A. Davies Adams

Britischer Komponist, Arrangeur und Musiktheaterbearbeiter · vor allem in den 1920er Jahren nachweisbar · Lied, Kammermusik, Bühnenmusik und Offenbach-Bearbeitung

Überblick

A. Davies Adams war ein britischer Komponist, Arrangeur und Musiktheaterbearbeiter, dessen Werk vor allem in den 1920er Jahren greifbar ist. Die Person ist quellenmäßig deutlich schlechter dokumentiert als bekanntere britische Komponisten derselben Zeit. Gerade deshalb sollte der Eintrag vorsichtig formuliert werden: Lebensdaten, vollständige Vornamen und eine geschlossene Biografie sind nach der derzeit leicht zugänglichen Quellenlage nicht sicher zu bestimmen. Sicherer sind einzelne Werk- und Aufführungsnachweise.

Der Name erscheint in verschiedenen Schreibweisen: A. Davies Adams, A Davies Adams, A. Davies-Adams und Davies-Adams, A.. Diese Varianten bezeichnen mit hoher Wahrscheinlichkeit dieselbe Person. In Bibliothekskatalogen und Bühnenmaterialien ist besonders die Namensform A. Davies Adams verbreitet; bei der Offenbach-Bearbeitung La vie parisienne erscheint auch die Bindestrichform A. Davies-Adams. Für die Kulturlexikon-Datei ist daher der Slug adams-a-davies.shtml sinnvoll, während im sichtbaren Titel die etablierte Form A. Davies Adams stehen sollte.

Musikgeschichtlich gehört A. Davies Adams in ein Milieu, das zwischen Kunstmusik, Lied, Kammermusik, Theatermusik und Londoner Unterhaltungstheater vermittelt. Nachweisbar sind eine Kipling-Vertonung für Stimme und Klavier, ein kammermusikalisches Werk im Umfeld des Cobbett-Preises, Bühnenmusik zu Thomas Hardys The Queen of Cornwall und die freie Einrichtung von Offenbach-Melodien für die englische La vie parisienne-Bearbeitung von 1929. Diese Spanne macht ihn zu einer Rand-, aber keineswegs uninteressanten Figur der britischen Musik- und Theaterpraxis zwischen Erstem Weltkrieg und Zwischenkriegszeit.

Sein bekanntestes greifbares Werk ist wahrscheinlich La vie parisienne, eine englische komische Oper in drei Akten, die A. P. Herbert gemeinsam mit A. Davies Adams für die Londoner Bühne einrichtete. Die Musik ging auf Offenbach zurück, wurde aber von Davies Adams frei arrangiert. Das Werk wurde 1929 am Lyric Theatre, Hammersmith, unter der Produktion von Sir Nigel Playfair herausgebracht. Dieser Zusammenhang zeigt Davies Adams weniger als Originalkomponisten im romantischen Sinn, sondern als Theatermusiker, der fremdes Material aufführungspraktisch neu ordnete.

Name, Schreibweisen und Quellenlage

Die Hauptansetzung für diesen Eintrag lautet A. Davies Adams. Die Schreibweise ist ungewöhnlich, weil Davies hier offenbar als mittlerer Namensbestandteil oder als Bestandteil eines Doppelnamens erscheint. Die Quellen schwanken zwischen A. Davies Adams und A. Davies-Adams. Bei bibliografischer Erfassung sollte deshalb beides berücksichtigt werden.

Die im Nutzerwunsch genannte Ansetzung adams, a. davies ist bibliografisch plausibel, weil sie den Namen unter Adams sortiert. Für den Dateinamen ist adams-a-davies.shtml am zweckmäßigsten. Eine Umstellung zu davies-adams-a.shtml wäre nur dann sinnvoll, wenn eindeutig belegt wäre, dass Davies-Adams ein fester Doppelname ist. Die vorhandenen Nachweise sprechen eher für eine flexible historische Schreibpraxis.

Die Quellenlage ist fragmentarisch. A. Davies Adams erscheint nicht ohne weiteres als kanonische Lexikonfigur mit gesicherten Lebensdaten. Greifbar ist er vielmehr über Werkspuren: ein Liedverzeichnis, Musiktheaterkataloge, eine Thomas-Hardy-Archivnotiz, Cobbett- beziehungsweise Royal-College-of-Music-Zusammenhänge und Bibliografien zur englischen Offenbach-Rezeption. Diese Lage verlangt eine quellenkritische Darstellung, die nicht mehr behauptet, als die Nachweise tragen.

Biografische Einordnung

Biografisch ist A. Davies Adams am sichersten als britischer Komponist und Arrangeur der 1920er Jahre zu fassen. Die Einordnung als „britisch“ ergibt sich aus den Werkzusammenhängen: Cobbett-Preis und Royal College of Music, englische Liedpublikation, Londoner Musiktheater, Thomas Hardy und die englische Offenbach-Bearbeitung. Ein genauer Geburts- oder Sterbezeitraum ist hier jedoch nicht seriös festzulegen.

Seine Tätigkeit scheint nicht auf ein einziges Gattungsfeld beschränkt gewesen zu sein. Er schrieb Lied, Kammermusik und Bühnenmusik und arbeitete an musiktheatralen Bearbeitungen. Das entspricht einem Künstlertypus, der in der Zwischenkriegszeit häufig war, aber später leicht aus dem allgemeinen Gedächtnis verschwand: der praktische Musiker, der für Theater, Chor, Bühne, Hausmusik, Kammermusik und kleinere Publikationsformate arbeitete.

Gerade solche Figuren sind für die Kulturgeschichte wichtig, weil sie die musikalische Infrastruktur einer Epoche sichtbar machen. Neben den großen Komponistennamen existierte ein dichtes Netz von Arrangeuren, Theatermusikern, Liedkomponisten, Chorleitern, Begleitern und Bearbeitern, ohne die das öffentliche und halböffentliche Musikleben nicht funktioniert hätte. A. Davies Adams gehört wahrscheinlich in dieses Feld.

Liedkomposition und Kipling-Vertonung

Ein sicherer Nachweis für A. Davies Adams ist die Vertonung von Rudyard Kiplings The Love Song of Har Dyal. Das Lied erschien 1921 für Stimme und Klavier. Der Text stammt aus Kiplings Erzählwelt und beginnt mit der Anrufung einer fernen Geliebten. Die Wahl dieses Textes zeigt Davies Adams im Umfeld der englischen Kunstlied- und Salonliedkultur, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts weiterhin lebendig war.

Kipling wurde von zahlreichen Komponisten vertont. Sein Werk bot starke Bilder, exotisierte Schauplätze, erzählerische Stimmen und rhythmisch markante Sprache. Eine Vertonung wie The Love Song of Har Dyal steht damit in einem größeren Feld englischsprachiger Liedkomposition, in dem literarische Popularität und musikalische Aufführbarkeit zusammenkommen.

Für Davies Adams ist dieses Lied besonders wichtig, weil es ihn nicht nur als Arrangeur fremder Musik, sondern als eigenständigen Komponisten einer Vokalminiatur zeigt. Die Besetzung für Stimme und Klavier entspricht einer bürgerlichen Liedpraxis, die in Konzerten, privaten Musikabenden und Unterrichtszusammenhängen gepflegt wurde.

Kammermusik und Cobbett-Tradition

Ein weiterer wichtiger Nachweis ist Celtic Phantasy für Streichquartett, das 1923 im Zusammenhang des Cobbett-Kompositionspreises am Royal College of Music genannt wird. Der Cobbett-Kreis war für die britische Kammermusik des frühen 20. Jahrhunderts von großer Bedeutung. Walter Willson Cobbett förderte besonders die Form der Phantasy, einer einsätzigen, verdichteten Kammermusikform, die auf ältere englische Fantasie-Traditionen zurückgriff und zugleich modernen Komponisten Raum für konzentrierte musikalische Gestaltung gab.

Der Titel Celtic Phantasy verweist auf eine damals verbreitete kulturelle und musikalische Vorstellung des „Keltischen“. In der britischen Musik um 1900 und danach waren keltische, walisische, irische oder schottische Anklänge häufig Teil eines national oder regional markierten Klangdenkens. Ob Davies Adams in diesem Werk tatsächlich Volksmelodien, modale Wendungen oder nur eine atmosphärische Titelfarbe verwendete, müsste anhand der Partitur geprüft werden. Der Titel allein erlaubt keine genaue musikalische Analyse, zeigt aber die ästhetische Umgebung des Werks.

Für seine Einordnung ist der Kammermusiknachweis bedeutsam, weil er Davies Adams nicht nur als Theaterarrangeur, sondern als Komponisten im Umfeld einer seriösen britischen Kammermusikförderung zeigt. Damit steht er an einer Schnittstelle zwischen praktischer Bühne und kunstmusikalischer Ausbildungskultur.

Thomas Hardy und Bühnenmusik zu The Queen of Cornwall

Ein weiterer bemerkenswerter Werkzusammenhang führt zu Thomas Hardy. Im Dorset History Centre ist ein Brief von A. Davies Adams an Hardy vom 15. April 1924 verzeichnet; die Katalognotiz bezeichnet Davies Adams als Komponisten der Bühnenmusik zu The Queen of Cornwall. Gemeint ist Hardys The Famous Tragedy of the Queen of Cornwall at Tintagel in Lyonnesse, ein spätes dramatisches Werk Hardys mit keltisch-arthurischem Stoffhintergrund.

Bühnenmusik zu Hardy ist ein aufschlussreiches Feld. Hardy war nicht nur Romancier und Lyriker, sondern schrieb auch dramatische Texte, die stark von Landschaft, Geschichte, Schicksalsgefühl und archaischer Atmosphäre geprägt sind. Für ein Werk wie The Queen of Cornwall musste Musik weniger als bloße Untermalung funktionieren, sondern als Mittel der atmosphärischen Verdichtung. Sie konnte Szene, Zeit, Ritual, Tragik und regionale Farbe unterstützen.

Dieser Nachweis zeigt Davies Adams als Komponisten von incidental music, also Bühnenmusik für ein Schauspiel. Damit steht er in einer britischen Tradition, in der Theateraufführungen häufig durch eigens komponierte oder arrangierte Musik ergänzt wurden. Gerade in Stoffen mit historischer, sagenhafter oder regionaler Färbung spielte solche Musik eine wichtige Rolle.

Offenbach-Bearbeitung: La vie parisienne

Das bekannteste greifbare Projekt von A. Davies Adams ist die englische Bearbeitung von La vie parisienne. Das Werk erschien 1929 als komische Oper in drei Akten und wurde als sehr freie Verwandtschaft zu Offenbachs ursprünglicher Operette bezeichnet. Die Textbearbeitung stammt von A. P. Herbert und A. Davies Adams; die Liedtexte schrieb Herbert. In einer weiteren bibliografischen Fassung wird ausdrücklich festgehalten, dass Offenbachs Melodien von A. Davies Adams frei arrangiert wurden.

Die Londoner Produktion wurde am 18. April 1929 am Lyric Theatre, Hammersmith, von Sir Nigel Playfair herausgebracht. Dieser Kontext ist wichtig. Das Lyric Hammersmith war unter Playfair ein Ort kluger, stilbewusster und oft historisch reflektierter Theaterunterhaltung. Offenbach wurde hier nicht einfach übernommen, sondern für ein englisches Publikum neu eingerichtet, sprachlich, musikalisch und szenisch angepasst.

Davies Adams’ Rolle lag dabei nicht im Erfinden völlig neuer Musik, sondern im freien Arrangement vorhandener Offenbach-Melodien. Solche Arbeit ist anspruchsvoll, auch wenn sie in Werkverzeichnissen oft geringer bewertet wird als Originalkomposition. Ein Arrangeur muss musikalisches Material kürzen, verbinden, transponieren, dramatisch platzieren, sängerfreundlich einrichten und an die konkrete Theaterform anpassen. Bei La vie parisienne war dies besonders heikel, weil Offenbachs Musik von Tempo, Esprit, Leichtigkeit, Parodie und präziser Bühnenmechanik lebt.

Die spätere bibliografische und archivische Überlieferung zeigt, dass diese Bearbeitung nicht nur eine einmalige Aufführungsspur blieb. Sie wurde in Bibliotheken, Sammlungen und musiktheatergeschichtlichen Studien weiterhin nachgewiesen. Dadurch ist La vie parisienne der zentrale Ankerpunkt für A. Davies Adams’ Nachweisbarkeit.

Musiktheater, Arrangement und britische Bühnenpraxis

A. Davies Adams’ Werk macht sichtbar, wie fließend die Grenzen zwischen Komposition, Arrangement, Bühnenbearbeitung und musikalischer Einrichtung im britischen Theater der Zwischenkriegszeit waren. Ein Theatermusiker musste nicht nur eigene Musik schreiben können. Er musste auch vorhandene Musik für neue Zwecke bearbeiten, Sängerinnen und Sänger berücksichtigen, Dialog und Musik verbinden, mit Produzenten und Textautoren zusammenarbeiten und den Geschmack eines konkreten Publikums treffen.

Diese praktische Dimension ist für Davies Adams besonders wichtig. Er erscheint nicht als Komponist großer symphonischer Werke, sondern als Musiker, der in realen Aufführungssystemen arbeitete. Lied, Kammermusik, Schauspielmusik und komische Opernbearbeitung bilden zusammen ein Profil, das auf Vielseitigkeit und Handwerk verweist.

Sein Fall zeigt außerdem ein Problem der Musikgeschichtsschreibung: Personen, die nicht durch große Lebensdaten, prominente Schülerkreise oder berühmte Werkzyklen überliefert sind, können dennoch in bestimmten Kulturzusammenhängen wichtig sein. A. Davies Adams gehört zu den Namen, die man über Kataloge, Archive, Theatermaterialien und einzelne Werkspuren rekonstruieren muss.

Werkverzeichnis

Das folgende Werkverzeichnis ist als quellenkritische Arbeitsübersicht angelegt. Es enthält nur Werke und Werkgruppen, für die greifbare bibliografische, archivische oder aufführungsgeschichtliche Spuren bestehen. Lebensdaten, vollständige Vornamen und ein abgeschlossenes Gesamtwerk sind nach derzeitigem Stand nicht sicher genug belegt, um sie ohne Vorbehalt einzutragen.

Lied und Vokalmusik

  • The Love Song of Har Dyal, 1921. Lied für Stimme und Klavier nach einem Text von Rudyard Kipling. Die Vertonung ist im LiederNet Archive als musikalische Fassung von Kiplings Text verzeichnet und gehört zu den sicher greifbaren Originalkompositionen von A. Davies Adams.
  • Jugglers. Chormusikalisch beziehungsweise vokal überlieferter Titel, der in Konzert- und Pressezusammenhängen der frühen 1930er Jahre begegnet. Die genaue Besetzung und Publikationslage sollten vor einer Einzelwerkseite durch Konzertprogramme, Notendrucke oder Chorkataloge geprüft werden.

Kammermusik

  • Celtic Phantasy, 1923. Werk für Streichquartett im Zusammenhang des Cobbett-Preises am Royal College of Music. Der Titel verweist auf die britische Phantasy-Tradition und auf ein keltisch markiertes Klang- oder Stofffeld; eine genaue musikalische Beschreibung setzt Einsicht in die Partitur voraus.

Bühnenmusik

  • Incidental music zu Thomas Hardys The Famous Tragedy of the Queen of Cornwall at Tintagel in Lyonnesse. Bühnenmusik zu Hardys spätem dramatischem Werk, in Archivkatalogen durch eine Korrespondenz zwischen A. Davies Adams und Thomas Hardy belegt. Das Werk steht im Umfeld arthurisch-keltischer Theateratmosphäre und britischer Schauspielmusik.

Musiktheater und Bearbeitung

  • La vie parisienne, 1929. Komische Oper in drei Akten, sehr frei nach Offenbachs gleichnamigem Werk. Bearbeitung von A. P. Herbert und A. Davies Adams, Liedtexte von A. P. Herbert; Offenbachs Melodien wurden von A. Davies Adams frei arrangiert. Uraufführung beziehungsweise Erstproduktion am Lyric Theatre, Hammersmith, London, 18. April 1929, in der Produktion von Sir Nigel Playfair.
  • La vie parisienne, Promptbooks und Produktionsmaterialien. In Sammlungen wie der L. Ashton Sly Collection sind Libretto-, Promptbook- und Produktionsspuren der Bearbeitung erhalten. Diese Materialien sind für Theaterpraxis, spätere Wiederaufnahmen und szenische Einrichtung besonders wichtig.

Zweifels- und Prüfstücke

  • Weitere Rundfunk- und Theaterarbeiten unter der Namensform A. Davies-Adams. Einzelne Programm- und Archivspuren deuten auf weitere musiktheatralische oder fernsehbezogene Verwendungen hin. Diese sollten nur nach genauer Prüfung von Radio-Times-, BBC-, Theater- und Bibliotheksquellen in ein erweitertes Werkverzeichnis aufgenommen werden.
  • Weitere Chor- oder Liedtitel. Da Davies Adams in Konzertprogrammen und Liedverzeichnissen erscheint, ist mit weiteren kleineren Werken zu rechnen. Ohne eindeutige Druck- oder Archivnachweise sollten sie jedoch nicht als gesichert gelten.

Sekundärliteratur und Quellen

Zu A. Davies Adams liegt keine breit etablierte monografische Sekundärliteratur vor. Die wichtigste Arbeitsgrundlage bilden deshalb Bibliothekskataloge, Lieddatenbanken, Theaterarchive, Sammlungen von Musiktheatermaterialien, Thomas-Hardy-Archive, Studien zur englischen Offenbach-Rezeption und Forschungen zur britischen Kammermusikförderung der Zwischenkriegszeit.

  • HathiTrust: La vie parisienne, 1929. Bibliografischer Nachweis der komischen Oper in drei Akten von A. P. Herbert und A. Davies-Adams mit Liedtexten von A. P. Herbert.
  • HathiTrust: La vie parisienne, Fassung mit Offenbach-Melodien. Besonders wichtig, weil der Katalog ausdrücklich festhält, dass die Melodien Offenbachs von A. Davies Adams frei arrangiert wurden.
  • Bill Douglas Cinema Museum: La Vie Parisienne: Comic Opera in Three Acts. Sammlungsnachweis zur Offenbach-Bearbeitung, mit Angaben zur Produktion am Lyric Theatre, Hammersmith, 18. April 1929, durch Sir Nigel Playfair.
  • Cambridge University Press: Jacques Offenbach and the Making of Modern Culture. Enthält bibliografische und werkgeschichtliche Nachweise zu Herbert und Davies-Adams’ La vie parisienne und ist für die englische Offenbach-Rezeption wichtig.
  • Cambridge-Bibliografie zu Offenbach. Führt La vie parisienne von A. P. Herbert und A. Davies-Adams als Londoner Ausgabe von Ernest Benn, 1929, und bietet den weiteren Forschungsrahmen zur Offenbach-Rezeption.
  • LiederNet Archive: The Love Song of Har Dyal. Verzeichnet A. Davies Adams’ Vertonung von Rudyard Kiplings Text, veröffentlicht 1921 für Stimme und Klavier.
  • LiederNet Composer List: A. Davies Adams. Nützlicher Namens- und Repertoirehinweis, der A. Davies Adams als Komponisten im Liedkontext aufführt.
  • Dorset History Centre: Thomas Hardy Archive. Enthält den Nachweis eines Briefes von A. Davies Adams an Thomas Hardy vom 15. April 1924 und bezeichnet ihn als Komponisten der Bühnenmusik zu The Queen of Cornwall.
  • Thomas-Hardy-Forschung zu The Famous Tragedy of the Queen of Cornwall. Wichtig zur Einordnung des dramatischen Stoffes, des Aufführungskontexts und der Funktion von Bühnenmusik in Hardys spätem Theaterwerk.
  • Springer / Studien zu Thomas Hardy auf der Bühne. Relevanter Forschungsrahmen für Hardys dramatische Werke, Inszenierungsgeschichte und Bühnenmusik.
  • Royal College of Music Magazine und Cobbett-Preis-Quellen. Wichtig für den Nachweis von Celtic Phantasy im Zusammenhang des Cobbett-Kompositionspreises von 1923.
  • Cobbett’s Cyclopedic Survey of Chamber Music. Grundlegende Quelle zur britischen Kammermusik- und Phantasy-Tradition, in deren Umfeld Davies Adams’ Celtic Phantasy steht.
  • Forschung zu Walter Willson Cobbett. Unverzichtbar zur Einordnung des Phantasy-Begriffs, der Kammermusikförderung und der britischen Kompositionspreise.
  • Princeton / L. Ashton Sly Collection of Musical Scores. Enthält Produktionsmaterialien, Promptbooks und Sammlungsnachweise zu La vie parisienne und ist für Aufführungspraxis und spätere Wiederaufnahmen wichtig.
  • New York Public Library: La vie parisienne. Bibliografischer Nachweis der Offenbach-Bearbeitung mit Melodien, frei arrangiert von A. Davies Adams.
  • CiNii Books: La vie parisienne. Internationaler Bibliotheksnachweis der Ausgabe von Ernest Benn, 1929, mit A. P. Herbert und A. Davies-Adams.
  • Forschung zu A. P. Herbert. Wichtig, weil Davies Adams’ bekanntestes Projekt in enger Zusammenarbeit mit Herbert entstand.
  • Forschung zu Sir Nigel Playfair und dem Lyric Theatre Hammersmith. Hilfreich zur Einordnung der Londoner Erstproduktion von La vie parisienne 1929.
  • Forschung zur britischen Operette und komischen Oper der Zwischenkriegszeit. Relevanter Rahmen für die Bearbeitungspraxis, in der Davies Adams als Arrangeur arbeitete.
  • Forschung zu Offenbach in England. Besonders wichtig für die Frage, wie französische opéra-bouffe und Operette für englische Bühnen eingerichtet und umgedeutet wurden.
  • George Hauger: Studien zu Offenbach in englischer Sprache. Wichtig für die englische Offenbach-Rezeption und für Checklisten englischer Bearbeitungen.
  • Theatre Notebook und ähnliche theatergeschichtliche Zeitschriften. Relevante Orte für Spezialforschung zu englischen Bühnenbearbeitungen, Promptbooks und Wiederaufnahmen.
  • Britische Zeitungs- und Programmarchive der 1920er und 1930er Jahre. Unverzichtbar für weitere Nachweise zu Aufführungen, Rezensionen und möglicherweise verschollenen Werken von A. Davies Adams.
  • WorldCat, British Library und nationale Bibliothekskataloge. Zentrale Suchinstrumente für Drucke, Noten, Librettoausgaben und archivalische Streufunde unter den Varianten A. Davies Adams und A. Davies-Adams.

Bedeutung und Bewertung

A. Davies Adams ist keine kanonische Hauptfigur der britischen Musikgeschichte. Seine Bedeutung liegt vielmehr in einer quellenkundlich interessanten Zwischenposition. Er erscheint als Komponist kleinerer Formen, als Kammermusikautor im Umfeld der Cobbett-Tradition, als Bühnenmusiker für Thomas Hardy und als Arrangeur einer englischen Offenbach-Bearbeitung. Damit verkörpert er jenen praktischen Musikertypus, der für das britische Musikleben der Zwischenkriegszeit wichtig war, auch wenn er später nur fragmentarisch sichtbar blieb.

Besonders aufschlussreich ist die Verbindung von Celtic Phantasy und La vie parisienne. Einerseits steht Davies Adams im Umfeld einer ernsthaften britischen Kammermusikförderung, andererseits arbeitet er an einer leichten, publikumsnahen, komischen Oper für die Londoner Bühne. Diese Doppelstellung zeigt, dass die Grenzen zwischen Kunstmusik und Unterhaltungsmusik in der Praxis durchlässiger waren, als spätere Ordnungssysteme oft vermuten lassen.

Sein Fall ist außerdem ein Beispiel für die Bedeutung archivalischer Kleinarbeit. Viele historische Musiker sind nicht durch große Lexikonartikel überliefert, sondern durch Katalogzeilen, Briefe, Promptbooks, Aufführungsnotizen und einzelne Notendrucke. Eine Kulturlexikon-Seite über A. Davies Adams sollte deshalb nicht versuchen, eine lückenlose Biografie zu konstruieren, sondern die vorhandenen Werkspuren präzise bündeln und die offenen Fragen sichtbar lassen.

Für die Musiktheatergeschichte bleibt seine Arbeit an La vie parisienne der zentrale Bezugspunkt. Dort zeigt sich A. Davies Adams als Arrangeur, der Offenbachs Musik für eine neue englische Bühnenform verfügbar machte. Für die britische Kammermusikgeschichte ist Celtic Phantasy der wichtigste Hinweis. Für die Theatergeschichte führt seine Bühnenmusik zu Hardy in einen selten beachteten Bereich zwischen literarischem Drama und musikalischer Atmosphäre. Zusammengenommen entsteht das Bild eines vielseitigen, heute weitgehend vergessenen britischen Theater- und Gebrauchsmusikers der 1920er Jahre.

Weiterführende Einträge

  • A. P. Herbert Britischer Schriftsteller und Librettist, der mit A. Davies Adams die englische La vie parisienne-Bearbeitung erarbeitete
  • Arrangement Musikalische Bearbeitungsform, die bei Davies Adams besonders in der freien Einrichtung von Offenbach-Melodien wichtig wird
  • Britische Kammermusik Gattungsfeld, in dem Davies Adams durch Celtic Phantasy im Umfeld der Cobbett-Tradition greifbar ist
  • Britisches Musiktheater Theater- und Aufführungskontext, in dem Davies Adams als Arrangeur und Bühnenmusiker der Zwischenkriegszeit zu verorten ist
  • Celtic Phantasy Streichquartettwerk von A. Davies Adams, 1923 im Zusammenhang des Cobbett-Kompositionspreises genannt
  • Walter Willson Cobbett Förderer britischer Kammermusik und Namensgeber der Phantasy-Tradition, in deren Umfeld Davies Adams’ Streichquartett steht
  • Cobbett Phantasy Einsätzige britische Kammermusikform, die im frühen 20. Jahrhundert durch Cobbett-Wettbewerbe gefördert wurde
  • A. Davies-Adams Alternative Namensform von A. Davies Adams, besonders in Katalogen zur Offenbach-Bearbeitung La vie parisienne
  • Englische Offenbach-Rezeption Forschungsfeld zur britischen Bearbeitung, Übersetzung und Bühnenanpassung von Offenbachs Werken
  • Thomas Hardy Britischer Schriftsteller, zu dessen The Queen of Cornwall A. Davies Adams Bühnenmusik komponierte
  • Incidental Music Bühnenmusik zu Schauspiel und Theater, ein wichtiges Arbeitsfeld von Davies Adams im Zusammenhang mit Thomas Hardy
  • Rudyard Kipling Autor von The Love Song of Har Dyal, das A. Davies Adams 1921 für Stimme und Klavier vertonte
  • La vie parisienne Englische komische Oper nach Offenbach, 1929 von A. P. Herbert und A. Davies Adams für London bearbeitet
  • Liedkomposition Gattung kleiner Vokalkompositionen, in der Davies Adams durch seine Kipling-Vertonung nachweisbar ist
  • Lied und Klavier Besetzung von Davies Adams’ The Love Song of Har Dyal und typisches Format bürgerlicher Liedkultur
  • LiederNet Archive Digitales Liedverzeichnis, das Davies Adams’ Vertonung von Kiplings The Love Song of Har Dyal nachweist
  • Londoner Musiktheater Bühnenumfeld der 1920er Jahre, in dem die Offenbach-Bearbeitung von Herbert und Davies Adams entstand
  • Lyric Theatre Hammersmith Londoner Theater, an dem La vie parisienne 1929 in der Bearbeitung von Herbert und Davies Adams herauskam
  • Musiktheaterbearbeitung Praxis der Anpassung vorhandener Musik und Texte an neue Bühnenbedingungen, zentral für Davies Adams’ Offenbach-Arbeit
  • Sir Nigel Playfair Produzent der Londoner La vie parisienne-Bearbeitung von 1929 am Lyric Theatre, Hammersmith
  • Jacques Offenbach Komponist der ursprünglichen La vie parisienne, deren Melodien Davies Adams 1929 frei arrangierte
  • Offenbach-Bearbeitung Gattungs- und Rezeptionsphänomen, bei dem Offenbachs Werke für andere Sprachen, Bühnen und Publikumserwartungen eingerichtet wurden
  • Operette Leichte Musiktheaterform, deren englische Aufnahme für Davies Adams’ La vie parisienne-Arbeit grundlegend ist
  • Phantasy Britische Kammermusikform des frühen 20. Jahrhunderts, in der Davies Adams’ Celtic Phantasy steht
  • Promptbook Regie- und Produktionsbuch, wichtig für die Überlieferung von Musiktheaterbearbeitungen wie La vie parisienne
  • The Queen of Cornwall Spätes dramatisches Werk Thomas Hardys, zu dem A. Davies Adams Bühnenmusik komponierte
  • Royal College of Music Britische Musikinstitution, in deren Cobbett-Preisumfeld Davies Adams’ Celtic Phantasy erscheint
  • Streichquartett Kammermusikbesetzung von Davies Adams’ Celtic Phantasy
  • The Love Song of Har Dyal Kipling-Text, den A. Davies Adams 1921 als Lied für Stimme und Klavier vertonte
  • Theatermusik Musik für Bühnenaufführungen, Schauspiel und szenische Atmosphäre; wichtig für Davies Adams’ Hardy-Bezug
  • Thomas Hardy Archive Archivischer Quellenzusammenhang, in dem der Brief von A. Davies Adams an Hardy überliefert ist
  • Musik der Zwischenkriegszeit Historischer Rahmen für Davies Adams’ nachweisbare Arbeiten der 1920er Jahre