Christian Friedrich Hunold – historisches Porträt
Christian Friedrich Hunold, bekannt unter dem Pseudonym „Menantes“.

Christian Friedrich Hunold (1681–1721), der unter dem Pseudonym „Menantes“ publiziert, zählt zu den prägenden Stimmen der deutschen galanten Literatur um 1700. Zwischen barocker Lust an Rhetorik und frühaufklärerischer Satire gestaltet er eine Literatur, die gesellschaftliche Spielregeln, erotische Selbstdarstellung und soziale Masken aufmerksam beobachtet und reflektiert.

Hunold ist zugleich Lyriker, Erzähler und Librettist. Seine Zusammenarbeit mit Komponisten der Zeit, etwa im Umfeld der Hamburger Oper, zeigt, wie eng sich in dieser Epoche literarische und musikalische Formen verschränken.

  1. 1. Biographische und kulturelle Ausgangslage
  2. 2. Literarisch-historische Einordnung
  3. 3. Themen und Motive
  4. 4. Sprachliche und formale Eigenart
  5. 5. Bedeutung und Nachwirkung
  6. 6. Hunold im Lyrik Atlas

1. Biographische und kulturelle Ausgangslage

Hunold studiert in Jena und Halle und bewegt sich in den Stadtkulturen Norddeutschlands, die von Gelehrsamkeit, bürgerlicher Repräsentation und frühaufklärerischer Diskursfreude geprägt sind. Sein schriftstellerisches Leben ist produktiv, aber auch von Kritik und Skandalisierung begleitet, weil seine Texte moralische Grenzräume berühren.

2. Literarisch-historische Einordnung

Hunolds Werk steht im Schnittfeld von Barockrhetorik und Frühaufklärung. Es teilt die Vorliebe des Barock für Emblematik, metaphorische Dichte und soziale Maskenspiele, zugleich aber gewinnt ein nüchtern-ironischer Blick auf Konvention und Moral immer mehr Gewicht.

3. Themen und Motive

  • Liebe, Maskerade und gesellschaftliche Rollen
  • Satire auf Scheinmoral und Konvention
  • Spannung zwischen Tugendideal und Begehren
  • ästhetische Selbstreflexion

4. Sprachliche und formale Eigenart

Hunolds Stil ist barock reich, dabei zugleich beweglich und spielerisch. Er arbeitet mit klangvollen Reimformen, sententiösen Zuspitzungen und einer bewusst galanten Anredehaltung, die Leserinnen und Leser in das gesellschaftliche Spiel einbezieht.

5. Bedeutung und Nachwirkung

Hunold gehört zu jenen Autoren, die die Literatur auf dem Weg von barocker Repräsentation zur aufklärerisch geprägten Gesellschaftsreflexion mitprägen. Seine Libretti sind wichtige Zeugnisse der frühen deutschen Opernpraxis. In der neueren Forschung gewinnt er zunehmend Aufmerksamkeit als Schlüsselfigur galanter Schreibkultur.

6. Hunold im Lyrik Atlas

Im Lyrik Atlas stehen Texte im Fokus, die das Spannungsfeld von Galanterie, Satire und moralischer Selbstprüfung sichtbar machen und zugleich die ästhetische Raffinesse barocker Lyrik bewahren.

Orientierende Werkfelder:

  • Galanter Roman und barocke Liebeslyrik
  • Opern- und Kantatenlibretti
  • Satirische und moralische Dichtung