Klaus Ager
Überblick
Klaus Ager gehört zu den prägenden österreichischen Komponisten, Dirigenten, Hochschullehrern und Kulturorganisatoren der Neuen Musik seit den 1970er Jahren. Er wurde am 10. Mai 1946 in Salzburg geboren und ist in mehrfacher Hinsicht mit der Salzburger Musikgeschichte verbunden: als Schüler und späterer Professor des Mozarteums, als Gründer des Österreichischen Ensembles für Neue Musik, als Gründer und langjähriger Leiter des Festivals Aspekte Salzburg, als Rektor der Universität Mozarteum Salzburg und als international vernetzter Vertreter zeitgenössischer Komponistinnen und Komponisten.
Agers kompositorisches Werk umfasst Solostücke, Kammermusik, Ensemblewerke, Orchesterwerke, Chorwerke, Vokalkompositionen, elektroakustische Musik, Tonbandmusik, computergenerierte Klänge und Werke mit literarischen Bezügen. Schon die Titel vieler Stücke zeigen eine Affinität zu poetischen, mehrsprachigen und bildhaften Formulierungen: sondern die sterne sinds, wind um ein grab, Gesang zur Nacht, Hölderlin Fragmente, George Lieder, Duino I, rain on rahoon oder Kaleko Lieder. Für ein Kulturlexikon mit lyrischem Schwerpunkt ist gerade diese Verbindung von Neuer Musik, Sprachsemantik, Nacht-, Stille-, Erinnerungs- und Dichtungsbildern besonders einschlägig.
Kulturgeschichtlich ist Klaus Ager nicht nur als Komponist einzelner Werke zu behandeln. Seine Rolle liegt auch in der institutionellen Ermöglichung Neuer Musik: Er gründete Ensembles, Festivals und Netzwerke, leitete eine Kunstuniversität, setzte sich für Komponistenrechte und europäische Kulturpolitik ein und prägte mehrere Generationen von Musikerinnen und Musikern durch Lehre, Analyse und Organisation. Sein Name steht deshalb für ein erweitertes Komponistenbild: Komponieren, Lehren, Dirigieren, Organisieren, Vermitteln und kulturpolitisches Handeln gehören zusammen.
Kurzdaten ohne Tabellenform
Name, Schreibweise und Ansetzung
Die übliche Namensform lautet Klaus Ager. Für Register, Kataloge und interne Kulturlexikon-Ansätze ist die Form Ager, Klaus sinnvoll. In manchen bibliographischen Zusammenhängen kann auch eine mittlere Initialform begegnen, doch die etablierte öffentliche und wissenschaftliche Ansetzung bleibt Klaus Ager.
Der Dateiname folgt der für Personeneinträge verwendeten Regel familienname-vorname.shtml und lautet daher ager-klaus.shtml. Sichtbarer Linktext und Fließtext verwenden die natürliche Form Klaus Ager.
Ausbildung in Salzburg und Paris
Klaus Ager wuchs in Salzburg auf und beschäftigte sich nach der Mozarteum-Darstellung früh mit Musiktheorie und ersten Kompositionsversuchen. Nach der Matura studierte er an der Hochschule Mozarteum Salzburg Komposition, Dirigieren, Klavier und Violine. Zu seinen Salzburger Lehrern gehörten Cesar Bresgen und Gerhard Wimberger; daneben studierte er Musikwissenschaft an der Universität Salzburg bei Gerhard Croll.
Die Pariser Studienjahre von 1971 bis 1973 sind für sein späteres Profil entscheidend. Am Conservatoire National Supérieur de Musique in Paris studierte er Komposition bei Olivier Messiaen und elektroakustische Musik bei Pierre Schaeffer. Zusätzlich besuchte er Kurse bei Karlheinz Stockhausen und Luciano Berio. Damit verband sich die Salzburger Ausbildung mit den zentralen europäischen Strömungen der Nachkriegsavantgarde: Serialismus, spektral orientiertes Hören, elektroakustische Klangarbeit, Tonbandtechnik, Computermusik und neue Formen der musikalischen Zeitorganisation.
Gerade diese Kombination erklärt Agers späteres Werk. Er steht nicht nur in einer lokalen Salzburger Tradition, sondern in einem internationalen Netzwerk zwischen österreichischer Musikhochschule, französischer elektroakustischer Schule, Messiaen-Nachfolge, Stockhausen-Umfeld und italienischer beziehungsweise europäischer Avantgarde.
Mozarteum, Lehre und Rektorat
Nach seiner Rückkehr nach Salzburg begann Klaus Ager 1973 am Mozarteum zu lehren. Er war zunächst Assistent im Bereich Musiktheorie, übernahm später die Leitung der Lehrkanzel für Musikanalyse und wurde 1986 Hochschulprofessor für Musikanalytik. Die Verbindung von Komposition und Analyse ist für ihn zentral. Er verstand Analyse nicht als bloße Nachbeschreibung bestehender Werke, sondern als ein methodisches Feld, in dem musikalische Struktur, Prozess, Wahrnehmung, Semantik und zeitgenössisches Komponieren aufeinander bezogen werden.
Von 1991 bis 1995 war Klaus Ager stellvertretender Rektor der Hochschule beziehungsweise Universität Mozarteum Salzburg, von 1995 bis 2000 deren Rektor. Damit nahm er eine institutionelle Schlüsselposition in einer Stadt ein, die stark von Mozartpflege, Festspielkultur, touristischer Musikrepräsentation und zugleich von Neuer Musik geprägt ist. Agers Rektorat gehört in eine Phase, in der sich Kunsthochschulen und Musikuniversitäten stärker internationalisierten, neue Studienfelder entwickelten und zeitgenössische Musik deutlicher als Bestandteil künstlerischer Ausbildung sichtbar machten.
Seine Lehrtätigkeit endete nach eigener biographischer Darstellung 2015. Die lange Dauer seiner Hochschulpräsenz macht ihn zu einer prägenden Figur der Salzburger Musikausbildung. Als Lehrer für Musikanalyse, Komposition und zeitgenössisches Denken beeinflusste er nicht nur einzelne Komponistinnen und Komponisten, sondern auch die institutionelle Wahrnehmung Neuer Musik am Mozarteum.
Österreichisches Ensemble für Neue Musik und Aspekte Salzburg
1975 gründete Klaus Ager das Österreichische Ensemble für Neue Musik, häufig als œnm bezeichnet. Er leitete es bis 1986 künstlerisch und unternahm mit dem Ensemble zahlreiche Konzertreisen. Das œnm wurde zu einer wichtigen Plattform für zeitgenössische Musik in Österreich und darüber hinaus. Es verband Salzburger Musikausbildung, internationale Neue-Musik-Repertoires, Uraufführungen, Ensemblepraxis und Vermittlung.
1977 gründete Ager das Festival Aspekte Salzburg, das sich zeitgenössischer Musik widmete und über Jahrzehnte eine Alternative beziehungsweise Ergänzung zur klassisch dominierten Salzburger Musiköffentlichkeit darstellte. Aspekte Salzburg war nicht nur ein Festival, sondern ein kulturpolitisches Statement: Salzburg sollte nicht ausschließlich als Stadt der Klassik, der Festspiele und Mozarts erscheinen, sondern auch als Ort gegenwärtiger Komposition.
1994 gründete Ager zusätzlich das Aspekte New Music Ensemble. Dadurch verband sich die Festivalarbeit stärker mit einer eigenen Ensemblepraxis. Die Kombination aus Komponist, Dirigent, Ensemblegründer und Festivalleiter ist für Ager charakteristisch. Seine Arbeit zeigt, dass Neue Musik nicht allein durch Partituren existiert, sondern Aufführungsstrukturen, Musikerinnen und Musiker, Institutionen, Programme und Netzwerke braucht.
Komponistenpolitik, Verbände und europäische Netzwerke
Klaus Ager war über Jahrzehnte nicht nur als Komponist, sondern auch als kulturpolitischer Organisator tätig. Von 1981 bis in die frühen 1990er Jahre leitete er die Europäische Konferenz der Veranstalter Neuer Musik. Von 2004 bis 2014 war er Präsident des Österreichischen Komponistenbundes. In dieser Funktion setzte er sich für die Sichtbarkeit, Rechte und Arbeitsbedingungen von Komponistinnen und Komponisten ein.
2006 gründete er das European Composers Forum und stand diesem bis 2013 beziehungsweise 2014 vor. 2007 war er Mitgründer der European Composer and Songwriter Alliance, deren Ehrenpräsident er seit 2017 ist. Diese Funktionen zeigen, dass Ager das Komponieren nicht nur als individuelle künstlerische Praxis, sondern auch als berufliches, rechtliches und europapolitisches Feld verstand.
Die Verbandsarbeit ist kulturgeschichtlich bedeutsam, weil Neue Musik besonders stark von Förderstrukturen, Aufführungsmöglichkeiten, Urheberrecht, Verwertungsgesellschaften, Rundfunk, Festivals und internationalen Netzwerken abhängt. Ager agierte hier als Komponist, der die Bedingungen des Komponierens selbst zum Gegenstand kulturpolitischer Arbeit machte.
Kompositorisches Profil
Agers Werk lässt sich nicht auf eine einzige Technik reduzieren. In den frühen Stücken dominieren experimentelle Klangsuche, elektroakustische Verfahren, Tonbandarbeit und das Ausloten instrumentaler Möglichkeiten. Die frühen silences-Stücke, Spirale silencieuse, es esta la muerte und sondern die sterne sinds zeigen ein starkes Interesse an Klangraum, Stille, Zeitdehnung, Materialprozess und technisch vermittelter Klanglichkeit.
In einer mittleren Phase gewinnt die von Ager selbst beschriebene inkohärente Prozessgestaltung an Bedeutung. Darunter ist keine bloße Unordnung zu verstehen, sondern die Überlagerung verschiedener zeitlicher Abläufe, die unterschiedliche Grade innerer Kohärenz aufweisen. Werke wie la règle du jeu, a lost shimmer of sunlight, Fades the light from the sea oder Kohärenz - Inkohärenz machen diese Spannung zwischen Struktur und Auflösung besonders sichtbar.
Später treten stärker semantische und literarisch deutbare Klangprozesse hervor. Stücke wie Gesang zur Nacht, Hölderlin Fragmente, George Lieder, Duino I, rain on rahoon und Kaleko Lieder zeigen, dass Ager musikalische Struktur zunehmend mit sprachlichen, poetischen und erinnerungshaften Feldern verbindet. Die Musik will nicht einfach illustrieren, sondern semantische Spuren erzeugen.
Elektroakustik, Computermusik und automatische Verfahren
Die elektroakustische Musik ist für Agers frühes und mittleres Werk konstitutiv. Der Pariser Unterricht bei Pierre Schaeffer und die Beschäftigung mit Computermusik führten zu einer Reihe von Tonband- und computergestützten Werken. Spirale silencieuse, silences V, silences VIII, sondern die sterne sinds, Poemes, l’arbre de la tristesse, ORC17, Triptychon for Lucinda, CLB512 oder Bibyké gehören in diesen Zusammenhang.
Agers Computermusik ist nicht bloß technikaffirmativ. In seinen Schriften reflektierte er auch das Ende einer frühen Euphorie der Computermusik. Diese Skepsis ist wichtig: Technik ist bei ihm nicht Selbstzweck, sondern ein Mittel zur Organisation komplexer musikalischer Prozesse. Automatische Komposition, generierte Tonhöhen und Dauern, Tonbandklang und instrumentale Aktion werden so miteinander verbunden, dass musikalische Bedeutung nicht verloren gehen, sondern neu entstehen soll.
Besonders deutlich wird dies in Fades the light from the sea. Das Werk verbindet computergenerierte Verfahren mit musikalisch Bekanntem und semantisch deutbaren Abläufen. Agers Technik zielt nicht auf abstrakte Maschinenmusik, sondern auf eine komplexe, gebrochene, oft poetisch aufgeladene Klangrede.
Text, Stimme und lyrische Bezüge
Für ein lyrisch orientiertes Kulturlexikon sind Agers Vokalwerke und literarisch bezogenen Kompositionen besonders ergiebig. Schon frühe Titel wie sondern die sterne sinds oder wind um ein grab arbeiten mit poetischer Bildlichkeit. Spätere Werke greifen deutlicher auf literarische Autoren, Sprachräume und Gedichttraditionen zurück. Hölderlin Fragmente, George Lieder, Duino I, Duino II, rain on rahoon und Kaleko Lieder zeigen, dass Stimme und Text nicht randständig sind.
Agers Umgang mit Text ist nicht als traditionelle Liedvertonung im engeren Sinn zu verstehen. Er behandelt Sprache als Material von Klang, Erinnerung, Fragment, Semantik und Form. Der Text kann in Stimme, Instrumentalklang, Tonband, Raum, Unterbrechung und Schichtung aufgehen. Gerade die Fragmentform ist wichtig, weil sie nicht vollständige Erzählung, sondern verdichtete Spuren erzeugt.
Die Bezüge zu Hölderlin, Stefan George, Rilkes Duineser Horizont, James Joyce und Mascha Kaléko markieren unterschiedliche literarische Felder: klassisch-romantische Sprachintensität, symbolistische Verdichtung, moderne Fragmentierung, Exil- und Erinnerungston sowie poetische Stadt- und Sprachmelancholie. Agers Musik kann dadurch als Versuch gelesen werden, lyrische Semantik in zeitgenössische Klangprozesse zu überführen.
Werkverzeichnis
Das folgende Werkverzeichnis folgt der Opusfolge der öffentlich zugänglichen Werkliste Klaus Agers und wird als Arbeitsverzeichnis für Kulturlexikon, Programmhefte, Musikrecherche und literarisch-musikalische Kontextualisierung angelegt. Bei Werken mit mehreren Fassungen werden die Untergliederungen nach Möglichkeit beibehalten. Werke ohne Opuszahl stehen am Ende.
Opus 1 bis Opus 20: frühe Solowerke, Tonbandstücke und Ensemblekompositionen
- op. 1: Partita pour violon seul, für Violine solo, Paris 1971/72.
- op. 2.1: Reflexions, für Kammerorchester, Paris 1972/73.
- op. 2.2: Reflexions, für Orchester, Paris 1972/73.
- op. 3: Spirale silencieuse, für Tonband, Paris 1972/73.
- op. 4: silences V, für Tonband, Paris 1973.
- op. 5: silences VI, für Harfe, Paris 1973.
- op. 6: silences VII, für Klavier zu vier Händen, Paris 1973.
- op. 7: silences VIII, für Tonband, Paris 1973.
- op. 8.1: es esta la muerte, für vier Instrumente und Tonband, Paris 1973.
- op. 8.2: es esta la muerte, Version für fünf Instrumente und Tonband, Paris/Salzburg 1973/76.
- op. 9: elf und ..., für elf Schauspieler, Paris 1973.
- op. 10: silences X - erstens abendmusik, für Sopran und Ensemble, Salzburg 1974.
- op. 11: Silences XI, für Klarinette, Verstärkersystem und Tonband, Salzburg 1974.
- op. 12: sondern die sterne sinds, für Tonband, Stockholm/Salzburg 1974/76.
- op. 13: HOSHI, für Bläserquintett und Tonband, Stockholm/Salzburg 1974/75.
- op. 14: Poemes, für Tonband, Salzburg 1976.
- op. 15: l’arbre de la tristesse, für Tonband, Salzburg 1976.
- op. 16: I remember a bird, für Ensemble und Tonband, Salzburg 1976.
- op. 17: Metaboles I, für Ensemble, Salzburg 1976.
- op. 18: silences XV, für Oboe solo, Salzburg 1977.
- op. 19: Metaboles II, für Ensemble, Salzburg 1976.
- op. 20: KARAMAHE, für Violoncello solo, Salzburg 1975.
Opus 21 bis Opus 40: Alinkonie, Prozessgestaltung und frühe Orchesterwerke
- op. 21: Streichquartett I, Salzburg 1977.
- op. 22: BETA break towards infinity, für gemischten Chor, Salzburg 1975.
- op. 23: Alinkonie I, für fünf Spieler, Salzburg 1978.
- op. 24: Alinkonie II, für Tonband, Köln/Salzburg 1977/84.
- op. 25: le soleil des espoirs perdus, Salzburg 1979.
- op. 26: a lost shimmer of sunlight I, für Ensemble, Salzburg 1979.
- op. 27: a lost shimmer of sunlight II, für Kammerensemble, Salzburg 1979/80.
- op. 28: La regle du jeu, für Sopran und Ensemble, Salzburg 1978.
- op. 29: Kohärenz - Inkohärenz I, für drei Bassklarinetten, Paris 1980.
- op. 30: Kohärenz - Inkohärenz II, für Chor und Kammerorchester, Salzburg 1980.
- op. 31: Duette, für zwei Violinen, Bregenz/Salzburg 1980.
- op. 32: MaMuMis, für Violine und Klavier, Bregenz/Salzburg 1981–1984.
- op. 33.1: ORC17, für computergeneriertes Tonband, Hamilton/New York 1981.
- op. 33.2: Lamento, für Streichorchester, Salzburg 1981.
- op. 33.3: Fades the light from the sea (Lamento), für Orchester, Salzburg 1981.
- op. 33.4: Friede!, für Sopran, Mezzosopran, Bassklarinette und Orchester, Salzburg 2001/02.
- op. 34: Triptychon for Lucinda, für Tonband, Salzburg 1981.
- op. 35: Threnophone, für Orgel und Schlagzeug, Salzburg 1981.
- op. 36: Konzert für Klavier, Bläser und Schlagzeug, Salzburg 1983.
- op. 37: wind um ein grab, für Sopran, Flöte, Gitarre und Schlagzeug, Salzburg 1983.
- op. 38: sounds in the evening haze, für Klavier solo, Salzburg 1983.
- op. 39: CLB512, für Klarinette und computergeneriertes Tonband, Hamilton/New York 1983.
- op. 40: Konzert für Violoncello und Kammerorchester, Salzburg 1984.
Opus 41 bis Opus 60: Nachtstücke, Hölderlin, Resonanzen und Serenaden
- op. 41: Atacama / in die abende geneigt, für Gitarre solo, Salzburg 1985.
- op. 42: Sonata, für Violoncello solo, Salzburg 1984/89.
- op. 43: Gesang zur Nacht, für Sopran und Ensemble, Salzburg 1985.
- op. 44.1: dem schweigenden Antlitz der Nacht, für Alt, Flöte, Gitarre und Schlagzeug, Salzburg 1986/88.
- op. 44.2: dem schweigenden Antlitz der Nacht, für Sopran, Flöte, Gitarre und Schlagzeug, Salzburg 1986/88–1996.
- op. 45: Blätter, für Klavier solo, Salzburg 1987/89.
- op. 46: Kohärenz - Inkohärenz III, für Flöte solo, Salzburg 1987.
- op. 47: horn sounds, für Horn und Klavier, mit zweitem Horn ad libitum, Salzburg 1988.
- op. 48: Immer klingen die weißen Mauern der Stadt, für Tonband, Salzburg 1988.
- op. 49.1: An die Stille (Psalm), für Oboe, Violine, Viola und Violoncello, Salzburg 1987.
- op. 49.2: MODOS IV, für Flöte, zwei Violinen, Viola, Violoncello und Kontrabass, Salzburg 1998.
- op. 50: Hölderlin Fragmente, für Oboe und computergenerierte Klänge, Salzburg 1987/89.
- op. 51.1: Shigöpotuu, für Saxophonquartett, Salzburg 1988.
- op. 51.2: Lieder der Umkehr, für Sprecher, Saxophonquartett und Schlagzeug, Salzburg 1988.
- op. 52: Thobrum, für Tuba solo, Salzburg 1989.
- op. 53: In the fair fine night, für Schlagzeug solo, Salzburg/Paris 1989.
- op. 54: Saxomanie, für Sopransaxophon und Schlagzeug, Salzburg 1989.
- op. 55: Notizen, für Fagott und Klavier, Salzburg 2003/04.
- op. 56: Goldne Stille des Herbstes, für Streichtrio, Salzburg 1988.
- op. 57.1: Sole Shadow Shows, für Kontrabass und Schlagzeug, Salzburg 1990.
- op. 57.2: Sole Shadow Shows, für Kontrabass und Tonband, Salzburg 1990.
- op. 58: Migrations, für zwei Gitarren, Salzburg 1990.
- op. 59: Resonanzen, für Orgel, Salzburg 1990.
- op. 60.1: Serenade, für Hammerklavier und Kammerensemble, Salzburg 1990.
- op. 60.2: Serenade, für Klavier und Orchester, Salzburg 1990.
Opus 61 bis Opus 80: MODOs, Duino, Agnus Dei und kammermusikalische Verdichtungen
- op. 61: Bibyké, für Tonband, Salzburg 1991.
- op. 62: KEATS, für Sopran und Kammerensemble, Salzburg 1991/92.
- op. 63: Sinfonie für Bläser und Schlagwerk, Salzburg 1991/92.
- op. 64: KHAGJA, für Flöte und Schlagwerk, Salzburg 1992.
- op. 65: MODOS I, für Bassflöte und Bassetthorn, Salzburg 1992.
- op. 66: Moarré, für Akkordeon und Vibraphon, Salzburg 1993.
- op. 67: Agnus Dei, für zwei Sprecher und Kammerensemble, Salzburg 1994.
- op. 68.1: MODOS III, für sieben Bläser, Salzburg 1995.
- op. 68.2: MODOS IIIa, für Ensemble, Salzburg 1996.
- op. 69: George Lieder, für Sopran und Streichquartett, Salzburg 1998.
- op. 70: Intermezzi zu MODOS V, für Klavier und Schlagwerk, Salzburg 1999.
- op. 71: Duino I, für Sopran, Violine und Violoncello, Salzburg 1999.
- op. 72: Reflexionen über KHAGJA, für Bassklarinette und Schlagwerk, Salzburg 2001.
- op. 73: Duino II, für Sopran, Klavier, Violoncello und Schlagwerk.
- op. 74.1: Duino II, für Flöte allein, Salzburg 2001.
- op. 74.2: Duino II, für Flöte, Sprecher und Tonband, Salzburg 2001.
- op. 75: Aegheon, für Cembalo allein, Salzburg 2001.
- op. 76: 5 CANONS, für Sopran, Klarinette und Bassklarinette, Salzburg 2001–2003.
- op. 77: HANLIU-KER, für Bassklarinette allein, Salzburg 2002.
- op. 78: Négade, für Flöte, Klarinette und Kontrabass, Salzburg 2002.
- op. 79: Wege nach Bergland, für Klavier allein, Salzburg 2002.
- op. 80.1: Breccia, für Flöte, Violine und Klavier, Salzburg 2002.
- op. 80.2: Breccia, für Klarinette in B, Violine und Klavier, Salzburg 2004.
- op. 80.3: Breccia, für Klaviertrio, Salzburg 2004.
Opus 81 bis Opus 100: Ensemblewerke, Chor, Breccia-Zyklus und späte Solowerke
- op. 81: Drei kleine Klavierstücke, für Klavier allein, Salzburg 2004.
- op. 82: Canon: Duino III - Gesualdo, für fünfstimmigen Chor, Salzburg 2004.
- op. 83: seventy nine, für 79 Saxophone, Talais/Salzburg 2004.
- op. 84: GENOHE, für Klavier zu vier Händen, Salzburg 2005.
- op. 85: B’MOA GDA, für Ensemble, Salzburg 2005.
- op. 86: Pebbles, für Sopran, Altsaxophon, Violoncello und Klavier, Paris 2006.
- op. 87: 4 Stücke, für vier Hörner, Salzburg 2006.
- op. 88: CAMCHATKA, für Violoncello solo, Salzburg 2006.
- op. 89: ...wie die Zeit vergeht, für Bassklarinette solo, Salzburg 2007.
- op. 90.1: BRECCIA IV, für Ensemble, Salzburg 2007.
- op. 90.2: BRECCIA V, für Ensemble, Salzburg 2007.
- op. 90.3: BRECCIA VII, für Flöte, Violoncello und Klavier, Salzburg 2007.
- op. 91: CHLOE, für fünfstimmigen Chor a cappella, Salzburg 2007.
- op. 92: CHLOE, für Horn in F und Streichtrio, Salzburg 2007.
- op. 93: GEO MAH RAMSON, für großes Orchester, Salzburg 2008.
- op. 94.1: Skrjabin Fragmente I, für Flöte, Gitarre und Violoncello, Salzburg 2009.
- op. 94.2: Skrjabin Fragmente II, für Oboe, Fagott, Gitarre und Viola, Salzburg 2010.
- op. 95: für B&C, für Klavier solo, Salzburg 2008.
- op. 96: MODOS VI, für Saxophon solo, Salzburg 2010.
- op. 97: Bruchstücke, für Ensemble, Salzburg 2012.
- op. 98: Orpheus Variationen, für Ensemble, Salzburg 2013.
- op. 99.1: A l’ombre des ames disparues, für Trompete und Klavier, Salzburg 2013.
- op. 99.2: Schatten - verschwindend, für Klavier solo, Salzburg 2013.
- op. 100: Blass Gesänge, für Sopran, Akkordeon, Posaune, Klavier und Schlagwerk, Wien 2013.
Opus 101 bis Opus 111: spätere Werke, Aeoidos, Joyce- und Kaléko-Bezüge
- op. 101.1: Sommernacht Variationen, für Violoncello allein, Salzburg 2014.
- op. 101.2: Sommernacht Variationen, für Violoncello und Gitarre, Salzburg 2014.
- op. 102.1: rain on rahoon, für Gesang, Gitarre und Violoncello, Salzburg 2015.
- op. 102.2: rain on rahoon, für Gesang, Flöte, Gitarre, Violoncello und Schlagwerk, Salzburg 2015.
- op. 103: Ouverture, für großes Orchester, Salzburg 2015.
- op. 104: 14 Verse zu vergessenen Elegien, für großes Orchester, Salzburg 2016.
- op. 105.1: Aeoidos, für Viola solo, Salzburg 2017.
- op. 105.2: Aeoidos, für Violine solo, Salzburg 2017.
- op. 105.3: Aeoidos, für Violine und Violoncello, Salzburg 2017.
- op. 105.4: Aeoidos, für Flöte, Gitarre und Violoncello, Salzburg 2018.
- op. 106: Sieben Wege in H., für Violoncello solo und Ensemble, Salzburg 2018.
- op. 107: Licht - Traum, für Sopran und zwei Gitarren, Salzburg 2019.
- op. 108: G.A.J.A., for the Cygnus Ensemble, Salzburg 2020.
- op. 109: Quartett für Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier (die Sommernacht), Salzburg 2020/21.
- op. 110: Stimmen - Verstummen, für Gitarre allein, Salzburg 2021.
- op. 111: Kaleko Lieder, für Sopran und Gitarre, Salzburg 2022.
Werke ohne Opuszahl
- 3 frühe Lieder.
- 3 Lieder nach verschiedenen Texten.
- le combat avec l’ange, für Ensemble.
- 3 Stücke, für drei Posaunen.
- 4 Stücke, für vier Hörner.
Diskographie und Tonträger
Die folgende Auswahl nennt Tonträger und Dokumentationen, die in biographischen und werkbezogenen Quellen zu Klaus Ager greifbar sind. Sie ist als Orientierung für die Recherche gedacht und sollte für konkrete bibliographische Arbeit mit Bibliothekskatalogen, Labeldaten und Musikdatenbanken abgeglichen werden.
- Waldek, Amann, Grassl, Strobl, Ager: Neue Musik Österreich, 1992/93.
- Mozarteum Impulse 4, 1997.
- œnm: Unerhört. Neue Musik aus Österreich, mit Musik von Klaus Ager und weiteren Komponisten, 2005.
- Ensemble Mobile: migrations. Werke von Sofia Gubaidolina und Klaus Ager, 2010.
- Klaus Ager: Sondern die Sterne sinds, 2010.
- Weitere Tonträger mit Werken wie HOSHI, Atacama, Alinkonie, wind um ein grab, CLB512, Gesang zur Nacht, Serenade, la règle du jeu und verwandten Kompositionen sind über Musik Austria, Bibliothekskataloge und Spezialarchive Neuer Musik zu recherchieren.
Schriften und publizistische Beiträge
Klaus Ager hat nicht nur komponiert und organisiert, sondern auch über Musik, Technik, Institutionen und Kulturpolitik geschrieben. Seine Texte sind für die Einordnung seines Denkens wichtig, weil sie zeigen, wie eng Komposition, Analyse, Computermusik, Hochschulpolitik und Komponistenrechte bei ihm zusammenhängen.
- Computermusik – Ende der Euphorie? In: Österreichische Musikzeitschrift, 1982. Der Titel zeigt bereits die kritische Reflexion auf die technische und ästhetische Erwartung an Computermusik.
- Drei Fragen an die Komponisten. Klaus Ager In: Österreichische Musikzeitschrift, 1983. Beitrag zur zeitgenössischen Selbstverständigung von Komponisten.
- Aspekte Salzburg In: Strukturen autonomer Kulturarbeit in Österreich, 1990. Darstellung und Reflexion der Festival- und Kulturarbeit.
- Die Hochschule „Mozarteum“ und die zeitgenössische Musik In: Österreichische Musikzeitschrift, 1991. Text zur institutionellen Stellung Neuer Musik in der Ausbildung.
- Eröffnungsrede des Rektors O.HProf. Klaus Ager In: Fest und Spiel, 1998. Dokument eines kultur- und hochschulbezogenen Auftritts während seines Rektorats.
- Grußworte und Glückwünsche des Rektors In: Musik und Spiel, 2000. Beitrag aus dem Umfeld von Rektorat, Spielpädagogik und Musikdiskurs.
- Vom „Domaine Public Payant“ zum „Mozartgroschen“ In: Österreichische Musikzeitschrift, 2004. Kulturpolitischer Text zu Urheberrecht, Gemeinfreiheit und musikalischer Wertschöpfung.
- Tonalität – Atonalität. Schönbergs Streichquartett op. 10 In: Capriccio di Strauss, 2004. Analytischer Beitrag zur Übergangssituation zwischen Tonalität und Atonalität.
- Auftakt In: Österreichische Musikzeitschrift, 2008. Kurztext im Rahmen eines musikpublizistischen Zusammenhangs.
- Mikrotonal komponieren. Statements von fünf KomponistInnen. Klaus Ager In: Österreichische Musikzeitschrift, 2008. Beitrag zur Mikrotonalität und kompositorischen Praxis.
- Formenlehre der Musik in Stichworten Digital nachweisbare Lehr- und Überblicksschrift aus dem Umfeld von Edition 7.
Wirkung und Bedeutung
Klaus Agers Wirkung beruht auf vier miteinander verbundenen Feldern. Erstens ist er als Komponist ein Vertreter österreichischer Neuer Musik, der elektroakustische Verfahren, Computermusik, komplexe Ensembleprozesse, Vokalklang, literarische Anspielung und semantisch aufgeladene Klangformen verbindet. Zweitens ist er als Dirigent und Ensemblegründer eine Aufführungsfigur, die Werke nicht nur schrieb, sondern die Bedingungen ihrer Realisierung mitgestaltete.
Drittens wirkte Ager als Hochschullehrer und Rektor. Dadurch prägte er nicht nur einzelne Musikerinnen und Musiker, sondern institutionelle Strukturen. Viertens ist seine kulturpolitische Arbeit bedeutsam. Durch Verbände und europäische Netzwerke setzte er sich für die Sichtbarkeit und rechtliche Stellung von Komponistinnen und Komponisten ein. Damit überschreitet seine Bedeutung den engeren Bereich des Werkverzeichnisses.
Für Salzburg ist Ager eine besonders markante Figur, weil er die Stadt, die oft durch historische Klassik, Mozartpflege und Festspielkultur wahrgenommen wird, als Ort gegenwärtiger Musik behauptete. œnm und Aspekte Salzburg sind in dieser Perspektive nicht Nebenprojekte, sondern zentrale kulturelle Interventionen.
Ausführlicher Kulturüberblick
Klaus Ager steht für eine österreichische und zugleich internationale Neue Musik, die nach 1945 nicht mehr allein im Rahmen nationaler Schulen beschrieben werden kann. Salzburg bildet seinen Ausgangspunkt, aber Paris, Stockholm, San Diego, New York, europäische Festivals, süd- und nordamerikanische Universitäten sowie asiatische Institutionen erweitern den Horizont. Ager gehört damit zu einer Komponistengeneration, deren Arbeit von Mobilität, Technik, Hochschulstrukturen und internationaler Netzwerkbildung geprägt ist.
Seine frühen Jahre fallen in eine Zeit, in der die Nachkriegsavantgarde die musikalischen Grundlagen neu befragte. Tonband, Elektronik, serielle Verfahren, neue Spieltechniken, formale Prozesse, Improvisationsgrenzen und Computermusik veränderten das Komponieren. Agers Pariser Studien bei Messiaen und Schaeffer sind in diesem Zusammenhang entscheidend. Messiaen steht für Farbe, Rhythmus, Modalität und spirituell aufgeladene Klangvorstellung; Schaeffer steht für Musique concrète, Klangobjekt und elektroakustische Analyse. Ager nimmt beide Impulse auf, ohne sich auf einen einzigen Stil festlegen zu lassen.
Die frühen Tonband- und silences-Werke zeigen ein besonderes Interesse an Klang als Zeitereignis. Stille, Nachhall, technisch erzeugter Klang, instrumentale Grenze und räumliche Wahrnehmung stehen im Vordergrund. Titel wie Spirale silencieuse, silences V oder sondern die sterne sinds zeigen, dass Klang bei Ager oft mit Nacht, Stille, Ferne und poetischer Bildlichkeit verbunden ist. Die technische Komposition bleibt dadurch nicht kühl, sondern erhält eine semantische, manchmal beinahe lyrische Dimension.
Die Gründung des Österreichischen Ensembles für Neue Musik 1975 war kulturgeschichtlich ein Einschnitt. Neue Musik braucht spezialisierte Interpretinnen und Interpreten. Herkömmliche Konzertinstitutionen sind oft nicht ausreichend auf neue Notationen, komplexe Rhythmen, erweiterte Spieltechniken, Tonbandzuspielung und experimentelle Aufführungsformen vorbereitet. Mit dem œnm schuf Ager eine Plattform, die zeitgenössische Musik nicht nur präsentierte, sondern praktisch möglich machte.
Aspekte Salzburg führte diese Arbeit in den Festivalbereich. In einer Stadt, die international vor allem durch Mozart und die Salzburger Festspiele geprägt ist, war ein Festival für zeitgenössische Musik eine deutliche Setzung. Aspekte Salzburg machte sichtbar, dass musikalische Kultur nicht nur Bewahrung des Kanons bedeutet, sondern auch Herstellung von Gegenwart. Diese Perspektive ist für ein Kulturlexikon wichtig, weil sie Institutionen als aktive Kulturformen versteht.
Agers kompositorisches Denken kreist vielfach um Prozess, Kohärenz und Inkohärenz. Der Begriff der inkohärenten Prozessgestaltung bezeichnet kein beliebiges Auseinanderfallen, sondern eine organisierte Gleichzeitigkeit von Abläufen unterschiedlicher Geschlossenheit. Diese Vorstellung passt zur ästhetischen Situation der späten Moderne: Musik ist nicht mehr selbstverständlich in tonaler Zielgerichtetheit organisiert, soll aber dennoch nicht formlos werden. Struktur entsteht aus Spannung, Überlagerung, Bruch und Wiedererkennung.
Die computergestützten Werke erweitern dieses Denken. Computermusik erscheint bei Ager nicht als bloße Faszination für neue Geräte, sondern als Mittel zur Organisation komplexer Daten, Prozesse und Klangverläufe. Gleichzeitig reflektiert er die Grenzen technischer Euphorie. Dadurch gehört er zu jenen Komponisten, die elektronische und digitale Mittel nicht als Ersatz musikalischen Denkens, sondern als Erweiterung kompositorischer Verantwortung verstehen.
Die lyrischen und literarischen Bezüge sind für die spätere Werkdeutung besonders wichtig. Hölderlin, George, Rilke, Joyce und Kaléko verweisen auf unterschiedliche Modelle poetischer Sprache. Ager übernimmt diese Texte oder Textbezüge nicht als bloß vertonbare Vorlage. Er behandelt sie als semantische Felder, aus denen Klangformen, Fragmentierungen, Schichtungen und Erinnerungsräume entstehen. Stimme und Instrument sind bei ihm nicht getrennte Sphären; sie gehen ineinander über.
Agers kulturpolitische Arbeit erweitert das Komponistenbild. Der moderne Komponist ist nicht nur Schöpfer abgeschlossener Werke, sondern auch Akteur in Förderstrukturen, Urheberrechtsdebatten, Verbänden, Ensembles, Hochschulen und europäischen Netzwerken. Agers Präsidentschaften im Österreichischen Komponistenbund und im European Composers Forum zeigen, dass er die gesellschaftlichen Bedingungen des Komponierens aktiv mitgestalten wollte.
Für die österreichische Musikgeschichte ist Klaus Ager deshalb doppelt relevant. Er steht einerseits für ein umfangreiches Werk, das von Tonband und Computermusik bis zu Vokal-, Kammer- und Orchesterstücken reicht. Andererseits steht er für Institutionen: Mozarteum, œnm, Aspekte Salzburg, ÖKB, ECF, ECSA und Salzburger Gesellschaft für Musik. Seine Bedeutung liegt gerade in dieser Verbindung von Werk, Lehre, Aufführung, Organisation und Kulturpolitik.
Sekundärliteratur
- Sarah Haslinger: Klaus Ager. In: Persönlichkeiten der Salzburger Musikgeschichte. Universität Mozarteum Salzburg, Stand Juni 2015. Biographisches Dossier mit Werk-, Diskographie-, Schriften- und Literaturhinweisen.
- Barbara Boisits und Katharina Vass: Ager, Klaus. In: Österreichisches Musiklexikon online. Lexikonartikel mit knapper biographischer und werkbezogener Einordnung.
- Dieter Torkewitz: Ager, Klaus. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, zweite neubearbeitete Ausgabe, Supplement. Wichtiger musikwissenschaftlicher Fachartikel zur internationalen Lexikonrezeption.
- Gerhard Walterskirchen: Ager, Klaus. In: Salzburger Kulturlexikon, Salzburg/Wien: Residenz Verlag, 1987. Regionale kulturgeschichtliche Einordnung.
- Lexikon zeitgenössischer Musik aus Österreich. Komponisten und Komponistinnen des 20. Jahrhunderts. Wien: Music Information Center Austria, 1997. Enthält einen Artikel zu Klaus Ager und eine zeitgenössische österreichische Kontextualisierung.
- Günter Brosche: Musikalische Dokumentation Klaus Ager. Dokumentation mit Werkverzeichnis, Texten und Annäherungen an Agers kompositorisches Profil.
- Alexander Pühringer: „sondern die Sterne sind’s“. Gespräch mit dem Salzburger Komponisten und Musikpädagogen Klaus Ager. In: Kunststoff. Eine Gegenwarts-Zeitschrift, 1983.
- Drei Fragen an die Komponisten. Klaus Ager. In: Österreichische Musikzeitschrift, 1983. Zeitgenössischer Beitrag zur kompositorischen Selbstdeutung.
- Mikrotonal komponieren. Statements von fünf KomponistInnen. Klaus Ager. In: Österreichische Musikzeitschrift, 2008. Nützlich für Agers Stellung zu Mikrotonalität und kompositorischer Technik.
- Forschung zu österreichischer Neuer Musik nach 1945, besonders zu Salzburg, Mozarteum, œnm, Aspekte Salzburg, elektroakustischer Musik und Computermusik.
- Forschung zu Olivier Messiaen, Pierre Schaeffer, Karlheinz Stockhausen und Luciano Berio. Diese Kontexte sind für Agers Ausbildung und frühe ästhetische Orientierung besonders wichtig.
- Forschung zu Komponistenverbänden, Urheberrecht und europäischer Kulturpolitik. Einschlägig für Agers Arbeit im Österreichischen Komponistenbund, im European Composers Forum und in der European Composer and Songwriter Alliance.
Onlinequellen und Recherchewege
Für die weitere Recherche sollten mehrere Suchformen kombiniert werden: Klaus Ager, Ager Klaus, Klaus Ager Werkliste, Klaus Ager œnm, Klaus Ager Aspekte Salzburg, Klaus Ager Mozarteum, Klaus Ager Computermusik, Klaus Ager sondern die sterne sinds, Klaus Ager Hölderlin Fragmente, Klaus Ager Kaleko Lieder, Klaus Ager European Composers Forum und Klaus Ager Österreichischer Komponistenbund.
- Klaus Ager: Biographische Notizen Offizielle biographische Seite mit Angaben zu Ausbildung, Mozarteum, œnm, Aspekte Salzburg, Komponistenverbänden und internationalen Tätigkeiten.
- Klaus Ager: Werkliste Offizielle Werkübersicht nach Opuszahlen, wichtigste Grundlage für das Werkverzeichnis.
- Music Austria: Ager Klaus Datenbankeintrag mit Biographie, Stilbeschreibung, Ausbildung, Auszeichnung und Werkverzeichniszugang.
- Music Austria: Werkverzeichnis von Klaus Ager Datenbankgestütztes Werkverzeichnis mit Gattungen, Besetzungen und Entstehungsangaben.
- Österreichisches Musiklexikon: Ager, Klaus Lexikonartikel mit kompakten Angaben zu Ausbildung, Lehrtätigkeit, Mozarteum, œnm, Aspekte Salzburg, Verbandsarbeit und Werken.
- Universität Mozarteum Salzburg: Persönlichkeiten der Salzburger Musikgeschichte – Klaus Ager Biographisches PDF-Dossier mit Lebenslauf, Werkbeispielen, Diskographie, Schriften und Bibliographie.
- mica – music austria: Porträt Klaus Ager Porträtartikel mit biographischer Einordnung, kompositorischer Stilbeschreibung und kulturpolitischem Kontext.
- Ricordi: Klaus Ager Verlags- und Werkseite mit Kompositionen, Werkdaten, Besetzungen und Aufführungsinformationen.
- Musica Mundana: Klaus Ager – Works Werk- und Bestellübersicht zu ausgewählten Kompositionen aus Agers Katalog.
- œnm . österreichisches ensemble für neue musik Institutioneller Kontext zum von Klaus Ager gegründeten Ensemble für Neue Musik.
- Aspekte Salzburg Festivalarchiv und aktueller Kontext des von Klaus Ager gegründeten Festivals für zeitgenössische Musik.
- Österreichischer Komponistenbund / Austrian Composers Association Verband, dessen Präsident Klaus Ager von 2004 bis 2014 war.
- European Composer and Songwriter Alliance Europäisches Netzwerk, das mit Agers Verbandsarbeit und Mitgründungsgeschichte verbunden ist.
- WorldCat Internationaler Bibliothekskatalog zur Suche nach Partituren, Tonträgern, Aufsätzen, Programmen und Sekundärliteratur.
- Bibliographie des Musikschrifttums Fachbibliographischer Zugang zu Schriften von und über Klaus Ager.
- JSTOR Rechercheplattform für musikwissenschaftliche Aufsätze zu Neuer Musik, Computermusik, österreichischer Gegenwartsmusik und Kulturinstitutionen.
Weiterführende Einträge
- Aspekte Salzburg Von Klaus Ager gegründetes Festival für zeitgenössische Musik und wichtige Institution der Salzburger Neuen Musik.
- Avantgarde Ästhetischer und kulturgeschichtlicher Rahmen für experimentelle Musik nach 1945.
- Luciano Berio Komponist der europäischen Nachkriegsavantgarde, dessen Kurse zu Agers Ausbildungskontext gehören.
- Cesar Bresgen Komponist und Mozarteum-Lehrer, wichtig für Agers Salzburger Studienzeit.
- Computermusik Technisch und ästhetisch wichtiges Feld in Agers Werk und Schriften.
- Dirigent Musikalische Leitungsrolle, die bei Ager mit Ensemblegründung und Neuer-Musik-Praxis verbunden ist.
- Elektroakustische Musik Musikform mit Tonband, elektronischer Klangerzeugung und Studioarbeit, zentral für Agers frühe Werke.
- Ensemble für Neue Musik Spezialisierte Aufführungsformation für zeitgenössische Kompositionen, neue Spieltechniken und komplexe Partituren.
- European Composers Forum Europäisches Komponistennetzwerk, das Klaus Ager mitgründete und leitete.
- Festival Neuer Musik Aufführungs- und Vermittlungsform zeitgenössischer Musik, wichtig für Aspekte Salzburg.
- Hölderlin-Fragmente Literarisch-musikalischer Bezugspunkt in Agers Werk für Oboe und computergenerierte Klänge.
- Mascha Kaléko Dichterin, deren Lyrik in Agers Kaleko Lieder einen späten musikalischen Bezug erhält.
- Kammermusik Zentrales Feld in Agers Werk zwischen Solostück, Trio, Ensemble und differenzierter Klangschichtung.
- Österreichischer Komponistenbund Berufs- und Interessenvertretung österreichischer Komponistinnen und Komponisten, deren Präsident Ager war.
- Komponistenpolitik Kulturpolitisches Feld von Urheberrecht, Förderung, Sichtbarkeit, Berufsvertretung und Netzwerkbildung.
- Olivier Messiaen Französischer Komponist und Agers Lehrer in Paris, wichtig für Farbe, Rhythmus und moderne Kompositionsästhetik.
- Mozarteum Salzburger Musikuniversität, an der Ager studierte, lehrte und von 1995 bis 2000 als Rektor wirkte.
- Musikanalyse Fachgebiet, das Ager am Mozarteum lehrte und mit zeitgenössischem Komponieren verband.
- Neue Musik Sammelbegriff für moderne und zeitgenössische Kunstmusik, zentrales Feld von Agers Wirken.
- œnm . österreichisches ensemble für neue musik Von Klaus Ager gegründetes Ensemble und zentrale Plattform österreichischer Gegenwartsmusik.
- Orchesterwerk Gattungsfeld, in dem Agers Fades the light from the sea, Serenade und spätere Orchesterstücke stehen.
- Salzburg Geburts- und Wirkungsort Agers, geprägt von Mozarttradition, Festspielkultur und Neuer Musik.
- Pierre Schaeffer Begründer der Musique concrète und Agers Lehrer für elektroakustische Musik in Paris.
- Karlheinz Stockhausen Komponist der Nachkriegsavantgarde, dessen Kurse zu Agers Ausbildungskontext gehören.
- Tonbandmusik Elektronische und elektroakustische Werkform, in der Agers frühe Klangexperimente zentral greifbar werden.
- Vokalmusik Musik für Stimme, bei Ager vielfach mit literarischen und poetischen Bezügen verbunden.
- Gerhard Wimberger Komponist und Dirigent, wichtig für Agers Dirigierstudium am Mozarteum.
- Zeitgenössische Musik Gegenwärtige Kunstmusik als Aufführungs-, Produktions- und Vermittlungsfeld.