti – Pierotto; Hosenrolle im romantischen Donizetti-Repertoire.
- Lucrezia Borgia von Gaetano Donizetti – Maffio Orsini; eine ihrer frühen Erfolgsrollen an der Scala.
- Maria di Rohan von Gaetano Donizetti – Gondi; seltener belegte Rolle in ihrem Repertoire.
Bellini-Repertoire
- Norma von Vincenzo Bellini – Norma; Sopranpartie, deren Übernahme Albonis vokale Weite zeigt.
- La sonnambula von Vincenzo Bellini – Amina; leichte Sopranpartie und Beispiel ihrer stimmlichen Beweglichkeit.
Meyerbeer-Repertoire
- Il crociato in Egitto von Giacomo Meyerbeer – Felicia; frühe Meyerbeer-Partie im italienischen Stil.
- Les Huguenots von Giacomo Meyerbeer – Urbain; Meyerbeer passte die Partie ihrer Altstimme an und schrieb eine neue Arie für sie.
- Le prophète von Giacomo Meyerbeer – Fidès; eine der großen dramatischen Rollen des 19. Jahrhunderts.
Mozart-Repertoire
- Così fan tutte von Wolfgang Amadeus Mozart – Dorabella; Mezzo- beziehungsweise Altpartie des klassischen Ensemblespiels.
- Don Giovanni von Wolfgang Amadeus Mozart – Zerlina; Sopranrolle im komischen und lyrischen Fach.
- Le nozze di Figaro von Wolfgang Amadeus Mozart – Cherubino; klassische Hosenrolle, in London mit Henriette Sontag verbunden.
Verdi-Repertoire
- Ernani von Giuseppe Verdi – Don Carlo und Giovanna; besonders die Übernahme von Don Carlo zeigt die außergewöhnliche stimmfachübergreifende Praxis.
- Luisa Miller von Giuseppe Verdi – Federica; Mezzo- beziehungsweise Altpartie des frühen Verdi.
- Rigoletto von Giuseppe Verdi – Maddalena; dramatische Mezzo- beziehungsweise Altpartie.
- Il trovatore von Giuseppe Verdi – Azucena; große dramatische Altpartie des mittleren 19. Jahrhunderts.
- Un ballo in maschera von Giuseppe Verdi – Ulrica; späte dramatische Altpartie, in Rollenlisten Albonis geführt.
Weitere italienische Opern
- Saffo von Giovanni Pacini – Climene; Albonis Debütrolle am Teatro Comunale Bologna, 1842.
- L’ebrea von Giovanni Pacini – Berenice; im italienischen Repertoire belegt.
- La pazza per amore von Pietro Antonio Coppola – Nina; Partie des italienischen romantischen Opernrepertoires.
- Giulietta e Romeo von Nicola Vaccai – Romeo; Hosenrolle in einer wichtigen Romeo-und-Julia-Vertonung des Belcanto.
- Il giuramento von Saverio Mercadante – Bianca; Rolle im romantischen italienischen Opernrepertoire.
- Ildegonda von Marco Aurelio Marliani – Rizzardo; frühe Rolle im Umfeld ihrer Scala-Karriere.
- Lara von Salvi – Mirza; in Rollenlisten Albonis genannt.
- La sibilla von Pietro Torrigiani – Ismailia; in erweiterten Rollenlisten genannt.
- Il matrimonio segreto von Domenico Cimarosa – Fidalma; Rolle ihres endgültigen Opernrückzugs 1872 am Théâtre-Italien in Paris.
Französisches und internationales Repertoire
- Charles VI von Fromental Halévy – Odette; französisches Grand-opéra-Repertoire.
- La reine de Chypre von Fromental Halévy – Catarina; in Rollenlisten Albonis geführt.
- Zerline von Daniel-François-Esprit Auber – Zerline; französisches Opernrepertoire.
- Oberon von Carl Maria von Weber – Fatima; deutsche romantische Oper in internationaler Rezeption.
- Martha von Friedrich von Flotow – Nancy; deutsche Spieloper beziehungsweise romantisch-komische Oper.
- La zingara beziehungsweise italienische Fassung von Michael William Balfes The Bohemian Girl – Gypsy Queen; internationales Opernrepertoire.
- Consuelo von Giovanni Battista Gordigiani – Anzoletto; Rolle in einem Werk des italienischen und internationalen Theaterumfelds.
Oratorium, geistliches und konzertantes Repertoire
- Messiah von Georg Friedrich Händel; oratorisches Repertoire in englischer Tradition.
- David, Oratorium von Muhlig; in Albonis Konzertrepertoire genannt.
- Stabat mater von Gioachino Rossini; zentrale geistliche Rossini-Komposition in Albonis Repertoire.
- Petite messe solennelle von Gioachino Rossini; nach Rossinis Tod von Alboni im Gedenk- und Konzertkontext gepflegt.
- Benefizkonzerte, Gedenkkonzerte und private musikalische Abende in Paris, London und weiteren Städten; besonders nach ihrem offiziellen Bühnenrückzug weiterhin wichtig.
Lebensstationen und Wirkungsorte
- Città di Castello – Geburtsort.
- Cesena – Ort der frühen musikalischen Ausbildung und späterer Erinnerungskultur.
- Bologna – Studium am Liceo musicale und Debüt als Climene in Saffo.
- Mailand – frühe Erfolge am Teatro alla Scala, besonders in Rossini und Donizetti.
- Wien – frühe internationale Erfolgsstation im Umfeld des Kärntnertortheaters.
- Sankt Petersburg – Engagement 1844/1845 und Teil der europäischen Virtuosenmobilität.
- Prag, Berlin und Hamburg – zentrale Stationen der mitteleuropäischen Gastspieltätigkeit.
- London – Covent Garden, Royal Italian Opera und Her Majesty’s Theatre; besonders wichtig für Semiramide, Mozart, Meyerbeer und Rossini.
- Paris – Théâtre-Italien, Konzerte, Rossini-Gedenken, späterer Wohnort und gesellschaftlicher Mittelpunkt.
- Madrid und Spanien – Teil der südwest-europäischen Karriere.
- Nordamerika – Tournee 1852/1853, darunter Vereinigte Staaten und große städtische Konzert- und Opernorte.
- Ville-d’Avray – späterer Wohnort, Villa La Cenerentola und Sterbeort.
- Paris, Père-Lachaise – Begräbnisort und Teil der Erinnerungskultur.
Rossinis Tod, Petite messe solennelle und Rückzug
1853 heiratete Alboni den Grafen Carlo Pepoli, behielt jedoch ihren Bühnennamen. 1863 zog sie sich offiziell von der Bühne zurück, um sich ihrem schwer erkrankten Ehemann zu widmen. Nach dessen Tod 1867 trat sie noch einmal in besonderer Weise in die Öffentlichkeit, als sie 1868 bei der Trauerfeier für Rossini in Paris sang. Dort verband sich ihre persönliche Dankbarkeit gegenüber dem Lehrer mit einer öffentlichen Gedenkhandlung.
Besonders wichtig wurde danach die Petite messe solennelle. Rossini hatte dieses späte geistliche Werk in seiner ursprünglichen Fassung für kleine Besetzung geschrieben und später orchestriert. Alboni sah sich als eine der legitimen Hüterinnen dieses Spätwerks. Ihre Mitwirkung an Aufführungen nach Rossinis Tod war nicht nur ein musikalisches Ereignis, sondern ein Akt der Erinnerung und Treue.
1872 verabschiedete sich Alboni endgültig von der Opernbühne, und zwar mit Aufführungen der Fidalma in Cimarosas Il matrimonio segreto am Théâtre-Italien in Paris. Dieser Abschied war bezeichnend: Nicht eine heroische Tragödinnenrolle, sondern eine komische, charaktervolle Partie beschloss ihre Opernkarriere. Privat und in Benefizkonzerten sang sie jedoch weiterhin gelegentlich.
Nachleben, Erinnerung und Quellen
Alboni starb am 23. Juni 1894 in Ville-d’Avray. Ihr Haus wurde unter dem Namen Villa La Cenerentola bekannt und verweist noch im Namen auf ihre berühmteste Rossini-Rolle. Sie wurde auf dem Pariser Friedhof Père-Lachaise bestattet. In ihrem Testament bestimmte sie einen großen Teil ihres Vermögens wohltätigen Zwecken, besonders zugunsten armer Menschen in Frankreich, ihrem Wahl- und Adoptivland.
Ihr Nachleben ist von mehreren Erinnerungsschichten geprägt. In Italien blieb sie als Rossini-Contralto und große Sängerin von Città di Castello und Cesena präsent. In Frankreich wurde sie als Teil der Pariser Opern- und Gesellschaftskultur erinnert. In der musikhistorischen Forschung erscheint sie als Schlüsselgestalt des weiblichen Belcanto-Altfachs. Besonders Arthur Pougins Monographie von 1912 wurde zu einer wichtigen frühen biographischen Grundlage.
Die Quellenlage ist reich, aber nicht immer einheitlich. Lexika, Theaterzettel, Rollenlisten, Briefe, Porträts, Erinnerungen, Nachrufe und Gallica-Digitalisate ergänzen einander. Besonders vorsichtig zu behandeln sind Geburtsjahr, einzelne Rollenangaben und die stimmfachliche Einordnung. Gerade die Rollenvielfalt Albonis macht deutlich, dass moderne Fachbegriffe wie Alt, Mezzo, Sopran oder Contralto nicht ohne historische Differenzierung auf die Opernpraxis des 19. Jahrhunderts übertragen werden dürfen.
Sekundärliteratur
- Alfredo Bonaccorsi: ALBONI, Maria Anna Marzia. In: Dizionario Biografico degli Italiani, Band 2. Rom, Istituto dell’Enciclopedia Italiana, 1960.
- Arthur Pougin: Marietta Alboni. 2. Auflage. Paris, Plon-Nourrit, 1912.
- Arthur Pougin: Marietta Alboni. Italienische Übersetzung und ergänzte Ausgabe, Cesena, 2001.
- Elizabeth Forbes: Alboni, Marietta. In: The Grove Book of Opera Singers. Oxford University Press, New York, 2008.
- Galliano Ciliberti: Alboni, Marietta. In: The New Grove Dictionary of Opera, herausgegeben von Stanley Sadie. London, 1992.
- Harold Rosenthal und John Warrack, Hrsg.: The Concise Oxford Dictionary of Opera. Oxford, 1986.
- Rodolfo Celletti: La grana della voce. Opere, direttori e cantanti. Mailand, 2. Ausgabe, 2000.
- Henry Fothergill Chorley: Thirty Years’ Musical Recollections. London, 1862; besonders zu Londoner Opernerfahrungen und Sängerinnenvergleich.
- George T. Ferris: Great Singers. New York, 1893; ältere Sängerbiographie mit historischer Rezeptionsperspektive.
- François-Joseph Fétis: Biographie universelle des musiciens et bibliographie générale de la musique, Band 1. Paris, 1873; Supplement Paris, 1881.
- Fedele d’Amico: Alboni, Marietta. In: Enciclopedia dello Spettacolo, Band 1. Rom, 1954.
- Carlo Schmidl: Dizionario universale dei musicisti. Mailand, 1926–1929; mit Supplementen.
- Vittorio Rigoni: Centenario a Parigi. In: Bollettino del Centro rossiniano di studi, 1956.
- Vittorio Rigoni: Una festa a Parigi. In: Bollettino del Centro rossiniano di studi, 1956.
- Le Ménestrel, Nekrolog Marietta Alboni, 1894, Nr. 26.
- John Rosselli: Singers of Italian Opera: The History of a Profession. Cambridge, Cambridge University Press, 1992.
- Philip Gossett: Studien zu Rossini, Belcanto, Edition und Aufführungspraxis, besonders als Kontext für Albonis Rossini-Repertoire.
- Richard Osborne: Rossini. Oxford, Oxford University Press, 2007; als Kontext zu Rossini-Rezeption und Sängertradition.
- Hilary Poriss: Studien zu Belcanto, Sängerinnen und Opernpraxis des 19. Jahrhunderts.
- Mary Ann Smart: Arbeiten zu italienischer Oper, Stimme, Geschlecht und Bühnendarstellung im 19. Jahrhundert.
- Forschungen zu Giuditta Pasta, Maria Malibran, Pauline Viardot, Giulia Grisi, Jenny Lind, Henriette Sontag und Adelina Patti als Vergleichsrahmen weiblicher Opernstar-Kultur.
Ausgewählte Onlinequellen
- Treccani: ALBONI, Maria Anna Marzia Fachlexikalischer Artikel des Dizionario Biografico degli Italiani mit Biographie, Ausbildung, Rossini-Bezug, Karriere, Repertoire, Stimme und Bibliographie.
- Treccani: Albóni, Marietta Kurzer enzyklopädischer Artikel zu Lebensdaten, Ausbildung, Debüt, Stimmumfang und europäisch-amerikanischem Ruhm.
- MGG Online: Alboni, Marietta Musikwissenschaftlicher Fachartikel mit Lebensdaten, Bologna, Rossini, Scala-Debüt, Merelli, Covent Garden, Paris und Meyerbeers Urbain-Anpassung.
- BnF Data: Marietta Alboni Normdaten- und Ressourcenportal der Bibliothèque nationale de France mit Lebensdaten, Briefen, Manuskripten, Porträts und Aufführungsbezügen.
- BnF Data: Marietta Alboni, spectacles Aufführungsbezogene BnF-Datenseite mit dokumentierten Pariser und französischen Theaterbezügen.
- Encyclopaedia Britannica: Marietta Alboni Englischsprachiger Überblick zu Lebensdaten, Belcanto, Bologna, Rossini, Scala, London, Paris, Spanien, USA und spätem Bühnenrückzug.
- Oesterreichisches Musiklexikon: Alboni, Marietta Deutschsprachiger musikhistorischer Artikel mit abweichender Geburtsdatierung 1823, Stimmumfang, Wiener Bezug und Rollenprofil.
- Deutsche Biographie: Alboni, Marietta Normdaten- und biographischer Eintrag mit Geburts- und Sterbeort, GND, VIAF und Namensformen; Datierung quellenkritisch mit anderen Fachquellen zu vergleichen.
- Gallica: Arthur Pougin, Marietta Alboni Digitalisat der zweiten Ausgabe von Arthur Pougins Alboni-Biographie von 1912, grundlegend für frühe Biographie, Rollenliste und Rezeptionsgeschichte.
- Gallica: Marietta Alboni, Textansicht Direkter Zugang zur Text- und Bildansicht des Pougin-Digitalisats.
- Helvetia Lyrica: Marietta Alboni Sängerinnenprofil mit Schwerpunkt auf Rossini-Contralto, Rollenrepertoire, Stimmumfang und ikonographischer Erinnerung.
- Bru Zane Mediabase: Marietta Alboni Kurzer französisch-internationaler Datensatz zur Sängerin mit Normdaten- und Repertoirebezug.
- IMSLP: Category Alboni, Marietta Notenportal mit Hinweisen auf Marietta Alboni gewidmete Werke, besonders Pauline Viardots 10 Mélodies.
- PICRYL: Mlle Alboni as Orsini in Lucrezia Borgia Ikonographischer Nachweis zu Alboni als Maffio Orsini in Donizettis Lucrezia Borgia.
- Gallica: Marietta Alboni, Porträt Porträt- und Bildquelle der Bibliothèque nationale de France; für Bildrecherche geeignet, auf dieser Seite jedoch nicht eingebunden.
- Associazione Corale Marietta Alboni: Biografia Italienischer Erinnerungs- und Lokalbezug mit Überblick zu Biographie, Cesena und dem breiten Opernrepertoire.
- Bassa Romagna Mia: Marietta Alboni Regionalgeschichtlicher Beitrag mit Angaben zu Familie, Cesena, Ausbildung und lokalem Gedenken.
- Wikidata: Marietta Alboni Strukturierter Normdatenknoten mit Lebensdaten, Namensformen, Identifikatoren und Verknüpfungen zu weiteren Ressourcen.
- Wikipedia: Marietta Alboni Deutschsprachiger Überblicksartikel zu Biographie, Stimme und Karriere; als Einstieg nutzbar, mit Fachquellen abzugleichen.
- Wikipedia englisch: Marietta Alboni Englischsprachiger Überblick mit ausführlichem Rollenrepertoire und Literaturangaben; quellenkritisch mit Pougin, Treccani, MGG und BnF zu vergleichen.
- Wikipedia französisch: Marietta Alboni Französischer Überblick mit Pariser Perspektive, Rollenliste und Rezeptionsbezug.
Weiterführende Einträge
- Belcanto Gesangsstil und Opernästhetik, in deren Zentrum Albonis Kunst steht.
- Contralto Tiefes weibliches Stimmfach, das Alboni im 19. Jahrhundert exemplarisch verkörperte.
- Altistin Deutschsprachige Bezeichnung für das Stimmfach, in dem Alboni besonders berühmt wurde.
- Koloratur-Alt Historisch bedeutsame Verbindung von tiefer Stimmlage und virtuoser Beweglichkeit, für Alboni zentral.
- Gioachino Rossini Komponist, Lehrer und lebenslange künstlerische Autorität Marietta Albonis.
- Rossini-Rezeption im 19. Jahrhundert Kontext von Albonis Karriere als Rossini-Interpretin nach der aktiven Opernzeit des Komponisten.
- La Cenerentola Eine der berühmtesten Rossini-Rollen Albonis und Teil ihrer persönlichen Erinnerungskultur.
- Semiramide Rossini-Oper, in der Alboni als Arsace in London und Paris große Erfolge feierte.
- Tancredi Heroische Rossini-Hosenrolle und Schlüsselpartie des Belcanto-Altfachs.
- Il barbiere di Siviglia Rossini-Oper mit der Partie Rosina, die Alboni als Contralto- und Koloraturrolle prägte.
- L’italiana in Algeri Rossini-Oper mit der Contralto-Partie Isabella, wichtig für Albonis komisches Fach.
- La donna del lago Rossini-Oper, in der Alboni sowohl Malcolm als auch Elena sang.
- L’assedio di Corinto Rossini-Oper, in der Alboni als Neocle an der Scala früh hervortrat.
- Lucrezia Borgia Donizetti-Oper mit Albonis früher Glanzrolle Maffio Orsini.
- Gaetano Donizetti Komponist wichtiger Rollen Albonis, darunter Maffio Orsini, Léonor, Smeton, Norina und Marie.
- Vincenzo Bellini Komponist von Norma und La sonnambula, deren Hauptrollen Alboni im weiteren Repertoire führte.
- Giacomo Meyerbeer Komponist, der die Partie des Urbain in Les Huguenots für Albonis Altstimme anpasste.
- Les Huguenots Meyerbeer-Oper mit der für Alboni bedeutsamen Partie Urbain.
- Wolfgang Amadeus Mozart Komponist von Dorabella, Cherubino und Zerlina, Rollen im erweiterten Repertoire Albonis.
- Domenico Cimarosa Komponist von Il matrimonio segreto, in dem Alboni 1872 als Fidalma Abschied von der Opernbühne nahm.
- Giuseppe Verdi Komponist späterer romantischer Rollen Albonis wie Ulrica, Azucena, Maddalena, Federica und Don Carlo.
- Ernani Verdi-Oper, in der Alboni ungewöhnlich auch die männliche beziehungsweise Baritonpartie Don Carlo übernahm.
- Giovanni Pacini Komponist von Saffo, Albonis Debütoper 1842 in Bologna.
- Bartolomeo Merelli Impresario, der Albonis frühe Engagements in Mailand und Wien prägte.
- Teatro Comunale Bologna Bühne von Albonis Debüt als Climene in Pacinis Saffo.
- Liceo musicale Bologna Ausbildungsinstitution Albonis und Ort ihrer Begegnung mit Rossini.
- Teatro alla Scala Mailänder Bühne der frühen Erfolge Albonis in Rossini und Donizetti.
- Kärntnertortheater Wien Wiener Opernort, der mit Albonis früher internationaler Karriere verbunden ist.
- Covent Garden Londoner Bühne, auf der Alboni 1847 mit Semiramide sensationell hervortrat.
- Théâtre-Italien Paris Zentrale Pariser Institution von Albonis Karriere und Opernrückzug.
- Royal Italian Opera Londoner Operninstitution, deren frühe Saison Alboni wesentlich mitprägte.
- Sankt Petersburg im Opernleben des 19. Jahrhunderts Wichtige Station von Albonis internationaler Gastspieltätigkeit 1844/1845.
- Italienische Oper des 19. Jahrhunderts Übergreifender Rahmen von Albonis Repertoire zwischen Rossini, Donizetti, Bellini, Verdi und Pacini.
- Operndiva Kulturtypus der internationalen Sängerin, den Alboni im 19. Jahrhundert mitprägte.
- Impresario Theaterunternehmer und Vertragsvermittler, entscheidend für die Karrierewege reisender Opernstars.
- Hosenrolle Rollentypus, in dem Alboni als Arsace, Tancredi, Cherubino, Romeo und Maffio Orsini berühmt wurde.
- Giuditta Pasta Frühere große Belcanto-Sängerin und Vergleichsfigur weiblicher Opernstar-Kultur.
- Maria Malibran Belcanto-Sängerin, deren stimmfachübergreifende Praxis Albonis Rollenbreite vorbereitet.
- Rosmunda Pisaroni Bedeutende Rossini-Contralto und wichtige Vorgängerin Albonis.
- Pauline Viardot Zeitgenössische Sängerin, Komponistin und Vergleichsfigur des europäischen Mezzo- und Altfachs.
- Giulia Grisi Sopranistin und Zeitgenossin Albonis im Londoner und Pariser Opernleben.
- Jenny Lind Berühmte Sopranistin, mit der Alboni in London und der Presse verglichen wurde.
- Henriette Sontag Sopranistin, die mit Alboni in Mozart- und Londoner Opernkontexten verbunden ist.
- Adelina Patti Jüngere Sängerin, die mit Alboni bei Rossinis Pariser Trauerfeier verbunden war.
- Petite messe solennelle Spätes Werk Rossinis, dessen Aufführungsgeschichte Alboni nach Rossinis Tod mitprägte.
- Rossinis Stabat mater Geistliches Werk Rossinis und wichtiger Bestandteil von Albonis Konzert- und Gedenkrepertoire.
- Père-Lachaise Pariser Friedhof, auf dem Marietta Alboni bestattet wurde.
- Gallica Digitale Bibliothek der BnF mit Arthur Pougins Alboni-Biographie und ikonographischen Quellen.
- Bibliothèque nationale de France Zentrale französische Gedächtnisinstitution mit Normdaten, Bildern, Briefen und Aufführungsnachweisen zu Alboni.