Johann Jakob Dusch – historisches Porträt
Johann Jakob Dusch in einem historischen Porträt.

Johann Jakob Dusch (1725–1787) gehört zur literarischen Aufklärung des mittleren 18. Jahrhunderts. Als Dichter, Übersetzer und Publizist steht er in jenen bürgerlichen Bildungszusammenhängen, in denen Literatur zur moralischen und ästhetischen Erziehung der Leserschaft beitragen soll. Besonders bekannt wurde er durch seine Idyllen, die ein normiertes, sittlich geordnetes Landleben als Gegenbild zu städtischer Verfeinerung und gesellschaftlicher Eitelkeit entwerfen.

Dusch bewegt sich damit in jenem Spannungsfeld, das die deutsche Literatur zwischen Pietismus, Moralwende und Empfindsamkeit prägt: Natur, Gefühl und Tugend werden zu Leitmotiven einer Lebensform, die sich von barocker Repräsentationskultur ablöst und bürgerliche Werte ästhetisch modelliert.

  1. 1. Biographische und kulturelle Ausgangslage
  2. 2. Literarisch-historische Einordnung
  3. 3. Themen und Motive
  4. 4. Sprachliche und formale Eigenart
  5. 5. Bedeutung und Nachwirkung
  6. 6. Johann Jakob Dusch im Lyrik Atlas

1. Biographische und kulturelle Ausgangslage

Dusch wird 1725 in Danzig geboren und wirkt später überwiegend in Hamburg. Er gehört zu jener gebildeten städtischen Mittelschicht, für die Literatur Teil der bürgerlichen Selbstverständigung ist: Sie dient der moralischen Belehrung, der kultivierten Unterhaltung und der Formung von Empfindsamkeit.

2. Literarisch-historische Einordnung

Literaturgeschichtlich lässt sich Dusch deutlich in der Aufklärung verorten, mit starker Nähe zur Empfindsamkeit. Seine Idyllen und moralischen Gedichte stehen in einer Tradition, die bis zu Gellert und den Schweizer Idyllendichtern zurückreicht und die Natur zum Idealraum schlichter, tugendhafter Lebensführung stilisiert.

3. Themen und Motive

  • Tugend, Moral und bürgerliche Lebensführung
  • Idyllische Natur als Gegenwelt zur Stadt
  • Familie und einfache Lebensordnung
  • Gefühlskultur im Horizont der Empfindsamkeit

4. Sprachliche und formale Eigenart

Duschs Sprache ist gemäßigt, rhetorisch geordnet und auf Anschaulichkeit und moralische Verständlichkeit angelegt. Formale Strenge verbindet sich mit einer Tendenz zur didaktischen Klarheit. Die Natur erscheint dabei weniger als radikal subjektiver Erfahrungsraum denn als maßvoll komponierte Szenerie, die Werte veranschaulicht.

5. Bedeutung und Nachwirkung

Dusch zählt zu jener breiten, prägenden Schicht literarischer Aufklärungsschriftsteller, deren Einfluss vor allem im Bereich der Lesekultur, der Moralbildung und der Kanonisierung bürgerlicher Werte liegt. Seine Idyllen markieren einen wichtigen Abschnitt auf dem Weg vom barocken Repräsentationsstil zur empfindsamen Innerlichkeit und weiter zum Realismus.

6. Johann Jakob Dusch im Lyrik Atlas

Im Lyrik Atlas wird Dusch vor allem dort verortet, wo Idyllendichtung, bürgerliche Moralökonomie und Gefühlskultur ineinandergreifen. Seine Texte sind wichtige Zeugnisse der poetischen Modellierung eines tugendhaften Alltagslebens im 18. Jahrhundert.

Auswahl zentraler Werkfelder (orientierend):

  • Idyllen und moralische Dichtung
  • Empfindsame Natur- und Gefühlsdarstellungen
  • Bürgerliche Tugend- und Bildungsliteratur