Sieglinde Maria Ahrens
Sieglinde Maria Ahrens ist eine deutsche Organistin, Komponistin und Hochschullehrerin. Ihr Wirken verbindet die Berliner katholische Kirchenmusik ihres Vaters Joseph Ahrens, die französische Moderne Olivier Messiaens, die Orgel- und Kirchenmusikausbildung an der Folkwang Hochschule Essen sowie die interpretierende Vermittlung von Orgelwerken des 20. Jahrhunderts.
Überblick
Sieglinde Ahrens nimmt innerhalb der deutschen Orgelkultur des 20. Jahrhunderts eine besondere Stellung ein. Sie ist einerseits als Interpretin, Hochschullehrerin und Konzertorganistin zu verstehen, andererseits als Komponistin eines kleinen, aber kulturgeschichtlich aufschlussreichen Œuvres. Ihre biografische Ausgangslage ist durch die Kirchenmusik ihres Vaters Joseph Ahrens geprägt; ihre internationale Perspektive erhielt sie durch Studien in Paris bei Darius Milhaud und Olivier Messiaen. Dadurch steht sie zwischen deutscher katholischer Orgeltradition, französischer Moderne, Gregorianik, Improvisation und neuer Musik.
Ihre Bedeutung liegt nicht in einem großen kompositorischen Werkumfang, sondern in der Verbindung von Interpretation, Vermittlung, Lehre, Repertoirepflege und schriftlicher Reflexion. Sie spielte Orgelwerke ihres Vaters ein, widmete sich dem Werk Petr Ebens und schrieb mit Das Orgelwerk Messiaens an einer frühen deutschsprachigen Erschließung der Orgelmusik Olivier Messiaens mit. Damit wurde sie zu einer Vermittlerin zwischen Komposition und Aufführung, zwischen Notentext und Klang, zwischen Hochschule und Kirche sowie zwischen deutscher und französischer Orgelmoderne.
Kurzdaten
| Name | Sieglinde Maria Ahrens. |
|---|---|
| Kurzform | Sieglinde Ahrens. |
| Geburt | 19. Februar 1936 in Berlin. |
| Beruf | Organistin, Komponistin, Hochschullehrerin, Konzertorganistin, Interpretin moderner Orgelmusik und Autorin zur Orgelmusik Olivier Messiaens. |
| Familiärer Kontext | Tochter des Organisten, Kirchenkomponisten und Hochschullehrers Joseph Johannes Clemens Ahrens. |
| Ausbildung Berlin | Studium an der Berliner Hochschule für Musik; Komposition bei Boris Blacher, Orgel, Improvisation und Gregorianik bei Joseph Ahrens. |
| Abschluss Berlin | 1958 Orgeldiplom mit Auszeichnung. |
| Ausbildung Paris | Studien am Conservatoire National Supérieur de Musique in Paris bei Darius Milhaud und Olivier Messiaen. |
| Auszeichnung Paris | 1959 Premier Prix in der Klasse Olivier Messiaens. |
| Frühe Organistentätigkeit | 1950 bis 1956 Organistin an der Salvator-Kirche in Berlin-Schmargendorf. |
| Hochschultätigkeit | 1962 Berufung als Dozentin für Orgel an die Folkwang Hochschule Essen; 1970 Professorin für Orgel an derselben Hochschule. |
| Auszeichnung | 1964 Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen für Musik. |
| Werkbereiche | Orgelwerke, Kammermusik mit Orgel, geistliche Vokalmusik mit Orgel, Messiaen-Schrift, Konzert- und Rundfunkaufnahmen. |
| Kulturgeschichtliche Bedeutung | Ahrens steht für eine Orgelkultur, in der Kirchenmusik, Hochschulpädagogik, französische Moderne, Joseph-Ahrens-Rezeption und neue Orgelmusik zusammengeführt werden. |
Leben und Ausbildung
Sieglinde Ahrens wurde 1936 in Berlin geboren. Ihr musikalischer Lebensweg ist ohne das Umfeld ihres Vaters Joseph Ahrens kaum zu verstehen. Dieser war Organist, Domorganist, Kirchenkomponist, Professor für Kirchenmusik und eine prägende Gestalt der katholischen Kirchenmusik in Berlin. Sieglinde Ahrens wuchs damit in einem Milieu auf, in dem Orgelspiel, Gregorianik, Improvisation, Liturgie, Choral und moderne Kirchenmusik nicht voneinander getrennte Bereiche waren, sondern eine zusammenhängende musikalische Welt bildeten.
Ihr Studium an der Berliner Hochschule für Musik führte diese Prägung fort und öffnete sie zugleich für die kompositorische Moderne. Bei Boris Blacher studierte sie Komposition; bei ihrem Vater lernte sie Orgel, Improvisation und Gregorianik. 1958 schloss sie das Orgelstudium mit Auszeichnung ab. Bereits zuvor war sie als Organistin an der Salvator-Kirche in Berlin-Schmargendorf tätig, also an jenem kirchlichen Ort, der auch mit dem Wirken ihres Vaters verbunden war.
Die Pariser Studien bei Darius Milhaud und Olivier Messiaen erweiterten ihren Horizont entscheidend. In Messiaens Klasse erhielt sie 1959 den Premier Prix. Diese Auszeichnung ist nicht nur biografisch wichtig, sondern kulturgeschichtlich aussagekräftig: Eine deutsche Organistin aus dem Berliner katholischen Kirchenmusikmilieu trat in direkten Kontakt mit der französischen Orgelmoderne, mit deren spezifischer Verbindung von Farbe, Rhythmus, Theologie, Modalität, Vogelgesang und mystischer Klangvorstellung.
1962 wurde Ahrens als Dozentin für Orgel an die Folkwang Hochschule Essen berufen. 1970 erhielt sie dort eine Professur für Orgel. Damit wirkte sie über Jahrzehnte im Ruhrgebiet an einer Institution, die für die kirchenmusikalische Ausbildung, die moderne Orgelinterpretation und die Verbindung von künstlerischer Praxis und Hochschulpädagogik besondere Bedeutung besitzt. Ihre Schülerinnen und Schüler trugen diesen Einfluss in Kirchen, Hochschulen, Konzertreihen und Wettbewerbe weiter.
Ausführlicher Kulturüberblick
Sieglinde Ahrens gehört zu einer Generation von Musikerinnen, die nach dem Zweiten Weltkrieg in einem neu geordneten kulturellen Feld arbeiteten. Die deutsche Kirchenmusik stand zwischen Traditionsbewahrung, liturgischer Erneuerung, Orgelbewegung, Wiederaufbau zerstörter Kirchenräume, Hochschulreform und internationaler Öffnung. Die Orgel war dabei nicht nur ein Instrument der Kirche, sondern auch ein Konzertinstrument, ein Medium moderner Komposition und ein Ort musikhistorischer Reflexion.
In diesem Zusammenhang ist Ahrens’ Biografie besonders dicht. Ihre Berliner Herkunft verweist auf katholische Kirchenmusik, Gregorianik, Choraldiskurs und Orgelimprovisation. Ihre Pariser Ausbildung verweist auf Messiaen, Milhaud, französische Orgeltradition, rhythmische Innovation und Klangfarbendenken. Ihre Tätigkeit an der Folkwang Hochschule verweist auf die Institutionalisierung moderner Kirchenmusikausbildung im Nachkriegsdeutschland. Diese drei kulturellen Räume bilden den Kern ihres Wirkens.
Die Bedeutung von Ahrens liegt auch darin, dass sie als Interpretin Werke erschloss, die ohne qualifizierte Aufführungspraxis kaum kulturelle Wirkung entfalten konnten. Orgelmusik des 20. Jahrhunderts ist oft stark an spezifische Registrierung, Klangfarben, Artikulation, Raumwirkung und technische Souveränität gebunden. Wer solche Musik spielt, vermittelt nicht nur Notentext, sondern auch eine Hörweise. Ahrens’ Einspielungen von Joseph Ahrens und Petr Eben gehören deshalb zur Rezeptionsgeschichte dieser Komponisten.
Ihr kleines eigenes Werk fügt sich in diese Umgebung ein. Die Fantasie für Orgel, die Suite für Orgel, die Sonate für Violine und Orgel, Invocation und die Drei Gesänge nach lateinischen Psalmtexten zeigen eine kompositorische Ausrichtung, die Orgel, geistlichen Text, Kammermusik und moderne Satzsprache verbindet. Dass dieses Werk quantitativ schmal bleibt, mindert nicht seine kulturgeschichtliche Aussagekraft. Es zeigt, wie sich eine Organistin und Hochschullehrerin auch als Komponistin in das Repertoire ihres Instruments einschreibt.
Hinzu kommt die schriftliche Messiaen-Vermittlung. Das Orgelwerk Messiaens, gemeinsam mit Hans-Dieter Möller und Almut Rößler verbunden, gehört in eine Phase, in der Messiaens Orgelwerk im deutschsprachigen Raum intensiver wahrgenommen, analysiert und unterrichtet wurde. Für deutsche Organistinnen und Organisten war Messiaen nicht nur ein neuer Komponist, sondern eine Herausforderung an das gesamte Orgelverständnis: Registrierung, Klangfarbe, Zeitgestaltung, Rhythmus, Theologie und Form mussten neu gedacht werden.
Orgelinterpretation und Konzertpraxis
Ahrens wurde vor allem als Organistin bekannt. Ihre Konzerttätigkeit im In- und Ausland, Rundfunkaufnahmen und CD-Einspielungen zeigen eine Interpretin, deren Repertoire nicht auf den barocken oder romantischen Kanon beschränkt war. Sie widmete sich besonders Werken des 20. Jahrhunderts, darunter Kompositionen ihres Vaters Joseph Ahrens und Orgelmusik Petr Ebens. Dadurch trug sie zur Aufführungsgeschichte einer modernen geistlichen Orgelmusik bei, die zwischen Liturgie, Konzert und persönlicher Klangsprache steht.
Ihre Interpretationskultur ist aus mehreren Traditionslinien zu verstehen. Von Joseph Ahrens her kommt die Verbindung von Gregorianik, Orgelimprovisation und liturgischem Formdenken. Von Paris her kommt die Sensibilität für Farbe, Registrierung, rhythmische Präzision und mystische Klangräume. Von der Folkwang-Lehre her kommt die pädagogische Durcharbeitung von Technik, Artikulation und Repertoire. Gerade diese Verbindung macht ihre Stellung in der Orgelkultur des späten 20. Jahrhunderts aus.
Messiaen-Schule und französische Moderne
Die Studien bei Olivier Messiaen sind für Ahrens’ Profil zentral. Messiaen verstand die Orgel als Instrument theologischer Farbe, rhythmischer Weitung und visionärer Klangarchitektur. Wer bei ihm studierte, begegnete einer Musikauffassung, in der Modi mit begrenzter Transponierbarkeit, indische Rhythmik, Gregorianik, Vogelgesang, katholische Mystik und extreme Klangfarben eine neue Einheit bilden. Ahrens brachte diese Erfahrung in den deutschsprachigen Orgeldiskurs ein.
Das Buch Das Orgelwerk Messiaens zeigt, dass Ahrens nicht nur interpretierend, sondern auch analytisch und vermittelnd auf Messiaen reagierte. Eine solche Schrift ist kulturgeschichtlich wichtig, weil sie die Aneignung französischer Moderne im deutschen Organistenmilieu dokumentiert. Messiaens Musik musste nicht nur gespielt, sondern erklärt, begriffen und in Unterrichtszusammenhänge übersetzt werden.
Joseph-Ahrens-Rezeption und familiäre Traditionslinie
Die Beziehung zu Joseph Ahrens ist bei Sieglinde Ahrens nicht bloß genealogisch. Sie ist eine musikalische Traditionslinie. Joseph Ahrens verband katholische Kirchenmusik, Gregorianik, Orgelbewegung, linearen Satz und später dodekaphone Verfahren. Sieglinde Ahrens lernte bei ihm Orgel, Improvisation und Gregorianik und spielte später Orgelwerke ihres Vaters ein. Dadurch wurde sie zu einer wichtigen Interpretin eines Werkes, dessen Klanggestalt stark von Orgelpraxis, Registrierung und liturgischem Denken abhängt.
Die Einspielung von Orgelwerken Joseph Ahrens’ ist nicht nur eine familiäre Hommage, sondern ein Akt musikalischer Überlieferung. Viele Werke moderner Kirchenkomponisten bleiben ohne solche Interpretationen im Archiv der Notenbestände. Ahrens machte sie klanglich verfügbar und trug damit zur Bewahrung und Vermittlung der deutschen katholischen Orgelmoderne bei.
Folkwang Hochschule und Kirchenmusikausbildung
Die Folkwang Hochschule in Essen war für Ahrens’ Wirken besonders wichtig. Ihre Berufung 1962 und die Professur ab 1970 zeigen, dass sie nicht nur als Konzertorganistin, sondern als prägende Pädagogin wahrgenommen wurde. In der Orgel- und Kirchenmusikausbildung geht es nicht allein um Literaturspiel. Es geht ebenso um Improvisation, liturgische Kompetenz, Klangvorstellung, Registrierung, historische Stilkenntnis und die Fähigkeit, moderne Musik in kirchlichen und konzertanten Räumen verantwortungsvoll zu realisieren.
Die Folkwang-Kontexte der 1970er und 1980er Jahre waren von einer starken kirchenmusikalischen Ausbildungskultur geprägt. Ahrens steht in diesem Zusammenhang neben anderen prägenden Persönlichkeiten der Hochschule und des Ruhrgebiets. Ihre Lehre wirkte über Studierende weiter, die später selbst als Kirchenmusiker, Organisten, Chorleiter oder Hochschullehrer tätig wurden.
Komposition und eigene Werke
Sieglinde Ahrens trat auch mit eigenen Kompositionen hervor. Das überlieferte Werk ist überschaubar und konzentriert sich auf Orgel, Orgel mit Violine sowie Bass solo und Orgel. Diese Besetzungen entsprechen ihrem künstlerischen Feld. Die Orgel ist nicht nur Begleitinstrument, sondern Träger einer geistlichen und modernen Klangsprache. Besonders die Drei Gesänge nach lateinischen Psalmtexten zeigen eine Nähe zur kirchlichen Texttradition, ohne in konventionelle Gemeindemusik aufzugehen.
Ihre Werke sind kulturgeschichtlich auch deshalb bedeutsam, weil sie eine Komponistin im Umfeld der deutschen Kirchenmusik sichtbar machen. Die Geschichte der Orgelmusik ist lange vor allem über männliche Komponisten, Organisten und Hochschullehrer erzählt worden. Ahrens’ Werk verweist darauf, dass Frauen im 20. Jahrhundert nicht nur interpretierend, sondern auch kompositorisch und institutionell an der Orgelkultur beteiligt waren.
Werkverzeichnis
Das folgende Werkverzeichnis erfasst die öffentlich nachweisbaren Eigenwerke, Schriften und dokumentierten Tonaufnahmen. Da Sieglinde Ahrens vor allem als Organistin, Hochschullehrerin und Interpretin hervortrat, ist das kompositorische Werk schmaler als ihr interpretatorisches Wirken. Die Tonaufnahmen werden deshalb als rezeptionsgeschichtlicher Teil des Werk- und Wirkungsverzeichnisses aufgenommen.
| Sonate für Violine und Orgel | Komposition von 1957 für Violine und Orgel; frühes Kammermusikwerk, das die Orgel nicht nur als Begleitinstrument, sondern als gleichwertigen Partner eines Soloinstruments behandelt. |
|---|---|
| Fantasie für Orgel | Komposition von 1958 für Orgel; als Bärenreiter-Ausgabe nachweisbar und eines der zentralen selbständigen Orgelwerke von Sieglinde Ahrens. |
| Suite für Orgel | Komposition von 1959 für Orgel; auch als Orgelsuite bezeichnet und Teil des kleinen, aber klar auf das Instrument konzentrierten Eigenwerks. |
| Drei Gesänge nach lateinischen Psalmtexten | Komposition von 1963 für Bass solo und Orgel; die Einzelsätze sind als Respice in me, Tibi dixit cor meum und Confitebor tibi, Domine nachgewiesen. |
| Invocation | Orgelstück; in Werknachweisen als eigenständiges Orgelwerk von Sieglinde Ahrens geführt. |
| Das Orgelwerk Messiaens | Studie beziehungsweise Einführung zum Orgelwerk Olivier Messiaens, Duisburg: Gilles & Francke, 1968; verbunden mit Sieglinde Ahrens, Hans-Dieter Möller und Almut Rößler. Das Werk behandelt Messiaens Orgelmusik und steht im Zusammenhang der deutschsprachigen Messiaen-Rezeption. |
|---|---|
| Olivier Messiaen: Technik meiner musikalischen Sprache | Deutsche Übersetzung beziehungsweise Vermittlung von Messiaens Technique de mon langage musical, in bibliografischen Zusammenhängen mit Sieglinde Ahrens verbunden; kulturgeschichtlich wichtig für die deutsche Rezeption von Messiaens kompositorischer Theorie. |
| Joseph Ahrens: Werke für Orgel | Christophorus-Einspielung von 1993 mit Sieglinde Ahrens als Organistin; enthält unter anderem Orgelmesse, Veni Creator Spiritus, Concertino für Positiv, Toccata eroica, Canzone in cis, Kleine Musik in a-Moll, Konzert in e-Moll und Trilogia contrapunctica. |
|---|---|
| Joseph Ahrens: Das Heilige Jahr | Einspielung beziehungsweise Tonträgernachweis mit Sieglinde Ahrens; wichtig für die klangliche Vermittlung des großen Orgelzyklus ihres Vaters. |
| Joseph Ahrens: Sonate für Viola und Orgel | Christophorus-Aufnahme von 1993; dokumentiert Sieglinde Ahrens als Interpretin der Kammermusik mit Orgel von Joseph Ahrens. |
| Petr Eben: Sunday Music | Multisonic-Aufnahme von 1992; Sieglinde Ahrens erscheint als Interpretin beziehungsweise Mitwirkende im Kontext der Petr-Eben-Orgelrezeption. |
| Petr Eben: Laudes | Multisonic-Aufnahme von 1992; Teil der dokumentierten Beschäftigung mit der Orgelmusik Petr Ebens. |
| Petr Eben: Organ Works | CD-Nachweise aus den frühen 1990er Jahren mit Sieglinde Ahrens und weiteren Interpreten; wichtig für die internationale Verbreitung der Orgelwerke Petr Ebens. |
| Rundfunkaufnahmen | In biografischen Nachweisen wird Ahrens’ Bekanntheit durch Rundfunkaufnahmen genannt; einzelne Sendungen und Archivbestände sind gesondert über Rundfunkarchive zu recherchieren. |
| Olivier Messiaen | Durch Studium, Premier Prix und Publikation zum Orgelwerk Messiaens ist Ahrens mit der deutschen Vermittlung der französischen Orgelmoderne verbunden. |
|---|---|
| Joseph Ahrens | Durch familiäre Ausbildungslinie und Einspielungen zentraler Orgelwerke ihres Vaters wurde sie zu einer wichtigen Interpretin der deutschen katholischen Orgelmoderne. |
| Petr Eben | Durch Einspielungen und Konzertpraxis steht Ahrens in der Rezeptionsgeschichte der tschechischen Orgelmusik des 20. Jahrhunderts. |
| Kirchenmusik und Orgelpädagogik | Als Professorin für Orgel an der Folkwang Hochschule prägte sie die Ausbildung von Organistinnen, Organisten und Kirchenmusikern im Ruhrgebiet. |
Sekundärliteratur
| MGG Online | Artikel Ahrens, Sieglinde Maria; fachlexikalischer Eintrag mit biografischen Grunddaten, Ausbildung, Berufung an die Folkwang Hochschule, Kompositionen und Einordnung als Organistin. |
|---|---|
| Komponistinnen.org | Online-Artikel zu Sieglinde Ahrens mit biografischem Überblick, Werkliste, Angaben zur Ausbildung, zur Folkwang Hochschule und zur Messiaen-Rezeption. |
| Julie Anne Sadie und Rhian Samuel | The Norton/Grove Dictionary of Women Composers, New York: W. W. Norton, 1995; Nachschlagewerk, in dem Sieglinde Ahrens als Organistin und Komponistin greifbar ist. |
| HathiTrust Digital Library | Katalogeintrag zu Das Orgelwerk Messiaens; wichtig für bibliografische Angaben zu Autorenschaft, Erscheinungsort, Verlag, Umfang und Sachgebiet. |
| Open Library | Autorinneneintrag zu Sieglinde Ahrens mit Verweis auf Das Orgelwerk Messiaens und dessen Erstveröffentlichung. |
| Bärenreiter und Alle Noten | Verlags- und Notennachweise zur Fantasie für Orgel; nützlich für aktuelle Repertoire- und Editionsrecherche. |
| Apple Music Classical und Christophorus | Digitale Tonträgernachweise zur Einspielung Ahrens: Organ Music mit Sieglinde Ahrens als Interpretin und Joseph Ahrens als Komponist. |
| Folkwang Universität der Künste | Hochschulnahe Nachweise, in denen Sieglinde Ahrens im Kollegium der prägenden Kirchenmusikprofessorinnen und -professoren der Folkwang-Tradition genannt wird. |
| Diskografische Nachweise zu Petr Eben | Tonträger- und Streamingdatenbanken zu Sunday Music, Laudes und weiteren Orgelwerken Petr Ebens, an deren Einspielung Ahrens beteiligt war. |
Onlinequellen
Weiterführende Einträge
- Joseph Johannes Clemens Ahrens Erschließt die familiäre und musikalische Traditionslinie von Gregorianik, Orgelimprovisation und katholischer Kirchenmusik.
- Berlin Bietet den städtischen Kulturraum von Hochschule, katholischer Kirchenmusik, Salvator-Kirche und Nachkriegsmusik.
- Boris Blacher Vertieft den kompositorischen Ausbildungshintergrund von Sieglinde Ahrens an der Berliner Hochschule für Musik.
- Darius Milhaud Führt in die französische Moderne ein, die Ahrens während ihrer Pariser Studien kennenlernte.
- Folkwang Hochschule Erklärt den institutionellen Rahmen von Ahrens’ Professur für Orgel und ihrer kirchenmusikalischen Lehrtätigkeit.
- Französische Orgelschule Erschließt den Traditionsraum von Farbe, Registrierung, Symphonik, Improvisation und Messiaen-Schule.
- Gregorianik Bietet den liturgischen und melodischen Hintergrund der Ahrens-Familientradition und der kirchenmusikalischen Ausbildung.
- Improvisation Vertieft eine Kernkompetenz der Orgel- und Kirchenmusikpraxis, die Ahrens bei ihrem Vater studierte.
- Katholische Kirchenmusik Ordnet Ahrens’ frühes Berliner Wirken und die Joseph-Ahrens-Tradition in einen konfessionellen Musikraum ein.
- Kirchenmusik Der umfassende Rahmen für Orgelspiel, Liturgie, Choral, Unterricht, Improvisation und geistliche Komposition.
- Komponistin Macht Ahrens’ eigenes Werk im größeren Zusammenhang weiblicher Autorschaft in der Musik sichtbar.
- Olivier Messiaen Der zentrale französische Lehrer und Bezugspunkt für Ahrens’ Messiaen-Schrift und Orgelverständnis.
- Moderne Ordnet Ahrens zwischen deutscher Nachkriegskirchenmusik und französischer Klangmoderne ein.
- Neue Musik Führt in den ästhetischen Horizont von Orgelwerken des 20. Jahrhunderts, Petr Eben und Messiaen ein.
- Orgel Der zentrale Klangkörper von Ahrens’ künstlerischem, pädagogischem und kompositorischem Wirken.
- Orgelinterpretation Vertieft die Rolle der Aufführungspraxis für moderne Orgelmusik und deren klangliche Vermittlung.
- Orgelmusik Bietet den Gattungsrahmen für Fantasie, Suite, Sonate, geistliche Orgelwerke und moderne Konzertstücke.
- Paris Erschließt den kulturellen Studienort von Milhaud, Messiaen, Conservatoire und französischer Orgelmoderne.
- Petr Eben Vertieft den Repertoireschwerpunkt, der in Ahrens’ Einspielungen und moderner Orgelpraxis greifbar ist.
- Ruhrgebiet Bietet den regionalen Kulturraum von Folkwang, Kirchenmusikausbildung, Dom- und Konzertpraxis.
- Salvator-Kirche Berlin-Schmargendorf Verbindet Sieglinde und Joseph Ahrens mit einem konkreten Ort katholischer Orgel- und Kirchenmusik.
- Tonaufnahme Erklärt die Bedeutung von Rundfunk- und CD-Einspielungen für die Rezeption moderner Orgelmusik.
- Universität der Künste Berlin Verweist auf den institutionellen Nachfolger der Berliner Hochschule für Musik, an der Ahrens ausgebildet wurde.
- Violine und Orgel Erschließt die besondere Kammermusikbesetzung ihrer frühen Sonate von 1957.