Akademie für Alte Musik Berlin
Deutsches Instrumentalensemble für Alte Musik, historisch informierte Aufführungspraxis und internationales Konzertleben.
Die Akademie für Alte Musik Berlin, häufig kurz Akamus genannt, ist ein deutsches Instrumentalensemble, das 1982 in Berlin gegründet wurde und zu den international prägenden Klangkörpern der historisch informierten Aufführungspraxis zählt. Das Ensemble spielt auf historischen Instrumenten beziehungsweise auf Nachbauten historischer Instrumente und verbindet kammermusikalische Beweglichkeit mit orchestraler Klangkultur. Sein Repertoire reicht von der Musik des 17. Jahrhunderts über Bach, Händel, Telemann, Vivaldi, Hasse und Gluck bis zur Wiener Klassik und zu ausgewählten Werken des frühen 19. Jahrhunderts.
Kurzübersicht
| Name | Akademie für Alte Musik Berlin. |
|---|---|
| Kurzname | Akamus. |
| Gründung | 1982 in Berlin. |
| Art | Instrumentalensemble, Kammerorchester und Spezialensemble für historisch informierte Aufführungspraxis. |
| Sitz | Berlin. |
| Repertoire | Alte Musik, Barock, Frühklassik, Klassik, Musiktheater, Oratorium, geistliche Vokalmusik und konzertantes Instrumentalrepertoire. |
| Besetzung | Flexible kammerorchestrale Besetzung mit historischen Streich-, Blas-, Tasten- und Continuoinstrumenten. |
| Konzertmeister | Zu den prägenden Konzertmeistern gehören Georg Kallweit, Bernhard Forck, Mayumi Hirasaki und Yves Ytier. |
| Künstlerische Partner | Langjährige und wiederkehrende Zusammenarbeit unter anderem mit René Jacobs, RIAS Kammerchor Berlin, Chor des Bayerischen Rundfunks, Sasha Waltz & Guests sowie zahlreichen internationalen Solisten. |
| Auszeichnungen | Unter anderem Grammy Award, Diapason d’Or, Gramophone Award, Choc de l’année, Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik, Telemann-Preis der Stadt Magdeburg und Bach-Medaille der Stadt Leipzig. |
| Kulturelle Bedeutung | Das Ensemble gehört zu den maßgeblichen deutschen Formationen, die Alte Musik nach 1980 als lebendige, international wirksame Konzert- und Theaterpraxis etabliert haben. |
Geschichte
Die Akademie für Alte Musik Berlin wurde 1982 in Berlin gegründet, also noch in der Zeit der deutschen Teilung. Ihr Entstehen gehört in eine Phase, in der sich die historisch informierte Aufführungspraxis in Europa zunehmend von einer Spezialistenbewegung zu einer einflussreichen musikalischen Praxis entwickelte. Während in Westeuropa Ensembles wie Concentus Musicus Wien, The English Concert, La Petite Bande oder Les Arts Florissants bereits markante Profile herausgebildet hatten, entstand mit Akamus in Ost-Berlin ein Ensemble, das die Beschäftigung mit historischen Instrumenten, Quellenarbeit und beweglicher Ensemblekultur unter besonderen kulturpolitischen Bedingungen entwickelte.
Schon früh verband sich das Ensemble mit dem Berliner Konzertleben. Nach wenigen Jahren etablierte sich eine eigene Konzertreihe, die bis heute ein wichtiges institutionelles Fundament bildet. Diese Verankerung in Berlin ist kulturgeschichtlich bedeutsam, weil Akamus nicht nur ein reisendes Spezialensemble wurde, sondern zugleich eine dauerhafte städtische Konzertidentität ausbildete.
Nach 1989 und der deutschen Wiedervereinigung veränderten sich die Arbeitsbedingungen grundlegend. Internationale Tourneen, Plattenproduktionen, Kooperationen mit führenden Dirigenten und eine wachsende Präsenz auf europäischen und außereuropäischen Konzertpodien machten die Akademie für Alte Musik Berlin zu einem der bekanntesten deutschen Ensembles für Alte Musik. Besonders die seit den 1990er Jahren intensivierte Zusammenarbeit mit René Jacobs, dem RIAS Kammerchor Berlin und später weiteren Chören und Solisten prägte das Profil des Ensembles nachhaltig.
Die Geschichte des Ensembles zeigt exemplarisch, wie die Alte-Musik-Bewegung nach 1980 ihre frühere Randstellung verlor. Aus einer historisch spezialisierten Praxis wurde eine international anerkannte Kunstform, die Opernhäuser, Festivals, Konzertreihen, Schallplattenproduktion und Musikausbildung beeinflusste. Akamus steht dabei für eine Verbindung von Quellenbewusstsein, rhythmischer Energie, kammermusikalischer Verantwortung und institutioneller Kontinuität.
Künstlerisches Profil
| Klangideal | Transparentes, bewegliches und artikulationsreiches Musizieren auf historischen Instrumenten, bei dem rhetorische Deutlichkeit, tänzerischer Impuls und kammermusikalische Reaktionsfähigkeit im Vordergrund stehen. |
|---|---|
| Arbeitsweise | Das Ensemble arbeitet in wechselnder Leitung durch Konzertmeister und mit ausgewählten Dirigenten. Dadurch verbindet sich kollektive Ensembleverantwortung mit projektbezogener künstlerischer Profilierung. |
| Aufführungspraxis | Die musikalische Arbeit orientiert sich an historischen Quellen, Instrumententypen, Spielweisen, Tempovorstellungen, Artikulationsformen, Verzierungspraktiken und Besetzungsfragen, ohne daraus eine museale Ästhetik abzuleiten. |
| Repertoirebreite | Der Schwerpunkt liegt auf Barock und Klassik, doch reicht das Repertoire von frühbarocker Oper und Kirchenmusik bis zu Beethoven, Méhul, Cherubini und Werken an der Schwelle zur Romantik. |
| Musiktheater | Akamus ist im Bereich der Barockoper und klassischen Oper besonders profiliert, unter anderem durch Produktionen mit René Jacobs und durch szenische Kooperationen. |
| Vokalmusik | Oratorien, Passionen, Messen, Kantaten und Opern bilden einen wesentlichen Teil des Repertoires. Die Zusammenarbeit mit Chören gehört zu den konstanten Arbeitsfeldern des Ensembles. |
| Instrumentale Praxis | Concerti grossi, Ouvertüren, Sinfonien, Solokonzerte, Kammermusik und konzertante Bühnenmusik werden aus der Perspektive historischer Klangrede erschlossen. |
Ensemble und künstlerische Leitung
Die Akademie für Alte Musik Berlin ist kein Orchester im streng hierarchischen spätromantischen Sinn. Ihr Selbstverständnis folgt eher dem Modell einer flexiblen, spezialisierten und kammermusikalisch denkenden Formation. Die Verantwortung für Klang, Phrasierung, Artikulation und Programmatik verteilt sich auf erfahrene Ensemblemitglieder, Konzertmeister, Gäste und Dirigenten.
Zu den prägenden Konzertmeistern und Leitungsfiguren gehören Georg Kallweit, Bernhard Forck, Mayumi Hirasaki und Yves Ytier. Sie stehen für eine Arbeitsweise, in der die erste Geige nicht nur eine technische Führungsfunktion ausübt, sondern die musikalische Rhetorik des Ensembles mitformt. Gerade im barocken und klassischen Repertoire ist diese Art der Leitung historisch naheliegend, weil viele Werke ursprünglich nicht aus der Perspektive des modernen Dirigentenorchesters gedacht wurden.
Die Zusammenarbeit mit Dirigenten ist dennoch zentral. René Jacobs wurde einer der wichtigsten künstlerischen Partner des Ensembles, besonders im Bereich Oper, Oratorium und großformatiger Vokalmusik. Daneben arbeiteten unter anderem Emmanuelle Haïm, Marcus Creed, Daniel Reuss, Peter Dijkstra, Hans-Christoph Rademann, Bernard Labadie, Paul Agnew, Diego Fasolis, Fabio Biondi, Rinaldo Alessandrini, Christophe Rousset und Francesco Corti mit Akamus. Diese Kooperationen zeigen, dass das Ensemble nicht auf eine einzige Schule festgelegt ist, sondern verschiedene Interpretationsansätze der historisch informierten Praxis produktiv aufnehmen kann.
Instrumentarium und Klang
| Streicher | Violinen, Violen, Violoncelli und Kontrabässe auf historischen Instrumenten oder Nachbauten; der Klang ist weniger auf homogene Massierung als auf Artikulation, Transparenz und Beweglichkeit ausgerichtet. |
|---|---|
| Holzbläser | Traversflöten, Oboen, Fagotte, Klarinetten und historische Sonderformen werden je nach Repertoire in stilgerechter Bauweise eingesetzt. |
| Blechbläser | Naturtrompeten, Naturhörner und andere historische Blasinstrumente erzeugen einen Klang, der die Balance und Farbigkeit barocker und klassischer Partituren anders akzentuiert als moderne Instrumente. |
| Continuo | Cembalo, Orgel, Laute, Theorbe, Gitarre, Violoncello, Viola da gamba und Fagott können je nach Werk als Generalbassgruppe eingesetzt werden. |
| Stimmung und Temperierung | Historische Stimmtonhöhen und temperierte Systeme werden projektbezogen verwendet, um Repertoire, Entstehungsort und Aufführungskontext angemessen zu berücksichtigen. |
| Klangästhetik | Die Farbigkeit des Ensembles entsteht aus der Spannung von historischer Materialität, rhetorischer Artikulation, tänzerischer Energie und moderner Bühnenspannung. |
Repertoire
Das Repertoire der Akademie für Alte Musik Berlin umfasst einen großen Teil der europäischen Musik zwischen dem 17. und frühen 19. Jahrhundert. Dabei stehen nicht nur kanonische Komponisten im Mittelpunkt, sondern auch wiederzuentdeckende Werke, vergessene Opern, selten gespielte Oratorien und musikgeschichtliche Übergangszonen.
| Johann Sebastian Bach | Passionen, Kantaten, Brandenburgische Konzerte, h-Moll-Messe, Weihnachtsoratorium, Solokonzerte und instrumentale Werke. |
|---|---|
| Carl Philipp Emanuel Bach | Sinfonien, Konzerte, Magnificat und Werke aus der empfindsamen Stilwelt des mittleren 18. Jahrhunderts. |
| Georg Friedrich Händel | Opern, Oratorien, Concerti grossi, Coronation Anthems, Messiah, Belshazzar, Agrippina, Solomon und weitere Bühnen- und Vokalwerke. |
| Georg Philipp Telemann | Opern, Kantaten, Solokonzerte, Orchesterwerke, Instrumentalkonzerte und Werke zwischen deutscher, französischer, italienischer und polnischer Stiltradition. |
| Antonio Vivaldi | Konzerte, Doppelkonzerte, Cello- und Violinkonzerte, geistliche Werke und italienische Virtuosenmusik. |
| Christoph Willibald Gluck | Opern- und Arienrepertoire zwischen italienischer Tradition und Opernreform. |
| Joseph Haydn | Sinfonien, Oratorien, Opern und Werke der Wiener Klassik in historisch informierter Perspektive. |
| Wolfgang Amadeus Mozart | Sinfonien, Requiem, Messen, Konzerte, Opernbezüge, Arien und kammerorchestrale Werke. |
| Ludwig van Beethoven | Ausgewählte Sinfonien und Werke, häufig im Dialog mit Vorbildern und Zeitgenossen der Klassik. |
| Oper und Musiktheater | Werke von Purcell, Hasse, Händel, Telemann, Haydn, Mozart, Pergolesi, Scarlatti, Bononcini und weiteren Komponisten des 17. und 18. Jahrhunderts. |
Berliner Konzertleben
Die Berliner Verankerung ist für das Profil der Akademie für Alte Musik Berlin entscheidend. Die eigene Abo-Reihe am Konzerthaus Berlin bildet seit Jahrzehnten einen stabilen Ort der Begegnung zwischen Ensemble und Publikum. Damit ist Akamus nicht nur ein international reisendes Orchester, sondern zugleich ein Bestandteil der Berliner Musiklandschaft.
Diese Doppelstellung ist kulturgeschichtlich wichtig. Viele Ensembles der Alten Musik entstanden aus projektbezogener Spezialpraxis, doch Akamus entwickelte eine dauerhafte institutionelle Präsenz. Dadurch konnten Repertoirepflege, Publikumserziehung, Programmkonzeption und Ensembleidentität kontinuierlich wachsen. Das Berliner Publikum wurde nicht nur mit vertrauten Werken des Barock und der Klassik angesprochen, sondern auch mit weniger bekannten Kompositionen und historischen Programmideen konfrontiert.
Die Berliner Konzertreihe zeigt außerdem, dass historisch informierte Aufführungspraxis nicht nur als Rekonstruktion vergangener Musik verstanden werden muss. Sie ist eine moderne Konzertkultur, die historische Quellen mit heutigen Hörgewohnheiten, städtischer Öffentlichkeit und internationalem Kulturverkehr vermittelt.
Musiktheater und szenische Projekte
Ein besonderer Schwerpunkt der Akademie für Alte Musik Berlin liegt im Musiktheater. Barockoper, klassische Oper und szenisch gedachte Vokalwerke gewinnen durch historische Instrumente und rhetorisch bewegliches Spiel eine eigene dramatische Präsenz. In diesem Bereich wurde die Zusammenarbeit mit René Jacobs besonders prägend, weil sie philologische Genauigkeit, theatralische Energie und vokale Charakterzeichnung miteinander verband.
Akamus wirkte an zahlreichen Opern- und Oratorienprojekten mit. Dazu gehören Werke von Händel, Hasse, Telemann, Haydn, Mozart, Purcell und anderen Komponisten. Die szenische Zusammenarbeit mit Sasha Waltz & Guests bei Henry Purcells Dido and Aeneas zeigt exemplarisch, dass Alte Musik auch im zeitgenössischen Tanz- und Regietheater neue Formen gewinnen kann.
Das Ensemble steht damit für eine wichtige Entwicklung der letzten Jahrzehnte: Historisch informierte Aufführungspraxis ist nicht auf Konzertpodien beschränkt, sondern wirkt tief in Oper, Tanztheater, Regieästhetik und interdisziplinäre Bühnenformate hinein.
Zusammenarbeit mit Chören und Solisten
Die Akademie für Alte Musik Berlin ist in ihrer Wirkung eng mit vokalen Partnern verbunden. Besonders die Zusammenarbeit mit dem RIAS Kammerchor Berlin zählt zu den prägenden Konstanten. Durch diese Verbindung entstanden zahlreiche Aufführungen und Einspielungen, die barocke und klassische Vokalmusik in hohem interpretatorischem Rang erschlossen.
Daneben arbeitet Akamus regelmäßig mit dem Chor des Bayerischen Rundfunks und weiteren Vokalensembles zusammen. Auch internationale Solisten prägen das Profil des Ensembles. Dazu gehören Sängerinnen und Sänger ebenso wie Instrumentalvirtuosen. Die Zusammenarbeit mit Künstlern wie Isabelle Faust, Kit Armstrong, Alexander Melnikov, Carlo Vistoli, Bejun Mehta, Annette Dasch, Christina Landshamer, Vivica Genaux oder Xenia Löffler zeigt die Breite des künstlerischen Netzwerks.
Gerade im Bereich der Alten Musik ist die Arbeit mit Solisten nicht bloß eine Frage äußerer Besetzung. Sie betrifft den Stil der musikalischen Kommunikation. Rezitativ, Arie, konzertierender Dialog, Generalbass und instrumentale Rhetorik verlangen ein enges Zusammenspiel zwischen Ensemble und Einzelstimme. Akamus hat aus dieser dialogischen Struktur ein zentrales Merkmal seines Musizierens gemacht.
Auszeichnungen und Anerkennung
| Grammy Award | Internationale Auszeichnung im Kontext der erfolgreichen Aufnahmetätigkeit des Ensembles. |
|---|---|
| Diapason d’Or | Französischer Schallplattenpreis, der mehrfach mit den Aufnahmen des Ensembles verbunden ist. |
| Gramophone Award | Britischer Preis für klassische Musikaufnahmen und Indikator internationaler diskographischer Anerkennung. |
| Choc de l’année | Auszeichnung der französischen Musikpublizistik, die die hohe Resonanz der Einspielungen unterstreicht. |
| Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik | Deutsche Auszeichnung für herausragende Tonträgerproduktionen. |
| Telemann-Preis der Stadt Magdeburg | 2006 erhielt das Ensemble diese Auszeichnung, die besonders die Bedeutung für die Pflege und Erschließung Telemanns würdigt. |
| Bach-Medaille der Stadt Leipzig | 2014 erhielt Akamus diese Auszeichnung als Anerkennung seiner Bach-Interpretationen und seiner Rolle im internationalen Bach-Repertoire. |
| Ehrenpreis der deutschen Schallplattenkritik | Der Ehrenpreis würdigt die besondere Bedeutung des Ensembles für die Tonträgerkultur und die interpretatorische Entwicklung der Alten Musik. |
Ausführlicher Kulturüberblick
Die Akademie für Alte Musik Berlin ist mehr als ein Spezialensemble für historisches Instrumentarium. Sie gehört zu jenen Formationen, die die Wahrnehmung des europäischen Musikkanons nachhaltig verändert haben. Vor der Etablierung der historisch informierten Aufführungspraxis wurden viele Werke des 17. und 18. Jahrhunderts im Klangbild moderner Sinfonieorchester gehört. Akamus und vergleichbare Ensembles stellten diese Selbstverständlichkeit infrage. Sie zeigten, dass historische Instrumente, kleinere Besetzungen, veränderte Artikulation, andere Tempi, Generalbasspraxis und rhetorisch gedachte Phrasierung nicht bloß antiquarische Details sind, sondern den Sinn einer Komposition wesentlich mitbestimmen.
Für die deutsche Musikkultur besitzt das Ensemble eine besondere Bedeutung, weil es aus Berlin heraus eine eigenständige, international konkurrenzfähige Tradition der Alten Musik entwickelte. Der Zeitpunkt der Gründung im Jahr 1982 ist dabei nicht nebensächlich. In der geteilten Stadt entstand ein Ensemble, das sich auf eine europäische Vergangenheit bezog und zugleich in die Zukunft einer offenen, grenzüberschreitenden Musikkultur wies. Nach der Wiedervereinigung wurde Akamus zu einem der musikalischen Botschafter des neuen Berlin.
Das Repertoire des Ensembles umfasst zentrale Namen des Kanons, doch die kulturelle Leistung besteht nicht nur in der Aufführung bekannter Werke. Gerade die Wiederbelebung von Opern, Oratorien, Kantaten, Sinfonien und Konzerten weniger präsenter Komponisten erweitert das historische Hörfeld. Wenn Werke von Hasse, Keiser, Platti, Wranitzky, Johann Christian Bach, Wilhelm Friedemann Bach oder Carl Philipp Emanuel Bach in hochwertigen Aufführungen erscheinen, verändert sich die Vorstellung davon, was Musikgeschichte ist. Sie wird weniger als Abfolge weniger Meisterfiguren und stärker als vielstimmiges kulturelles Feld erfahrbar.
Die diskographische Arbeit von Akamus hat diese Wirkung verstärkt. Tonträger, Rundfunkproduktionen und digitale Veröffentlichungen machen Interpretationen dauerhaft verfügbar und prägen Unterricht, Forschung, Konzertprogramme und Hörgewohnheiten. Besonders die Verbindung mit harmonia mundi schuf einen internationalen Resonanzraum, in dem deutsche, französische, italienische und englische Repertoires neu gehört werden konnten.
Auch die Opernpraxis des Ensembles ist kulturgeschichtlich wichtig. Barockoper wurde lange als schwer zugängliche Sonderwelt wahrgenommen. Durch lebendige Tempi, sprechende Begleitung, plastische Affektdarstellung und dramaturgisch bewegliches Musizieren hat Akamus dazu beigetragen, diese Werke wieder als Theater erscheinen zu lassen. Die Oper wird nicht als restauriertes Museumsobjekt, sondern als unmittelbare Handlung, als Körper, Affekt, Sprache und Klang verstanden.
Im weiteren Sinn steht die Akademie für Alte Musik Berlin für eine moderne Form kultureller Erinnerung. Sie rekonstruiert nicht einfach Vergangenheit, sondern macht historische Differenz ästhetisch produktiv. Alte Musik wird dadurch nicht alt im Sinne des Abgelegten, sondern gegenwärtig im Sinne einer erneuerten Erfahrung. Gerade diese Spannung zwischen historischer Genauigkeit und heutiger Wirkung erklärt die Bedeutung des Ensembles für die Kultur der Gegenwart.
Werkverzeichnis, Repertoirefelder und diskographische Hauptaufnahmen
Bei einem Instrumentalensemble ist ein Werkverzeichnis nicht im Sinne eigener Kompositionen zu verstehen. An seine Stelle tritt ein Verzeichnis der erarbeiteten Repertoirefelder, exemplarischen Produktionen und zentralen Einspielungen. Die offizielle Diskographie der Akademie für Alte Musik Berlin umfasst rund hundert Aufnahmen; die folgende Übersicht ordnet die wichtigsten Werkgruppen und veröffentlichten Produktionen kulturlexikalisch.
| Johann Sebastian Bach: Brandenburgische Konzerte | Ein zentrales Repertoirestück der historisch informierten Instrumentalpraxis; die Einspielung markiert Akamus als Bach-Ensemble mit kammerorchestraler Präzision. |
|---|---|
| Johann Sebastian Bach: Matthäus-Passion | Großformatiges Passionswerk, häufig in Verbindung mit vokalen Partnern und historischer Klangrede aufgeführt. |
| Johann Sebastian Bach: h-Moll-Messe | Eine der zentralen geistlichen Großformen des Bach-Repertoires; wichtig für die Verbindung von Chor, Solisten und historischem Instrumentarium. |
| Johann Sebastian Bach: Weihnachtsoratorium | Mehrfach im Repertoire und in der Diskographie vertreten; exemplarisch für die Arbeit an Kantatenzyklus, Festmusik und barocker Theologie des Klangs. |
| Johann Sebastian Bach: Violinkonzerte und Doppelkonzerte | Instrumentale Bach-Pflege mit solistischer Beweglichkeit und kammermusikalischem Ensembleverständnis. |
| Carl Philipp Emanuel Bach: Sinfonien | Repertoire des empfindsamen Stils und der Übergangszone zwischen Barock und Klassik. |
| Carl Philipp Emanuel Bach: Oboenkonzerte | Einspielung mit Xenia Löffler und Beispiel für die Profilierung historischer Holzbläserkultur. |
| Carl Philipp Emanuel Bach: Magnificat | Vokal-instrumentales Werk, das die Spannung zwischen barocker Tradition und empfindsamem Ausdruck hörbar macht. |
| Carl Philipp Emanuel Bach: The 1786 Charity Concert | Historisch rekonstruierendes Konzertprojekt, das Aufführungsgeschichte selbst zum Programm macht. |
| Georg Friedrich Händel: Concerti grossi op. 3 | Kernbestand des barocken Konzertrepertoires und wichtig für die Ensemblekultur von Akamus. |
| Georg Friedrich Händel: Concerti grossi op. 3 und op. 6 | Diskographisch zentrale Werkgruppe, in der barocke Gruppenkontraste, Soli und Tutti-Strukturen profiliert werden. |
| Georg Friedrich Händel: Messiah | Oratorium in Zusammenarbeit mit vokalen Partnern; wichtig für die englische Oratorientradition. |
| Georg Friedrich Händel: Coronation Anthems | Repräsentative englische Festmusik mit Chor und Orchester. |
| Georg Friedrich Händel: Agrippina | Operneinspielung, die Händels frühe dramatische Charakterzeichnung und italienische Operntradition erschließt. |
| Georg Friedrich Händel: Belshazzar | Oratorisches Bühnenwerk zwischen dramatischer Handlung und geistlich-historischer Erzählung. |
| Georg Friedrich Händel: Solomon | Oratorium, das höfische Repräsentation, Bibelstoff und englische Chorkultur verbindet. |
| Georg Friedrich Händel: Poro, re dell’Indie | Opernproduktion aus dem italienischen Händel-Repertoire. |
| Georg Philipp Telemann: Pimpinone | Komische Oper beziehungsweise Intermezzo-Tradition; wichtig für Telemanns Bühnenschaffen. |
| Georg Philipp Telemann: Miriways | Opernproduktion, die Telemanns Theaterwerk jenseits des bekannten Instrumentalrepertoires sichtbar macht. |
| Georg Philipp Telemann: Sieg der Schönheit | Neuere Telemann-Produktion und Beispiel für die fortgesetzte Repertoireerschließung des Ensembles. |
| Georg Philipp Telemann: Ino und späte Werke | Vokal-instrumentales Spätwerk mit solistischer Ausrichtung. |
| Georg Philipp Telemann: Violakonzerte | Aufnahme mit Antoine Tamestit; Beispiel für die solistische Erweiterung des Telemann-Bildes. |
| Georg Philipp Telemann: Blockflötenwerke | Aufnahme mit Maurice Steger; exemplarisch für Virtuosität und Farbigkeit der barocken Bläserkultur. |
| Georg Philipp Telemann: La Bizarre | Orchester- und Konzertrepertoire, das Telemanns stilistische Vielfalt zeigt. |
| Antonio Vivaldi: Doppelkonzerte | Italienische Konzertpraxis mit dialogischer Solistenstruktur. |
| Antonio Vivaldi: Cellokonzerte | Solistisches Konzertrepertoire mit virtuoser und gesanglicher Ausrichtung. |
| Antonio Vivaldi: Sacro Furore | Projekt mit Carlo Vistoli, das geistliche und affektgeladene italienische Vokalmusik verbindet. |
| Arcangelo Corelli: Concerti grossi op. 6 | Grundbestand der barocken Concerto-grosso-Tradition und wichtiger Bezugspunkt für spätere Konzertformen. |
| Giovanni Benedetto Platti: Concerti grossi nach Corelli | Repertoire, das Corellis Nachwirkung und die europäische Verbreitung italienischer Konzertmodelle zeigt. |
| Henry Purcell: King Arthur | Englisches Semi-Opera-Repertoire mit René Jacobs; wichtig für das Verhältnis von Schauspiel, Masque, Tanz und Musik. |
| Henry Purcell: Dido and Aeneas | Szenisch besonders wirksam in der Zusammenarbeit mit Sasha Waltz & Guests; Beispiel für die Gegenwart barocker Oper im modernen Tanztheater. |
| Johann Adolf Hasse: Piramo e Tisbe | Oper des 18. Jahrhunderts, die Akamus in den Kontext der Wiederentdeckung der Opera seria stellt. |
| Alessandro Scarlatti: Griselda | Italienisches Opernrepertoire mit Bedeutung für die Vorgeschichte der Opera seria. |
| Giovanni Battista Pergolesi: Septem verba a Christo | Geistliches Vokalwerk mit dramatisch-affektiver Anlage. |
| Johann Christian Bach: Missa da Requiem | Geistliches Werk eines Bach-Sohnes, das den Übergang zur vorklassischen Klangwelt markiert. |
| Johann Christian Bach: Symphonies & Concertos | Instrumentalrepertoire zwischen galantem Stil, Londoner Musikleben und Frühklassik. |
| Johann Ludwig Bach: Trauermusik | Geistliche Vokalmusik aus dem weiteren Bach-Umfeld. |
| Wilhelm Friedemann Bach: Symphonies | Sinfonisches Repertoire eines Bach-Sohnes zwischen Kontrapunkt, Empfindsamkeit und vorklassischer Formbildung. |
| Friedrich der Große: Music for the Berlin Court | Hofmusik des friderizianischen Berlin und kulturgeschichtlich naheliegender Bezug zum preußischen Musikleben. |
| Joseph Haydn: L’isola disabitata | Opernprojekt der Wiener Klassik in historisch informierter Perspektive. |
| Joseph Haydn: Die sieben letzten Worte | Geistlich-meditatives Instrumental- beziehungsweise Vokalrepertoire, das zwischen Liturgie, Konzert und Andacht steht. |
| Wolfgang Amadeus Mozart: Requiem d-Moll | Zentrales geistliches Werk der Klassik, häufig im Dialog mit Chor- und Solistenpartnern realisiert. |
| Wolfgang Amadeus Mozart: Krönungsmesse und weitere Werke | Kirchenmusik der Klassik mit repräsentativem und liturgischem Bezug. |
| Wolfgang Amadeus Mozart: Gran Partita | Bläserrepertoire der Klassik, das historische Instrumentalfarben besonders deutlich hervortreten lässt. |
| Wolfgang Amadeus Mozart: Klarinettenkonzert und Sinfonien Nr. 29 und 33 | Aufnahme mit Ernst Schlader; Beispiel für klassisches Konzertrepertoire auf historischen Instrumenten. |
| Wolfgang Amadeus Mozart: Lieder und Arien | Produktion mit Annette Dasch und Beispiel für die Verbindung von vokaler Klassik und historischem Orchesterklang. |
| W. A. Mozart after J. S. Bach: Adagios & Fugues | Programm, das Mozarts Auseinandersetzung mit Bach und die historische Traditionsbildung des 18. Jahrhunderts sichtbar macht. |
| Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 6 Pastorale | Klassisches bis frühromantisches Repertoire in historisch informierter Lesart, häufig im Zusammenhang mit Naturdarstellung und Vorbildern des 18. Jahrhunderts. |
| Beethoven, Méhul und Cherubini | Programmatische Verbindung von Beethoven mit französischer Revolutions- und Opernästhetik. |
| Paul Wranitzky: Symphonies | Erweiterung des klassischen Sinfoniekanons um einen wichtigen Zeitgenossen Haydns, Mozarts und Beethovens. |
| Che puro ciel: The Rise of Classical Opera | Programm mit Bejun Mehta, das die Entwicklung der klassischen Oper und der Gesangskultur des 18. Jahrhunderts beleuchtet. |
| Arias for Farinelli | Projekt mit Vivica Genaux zu Broschi, Giacomelli, Porpora und Hasse; Beispiel für die Rekonstruktion virtuoser Kastratenkultur. |
| Deutsche Barocklieder | Produktion mit Annette Dasch zu Krieger, Hammerschmidt und Albert; wichtig für die Pflege deutschsprachiger Lied- und Generalbasskultur. |
| Ouvertüren für die Hamburger Oper | Programm zu Schürmann, Erlebach, Händel, Keiser und Schiefferdecker; erschließt die Opernkultur Hamburgs im frühen 18. Jahrhundert. |
| Concerto Venice: The Golden Age | Programm zur venezianischen Konzertkultur und ihrer europäischen Ausstrahlung. |
| Bach’s Roots | Projekt mit Voces Suaves zu Komponisten vor Johann Sebastian Bach; wichtig für genealogische Repertoireerschließung. |
| La Passione | Programm mit Christina Landshamer, das Affekt, Passionstopik und vokale Ausdruckskultur verbindet. |
Einordnung in die Alte-Musik-Bewegung
Die Akademie für Alte Musik Berlin gehört in eine internationale Ensemblelandschaft, die seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Aufführung älterer Musik neu begründet hat. Dabei geht es nicht nur um Instrumente, sondern um eine andere Art, musikalische Zeit, Gestik und Sprache zu denken. Barocke und klassische Musik werden nicht als Vorstufen romantischer Klangfülle behandelt, sondern aus ihren eigenen ästhetischen Bedingungen heraus interpretiert.
Im Vergleich zu manchen frühen Pionieren der Bewegung wirkt Akamus weniger streng archäologisch und stärker theatralisch-energetisch. Das Ensemble sucht nicht die bloße Demonstration historischer Korrektheit, sondern eine musikalische Gegenwart, die aus historischer Differenz entsteht. Dies erklärt die starke Wirkung im Konzertsaal und auf der Opernbühne.
Das Ensemble hat damit auch die Wahrnehmung der deutschen Musiktradition verändert. Bach, Telemann, Händel, die Bach-Söhne und die frühe Klassik erscheinen nicht als statische Monumente, sondern als bewegliche, affektgeladene, oft überraschend dramatische Musik. In dieser Perspektive wird Alte Musik zu einem Medium kultureller Erneuerung.
Sekundärliteratur
- Brown, Howard Mayer; Sadie, Stanley: Performance Practice. Music after 1600. London und New York 1989.
- Butt, John: Playing with History: The Historical Approach to Musical Performance. Cambridge 2002.
- Haynes, Bruce: The End of Early Music: A Period Performer’s History of Music for the Twenty-First Century. Oxford 2007.
- Haskell, Harry: The Early Music Revival: A History. London 1988.
- Kenyon, Nicholas: Authenticity and Early Music: A Symposium. Oxford 1988.
- Lawson, Colin; Stowell, Robin: The Historical Performance of Music: An Introduction. Cambridge 1999.
- Leech-Wilkinson, Daniel: The Modern Invention of Medieval Music: Scholarship, Ideology, Performance. Cambridge 2002.
- Sherman, Bernard D.: Inside Early Music: Conversations with Performers. Oxford 1997.
- Taruskin, Richard: Text and Act: Essays on Music and Performance. Oxford 1995.
- Dreyfus, Laurence: Early Music Defended against Its Devotees: A Theory of Historical Performance in the Twentieth Century. In: The Musical Quarterly, 1983.
- Fabian, Dorottya: Bach Performance Practice, 1945–1975: A Comprehensive Review of Sound Recordings and Literature. Aldershot 2003.
- Donington, Robert: The Interpretation of Early Music. London 1963.
- Neumann, Frederick: Ornamentation in Baroque and Post-Baroque Music. Princeton 1978.
- Mertin, Josef: Alte Musik: Wege zur Aufführungspraxis. Wien 1978.
- Harnoncourt, Nikolaus: Musik als Klangrede: Wege zu einem neuen Musikverständnis. Salzburg und Wien 1982.
- Harnoncourt, Nikolaus: Der musikalische Dialog. Salzburg und Wien 1984.
- Wolff, Christoph: Johann Sebastian Bach. Frankfurt am Main 2000.
- Hogwood, Christopher: Handel. London 1984.
- Zohn, Steven: Music for a Mixed Taste: Style, Genre, and Meaning in Telemann’s Instrumental Works. Oxford 2008.
- Heartz, Daniel: Music in European Capitals: The Galant Style, 1720–1780. New York 2003.
Onlinequellen
- https://akamus.de/de
- https://akamus.de/en
- https://akamus.de/en/orchestra
- https://akamus.de/en/musicians
- https://akamus.de/en/concert-series
- https://akamus.de/de/h%C3%B6ren-sehen/diskographie
- https://akamus.de/en/discography
- https://akamus.de/en/orchestra/awards
- https://akamus.de/en/orchestra/international-guest-performances
- https://www.harmoniamundi.com/en/artistes/akademie-fur-alte-musik-berlin/
- https://www.konzerthaus.de/en/magazin/akademie-fur-alte-musik/493
- https://www.laphil.com/musicdb/artists/234/akademie-fur-alte-musik-berlin
- https://ivyartists.com/ivy-artist/akamus-berlin/
- https://www.nativedsd.com/artist/akademie-fur-alte-musik-berlin/
- https://www.prestomusic.com/classical/artists/1027--akademie-fur-alte-musik-berlin
- https://www.deutschlandfunkkultur.de/
- https://www.swr.de/swr2/
- https://www.rsb-online.de/
- https://www.rias-kammerchor.de/
- https://www.br-chor.de/
- https://www.staatsoper-berlin.de/
- https://www.sashawaltz.de/
- https://www.deutscherschallplattenpreis.de/
- https://www.bachfestleipzig.de/
- https://de.wikipedia.org/wiki/Akademie_f%C3%BCr_Alte_Musik_Berlin
- https://en.wikipedia.org/wiki/Akademie_f%C3%BCr_Alte_Musik_Berlin
Weiterführende Einträge
- Akademie Begriff für musikalische, künstlerische und wissenschaftliche Institutionen.
- Alte Musik Sammelbegriff für Musik früherer Epochen und ihre moderne Aufführungskultur.
- Historische Aufführungspraxis Interpretationsrichtung, die musikalische Quellen, historische Instrumente und frühere Spielweisen berücksichtigt.
- Barockmusik Musik des 17. und frühen 18. Jahrhunderts mit rhetorischer, affektiver und kontrapunktischer Prägung.
- Generalbass Harmonisches und praktisches Fundament der barocken Ensemble- und Vokalmusik.
- Concerto grosso Barocke Konzertform mit Wechselspiel zwischen Solistengruppe und Gesamtensemble.
- Kammerorchester Kleinere Orchesterformation mit beweglicher, transparenter Klangstruktur.
- Barockoper Musiktheater des Barock zwischen Affekt, Arie, Rezitativ und höfischer Repräsentation.
- Oratorium Vokal-instrumentale Großform zwischen geistlicher Erzählung, Konzert und dramatischer Anlage.
- Kantate Vokal-instrumentale Gattung, besonders wichtig für Bach und die protestantische Kirchenmusik.
- Passion Musikalische Vertonung der Leidensgeschichte Christi.
- RIAS Kammerchor Berlin Berliner Vokalensemble und wichtiger Partner der Alten-Musik-Szene.
- René Jacobs Sänger und Dirigent, prägend für Oper und Oratorium in historisch informierter Aufführungspraxis.
- Sasha Waltz Choreographin, deren Bühnenarbeit Alte Musik und zeitgenössischen Tanz miteinander verbindet.
- Johann Sebastian Bach Zentraler Komponist des barocken Repertoires und der historisch informierten Aufführungspraxis.
- Georg Friedrich Händel Komponist von Opern, Oratorien und Instrumentalwerken des europäischen Barock.
- Georg Philipp Telemann Produktiver Barockkomponist mit besonderer Bedeutung für Oper, Kirchenmusik und Instrumentalrepertoire.
- Antonio Vivaldi Italienischer Komponist und Violinvirtuose, zentral für die Konzertform des Barock.
- Carl Philipp Emanuel Bach Komponist des empfindsamen Stils und wichtiger Vermittler zwischen Barock und Klassik.
- Christoph Willibald Gluck Opernkomponist und zentrale Figur der Opernreform des 18. Jahrhunderts.
- Joseph Haydn Komponist der Wiener Klassik und prägende Gestalt von Sinfonie, Streichquartett und Oratorium.
- Wolfgang Amadeus Mozart Komponist der Wiener Klassik mit zentraler Bedeutung für Oper, Konzert, Sinfonie und Kirchenmusik.
- Ludwig van Beethoven Komponist an der Schwelle zwischen Klassik und Romantik.
- Musiktheater Szenische Verbindung von Musik, Handlung, Sprache, Körper und Raum.
- Konzerthaus Berlin Berliner Konzertort mit zentraler Bedeutung für das städtische Musikleben.