Agostino Agresta

Neapolitanischer Komponist · Madrigal · unbegleitete Vokalpolyphonie · Neapel um 1600 · fl. 1598–1617 · Spätrenaissance · frühes 17. Jahrhundert · Gesualdo-Umfeld

Agostino Agresta war ein italienischer, wahrscheinlich neapolitanischer Komponist, der zwischen etwa 1598 und 1617 nachweisbar ist. Seine Lebensdaten sind unbekannt; weder Geburts- noch Sterbejahr sind sicher überliefert. Greifbar wird er vor allem durch Scipione Cerretos Nennung im Jahr 1601, durch einzelne Madrigale in Sammeldrucken von 1606 und 1609 sowie durch sein 1617 in Neapel bei Costantino Vitale gedrucktes Madrigali a sei voci di Agostino Agresta napolitano. Libro primo. Kulturgeschichtlich gehört Agresta in die späte neapolitanische Madrigalkultur, in der das unbegleitete, polyphone Madrigal noch eine erstaunliche Vitalität besaß, obwohl sich in anderen italienischen Zentren bereits stärker monodische und konzertierende Formen durchsetzten.

Überblick

Agostino Agresta ist einer jener Komponisten, deren historische Kontur fast vollständig aus Werkspuren, Katalogen und wenigen zeitgenössischen Nennungen rekonstruiert werden muss. Er gehört nicht zu den breit dokumentierten Kapellmeistern, Hofkomponisten oder Kirchenmusikern des frühen 17. Jahrhunderts. Dennoch ist seine Bedeutung nicht zu unterschätzen, weil sein erhaltenes Werk einen präzisen Blick auf die neapolitanische Madrigalkultur um 1600 erlaubt.

Die wichtigste gesicherte Quelle ist das 1617 in Neapel gedruckte erste Buch der sechsstimmigen Madrigale. Dieser Druck nennt Agresta ausdrücklich als napolitano und enthält ein geschlossenes Buch von einundzwanzig unbegleiteten sechsstimmigen Madrigalen. Hinzu kommen zwei frühere Nachweise in Sammeldrucken: Caro dolce ben mio in Melchior Borchgrevincks Giardino novo von 1606 und Io ard’e moro, Donna beziehungsweise in anderer Überlieferung Io mi sento morir im neapolitanischen Madrigalkontext von 1609.

Stilgeschichtlich steht Agresta im Umfeld der späten polyphonen Madrigalkunst. Seine Musik ist unbegleitet, vokal, imitatorisch, textbezogen und in Teilen von jener expressiven Chromatik und rhetorischen Schärfung berührt, die man in Neapel besonders mit Carlo Gesualdo verbindet. Agresta ist kein bloßer Nachahmer Gesualdos, aber er gehört in dieselbe Kultur der gesteigerten Affekte, der klanglich verdichteten Liebes- und Todesrhetorik und der kunstvollen vokalen Satzbildung.

Kurzdaten

Name Agostino Agresta
Lebensdaten Geburts- und Sterbedaten unbekannt; nachweisbar etwa 1598–1617 beziehungsweise 1601 bis nach 1617
Herkunft Wahrscheinlich Neapel; der Druck von 1617 nennt ihn ausdrücklich napolitano
Beruf Komponist, Madrigalist
Epoche Spätrenaissance und frühes 17. Jahrhundert
Wirkungsraum Neapel; durch Sammeldrucke auch Kopenhagen, Kassel, London, Paris und weitere Überlieferungsorte indirekt relevant
Zeitgenössische Nennung Scipione Cerreto nennt Agostino Agresta 1601 zusammen mit Giovanni Antonio Agresta unter ausgezeichneten in Neapel wirkenden Komponisten
Hauptgattung Unbegleitetes Madrigal, vor allem fünf- und sechsstimmig
Erhaltene Werkbasis Einzelmadrigale in Sammeldrucken von 1606 und 1609 sowie das vollständige erste Buch der sechsstimmigen Madrigale von 1617
Wichtigster Druck Madrigali a sei voci di Agostino Agresta napolitano. Libro primo, Neapel, Costantino Vitale, 1617
Widmung Der Druck von 1617 ist Don Roderico di Salazar gewidmet
Kulturgeschichtliche Bedeutung Agresta steht für die späte neapolitanische Pflege des unbegleiteten Madrigals und für eine südliche Madrigalkultur, die nach Gesualdo noch an chromatischer, affektiver und polyphoner Verdichtung festhielt.

Quellenlage und Namensabgrenzung

Die Quellenlage zu Agostino Agresta ist außerordentlich schmal. Es gibt keine zusammenhängende Lebensbeschreibung, keine bekannten sicheren Angaben zu Geburt, Familie, Ausbildung oder Todesumständen und keine stabile Amtsbiographie. Was über ihn gesagt werden kann, beruht auf wenigen Druck- und Katalogspuren. Genau deshalb muss der Eintrag vorsichtig formulieren und zwischen gesicherten Tatsachen, plausiblen Kontexten und Forschungshypothesen unterscheiden.

Der wichtigste biographische Anhaltspunkt ist Scipione Cerretos Della prattica musica vocale, et strumentale von 1601. Cerreto nennt Agostino zusammen mit Giovanni Antonio Agresta unter ausgezeichneten Komponisten der Stadt Neapel. Diese Nennung belegt keine bestimmte Amtsstelle, zeigt aber, dass Agresta um 1601 in der neapolitanischen Musikwelt bekannt genug war, um als fähiger Komponist registriert zu werden.

Der zweite wichtige Anhaltspunkt ist der Druck von 1617. Er nennt Agresta als napolitano, erschien in Neapel und enthält ein geschlossenes Buch sechsstimmiger Madrigale. Die Selbst- beziehungsweise Druckbezeichnung bestätigt den neapolitanischen Bezug. Ob Agresta dort geboren wurde, dort dauerhaft tätig war oder nur in diesem Umfeld publizierte, lässt sich nicht mit letzter Sicherheit bestimmen; die gegenwärtige Forschung behandelt ihn aber zu Recht als neapolitanischen Komponisten.

Zu unterscheiden ist Agostino Agresta von Komponisten mit ähnlichen Namen wie Agostino Agostini oder Paolo Agostini. Er gehört nicht zur Ferrareser oder römischen Agostini-Linie, sondern zu einer neapolitanischen Madrigaltradition. Sein Name ist außerdem mit Giovanni Antonio Agresta zu verbinden, der vermutlich ein älterer Bruder war und bei Cerreto ebenfalls als Komponist erscheint, dessen eigene Werke aber nicht sicher erhalten sind.

Biographischer Befund

Agostino Agrestas Biographie besteht fast ausschließlich aus indirekten Daten. Die Aktivitätszeit wird gewöhnlich mit 1598–1617 beziehungsweise 1601 bis nach 1617 angesetzt. Der frühere Ansatz 1598 hängt vor allem mit archivalischen beziehungsweise familienbezogenen Hinweisen im Umfeld seines Bruders Giovanni Antonio zusammen; der direkte musikalische Nachweis Agostinos setzt spätestens 1601 mit Cerretos Nennung ein.

Die erhaltenen Werke zeigen, dass Agresta in der neapolitanischen Madrigalkultur beheimatet war. Seine Musik wurde in Neapel gedruckt oder in neapolitanischen Sammelkontexten überliefert. Eine Ausnahme bildet Caro dolce ben mio, das in einem Kopenhagener Druck Melchior Borchgrevincks erschien. Diese nördliche Überlieferung macht Agresta nicht zu einem international reisenden Komponisten; sie zeigt vielmehr, wie italienisches Madrigalrepertoire über Drucke, Diplomatie, Hofmusik und Sammlungsinteressen nach Nordeuropa gelangte.

Nach 1617 verliert sich die Spur. Da der Madrigalband in diesem Jahr erschien, muss Agresta damals gelebt haben oder jedenfalls bis unmittelbar vor der Drucklegung tätig gewesen sein. RicercarDataLab setzt den Tod folgerichtig nach 1617 an. Mehr lässt sich nicht sicher sagen. Der Eintrag verzichtet daher bewusst auf ausgeschmückte Lebensstationen, die nicht quellenmäßig abgesichert sind.

Neapel als musikalischer Kulturraum

Neapel war um 1600 ein eigener musikalischer Kulturraum. Die Stadt gehörte politisch zur spanischen Herrschaftssphäre, entwickelte aber eine intensive lokale Musikkultur mit Adelskreisen, Akademien, Kirchen, Konservatorien, Privatmäzenatentum und einem lebendigen Druckwesen. Besonders das Madrigal blieb in Neapel länger stark als in manchen norditalienischen Zentren, in denen monodische, konzertierende und frühopernhafte Formen schneller hervortreten.

Für Agresta ist dieser neapolitanische Kontext entscheidend. Sein 1617 gedrucktes Madrigalbuch gehört in eine Tradition, in der mehrstimmige unbegleitete Vokalmusik noch als anspruchsvolle Kunstform gepflegt wurde. Während sich in Florenz, Mantua, Venedig und Rom neue Formen von Monodie, Generalbass und konzertierendem Satz ausbreiteten, bewahrte Neapel eine starke Affinität zum polyphonen Madrigal.

Diese Beharrung war nicht bloß konservativ. Das neapolitanische Madrigal konnte extreme Ausdrucksformen entwickeln: chromatische Härten, dichte Dissonanzen, abrupte Affektwechsel, rhetorische Übertreibungen und eine intensive Verbindung von Liebes-, Schmerz- und Todessemantik. In diesem Sinn ist Agresta nicht einfach rückständig, sondern Teil einer südlichen Spätform des Madrigals, in der alte Satztechnik und gesteigerte Affektkultur zusammenkommen.

Scipione Cerreto und die zeitgenössische Nennung

Scipione Cerreto ist für Agrestas Biographie von zentraler Bedeutung. Sein 1601 erschienenes Werk Della prattica musica vocale, et strumentale nennt Agostino Agresta zusammen mit Giovanni Antonio Agresta unter den ausgezeichneten Komponisten der Stadt Neapel. Diese Nennung ist kein ausführlicher Lebensbericht, aber sie ist eine zeitgenössische Anerkennung.

Cerretos Bedeutung liegt darin, dass er nicht nur theoretisch über Musik schrieb, sondern auch ein lokales musikalisches Milieu sichtbar machte. Wenn Agresta in diesem Zusammenhang erscheint, kann man daraus schließen, dass er in Neapel nicht völlig randständig war. Er gehörte offenbar zu den Musikern, die von einem neapolitanischen Theoretiker als relevante Vertreter der eigenen Stadt wahrgenommen wurden.

Für die Kulturgeschichte ist dies wichtig, weil viele kleinere Komponisten des frühen 17. Jahrhunderts nur durch solche Nebennennungen greifbar sind. Agrestas Werküberlieferung allein würde ihn bereits als Madrigalisten ausweisen; Cerreto bestätigt zusätzlich seine Position innerhalb der lebenden neapolitanischen Musikszene um 1600.

Giovanni Antonio Agresta

Giovanni Antonio Agresta erscheint in der Forschung als älterer Bruder Agostino Agrestas. Er wird wie Agostino bei Cerreto als ausgezeichneter Komponist genannt. Von Giovanni Antonio sind nach gegenwärtiger Kenntnis keine eigenständigen Werke sicher erhalten. Dennoch ist seine Nennung aufschlussreich, weil sie auf eine familiäre oder wenigstens eng verwandte musikalische Präsenz der Agresta in Neapel hinweist.

Ein archivalischer Hinweis nennt Giovanni Antonio 1598 als Musiklehrer im Haushalt des Fürsten von Roccella. Daraus wurde in der Forschung geschlossen, dass auch Agostino in einem privaten, aristokratischen oder pädagogischen Kontext tätig gewesen sein könnte. Für Agostino selbst bleibt dies hypothetisch, aber der Gedanke ist plausibel: Madrigalbücher, Widmungen und aristokratische Haushalte gehörten im Neapel der Zeit eng zusammen.

Die Verbindung der Brüder zeigt zudem, dass musikalische Autorschaft um 1600 oft in Familien-, Haushalts- und Patronagebeziehungen eingebettet war. Agostino Agresta erscheint nicht als isolierter moderner Künstler, sondern als Mitglied eines lokalen musikalischen Netzwerks.

Ausführlicher Kulturüberblick

Agostino Agresta steht für eine Kulturphase, in der das Madrigal noch einmal seine ganze Verdichtungskraft zeigte, obwohl sich die musikalische Welt bereits veränderte. Um 1600 war das italienische Madrigal nicht mehr dieselbe Gattung wie um 1550. Es hatte sich von einer ausgewogenen polyphonen Liedform zu einem hochartifiziellen Medium der Affekte, der rhetorischen Schärfung und der klanglichen Grenzerfahrung entwickelt. In Neapel erhielt diese Entwicklung eine besondere Färbung.

Die neapolitanische Madrigalkultur war eng mit Adelskreisen, privaten Akademien, literarischem Geschmack und musikalischer Gelehrsamkeit verbunden. Madrigale waren nicht für eine anonyme Öffentlichkeit bestimmt, sondern für Kenner, Sänger und Hörer, die poetische Feinheiten und musikalische Kühnheiten wahrnehmen konnten. Agrestas sechsstimmige Madrigale gehören genau in diese Sphäre. Sie setzen eine geübte vokale Praxis, ein sensibles Verhältnis zum Text und ein Publikum voraus, das Dissonanz, Chromatik und rhetorische Verdichtung als Kunst verstand.

Die Zeit um 1600 war zugleich eine Umbruchzeit. In Florenz entstanden monodische Experimente, in Mantua wurde Monteverdis dramatische Madrigalkunst und Opernsprache wichtig, in Venedig entfaltete sich die Mehrchörigkeit und konzertierende Kirchenmusik, in Rom und Neapel behaupteten sich aber unterschiedliche Formen gelehrter Vokalpolyphonie. Agresta zeigt, dass die alte polyphone Madrigalform nicht einfach verschwand. Sie konnte in einem südlichen Kulturraum weiter produktiv sein und sich mit äußerster Affektintensität verbinden.

Besonders wichtig ist das Verhältnis zu Carlo Gesualdo. Gesualdo wirkte als Fürst und Komponist im neapolitanischen Umfeld und wurde zur Chiffre einer extremen, chromatisch zugespitzten Madrigalsprache. Agresta gehört nicht zu den großen kanonischen Gesualdo-Nachfolgern, aber seine Musik ist in einer ähnlichen ästhetischen Welt verortet: Liebe und Tod, Schmerz und Süße, Klage und Begehren, Tränen und Feuer, Leben und Sterben erscheinen als poetische und musikalische Gegensätze, die durch Dissonanz, Chromatik, Imitation und Satzspannung hörbar gemacht werden.

Die Druckgeschichte ist ebenfalls kulturgeschichtlich bedeutsam. Der Druck von 1617 bei Costantino Vitale in Neapel zeigt, dass es noch einen Markt beziehungsweise einen Patronagebedarf für ein sechsstimmiges Madrigalbuch gab. Die Widmung an Don Roderico di Salazar verweist auf die Verbindung von Musikdruck und sozialer Adressierung. Ein Madrigalbuch war nicht nur eine Sammlung von Stücken, sondern auch ein Akt der Selbstdarstellung, der Patronage und der kulturellen Positionierung.

Die nördliche Überlieferung von Caro dolce ben mio in Borchgrevincks Giardino novo öffnet eine weitere Perspektive. Agrestas Musik konnte über die Grenzen Neapels hinaus in internationale Druck- und Sammlungskontexte gelangen. Der dänische Hof, Kopenhagen, italienische Madrigale, Gabrieli-Kontakte und die Rezeption italienischer Musik in Nordeuropa bilden hier einen erstaunlichen Zusammenhang. Ein einzelnes Madrigal Agrestas zeigt, wie weit italienische Vokalkultur um 1600 zirkulieren konnte.

Agrestas kulturelle Bedeutung liegt daher nicht in einer großen, lückenlos bekannten Biographie. Sie liegt in der exemplarischen Verdichtung mehrerer historischer Linien: neapolitanisches Madrigal, späte unbegleitete Vokalpolyphonie, Gesualdo-Nähe, internationale Druckzirkulation, aristokratische Widmungskultur und die schwierige Quellenlage kleinerer Komponisten um 1600. Gerade weil er nur fragmentarisch sichtbar ist, eignet er sich gut, um die Bedingungen musikalischer Überlieferung selbst zu verstehen.

Agresta und das späte Madrigal

Das Madrigal war um 1600 eine der anspruchsvollsten Formen weltlicher Vokalmusik. Es verband Dichtung, musikalische Satzkunst, affektive Rhetorik und soziale Kennerkultur. Agrestas erhaltene Werke zeigen ihn fast ausschließlich als Madrigalisten. Diese Konzentration ist kein Mangel, sondern eine klare stilistische Signatur.

Die sechsstimmige Besetzung des Madrigalbuchs von 1617 ist auffällig. Sie erlaubt eine dichte Textur, eine reichere Harmonik und vielfältige Imitationen. Zugleich verlangt sie erfahrene Sänger. Das Madrigal wird hier nicht vereinfacht, sondern verdichtet. Agresta schreibt für ein Milieu, in dem komplexe Mehrstimmigkeit noch geschätzt und praktiziert wurde.

Die Texte der Madrigale gehören in die typische Welt der Liebeslyrik des späten Cinquecento: Tränen, Tod, süßes Leid, Liebesfeuer, jugendliche Schönheit, Verlassenheit, innerer Schmerz und rhetorische Zuspitzung. Musikalisch können solche Texte chromatische Wendungen, scharfe Dissonanzen, expressive Pausen und imitatorische Bewegungen herausfordern. Agrestas Rang liegt darin, dass er diese poetische Welt im polyphonen Satz bündelt.

Gesualdo-Nähe und neapolitanische Ausdruckskultur

Die Forschung bringt Agresta wiederholt mit dem Einfluss Carlo Gesualdos in Verbindung. Diese Verbindung muss präzise verstanden werden. Agresta ist nicht einfach ein Epigone, dessen Musik nur von Gesualdo her erklärbar wäre. Vielmehr gehört er in eine neapolitanische Ausdruckskultur, in der Gesualdos chromatische, affektive und rhetorisch scharfe Madrigalsprache ein besonders starkes Modell darstellte.

Gesualdos Spätmadrigale steigerten den Gegensatz von Text und Klang, von Schmerz und Süße, von Tod und Begehren. Agrestas sechsstimmige Madrigale bewegen sich in einem verwandten Feld. Die Texte arbeiten mit denselben semantischen Polen; die Musik sucht nach intensiver Textausdeutung. Wo die Quellenlage eine nähere Analyse erlaubt, zeigt sich ein Interesse an Dissonanz, langsamer chromatischer Spannung und bewegten imitatorischen Figuren.

Gerade hier liegt die lyrische Bedeutung Agrestas. Seine Madrigale sind Vertonungen poetischer Miniaturen. Sie verwandeln Liebeslyrik in Klangrede. Der Text bleibt nicht bloße Vorlage, sondern wird durch musikalische Figuren ausgelegt: Klage wird fallend, Schmerz wird dissonant, Feuer wird beweglich, Tod wird durch Stockung und Spannung hörbar. In diesem Sinn gehört Agresta in die Grenzzone von Musikgeschichte und Lyrikgeschichte.

Komplettes Werkverzeichnis

Das Werkverzeichnis ist quellenkritisch angelegt. Es umfasst die in den maßgeblichen Katalogen und digitalen Quellen greifbaren Werke: zwei vor 1617 nachgewiesene Einzelmadrigale in Sammeldrucken sowie das geschlossene Buch der sechsstimmigen Madrigale von 1617 mit einundzwanzig Nummern. Weitere Werke sind gegenwärtig nicht sicher nachgewiesen. Ein vollständiges Werkverzeichnis kann daher knapp, aber präzise sein.

Werkgruppen

Einzelmadrigale in Sammeldrucken Caro dolce ben mio in einem Kopenhagener Madrigaldruck von 1606; Io ard’e moro, Donna beziehungsweise in verwandter Überlieferung Io mi sento morir in einem neapolitanischen Sammeldruck von 1609.
Hauptdruck Madrigali a sei voci di Agostino Agresta napolitano. Libro primo, Neapel, Costantino Vitale, 1617, mit einundzwanzig unbegleiteten sechsstimmigen Madrigalen.
Nicht erhaltene oder nicht nachweisbare Werke Weitere Werke Agrestas sind bislang nicht sicher nachgewiesen. Insbesondere gibt es keine gesicherte selbständige Kirchenmusik-, Instrumental- oder Opernüberlieferung.

Einzelmadrigale in Sammeldrucken

Caro dolce ben mio Fünfstimmiges unbegleitetes Madrigal; gedruckt in Melchior Borchgrevincks Giardino novo bellissimo di varii fiori musicali scieltissimi. Il secondo libro de madrigali a cinque voci, Kopenhagen, Heinrich Waltkirch, 1606; RISM 1606/5. Das Stück ist kulturgeschichtlich besonders wichtig, weil es Agrestas Musik in einen nordeuropäischen Sammeldruck bringt.
Io ard’e moro, Donna Fünfstimmiges Madrigal; gedruckt in Teatro de madrigali a cinque voci de diversi eccellentissimi musici napolitani, Neapel, Giovanni Battista Gargano und Lucretio Nucci, 1609; RISM 1609/16. Der Titel zeigt die typische spätmadrigalische Gleichzeitigkeit von Liebesglut und Todesmetaphorik.
Io mi sento morir In MGG als Werkhinweis in Giovanni Vincenzo Macedonios Il secondo libro de madrigali a cinque voci, Neapel 1606, genannt. Die genaue Beziehung zur übrigen 1606/1609-Überlieferung ist quellenkritisch zu prüfen; der Titel gehört jedenfalls zu Agrestas früh greifbarer fünfstimmiger Madrigalproduktion.

Madrigali a sei voci, Libro primo, 1617

Das erste Buch der sechsstimmigen Madrigale ist der zentrale erhaltene Werkkomplex Agrestas. Es erschien 1617 in Neapel bei Costantino Vitale, ist Don Roderico di Salazar gewidmet und enthält einundzwanzig italienische Madrigale für sechs unbegleitete Stimmen. Die folgende Liste folgt der in CPDL und den digitalen Quellen greifbaren Reihenfolge.

1. Pargoletta è colei Erstes Madrigal des Drucks von 1617; sechsstimmig, unbegleitet, italienischer Text.
2. Se voi lagrime a pieno Sechsstimmiges Madrigal; der Titel verweist auf die Tränenrhetorik der späten Liebeslyrik.
3. Presso un fiume tranquillo Sechsstimmiges Madrigal; pastoraler und landschaftlicher Textansatz mit ruhiger Naturbildlichkeit.
4. Rispose d’Amor pieno Sechsstimmiges Madrigal; der Titel deutet eine Antwort- und Liebesrede an.
5. Ah dolente partita Sechsstimmiges Madrigal; Klage über Abschied und Trennung, typisch für das affektive Zentrum des Madrigals.
6. Se la doglia e’l martire Sechsstimmiges Madrigal; der Titel verbindet Schmerz und Martyrium als Liebesmetaphorik.
7. Voi che la morte mia Sechsstimmiges Madrigal; Todesrhetorik und Anredeform prägen die poetische Ausgangslage.
8. Quando di pure stille Sechsstimmiges Madrigal; Tränen- beziehungsweise Tropfenbildlichkeit bestimmt den Textansatz.
9. Io mi son giovinetta Sechsstimmiges Madrigal; der Titel ist auch aus älteren Boccaccio- und Madrigaltraditionen bekannt und verweist auf weibliche Rede und Jugendthematik.
10. Quando subitamente Sechsstimmiges Madrigal; der Titel deutet eine plötzliche affektive Wendung an.
11. O fucine d’amor Sechsstimmiges Madrigal; die Liebeswerkstatt beziehungsweise Esse des Amor gehört zur feuer- und schmiedemetaphorischen Bildwelt.
12. Due rose fresche Sechsstimmiges Madrigal; Rosenbildlichkeit verbindet Natur, Schönheit und Liebeszeichen.
13. O come è gran martire Sechsstimmiges Madrigal; die Formel des Martyriums verstärkt den Schmerzcharakter der Liebesrede.
14. O mio soave ardore Sechsstimmiges Madrigal; der Titel verbindet Süße und Brennen, also ein typisches Oxymoron der Liebeslyrik.
15. Fugg’ il seren’ è’l verde Sechsstimmiges Madrigal; der Titel verbindet Landschaftsveränderung und affektive Verdunkelung.
16. Amor m’hà posto Sechsstimmiges Madrigal; Amor erscheint als handelnde Macht über das lyrische Ich.
17. Il pensier son saette Sechsstimmiges Madrigal; Gedanken werden als Pfeile gefasst, wodurch innerer Schmerz in ein dynamisches Bild übersetzt wird.
18. Altro non hò da voi Sechsstimmiges Madrigal; die Redeform deutet Abhängigkeit, Erwartung und Klage gegenüber einem angesprochenen Du an.
19. Leghi le braccia Sechsstimmiges Madrigal; Fessel- und Bindungsmetaphorik bestimmt den Titel.
20. Lasciato hai Morte Sechsstimmiges Madrigal; direkte Todesanrede beziehungsweise Todespersonifikation.
21. Io penso, e nel pensar Letztes Madrigal des Drucks; nach moderner Editionsnotiz wegen mensuraler Besonderheiten beziehungsweise spezieller Notationsfragen besonders anspruchsvoll.

Überlieferung, Drucke und Kataloglage

Agrestas Überlieferung zeigt exemplarisch, wie die Musik kleinerer Komponisten der Spätrenaissance heute greifbar bleibt. Der Druck von 1617 ist nicht durch eine breite Aufführungstradition erhalten, sondern durch Bibliotheksbestände, Digitalisate und moderne Editionsarbeit. Gallica und IMSLP machen den Druck beziehungsweise die Stimmbücher zugänglich; CPDL erschließt einzelne Stücke für die heutige Chorpraxis.

Die Überlieferung des Madrigalbuchs ist deshalb besonders wertvoll, weil vollständige oder gut erhaltene Stimmen erhalten sind. Ein unbegleitetes sechsstimmiges Madrigalbuch ist nur dann aufführbar und analysierbar, wenn alle Stimmen greifbar sind. Der Verlust einer einzigen Stimme kann den musikalischen Satz schwer rekonstruierbar machen. Agrestas Druck besitzt daher ein hohes quellenkundliches Gewicht.

Die Sammeldrucke von 1606 und 1609 zeigen eine andere Form der Überlieferung. Hier erscheint Agresta nicht als Autor eines eigenen Buches, sondern als einer von mehreren Komponisten innerhalb einer Repertoiresammlung. Solche Sammeldrucke waren für die Verbreitung von Madrigalen entscheidend. Sie konnten Werke aus verschiedenen Städten, Höfen und Kreisen zusammenführen und sie in neue kulturelle Räume übertragen.

Rezeption und Forschungsgeschichte

Agrestas moderne Rezeption ist stark von der Forschung zum neapolitanischen Madrigal und zu Carlo Gesualdo geprägt. Keith A. Larsons Arbeiten zum unbegleiteten Madrigal in Neapel haben Agresta wieder deutlicher sichtbar gemacht. Glenn Watkins erwähnte ihn im Zusammenhang der Gesualdo-Nachwirkung. Die heutige digitale Zugänglichkeit über Gallica, IMSLP und CPDL erleichtert es, seine Werke erneut zu singen, zu edieren und zu analysieren.

Im allgemeinen Konzertrepertoire spielt Agresta weiterhin nur eine geringe Rolle. Einzelne Madrigale wie Caro dolce ben mio oder Stücke aus dem Madrigalbuch von 1617 werden gelegentlich durch Vokalensembles und digitale Chorbibliotheken greifbar. Seine Bedeutung liegt weniger in breiter Popularität als in der exemplarischen Stellung innerhalb einer späten, neapolitanisch gefärbten Madrigalkultur.

Für die Forschung bleiben mehrere Fragen offen. Erstens ist die Biographie kaum geklärt. Zweitens müsste die Beziehung zu Giovanni Antonio Agresta genauer untersucht werden. Drittens wäre eine vollständige moderne kritische Ausgabe mit Kommentar zu Textquellen, Modus, Chiavette, Dissonanzbehandlung und Beziehung zur Gesualdo-Tradition wünschenswert. Viertens verdient die internationale Zirkulation von Caro dolce ben mio im Kopenhagener Druck besondere Beachtung.

Sekundärliteratur

Keith A. Larson: „Agresta, Agostino“ Artikel in Grove Music Online. Zentrale moderne lexikalische Referenz zu Agresta, seiner biographischen Quellenlage, den erhaltenen Madrigalen und seiner Stellung in der neapolitanischen Madrigalkultur.
Keith A. Larson: The Unaccompanied Madrigal in Naples from 1536 to 1654 Harvard-Dissertation, 1985. Grundlegend für Agrestas Einordnung in die lange neapolitanische Tradition des unbegleiteten Madrigals.
Glenn Watkins: Gesualdo: The Man and His Music Zweite Auflage, Oxford 1991. Wichtig für die Deutung Agrestas im weiteren Umkreis der Gesualdo-Rezeption und des neapolitanischen Spätmadrigals.
Scipione Cerreto: Della prattica musica vocale, et strumentale Neapel 1601. Zeitgenössische Quelle, in der Agostino Agresta zusammen mit Giovanni Antonio Agresta als ausgezeichneter Komponist im neapolitanischen Umfeld genannt wird.
Camillo Tutini: neapolitanische Gelehrten- und Kulturüberlieferung Wichtig als späterer Hinweis auf Agresta als Madrigalisten im Rahmen neapolitanischer Kulturbehauptung gegenüber anderen italienischen Zentren.
Emil Vogel, François Lesure und Claudio Sartori: Bibliografia della musica italiana vocale profana pubblicata dal 1500 al 1700 Standardbibliographie für weltliche italienische Vokalmusikdrucke, wichtig für Agrestas Madrigalüberlieferung und Textnachweise.
RISM B/I: Recueils imprimés XVI–XVII siècles Internationales Quellen- und Komponistenverzeichnis für Sammeldrucke, wichtig für Agrestas Nachweise in den Drucken 1606/5 und 1609/16.
Jane A. Bernstein: Music Printing in Renaissance Venice: The Scotto Press Oxford 1998. Nicht unmittelbar auf Agresta beschränkt, aber für die Druck- und Verbreitungskultur italienischer Madrigale grundlegend.
Susan G. Lewis: Studien zu Melchior Borchgrevinck und italienischer Musik in Dänemark Relevant für die Überlieferung von Caro dolce ben mio im Kopenhagener Giardino novo und für die nordeuropäische Rezeption italienischer Madrigale.
Henrik Glahn u. a., Hrsg.: 20 Italienske madrigaler fra Melchior Borchgrevinck Giardino Novo I–II Kopenhagen 1983. Moderne Ausgabe von Madrigalen aus Borchgrevincks Giardino novo, darunter Agrestas Caro dolce ben mio.
Alfred Noe: Studien zur Fuggerbibliothek und zu italienischen Musicalia Hilfreich für die überregionale Sammlungsgeschichte romanischer Literatur und Musikdrucke, in deren Umfeld Madrigalquellen wie die Agresta-Überlieferung einzuordnen sind.
Bertram Schofield und Thurston Dart: „Tregian’s Anthology“ Music & Letters 32, 1951. Relevant für das Verständnis englischer und kontinentaler Madrigalsammlungen sowie ihrer Überlieferungslogik.

Onlinequellen

RicercarDataLab, Agostino Agresta Prosopographischer Eintrag zu Agostino Agresta mit Aktivitätszeit 1601 bis nach 1617, neapolitanischem Kontext, Cerreto-Nennung und Verweis auf Grove, BnF und VIAF. URL: https://ricercardatalab.cesr.univ-tours.fr/en/people/3/
MGG Online, „Agresta, Agostino“ Lexikalischer Eintrag mit Ansatz fl. 1598–1617 und Werkhinweisen wie Caro dolce ben mio und Io mi sento morir. URL: https://www.mgg-online.com/articles/mgg00138/2.0
IMSLP, Madrigali a sei voci, Libro 1 Werkseite zum 1617 in Neapel bei Costantino Vitale erschienenen ersten Buch sechsstimmiger Madrigale, mit digitalisierten Stimmbüchern aus Gallica. URL: https://imslp.org/wiki/Madrigali_a_sei_voci,_Libro_1_(Agresta,_Agostino)
IMSLP, Kategorie Agostino Agresta Komponistenkategorie mit Werkseiten zu Agresta und seinen erhaltenen beziehungsweise digital erschlossenen Werken. URL: https://imslp.org/wiki/Category:Agresta,_Agostino
IMSLP, Caro dolce ben mio Werkseite zu Agrestas fünfstimmigem Madrigal Caro dolce ben mio mit Arrangements und Werkkategorien. URL: https://imslp.org/wiki/Caro_dolce_ben_mio_(Agresta,_Agostino)
CPDL, Madrigali a sei voci, libro primo ChoralWiki-Seite mit vollständigem Titel, Druckangabe Neapel 1617, Widmung an Don Roderico di Salazar und Liste der einundzwanzig Madrigale. URL: https://www.cpdl.org/wiki/index.php/Madrigali_a_sei_voci,_libro_primo_(Agostino_Agresta)
Gallica, BnF, Madrigali a sei voci Digitalisat des 1617 erschienenen Drucks Madrigali a sei voci di Agostino Agresta napolitano. Libro primo. URL: https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/btv1b74000085/f1.item
RISM B/I, Komponistenindex PDF-Index der Komponisten in gedruckten Sammelwerken des 16. und 17. Jahrhunderts; weist Agresta Agostino in RISM 1606/5 und 1609/16 nach. URL: https://rism.info/publications/RecueilsKomponistenindex.pdf
RISM Catalog, Giardino novo Quellenkatalog zu Borchgrevincks Giardino novo, dem Sammeldruckkontext von Agrestas Caro dolce ben mio. URL: https://opac.rism.info/id/rismid/rism990041896
LiederNet Archive, Caro dolce ben mio Text- und Vertonungsnachweis zu Caro dolce ben mio mit Agresta als einem der musikalischen Setzer. URL: https://www.lieder.net/lieder/get_text.html?TextId=452
Data BnF Französischer Normdaten- und Katalogzugang zu Agostino Agresta und dem BnF-Digitalisat. URL: https://data.bnf.fr/
VIAF Internationaler Normdatenverbund zur Prüfung von Namensformen und bibliothekarischen Identifikatoren. URL: https://viaf.org/
WorldCat Internationaler Bibliothekskatalog für Agrestas Drucke, Sekundärliteratur, moderne Editionen und Reproduktionsnachweise. URL: https://www.worldcat.org/
OPAC SBN Italienischer Bibliothekskatalog für Drucke, Musikhandschriften, Sekundärliteratur und italienische Normdaten. URL: https://opac.sbn.it/
Internet Culturale Italienisches Portal für digitale Kultur- und Bibliotheksbestände, relevant für italienische Musikdrucke und Cerreto-Überlieferung. URL: https://www.internetculturale.it/
Cultura Italia, Cerreto 1601 Katalog- und Digitalisatnachweis zu Scipione Cerretos Della prattica musica vocale, et strumentale. URL: https://www.culturaitalia.it/
Internet Archive, ältere Musikbibliographien Digitalisate älterer Quellenlexika und Bibliographien wie Vogel, Eitner und verwandte Nachschlagewerke. URL: https://archive.org/
Google Books, ältere Musikbibliographien Digitale Recherche nach älteren bibliographischen Nachweisen zu Agresta, Madrigaldrucken und Sammelwerken. URL: https://books.google.com/
Gallica, allgemeine Suche Rechercheportal der Bibliothèque nationale de France für Musikdrucke, Quellen und Sekundärliteratur. URL: https://gallica.bnf.fr/
Bayerische Staatsbibliothek, Digitale Sammlungen Digitalisate historischer Musikdrucke, Kataloge und musikwissenschaftlicher Quellen. URL: https://www.digitale-sammlungen.de/
British Library Catalogue Recherche nach dem vollständigen Exemplar von Borchgrevincks Giardino novo und weiteren Madrigaldrucken. URL: https://www.bl.uk/catalogues-and-collections
Landesbibliothek Kassel Relevant für unvollständige Überlieferungszeugen von Borchgrevincks Giardino novo und norditalienisch-nordeuropäischen Madrigaldrucken. URL: https://www.landesbibliothek-kassel.de/
Conservatorio di Musica San Pietro a Majella Neapolitanischer Bibliotheks- und Quellenkontext für Madrigaldrucke und süditalienische Musiküberlieferung. URL: https://www.sanpietroamajella.it/
DIAMM Digital Image Archive of Medieval Music; nützlich für Quellen- und Handschriftenforschung zur älteren Mehrstimmigkeit. URL: https://www.diamm.ac.uk/
RISM Online Internationales Quellenrepertorium für musikalische Handschriften und Drucke. URL: https://rism.online/

Weiterführende Einträge

  • Adriano Banchieri erklärt die zeitgenössische Diskussion um Notation, Chiavette und Transposition im frühen 17. Jahrhundert.
  • Melchior Borchgrevinck führt zum Herausgeber des Giardino novo, in dem Agrestas Caro dolce ben mio überliefert ist.
  • Carlo Gesualdo vertieft den wichtigsten Vergleichshorizont der neapolitanischen chromatischen Madrigalkultur.
  • Scipione Cerreto stellt den neapolitanischen Musiktheoretiker vor, der Agostino Agresta 1601 erwähnt.
  • Chiavette erläutert hohe Schlüssel und Transpositionsfragen, die für die Aufführung alter Madrigaldrucke wichtig sind.
  • Chromatik erschließt ein zentrales Ausdrucksmittel des späten Madrigals und der Gesualdo-nahen Musik.
  • Costantino Vitale führt zum neapolitanischen Drucker von Agrestas Madrigalbuch von 1617.
  • Dissonanz erklärt die expressive Satzspannung, die im späten Madrigal besondere Bedeutung gewinnt.
  • Don Roderico di Salazar stellt den Widmungsträger von Agrestas Madrigaldruck von 1617 in seinen patronagegeschichtlichen Zusammenhang.
  • Giardino novo erschließt den Kopenhagener Sammeldruck, der Agrestas Musik nach Nordeuropa vermittelte.
  • Giovanni Antonio Agresta führt zu Agostinos vermutlich älterem Bruder und neapolitanischem Musikerumfeld.
  • Imitatorischer Satz erklärt die Satztechnik, auf der viele Madrigale Agrestas beruhen.
  • Italienisches Madrigal ordnet Agrestas Werk in die zentrale weltliche Vokalgattung der Renaissance ein.
  • Spätrenaissance stellt den kulturgeschichtlichen Übergangsraum vor, in dem Agrestas Musik steht.
  • Liebesrhetorik erschließt die poetische Sprache von Schmerz, Tod, Feuer, Tränen und Begehren im Madrigal.
  • Madrigal erklärt die Hauptgattung Agrestas als Verbindung von Lyrik, Mehrstimmigkeit und musikalischer Rhetorik.
  • Madrigalbuch führt zur Druck- und Sammlungsform, in der Agrestas Werk überliefert ist.
  • Madrigalismus erklärt die musikalische Ausdeutung einzelner Wörter und Bilder im polyphonen Satz.
  • Melchior Borchgrevinck ordnet den dänischen Hoforganisten und Sammler italienischer Madrigale ein.
  • Mensuralnotation erklärt ältere Notationsformen, die für die Edition einzelner Agresta-Madrigale wichtig sind.
  • Musikdruck zeigt, wie Agrestas Werke durch Stimmbücher, Sammeldrucke und Digitalisate überliefert sind.
  • Neapel erschließt den städtischen und kulturellen Hauptraum Agrestas.
  • Neapolitanisches Madrigal vertieft die lokale Tradition, in der Agrestas sechsstimmige Madrigale stehen.
  • Polyphonie bietet den übergeordneten Satz- und Klangrahmen des unbegleiteten Madrigals.
  • RISM erläutert das Quellenrepertorium, das Agrestas Sammeldrucknachweise dokumentiert.
  • Scipione Cerreto führt nochmals zum theoretischen Hauptzeugen für Agrestas zeitgenössische Bekanntheit in Neapel.
  • Stimmbuch beschreibt die Druck- und Aufführungsform, in der Agrestas Madrigale erhalten sind.
  • Textausdeutung erklärt das Verhältnis von poetischem Wort, musikalischem Affekt und Satztechnik im Madrigal.
  • Unbegleitetes Madrigal stellt genau jene vokale Form vor, in der Agrestas erhaltenes Werk fast vollständig liegt.
  • Vokalmusik ordnet Agrestas Madrigale in die größere Kultur der mehrstimmigen italienischen Vokalkunst ein.