Nun danket Gott, ihr Christen all

Angelus Silesius Sie erzählt die Herrlichkeit seiner Auferstehung Nun danket Gott, ihr Christen all,1 Und jauchzet ihm mit großem Schall,2 Dieweil er seiner Gottheit Macht3 Durch seinen Sohn an Tag gebracht.4 Triumph, Triumph schrei alle Welt,5 Denn Jesus hat den Feind gefällt.6 – Er ist erstanden von dem Tod,7 Der Lebens-Fürst, der wahre Gott.8 Er … Weiterlesen

Auff Demant und Rubin/ auff Rosen und Narcissen

Hans Aßmann von Abschatz Auff ihren Nahmens-Tag Auff Demant und Rubin/ auff Rosen und Narcissen/1 Soll billig meine Hand ein Lied2 Zu setzen heute seyn bemüht;3 Nichts will in solcher Eil aus meiner Feder flüssen/4 Nichts fället mir für Freuden bey/5 Das Amaranthens würdig sey.6 Nimm/ Nimphe/ gütig an das Opffer treuer Hände:7 Wer wenig/ … Weiterlesen

Ich bin kein Adler nicht/ der deiner Sonnen Blincken

Hans Aßmann von Abschatz An ihre Augen Ich bin kein Adler nicht/ der deiner Sonnen Blincken/1 Der deiner Wangen Glantz kan schauen unverwandt.2 Wann deiner Augen Glutt in meinen widerstralt/3 Und ihrer Flammen Schein auff meine Wangen mahlt/4 So müssen sie beschämt zur Erde niedersincken;5 Doch aber will ich nicht der scheuen Eule gleichen/6 Die … Weiterlesen

Nachdem/ Melinde/ dir mein Seufftzen kund gemacht

Hans Aßmann von Abschatz Nachdem/ Melinde/ dir mein Seufftzen kund gemacht1 Ein Theil der herben Schmertzen/2 Darein mich deine Zier und meine Liebe bracht/3 Und du noch thränen siehst der Augen dunckle Kertzen/4 So dencke/ daß noch mehr verborgen ist im Hertzen.5 Die Seufftzer haben dir alleine kund gethan/6 Wie Lieb und Furcht mich plagen:7 … Weiterlesen

Ich lege dir mein Haubt zu deinen Füssen

Hans Aßmann von Abschatz Ich lege dir mein Haubt zu deinen Füssen:1 Bestraffe mich/ ich will gedultig büssen/2 Wofern dein Recht für schuldig kan erkennen3 Den/ der da liebt/ was Liebens werth zu nennen.4 – Ach! straffet sich nicht selber mein Verbrechen?5 Vergehn vor Lieb/ und nichts von Liebe sprechen6 Ist Pein genung/ wo keine … Weiterlesen

Amor selbst brach diese Blumen

Hans Aßmann von Abschatz Der glückselige Blumen-Strauß Amor selbst brach diese Blumen/ wo Aurora sammlet ein1 Ihre Näglein/ ihre Rosen/ die bey frühem Tages-Schein2 An dem blauen Himmel gläntzen/3 Und ihr schönes Haubt bekräntzen.4 – Schöne Blumen/ Preiß der Gärten/ welche Florens Hand geziert/5 Daß sie von so schönen Händen solten werden angerührt/6 Wie beglückt … Weiterlesen

Ich kam den andern Tag zur Rosilis gegangen

Hans Aßmann von Abschatz Die erst-auffgestandene Rosilis Ich kam den andern Tag zur Rosilis gegangen/1 Als sie zum Morgen noch unangeleget war.2 Sie stellte die Auror in eignem Bilde dar/3 Wenn sie der frühen Welt zeigt ihre Rosen-Wangen.4 Die Augen/ welche fast der Schlaff noch hielt umfangen/5 Verglichen sich der erst entwichnen Sternen-Schaar/6 Ihr über … Weiterlesen

Das schöne Kleeblat der Göttinnen

Hans Aßmann von Abschatz Die Wett-streitende Doris Das schöne Kleeblat der Göttinnen1 Das um den Apffel führte Zanck/2 Gedachte/ nächst der Schönheit/ Danck3 Für meiner Doris zu gewinnen;4 Doch Venus selber gab ihr nach5 Eh noch jemand das Urtheil sprach.6 – Aglaja stund mit ihr im Streite7 An wem der Vorzug solte seyn:8 Der beyden … Weiterlesen

Hylas mag nach seinem Sinn

Hans Aßmann von Abschatz Die schwartz-braune Nigelline Hylas mag nach seinem Sinn1 Andre Farben köstlich schätzen/2 Sich mit weiß und roth ergötzen;3 Schwartz ist meine Schäfferin.4 – Schwartz vergnüget meine Seele/5 Schwartz soll meine Farbe seyn/6 Biß des schwartzen Grabes Höle7 Schleust den todten Cörper ein.8 – Zwar der hellen Augen Licht/9 Welche Pallas blau … Weiterlesen

Lasst die bunten Tulpen weisen

Hans Aßmann von Abschatz Die weiße Fillis Lasst die bunten Tulpen weisen1 Ihrer hohen Farbe Zier/2 Lasst die edle Rose preisen/3 Zeig! Narciß und Nägeln für:4 Liljen/ die bey Fillis stehn/5 Sind für allen Blumen schön.6 – Zephyr mit verliebten Küssen7 Spielt um ihren zarten Mund/8 Lässt die stoltze Flora wissen/9 Macht mit lindem Rauschen … Weiterlesen

Will noch die schwartze Nacht den Tag bestreiten

Hans Aßmann von Abschatz Die blauen Augen Will noch die schwartze Nacht den Tag bestreiten/1 Und als ein irrend Licht bey duncklen Zeiten2 Der übereitlen Welt/3 Die/ was ihr wohlgefällt/4 Für einen Abgott hält/5 Den Sinn verleiten?6 – Des Monden Silber kan bey Nacht erquicken/7 Und durch den Schatten bricht der Sterne Blicken.8 Ein stoltzer … Weiterlesen

Wohin soll ich zu erst die Augen wenden

Hans Aßmann von Abschatz Die schwartzen Augen Wohin soll ich zu erst die Augen wenden/1 Die mir zu einer Zeit zwey Sonnen blenden?2 Wo soll ich erstlich hin/3 Dieweil in meinem Sinn4 Ich gantz entzücket bin/5 Die Blicke senden?6 – Steht unter Steinen nicht der Demant oben?7 Sein Feuer macht die dunckle Folge loben?8 Der … Weiterlesen

Nach aller meiner Pein

Hans Aßmann von Abschatz Nach aller meiner Pein/ nach aller meiner Noth/1 Dadurch ich nur verbittert deine Sinnen/2 Hab ich gelernt die Kunst dich zu gewinnen/3 Fillis/ ich geh‘ in Tod.4 – Fillis/ thu ich zuviel/ wenn ich mich untersteh/5 Daß ich dir recht gethan/ für aller Welt zu sagen:6 Ein Augenblick kan mich und … Weiterlesen

Könte man für Liebe sterben

Hans Aßmann von Abschatz Könte man für Liebe sterben/ wär ich längstens kalt und todt/1 Solte sie ein Feuer heissen/ wär ich längstens Asch und Koth:2 Doch ist sie kein Tod zu nennen/ woher fühl ich solche Schmertzen?3 Und ist sie kein brennend Feuer/ was kocht so in meinem Hertzen?4 Analyse 1 Könte man für … Weiterlesen

Wie grausam sind/ o Liebe/ deine Rechte

Hans Aßmann von Abschatz Der Liebe verkehrtes Recht Wie grausam sind/ o Liebe/ deine Rechte!1 Ein leichter Sinn schmeckt tausendfache Lust/2 Der Thränen Tranck/ der Seufftzer schwere Kost3 Nährt und verzehrt die Hertzen treuer Knechte;4 Wie grausam seyn/ o Liebe/ deine Rechte!5 Analyse 1 Wie grausam sind/ o Liebe/ deine Rechte! Der Sprecher eröffnet mit … Weiterlesen

Du stellest dich so wilde

Hans Aßmann von Abschatz Die Kuß-Scheue Du stellest dich so wilde1 Wenn ich dich küssen will:2 Wilt du dich nennen milde/3 So weigre dich nicht viel.4 – Allmosen bald empfangen5 Ist einstens noch so lieb/6 Als was man muß erlangen7 Durch langen Bittens Trieb.8 – Verziehestu zu geben/9 Was du doch loß wilt seyn?10 Ich … Weiterlesen

Rosen blühn auff deinen Wangen

Hans Aßmann von Abschatz Bedörnte Rosen Rosen blühn auff deinen Wangen/1 Liljen führt die Stirne mit;2 Aber den/ der nahe tritt/3 Stechen Dornen/ Bienen/ Schlangen.4 Analyse 1 Rosen blühn auff deinen Wangen Textanalyse Der Vers verwendet die klassische barocke Metapher der Rose als Sinnbild für Schönheit, Jugend und erotische Anziehungskraft. Die »blühenden« Rosen verorten das … Weiterlesen

Worzu dient so süsses Blicken

Hans Aßmann von Abschatz Liebe und Gegen-Liebe Worzu dient so süsses Blicken/1 Wenn du bist in nichts verliebt?2 Ists/ daß unser Seufftzer-schicken3 Cloris dir Vergnügen giebt?4 Zwar offt heist das Hertze geben5 Sich begeben seiner Ruh/6 Doch wer immer frey will leben/7 Bringt sein Leben übel zu.8 – Schönheit mit Verstand vermählet9 Trifft offt schlechte … Weiterlesen

Kind/ deine Freundligkeit

Hans Aßmann von Abschatz Die bitter-süsse Dulcinde Kind/ deine Freundligkeit1 Kan Freud und Lust erwecken/2 Wo Trauren/ Sorg und Leyd3 Im innern Hertzen stecken:4 Man sieht auff deinen Wangen5 Narciß‘ und Rose prangen.6 Doch will ich was darvon7 Mit süssem Zwange brechen/8 So pfleget mich zum Lohn9 Ein scharffer Dorn zu stechen.10 Ich darff nicht … Weiterlesen

Betrüger/ die ich ehr

Hans Aßmann von Abschatz Betrüger/ die ich ehr/1 Untreue/ die ich liebe/2 Was stralet ihr so sehr3 Ihr schlauen Hertzens-Diebe!4 Wer siehet wie ihr spielt/ und bildet ihm nicht ein/5 Ihr werdet voll Erbarmen seyn?6 Die falsche Freundligkeit7 Und eur verliebtes Blicken/8 Zeigt Sonn und schöne Zeit/9 Pflegt Blitz und Nacht zu schicken.10 Wer siehet … Weiterlesen

Ihr Augen/ die ich lieb und ehr

Hans Aßmann von Abschatz An ihre Augen Ihr Augen/ die ich lieb und ehr/1 Ihr meine Lust und süsse Pein/2 Was netzet ihr die trüben Wangen/3 Was sagt mir euer blasser Schein?4 Habt ihr mein Hertze nicht empfangen?5 Was fodert/ was verlangt ihr mehr?6 – Ihr Augen/ die ich lieb und ehr/7 Ihr sehet meine … Weiterlesen

Ihr Augen/ eure Blicke

Hans Aßmann von Abschatz 1 Ihr Augen/ eure Blicke 2 Gerathen in Verdacht: 3 Nehmt euch für Ungelücke/ 4 Das eure Künheit macht/ 5 Hinfort genau in Acht. 6 Man saget/ daß ihr spielt 7 Nach der Verliebten Art/ 8 Wiewohl ichs nie gefühlet/ 9 Und eurer Stralen Fahrt 10 Auff Rosen-Wangen paart. 11 Entdeckt … Weiterlesen

Du fragst/ was sagen will diß Ach!

Hans Aßmann von Abschatz Ach! 1 Du fragst/ was sagen will diß Ach! 2 Das ich bey deiner Ankunfft sprach? 3 Es sprach: Ach! seht die holden Wangen/ 4 Seht die beliebte Fillis an; 5 Da kommt auff Rosen-voller Bahn 6 Mein Tod/ mein süsser Tod/ gegangen. Analyse 1 Du fragst/ was sagen will diß … Weiterlesen

Wenn ich nicht reden darff

Hans Aßmann von Abschatz Die stumme Sprache 1Wenn ich nicht reden darff/ nimm meine Seufftzer hin; 2 Sie werden dir in ihrer Sprache sagen: 3 Wenn Glück und Himmel hätten meinen Sinn/ 4 Ich wolte dir mehr Opffer tragen. Analyse 1 Wenn ich nicht reden darff/ nimm meine Seufftzer hin; Textanalyse Das lyrische Ich spricht … Weiterlesen

Schau die Künheit fremder Hand

Hans Aßmann von Abschatz Der unbekandte Liebhaber 1 Schau die Künheit fremder Hand/ 2 Welche/ sonder dich zu kennen/ 3 Macht durch diese Schrifft bekant 4 Ihrer treuen Seele Brennen/ 5 Welche dich nicht kennen will 6 Und nur kennet allzuviel. – 7 Fordre meinen Nahmen nicht 8 Biß ihn wird die Zeit entdecken/ 9 … Weiterlesen

Anemons und Adonis Blumen

Hans Aßmann von Abschatz Anemons und Adonis Blumen Viel von verliebtem Wesen schreiben stehet weder auff ernstere Dinge sinnenden Gemüttern/ noch reifferen Jahren an; Der Ticht-Kunst aber gar keine Feder aus den Flügeln des schon zum deutschen Bürger- Recht zugelassenen und bekandten Cupido vergönnen/ ist so viel als ihr ein Theil ihrer Schwing-Federn ausrupffen oder … Weiterlesen

Abschatz – Vorrede von Christian Gryphius

Hans Aßmann von Abschatz Vorrede von Christian Gryphius Hochgeneigter Leser Wenn der vortreffliche/ nunmehro selige/ Verfertiger gegenwärtiger Poesien in den Gedancken gestanden/ Bücher/ absonderlich Verse zu schreiben/ wäre eine Sache/ die Standes-Personen und Ritters-Leuten mehr nachtheilig als rühmlich fiele/ so hätte die gelehrte Welt dieses/ was ihr itzt vor die Augen geleget wird/ nicht zu … Weiterlesen