Arnt von Aich
Arnt von Aich war ein aus Aachen stammender Kölner Buchdrucker und Besitzer der sogenannten Lupuspresse bei St. Lupus in Köln. Kulturgeschichtlich ist er vor allem als Drucker des nach ihm benannten Liederbuchs des Arnt von Aich bedeutsam, einer frühen gedruckten Sammlung weltlicher deutscher Mehrstimmigkeit. Seine Offizin steht an der Schnittstelle von volkssprachlichem Buchdruck, Holzschnittkultur, populären Gebrauchstexten, Nachrichtenblättern, religiöser Literatur und musikalischem Lieddruck.
Überblick
Arnt von Aich gehört zu denjenigen frühen Druckern, deren Name nicht durch ein großes, geschlossenes Autorenwerk überliefert ist, sondern durch die materielle Kultur des Buchdrucks. Er war kein Komponist im engeren Sinn, sondern Drucker, Unternehmer und Vermittler von Texten und Musik. Gerade dadurch ist er für die Kulturgeschichte wichtig. Seine Drucke zeigen, welche Stoffe im Köln des frühen 16. Jahrhunderts als verkäuflich, lesbar, singbar und anschaulich galten: geistliche Andacht, Volksbücher, medizinische Gebrauchstexte, Nachrichten, Bilder, Erzählstoffe und mehrstimmige Lieder.
Sein Name ist besonders mit dem Liederbuch des Arnt von Aich verbunden. Dieser Druck trägt den historischen Titel 75 hubscher Lieder myt Discant, Alt, Bas und Tenor und gehört zu den frühen gedruckten Sammlungen deutscher weltlicher Mehrstimmigkeit. Die moderne Forschung diskutiert seine Datierung, seine Vorlagen und seinen Charakter als Nachdruck. Wahrscheinlich ist der Druck nicht als originelle musikalische Redaktion, sondern als kommerziell motivierte Übernahme älterer Lieddrucke zu verstehen. Dennoch ist er als Überlieferungszeugnis unschätzbar, weil er einen großen Bestand deutscher mehrstimmiger Lieder bewahrt.
Die Schreibweise von Aich verweist nach damaliger Kölner beziehungsweise rheinischer Namenspraxis auf Aachen. Die Person ist quellenmäßig nur unvollständig greifbar. Unsicher bleibt, ob der 1474 in Köln genannte Bote, Herold oder Spruchsprecher gleichen Namens mit dem späteren Drucker identisch ist. Sicherer ist die Druckertätigkeit in Köln, die Verbindung mit der Lupuspresse und der Tod vor beziehungsweise spätestens am 28. Juni 1530, dem Datum einer urkundlichen Teilungsverhandlung.
Kurzdaten
| Name | Arnt von Aich. |
|---|---|
| Namensformen | Arnd von Aich, Arndt von Aich, Arnoldus von Aich, Arnt von Aych, Arnt van Aich, Arnt van Aych; die Form Aich ist als rheinisch-kölnische Schreibweise für Aachen zu verstehen. |
| Geburt | Unbekannt; vermutlich in Aachen oder aus Aachen stammend. |
| Tod | Vor beziehungsweise spätestens am 28. Juni 1530 in Köln; das Datum bezieht sich auf eine urkundliche Nachlass- beziehungsweise Teilungsverhandlung. |
| Beruf | Buchdrucker, Druckunternehmer, Besitzer der Lupuspresse, Hersteller volkssprachlicher Drucke, Drucker des nach ihm benannten Liederbuchs und Vermittler früher gedruckter Liedkultur. |
| Mögliche frühere Identität | Eine Gleichsetzung mit einem 1474 in Köln genannten Boten, Herold oder Spruchsprecher gleichen Namens ist möglich, aber nicht gesichert. |
| Wirkungsort | Köln, besonders im Bereich der Trankgasse bei St. Lupus. |
| Offizin | Lupuspresse, nach der Lage bei der Kirche St. Lupus beziehungsweise nach der Druckadresse vur sent lupus oder by sent Lupus benannt. |
| Druckzeitraum | Für Arnt von Aich sind Drucke vor allem aus der Zeit etwa 1513 bis 1526 greifbar; 1526 zog er sich offenbar aus der aktiven Druckerei zurück. |
| Familie | Verheiratet mit Ida beziehungsweise Ytgin Grutter; der Sohn Johann von Aich und Schwiegersöhne beziehungsweise Verwandte führten Drucktraditionen in Köln fort. |
| Hauptdruck | 75 hubscher Lieder myt Discant, Alt, Bas und Tenor, gewöhnlich als Liederbuch des Arnt von Aich bezeichnet. |
| Kulturgeschichtliche Bedeutung | Arnt von Aich ist wichtig für die Geschichte des Kölner Buchdrucks, des frühen deutschen Lieddrucks, der volkssprachlichen Druckkultur und der gedruckten Überlieferung weltlicher Mehrstimmigkeit im frühen 16. Jahrhundert. |
Leben und Druckertätigkeit
Über Arnt von Aichs frühes Leben ist wenig sicher bekannt. Der Name deutet auf Aachen als Herkunftsort, und die Deutsche Biographie beschreibt ihn ausdrücklich als aus Aachen stammend. Ob der bereits 1474 in Köln genannte Bote, Herold oder Spruchsprecher gleichen Namens mit dem späteren Buchdrucker identisch ist, bleibt offen. Diese mögliche Identität wäre kulturgeschichtlich reizvoll, weil sie eine Verbindung zwischen mündlicher öffentlicher Rede, städtischem Nachrichtendienst, performativer Spruchpraxis und späterem Druckgewerbe herstellen würde. Beweisbar ist sie jedoch nicht.
Greifbar wird Arnt von Aich vor allem in Köln. Dort besaß er die Lupuspresse, eine Offizin, deren Name mit St. Lupus beziehungsweise der Druckadresse vur sent lupus verbunden ist. Die Druckerei lag im Umfeld der Trankgasse und war auf volkssprachliche, praktisch verwertbare und bildlich attraktive Drucke ausgerichtet. Anders als große humanistische oder lateinisch-universitäre Druckereien bediente die Lupuspresse ein Publikum, das Andachtsdrucke, Volksbücher, kurze Nachrichten, medizinische Gebrauchsschriften, Kalender- und Praktiktexte sowie unterhaltende Erzählstoffe nachfragte.
Um 1526 zog sich Arnt von Aich aus der aktiven Druckerei zurück. Nach seinem Tod wurde die Presse für seine Witwe und den noch unmündigen Sohn weitergeführt. Sein Schwiegersohn Laurenz von der Mülen spielte dabei eine zentrale Rolle. Der Sohn Johann von Aich wurde später ebenfalls als Drucker greifbar. Die Geschichte der Lupuspresse ist daher nicht nur die Geschichte eines einzelnen Druckers, sondern auch eine Familien- und Nachfolgegeschichte, in der Witwe, Sohn und Schwiegersöhne wirtschaftliche und druckpraktische Funktionen übernahmen.
Der Tod Arnt von Aichs ist nicht durch ein genaues Sterberegisterdatum im modernen Sinn gesichert, sondern durch die urkundliche Situation vor beziehungsweise am 28. Juni 1530. Deshalb ist in wissenschaftlichen Darstellungen häufig die Formulierung „vor dem 28. Juni 1530“ oder „spätestens 28. Juni 1530“ vorzuziehen. Für eine Kulturlexikon-Seite kann der vom Nutzer vorgegebene Todestag angegeben werden, sollte aber mit dem Hinweis auf die quellenkritische Form der Datierung verbunden bleiben.
Ausführlicher Kulturüberblick
Arnt von Aichs Bedeutung liegt in einer Epoche, in der der Buchdruck sich von der reinen Herstellung großer lateinischer Texte und gelehrter Bücher zunehmend in Richtung eines breiteren, volkssprachlichen Marktes bewegte. Köln war im frühen 16. Jahrhundert eine wichtige Druckstadt. Die Stadt besaß religiöse Institutionen, Wallfahrtsbeziehungen, städtische Öffentlichkeit, Handelskontakte, ein lese- und hörbereites Publikum und eine starke Tradition volkssprachlicher Frömmigkeit. Die Lupuspresse gehört in genau dieses Milieu.
Die Drucke aus der Aich-Offizin zeigen, dass frühneuzeitliche Druckkultur nicht allein aus gelehrten Traktaten bestand. Sie umfasste geistliche Gebete, Wallfahrtsbüchlein, Volksbücher, wundersame Erzählungen, medizinische Anweisungen, Nachrichten über Kriege oder Naturereignisse und musikalische Liederbücher. Der Drucker musste daher weniger als Autor denn als Marktbeobachter, technischer Produzent und kultureller Vermittler handeln. Er entschied, welche Stoffe sich lohnten, welche Titelbilder anziehend wirkten, welche Texte in kölnischer, niederdeutscher oder hochdeutsch beeinflusster Sprache erreichbar waren und wie Drucke für Käufer erkennbar gemacht wurden.
Das Liederbuch des Arnt von Aich steht innerhalb dieser Druckkultur an einer besonderen Stelle. Musikdruck war um 1510 bis 1520 technisch und wirtschaftlich anspruchsvoll. Vierstimmige Liedsätze mussten in Stimmbüchern geordnet, Notation und Text koordiniert und Käufer für ein relativ spezialisiertes Produkt gefunden werden. Dass ein Kölner Drucker wie Arnt von Aich ein solches Projekt wagte, zeigt die wachsende Nachfrage nach mehrstimmiger Liedkultur. Zugleich macht die Forschung deutlich, dass es sich wahrscheinlich nicht um eine selbständige musikalische Edition im modernen Sinn handelte, sondern um einen Nachdruck beziehungsweise um eine Kompilation aus älteren Vorlagen.
Gerade dieser Nachdruckcharakter ist kulturgeschichtlich interessant. Er zeigt, dass Lieddrucke schon sehr früh einem Markt ausgesetzt waren, in dem Repertoire übernommen, neu zusammengesetzt, kopiert und weiterverkauft wurde. Geistiges Eigentum im modernen Sinn spielte kaum eine Rolle. Entscheidend war, ob ein Druck verkäuflich war. Die Aich-Sammlung bewahrt dadurch Lieder, die sonst teilweise verloren wären, aber sie verschleiert zugleich ihre Herkunft aus älteren Druck- und Hofkapellenzusammenhängen.
Die in der modernen Gesamtausgabe und in der Forschung genannten Komponisten zeigen den hohen Rang des Repertoires. Heinrich Isaac, Paul Hofhaimer, Erasmus Lapicida, Adam von Fulda, Adam Rener, Wolfgang Grefinger, Matthaeus Pipelare und Georg Brack stehen für höfische, süddeutsche, niederländische und habsburgische Musikkultur um 1500. Das Liederbuch ist daher nicht nur ein Kölner Druckereignis, sondern ein Zeugnis der Zirkulation von Liedern zwischen Hofkapellen, städtischem Musikleben, Druckwerkstätten und späterer Sammlungspraxis.
Für eine kulturgeschichtliche Betrachtung ist ferner wichtig, dass Arnt von Aichs Offizin zahlreiche nichtmusikalische Drucke herstellte. Wallfahrtsbüchlein und Andachtsdrucke verweisen auf religiöse Praxis; medizinische Büchlein auf praktisches Alltagswissen; Volksbücher und Erzählstoffe auf Unterhaltung und moralische Belehrung; Nachrichtenblätter auf eine entstehende Drucköffentlichkeit. Das Aich-Liederbuch steht also nicht isoliert, sondern gehört zu einem Druckprogramm, das populäre Kultur, Frömmigkeit, Gebrauchswissen und Musizieren miteinander verbindet.
Die Lupuspresse in Köln
Die Lupuspresse war eine Kölner Offizin, deren Bezeichnung von der Lage bei St. Lupus herkommt. In Druckadressen erscheinen Formeln wie by sent Lupus oder vur sent lupus. Nur ein Teil der Drucke nennt den Drucker ausdrücklich. Andere werden durch Adresse, Typen, Holzschnittmaterial, Zierleisten oder druckgeschichtliche Vergleiche der Lupuspresse zugeordnet. Die Erforschung dieser Offizin ist daher stark von Bibliographie, Typenkunde, Wasserzeichen, Holzschnittanalyse und Vergleich der erhaltenen Exemplare abhängig.
Die Drucke der Lupuspresse waren häufig volkssprachlich und bildorientiert. Titelblätter mit Holzschnitten, wiederverwendete Zierleisten, Bildinitialen und einfache, markante typographische Anordnungen gehörten zur Verkaufsstrategie. Diese Drucke richteten sich nicht nur an gelehrte Leser, sondern an ein breiteres Publikum, für das Bilder, kurze Titel, bekannte Stoffe und praktische Brauchbarkeit wichtig waren.
Die Lupuspresse ist deshalb ein Beispiel dafür, wie frühneuzeitliche Druckereien funktionierten. Sie waren Werkstätten, Handelsorte, Medienproduzenten und Markteinheiten zugleich. Ihre Drucke entstanden nicht in einem neutralen technischen Raum, sondern in städtischen Netzwerken von Kunden, Lieferanten, Ratskontrolle, religiösen Konflikten, Konkurrenzdruck und familiärer Nachfolge.
Das Liederbuch des Arnt von Aich
Das nach Arnt von Aich benannte Liederbuch trägt den historischen Titel 75 hubscher Lieder myt Discant, Alt, Bas und Tenor. Es handelt sich um eine Sammlung mehrstimmiger weltlicher Lieder in Stimmbüchern. Der Titel nennt vier Stimmen: Diskant, Alt, Bass und Tenor. Moderne Nachweise sprechen je nach Zählung von 75 vierstimmigen Tonsätzen oder von 76 Liedern. Die Differenz erklärt sich aus der Überlieferung, aus redaktionellen Zählweisen und aus der Frage, ob bestimmte Teile als selbständige Stücke oder als zusammengehörige Einheiten behandelt werden.
Die ältere Forschung datierte das Liederbuch häufig um 1510 oder 1518/1519. Neuere typographische und kontextuelle Überlegungen legen eher eine Datierung um 1514/1515 nahe. Wichtig ist dabei der Vergleich mit anderen frühen Lieddrucken, besonders mit Drucken aus dem Umfeld Peter Schöffers des Jüngeren und Erhart Oeglins. Die Sammlung steht also in einer kurzen, intensiven Phase des frühen deutschen Lieddrucks.
Das Liederbuch ist nicht nur deshalb bedeutend, weil es alt ist. Sein Rang liegt vor allem in der Breite des Repertoires. Es enthält weltliche deutsche Lieder, die aus höfischen und städtischen Kontexten stammen und teilweise mit bedeutenden Komponisten um 1500 verbunden werden. Die Texte und Tenores verweisen auf Liebeslied, Gesellschaftslied, höfische Kommunikation, scherzhafte und derbe Töne, kontrafaktische Beziehungen und die Verbindung von gesungener, gespielter und gedruckter Musik.
Die Sammlung ist zugleich ein Beispiel für die Ambivalenz früher Drucküberlieferung. Einerseits rettet sie Repertoire, das sonst verloren wäre. Andererseits überliefert sie dieses Repertoire in einer typographisch und redaktionell problematischen Form. Fehler, Unordnung, Nachdruckcharakter und Abhängigkeit von verlorenen Vorlagen gehören zur historischen Aussage des Drucks. Das Liederbuch zeigt nicht eine perfekte Edition, sondern die reale Werkstattpraxis eines frühen, kommerziell motivierten Musikdrucks.
Notendruck, Holzschnitt und Drucktechnik
Der frühe Musikdruck war technisch anspruchsvoll. Töne, Linien, Textunterlegung, Stimmbuchordnung und Seitenaufteilung mussten in ein druckbares Format gebracht werden. Während einige Drucker mit beweglichen Musiktypen arbeiteten, zeigt das Aich-Liederbuch eine andere materielle Situation. Die Forschung hat darauf hingewiesen, dass Aichs Druck als Holzschnitt beziehungsweise in einem stark bild- und blockdrucknahen Verfahren zu verstehen ist, während die Schöffer-Drucke mit beweglichen Lettern gesetzt wurden. Diese technische Differenz ist für die Datierung und Abhängigkeitsfrage wesentlich.
Holzschnitt und Zierleisten waren in der Lupuspresse generell wichtig. Aich verwendete Bildmaterial wieder, setzte Randleisten neu zusammen und nutzte visuelle Wiedererkennbarkeit als Teil seiner Druckökonomie. Die gleiche Werkstattlogik, die bei Andachtsbüchlein, medizinischen Büchlein und Volksbüchern eine Rolle spielte, wirkte auch beim Liederbuch. Musikdruck erscheint dadurch nicht als isolierte Spezialkunst, sondern als Teil der allgemeinen frühneuzeitlichen Druckwerkstatt.
Die technische Eigenart des Liederbuchs erklärt auch manche Schwäche der Überlieferung. Ein Drucker, der kein hochspezialisierter Musikdrucker war, musste mit vorhandenen Mitteln ein schwieriges Produkt herstellen. Fehler, unklare Ordnung oder typographische Unebenheiten sind nicht bloße Mängel, sondern Hinweise auf die Produktionsbedingungen. Sie zeigen, wie neu und riskant der gedruckte mehrstimmige Liedband im deutschen Sprachraum noch war.
Repertoire, Hofkapellen und Zuschreibungsprobleme
Das Repertoire des Aich-Liederbuchs verweist auf musikalische Netzwerke um 1500. Es enthält nicht einfach Kölner Lokalmusik, sondern Material, das mit süddeutschen, habsburgischen, niederländischen und höfischen Zusammenhängen verbunden ist. Die Forschung bringt Teile des Repertoires mit der Kapelle Kaiser Maximilians I. und mit der Kapelle des Augsburger Bischofs Friedrich von Zollern in Verbindung. Damit wird der Kölner Druck zu einem Zeugnis überregionaler Liedzirkulation.
Die Zuschreibung einzelner Stücke ist schwierig. Viele Lieder sind anonym überliefert oder nur durch Vergleich mit Konkordanzen bestimmten Komponistenkreisen zuzuordnen. Namen wie Heinrich Isaac, Paul Hofhaimer, Erasmus Lapicida, Adam von Fulda, Adam Rener, Wolfgang Grefinger, Matthaeus Pipelare und Georg Brack markieren daher nicht immer einfache Autorschaft im modernen Sinn. Sie bezeichnen ein Repertoireumfeld, in dem Komposition, Bearbeitung, Tenorübernahme, Kontrafaktur und stimmliche Ergänzung ineinandergreifen.
Gerade diese Unschärfe macht das Liederbuch kulturgeschichtlich wertvoll. Es zeigt, dass die deutsche Liedkultur um 1500 nicht als Besitz einzelner genialer Autoren organisiert war, sondern als bewegliches Repertoire. Lieder wanderten zwischen Handschrift, Hofkapelle, Druck, Bearbeitung, Aufführung und erneutem Druck. Arnt von Aich steht als Drucker an einem Punkt dieser Wanderung.
Familie, Nachfolge und Druckerdynastie
Nach Arnt von Aichs Rückzug und Tod blieb die Druckerei nicht sofort verschwunden. Seine Witwe Ida beziehungsweise Ytgin Grutter, sein Sohn Johann von Aich und sein Schwiegersohn Laurenz von der Mülen gehören zur Nachgeschichte der Lupuspresse. Auch Caspar Vopelius wird als Schwiegersohn mit der Familie verbunden. Die Druckgeschichte der Aich-Familie ist daher ein Beispiel für die Bedeutung verwandtschaftlicher Strukturen im frühen Buchdruck.
Johann von Aich setzte die Druckertätigkeit in Köln fort und ist unter Formen wie Jan van Ach oder Johannes Aquensis greifbar. In der späteren Lupuspresse- und Kölner Druckgeschichte treten außerdem weitere Namen der Familie oder des Umfelds auf. Diese Nachfolge war nicht konfliktfrei. Der Kölner Rat überwachte Druckereien, vor allem wenn reformatorische oder als ketzerisch bewertete Texte verbreitet wurden. Die Lupuspresse steht deshalb auch für die Spannung zwischen Druckökonomie, städtischer Kontrolle und religiösem Konflikt im Zeitalter der Reformation.
Druck- und Werkverzeichnis
Arnt von Aich war kein Autor im engeren literarischen oder musikalischen Sinn. Ein Werkverzeichnis muss deshalb als Druck- und Offizinverzeichnis verstanden werden. Die Forschung nennt für seine Werkstatt ungefähr zwanzig erhaltene Drucke aus der Zeit 1513 bis 1526. Da manche Drucke nur über Adresse, Typenmaterial, Holzschnitte oder spätere bibliographische Zuordnung der Lupuspresse zugeschrieben werden, ist die Grenze zwischen persönlichem Arnt-von-Aich-Druck, Werkstattdruck und Nachfolgedruck quellenkritisch zu behandeln. Die folgende Übersicht erfasst den kulturlexikalisch greifbaren Kernbestand und die wichtigsten Werkgruppen.
| 75 hubscher Lieder myt Discant, Alt, Bas und Tenor | Der Hauptdruck Arnt von Aichs; gewöhnlich als Liederbuch des Arnt von Aich bezeichnet. Es handelt sich um eine frühe Sammlung weltlicher deutscher Mehrstimmigkeit in vier Stimmbüchern, wahrscheinlich um 1514/1515 gedruckt, älter auch um 1510 oder 1518/1519 datiert. |
|---|---|
| Liederbuch des Arnt von Aich | Moderner Forschungstitel für den historischen Lieddruck. Die Sammlung wird in älteren Editionen als erste Partiturausgabe der 75 vierstimmigen Tonsätze und in jüngeren Nachweisen teils mit 76 Liedern geführt. |
| Ein frolich wesen | Ein im Liederbuch überlieferter beziehungsweise im Umkreis deutscher und niederländischer Liedkonkordanzen wichtiger Liedtyp; steht exemplarisch für die überregionale Zirkulation weltlicher Mehrstimmigkeit. |
| In minen sin | Im Kontext der Forschung zu deutsch-niederländischen Liedbeziehungen als einschlägiger Liedtitel genannt; zeigt die Verbindung von Aichs Druck mit einem größeren frankoflämisch-deutschen Repertoirekreis. |
| O werder mund | Beispiel für die Berührungspunkte zwischen deutschem Lieddruck und niederländisch-frankoflämischer Liedüberlieferung. |
| O Venus band | Beispiel für das weltliche Liebesliedrepertoire, das in der frühen Drucküberlieferung mehrfach zirkuliert. |
| Ich schell mein horn | Im Zusammenhang mit dem Liederbuch und der politischen beziehungsweise höfischen Liedüberlieferung erwähnter Titel; die Melodie wurde auch mit Herzog Ulrichs Jagdlied in Verbindung gebracht. |
| Weitere Lieder des Aich-Liederbuchs | Das Liederbuch enthält zahlreiche weitere weltliche Lieder, darunter Liebeslieder, scherzhafte Lieder, höfische Lieder und mehrstimmige Tenorlied-Sätze. Die vollständige Einzelzählung ist in den Ausgaben von Bernoulli/Moser und Eichler/Klöckner sowie in RISM- und Spezialkatalogen nachzuschlagen. |
| Dit synt die XV andechtige gebeden der hilgen Frouwen sent Brigitten | Andachtsdruck zu den fünfzehn Gebeten der heiligen Birgitta vom Leiden Christi; mit Druckangabe zu Köln bei St. Lupus beziehungsweise bei Arnt von Aich überliefert. |
|---|---|
| Wallfahrtsbüchlein des Arnt von Aich | Um 1517 datierter beziehungsweise diskutierter Druck zu großen Wallfahrtsorten an Rhein, Maas und Mosel, darunter Maastricht, Aachen, Kornelimünster, Düren, Köln und Trier. Der Druck gehört zu den wichtigen Zeugnissen volkssprachlicher Wallfahrts- und Bildfrömmigkeit. |
| Boychelgyn der ewyger selicheit | Geistlicher Druck aus dem Umfeld der Lupuspresse, mit hochwertigen Holzschnitten und in der Forschung auch wegen der Holzschnitt- und Titelblattgestaltung hervorgehoben. |
| Passionsdrucke | Drucke zur Passion Christi beziehungsweise zur Auslegung der Passion gehören zum Umfeld der Lupuspresse. Einzelne spätere oder um 1530 datierte Drucke sind quellenkritisch zwischen Arnt von Aich, Johann von Aich und der Werkstattnachfolge zu unterscheiden. |
| Sibillen-Wahrsagungen | In älteren Druckerbiographien als Werk aus dem Aich- beziehungsweise Aich-Nachfolgeumfeld genannt; verbindet Prophetie, Frömmigkeit und volkssprachliche Druckkultur. |
| Christenspiegel und verwandte Erbauungsliteratur | In der Forschung zur Kölner Überlieferung deutscher Texte werden Drucke aus dem Umfeld der Lupuspresse mit christlich-erbaulichen Texten verbunden. Die Einzelzuordnung ist bibliographisch und nach Exemplarstand zu prüfen. |
| Lied von Herzog Ernst | Ein frühneuzeitlicher Druck beziehungsweise Druckzusammenhang des Herzog Ernst-Stoffes wird mit Arnt von Aich beziehungsweise der Lupuspresse in Verbindung gebracht; der Stoff gehört zur volkssprachlichen Erzähltradition und zur populären Druckkultur. |
|---|---|
| Die sieben weisen Meister | Volksbuchstoff aus dem Umkreis der Lupuspresse; zeigt die Bedeutung erzählender, moralisch-unterhaltender Literatur im Druckprogramm. |
| Historie von Kaiser Octavian | Volksbuch beziehungsweise Erzählstoff, der im Kontext der Lupuspresse genannt wird; wichtig für die Verbindung von höfischer Fabel, Unterhaltung und gedruckter Volkssprache. |
| Volksbuch von Kaiser Barbarossa | Populärer Erzählstoff aus dem Druckprogramm beziehungsweise dem Lupuspresse-Umfeld; verbindet Reichsmythos, Wundergeschichte und volkssprachlichen Buchdruck. |
| Eulenspiegel-Drucke der Nachfolge | Der berühmte Eulenspiegel-Druck von 1539 gehört nicht mehr zu Arnt von Aichs persönlicher Druckertätigkeit, sondern zur Nachfolge seines Sohnes Johann von Aich. Er ist dennoch für die Druckerdynastie Aich wichtig. |
| Chirurgiebüchlein | In disem biechlin find man gar ain schoene vnderwysung ..., ein chirurgischer Gebrauchsdruck. Nicole Schwindt verweist auf den Druck von 1514 und auf typographische beziehungsweise dekorative Parallelen zum Liederbuch. |
|---|---|
| Chirurgia parva | Kleiner chirurgischer Druck beziehungsweise medizinischer Gebrauchstext aus dem Umfeld der Lupuspresse; steht für den praktischen Wissensmarkt des frühen Buchdrucks. |
| Hebammenbuch | Medizinisch-praktischer Druck aus dem Druckprogramm beziehungsweise Umfeld der Lupuspresse; zeigt den Markt für alltagsnahes, deutschsprachiges Gesundheitswissen. |
| Remedia und Arzneitexte | Die Kölner Drucküberlieferung im Umkreis der Lupuspresse enthält medizinische und heilkundliche Kurztexte; Einzelzuweisungen sind über VD16, Benzing und Spezialbibliographien zu prüfen. |
| Zeitungen zu kriegerischen Ereignissen | Die Lupuspresse veröffentlichte Nachrichten beziehungsweise Zeitungen zu militärischen Ereignissen in Italien und auf dem Balkan. Diese Drucke zeigen die Nähe von Buchdruck, Aktualität und städtischer Öffentlichkeit. |
|---|---|
| Zeitung zum Azoren-Erdbeben 1522 | Ein Nachrichtenblatt über das Erdbeben auf den Azoren gehört zum Spektrum der Lupuspresse und dokumentiert die frühe gedruckte Vermittlung von Naturkatastrophen. |
| Weitere Einblatt- und Kurzdrucke | Ein Teil der Lupuspresse-Produktion bestand aus kurzen, teils nur fragmentarisch erhaltenen Drucken, deren Einzelzuordnung über VD16, Benzing und Exemplarnachweise zu kontrollieren ist. |
| Eduard Bernoulli und Hans Joachim Moser, 1930 | Das Liederbuch des Arnt von Aich. Köln um 1510. Erste Partitur-Ausgabe der 75 vierstimmigen Tonsätze, Kassel: Bärenreiter, 1930; grundlegende moderne Partiturausgabe der älteren Forschung. |
|---|---|
| Cornetto-Faksimile beziehungsweise Faksimile-Edition | Faksimile-Edition des Liederbuchs, in Katalogen unter anderem als Liederbuch des Arnt von Aich, Köln 1519 geführt; für die materielle Gestalt der Stimmbücher wichtig. |
| Dieter Eichler und Dieter Klöckner, Gesamtausgabe | Das Liederbuch des Arndt von Aich. Gesamtausgabe, Stuttgart: Cornetto-Verlag, 2011, zweite überarbeitete und erweiterte Auflage; moderne praktische und wissenschaftlich orientierte Ausgabe. |
| IMSLP-Digitalnachweise | IMSLP führt das Liederbuch als Renaissance-Sammlung für vier unbegleitete Stimmen und macht Digitalisate beziehungsweise Notenmaterial greifbar. |
| RISM- und Bibliotheksnachweise | Die musikbibliographische Erschließung erfolgt unter anderem über RISM, DNB, Deutsche Digitale Bibliothek, HathiTrust, Universitätsbibliothek Basel und weitere Spezialkataloge. |
| Heinrich Isaac | Komponist des habsburgischen und frankoflämischen Umfelds; in modernen Katalog- und Editionsnachweisen als Teil des Repertoireumfelds des Aich-Liederbuchs genannt. |
|---|---|
| Paul Hofhaimer | Organist und Komponist im Umfeld Maximilians I.; im Zusammenhang der Aich-Gesamtausgabe und des frühen deutschen Liedrepertoires genannt. |
| Erasmus Lapicida | Komponist des frühen 16. Jahrhunderts; Teil des Repertoireumfelds in modernen Nachweisen zum Liederbuch. |
| Adam von Fulda | Musiktheoretiker und Komponist; im Katalogumfeld der Aich-Gesamtausgabe genannt. |
| Adam Rener | Komponist und Kapellmusiker; im Repertoireumfeld des Liederbuchs genannt. |
| Wolfgang Grefinger | Komponist des frühen 16. Jahrhunderts; in modernen Nachweisen zum Aich-Liederbuch aufgeführt. |
| Jörg Brack | Auch Georg Brack; im Zusammenhang der modernen Gesamtausgabe und der Repertoirezuordnung genannt. |
| Matthaeus Pipelare | Frankoflämischer Komponist; Teil des größeren Repertoirehorizonts der Sammlung. |
| Anonyme Komponisten | Ein erheblicher Teil des Liederbuchrepertoires ist anonym überliefert oder nur über Konkordanzen und stilistische Vergleiche erschließbar. |
| Persönlich namentlich gezeichnete Drucke | Drucke, in denen Arnt von Aich ausdrücklich genannt wird, besitzen die höchste Zuordnungssicherheit. |
|---|---|
| Drucke mit Adresse bei St. Lupus | Drucke mit Formeln wie by sent Lupus oder vur sent lupus werden der Lupuspresse zugeordnet, auch wenn der Name des Druckers nicht immer erscheint. |
| Typographisch zugewiesene Drucke | Einzelne Drucke werden durch Zierleisten, Holzschnitte, Typenmaterial und Vergleich mit gesicherten Drucken zugeschrieben. |
| Nachfolgedrucke | Drucke nach 1526 beziehungsweise um 1530 und später sind quellenkritisch zwischen Arnt von Aich, seiner Witwe, Johann von Aich, Laurenz von der Mülen und weiteren Angehörigen des Druckerumfelds zu unterscheiden. |
| Verlorene oder erschlossene Vorlagen | Das Aich-Liederbuch beruht wahrscheinlich auf älteren, heute verlorenen Lieddrucken, besonders aus dem Umfeld Peter Schöffers des Jüngeren; diese Vorlagen sind nicht als Aich-Drucke, sondern als erschlossene Quellen des Nachdrucks zu behandeln. |
Sekundärliteratur
| Josef Benzing | Die Drucke der Lupuspresse zu Köln (Arnd und Johann von Aich), in: Archiv für Geschichte des Buchwesens, Band 1, 1958 beziehungsweise 1959, Sp. beziehungsweise S. 365–370; grundlegende Spezialstudie zu den Drucken der Lupuspresse. |
|---|---|
| Josef Benzing | Artikel Aich, Arnd in der Neuen Deutschen Biographie, Band 1, 1953; kurze, belastbare biografische Einordnung mit Hinweis auf Lupuspresse, Rückzug 1526, Nachfolge und Liederbuch. |
| Leonhard Ennen | Artikel Aich, Arnd von in der Allgemeinen Deutschen Biographie, Band 1, 1875; ältere biografische Darstellung mit frühen Angaben zur Druckgeschichte. |
| Nicole Schwindt | Das Liederbuch des Arnt von Aich im Kontext der frühen Lieddrucke, in: Klaus Pietschmann, Hrsg., Das Erzbistum Köln in der Musikgeschichte des 15. und 16. Jahrhunderts, Beiträge zur Rheinischen Musikgeschichte, 2008; wichtige Studie zu Datierung, Druckkontext, Repertoire und Marktcharakter des Liederbuchs. |
| Grantley McDonald und Sanna Raninen | The songbooks of Peter Schöffer the Younger and Arnt von Aich: a typographical assessment, in: Senfl-Studien 3, Wien 2018; zentrale typographische Untersuchung zur Abhängigkeit des Aich-Liederbuchs von Schöffer-Drucken. |
| Eduard Bernoulli und Hans Joachim Moser | Das Liederbuch des Arnt von Aich. Köln um 1510. Erste Partitur-Ausgabe der 75 vierstimmigen Tonsätze, Kassel: Bärenreiter, 1930; ältere grundlegende Partiturausgabe. |
| Dieter Eichler und Dieter Klöckner | Das Liederbuch des Arndt von Aich. Gesamtausgabe, Stuttgart: Cornetto-Verlag, 2011; moderne Gesamtausgabe des Liederbuchs. |
| Willi Kahl | Studien zur Kölner Musikgeschichte des 16. und 17. Jahrhunderts, Krefeld 1953; wichtig für den Kölner musikgeschichtlichen Kontext. |
| Wolfgang Schmitz | Die Überlieferung deutscher Texte im Kölner Buchdruck des 15. und 16. Jahrhunderts, Köln 1990; wichtig für die Einordnung der Lupuspresse in die Kölner volkssprachliche Drucküberlieferung. |
| Erich Stephany | Studie zum Wallfahrtsbüchlein des Arnt von Aich und seinen Bildern von Maastricht, Aachen, Kornelimünster, Düren, Köln und Trier; wichtig für die religiöse Bild- und Wallfahrtsdruckkultur der Lupuspresse. |
| VD 16 | Das Verzeichnis der im deutschen Sprachbereich erschienenen Drucke des 16. Jahrhunderts ist für die genaue bibliographische Identifizierung der Aich- und Lupuspresse-Drucke grundlegend. |
| RISM | Répertoire International des Sources Musicales; wichtig für die musikbibliographische Erschließung des Aich-Liederbuchs und seiner Konkordanzen. |
| DNB und Deutsche Digitale Bibliothek | Normdaten, Editionsnachweise, Inhaltsverzeichnisse und bibliographische Überlieferung zu Arnt von Aich, dem Liederbuch und modernen Ausgaben. |
| IMSLP | Digitaler Nachweis des Liederbuchs als Sammlung für vier unbegleitete Stimmen; nützlich für schnelle Orientierung, aber stets mit wissenschaftlichen Editions- und Katalogdaten abzugleichen. |
Onlinequellen
Weiterführende Einträge
- Aachen Erschließt die Herkunftsbezeichnung von Aich und den rheinisch-maasländischen Kulturraum.
- Adam von Fulda Verweist auf einen der Komponisten beziehungsweise Komponistenkreise, die im Umfeld des Aich-Liederbuchs genannt werden.
- Adam Rener Vertieft das Hofkapellen- und Liedrepertoire, das mit dem Aich-Liederbuch verbunden ist.
- Arp Schnitger Nicht unmittelbar mit Aich verbunden, aber für den größeren Zusammenhang nordwestdeutscher Musik- und Handwerkskultur ergänzend relevant.
- Buchdruck Bietet den mediengeschichtlichen Oberbegriff für Aichs Tätigkeit als Kölner Drucker.
- Druckerzeichen Erklärt Signaturen, Holzschnitte und Wiedererkennungsformen frühneuzeitlicher Druckwerkstätten.
- Früher Notendruck Vertieft die technische und wirtschaftliche Schwierigkeit gedruckter Mehrstimmigkeit um 1500.
- Geistliche Andachtsliteratur Schließt an Aichs Birgitta-Gebete, Wallfahrtsdrucke und erbauliche Drucke an.
- Georg Brack Führt zu einem im Umfeld des Aich-Liederbuchs genannten Komponisten der frühen deutschen Liedkultur.
- Heinrich Isaac Erschließt den hochrangigen habsburgisch-frankoflämischen Repertoirehorizont des Aich-Liederbuchs.
- Herold Vertieft die unsichere mögliche Frühidentität Aichs als Bote, Herold oder Spruchsprecher.
- Hofkapelle Erklärt die institutionellen Repertoirewege, über die Lieder aus Hofkreisen in Drucke gelangten.
- Holzschnitt Bietet den technischen Hintergrund zu den Bild- und Zierleistendrucken der Lupuspresse.
- Köln Der zentrale Wirkungsort Aichs und einer der wichtigen Druck-, Handels- und Frömmigkeitsräume des frühen 16. Jahrhunderts.
- Kölner Buchdruck Vertieft die lokale Drucklandschaft, in der die Lupuspresse arbeitete.
- Kontrafaktur Erklärt den Zusammenhang von Textwechsel, Tenorübernahme und Liedzirkulation im frühen 16. Jahrhundert.
- Lieddruck Der zentrale Gattungs- und Medienbegriff für das Aich-Liederbuch.
- Liederbuch Bietet den allgemeinen Rahmen für Sammlungen mehrstimmiger und einstimmiger Liedüberlieferung.
- Lupuspresse Erschließt Aichs Offizin bei St. Lupus und deren volkssprachliches Druckprogramm.
- Matthaeus Pipelare Verweist auf den frankoflämischen Repertoirehorizont des Aich-Liederbuchs.
- Mehrstimmiges Lied Erklärt die musikalische Grundform der im Aich-Liederbuch überlieferten Sätze.
- Nachrichtenblatt Vertieft die Aktualitätsdrucke der Lupuspresse zu Krieg, Katastrophen und Ereignissen.
- Notendruck Erklärt die drucktechnische Herausforderung, Musik in Stimmbüchern zu vervielfältigen.
- Paul Hofhaimer Erschließt einen der wichtigsten Komponisten und Organisten im Umfeld des Aich-Liedrepertoires.
- Peter Schöffer der Jüngere Bietet den wichtigsten Vergleichspunkt für die typographische und quellenkritische Einordnung des Aich-Liederbuchs.
- Renaissance-Musik Ordnet Aichs Lieddruck in die mehrstimmige Musik um 1500 ein.
- RISM Erklärt ein zentrales Nachweisinstrument für musikalische Quellen und frühe Drucke.
- Stimmbuch Vertieft die materielle Form, in der das Aich-Liederbuch seine vier Stimmen überliefert.
- Volksbuch Schließt an die erzählenden und populären Drucke der Lupuspresse an.
- Wallfahrtsbuch Erschließt das religiöse Drucksegment der Lupuspresse zwischen Bild, Ort und Andacht.
- Wolfgang Grefinger Verweist auf einen Komponisten des frühen 16. Jahrhunderts im Repertoireumfeld des Aich-Liederbuchs.