Johannes Alanus
Überblick
Johannes Alanus, in englischer Namensform meist John Aleyn, gehört zu den quellenkritisch schwierigsten, zugleich aber musikgeschichtlich besonders wichtigen Namen der englischen Musik um 1370 bis 1420. Sein Ruhm beruht vor allem auf der dreistimmigen Motette Sub Arturo plebs / Fons citharizantium / In omnem terram, einem der auffälligsten englischen Motettenwerke des späten Mittelalters. Die Motette nennt den Komponisten in der Form J. Alanus minimus und entfaltet ein außergewöhnlich komplexes Geflecht aus Musikerlob, Herrscherpanegyrik, theologischer Musikgeschichte, isorhythmischer Konstruktion und englischer Hofkultur.
Die ältere und lange einflussreiche Identifikation setzt diesen J. Alanus mit dem königlichen Kapellan John Aleyn gleich, der im Dienst Edwards III. stand, an der königlichen Kapelle wirkte, Kanoniker von St George’s Chapel in Windsor war und 1373 starb. In dieser Lesart wäre Johannes Alanus einer der frühesten namentlich greifbaren englischen Komponisten, dessen Werk zugleich ein einzigartiges Zeugnis des englischen Musiklebens unter Edward III. und Edward, dem Schwarzen Prinzen, darstellt.
Die neuere Forschung ist vorsichtiger. Der Name Aleyn beziehungsweise Allen war nicht selten, und die musikalische Sprache von Sub Arturo plebs wirkt für eine Datierung vor 1373 außerordentlich fortgeschritten. Margaret Bent und andere Forscher haben daher eine spätere Entstehung der Motette, möglicherweise erst im frühen 15. Jahrhundert, erwogen. Das bedeutet nicht, dass die Identifikation mit dem 1373 gestorbenen John Aleyn unmöglich wäre; es bedeutet aber, dass sie nicht als unumstößliche biographische Tatsache behandelt werden darf.
Für ein Kulturlexikon ist Johannes Alanus deshalb doppelt bedeutsam. Einerseits steht er für ein kleines, teilweise unsicheres Werkcorpus, dessen sicherer Kern die Musiker-Motette Sub Arturo plebs ist. Andererseits steht er für ein methodisches Problem mittelalterlicher Musikgeschichte: Wie verbindet man einen lateinisierten Komponistennamen in einer Handschrift mit archivalisch nachweisbaren Klerikern, Hofmusikern und Kanonikern? Der Eintrag muss deshalb Werk, Quellen, Identifikation und Datierungsdebatte klar voneinander unterscheiden.
Kurzdaten
| Name | Johannes Alanus. |
|---|---|
| Englische Namensform | John Aleyn. |
| Weitere Namensformen | Johannes Aleyn, J. Alanus, J. Alani, Jo. Alani, Alanus, Aleyn. |
| Geburt | Unbekannt; Herkunft und Geburtsort sind nicht gesichert. |
| Tod | Wenn der Komponist mit dem königlichen Kapellan John Aleyn identisch ist, zwischen 29. September und 7. Dezember 1373; moderne Kurzformen nennen häufig 1373. Wird die Motette später datiert, ist diese Identifikation nicht zwingend. |
| Beruf | Komponist; bei Identifikation mit John Aleyn außerdem königlicher Kapellan, Kleriker, Kanoniker, Verwaltungs- und Benefizienträger im Dienst Edwards III. |
| Wirkungsraum | England, insbesondere der königliche Hof Edwards III., die Chapel Royal, St George’s Chapel in Windsor und der weitere höfisch-klerikale Musikraum des 14. Jahrhunderts; bei späterer Datierung der Motette auch der englische Musikraum um 1400 bis 1420. |
| Hauptwerk | Sub Arturo plebs / Fons citharizantium / In omnem terram, dreistimmige lateinische isorhythmische Motette. |
| Sichere Werkzuschreibung | Die Motette Sub Arturo plebs / Fons citharizantium / In omnem terram ist unter der Namensform Jo. Alani beziehungsweise J. Alanus überliefert. |
| Zugeschriebene Werke | Min frow, min frow, Min herze wil all zit frowen pflegen, S’en vos por moy pitié ne truis und möglicherweise O amicus / Precursoris; diese Stücke sind nicht mit derselben Sicherheit wie Sub Arturo plebs zu behandeln. |
| Nicht zu verwechseln | Mit dem im Old-Hall-Manuskript vertretenen Aleyn, wahrscheinlich W. Aleyn, dessen Gloria und ein Sarum-Agnus-Dei früher gelegentlich mit Johannes Alanus verbunden wurden, heute aber vorsichtiger gesondert behandelt werden. |
| Quellen | Codex Chantilly, F-CH MS 564; Bologna, Museo internazionale e biblioteca della musica, MS Q.15; ein englisches Fragment GB-Ir HA 30; außerdem Strasbourg-Überlieferung in der nur durch Abschriften rekonstruierten Handschrift 222 C.22 für die zugeschriebenen Lieder. |
| Kulturelle Bedeutung | Johannes Alanus ist zentral für die englische Motette, die Ars nova und Ars subtilior, die Hofmusik Edwards III., die Musiker-Motette als Selbstreflexion musikalischer Kultur und die Frage nach Autorschaft, Zuschreibung und Datierung im späten Mittelalter. |
Ausführlicher Kulturüberblick
Johannes Alanus steht an einer besonders aufschlussreichen Stelle der spätmittelalterlichen Musikgeschichte. England besaß im 14. Jahrhundert ein reiches Musikleben, doch die erhaltene Überlieferung ist bruchstückhaft. Viele Werke sind anonym, viele Handschriften gingen verloren, und ein großer Teil der Musikpraxis blieb in administrativen, liturgischen oder höfischen Zusammenhängen verborgen. Umso wichtiger ist eine Motette wie Sub Arturo plebs: Sie nennt nicht nur ihren Komponisten, sondern auch zahlreiche Musiker, die in der englischen Hof- und Kapellenkultur eine Rolle spielten. Dadurch wird sie zu einem musikalischen Denkmal einer ganzen Musikerwelt.
Die Motette gehört zur Gattung der Musiker-Motette, also zu jenen mehrstimmigen lateinischen Kompositionen, die nicht nur religiöse oder politische Inhalte tragen, sondern Musik selbst zum Thema machen. Ihr Motetus zeichnet eine Genealogie der Musik von Tubal beziehungsweise Jubal über Pythagoras, Boethius, Gregor den Großen, Guido von Arezzo und Franco von Köln bis zum eigenen Komponisten. Der Triplum-Text preist dagegen englische Musiker der Gegenwart oder nahen Vergangenheit. Die Motette verbindet somit biblische Ursprungserzählung, antike Zahlentheorie, mittelalterliche Musiktheorie, englische Hofkultur und persönliche Selbstnennung.
Der politische Horizont ist ebenso wichtig. Der Anfang Sub Arturo plebs spielt vermutlich auf einen Herrscher unter dem Namen Arthur an. In der älteren Deutung wurde dieser Arthur mit Edward III. verbunden, der sich und seine ritterlich-höfische Ordnung gern in die Tradition des Artusmythos stellte. Der Bezug auf St George’s Chapel in Windsor, den Hosenbandorden, den Sieg von Poitiers und die höfisch-militärische Selbstdarstellung Englands bietet ein mögliches historisches Szenarium. In dieser Lesart wäre die Motette ein musikalisches Festbild der englischen Ritter- und Hofkultur des 14. Jahrhunderts.
Gleichzeitig zeigt die moderne Datierungsdebatte, dass die Sache nicht so einfach ist. Stil, Notation, proportionale Anlage und Quellenlage von Sub Arturo plebs passen auch in einen späteren Zusammenhang. Wenn die Motette erst im frühen 15. Jahrhundert entstanden wäre, müsste der Arthur-Bezug vielleicht anders verstanden werden, etwa retrospektiv oder im Horizont späterer englischer Kriegs- und Herrschaftserfolge. Diese Unsicherheit ist nicht störend, sondern produktiv. Sie zeigt, wie vorsichtig Musikgeschichte zwischen Text, Stil, Handschrift, Personennamen und politischer Anspielung vermitteln muss.
Musikalisch gehört Sub Arturo plebs zu den komplexesten Werken der spätmittelalterlichen englischen Motette. Die drei Stimmen führen unterschiedliche lateinische Texte, der Tenor beruht auf In omnem terram, und die Struktur arbeitet mit isorhythmischen Verfahren, proportionaler Verkürzung und mensuraler Organisation. Die Motette wirkt dadurch nicht nur als Lobgesang, sondern als demonstratives Kunststück. Sie sagt gewissermaßen durch ihre Konstruktion selbst: Die englische Musikkunst ist gelehrt, rechenhaft, rhythmisch kühn und international konkurrenzfähig.
Die Johannes-Alanus-Frage führt außerdem in die soziale Geschichte der Musiker. Wenn der Komponist mit John Aleyn identisch ist, dann war er nicht nur Komponist, sondern Kleriker, königlicher Kapellan, Kanoniker und Träger zahlreicher Benefizien. Solche Musiker lebten nicht von einem modernen Komponistenberuf. Sie standen in Kapellen, Höfen und kirchlichen Institutionen, verbanden liturgische Praxis, Verwaltung, Gesang, Komposition und Patronage. Musik war Teil eines Netzes aus Religion, Hofdienst, Besitzrechten, Stiftungen und politischer Nähe.
Biographie und Identifikationsproblem
Eine sichere Biographie des Komponisten Johannes Alanus lässt sich nicht schreiben. Sicher ist zunächst nur, dass die Motette Sub Arturo plebs / Fons citharizantium / In omnem terram in den Quellen mit der Namensform Jo. Alani beziehungsweise J. Alanus verbunden ist. Die Gleichsetzung dieses Komponisten mit dem archivalisch nachweisbaren John Aleyn ist plausibel, aber nicht zwingend.
Der John Aleyn, mit dem der Komponist häufig identifiziert wird, war ein Geistlicher im Umfeld Edwards III. Er erscheint als Kapellan der königlichen Haushaltskapelle, als Kanoniker von St George’s Chapel in Windsor und als Inhaber mehrerer kirchlicher Pfründen. Seine Karriere ist für die 1360er und frühen 1370er Jahre vergleichsweise gut dokumentiert. Besonders wichtig ist die Nachricht, dass er bei seinem Tod ein Musikbuch an die Kapelle von Windsor vermachte. Gerade diese Verbindung von Hofdienst, Windsor, Musikbuch und Pfründen macht ihn zum stärksten Kandidaten für den Komponisten der Motette.
Doch der Name Aleyn war im mittelalterlichen England nicht selten. Die lateinisierte Form Alanus kann mehrere Personen bezeichnen. Außerdem steht die musikalische Komplexität von Sub Arturo plebs in Spannung zu einer Datierung vor 1373. Einige Forscher halten die Motette für stilistisch so fortgeschritten, dass sie besser in das frühe 15. Jahrhundert passt. Dann käme entweder ein anderer Johannes Alanus beziehungsweise John Aleyn in Betracht, oder man müsste annehmen, dass der 1373 gestorbene John Aleyn eine erstaunlich frühe, formal höchst avancierte Komposition geschaffen hat.
Der Todestermin „zwischen 29. September und 7. Dezember 1373“ ist deshalb nicht als sicherer Tod des Komponisten schlechthin zu behandeln, sondern als Todestermin desjenigen John Aleyn, mit dem der Komponist identifiziert werden kann. In der Seitenüberschrift und den Kurzdaten bleibt daher eine quellenkritische Formulierung notwendig. Die ältere knappe Form „† 1373“ ist möglich, aber nur mit dem Zusatz „wenn mit John Aleyn identisch“ wirklich präzise.
Sub Arturo plebs
Sub Arturo plebs / Fons citharizantium / In omnem terram ist das zentrale Werk des Johannes Alanus. Es handelt sich um eine dreistimmige Motette in lateinischer Sprache. Wie für mittelalterliche Motetten typisch, tragen die Stimmen unterschiedliche Texte. Der Tenor verwendet den liturgischen beziehungsweise biblisch geprägten Text In omnem terram; die oberen Stimmen entfalten eine Musiker- und Herrscherpanegyrik.
Der Triplum-Text beginnt mit dem Bild eines Volkes unter Arthur. Diese Arthur-Figur wurde lange auf Edward III. bezogen, der sich im Zusammenhang des Hosenbandordens und der ritterlichen Hofkultur an Artusvorstellungen anschließen ließ. Die Motette preist außerdem eine Reihe englischer Musiker, deren Namen in lateinisierter Form erscheinen. Für einige dieser Personen ist die Motette eine der wichtigsten oder sogar die einzige Spur. Damit ist sie ein Quellenstück ersten Ranges für das englische Musikleben im 14. und frühen 15. Jahrhundert.
Der Motetus-Text bietet eine kleine Musikgeschichte. Er beginnt mit Tubal beziehungsweise Jubal als biblischem Ursprung der Musik, nennt Pythagoras, Boethius, Gregor den Großen, Guido von Arezzo und Franco von Köln und fügt schließlich den Komponisten selbst ein. Alanus bezeichnet sich demütig als der geringste oder kleinste unter den Genannten. Diese Selbstverkleinerung ist rhetorisch wirkungsvoll: Gerade durch die demütige Einfügung in eine Kette großer Musikautoritäten erhebt die Motette ihren eigenen Kunstanspruch.
Die musikalische Konstruktion ist außerordentlich anspruchsvoll. Die Motette arbeitet mit isorhythmischen Verfahren, mit wiederkehrenden rhythmischen Mustern und mit proportionaler Verkürzung. Besonders auffällig ist die dreiteilige Struktur mit einer Beschleunigung beziehungsweise Verkürzung in einem Verhältnis, das in der Forschung mit 9:6:4 beschrieben wurde. Diese Konstruktion macht das Stück zu einem Kunstwerk der Zahl, der Zeit und der mensuralen Organisation.
Die Datierung bleibt umstritten. Eine frühe Deutung brachte das Werk mit Feiern in Windsor, dem Hosenbandorden und dem Sieg von Poitiers in Verbindung. Eine andere Datierung setzt es in die frühen 1370er Jahre, also in die letzten Jahre des John Aleyn, der 1373 starb. Neuere Überlegungen verschieben die Komposition aufgrund von Stil, Quellenlage und Vergleichswerken in die Zeit um 1410. Für die Kulturlexikonseite ist entscheidend, diese Datierungsalternativen sichtbar zu halten und nicht eine Hypothese als gesicherte Tatsache auszugeben.
Stil und musikalische Eigenart
Johannes Alanus ist stilistisch vor allem über Sub Arturo plebs greifbar. Das Werk steht in der Tradition der Ars nova, berührt aber durch seine komplexe mensurale Anlage und seine extreme Kunsthaftigkeit den Bereich, der heute häufig als Ars subtilior bezeichnet wird. Dabei ist es wichtig, die Begriffe nicht schematisch zu verwenden. Die Motette ist englisch, aber sie beherrscht internationale Verfahren; sie ist höfisch-politisch, aber zugleich musiktheoretisch; sie ist liturgisch grundiert, aber in ihrem Haupttext ein Lob der Musiker.
Die Mehrtextigkeit erzeugt eine besondere Bedeutungsdichte. Der Tenor verbindet das Stück mit liturgischer Autorität und mit dem Gedanken, dass die Stimme der Verkündigung in die Welt hinausgeht. Der Motetus schreibt Musikgeschichte und ordnet den Komponisten in eine gelehrte Tradition ein. Der Triplum-Text nennt lebende oder erinnerte englische Musiker und macht aus der Motette ein klingendes Personenverzeichnis. Diese drei Ebenen laufen gleichzeitig, sodass das Werk selbst wie ein akustisches Archiv funktioniert.
Rhythmisch und formal ist die Motette ein Demonstrationsstück. Die isorhythmische Organisation, die Proportionen und die übergreifende Planung zeigen, dass Komposition hier nicht nur melodische Erfindung, sondern mathematisch-rhetorische Konstruktion ist. Gerade deshalb ist das Stück für die Geschichte englischer Musik so bedeutend. Es zeigt, dass englische Komponisten nicht nur im späteren 15. Jahrhundert, bei Dunstaple und seinen Nachfolgern, sondern schon vorher oder spätestens um 1400 hochkomplexe internationale Motettentechniken beherrschten.
Die zugeschriebenen Lieder zeigen eine andere Seite. Titel wie Min frow, min frow, Min herze wil all zit frowen pflegen und S’en vos por moy pitié ne truis führen in den mehrsprachigen Liedraum des späten 14. und frühen 15. Jahrhunderts. Deutschsprachige, französische und lateinische Titelüberlieferung stehen nebeneinander. Falls diese Stücke tatsächlich mit Johannes Alanus zusammenhängen, wäre er nicht nur ein Motettenkomponist, sondern ein Komponist im europäischen Liedrepertoire um 1400. Da die Zuschreibungslage unsicherer ist, müssen sie jedoch im Werkverzeichnis gesondert markiert werden.
Werkverzeichnis
Das folgende Werkverzeichnis trennt zwischen sicherer Hauptzuschreibung, zugeschriebenen Liedern, möglicherweise verwandten Werken und früheren, heute problematischen Gleichsetzungen. Bei Johannes Alanus ist diese Trennung besonders wichtig, weil der Name Alanus beziehungsweise Aleyn mehrfach begegnet, weil Handschriften verloren oder nur durch Abschriften bekannt sind und weil die Forschung zwischen einem 1373 gestorbenen John Aleyn und einem möglicherweise späteren Komponisten unterscheidet.
Sicherer Kernbestand
| Sub Arturo plebs / Fons citharizantium / In omnem terram | Dreistimmige lateinische isorhythmische Motette. Die Stimmen tragen unterschiedliche Texte: Sub Arturo plebs im Triplum, Fons citharizantium im Motetus und In omnem terram im Tenor. Das Werk nennt den Komponisten als J. Alanus beziehungsweise Jo. Alani und ist der sichere Kern des Johannes-Alanus-Corpus. |
|---|---|
| Gattung | Motette, genauer eine gelehrte Musiker-Motette mit isorhythmischer Anlage, politisch-höfischer Panegyrik, musiktheoretischer Selbstreflexion und liturgischem Tenor. |
| Besetzung | Drei Vokalstimmen ohne selbständige Instrumentalbesetzung; die Quellen notieren verschiedene Stimm- und Schlüsselverhältnisse, die in modernen Editionen unterschiedlich übertragen werden können. |
| Sprache | Latein in allen drei Textschichten. |
| Tenor | In omnem terram, liturgisch-biblischer Text aus dem Psalm- und Apostelkontext; der Tenor bildet die strukturelle Grundlage der Motette. |
| Thema des Motetus | Musikgeschichte und Musiktheorie: Tubal beziehungsweise Jubal, Pythagoras, Boethius, Gregor der Große, Guido von Arezzo, Franco von Köln und schließlich Alanus selbst. |
| Thema des Triplums | Lob englischer Musiker und höfisch-militärischer Kultur unter einer Arthur-Figur, traditionell oft auf Edward III. und den englischen Hof bezogen. |
| Datierung | Umstritten. Vorgeschlagen wurden Datierungen um 1358, in die frühen 1370er Jahre oder, in neuerer Forschung, auch in die Zeit um 1410. Die Datierung entscheidet darüber, ob der 1373 gestorbene John Aleyn als Komponist plausibel bleibt. |
| Quellen | Codex Chantilly, F-CH MS 564; Bologna, Museo internazionale e biblioteca della musica, MS Q.15; englisches Fragment GB-Ir HA 30. Die Quellenlage verbindet kontinentale Ars-subtilior-Überlieferung mit einem englischen Werk. |
| Bedeutung | Die Motette ist eines der wichtigsten Zeugnisse englischer mehrstimmiger Kunstmusik vor Dunstaple, ein seltenes Musikerlob mit Namensliste und ein Schlüsselwerk für die Frage nach englischer Ars-nova- und Ars-subtilior-Komposition. |
Zugeschriebene Lieder und Strasbourg-Überlieferung
| Min frow, min frow | Lied beziehungsweise Fragment in der Strasbourg-Überlieferung, unter Johannes Alanus genannt. Das Werk ist nur vorsichtig dem Alanus-Corpus zuzurechnen, weil die Handschrift verloren ist und durch ältere Abschriften rekonstruiert werden muss. |
|---|---|
| Min herze wil all zit frowen pflegen | Deutschsprachiges Lied beziehungsweise Liedsatz, Johannes Alanus zugeschrieben. Die Überlieferung gehört in den mehrsprachigen Liedraum des späten 14. oder frühen 15. Jahrhunderts. |
| S’en vos por moy pitié ne truis | Französischer Virelai, Johannes Alanus zugeschrieben und in der Strasbourg-Überlieferung bezeugt. Der Titel zeigt den Anschluss an die französische formes-fixes-Kultur. |
| Strasbourg, Bibliothèque municipale 222 C.22 | Heute verlorene Handschrift, die 1870 verbrannte und nur durch Abschriften beziehungsweise Beschreibungen, besonders durch Edmond de Coussemaker, bekannt ist. Die Alanus zugeschriebenen Lieder sind deshalb quellenkritisch anders zu behandeln als die direkt erhaltene Motettenüberlieferung. |
| Mehrsprachigkeit | Die zugeschriebenen Lieder zeigen Deutsch, Französisch und den internationalen Liedstil um 1400. Falls sie demselben Komponisten gehören, erweitert sich Alanus vom englischen Motettenkomponisten zu einem europäischen Liedkomponisten. |
| Zuschreibungsgrad | Nicht gleichrangig mit Sub Arturo plebs. Die Stücke sind in der Forschung als zugeschrieben oder möglich geführt und sollten deshalb nicht ohne Kennzeichnung als sicherer Werkbestand erscheinen. |
Mögliche weitere Werke
| O amicus / Precursoris | Motette, nur einem „Johannes“ zugeschrieben. Sie wird in der Forschung gelegentlich als mögliches Werk desselben Komponisten erwogen, ist aber nicht sicher Johannes Alanus zuzuschreiben. |
|---|---|
| Lux jocunda refovet | In der Strasbourg-Überlieferung begegnet ein Stück mit dem Namen Aleyn beziehungsweise im Umfeld der Alanus-Diskussion. Die genaue Verbindung zum Johannes-Alanus-Corpus ist quellenkritisch problematisch. |
| Kontrafakturen | Einzelne überlieferte Stücke erscheinen in geistlichen oder weltlichen Kontrafakturzusammenhängen. Diese Praxis erschwert die genaue Abgrenzung von Original, Bearbeitung, Neutextierung und Zuschreibung. |
| Verlorene oder indirekt belegte Musikbücher | Wenn der Komponist mit John Aleyn identisch ist, ist die Nachricht von einem bei seinem Tod an St George’s Chapel vermachten Musikbuch besonders wichtig. Dieses Buch ist nicht als erhaltenes Werkverzeichnis zu behandeln, belegt aber die musikalische Praxis und den Besitz von Musikschriftgut. |
Problematische frühere Gleichsetzungen
| Old-Hall-Manuskript: Gloria | Ein Gloria im Old-Hall-Manuskript wurde früher teilweise mit Aleyn beziehungsweise Alanus in Verbindung gebracht. Heute wird die Zuschreibung vorsichtiger behandelt, weil die Namensform im Old-Hall-Kontext wahrscheinlich auf W. Aleyn verweist. |
|---|---|
| Old-Hall-Manuskript: Sarum Agnus Dei | Auch ein Sarum-Agnus-Dei-Satz im Old-Hall-Manuskript wurde früher in die Aleyn-Alanus-Diskussion einbezogen. Die moderne Quellenkritik trennt diesen Befund von Johannes Alanus, solange keine sichere Identität besteht. |
| W. Aleyn | Ein vermutlich anderer englischer Komponist im Old-Hall-Manuskript. Die Unterscheidung zwischen Johannes Alanus / John Aleyn und W. Aleyn ist für ein sauberes Werkverzeichnis zwingend. |
| Spätere John-Aleyn-Namensträger | Da Aleyn beziehungsweise Allen ein häufiger Name ist, können spätere Träger, etwa ein John Aleyn im Umfeld von St Paul’s Cathedral im 15. Jahrhundert, nicht ohne weiteres mit dem 1373 gestorbenen Kapellan oder mit dem Komponisten von Sub Arturo plebs gleichgesetzt werden. |
Zusammenfassung des Werkbestands
| Sicher | Sub Arturo plebs / Fons citharizantium / In omnem terram. |
|---|---|
| Zugeschrieben | Min frow, min frow; Min herze wil all zit frowen pflegen; S’en vos por moy pitié ne truis. |
| Möglich | O amicus / Precursoris und einzelne weitere Stücke im Johannes- beziehungsweise Aleyn-Umfeld. |
| Problematisch | Old-Hall-Zuschreibungen an Aleyn, insbesondere Gloria und Sarum-Agnus-Dei, sofern sie nicht ausdrücklich als Werke eines anderen Aleyn behandelt werden. |
| Verloren oder indirekt belegt | Das von John Aleyn an St George’s Chapel, Windsor, vermachte Musikbuch, sofern die Identifikation mit dem Komponisten zutrifft. |
Quellen und Überlieferung
Die Überlieferung von Johannes Alanus ist klein, aber komplex. Sub Arturo plebs erscheint in drei Quellen, die selbst sehr unterschiedlich sind. Der Codex Chantilly ist eine zentrale Quelle der Ars subtilior und enthält vor allem französisch geprägtes Repertoire des späten 14. Jahrhunderts. Dass ein englisches Werk dort erscheint, zeigt die internationale Zirkulation hochartifizieller Polyphonie. Bologna Q.15 gehört zu den großen italienischen Sammelhandschriften des frühen 15. Jahrhunderts und bewahrt ein breites, teilweise älteres und teilweise zeitnahes Repertoire. Das englische Fragment GB-Ir HA 30 ist besonders wichtig, weil es die englische Herkunft oder zumindest englische Zirkulation des Stückes unterstützt.
Die zugeschriebenen Lieder sind anders überliefert. Sie gehören zum Umfeld der Strasbourg-Handschrift 222 C.22, die beim Brand von 1870 verloren ging. Sie ist nur durch Abschriften und Beschreibungen, besonders durch Edmond de Coussemaker, bekannt. Diese Überlieferung macht die Stücke wertvoll, aber auch problematisch. Jede Aussage über Text, Musik, Zuschreibung und genaue Form muss berücksichtigen, dass die originale Handschrift nicht mehr unmittelbar konsultiert werden kann.
Die Old-Hall-Frage zeigt ein weiteres Problem. Das Old-Hall-Manuskript ist die wichtigste englische Quelle für mehrstimmige Kirchenmusik des frühen 15. Jahrhunderts. Dort begegnet ein Name Aleyn, der früher gelegentlich mit Johannes Alanus verbunden wurde. Heute wird diese Gleichsetzung meistens zurückhaltender beurteilt, weil die Namensform und der Quellenbefund eher auf einen anderen Komponisten, wahrscheinlich W. Aleyn, weisen. Ein modernes Kulturlexikon muss diese ältere Verbindung erwähnen, aber nicht fortschreiben.
Englische Hofmusik und St George’s Chapel
Wenn Johannes Alanus mit John Aleyn identisch ist, führt sein Leben unmittelbar in die Hofmusik Edwards III. Die königliche Kapelle war eine zentrale Institution des englischen Musiklebens. Sie verband liturgischen Dienst, höfische Repräsentation, musikalische Ausbildung, Verwaltung und Patronage. Ihre Mitglieder konnten kirchliche Benefizien erhalten, an wichtigen Zeremonien teilnehmen und als Teil eines mobilen Hofstaates wirken.
St George’s Chapel in Windsor ist in diesem Zusammenhang besonders wichtig. Die Kapelle war eng mit dem Hosenbandorden, der ritterlichen Selbstdarstellung Edwards III. und der dynastisch-höfischen Memorialkultur verbunden. Wenn John Aleyn dort Kanoniker war und ein Musikbuch vermachte, passt dies auffällig zu einer Motette, die Arthur, Rittertum, Hofmusiker und musikalische Gelehrsamkeit verbindet. Dennoch bleibt der Zusammenhang eine plausible historische Deutung, nicht eine absolut gesicherte biographische Tatsache.
Die Motette nennt eine Reihe englischer Musiker, die zum Teil mit der Chapel Royal, der Kapelle des Schwarzen Prinzen oder anderen höfischen und kirchlichen Institutionen verbunden werden können. Dadurch wird Sub Arturo plebs zu einer seltenen Quelle sozialer Musikgeschichte. Sie zeigt nicht nur, dass Musik am Hof erklang, sondern dass Musiker selbst Gegenstand von Lob, Erinnerung und gelehrter poetischer Gestaltung werden konnten.
Datierungsdebatte und Forschungslage
Die Datierung von Sub Arturo plebs ist einer der Kernpunkte der Alanus-Forschung. Eine frühe Datierung bringt die Motette mit den Festlichkeiten um St George’s Chapel, den Hosenbandorden und den englischen Sieg bei Poitiers in Verbindung. Diese Deutung macht die Motette zu einem Werk der Jahre um 1358 und würde ihr eine außergewöhnlich frühe Stellung in der Entwicklung komplexer isorhythmischer und mensuraler Verfahren geben.
Eine zweite Datierung setzt die Motette in die frühen 1370er Jahre. Diese Lösung hält an der Identifikation mit dem 1373 gestorbenen John Aleyn fest, vermeidet aber die extrem frühe Datierung. Sie erklärt das Werk als späte Frucht eines am Hof Edwards III. tätigen Komponisten, dessen Leben und Benefizien gut in den politischen und musikalischen Horizont der Motette passen.
Eine dritte, neuere Datierung verschiebt das Werk in das frühe 15. Jahrhundert. Dafür sprechen stilistische und quellenhistorische Argumente: Die proportionale Struktur, die Nähe zu anderen englischen Motetten nach 1400 und die Quellenlage lassen eine Entstehung in den 1410er Jahren möglich erscheinen. In diesem Fall müsste der Komponist entweder ein anderer Johannes Alanus beziehungsweise John Aleyn gewesen sein, oder der Name in der Motette wäre nicht mit dem 1373 gestorbenen Kanoniker gleichzusetzen.
Für die Darstellung ist deshalb die Formulierung „Johannes Alanus, möglicherweise identisch mit John Aleyn, † 1373“ genauer als eine einfache Gleichsetzung. Der Eintrag bewahrt damit die ältere Tradition, verschweigt aber nicht die moderne Kritik.
Analytische Bedeutung
Johannes Alanus ist analytisch vor allem wegen Sub Arturo plebs bedeutsam. Die Motette ist nicht nur ein musikalisches Kunstwerk, sondern eine selbstreflexive Theorie der Musik in Klangform. Sie erklärt ihre eigene Ordnung, nennt ihre musikalischen Autoritäten, lobt eine konkrete englische Musikerwelt und fügt den Komponisten als demütigen, aber kenntnisreichen Teil dieser Ordnung ein.
Die Struktur der Motette zeigt, dass musikalische Komplexität im späten Mittelalter nicht dekorativer Selbstzweck war. Proportion, Isorhythmus, Tenorordnung und Textanlage erzeugen ein Modell der Welt: Die biblische Verkündigung im Tenor, die Geschichte der Musik im Motetus und die englische Hofgegenwart im Triplum werden gleichzeitig hörbar. Das Werk macht damit die Gleichzeitigkeit von Heilsgeschichte, Wissenschaft, Hofkultur und Komponistenruhm erfahrbar.
Die Motette ist außerdem für die Geschichte englischer Musik wichtig, weil sie eine Brücke zwischen der älteren, nur fragmentarisch erhaltenen englischen Polyphonie und der späteren internationalen Bedeutung englischer Musik im 15. Jahrhundert bildet. Wenn sie vor 1373 entstand, wäre sie ein erstaunlich frühes Zeugnis höchster mensuraler Kunst. Wenn sie erst um 1410 entstand, gehört sie in die unmittelbare Vorgeschichte von Dunstaple, Old Hall und der englischen Musik des frühen 15. Jahrhunderts. In beiden Fällen bleibt sie ein Schlüsselwerk.
Die Person Johannes Alanus zwingt schließlich zu methodischer Genauigkeit. Mittelalterliche Musikgeschichte arbeitet häufig mit Namensformen, lateinischen Abkürzungen, indirekten archivalischen Belegen, verlorenen Handschriften und späteren Abschriften. Der Fall Alanus zeigt, dass ein Werkverzeichnis nicht nur Titel sammeln darf, sondern Grade der Sicherheit angeben muss.
Rezeption und Nachwirkung
Die moderne Rezeption von Johannes Alanus wurde stark durch die Wiederentdeckung und Analyse von Sub Arturo plebs geprägt. Brian Trowells Studie von 1957 machte die Motette als englisches Musikerdenkmal weithin bekannt und verband die lateinisierten Namen im Text mit englischen Musikern des 14. Jahrhunderts. Spätere Forschungen von Roger Bowers, Margaret Bent, Peter Lefferts und anderen verfeinerten, korrigierten oder problematisierten diese Deutung.
In der Aufführungspraxis ist Sub Arturo plebs ein anspruchsvolles Spezialrepertoire. Es verlangt nicht nur präzise Intonation und Mensuralverständnis, sondern auch ein Gespür für die rhetorische Mehrschichtigkeit der Motette. Ensembles für Alte Musik, darunter die Binchois Consort, haben das Werk aufgenommen und kommentiert. Dadurch wurde Alanus auch außerhalb enger musikwissenschaftlicher Fachkreise wahrnehmbar.
Die Forschung zur Motette bleibt lebendig, weil sie mehrere große Fragen bündelt: Wie früh erreichte die englische Motette solche strukturelle Komplexität? Welche Musiker werden im Triplum genannt? Wer ist mit Arthur gemeint? Wie sicher ist die Identifikation mit John Aleyn? Welche Rolle spielen Chantilly, Bologna Q.15 und englische Fragmente für die Überlieferung? Diese Fragen machen Johannes Alanus zu einem kleinen, aber außerordentlich dichten Kulturlexikon-Eintrag.
Sekundärliteratur
- Peter M. Lefferts: Alanus, J[ohannes] (d. 1373). In: Medieval England: An Encyclopedia. New York 1998, S. 12–13.
- David Fallows: Alanus, Johannes. In: Grove Music Online. Oxford University Press.
- Brian Trowell: A Fourteenth-Century Ceremonial Motet and Its Composer. In: Acta Musicologica 29, 1957, S. 65–75.
- Margaret Bent: Two 14th-Century Motets in Praise of Music. Lustleigh 1977.
- Margaret Bent: Studien und Kommentare zu Sub Arturo plebs, zu Musiker-Motetten, zur Ars subtilior und zur Datierung englischer Motetten.
- Roger Bowers: Fixed Points in the Chronology of English Fourteenth-Century Polyphony. In: Music & Letters 71, 1990, S. 313–335.
- Peter M. Lefferts: The Motet in England in the Fourteenth Century. Ann Arbor 1986.
- Ursula Günther: Das Wort-Ton-Problem bei Motetten des späten 14. Jahrhunderts. In: Festschrift Heinrich Besseler zum 60. Geburtstag. Leipzig 1961, S. 163–178.
- Ursula Günther: The Motets of the Manuscripts Chantilly, Musée Condé, 564 and Modena, Biblioteca Estense, α.M.5,24. Corpus Mensurabilis Musicae 39. American Institute of Musicology 1965.
- Nigel Wilkins: The Post-Machaut Generation of Poet-Musicians. Nottingham Medieval Studies / Brepols-Kontext.
- Andrew Wathey: Arbeiten zu anglo-französischen musikalischen Beziehungen, Hofmusik und Musikerpatronage im späten 14. Jahrhundert.
- Gareth Curtis und andere Forscher zur englischen Chapel Royal, St George’s Chapel, Windsor, und zur Musik am Hof Edwards III.
- Forschung zum Codex Chantilly, zu Bologna Q.15, zum Old-Hall-Manuskript, zur Strasbourg-Handschrift und zur englischen Ars-nova- und Ars-subtilior-Überlieferung.
- Studien zu Edward III., Philippa von Hennegau, Edward dem Schwarzen Prinzen, St George’s Chapel, dem Hosenbandorden und der politischen Semantik höfischer Musik im 14. Jahrhundert.
Onlinequellen
- Peter M. Lefferts: Alanus, J[ohannes] (d. 1373)
- DIAMM: Alanus, Johannes
- DIAMM: Sub Arturo plebs / Fons citharizantium / In omnem terram
- RISM Online: Alanus, Johannes
- IMSLP: Category Alanus, Johannes
- IMSLP: Sub Arturo plebs vallata / Fons citharizantium / In omnem terram
- Medieval Music Database: The Works of Johannes Alanus
- Medieval Music Database: Sub Arturo plebs vallata / Fons citharizancium / In omnem terram
- Medieval Music Database: Strasbourg, Bibliothèque Municipale 222 C.22
- The Binchois Consort: Sub Arturo plebs
- Hyperion Records: Sub Arturo plebs / Fons citharizancium / In omnem terram
- Oxford Academic: Sub Arturo plebs / Fons citharizancium / In omnem terram and the musician motets
- JSTOR: Brian Trowell, A Fourteenth-Century Ceremonial Motet and Its Composer
- JSTOR: Andrew Wathey, The Peace of 1360–1369 and Anglo-French Musical Relations
- HOASM: Johannes Aleyn (Alanus)
- Wikipedia English: Johannes Alanus
- Wikipedia Français: Johannes Alanus
- Wikipedia Deutsch: Johannes Alanus
- Wikipedia English: Sub Arturo plebs
- Wikipedia English: Aleyn
- VIAF: Johannes Alanus
- Deutsche Nationalbibliothek: GND Johannes Alanus
- Wikidata: Johannes Alanus
- Bibliothèque nationale de France: Katalogsuche Johannes Alanus
- data.bnf.fr: Suche Johannes Alanus
- WorldCat: Johannes Alanus
- DIAMM: F-CH MS 564, Codex Chantilly
- DIAMM: I-Bc Q.15
- DIAMM: GB-Ir HA 30
- British Library
- St George’s Chapel, Windsor Castle
- Early Music Sources: Mittelalterliche und frühneuzeitliche Musikquellen
- Medieval Music & Arts Foundation: Early Music FAQ
- Hyperion Records: The Binchois Consort
- Alamire Ensemble: Alte Musik und englische Polyphonie
Weiterführende Einträge
- Ars nova Musikalischer Stil- und Notationshorizont des 14. Jahrhunderts, in dem die Motette des Johannes Alanus grundsätzlich zu verorten ist.
- Ars subtilior Hochkomplexe Kunstmusik des späten 14. und frühen 15. Jahrhunderts, deren rhythmische und mensurale Verfahren für Sub Arturo plebs wichtig sind.
- Englische Motette Gattungskontext der dreistimmigen Musiker-Motette Sub Arturo plebs / Fons citharizantium / In omnem terram.
- Motette Mehrtextige mehrstimmige Gattung, in der Johannes Alanus sein zentrales überliefertes Werk schuf.
- Isorhythmie Strukturprinzip spätmittelalterlicher Motetten, entscheidend für die Konstruktion von Sub Arturo plebs.
- Mensuralnotation Notationssystem, das die rhythmische Komplexität von Alanus’ Motette ermöglicht.
- Musiker-Motette Sonderform der Motette, die Musik, Musiker, Musiktheorie und Komponistenruhm selbst thematisiert.
- Sub Arturo plebs Hauptwerk des Johannes Alanus und eines der bedeutendsten englischen Motettenwerke des späten Mittelalters.
- Codex Chantilly Zentrale Quelle der Ars subtilior, in der auch Sub Arturo plebs überliefert ist.
- Bologna Q.15 Wichtige Sammelhandschrift des frühen 15. Jahrhunderts mit einer Quelle zu Alanus’ Motette.
- Old-Hall-Manuskript Hauptquelle englischer Kirchenmusik des frühen 15. Jahrhunderts, wichtig für die Abgrenzung zwischen Johannes Alanus und W. Aleyn.
- Strasbourg 222 C.22 Verlorene Handschrift, deren Abschriften für die Alanus zugeschriebenen Lieder wichtig sind.
- Chanson Französischsprachige Liedgattung, zu der das Alanus zugeschriebene S’en vos por moy pitié ne truis gehört.
- Virelai Formes-fixes-Gattung, in der eines der Alanus zugeschriebenen Lieder überliefert ist.
- Lied im späten Mittelalter Mehrsprachiger Liedraum um 1400, wichtig für Min frow und Min herze.
- Englische Hofmusik des 14. Jahrhunderts Kontext von Chapel Royal, Windsor, Edward III., Hofkapellen und Musikerpatronage.
- Chapel Royal Königliche englische Kapelle, mit der John Aleyn als möglicher Alanus identifiziert wird.
- St George’s Chapel, Windsor Kanonikerstelle und möglicher musikalischer Wirkungsort John Aleyns; wichtig für die ältere Datierung von Sub Arturo plebs.
- Edward III. Englischer König, dessen Hof, Artus-Politik und Hosenbandorden in der Deutung von Sub Arturo plebs zentral sind.
- Edward der Schwarze Prinz Englischer Prinz, dessen Hofkapelle und militärischer Ruhm in der Interpretation der Motette eine Rolle spielen.
- Philippa von Hennegau Königin von England und mögliche Patronin des John Aleyn im höfisch-klerikalen Musikmilieu.
- Hosenbandorden Ritterorden Edwards III., der in älteren Deutungen als Anlasshintergrund von Sub Arturo plebs erscheint.
- Artusrezeption im Mittelalter Politisch-höfische Symbolik, die im Anfang Sub Arturo plebs möglicherweise auf Edward III. bezogen ist.
- Schlacht bei Poitiers 1356 Militärischer Ereignishorizont, mit dem die frühe Datierung der Motette verbunden wurde.
- John Dunstaple Späterer englischer Hauptkomponist des 15. Jahrhunderts, zu dessen Vorgeschichte Alanus’ Motette in Beziehung gesetzt wird.
- W. Aleyn Wahrscheinlich anderer englischer Komponist im Old-Hall-Manuskript, wichtig zur Abgrenzung von Johannes Alanus.
- Guido von Arezzo Musiktheoretiker, der im Motetus von Sub Arturo plebs als Autorität der Musikgeschichte genannt wird.
- Franco von Köln Musiktheoretiker der Mensuralnotation, im Musikgeschichtsabschnitt der Motette ausdrücklich genannt.
- Boethius Antiker Musiktheoretiker und philosophische Autorität, im Motetus der Alanus-Motette Teil der Traditionsreihe.
- Pythagoras Antike Zahl- und Musikautorität, deren Name in der Motette für die mathematische Ordnung der Musik steht.
- Gregor der Große Kirchliche Autorität der liturgischen Musikgeschichte, im Motetus von Sub Arturo plebs genannt.
- Musiktheorie des Mittelalters Theoretischer Hintergrund von Zahl, Mensur, Proportion, Autoritätenreihe und Selbstdeutung der Alanus-Motette.
- Zuschreibung in Musikquellen Quellenkritisches Problem, das bei Johannes Alanus besonders deutlich hervortritt.
- Autorschaft in der Mittelaltermusik Forschungsfeld zu Namensformen, Selbstnennung, Handschriften und dem Verhältnis von Komponist, Kopist und Institution.
- DIAMM Digital Image Archive of Medieval Music, zentrale Onlinequelle für Alanus, seine Motette und deren Handschriftenüberlieferung.
- RISM Internationales Quellenrepertorium, das Personen- und Werkdaten zu Johannes Alanus erschließt.
- Medieval Music Database Online-Datenbank mit Werk- und Quellenangaben zu Johannes Alanus, Strasbourg 222 C.22 und spätmittelalterlicher Polyphonie.