Bernardino Alberghetti
Überblick
Bernardino Alberghetti, in den zeitgenössischen Quellen auch Bernardino Alberghetto oder Bernardinus Alberghettus genannt, gehört zu den nur schmal überlieferten, aber kulturgeschichtlich aufschlussreichen Kirchenmusikern des norditalienischen 17. Jahrhunderts. Sein Name ist vor allem durch einen einzigen großen Druck greifbar: Missarum octo vocum … opus primum, erschienen 1649 in Venedig bei Alessandro Vincenti. Der Titel des Drucks nennt ihn als Alberghetto Faventino, also als aus Faenza stammenden Musiker, und zugleich als Kanoniker der herzoglichen Abtei Santa Barbara in Mantua sowie als Musiker Herzog Carlo II. von Mantua.
Diese wenigen Angaben sind für seine Einordnung entscheidend. Alberghetti steht an der Schnittstelle von Faenza, Mantua und Venedig. Faenza bezeichnet seine Herkunft oder zumindest seine bürgerlich-kulturelle Ansetzung. Mantua bezeichnet seinen Amts- und Wirkungsraum, genauer die besondere liturgische und höfische Musikinstitution Santa Barbara. Venedig bezeichnet den Druckort und damit den überlokalen Verbreitungsweg seiner Musik. In dieser Dreiecksstellung wird ein typischer Zug italienischer Kirchenmusik um 1650 sichtbar: Komponisten arbeiteten in lokalen oder höfischen Kapellen, ließen ihre Werke aber bei leistungsfähigen venezianischen Druckern publizieren und konnten so über den unmittelbaren Aufführungsort hinaus wirken.
Der erhaltene Messendruck enthält drei Messen für acht Stimmen: Missa Benedicta sit Sancta Trinitas, Missa Nos autem gloriari oportet und Missa Iste Confessor. Die Anlage für zwei vierstimmige Chöre gehört zur Tradition der Mehrchörigkeit, die in Norditalien seit dem späten 16. Jahrhundert eine besonders starke liturgische und räumliche Wirkung entfaltet hatte. Der Druck ist ausdrücklich als opus primum bezeichnet. Ob Alberghetti weitere Drucke plante oder ob spätere Werke verloren sind, lässt sich nicht sicher sagen.
Die Werküberlieferung ist dennoch nicht auf den Druck allein zu reduzieren. Moderne Santini-Kataloge und Editionen führen unter Alberghettis Namen zusätzliche liturgische Stücke, darunter die heute edierte Missa Nos autem gloriari oportet sowie weitere Stücke wie Missa in g, Nascetur nobis parvulus, Nunc dimittis, O pretiosum et admirandum convivium und Regnum mundi. Diese Nachweise zeigen eine spätere Handschriftenrezeption, müssen aber quellenkritisch von dem gesicherten Erstdruck unterschieden werden.
Kurzdaten
| Name | Bernardino Alberghetti. |
|---|---|
| Weitere Namensformen | Bernardino Alberghetto, Bernardino Alberghetto Faventino, Bernardinus Alberghettus, Alberghetti Bernardino, Alberghetto Bernardino. |
| Geburt | Wahrscheinlich um 1600 in Faenza; die Herkunftsangabe ergibt sich vor allem aus der zeitgenössischen Titelform Faventino. |
| Tod | Nach 1649; vielleicht in Mantua. Ein gesichertes Todesdatum ist derzeit nicht bekannt. |
| Beruf | Komponist, Kanoniker, Musiker, Kirchenmusiker und Komponist mehrchöriger Messen. |
| Herkunft | Faenza in der Romagna. |
| Wirkungsort | Mantua, besonders die herzogliche Abtei beziehungsweise Basilika Santa Barbara. |
| Dienstherrschaft | Herzog Carlo II. Gonzaga von Mantua, Montferrat, Nevers und weiteren Titeln, dem der Messendruck von 1649 gewidmet ist. |
| Kirchliche Stellung | Kanoniker an der herzoglichen Abtei Santa Barbara in Mantua. |
| Musikalische Stellung | Musiker an Santa Barbara beziehungsweise im herzoglich-mantuanischen Umfeld. |
| Sicher greifbares Hauptwerk | Missarum octo vocum … opus primum, Venedig, Alessandro Vincenti, 1649. |
| RISM-Nachweis | RISM A 617 für den Druck Missarum octo vocum. |
| Drucker | Alessandro Vincenti in Venedig. |
| Gattungen | Messe, mehrchörige Kirchenmusik, liturgische Motette, Nunc dimittis, eucharistisches Motettenrepertoire und Heiligen- beziehungsweise Weihnachtsproprium. |
| Besetzung des Hauptdrucks | Acht Stimmen in zwei Chören, mit Bassus ad organum; der Orgelbass ist in der Quellenbeschreibung als ad libitum gekennzeichnet. |
| Stilistische Einordnung | Konservative antiphonale Mehrchörigkeit mit Abschnitten zu fünf und sechs Stimmen innerhalb achtstimmiger Anlage. |
| Kulturelle Bedeutung | Alberghetti ist ein wichtiger Randzeuge für die Fortdauer mehrchöriger Messkomposition um 1650, für die Mantuaner Kirchenmusik nach Monteverdi und für die Verbreitung norditalienischer Sakraldrucke über venezianische Drucker. |
Ausführlicher Kulturüberblick
Bernardino Alberghetti ist keine breit dokumentierte Hauptfigur der Musikgeschichte. Gerade deshalb ist sein Eintrag kulturgeschichtlich ergiebig. An ihm lässt sich erkennen, wie viele Musiker des 17. Jahrhunderts nur durch einzelne Drucke, Katalogeinträge, Handschriftenkopien oder bibliographische Hinweise greifbar bleiben. Solche Gestalten bilden den eigentlichen Untergrund der Musikgeschichte: Sie waren institutionell wirksam, schrieben für konkrete liturgische Räume, bedienten lokale Traditionen und konnten durch Drucke in größere Repertoirenetzwerke eintreten, ohne später zu kanonischen Komponistennamen zu werden.
Alberghetti gehört in den norditalienischen Kirchenmusikraum um 1650. Diese Zeit steht zwischen Spätrenaissance, Frühbarock und hochbarocker Ausdifferenzierung. Einerseits war die mehrchörige, antiphonal gegliederte Messkomposition weiterhin lebendig. Andererseits hatten konzertierende Solomotette, Generalbass, instrumentale Ritornellpraxis und dramatisch-affektive Schreibweisen längst an Bedeutung gewonnen. Alberghettis achtstimmige Messen erscheinen vor diesem Hintergrund nicht als avantgardistische Neuerungen, sondern als bewusste Fortführung einer repräsentativen Kirchenmusiktradition.
Der Ort Mantua ist dabei entscheidend. Santa Barbara war seit dem späten 16. Jahrhundert eine besondere herzogliche Kircheninstitution. Sie besaß eigene liturgische Traditionen, war eng an den Hof gebunden und spielte für die Gonzaga-Repräsentation eine zentrale Rolle. Die Musik an Santa Barbara war nicht einfach Pfarr- oder Ordensmusik, sondern Teil einer höfischen Sakralordnung. Wer dort als Kanoniker und Musiker tätig war, stand in einem Raum, in dem Liturgie, Dynastie, Architektur, Zeremoniell und Klang miteinander verbunden waren.
Die Titulatur des Messendrucks zeigt diese höfische Bindung deutlich. Alberghetti widmet sein opus primum Herzog Carlo II. von Mantua, Montferrat, Nevers und weiteren Territorien. Der Druck bringt dadurch nicht nur Musik in Umlauf, sondern formuliert auch ein politisch-soziales Verhältnis: Der Komponist erscheint als dem Fürsten dienender Musiker, seine Musik als Klanggabe an den Herrscher und die Kirche als sakraler Repräsentationsraum der Dynastie.
Venedig wiederum war als Druckort von zentraler Bedeutung. Alessandro Vincenti gehörte zu den wichtigen venezianischen Musikdruckern des 17. Jahrhunderts. Wenn ein Mantuaner Kirchenmusiker seine Messen in Venedig drucken ließ, bedeutete dies eine Ausweitung des potentiellen Repertoireraums. Die Messen konnten in Bibliotheken, Kirchen, Kapellen und Sammlungen außerhalb Mantuas gelangen. Tatsächlich ist Alberghetti in späteren Katalog- und Handschriftentraditionen auch jenseits des unmittelbaren Mantuaner Umfelds greifbar.
Alberghettis Werk berührt außerdem die Geschichte der Mehrchörigkeit. Die achtstimmige Anlage in zwei Chören gehört zu einem Klangdenken, das nicht nur auf Linien, sondern auf räumlich unterscheidbare Klangkörper zielt. Zwei Chöre können einander antworten, sich überlagern, kontrastieren und in Tutti-Momenten vereinen. Solche Musik nutzt die Architektur der Kirche. Sie ist auf Wirkung im Raum hin geschrieben, nicht nur auf abstrakte kontrapunktische Lesbarkeit.
Die Quellenbeschreibung nennt Alberghettis Messen konservativ und antiphonal. Diese Charakterisierung ist nicht abwertend zu verstehen. Sie bedeutet, dass seine Musik um 1649 eine ältere, bewährte sakrale Repräsentationsform weiterträgt. In einer Zeit, in der neue concertato-Formen bereits verbreitet waren, konnte gerade die achtstimmige antiphonale Messe Würde, Stabilität, liturgische Ordnung und institutionelle Kontinuität ausdrücken.
Für die Kulturgeschichte der Kirchenmusik ist Alberghetti deshalb ein nützlicher Fall. Er zeigt, dass die musikalische Moderne des 17. Jahrhunderts nicht einfach ältere Stile verdrängte. Vielmehr existierten verschiedene Schreibweisen nebeneinander: monodische Solomotette, mehrchörige Messe, stile antico, Generalbass, konzertierender Stil, höfische Liturgie und traditionelle Festmesse. Alberghetti steht in diesem Nebeneinander auf der Seite der repräsentativen Mehrchörigkeit.
Leben, Herkunft und Amtsstellung
Über Bernardino Alberghettis Leben sind nur wenige gesicherte Daten bekannt. Die Herkunft aus Faenza wird durch die zeitgenössische Titelform Alberghetto Faventino gestützt. Faenza war eine Stadt der Romagna mit eigener kirchlicher, städtischer und musikalischer Tradition. Ob Alberghetti dort geboren wurde, dort ausgebildet wurde oder lediglich aus einer faentinischen Familie stammte, bleibt offen. Die vorsichtige Ansetzung „wahrscheinlich um 1600 in Faenza“ ist daher sinnvoll, aber nicht als archivalisch exakt gesichertes Datum zu behandeln.
Für das Jahr 1649 ist Alberghetti sicher in Mantua greifbar. Der Titel seines Messendrucks bezeichnet ihn als Kanoniker an der herzoglichen Abtei Santa Barbara in Mantua. Zugleich wird er als Musiker des Herzogs Carlo II. genannt. Damit besaß er eine doppelte Stellung: eine kirchliche als Kanoniker und eine musikalisch-höfische als Musiker im Gonzaga-Umfeld. Diese Verbindung war für Santa Barbara typisch, weil die Institution liturgisch und dynastisch eng miteinander verbunden war.
Über Ausbildung, Lehrer, frühere Amtsstationen und spätere Lebensjahre sind keine belastbaren Einzelheiten bekannt. Auch das Todesdatum ist unbekannt. Da der Druck 1649 erschien, ist die Angabe „nach 1649“ die sicherste terminus-post-quem-Form. Die zusätzliche Angabe „vielleicht in Mantua“ erklärt sich aus seinem dortigen Amt, bleibt aber quellenkritisch zu markieren.
Die geringe biographische Sichtbarkeit bedeutet nicht, dass Alberghetti unbedeutend gewesen sein muss. Viele Kirchenmusiker des 17. Jahrhunderts sind heute nur durch Drucke oder Handschriften bekannt. Ihre alltägliche Tätigkeit bestand aus Komposition, Einstudierung, Aufführung, liturgischer Anpassung, Choralpraxis, Orgel- und Kapellarbeit, nicht aus autobiographischer Selbstinszenierung. Alberghetti gehört genau zu dieser Gruppe institutionell wirksamer, aber nur schmal dokumentierter Musiker.
Mantua, Santa Barbara und die höfische Kirchenmusik
Santa Barbara in Mantua war eine der besonderen kirchlichen Musikinstitutionen Italiens. Die Kirche war mit der Gonzaga-Herrschaft verbunden und entwickelte eine liturgische Eigenstellung, die sie von gewöhnlichen Stadt- und Pfarrkirchen unterschied. Die Musik an Santa Barbara hatte daher eine doppelte Funktion: Sie diente der Liturgie und zugleich der Repräsentation des herzoglichen Hauses.
Die Mantuaner Musikgeschichte des 16. und frühen 17. Jahrhunderts ist durch Namen wie Giaches de Wert, Claudio Monteverdi, Salamone Rossi und die Gonzaga-Hofkultur geprägt. Alberghetti gehört nicht in dieselbe kanonische Höhe, steht aber in einem späteren Abschnitt dieses Umfelds. Seine Messen zeigen, dass Mantua auch nach der großen Zeit um 1600 ein Ort anspruchsvoller Sakralmusik blieb.
Die herzogliche Abtei Santa Barbara verlangte Musik, die Zeremoniell, Raum und Rang angemessen bedienen konnte. Achtstimmige Messen in zwei Chören waren dafür geeignet. Sie konnten an hohen Festtagen oder in repräsentativen Gottesdiensten besondere Klangfülle entfalten. Die zweichörige Anlage ermöglichte Wechselwirkung zwischen Klanggruppen und erzeugte eine Architektur des Hörens, die zur sakralen und politischen Funktion des Ortes passte.
Alberghettis Druck ist Herzog Carlo II. gewidmet. Dadurch wird die höfische Dimension des Werkes unmittelbar sichtbar. Der Komponist präsentiert seine Messen nicht nur als liturgisches Gebrauchsgut, sondern als musikalische Gabe an den Fürsten. Die Dedikation bindet Musik, Autor, Druck, Hof und Kirche in eine Repräsentationsordnung ein.
Stil, Mehrchörigkeit und liturgisches Profil
Alberghettis sicher greifbare Musik gehört zur mehrchörigen Messkomposition. Die drei Messen des Drucks von 1649 sind für acht Stimmen angelegt, also wahrscheinlich für zwei vierstimmige Chöre. Die Quellenbeschreibung nennt zusätzlich einen Bassus ad organum, der als ad libitum markiert ist. Damit bewegt sich die Musik an der Schwelle zwischen vokaler Mehrchörigkeit und generalbassgestützter Kirchenpraxis.
Die Mehrchörigkeit ist im 17. Jahrhundert nicht allein eine Satztechnik, sondern eine Klang- und Raumform. Zwei Chöre können antiphonal antworten, in Echowirkungen treten, liturgische Abschnitte gliedern und am Ende zu achtstimmiger Fülle zusammenkommen. Gerade im Kirchenraum wird diese Schreibweise zu einer akustischen Dramaturgie.
Die Messen enthalten nach der Quellenbeschreibung auch Abschnitte zu fünf und sechs Stimmen. Solche Binnenreduktionen sind für die Gestaltung größerer mehrchöriger Werke wichtig. Sie verhindern gleichförmige Klangmasse und schaffen Kontraste zwischen kleinerer Besetzung und Vollstimmigkeit. Der Wechsel zwischen reduzierten Abschnitten und achtstimmigen Tutti-Momenten kann liturgische Textabschnitte strukturieren.
Stilistisch wird Alberghettis Druck als konservativ antiphonal charakterisiert. Das bedeutet, dass er nicht primär durch solistisch-virtuose Neuerung, extreme Affektrhetorik oder instrumentale Concertato-Fülle auffällt. Seine Musik bewahrt eine ältere, repräsentative und kirchenräumliche Mehrchörigkeit. Gerade darin liegt ihr Quellenwert: Sie dokumentiert die Fortdauer einer sakralen Klangform um 1650.
Werk-, Quellen- und Überlieferungsverzeichnis
Das Werkverzeichnis Bernardino Alberghettis ist quellenkritisch in zwei Gruppen zu gliedern. Die erste Gruppe umfasst den sicher zeitgenössisch gedruckten Bestand von 1649. Die zweite Gruppe umfasst spätere Handschriften- und Editionsnachweise, insbesondere aus dem Santini-Komplex, die unter Alberghettis Namen geführt werden. Da die biographische und archivalische Überlieferung schmal ist, werden unsichere oder sekundäre Überlieferungszusammenhänge ausdrücklich als solche bezeichnet.
Zeitgenössischer Druck
| Missarum octo vocum … opus primum | Venedig, Alessandro Vincenti, 1649; RISM A 617. Der Druck ist Alberghettis sicher greifbares Hauptwerk. Der Titel nennt ihn als Bernardino Alberghetto aus Faenza, Kanoniker der herzoglichen Abtei Santa Barbara in Mantua und Musiker Herzog Carlo II. von Mantua. Der Druck enthält drei Messen für acht Stimmen, mit Bassus ad organum. |
|---|---|
| Besetzung des Drucks | Acht Stimmen, wahrscheinlich in zwei Chören zu je vier Stimmen, mit Stimmbüchern für Cantus, Altus, Tenor und Bassus des ersten und zweiten Chores sowie Bassus ad organum. Die Quellenbeschreibung nennt den Orgelbass als ad libitum. |
| Druckform | Stimmbuchdruck im Quartformat. Der Druck enthält Widmung, Index und einzelne Stimmbücher. Die Titelgestaltung verwendet im Cantus Primi Chori rote Tinte. |
| Widmung | Dem Herzog Carlo II. Gonzaga von Mantua und den zugehörigen Herrschaftstiteln gewidmet. Die Dedikation datiert aus Mantua und verbindet den Druck mit der höfisch-kirchlichen Repräsentation. |
| Überlieferungsort | Die von Kurtzman und Schnoebelen konsultierte Kopie wird mit I-Bc angegeben, also mit dem bolognesischen Musikbibliotheksbestand. |
Die drei Messen des Drucks von 1649
| Missa Benedicta sit Sancta Trinitas | Erste Messe des Drucks Missarum octo vocum. Der Titel verweist auf die Trinitätsliturgie beziehungsweise den Introitus Benedicta sit Sancta Trinitas. Die Messe ist achtstimmig angelegt und gehört zur mehrchörigen Festpraxis. |
|---|---|
| Missa Nos autem gloriari oportet | Zweite Messe des Drucks und heute besonders durch die Edition Santini erschlossen. Der Titel verweist auf den Introitus Nos autem gloriari oportet, der in der Liturgie des Gründonnerstags beziehungsweise im Kreuzes- und Passionszusammenhang eine wichtige Rolle spielt. Die Messe ist für acht Stimmen und Orgel überliefert. |
| Missa Iste Confessor | Dritte Messe des Drucks. Der Titel verweist auf das Hymnen- beziehungsweise Offiziumsrepertoire für einen Bekennerheiligen. Auch diese Messe ist achtstimmig angelegt und steht im Kontext mehrchöriger liturgischer Festmusik. |
Edition-Santini- und Handschriftennachweise unter Alberghettis Namen
| Missa Nos autem gloriari oportet | Moderne Edition nach der Vorlage SANT Hs 2730 Nr. 2; für acht Stimmen in der Disposition SATB.SATB und Orgel. Die Edition erschließt die zweite Messe des Drucks von 1649 für heutige Aufführungspraxis. |
|---|---|
| Missa in g | In der Edition-Santini-Übersicht unter Alberghetti geführt; für zwölf Stimmen in der Disposition SATB.SATB.SATB und Basso continuo, mit Signaturen SANT Hs 873 Nr. 10 und SANT Hs 874 Nr. 11. Die genaue Beziehung zum gedruckten Opus von 1649 ist quellenkritisch gesondert zu prüfen. |
| Nascetur nobis parvulus | In der Edition-Santini-Übersicht unter Alberghetti geführt; für fünf Stimmen, Signatur SANT Hs 1224 Nr. 23. Der Text gehört in den weihnachtlichen Propriums- beziehungsweise Motettenbereich. |
| Nunc dimittis | In der Edition-Santini-Übersicht unter Alberghetti geführt; für acht Stimmen und Basso continuo, Signatur SANT Hs 1224 Nr. 34. Der Text ist der Lobgesang des Simeon und gehört zum liturgischen Cantica-Repertoire. |
| O pretiosum et admirandum convivium | In der Edition-Santini-Übersicht unter Alberghetti geführt; für acht Stimmen und Basso continuo, Signatur SANT Hs 1224 Nr. 39. Der eucharistische Text verweist auf Fronleichnam, Sakramentsfrömmigkeit und liturgische Anbetung. |
| Regnum mundi | In der Edition-Santini-Übersicht unter Alberghetti geführt; für vier Stimmen, Signatur SANT Hs 1224 Nr. 9. Der Text gehört zum Heiligen- beziehungsweise Jungfrauenrepertoire und ist in der katholischen Liturgie vielfach belegt. |
Gattungs- und Bestandsübersicht
| Mehrchörige Messen | Drei sicher im Druck von 1649 nachweisbare achtstimmige Messen, nämlich Missa Benedicta sit Sancta Trinitas, Missa Nos autem gloriari oportet und Missa Iste Confessor. |
|---|---|
| Zwölfstimmige Messe | Eine in der Santini-Überlieferung unter Alberghetti geführte Missa in g für drei vierstimmige Chöre und Basso continuo. Die Zuschreibung ist als Handschriften- beziehungsweise Editionsnachweis zu behandeln. |
| Weihnachtsmotette | Nascetur nobis parvulus, fünfstimmig, in Santini-Überlieferung unter Alberghetti geführt. |
| Canticum | Nunc dimittis, achtstimmig mit Basso continuo, in Santini-Überlieferung unter Alberghetti geführt. |
| Eucharistische Motette | O pretiosum et admirandum convivium, achtstimmig mit Basso continuo, in Santini-Überlieferung unter Alberghetti geführt. |
| Heiligen- beziehungsweise Jungfrauenmotette | Regnum mundi, vierstimmig, in Santini-Überlieferung unter Alberghetti geführt. |
| Verlorene oder nicht nachweisbare Werke | Da der Druck von 1649 als opus primum bezeichnet ist, sind weitere geplante oder entstandene Werke möglich, aber nicht sicher nachgewiesen. Ohne Quellenbeleg dürfen keine weiteren Opera angenommen werden. |
Quellenorte und Katalogbezüge
| RISM A 617 | Internationaler Quellenbezug für den Druck Missarum octo vocum … opus primum, Venedig 1649. Dieser Nachweis ist für die wissenschaftliche Identifikation des Druckes maßgeblich. |
|---|---|
| I-Bc | Kürzel für den bolognesischen Musikbibliotheksbestand, der in der Quellenbeschreibung des Drucks von 1649 als konsultierte Kopie genannt wird. |
| SANT Hs 2730 | Santini-Handschrift, die die moderne Edition der Missa Nos autem gloriari oportet ermöglicht und weitere mehrchörige liturgische Kontexte enthält. |
| SANT Hs 873 und SANT Hs 874 | Santini-Handschriften mit einer unter Alberghetti geführten zwölfstimmigen Missa in g. |
| SANT Hs 1224 | Santini-Handschrift mit mehreren unter Alberghetti geführten liturgischen Stücken wie Nascetur nobis parvulus, Nunc dimittis, O pretiosum et admirandum convivium und Regnum mundi. |
| Eitner, Quellen-Lexikon | Älterer biographisch-bibliographischer Nachweis, der Alberghetti als aus Faenza stammenden Kanoniker und Musiker an Santa Barbara in Mantua im Jahr 1649 nennt und den achtstimmigen Messendruck aufführt. |
| Kurtzman/Schnoebelen, Catalogue | Moderner Katalog der in Italien gedruckten Messe-, Offiziums- und Karwochenmusik von 1516 bis 1770; für Alberghetti besonders wichtig wegen genauer Titel-, Inhalts- und Stimmbuchbeschreibung des Drucks von 1649. |
Quellenkritik, Namensformen und Zuschreibungsfragen
Die wichtigste quellenkritische Schwierigkeit liegt in der Namensform. Der Druck von 1649 nennt Bernardino Alberghetto Faventino, während moderne deutsche und internationale Nachschlagewerke häufig Bernardino Alberghetti ansetzen. Beide Formen sind daher im Eintrag zu führen. Die lateinische Widmungsform Bernardinus Alberghettus ist zusätzlich für Digitalisate, Kataloge und Normdaten relevant.
Die Lebensdaten sind nicht im engeren Sinn gesichert. Die Ansetzung „um 1600“ ist eine plausible bibliographische und stilistische Näherung, nicht das Ergebnis eines bekannten Taufeintrags. Der Tod „nach 1649“ ist durch den Druck gesichert. Die mögliche Sterbeortangabe Mantua ergibt sich aus seinem dortigen Amt, darf aber nicht als belegt formuliert werden, solange kein Sterbeeintrag oder zeitgenössischer Nachweis bekannt ist.
Auch bei den Werken ist zwischen Erstdruck und späterer Handschriftenüberlieferung zu unterscheiden. Sicher und zeitgenössisch gedruckt ist der Messendruck von 1649 mit drei Messen. Die weiteren unter Alberghetti geführten liturgischen Stücke in der Santini-Überlieferung sind für das heutige Werkbild wichtig, stehen aber in einem anderen Überlieferungszusammenhang. Für jede wissenschaftliche Edition ist daher zu prüfen, ob die Zuschreibung aus der Handschrift, aus späterem Katalog, aus Stil, aus Konkordanz oder aus einer Verbindung mit dem Druck von 1649 stammt.
Die Angabe opus primum ist ebenfalls vorsichtig zu deuten. Sie kann anzeigen, dass Alberghetti den Druck als ersten gedruckten Werkband verstand. Sie beweist aber nicht, dass ein opus secundum erschienen oder auch nur geplant war. Ebenso wenig beweist sie, dass vor 1649 keine Musik von ihm existierte. Sie markiert vor allem den publizierten Erstanspruch.
Rezeption und Nachwirkung
Alberghettis Nachwirkung war lange fast ausschließlich bibliographisch. Sein Name blieb in älteren Quellenlexika, RISM-Nachweisen, Bibliothekskatalogen und Spezialkatalogen mehrchöriger Kirchenmusik erhalten. In der allgemeinen Musikgeschichte trat er kaum hervor, weil sein Werkbestand schmal, überwiegend liturgisch und nur teilweise modern zugänglich war.
Die moderne Edition der Missa Nos autem gloriari oportet im Santini-Kontext verändert diese Lage zumindest punktuell. Sie macht ein Werk Alberghettis wieder praktisch aufführbar und ermöglicht eine genauere Einschätzung seiner Mehrchörigkeit. Dadurch wird sichtbar, dass Alberghetti nicht nur ein Name in Katalogen ist, sondern ein Komponist, dessen Musik als klingendes Dokument norditalienischer Sakraltradition um 1650 ernst genommen werden kann.
Für die Forschung zur Mehrchörigkeit ist Alberghetti besonders als spätes Beispiel der achtstimmigen Messkomposition relevant. Er belegt, dass die mehrchörige Messe auch nach der Verbreitung moderner concertato-Stile weiter gepflegt wurde. Seine Musik gehört damit zu einer Kontinuitätslinie, die von der venezianischen und norditalienischen Mehrchörigkeit des späten 16. Jahrhunderts bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts reicht.
Analytische Bedeutung
Analytisch ist Alberghetti vor allem wegen seiner Stellung zwischen Tradition und Gegenwart interessant. Um 1649 war die italienische Kirchenmusik längst von Generalbass, konzertierenden Stimmen, solistischer Affektrhetorik und neuen Formen geprägt. Alberghettis Druck hält demgegenüber an einer repräsentativen antiphonalen Messform fest. Diese Gleichzeitigkeit verschiedener Stile ist für das 17. Jahrhundert charakteristisch.
Die achtstimmige Anlage erlaubt eine Analyse von Chorgruppen, Textabschnitten, Klangblöcken und reduzierten Binnenbesetzungen. Besonders aufschlussreich ist der Wechsel zwischen vollständiger Achtstimmigkeit und Abschnitten für fünf oder sechs Stimmen. Solche Wechsel können liturgische Textbedeutung, musikalische Gliederung und architektonische Wirkung miteinander verbinden.
Die Missa Nos autem gloriari oportet ist dabei besonders ergiebig, weil ihr Titel bereits einen theologisch starken Bezug herstellt. Der Introitus Nos autem gloriari oportet verweist auf das Kreuz Christi. Eine Messe dieses Titels kann daher im Passions- oder Kreuzeskontext gelesen werden, ohne dass sie deshalb ausschließlich für einen einzigen Tag bestimmt sein muss. Die mehrchörige Klangform verleiht diesem theologischen Material eine feierliche, öffentliche und raumgreifende Gestalt.
Alberghetti ist schließlich ein Beispiel für die Bedeutung scheinbar randständiger Komponisten. Nicht nur kanonische Namen wie Monteverdi oder Cavalli bilden das 17. Jahrhundert. Auch Komponisten wie Alberghetti zeigen, wie Institutionen, Drucker, Kapellen und lokale liturgische Bedürfnisse Musikgeschichte getragen haben.
Sekundärliteratur
- Robert Eitner: Biographisch-bibliographisches Quellen-Lexikon der Musiker und Musikgelehrten, Band 1. Älterer, aber grundlegender bibliographischer Nachweis zu Bernardino Alberghetti als aus Faenza stammendem Kanoniker und Musiker an Santa Barbara in Mantua.
- Jeffrey Kurtzman und Anne Schnoebelen: A Catalogue of Mass, Office and Holy Week Music Printed in Italy: 1516–1770, JSCM Instrumenta, 2, 2014. Zentrale moderne Katalogquelle zum Druck Missarum octo vocum von 1649, mit Titel, Inhalt, Stimmbüchern, Bemerkungen und RISM-Zuordnung.
- Gaetano Gaspari: Catalogo della Biblioteca del Liceo musicale di Bologna. Wichtige ältere Kataloggrundlage für italienische Musikdrucke und bolognesische Bestände.
- RISM: Répertoire International des Sources Musicales. Maßgeblicher Quellenkatalog für Alberghettis Druck RISM A 617 und verwandte Handschriftennachweise.
- Fortunato Santini: Edition Santini. Moderne Editions- und Aufführungsplattform, besonders wichtig für die Missa Nos autem gloriari oportet und weitere Santini-Handschriftennachweise unter Alberghettis Namen.
- Tomasz Jeż: Studien zur Verbreitung norditalienischer mehrchöriger Kirchenmusik in mitteleuropäischen Sammlungen. Wichtig für den größeren Zusammenhang, in dem Alberghettis Messendruck als Teil eines norditalienischen Repertoires erscheint.
- Forschung zur herzoglichen Basilika Santa Barbara in Mantua. Wichtig für die institutionelle Einordnung von Alberghettis Amt, liturgischem Raum und Gonzaga-Kontext.
- Forschung zur venezianischen Musikdruckgeschichte des 17. Jahrhunderts, besonders zu Alessandro Vincenti und der Verbreitung norditalienischer Sakralmusik.
- Forschung zur italienischen Mehrchörigkeit und zur mehrchörigen Messe zwischen Spätrenaissance und Frühbarock. Wichtig für die stilistische Einordnung von Alberghettis achtstimmigen Messen.
- Forschung zu Mantua nach Monteverdi und zur Kontinuität höfischer Kirchenmusik im 17. Jahrhundert. Wichtig, um Alberghetti nicht isoliert, sondern als späten Vertreter einer lokalen Klangtradition zu lesen.
Ausgewählte Onlinequellen
- JSCM Instrumenta: Alberghetti 1649, RISM A 617 Detaillierter Katalogeintrag zum Druck Missarum octo vocum von 1649 mit Titel, Widmung, Inhalt, Stimmbüchern und Quellenbemerkungen.
- Edition Santini: Missa »Nos autem gloriari oportet« Moderne Edition der achtstimmigen Messe nach der Santini-Handschrift SANT Hs 2730 Nr. 2.
- Edition Santini: Gesamtübersicht Übersicht mit mehreren unter Alberghetti geführten liturgischen Stücken und Handschriftensignaturen.
- RISM-OPAC Internationales Quellenrepertorium für Alberghettis Druck RISM A 617 und für Handschriftennachweise.
- RISM: Répertoire International des Sources Musicales Forschungsinfrastruktur für musikalische Quellen, Drucke, Handschriften und Zuschreibungen.
- Museo internazionale e biblioteca della musica di Bologna Zentrale bolognesische Musikbibliothek, deren historische Kataloge für Alberghettis Druck wichtig sind.
- Museo della Musica Bologna / Gaspari: Alberghetti, Missarum Octo Vocum Katalogeintrag zum Druck Missarum octo vocum mit Titel- und Inhaltsnachweisen.
- Robert Eitner: Biographisch-bibliographisches Quellen-Lexikon, Band 1 Digitalisat des älteren Quellenlexikons mit biographischem und bibliographischem Kurzansatz zu Alberghetti.
- Fondazione Ugo e Olga Levi: Polychoral Music Forschungsband zur Mehrchörigkeit und zur Verbreitung norditalienischer Sakralmusik, mit Bezug auf Alberghetti.
- Tomasz Jeż: Die Breslauer Bibliotheca Rehdigeriana als Quelle zur italienischen Musik des 17. Jahrhunderts Studie zur Verbreitung italienischer Drucke in mitteleuropäischen Sammlungen, mit Nennung von Alberghetti im norditalienischen Repertoire.
- Internet Archive Rechercheort für ältere Musiklexika, historische Kataloge und digitalisierte musikwissenschaftliche Literatur.
- Internet Archive: Bernardino Alberghetti Direkter Rechercheweg zu digitalisierten Nachweisen und älteren Katalogen.
- Google Books: Bernardino Alberghetti Rechercheweg zu älteren Quellenlexika, Bibliothekskatalogen und Literaturstellen.
- Google Books: Bernardino Alberghetto Rechercheweg zur alternativen Namensform des Komponisten.
- WorldCat: Bernardino Alberghetti Internationale Bibliotheksrecherche zu Nachweisen, Katalogen, Editionen und Sekundärliteratur.
- WorldCat: Missarum octo vocum Alberghetti Rechercheweg zum Messendruck von 1649 und zu bibliographischen Nachweisen.
- Karlsruher Virtueller Katalog Metasuche zu Bernardino Alberghetti, Bernardino Alberghetto, Missarum octo vocum, Mantua und Santa Barbara.
- JSTOR: Bernardino Alberghetti Rechercheweg zu Aufsätzen über norditalienische Kirchenmusik, Mehrchörigkeit und Quellenüberlieferung.
- Google Scholar: Bernardino Alberghetti Rechercheweg zu wissenschaftlicher Literatur und Spezialnachweisen.
- Google Scholar: Bernardino Alberghetto Rechercheweg zur alternativen Namensform.
- Google Scholar: Missarum octo vocum Alberghetto Rechercheweg zum Messendruck und zu dessen quellenkundlichem Umfeld.
- Münchener DigitalisierungsZentrum Digitaler Rechercheort für ältere Musiklexika, historische Drucke und Bibliothekskataloge.
- Staatsbibliothek zu Berlin: Digitalisierte Sammlungen Rechercheort für historische Musikdrucke, Handschriftenkataloge und ältere musikwissenschaftliche Literatur.
- Europeana Europäisches Kulturportal für ergänzende Nachweise zu Musikdrucken, Handschriften und Sammlungsobjekten.
- Library of Congress Internationaler Rechercheort für Musikdrucke, Sekundärliteratur und Normdaten.
- Bibliothèque nationale de France: Catalogue général Rechercheweg zu französischen und internationalen Bibliotheksnachweisen.
- OPAC SBN Italienischer Verbundkatalog für historische Drucke, Musikquellen und bibliographische Nachweise.
- Internet Culturale Italienisches Portal für Bibliotheken, Digitalisate, Kataloge und historische Kulturbestände.
- Biblioteca Comunale Teresiana Mantova Mantuanischer Rechercheort für regionale Quellen, Drucke und kulturgeschichtliche Literatur.
- Palazzo Ducale Mantova Institutioneller Zugang zur Gonzaga-Kultur und zum höfischen Kontext Mantuas.
- Comune di Mantova Städtischer Zugang zu Mantua, Kulturgeschichte und lokalen Institutionen.
- Comune di Faenza Städtischer Zugang zu Faenza, Alberghettis wahrscheinlichem Herkunftsort.
- Diocesi di Faenza-Modigliana Kirchlicher Kontext des faentinischen Herkunftsraums.
- Diocesi di Mantova Kirchlicher Kontext von Mantua und Santa Barbara.
- Treccani Italienisches Referenzportal für biographische und kulturgeschichtliche Recherche.
- MGG Online Deutschsprachiger fachlexikalischer Rechercheort zu italienischer Kirchenmusik, Mehrchörigkeit und Komponisten des 17. Jahrhunderts.
- Oxford Music Online / Grove Music Online Internationales Fachlexikon für Komponisten, Gattungen, Mantua, Venedig und Kirchenmusik des 17. Jahrhunderts.
- VIAF Internationaler Normdatenverbund zur Kontrolle der Namensformen Bernardino Alberghetti und Bernardino Alberghetto.
- ISNI Normdatenrecherche zu internationalen Autoridentitäten.
- Deutsche Nationalbibliothek: GND Rechercheweg zu deutschsprachigen Normdaten und bibliographischen Verknüpfungen.
- Society for Seventeenth-Century Music / Journal of Seventeenth-Century Music Fachportal für Musik des 17. Jahrhunderts und Quelle des Katalogs von Kurtzman und Schnoebelen.
- JSCM Instrumenta Reihe mit digitalen Arbeitsmitteln zur Musik des 17. Jahrhunderts, darunter der Katalog italienischer Messe- und Offiziumsdrucke.
Weiterführende Einträge
- Bernardino Alberghetto Alternative zeitgenössische Namensform von Bernardino Alberghetti.
- Bernardino Alberghetto Faventino Titel- und Herkunftsform des Komponisten im Messendruck von 1649.
- Faenza Wahrscheinlicher Herkunftsort Alberghettis in der Romagna.
- Mantua Wirkungsort Alberghettis und Zentrum der Gonzaga-Kirchenmusik.
- Santa Barbara in Mantua Herzogliche Abtei und zentrale Institution von Alberghettis kirchlich-musikalischem Amt.
- Gonzaga Herrscherfamilie Mantuas und dynastischer Hintergrund des Messendrucks von 1649.
- Carlo II. Gonzaga Herzog von Mantua, dem Alberghetti seinen Messendruck widmete.
- Venedig Druckort von Alberghettis Missarum octo vocum.
- Alessandro Vincenti Venezianischer Musikdrucker des Messendrucks von 1649.
- Musikdruck Medienform, durch die Alberghettis Messen über Mantua hinaus verbreitet wurden.
- Stimmbuch Druck- und Aufführungsform von Alberghettis achtstimmigen Messen.
- Bassus ad organum Orgelbass-Stimmbuch, das im Alberghetti-Druck als ad libitum beschrieben wird.
- Mehrchörigkeit Satz- und Raumprinzip, das Alberghettis Messendruck von 1649 prägt.
- Antiphonie Wechselgesangliches beziehungsweise chorgruppenbezogenes Prinzip in mehrchöriger Kirchenmusik.
- Mehrchörige Messe Gattung, zu der Alberghettis drei Messen des Drucks von 1649 gehören.
- Missa Benedicta sit Sancta Trinitas Erste achtstimmige Messe aus Alberghettis Druck von 1649.
- Missa Nos autem gloriari oportet Zweite Messe aus Alberghettis Messendruck und heute durch die Edition Santini besonders greifbar.
- Missa Iste Confessor Dritte Messe aus Alberghettis Missarum octo vocum.
- Nos autem gloriari oportet Liturgischer Introitus und Titelgrundlage einer Messe Alberghettis.
- Iste Confessor Hymnen- und Offiziumsbezug der gleichnamigen Messe Alberghettis.
- Messa concertata Gattungsumfeld italienischer Messkomposition mit Generalbass und konzertierenden Möglichkeiten.
- Stile antico Kirchlicher Traditionsstil, der mit Alberghettis konservativer Mehrchörigkeit zu vergleichen ist.
- Stile concertato Modernerer Satztypus des 17. Jahrhunderts, gegenüber dem Alberghettis Druck eher konservativ wirkt.
- Generalbass Basso-continuo-Praxis, die in Alberghettis Orgelbass-Überlieferung berührt wird.
- Kirchenmusik des 17. Jahrhunderts Epochenrahmen von Alberghettis liturgischem Werk.
- Italienische Kirchenmusik Übergreifender Kontext von Alberghettis Messen und Motetten.
- Norditalienische Kirchenmusik Regionaler Stil- und Verbreitungsrahmen von Alberghettis mehrchörigem Repertoire.
- Romagna Kultureller Herkunftsraum von Faenza und damit der mutmaßlichen Herkunft Alberghettis.
- Herzogliche Kapelle Institutioneller Typus höfischer Kirchenmusik, der für Santa Barbara in Mantua wichtig ist.
- Kanoniker Kirchliche Amtsstellung, die Alberghetti an Santa Barbara innehatte.
- Musicus Frühneuzeitliche Funktionsbezeichnung für Musiker, die im Titel des Alberghetti-Drucks anklingt.
- Claudio Monteverdi Frühbarocker Komponist im größeren Mantuaner Musikzusammenhang, vor Alberghettis Generation.
- Giaches de Wert Mantuaner Komponist des späten 16. Jahrhunderts und wichtiger Vorgänger im Gonzaga-Kontext.
- Salamone Rossi Mantuaner Komponist und Instrumentalist, wichtig für den weiteren musikalischen Hintergrund der Stadt.
- Ovidio Persapegi Komponist und Musiker im Umfeld von Santa Barbara und Mantuaner Kirchenmusik.
- Giovanni Giacomo Gastoldi Mantuaner Komponist, dessen Wirken den lokalen Musikraum vor Alberghetti prägte.
- Lodovico Grossi da Viadana Komponist aus dem Mantuaner Raum, wichtig für Generalbass- und Kirchenmusikgeschichte.
- Maurizio Cazzati Norditalienischer Kirchenmusikkomponist und Vergleichsfigur für mehrchörige und konzertierende Sakralmusik.
- Chiara Margarita Cozzolani Mailänder Komponistin mehrchöriger geistlicher Musik und Vergleichsfigur des norditalienischen Sakralrepertoires.
- Ignazio Donati Komponist norditalienischer Kirchenmusik und Vergleichsfigur zur Mehrchörigkeit.
- Gaetano Gaspari Bibliograph und Katalogisator, wichtig für ältere Nachweise zu Alberghetti.
- Robert Eitner Musikbibliograph, dessen Quellenlexikon Alberghetti kurz erfasst.
- Jeffrey Kurtzman Forscher und Katalogautor zur italienischen Messe-, Offiziums- und Vespermusik.
- Anne Schnoebelen Mitautorin des Katalogs italienischer Messe-, Offiziums- und Karwochenmusik.
- Tomasz Jeż Forscher zur Verbreitung norditalienischer mehrchöriger Musik in mitteleuropäischen Sammlungen.
- Fortunato Santini Sammler, dessen Handschriftenüberlieferung für moderne Alberghetti-Editionen wichtig ist.
- Edition Santini Moderne Editionsreihe, in der Alberghettis Missa Nos autem gloriari oportet zugänglich ist.
- RISM Internationales Quellenrepertorium, in dem Alberghettis Druck als RISM A 617 nachgewiesen ist.
- JSCM Instrumenta Digitale Arbeitsmittelreihe mit dem Katalogeintrag zu Alberghettis Druck von 1649.
- Biblioteca Musicale di Bologna Wichtige Bibliothek für die Überlieferung des Alberghetti-Drucks.
- Musikhandschrift Quellenform der Santini-Überlieferung zu Alberghetti.
- Erstdruck Quellenkategorie, zu der Alberghettis Missarum octo vocum von 1649 gehört.
- Opus primum Druck- und Publikationsbezeichnung, die Alberghettis Messensammlung von 1649 trägt.
- Nunc dimittis Biblisches Canticum, das in der Santini-Überlieferung unter Alberghettis Namen erscheint.
- O pretiosum et admirandum convivium Eucharistischer Text, der in der Santini-Überlieferung unter Alberghettis Namen erscheint.
- Nascetur nobis parvulus Weihnachtlicher Motettentext, der in der Santini-Überlieferung unter Alberghetti geführt wird.
- Regnum mundi Liturgischer Text aus dem Heiligen- beziehungsweise Jungfrauenrepertoire, unter Alberghetti in der Santini-Überlieferung nachgewiesen.
- Liturgische Musik Funktionsrahmen von Alberghettis Messen und weiteren geistlichen Stücken.
- Katholische Sakralmusik Religiöser und institutioneller Rahmen von Alberghettis Werk.
- Frühbarock Stil- und Epochenrahmen der italienischen Kirchenmusik um 1600 bis 1650.
- Barocke Kirchenmusik Weiterer Epochenkontext von Alberghettis mehrchöriger Messkomposition.