Karl Friedrich Kretschmann – historisches Porträt
Karl Friedrich Kretschmann, Dichter des 18. Jahrhunderts im Umfeld von Aufklärung und Empfindsamkeit.

Karl Friedrich Kretschmann (1738–1809) gehört zu jenen Autoren des späten 18. Jahrhunderts, die religiöse Erbauungsliteratur, moralische Reflexion und empfindsame Gefühlssemantik miteinander verbinden. Als Theologe und Schriftsteller bewegt er sich im Milieu der protestantischen Aufklärung, deren Ziel eine vernünftige, zugleich innerlich bewegte Frömmigkeit ist.

Seine Gedichte, Predigten und Prosatexte greifen häufig Fragen des alltäglichen Lebens, der Tugend und des bürgerlichen Zusammenlebens auf. Weniger die ästhetische Innovation als die moralisch-seelsorgerliche Wirkung bilden den Kern seines literarischen Selbstverständnisses.

  1. 1. Biographische und kulturelle Ausgangslage
  2. 2. Literarisch-historische Einordnung
  3. 3. Themen und Motive
  4. 4. Sprachliche und formale Eigenart
  5. 5. Bedeutung und Nachwirkung
  6. 6. Karl Friedrich Kretschmann im Lyrik Atlas

1. Biographische und kulturelle Ausgangslage

Kretschmann studiert Theologie und wirkt als Geistlicher und Pädagoge, zugleich aber auch als produktiver Autor. Die bürgerliche Lebenswelt, religiöse Praxis und Bildungsideale der Aufklärung bilden den konkreten Hintergrund seines Schreibens.

2. Literarisch-historische Einordnung

Er steht im Übergang von der Biederkeit protestantischer Moralistik zur empfindsamen Innerlichkeitsdichtung. Seine Texte bewegen sich zwischen Lehrgedicht, religiöser Erbauung und bürgerlicher Lebenspoesie.

3. Themen und Motive

  • Tugend, Moral und Lebensführung
  • religiöse Innerlichkeit
  • bürgerliche Existenz und Verantwortung
  • Vergänglichkeit und Trost

4. Sprachliche und formale Eigenart

Die Sprache ist klar, belehrend und zugleich gefühlsbezogen. Instruktion und Erbauung stehen im Vordergrund, während formale Kühnheit eher zurücktritt. Gleichwohl lassen sich in Tonfall und Motivik deutliche Spuren der Empfindsamkeit erkennen.

5. Bedeutung und Nachwirkung

Kretschmann ist ein typischer, wenn auch heute wenig präsenter Vertreter religiös-moralischer Literatur im Kontext der Aufklärung. Seine Texte dokumentieren eine Phase, in der Frömmigkeit, Gefühlskultur und bürgerliche Werte auf neue Weise miteinander verknüpft werden.

6. Karl Friedrich Kretschmann im Lyrik Atlas

Im Lyrik Atlas dient Kretschmann als Referenz für eine Gebrauchs- und Erbauungspoesie, die die ästhetische Dimension der Aufklärung mit einem dezidiert religiösen und moralischen Anspruch verbindet.