Matthias Alban

* getauft 29. Dezember 1634 in Kaltern, Caldaro, Südtirol, Pfarre St. Nikolaus; † 7. Februar 1712 in Bozen, Bolzano; auch Matthias Albani oder Matthias Albanus; Tiroler Lauten- und Geigenbauer.

Überblick

Matthias Alban, auch Matthias Albani oder Matthias Albanus, gehört zu den bedeutendsten Instrumentenbauern des historischen Tirol. Er wurde am 29. Dezember 1634 in Kaltern in der Pfarre St. Nikolaus getauft und starb am 7. Februar 1712 in Bozen. Sein Name ist besonders mit der Bozner Werkstatt verbunden, die im späten 17. und frühen 18. Jahrhundert einen eigenständigen, zwischen Tirol, Rom, Venedig, Cremona und Süddeutschland vermittelnden Geigenbaustil ausbildete. Alban war nicht nur Geigenbauer, sondern auch Lautenbauer; die Bezeichnung auf seinen Etiketten und in späteren Quellen verweist auf den weiter gefassten Beruf des Lauten- und Geigenmachers.

Seine Stellung innerhalb der Geigenbaugeschichte ist komplex. Einerseits wurde er lange mit einem älteren Matthias Alban beziehungsweise Matthias Albani I verwechselt, dessen Lebensdaten, Werkanteile und sichere Instrumente schwer zu fassen sind. Andererseits wurden viele spätere und minderwertige Kopien mit seinem Namen versehen, weil Alban-Instrumente im 18. Jahrhundert großes Ansehen genossen. Dadurch ist der Name Albanus auf dem Markt und in älteren Lexika mit erheblichen Zuschreibungsproblemen belastet.

Die neuere Forschung unterscheidet den am 29. Dezember 1634 getauften Matthias Alban deutlicher von älteren, unsicheren oder falsch datierten Alban-Traditionen. Er gilt als der wichtigste Vertreter der Bozner Alban-Werkstatt. Seine Instrumente zeigen einen italienisch geprägten, teilweise amatisierenden Charakter, zugleich aber deutliche Nähe zur Tiroler Tradition und zum Modell Jacob Stainers. Besonders charakteristisch sind sorgfältige Arbeit, ein warmer rotbrauner bis dunkelroter Lack, eine meist elegante, saubere Ausführung und eine Formgebung, die zwischen Stainer-Nachwirkung und italienischem Modellbewusstsein vermittelt.

Matthias Alban ist kulturgeschichtlich auch deshalb wichtig, weil Bozen im 17. Jahrhundert ein Handels- und Begegnungsraum zwischen deutscher und italienischer Kultur war. Die Stadt lag an wichtigen Verkehrsachsen zwischen Nord und Süd, war Messe- und Handelsplatz und ermöglichte den Austausch von Holz, Instrumenten, Lackwissen, Modellen, Spielern, Händlern und Werkstattpraktiken. Alban steht daher nicht nur für eine einzelne Werkstatt, sondern für eine südtiroler Instrumentenkultur, in der lokale Handwerkstradition und europäische Klangästhetik zusammenwirkten.

Kurzdaten

Name Matthias Alban.
Weitere Namensformen Matthias Albani, Matthias Albanus, Mathias Alban, Mathias Albani, Mattia Albani, Mattio Alban, Mattio Albano, Alban, Albani, Albanus.
Geburt Geburtsdatum nicht gesondert überliefert; getauft am 29. Dezember 1634 in Kaltern, Caldaro, Südtirol, in der Pfarre St. Nikolaus.
Tod 7. Februar 1712 in Bozen, Bolzano.
Beruf Lautenbauer, Geigenbauer, Werkstattinhaber und bedeutender Vertreter des Tiroler Instrumentenbaus.
Herkunft Kaltern in Südtirol; später dauerhaft in Bozen ansässig.
Werkstatt Bozner Werkstatt seit spätestens 1671; in Bozen als Lauten- und Geigenbauer beziehungsweise als luten- und vioolbouwer bezeugt.
Ausbildung Die genaue Ausbildung ist nicht vollständig gesichert. Die neuere Forschung nennt eine römische Lehr- beziehungsweise Arbeitsphase im Umfeld Martino Arz und Andrea Portoghesi; ältere Angaben zu Georg Seelos und Jacob Stainer sind differenziert zu behandeln.
Römische Station Arbeit oder Ausbildung in Rom, besonders bei Martino Arz und Andrea Portoghesi; daraus erklärt sich ein Teil der italienischen und amatisierenden Ausrichtung seiner Instrumente.
Bozner Niederlassung Nach 1670 beziehungsweise 1671 in Bozen greifbar; dort entwickelte er die wichtigste Alban-Werkstatt.
Familie und Nachfolge Die Söhne Michael Alban und Joseph Alban wurden ebenfalls Lauten- und Geigenbauer; Joseph führte die Bozner Werkstatt nach dem Tod des Vaters fort, Michael wirkte später in Graz.
Instrumentengruppen Vor allem Violinen und Lauten; einige Violoncelli beziehungsweise größere Streichinstrumente werden ihm oder seinem Umfeld zugeschrieben, sind aber quellenkritisch besonders vorsichtig zu behandeln.
Etiketten Typische Namensform auf gedruckten Etiketten: Matthias Albanus me fecit, in Bozen 17..; daneben begegnen italienische und lateinische Varianten wie Mattio Alban fecit Bolzan oder Mattio Alban fecit Bolzen.
Stil Italienisch-amatisierend, zugleich Tiroler und Stainer-nah; sorgfältige Arbeit, meist eleganter Umriss, charaktervoller Lack, oft rotbraun bis dunkelrot und teilweise mit Craquelé-Wirkung.
Kulturelle Bedeutung Matthias Alban steht für die Verbindung von Tiroler Geigenbau, römischer Werkstatterfahrung, italienischer Modellkultur, Bozner Handelswelt und süddeutsch-österreichischer Instrumentenrezeption um 1700.

Ausführlicher Kulturüberblick

Matthias Alban gehört in die große europäische Transformationsphase des Streichinstrumentenbaus im 17. Jahrhundert. Die Violine hatte sich seit dem 16. Jahrhundert von einem regional verschieden ausgeprägten Tanz-, Ensemble- und Hofinstrument zu einem zentralen Solisten-, Kirchen-, Kammer- und Orchestermedium entwickelt. Gleichzeitig bildeten sich überregionale Zentren und Stilsprachen des Geigenbaus heraus: Cremona mit der Amati-Tradition, später Stradivari und Guarneri; Tirol und Süddeutschland mit Jacob Stainer und der Füssener Schule; Venedig und Norditalien mit eigenem Lack- und Klangprofil; Rom als Werkstatt- und Handelsort; und schließlich lokale Werkstätten, die diese Impulse aufnahmen und eigenständig verarbeiteten.

Alban steht genau an einer solchen Schnittstelle. Seine Herkunft aus Kaltern und seine Niederlassung in Bozen verankern ihn im Tiroler Kulturraum. Seine römische Ausbildung beziehungsweise Tätigkeit verbindet ihn mit italienischen Werkstattformen. Seine Instrumente zeigen eine auffällige Nähe zu Amati-Modellen, ohne einfach Cremoneser Kopien zu sein. Zugleich wurde immer wieder auf Stainer verwiesen, weil Alban im Tiroler Raum arbeitete und weil einige Form- und Klangvorstellungen der Zeit stark von Stainers Ansehen geprägt waren.

Bozen war für diese Entwicklung ein günstiger Ort. Die Stadt lag an Handelswegen zwischen Nord und Süd, zwischen Innsbruck, Augsburg, München, Venedig, Verona und dem römisch-italienischen Raum. Märkte, Durchgangsverkehr, Händler, Musiker, kirchliche Auftraggeber und wohlhabende Käufer schufen ein Umfeld, in dem Instrumente nicht nur hergestellt, sondern auch gehandelt, repariert, kopiert und weitervermittelt wurden. Die Bozner Alban-Werkstatt ist deshalb nicht isoliert zu betrachten, sondern als Werkstatt eines Transit- und Kulturraums.

Die Materialkultur ist dabei entscheidend. Der Geigenbau hängt von Holz, Lack, Werkzeug, Leim, Schablonen, Maßsystemen, Werkstattgeheimnissen und Spielererwartungen ab. Tirol, Südtirol und das angrenzende Trentino lagen nahe an wichtigen Holzräumen; insbesondere die Fichtenbestände der Alpenregion waren für Deckenholz von großer Bedeutung. Auch wenn nicht jedes einzelne Alban-Instrument materialgeschichtlich sicher bestimmt werden kann, gehört sein Werk grundsätzlich in eine alpine Holz- und Handelslandschaft.

Kulturgeschichtlich ist Alban zudem ein Beispiel für den Wandel des Handwerkernamens zur Marke. Schon im 18. Jahrhundert wurden Instrumente unter seinem Namen kopiert oder mit gefälschten Etiketten versehen. Das bedeutet, dass sein Name am Markt eine Qualitätserwartung erzeugte. Ein Alban-Etikett versprach Tiroler beziehungsweise italienisch geprägte Handwerksqualität. Zugleich machte gerade diese Wertschätzung spätere Zuschreibungen unsicher. Bei Alban muss man daher immer zwischen eigenhändigen Instrumenten, Werkstattarbeiten, Arbeiten der Söhne, späteren Nachahmungen und absichtlichen Fälschungen unterscheiden.

Seine Wirkung reichte über Bozen hinaus. Die Söhne Michael und Joseph setzten die Werkstatttradition fort; Joseph blieb in Bozen, Michael ging nach Graz. Die Jais-Familie in Bozen, Mayr in Salzburg und weitere süddeutsch-österreichische Werkstätten werden im weiteren Einflussraum genannt. Alban gehört damit zu einer regionalen Geigenbaukultur, die nicht so kanonisch bekannt wurde wie Cremona, aber für die reale Musizierpraxis zwischen Alpenraum, Süddeutschland, Österreich und Italien von großer Bedeutung war.

Leben, Ausbildung und Werkstatt

Matthias Alban wurde am 29. Dezember 1634 in der Pfarre St. Nikolaus in Kaltern getauft. Die genaue Geburt dürfte kurz vor diesem Datum gelegen haben, ist aber nicht gesondert überliefert. Kaltern war kein europäisches Musikzentrum, lag aber in einem Raum, in dem bäuerliche, handwerkliche und städtische Kultur eng miteinander verbunden waren. Instrumentenbau konnte dort aus einer Verbindung von Holzhandwerk, lokaler Musizierpraxis, kirchlichem Bedarf und überregionalem Markt entstehen.

Die ältere Literatur machte Alban häufig zu einem Schüler Jacob Stainers oder Georg Seelos’. Diese Angaben sind heute vorsichtig zu verwenden. Georg Seelos hielt sich zwar zeitweise in Kaltern auf, doch war Matthias Alban nach der heutigen Datierung zu jung, um in einem eigentlichen Lehrverhältnis zu ihm gestanden zu haben. Jacob Stainers Einfluss auf den Tiroler Geigenbau war unbestreitbar, doch ein direktes Schülerverhältnis Albans zu Stainer ist nicht sicher. Wahrscheinlicher ist eine indirekte Wirkung: Stainers Instrumente, seine Reisen, sein Markt und sein Ruhm prägten die Region, in der Alban arbeitete.

Wichtiger ist die römische Station. Alban wird mit Martino Arz und Andrea Portoghesi verbunden. Rom war für einen Tiroler Handwerker ein Ort, an dem andere Modelle, andere Werkstattgewohnheiten, andere Auftraggeber und andere italienische Instrumentenstile kennengelernt werden konnten. Diese Erfahrung erklärt, warum Alban nicht einfach als Stainer-Schüler oder rein Tiroler Werkstattmann beschrieben werden sollte. Sein Stil ist in vielen Instrumenten deutlich italienisch geprägt.

Nach der römischen Phase kehrte Alban in den südtiroler Raum zurück. Um 1671 ist er in Bozen als Lauten- und Geigenbauer greifbar. Die Bozner Eintragung unter der Namensform Albani zeigt zugleich die italienisierte beziehungsweise latinisierte Namensform, die später auf Etiketten und in Katalogen begegnet. In Bozen gründete er die Werkstatt, die seinen Namen dauerhaft mit der Stadt verband. Seine Wohnung und Werkstatt werden in der lokalen Tradition mit der Mustergasse in Verbindung gebracht.

Die Werkstatt war ein Familienbetrieb. Seine Söhne Michael Alban und Joseph Alban wurden ebenfalls Instrumentenbauer. Joseph übernahm nach dem Tod des Vaters die Bozner Werkstatt; Michael ging nach Graz und führte dort eine eigene Linie. Dadurch wurde aus Matthias Albans Einzelwerk eine Werkstatt- und Familiendynastie. Für die Zuschreibung einzelner Instrumente ist dies wichtig, weil spätere Werke unter dem Namen des Vaters auch durch die Söhne oder im Werkstattzusammenhang entstanden sein können.

Matthias Alban starb am 7. Februar 1712 in Bozen. Sein Nachlass, seine Werkzeuge, die Werkstatttradition, die Instrumente und die spätere Rezeption seines Namens machen ihn zu einer Schlüsselfigur des Tiroler und südtiroler Geigenbaus.

Werkstatt, Stil und Bauweise

Alban war Lauten- und Geigenbauer. Diese Doppelbezeichnung ist wichtig, weil sie zeigt, dass der Instrumentenbauer des 17. Jahrhunderts nicht zwingend auf den modernen Geigenbauerbegriff beschränkt war. Lauten, Violinen, Bratschen, Violoncelli, Gamben, Reparaturen, Umbauten, Bögen oder Zubehör konnten je nach Werkstatt und Markt miteinander verbunden sein. Bei Alban liegt der Schwerpunkt der erhaltenen und zugeschriebenen Arbeiten jedoch auf Violinen.

Seine Instrumente werden häufig als italienisch geprägt beschrieben. Besonders das Amati-Modell spielt in der Einordnung eine große Rolle. Die Umrisse, die Wölbungen, die Schnecke, die F-Löcher und die saubere handwerkliche Ausführung zeigen nicht einfach eine rohe alpine Werkstatttradition, sondern ein bewusstes Arbeiten mit überregionalen Formen. Gleichzeitig bleibt die Tiroler und Stainer-nahe Umgebung spürbar, insbesondere in bestimmten Wölbungs- und Klangvorstellungen.

Der Lack ist eines der auffälligsten Merkmale. Beschreibungen nennen einen warmen orangefarbenen, rotbraunen oder dunkelroten Lack, manchmal mit deutlicher Craquelé-Struktur. In der älteren Literatur wurde dieser Lack gelegentlich mit venezianischen Wirkungen verglichen. Gerade dieser Lack trug zur Wertschätzung der Instrumente bei, aber auch zur Verwechslung mit italienischen oder späteren Kopien.

Die handwerkliche Qualität der eigenhändigen Alban-Instrumente wird regelmäßig hoch eingeschätzt. Kennzeichnend sind eine klare Ausarbeitung, ein sauberer Rand, sorgfältige Einlagen, eine charaktervolle Schnecke und ein Modell, das weniger provinziell wirkt als manche andere Tiroler Arbeiten. Dennoch ist der Werkbestand schwierig: Viele Instrumente tragen falsche Etiketten, andere sind Werkstattarbeiten, wieder andere stammen möglicherweise von Michael oder Joseph Alban, obwohl sie unter dem Namen Matthias geführt wurden.

Werkverzeichnis

Ein Werkverzeichnis für Matthias Alban kann nicht wie bei einem Komponisten aus datierten Titeln bestehen. Seine Werke sind Instrumente, deren Zuschreibung, Datierung und Authentizität jeweils durch Etikett, Bauweise, Holz, Lack, Maße, Provenienz, Dendrochronologie und Expertenurteil geprüft werden müssen. Ein vollständig abgeschlossenes Instrumentenkorpus ist nicht möglich, weil viele Instrumente verloren sind, zahlreiche spätere Kopien den Namen Alban tragen und einzelne Arbeiten der Werkstatt, den Söhnen oder Nachahmern zugeschrieben werden können. Das folgende Verzeichnis ordnet daher die gesicherten und quellenkritisch relevanten Werkgruppen vollständig nach heutigem Wissensstand, ohne zweifelhafte Einzelinstrumente als sicher eigenhändig auszugeben.

Gesicherte und zentrale Werkgruppen

Violinen Hauptgruppe des erhaltenen und zugeschriebenen Œuvres. Alban baute vor allem Violinen, die in der Forschung als sorgfältig gearbeitet, italienisch-amatisierend, zugleich tirolerisch geprägt und häufig mit rotbraunem bis dunkelrotem Lack beschrieben werden. Die meisten datierbaren und marktgeschichtlich greifbaren Alban-Instrumente gehören in diese Gruppe.
Lauten Die Berufsbezeichnung und lokale Überlieferung führen Alban ausdrücklich als Lautenbauer. Er war also nicht ausschließlich Geigenbauer. Erhaltene und sicher identifizierte Lauten sind jedoch wesentlich schwieriger zu fassen als die Violinen; der Begriff bleibt für sein Berufsprofil dennoch zentral.
Werkstattinstrumente Instrumente aus der Bozner Alban-Werkstatt, bei denen die genaue Hand nicht immer sicher bestimmbar ist. Besonders der Anteil der Söhne Michael Alban und Joseph Alban ist bei späteren Arbeiten und beim Produktionsschwerpunkt 1690 bis 1710 quellenkritisch zu beachten.
Späte Bozner Violinen Instrumente aus der Hauptproduktionszeit um 1690 bis 1710. Gerade diese Gruppe ist markt- und rezeptionsgeschichtlich wichtig, kann aber teilweise auch Werkstattarbeiten oder Arbeiten der Söhne unter dem väterlichen Namen umfassen.
Frühere Bozner Arbeiten Die frühesten sicher diskutierten Arbeiten werden in der neueren Forschung meist erst ab den 1680er Jahren angesetzt. Frühere Etiketten, besonders solche aus den 1640er Jahren, sind wegen der heutigen Lebensdaten und wegen bekannter Fälschungen besonders kritisch zu betrachten.

Instrumententypen mit besonderer Zuschreibungsproblematik

Violoncelli Einige Violoncelli oder größere Streichinstrumente wurden Alban beziehungsweise seinem Umfeld zugeschrieben. Die Echtheit solcher Zuschreibungen ist jedoch schwieriger als bei Violinen; authentische Etiketten und eine sichere eigenhändige Zuschreibung sind selten oder umstritten.
Bratschen Bratschen im Alban-Umfeld sind wesentlich weniger gesichert als Violinen. Wo solche Instrumente im Handel oder in älteren Katalogen erscheinen, müssen Modell, Maße, Etikett und Provenienz einzeln geprüft werden.
Lautenartige Instrumente Die Bezeichnung als Lautenbauer legt entsprechende Arbeiten nahe. Die materielle Überlieferung ist jedoch fragmentarisch, sodass ein katalogartig gesichertes Lautenverzeichnis nicht seriös erstellt werden kann.
Reparaturen und Umbauten Als Werkstattinhaber in einem Handelszentrum dürfte Alban Instrumente auch repariert, eingerichtet oder verändert haben. Solche Tätigkeiten hinterlassen selten eindeutige Werkspuren und sind in einem Werkverzeichnis nur als wahrscheinliche Werkstattpraxis zu führen.

Typische Etiketten und Namensformen

Matthias Albanus me fecit, in Bozen 17.. Gedrucktes Etikett, das in der Forschung als typische Form der Bozner Werkstatt genannt wird. Es verwendet die latinisierte Namensform Albanus und die deutsche Ortsform Bozen.
Mattio Alban fecit Bolzan Italienisch beziehungsweise regional gefärbte Etikettform, die in der Literatur für Instrumente aus dem Alban-Umfeld genannt wird.
Mattio Alban fecit Bolzen Weitere Etikettform mit italienischem Vornamen und deutscher Ortsform. Solche Mischformen passen zum zweisprachigen und transalpinen Bozner Kontext.
Mattia Albano Italienisierte Namensform, die in Katalogen und Etiketttraditionen begegnet. Sie ist nicht automatisch Beweis für eine italienische Herkunft, sondern Ausdruck der mehrsprachigen Überlieferung.
Matthias Albani Häufige lateinisch-italienische Namensform in älterer Fachliteratur und im internationalen Instrumentenhandel.
Falsche Alban-Etiketten Besonders problematisch sind spätere Kopien mit Alban-Etiketten, darunter falsche Datierungen aus den 1640er Jahren oder spätere deutsche Handelsinstrumente. Solche Etiketten belegen nicht die Autorschaft Albans.

Chronologische Werkgruppen

Vor 1671 Keine zuverlässig geschlossene eigenhändige Bozner Werkgruppe. Angaben zu früher Tätigkeit, Ausbildung und römischer Station sind biographisch wichtig, erlauben aber kein sicheres Frühwerkverzeichnis.
Um 1671 bis 1683 Phase der Bozner Etablierung. Alban ist als Bozner Lauten- und Geigenbauer greifbar, doch die frühesten sicher diskutierten eigenhändigen Instrumente werden in der Forschung oft erst später angesetzt.
Um 1683 bis 1690 Frühe sicherere Instrumentengruppe. Instrumente dieser Zeit werden besonders zur Bestimmung seines persönlichen Stils herangezogen, soweit Authentizität und Provenienz tragfähig sind.
1690 bis 1710 Hauptgruppe der Werkstattproduktion. Gerade dieser Zeitraum ist für den Ruf Albans entscheidend, aber auch für die Zuschreibungsfrage schwierig, weil die Söhne Michael und Joseph in der Werkstatt mitwirkten.
Nach 1712 Fortsetzung der Werkstatt durch Joseph Alban und weitere Familienmitglieder. Instrumente nach dem Tod Matthias Albans gehören nicht mehr zu seinem eigenhändigen Werk, können aber die Alban-Tradition fortführen.

Überlieferte beziehungsweise museal relevante Instrumentenorte

Innsbruck Museale und regionale Überlieferung von Instrumenten im Tiroler Kontext. Innsbruck ist für den Vergleich mit Stainer, Seelos und der höfischen Instrumentenkultur besonders wichtig.
Bozen Werkstatt- und Erinnerungsort Albans. Bozen ist der zentrale kulturgeschichtliche Ort seines Schaffens, auch wenn nicht jedes dort erinnerte Instrument automatisch eigenhändig sein muss.
Nürnberg In älteren Übersichten als musealer Aufbewahrungsort von Alban-Instrumenten genannt; zugleich wichtiger süddeutscher Vergleichsraum für Instrumentenhandel und Geigenbau.
Mailand Italienischer Sammlungs- und Vergleichskontext, wichtig für die Einordnung des italienischen Stils und der Amati-Nähe.
Prag Mitteleuropäischer Aufbewahrungs- und Rezeptionsraum, der die Reichweite von Alban-Instrumenten über Tirol hinaus zeigt.
Private Sammlungen und Handel Viele Alban zugeschriebene Instrumente befinden oder befanden sich in privaten Sammlungen, Auktionskatalogen und Handelsarchiven. Wegen Kopien und falscher Etiketten sind solche Angaben nur mit Expertenzertifikat und Quellenprüfung verwertbar.

Werkgruppen nach Authentizitätsgrad

Sicher oder stark plausibel eigenhändig Ein kleinerer Kern von Violinen, deren Bauweise, Lack, Modell, Etikett, Provenienz und Expertenurteil zusammen eine Zuschreibung an Matthias Alban tragen. Diese Gruppe bildet den Maßstab für stilistische Vergleiche.
Werkstattarbeiten Instrumente, die aus der Bozner Alban-Werkstatt stammen können, aber möglicherweise von Michael oder Joseph Alban mitgearbeitet oder ausgeführt wurden. Sie sind kulturgeschichtlich wichtig, aber nicht ohne weiteres eigenhändig.
Familienarbeiten Instrumente von Joseph Alban, Michael Alban und späteren Alban-Nachkommen. Sie gehören zur Alban-Tradition, aber nicht zum persönlichen Werk Matthias Albans.
Zeitgenössische oder frühe Nachahmungen Instrumente des 18. Jahrhunderts, die aufgrund des Rufes Albans nach seinem Stil oder unter seinem Namen entstanden. Sie belegen seine Wirkung, nicht seine Autorschaft.
Fälschungen und Handelsinstrumente Instrumente mit falschen Alban-Etiketten, oft deutlich später und häufig aus deutschen Werkstätten. Sie sind für die Rezeptionsgeschichte wichtig, dürfen aber nicht ins Werkverzeichnis als echte Alban-Instrumente eingehen.

Familie und Nachfolge

Matthias Alban war Teil einer Werkstatt- und Familiengeschichte. Der ältere Matthias Alban beziehungsweise Matthias Albani I wurde lange mit ihm vermischt. In der neueren Forschung gilt dieser ältere Name als quellenkritisch schwierig, weil sicher eigenhändige Instrumente kaum bestimmbar sind und ältere Datierungen häufig auf Verwechslungen beruhen. Der jüngere, 1634 getaufte Matthias Alban ist dagegen die zentrale Gestalt der Bozner Werkstatt.

Seine Söhne Michael Alban und Joseph Alban wurden selbst Instrumentenbauer. Michael ging nach Graz und übernahm dort eine Werkstatt beziehungsweise baute eine eigene Linie auf. Joseph blieb in Bozen und führte nach dem Tod des Vaters die Werkstatt weiter. Dadurch blieb der Name Alban im Instrumentenbau über mehrere Generationen wirksam. Ein weiterer Nachkomme, Joseph Anton Albani, gehört in die spätere Fortsetzung der Bozner Tradition.

Für die Zuschreibung einzelner Instrumente ist diese Familienstruktur entscheidend. Viele Instrumente aus der Zeit um 1690 bis 1710 können Werkstattarbeiten sein, an denen Söhne und Gehilfen beteiligt waren. Der Name auf dem Etikett bezeichnet dann nicht notwendigerweise die alleinige eigenhändige Ausführung durch Matthias Alban, sondern die Autorität und Marke der Werkstatt.

Quellenkritik, Fälschungen und Zuschreibungsprobleme

Die Forschung zu Matthias Alban ist durch drei Hauptprobleme geprägt. Erstens wurde er lange mit einem älteren Matthias Alban verwechselt. Zweitens wurden seine Lebensdaten früher teilweise falsch angesetzt, besonders mit dem Geburtsjahr 1621, das heute eher der älteren Alban-Tradition zugeordnet wird. Drittens existieren zahlreiche spätere Instrumente mit falschen oder irreführenden Alban-Etiketten.

Die falschen Etiketten sind nicht nur ein Randproblem des Handels. Sie prägen die gesamte Wahrnehmung Albans. Wenn ein Name im 18. Jahrhundert einen hohen Marktwert erhält, werden Instrumente mit diesem Namen versehen, die stilistisch, chronologisch oder handwerklich nicht passen. Dadurch entstehen in Sammlungen und Katalogen lange Reihen scheinbarer Alban-Instrumente, deren Echtheit jeweils geprüft werden muss.

Ein seriöser Alban-Artikel darf deshalb nicht jedes Instrument mit Alban-Etikett als Werk Matthias Albans ausgeben. Entscheidend sind Bauanalyse, Lackanalyse, Holzbestimmung, Provenienz, Etikettkritik und Vergleich mit gesicherten Instrumenten. Besonders problematisch sind früh datierte Etiketten, die vor der realistischen Werkphase liegen, und Instrumente, die eher aus späterer deutscher Serien- oder Handelsproduktion stammen.

Rezeption und Bedeutung

Matthias Alban wurde im 18. Jahrhundert hoch geschätzt. Seine Instrumente zirkulierten über den engeren Bozner Raum hinaus und wurden in deutschen, österreichischen und italienischen Kontexten wahrgenommen. Der Umstand, dass schon früh Kopien und falsche Etiketten begegnen, zeigt den Ruf seines Namens. Eine Fälschung lohnt sich nur, wenn der Name ein Versprechen trägt.

In der späteren Geigenbaugeschichtsschreibung wurde Alban unterschiedlich eingeordnet. Manche ältere Autoren stellten ihn stark unter den Einfluss Stainers, andere betonten die italienische und Amati-nahe Seite. Die moderne Sicht verbindet beide Richtungen vorsichtiger: Alban war ein Tiroler und Bozner Meister, aber kein bloßer Provinzialstainer; er war italienisch geprägt, aber kein Cremoneser; er war Werkstattleiter, aber nicht alleiniger Urheber aller unter seinem Namen laufenden Instrumente.

Für Südtirol besitzt Alban besondere kulturhistorische Bedeutung. Er gehört zu den wenigen regionalen Handwerkern, deren Name international in der Instrumentenkunde präsent ist. Seine Biographie verbindet Kaltern, Bozen, Rom, den Alpenraum, Italien und Süddeutschland. Damit steht er für eine grenzüberschreitende Handwerkskultur, in der deutsche, ladinische, italienische, tirolerische und habsburgische Einflüsse zusammenwirkten.

Analytische Bedeutung

Analytisch ist Matthias Alban besonders für die Frage wichtig, wie regionale Instrumentenbauschulen entstehen. Der Begriff „Tiroler Geigenbauschule“ kann leicht zu geschlossen wirken. Alban zeigt vielmehr, dass regionale Schule durch Migration, Handelswege, römische Erfahrung, italienische Modelle, lokale Werkstatttradition, Holzräume und Marktmechanismen entsteht. Seine Instrumente sind nicht rein tirolerisch und nicht rein italienisch, sondern Produkte eines Kontakt- und Übergangsraums.

Zugleich ist Alban ein Musterfall für die Materialgeschichte der Musik. Musikgeschichte besteht nicht nur aus Komponisten, Werken und Aufführungen, sondern auch aus Instrumenten, Werkstätten, Lacken, Etiketten, Werkzeugen, Holz, Reparaturen und Märkten. Die Geige als klingendes Objekt hat eine Biographie: Sie entsteht in einer Werkstatt, wandert über Händler, wird gespielt, umgebaut, repariert, verkauft, gefälscht, zertifiziert und musealisiert. Alban ist für diese Objektbiographie besonders geeignet, weil sein Name zwischen authentischem Meisterwerk und problematischer Zuschreibung oszilliert.

Für die Kulturgeschichte von Bozen ist Alban ebenfalls zentral. Seine Werkstatt zeigt, dass Bozen nicht nur Handelsstadt, sondern auch Produktions- und Vermittlungsort hochwertiger musikalischer Objekte war. Die Stadt lag zwischen großen Zentren, und gerade diese Zwischenlage wurde produktiv. Alban machte aus der Lage zwischen Nord und Süd eine handwerkliche Stilform.

Sekundärliteratur

  • Stefano Veggetti, Hannes Obermair, Luigi Sisto, Hanns Engl und F. Benjamin Schröder: Fecit in Tyroli. Matthias Alban – kunstreicher Lauten- und Geigenmacher. Kaltern | Bozen. Retina, Bozen 2024. Grundlegende neuere Monographie mit Beiträgen zu Biographie, Familie, römischer Station, Werkstatt, Instrumenten, Maßen, Dendrochronologie, Inventaren und Nachlass.
  • Hanns Engl: Zum 300. Todestag des Geigenbauers Mathias Alban (1634–1712): eine Untersuchung über seine Familie. In: Der Schlern 86, 2012, S. 43–76. Wichtiger Beitrag zur Familien- und Lokalgeschichte.
  • Wilibald Gurlitt und Carl Dahlhaus, Hrsg.: Riemann Musik-Lexikon. 12. völlig neubearbeitete Auflage, Personenteil A–K. Schott, Mainz 1972, Artikel Alban, Matthias. Älterer lexikalischer Referenzpunkt.
  • Willibald Leo von Lütgendorff: Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Schneider, Tutzing, spätere Auflagen. Klassisches, aber quellenkritisch zu prüfendes Geigenbauerlexikon.
  • Walter Hamma: Meister italienischer Geigenbaukunst. Tutzing 1964. Vergleichskontext zur italienischen Instrumentenkultur und zu amatisierenden Modellen.
  • Rudolf Hopfner: Beiträge zur österreichischen und süddeutschen Geigenbaugeschichte, besonders zur Einordnung von Tirol, Füssen, Wien und Salzburg.
  • John Dilworth: Beiträge zu Matthias Albani in The Brompton’s Book of Violin & Bow Makers. Wichtig für moderne englischsprachige Zuschreibungskritik, Stilbeschreibung und Datierung.
  • George Hart: The Violin: Its Famous Makers and Their Imitators. Ältere, wirkungsgeschichtlich wichtige Darstellung, heute in einzelnen Angaben quellenkritisch zu verwenden.
  • Cecie Stainer: A Dictionary of Violin Makers. Ältere lexikalische Quelle, bei Alban wegen abweichender Datierungen und älterer Traditionslinien kritisch zu lesen.
  • Fridolin Hamma und weitere Autoren zur Geschichte süddeutscher, Tiroler und italienischer Geigenbauschulen.
  • Studien zu Jacob Stainer, Georg Seelos, der Füssener Schule, den Amati, Andrea Portoghesi, Martino Arz, Matteo Goffriller, der Jais-Familie und der Salzburger Mayr-Tradition als Vergleichsumfeld.
  • Forschung zu Bozen als Handels- und Kulturstadt der Frühen Neuzeit, besonders zu Jahrmärkten, Via Claudia Augusta, mehrsprachiger Verwaltung und nord-südlichem Warenverkehr.

Ausgewählte Onlinequellen

Weiterführende Einträge

  • Geigenbau Übergreifender handwerklicher und kulturgeschichtlicher Rahmen von Matthias Albans Werk.
  • Lautenbau Berufs- und Werkstattkontext Albans, der ausdrücklich als Lauten- und Geigenmacher bezeugt ist.
  • Tiroler Geigenbauschule Regionale Instrumentenbautradition, in der Alban zu den wichtigsten Vertretern zählt.
  • Bozner Geigenbau Werkstatt- und Stadtkontext von Matthias Alban, Joseph Alban, Michael Alban und späteren Bozner Instrumentenbauern.
  • Familie Alban Instrumentenbauerfamilie aus Kaltern und Bozen mit Matthias, Michael, Joseph und Joseph Anton Alban.
  • Michael Alban Sohn Matthias Albans, Lauten- und Geigenbauer, später in Graz tätig.
  • Joseph Alban Sohn Matthias Albans und Nachfolger in der Bozner Werkstatt.
  • Joseph Anton Albani Späterer Vertreter der Alban-Familientradition in Bozen.
  • Matthias Albani I Ältere, quellenkritisch schwierige Alban-Tradition, die häufig mit Matthias Alban von 1634 bis 1712 verwechselt wurde.
  • Kaltern Tauf- und Herkunftsort Matthias Albans in Südtirol.
  • Bozen Wirkungs- und Sterbeort Matthias Albans sowie Zentrum seiner Werkstatt.
  • Südtirol in der Musikgeschichte Regionale Kulturgeschichte zwischen Tirol, Italien, Habsburg und transalpinem Handel.
  • Tirol in der Musikgeschichte Übergreifender Raum von Hofmusik, Kirchenmusik, Instrumentenbau und Handel.
  • Via Claudia Augusta Transalpine Verkehrsachse, die für Bozens Handelslage und die Instrumentenzirkulation wichtig war.
  • Bozner Jahrmärkte Wirtschaftlicher und kultureller Kontext, in dem Instrumente, Luxuswaren und Handwerksprodukte gehandelt wurden.
  • Jacob Stainer Tiroler Geigenbauer aus Absam, dessen Stil und Ruhm für Albans Umfeld zentral waren.
  • Georg Seelos Füssener Instrumentenbauer, dessen Kalterer Aufenthalt in der älteren Alban-Forschung diskutiert wurde.
  • Martino Arz Römischer Geigenbauer deutscher Herkunft, mit dessen Werkstatt Albans Ausbildung verbunden wird.
  • Andrea Portoghesi Römischer Instrumentenbauer, in dessen Umfeld Matthias Alban gearbeitet haben soll.
  • Amati Cremoneser Geigenbauerfamilie, deren Modellbildung für Albans amatisierende Instrumente wichtig ist.
  • Cremoneser Geigenbau Italienischer Referenzrahmen für Amati, Stradivari, Guarneri und die internationale Modellwirkung.
  • Italienischer Geigenbau Stil- und Werkstattkontext von Rom, Cremona, Venedig und Bozen im 17. Jahrhundert.
  • Römischer Geigenbau Ausbildungskontext Albans bei Martino Arz und Andrea Portoghesi.
  • Venezianischer Geigenbau Vergleichsumfeld für Lack, Farbe und norditalienische Instrumentenästhetik.
  • Matteo Goffriller Venezianischer Geigenbauer aus dem alpinen Herkunftsraum, wichtig als Vergleich zu Albans Lack- und Stilprofil.
  • Füssener Geigenbau Süddeutsch-alpine Instrumentenbautradition, die für Tirol und Südtirol ein wichtiger Hintergrund ist.
  • Jais-Familie Bozner Instrumentenbauerfamilie im weiteren Wirkungsfeld Albans.
  • Mayr in Salzburg Salzburger Geigenbauertradition, die in der Literatur als Einflussraum Albans genannt wird.
  • Geigenlack Material- und Klangästhetik, besonders wichtig für Albans rotbraunen bis dunkelroten Lack.
  • Amati-Modell Form- und Bauideal, das für die Einordnung von Albans Instrumenten zentral ist.
  • Stainer-Modell Tiroler Modelltradition, mit der Albans Werk immer wieder verglichen wurde.
  • Geigenetikett Quellen- und Zuschreibungsproblem bei Alban, dessen Name häufig auf falschen Etiketten erscheint.
  • Instrumentenfälschung Markt- und Quellenproblem, das bei Alban wegen zahlreicher falscher Etiketten besonders relevant ist.
  • Dendrochronologie bei Musikinstrumenten Methode zur Datierung von Deckenholz und zur Prüfung von Geigenzuschreibungen.
  • Provenienz von Musikinstrumenten Besitz- und Überlieferungsgeschichte, wichtig für die Authentifizierung von Alban-Instrumenten.
  • Werkstattarbeit Kategorie zwischen eigenhändigem Meisterwerk, Familienarbeit, Gehilfenarbeit und späterer Zuschreibung.
  • Arcangelo Corelli Violinvirtuose und Komponist, mit dessen Name die ältere Rezeption von Alban-Instrumenten verbunden wurde.
  • Tomaso Albinoni Komponist und Violinist, in der Instrumentenliteratur als Besitzer von Albani-Violinen genannt.
  • Violine Hauptinstrumentengruppe im Werk Matthias Albans.
  • Laute Zweite zentrale Berufs- und Instrumentengruppe Albans als Lautenmacher.
  • Violoncello Instrumentengruppe, die Alban oder seinem Umfeld gelegentlich zugeschrieben wird, aber besondere Vorsicht verlangt.
  • Saiteninstrumentenbau Übergreifendes Handwerksfeld von Lauten, Violinen, Bratschen, Violoncelli und verwandten Instrumenten.
  • Holz im Instrumentenbau Materialgeschichtlicher Hintergrund von Alpenfichte, Ahorn, Deckenholz und Werkstattwahl.
  • Paneveggio Alpiner Klangholzraum im weiteren südtiroler und norditalienischen Instrumentenbaukontext.
  • Instrumentenhandel der Frühen Neuzeit Handels- und Marktkontext der Verbreitung von Alban-Instrumenten.
  • Handwerk und Marke Kulturgeschichtliches Thema, das bei Alban durch Etikett, Ruf und Fälschung besonders deutlich wird.
  • Cozio Archive Instrumentendatenbank und Rechercheweg zu Alban, Albani und historischen Geigen.
  • Tarisio Auktions- und Forschungsplattform mit Cozio-Archivdaten zu historischen Streichinstrumenten.
  • Fecit in Tyroli Monographisches Forschungsprojekt zu Matthias Alban, seiner Familie, seinen Instrumenten und seiner Werkstatt.
  • Hannes Obermair Historiker und Mitautor der neueren Alban-Monographie.
  • Luigi Sisto Forscher zur römischen Station Matthias Albans und Mitautor der Alban-Monographie.
  • Hanns Engl Forscher zur Familie Alban und Mitautor grundlegender Arbeiten zu Matthias Alban.
  • F. Benjamin Schröder Instrumentenkundlicher Autor zur Analyse der Alban-Instrumente.
  • Stefano Veggetti Herausgeber und Musiker im Zusammenhang der neueren Alban-Forschung und des Projekts Fecit in Tyroli.
  • Willibald Leo von Lütgendorff Autor eines klassischen Geigen- und Lautenmacherlexikons, in dem ältere Alban-Traditionen quellenkritisch zu prüfen sind.
  • John Dilworth Moderner Geigenbauautor, wichtig für die englischsprachige Zuschreibungskritik zu Matthias Albani.