Carl Friedrich Drollinger – historisches Porträt
Carl Friedrich Drollinger in einem historischen Porträt.

Carl Friedrich Drollinger (1688–1742) gehört zur späten Phase der deutschen Barockdichtung. Als Jurist ausgebildet und in Heidelberg tätig, verbindet er gelehrte Bildungstraditionen mit einer poetischen Praxis, die noch stark von barocken Stilmitteln, rhetorischer Formung und moralisch-didaktischer Ausrichtung geprägt ist.

Seine Texte bewegen sich im Feld der Gelegenheits- und Gesellschaftsdichtung, aber auch der geistlichen Lyrik. Ordnung, Tugend, Vergänglichkeit und Frömmigkeit bilden dabei ein thematisches Geflecht, das die Erfahrungswelt des frühen 18. Jahrhunderts spiegelt: zwischen höfischer Repräsentation, städtischem Gelehrtenmilieu und einer weiterhin lebendigen religiösen Kultur.

  1. 1. Biographische und kulturelle Ausgangslage
  2. 2. Literarisch-historische Einordnung
  3. 3. Themen und Motive
  4. 4. Sprachliche und formale Eigenart
  5. 5. Bedeutung und Nachwirkung
  6. 6. Carl Friedrich Drollinger im Lyrik Atlas

1. Biographische und kulturelle Ausgangslage

Drollinger wird 1688 in Heidelberg geboren und bleibt der Stadt lebenslang verbunden. Als Jurist tätig, bewegt er sich in einem Milieu, in dem Gelehrsamkeit, Verwaltungsaufgaben und literarische Tätigkeit eng aufeinander bezogen sind. Dichtung ist Teil einer gebildeten Lebensform – nicht primär Beruf, sondern kulturell anerkannte Praxis.

2. Literarisch-historische Einordnung

Literaturgeschichtlich steht Drollinger in der Tradition der **späten Barock- und Frühaufklärungsliteratur**. Noch sind Rhetorik, Emblematik und Sentenzenkultur präsent, zugleich aber zeichnet sich eine zunehmende Tendenz zur Mäßigung, Moralreflexion und bürgerlicher Innerlichkeit ab.

3. Themen und Motive

  • Vergänglichkeit und Tod als barocke Grundfigur
  • Moral und Tugend im Alltag der gebildeten Stände
  • Religiöse Frömmigkeit und Gottesbezug
  • Gesellschaftliche Rollen und Standesbewusstsein

4. Sprachliche und formale Eigenart

Die Sprache ist rhetorisch geformt, oft bildreich, mit deutlicher Tendenz zu Sentenzen, Antithesen und klanglicher Struktur. Regelpoetik und metrische Disziplin prägen die Texte ebenso wie eine moralisch-didaktische Ausrichtung, die auf Lenkung der Affekte zielt.

5. Bedeutung und Nachwirkung

Drollinger ist ein Vertreter jener breiten, heute oft vergessenen Schicht barocker Dichter, die literarische Kultur jenseits der großen Kanonfiguren tragen. Seine Texte sind als Zeugnisse der Frömmigkeits-, Bildungs- und Gesellschaftskultur des frühen 18. Jahrhunderts von kulturhistorischem Interesse.

6. Carl Friedrich Drollinger im Lyrik Atlas

Im Lyrik Atlas wird Drollinger vor allem dort verortet, wo barocke Rhetorik, moralische Reflexion und frühe Ansätze bürgerlicher Innerlichkeit ineinandergreifen.

Auswahl zentraler Werkfelder (orientierend):

  • Gelegenheits- und Gesellschaftsdichtung
  • Geistliche Lyrik
  • Barocke Moral- und Sentenzenkultur