אֵבוּס

hebräisch - deutsch

Transliteration: ebuwc

Grundbedeutung

אֵבוּס bezeichnet im biblischen und modernen Hebräisch einen Futtertrog, eine Futterkrippe beziehungsweise einen Behälter oder fest eingerichteten Platz, aus dem Nutztiere ihr Futter aufnehmen. Die traditionellen deutschen Wiedergaben „Krippe“, „Futterkrippe“, „Trog“ und „Futtertrog“ treffen den sachlichen Kern wesentlich genauer als eine allgemeinere Übersetzung „Stall“. Der Stall ist der größere Raum beziehungsweise das Gebäude; der אֵבוּס ist innerhalb dieses Bereichs primär die Fütterungseinrichtung.

Das Wort ist unmittelbar mit der Tierhaltung verbunden. Seine drei biblischen Belege beziehen sich auf Esel, Rinder beziehungsweise einen Wildstier. Dadurch ist das semantische Profil ungewöhnlich klar: אֵבוּס ist kein allgemeines Gefäß für menschliche Nahrung, sondern im biblischen Kerngebrauch der Ort beziehungsweise Behälter, an dem größere Tiere gefüttert werden.

Jesaja 1,3 bietet den bekanntesten Beleg: יָדַע שׁוֹר קֹנֵהוּ וַחֲמוֹר אֵבוּס בְּעָלָיו – „Ein Rind kennt seinen Besitzer und ein Esel die Futterkrippe seines Herrn.“ Die Krippe steht hier für den Ort regelmäßiger Versorgung. Das Tier erkennt denjenigen beziehungsweise den Bereich, von dem seine Nahrung kommt; Israel dagegen, so die prophetische Pointe, erkennt seinen göttlichen Versorger nicht.

In Sprüche 14,4 lautet die Aussage: בְּאֵין אֲלָפִים אֵבוּס בָּר וְרָב־תְּבוּאוֹת בְּכֹחַ שׁוֹר. Wo keine Rinder vorhanden sind, bleibt der Futtertrog sauber; zugleich entsteht großer Ertrag durch die Kraft des Ochsen. אֵבוּס bezeichnet hier konkret die Fütterungseinrichtung und wird zum Ausgangspunkt einer wirtschaftlichen Weisheitsbeobachtung: produktive Tierhaltung verursacht Arbeit und Unordnung, ermöglicht aber zugleich höhere Erträge.

Ijob 39,9 enthält die suffigierte Form אֲבוּסֶךָ „deine Futterkrippe“. Gott fragt Ijob rhetorisch, ob der Wildstier bereit sei, ihm zu dienen und an seiner Krippe zu übernachten. Der Futtertrog steht hier für die Domestikation eines Tieres: Ein gezähmtes Nutztier lässt sich an einen menschlich kontrollierten Futterplatz binden, der Wildstier gerade nicht.

Im modernen Hebräisch ist אֵבוּס weiterhin ein reguläres landwirtschaftliches Wort. Die Hebräische Sprachakademie beschreibt es als Futtergefäß für Nutztiere beziehungsweise speziell als den Bereich einer Fütterungseinrichtung, in dem konzentriertes Futter wie Körner bereitgestellt wird. Das Wort ist somit kein ausschließlich bibelsprachliches Relikt, sondern besitzt eine kontinuierliche fachsprachliche Verwendung.

Wortart

אֵבוּס ist ein maskulines Substantiv. Strong H18 und Brown–Driver–Briggs klassifizieren es als Noun Masculine; dieselbe Genuszuordnung gilt im modernen Hebräisch.

Semantisch handelt es sich um ein konkretes Artefaktnomen: Das Wort bezeichnet einen vom Menschen hergestellten oder eingerichteten Gegenstand beziehungsweise Fütterungsplatz. Im Unterschied zu abstrakten Nomina wie „Fütterung“ oder „Ernährung“ referiert אֵבוּס unmittelbar auf eine physische Einrichtung.

Das Nomen besitzt im modernen Hebräisch ein reguläres Flexionsparadigma. Der Plural lautet אֲבוּסִים. Der Status constructus Singular bleibt formal אֵבוּס־, während der Pluralconstructus אֲבוּסֵי־ lautet. Bei Suffigierung verändert sich die Vokalisation, wie bereits der biblische Beleg אֲבוּסֶךָ „deine Krippe“ zeigt.

Die grammatische Produktivität unterscheidet אֵבוּס von mehreren zuvor behandelten seltenen biblischen Lemmata. Es ist weder Hapax noch morphologisch isoliert, sondern ein historisch gut verständliches und modern weiterhin flektierbares Substantiv.

Aussprache

Die vorgegebene Transliteration lautet ebuwc. Strong verwendet eine traditionelle phonetische Umschrift ungefähr ay-booce'. Eine wissenschaftlich differenzierende Transliteration lautet ʾēḇūs.

Im modernen israelischen Hebräisch wird אֵבוּס ungefähr evús, IPA /eˈvus/, gesprochen. Die Betonung liegt auf der letzten Silbe.

Das anlautende Alef trägt Tsere und repräsentiert den Vokal /e/. Bet steht ohne Dagesch und wird in der modernen Aussprache deshalb als /v/ gesprochen. Waw mit Schuruq repräsentiert /u/. Samech wird als stimmloses /s/ realisiert.

Die traditionelle Transliteration ebuwc beziehungsweise ebus ist daher nicht identisch mit der modernen Lautung. Sie erhält historisch-konventionell ein b für Bet und verwendet in Strong-Systemen häufig c für Samech. Für die tatsächliche heutige Aussprache ist evus transparenter.

Der Plural אֲבוּסִים wird ungefähr avusím gesprochen. Bei der Suffigierung אֲבוּסֶךָ lautet die Form ungefähr avusechá. Der Wechsel אֵ־ → אֲ־ gehört zur morphologischen Anpassung des Stammes in bestimmten Flexionsumgebungen.

Grammatik

Lemma אֵבוּס
Transliteration ebuwc
Gebräuchliche Transliteration ebus
Moderne Aussprache evus
Wissenschaftliche Transliteration ʾēḇūs
Wortart Substantiv
Genus maskulin
Wurzel א־ב־ס
Nominalmuster קֵטוּל
Strong H18
Grundbedeutung Futterkrippe, Futtertrog
Singular absolutus אֵבוּס
Singular constructus אֵבוּס־
Plural absolutus אֲבוּסִים
Plural constructus אֲבוּסֵי־
1. Person Singular mit Suffix אֲבוּסִי – meine Krippe/mein Futtertrog
2. Person Singular maskulin mit Suffix אֲבוּסֶךָ – deine Krippe/dein Futtertrog
Biblische suffigierte Form אֲבוּסֶךָ – Ijob 39,9
Biblische Belegzahl 3
Biblische Bücher Jesaja, Sprüche, Ijob
Verwandtes Verb אָבַס – füttern, mästen
Verwandtes Nomen מַאֲבוּס – Speicher, Futterlager

In Jesaja 1,3 steht אֵבוּס syntaktisch in einer Constructusbeziehung zu בְּעָלָיו „seines Herrn/seiner Besitzer“. Die äußere Form des Singularconstructus ist dabei mit dem Absolutus identisch. Sprüche 14,4 bietet den Absolutus אֵבוּס, während Ijob 39,9 mit אֲבוּסֶךָ eindeutig eine suffigierte Flexionsform liefert.

Orthographie

Die vollständig punktierte Form lautet אֵבוּס. Sie besteht aus Alef, Bet, Waw und Samech: א־ב־ו־ס.

Unpunktiert lautet das Wort אבוס. Diese Schreibweise ist zugleich die reguläre moderne Vollschreibung, da das Waw den /u/-Vokal repräsentiert und Bestandteil der traditionellen Wortgestalt ist.

Die Grundform beginnt mit Tsere unter Alef: אֵ־. Bei bestimmten flektierten Formen tritt dagegen Chataf-Patach auf: אֲבוּסִים, אֲבוּסֶךָ. Diese Variation ist morphophonologisch und bedeutet nicht, dass ein anderes Lexem vorliegt.

Besonders zu unterscheiden sind:

אֵבוּס – Futtertrog, Futterkrippe.

אָבוּס – „gemästet, gefüttert“, passives Qal-Partizip von אָבַס, beispielsweise in Sprüche 15,17.

אֲבוּסִים kann je nach Kontext formal entweder der Plural des Nomens אֵבוּס „Futtertröge“ oder eine pluralische passive Partizipialform von אָבַס „gemästet“ repräsentieren. Nikud und syntaktischer Kontext sind deshalb entscheidend.

מַאֲבוּס ist ein anderes, aber etymologisch verwandtes Nomen für einen Speicher beziehungsweise Futtervorratsraum.

Gebrauch

Im biblischen Hebräisch erscheint אֵבוּס ausschließlich in Kontexten der Tierhaltung. Die drei Belege zeigen zugleich drei verschiedene semantische Funktionen des Gegenstandes.

In Jesaja 1,3 ist der אֵבוּס ein Ort der Versorgung und Zugehörigkeit. Der Esel kennt die Futterkrippe seines Herrn. Das Tier erkennt den regelmäßigen Futterplatz und damit indirekt seinen Versorger. Der prophetische Vergleich stellt diesem natürlichen Orientierungsvermögen die mangelnde Erkenntnis Israels gegenüber.

In Sprüche 14,4 steht der Futtertrog im wirtschaftlichen Zusammenhang der Rinderhaltung. Ohne Rinder bleibt der Trog sauber. Wer jedoch auf die Arbeitskraft eines Ochsen verzichten würde, um Unordnung zu vermeiden, verlöre zugleich dessen produktiven Nutzen. Der אֵבוּס wird hier zum konkreten Symbol der unvermeidbaren Kosten produktiver Arbeit.

In Ijob 39,9 bezeichnet der Futtertrog einen Domestikationsort. Die rhetorische Frage, ob ein Wildstier an „deiner Krippe“ übernachten werde, kontrastiert gezähmtes Nutzvieh mit einem nicht verfügbaren Wildtier. Der Mensch kann einen domestizierten Ochsen an seinen Fütterungsplatz binden; die wilde Tierwelt entzieht sich dieser Kontrolle.

Im rabbinischen Hebräisch wird der Bedeutungsbereich erweitert beziehungsweise expliziter ausdifferenziert. אֵבוּס bezeichnet einen Fütterungsbehälter, einen Futterplatz und in einigen Quellen auch Stall beziehungsweise Fütterungsbereich. Die konkrete räumliche Grenze zwischen „Trog“ und „Stallplatz“ kann daher kontextabhängig sein.

Im modernen landwirtschaftlichen Hebräisch bezeichnet אֵבוּס wiederum primär die Fütterungseinrichtung. Die Hebräische Sprachakademie definiert das Wort unter anderem als Gefäß, aus dem Tiere fressen, sowie als den Teil einer Fütterungsanlage, in dem konzentriertes Futter wie Getreide bereitliegt.

Bedeutungsbereich

Der primäre Bedeutungsbereich ist Fütterungseinrichtung für Tiere. Darunter fallen Futterkrippe, Futtertrog und vergleichbare offene Behälter.

Ein zweiter Bereich ist Futterplatz. Besonders ältere und rabbinische Texte können das Wort räumlich weiter fassen als ein modernes bewegliches Gefäß.

Ein dritter Bereich ist Stalleinrichtung. Englische Übersetzungen wie crib, manger und gelegentlich stall spiegeln diese Übergangszone wider.

Ein vierter, moderner fachsprachlicher Bereich ist die Formmetapher. Die Hebräische Sprachakademie dokumentiert in der Geomorphologie die Verbindung עֵמֶק אֵבוּס beziehungsweise עֵמֶק דְּמוּי אֵבוּס, also ein „trogförmiges Tal“. Der längliche, eingesenkte Futtertrog dient hier als geometrisches Vergleichsmodell.

Das Bedeutungszentrum bleibt in allen Verwendungen die charakteristische Form und Funktion eines länglichen, nach oben offenen Behälters beziehungsweise einer trogförmigen Vertiefung.

Lexikon

אֵבוּס gehört zu denjenigen biblisch-hebräischen Sachwörtern, deren Bedeutung sowohl durch den Kontext als auch durch ihre kontinuierliche spätere Verwendung besonders gut abgesichert ist. Anders als bei einem Hapax-Legomenon stehen drei unabhängige Bibelstellen zur Verfügung; zusätzlich bestätigen rabbinisches und modernes Hebräisch dieselbe grundlegende Sachbedeutung.

Die drei Bibelstellen verteilen sich auf Prophetie, Weisheitsliteratur und poetische Gottesrede. Dadurch zeigt sich, dass אֵבוּס kein literarischer Spezialausdruck eines einzigen Autors war, sondern zum allgemein verständlichen Wortschatz einer agrarisch geprägten Gesellschaft gehörte.

Jesaja 1,3 nutzt den Gegenstand für eine der bekanntesten Tiermetaphern des Prophetenbuches. Rind und Esel besitzen eine elementare Form der Orientierung: Das Rind erkennt seinen Besitzer, der Esel kennt die Krippe seines Herrn. Israel dagegen „kennt“ und „versteht“ nicht. Der Futtertrog ist dabei mehr als ein zufälliges landwirtschaftliches Detail. Er konkretisiert die Beziehung von Versorgung, Abhängigkeit und Wiedererkennen.

Der Vers setzt voraus, dass ein Esel regelmäßig denselben Futterplatz aufsucht und ihn mit seinem Halter verbindet. Der אֵבוּס fungiert daher metonymisch als Zeichen der Fürsorge des Besitzers. Wer den Trog kennt, erkennt den Ort, an dem Versorgung bereitgestellt wird.

Sprüche 14,4 entwickelt eine völlig andere Verwendung. בְּאֵין אֲלָפִים אֵבוּס בָּר lässt sich ungefähr verstehen: „Wo keine Rinder sind, ist die Krippe sauber.“ Das Adjektiv beziehungsweise Prädikat בָּר wird hier im Sinn von „rein, sauber, leer von Verschmutzung“ interpretiert. Reinlichkeit ist jedoch nicht das eigentliche Ziel der Weisheitsbeobachtung.

Der zweite Halbvers erklärt die Pointe: וְרָב־תְּבוּאוֹת בְּכֹחַ שׁוֹר – „großer Ertrag kommt durch die Kraft des Ochsen“. Ein Arbeitstier verursacht Futterverbrauch, Mist, Pflegeaufwand und Unordnung, ermöglicht aber zugleich landwirtschaftliche Produktivität. Der saubere אֵבוּס ohne Tier ist deshalb möglicherweise weniger wirtschaftlich sinnvoll als der schmutzige Trog eines produktiven Betriebes.

Das Wort bildet hier den konkreten Mittelpunkt eines allgemeinen Prinzips: Produktivität verursacht Aufwand. Wer jegliche Unordnung vermeiden will, kann dadurch auch die Voraussetzungen produktiver Arbeit beseitigen.

Ijob 39,9 erweitert das Sachfeld um die Opposition von Wildnis und Domestikation. Der רֵים, traditionell „Wildstier“, lässt sich nicht wie ein Hausrind an einen menschlichen Futtertrog binden. Die Frage אִם־יָלִין עַל־אֲבוּסֶךָ – „wird er an deiner Krippe übernachten?“ – ist rhetorisch zu verneinen.

Der אֵבוּס wird damit zum Marker menschlicher Tierhaltung. Ein Tier, das regelmäßig am Futtertrog steht, ist in menschliche Wirtschaftsstrukturen integriert. Der Wildstier hingegen bleibt außerhalb dieser Ordnung. Der konkrete Gegenstand symbolisiert daher eine Grenze zwischen kultiviertem Wirtschaftsraum und nicht kontrollierter Natur.

Die spätere hebräische Überlieferung bestätigt die sachliche Kontinuität. Im rabbinischen Hebräisch begegnet אֵבוּס weiterhin als Futterbehälter beziehungsweise Fütterungsplatz. Ben-Jehudas Wörterbuch dokumentiert sowohl die drei biblischen Stellen als auch rabbinische Belege und gibt als Grunddefinition einen Behälter an, in den Futter und gegebenenfalls Wasser für Tiere gegeben werden.

Die moderne Terminologie hat das alte Wort bewusst bewahrt. Das Sprachkomitee beziehungsweise die Hebräische Sprachakademie normierte אֵבוּס in landwirtschaftlichen Fachwörterbüchern des 20. Jahrhunderts. 1942 erscheint es im Bereich der Schafhaltung als Fütterungseinrichtung für konzentriertes Futter; 1948 wird es für die Pferdehaltung als manger geführt.

Bemerkenswert ist die zusätzliche geomorphologische Fachbedeutung. Ein Tal mit trogähnlichem Querschnitt kann עֵמֶק אֵבוּס beziehungsweise עֵמֶק דְּמוּי אֵבוּס heißen. Das alte Landwirtschaftswort wird somit aufgrund seiner charakteristischen Form zur Grundlage moderner wissenschaftlicher Terminologie.

Die Wortgeschichte zeigt damit eine ungewöhnlich klare semantische Kontinuität: vom konkreten antiken Futtertrog über rabbinische Tierhaltung bis zur modernen Landwirtschaft. Die fachsprachliche Übertragung auf die Geomorphologie ist eine sekundäre metaphorische Erweiterung und keine Veränderung der Grundbedeutung.

Etymologie

Lemma אֵבוּס
Wurzel א־ב־ס
Traditionelle Ableitung von אָבַס – füttern, mästen
Strong H18 manger, stall, crib
BDB crib, feeding-trough
Verbale Basis אָבַס – füttern, mästen
Strong der verbalen Basis H75
Weiteres verwandtes Nomen מַאֲבוּס – Futterlager, Speicher
Nominalmuster קֵטוּל
Semantischer Wortbildungsweg füttern/mästen → Futterplatz/Futterbehälter
Möglicher semitischer Vergleich ältere Lexikographie vergleicht assyrisch/akkadische Formen; genaue Rekonstruktion vorsichtig zu behandeln

אֵבוּס wird traditionell und auch in der modernen hebräischen Wortanalyse der Wurzel א־ב־ס zugeordnet. Die verbale Grundlage ist אָבַס „füttern, mästen“.

Der semantische Zusammenhang ist unmittelbar verständlich: Ein אֵבוּס ist der Ort beziehungsweise Behälter, an dem ein Tier gefüttert und gegebenenfalls gemästet wird. Die Ableitung folgt damit dem häufigen Muster Handlung → Ort oder Instrument der Handlung.

Das biblische Verb אָבַס selbst ist nur in Partizipialformen belegt. Sprüche 15,17 enthält שׁוֹר אָבוּס „gemästeter Ochse“, und 1 Könige 5,3 nach hebräischer Verszählung enthält בַּרְבֻּרִים אֲבוּסִים „gemästetes Geflügel“. Die Wortfamilie verbindet daher Futteraufnahme, Masttier und Fütterungseinrichtung.

Ein weiteres verwandtes Nomen ist מַאֲבוּס, Strong H3965, das in Jeremia 50,26 einen Speicher beziehungsweise Vorratsraum bezeichnet. BDB erklärt die Bedeutung als „place of fodder“, also einen Ort, an dem Futter oder Vorräte lagern.

Brown–Driver–Briggs zieht bei der Wurzel אָבַס außerdem einen möglichen assyrischen beziehungsweise akkadischen Vergleich heran. Die genaue historische Laut- und Bedeutungsrekonstruktion ist jedoch weniger sicher als die innerhebräische Beziehung zwischen אָבַס, אֵבוּס und מַאֲבוּס.

Wortgeschichte

אֵבוּס ist bereits im biblischen Hebräisch in mehreren literarischen Bereichen sicher belegt. Die drei kanonischen Belege zeigen, dass das Wort nicht nur poetisch-metaphorisch verstanden wurde, sondern einen konkreten Gegenstand der alltäglichen Tierhaltung bezeichnete.

In nachbiblischem Hebräisch wird die Bedeutung kontinuierlich fortgeführt. Mischna, Tosefta und Talmud verwenden אֵבוּס beziehungsweise Varianten derselben Form für Tierfutterplätze, Futterbehälter und teilweise räumlich weiter verstandene Stallbereiche.

Diese rabbinische Kontinuität ist lexikographisch besonders wertvoll. Sie bestätigt, dass die traditionelle Übersetzung „manger, feeding trough“ nicht bloß aus biblischer Exegese erschlossen wurde, sondern im lebendigen späteren Hebräisch eine entsprechende Sachbedeutung besaß.

Elieser Ben-Jehudas Wörterbuch der alten und neuen hebräischen Sprache führt אֵבוּס als maskulines Substantiv, nennt den Plural אֲבוּסִים und dokumentiert sowohl die biblischen als auch die rabbinischen Belege.

Im 20. Jahrhundert wurde אֵבוּס in der modernen landwirtschaftlichen Terminologie normiert. Das Wort musste somit nicht künstlich neugebildet werden; ein altes biblisch-rabbinisches Sachwort konnte für dieselbe beziehungsweise eine technisch modernisierte Fütterungseinrichtung weiterverwendet werden.

Eine zusätzliche Bedeutungsentwicklung erfolgte durch Formübertragung. 1959 dokumentierte die Hebräische Sprachakademie עֵמֶק אֵבוּס und עֵמֶק דְּמוּי אֵבוּס in der geographischen Terminologie. Der Futtertrog wurde aufgrund seiner länglichen konkaven Gestalt zum Vergleichsmodell einer Talform.

Historische Einordnung

אֵבוּס gehört zum alltäglichen Sachwortschatz einer agrarisch und pastoral geprägten Gesellschaft. Rinder, Esel und andere Nutztiere waren zentrale Bestandteile von Landwirtschaft, Transport und Wirtschaft; entsprechend gehörten auch Einrichtungen für ihre Fütterung zum normalen Lebensumfeld.

Der Jesajabeleg zeigt, dass der Gegenstand so selbstverständlich war, dass er als allgemein verständliches prophetisches Vergleichsbild dienen konnte. Der Hörer musste wissen, dass ein Esel seinen gewohnten Futterplatz erkennt.

Der Sprüchebeleg setzt Erfahrung mit Rinderhaltung voraus. Ein Futtertrog bleibt nur dann frei von typischer Verschmutzung, wenn keine Tiere vorhanden sind. Daraus entwickelt der Weisheitsspruch eine ökonomische Beobachtung.

Ijob 39 setzt wiederum Wissen um den Unterschied zwischen domestiziertem und wildem Großvieh voraus. Der Futtertrog gehört zur kontrollierten menschlichen Tierhaltung und wird dadurch zum Gegenbild des wilden רֵים.

In rabbinischer Zeit blieb die Einrichtung Teil des landwirtschaftlichen Alltags. Die späteren halachischen und sachkundlichen Quellen diskutieren אֵבוּס nicht als archaisches Bibelwort, sondern als realen Gegenstand.

Die moderne Fortsetzung in Fachwörterbüchern bestätigt eine außergewöhnlich stabile Sachkontinuität über mehr als zwei Jahrtausende.

Antonyme

Ein Futtertrog besitzt kein natürliches lexikalisches Antonym. Je nach semantischem Aspekt können jedoch sachliche Gegenbegriffe gebildet werden.

Leere – Gegenstand ohne Futter beziehungsweise Fütterung.

Futtermangel – Gegenkonzept zur bereitgestellten Nahrung im Futtertrog.

Weide – funktionaler Gegensatz zur stationären Fütterung: Tiere nehmen Nahrung unmittelbar auf der Fläche statt aus einem Trog auf.

Wildnis – in Ijob 39 funktionaler Gegenbereich zur domestizierten Fütterungsumgebung.

freilebendes Tier – Gegenpol zum Tier, das regelmäßig an einem menschlichen Futtertrog versorgt wird.

Diese Beziehungen sind sachlich-konzeptuell und keine historisch etablierten Antonympaare.

Synonyme

Futtertrog – präziseste allgemeine deutsche Entsprechung.

Futterkrippe – besonders traditionelle biblische Übersetzung.

Krippe – kürzere traditionelle Entsprechung.

Trog – allgemeiner Behälterbegriff.

Futterplatz – bei räumlich weiterem Gebrauch.

רַהַט – rahat – Trog beziehungsweise Rinne; je nach Kontext auch Tränkrinne, nicht vollständig synonym.

מַאֲבוּס – ma'avus – Futterlager/Speicher; etymologisch verwandt, aber sachlich nicht synonym.

manger – englische Funktionsentsprechung.

feeding trough – präzise englische Sachentsprechung.

Abgrenzung

Von אָבַס ist אֵבוּס grammatisch klar zu unterscheiden. אָבַס ist ein Verb „füttern, mästen“; אֵבוּס ist der Futterbehälter beziehungsweise Futterplatz.

Von אָבוּס „gemästet“ unterscheidet sich אֵבוּס sowohl durch die Vokalisation als auch durch die Wortart. אָבוּס ist eine passive Partizipialform des Verbs אָבַס.

Von מַאֲבוּס unterscheidet sich אֵבוּס durch die Größe und Funktion. מַאֲבוּס bezeichnet einen Vorrats- beziehungsweise Speicherbereich; אֵבוּס den unmittelbaren Fütterungsbehälter.

Von Stall ist אֵבוּס ebenfalls zu unterscheiden. Ein Stall ist der Raum oder das Gebäude, in dem Tiere untergebracht sind. Der אֵבוּס ist normalerweise eine darin befindliche Fütterungseinrichtung. Dass ältere Wörterbücher gelegentlich auch „stall“ als Übersetzung nennen, beruht auf einer semantischen Ausweitung des Futterplatzes, nicht auf völliger Identität.

Von Futterraufe unterscheidet sich der Trog typologisch. Eine Raufe ist meist eine gitterartige Einrichtung für Heu oder Raufutter, während ein אֵבוּס grundsätzlich ein offener beziehungsweise trogartiger Futterbehälter sein kann.

Von Tränke beziehungsweise Tränktrog ist אֵבוּס ebenfalls zu trennen. Sein primärer Zweck ist die Fütterung; je nach historischer Ausführung kann eine konkrete Einrichtung zwar auch Flüssigkeit aufnehmen, doch die lexikalische Kernbedeutung ist „Futtertrog“.

Kontext

Jesaja 1,3 Esel kennt die Futterkrippe seines Herrn; Versorgung und Erkenntnis
Sprüche 14,4 ohne Rinder bleibt der Futtertrog sauber; Tierhaltung und Produktivität
Ijob 39,9 Wildstier übernachtet nicht an „deiner Krippe“; Wildheit und Domestikation
Biblischer Sachbereich Tierhaltung und Landwirtschaft
Tier in Jesaja Esel
Tier in Sprüche Rind/Ochse
Tier in Ijob רֵים – Wildstier
Rabbinischer Kontext Fütterungsbehälter, Futterplatz, teilweise Stallbereich
Moderner landwirtschaftlicher Kontext Futtertrog beziehungsweise Fütterungseinrichtung
Moderner geomorphologischer Kontext עֵמֶק אֵבוּס – trogförmiges Tal

Kollokationen und Kookkurrenzen

אֵבוּס בְּעָלָיו die Krippe seines Herrn – Jesaja 1,3
חֲמוֹר אֵבוּס בְּעָלָיו ein Esel [kennt] die Krippe seines Herrn
אֵבוּס בָּר saubere/leere Krippe – Sprüche 14,4
עַל־אֲבוּסֶךָ an/bei deiner Krippe – Ijob 39,9
אֵבוּס לַבְּהֵמָה Futtertrog für Vieh/Tiere; späterer und moderner Gebrauch
אֵבוּס לַסּוּס Pferdekrippe/Pferdefuttertrog
אֵבוּס לַבָּקָר Rinderfuttertrog
אֲבוּסִים Futtertröge; regulärer moderner Plural
עֵמֶק אֵבוּס Trog-/trogförmiges Tal; geographische Fachsprache
עֵמֶק דְּמוּי אֵבוּס trogähnliches Tal; geomorphologischer Terminus

Oberbegriff

Lexikalisch:

Sprache → semitische Sprachen → nordwestsemitische Sprachen → Hebräisch → Substantiv → אֵבוּס.

Semantisch:

Gegenstand → Behälter → Futterbehälter → Futtertrog → אֵבוּס.

Landwirtschaftlich:

Landwirtschaft → Tierhaltung → Fütterung → Fütterungseinrichtung → אֵבוּס.

Funktional:

Stalleinrichtung → Futterplatz → אֵבוּס.

Unterbegriffe

Das biblische Hebräisch überliefert keine terminologisch festen Unterarten des אֵבוּס. In moderner Tierhaltung lassen sich jedoch sachlich verschiedene Arten unterscheiden.

Rinderfuttertrog – Fütterungseinrichtung für Rinder.

Pferdekrippe – Futtereinrichtung für Pferde.

Schaffuttertrog – Fütterungseinrichtung für Schafe.

Kraftfuttertrog – für konzentriertes Futter beziehungsweise Getreide.

Futterrinne – längliche Fütterungseinrichtung.

Diese Differenzierungen gehören zur modernen Sachsystematik und sind nicht als biblische lexikalische Untergliederung zu verstehen.

Wortfamilie

אָבַס – abas – füttern, mästen.

אָבוּס – avus – gemästet, gefüttert; passives Partizip.

אֲבוּסִים – avusim – gemästet, Plural des Partizips; außerdem formal Plural von אֵבוּס je nach Kontext.

מַאֲבוּס – ma'avus – Futterlager, Speicher.

מַאֲבוּסִים – ma'avusim – Speicher/Futterlager im Plural beziehungsweise lexikalische Fortbildung derselben Wurzel.

אֲבִיסָה – avisa – Fütterung/Mästung; moderne Ableitung der Wurzel א־ב־ס.

Die Familie ist semantisch eng geschlossen: füttern/mästen → gemästet → Futterbehälter → Futterlager → Fütterung.

Wortbildung

אֵבוּס ist eine nominale Bildung zur Wurzel א־ב־ס und wird im modernen morphologischen System gewöhnlich dem Muster קֵטוּל zugeordnet.

Der Wortbildungsweg ist funktional transparent:

אָבַס „füttern, mästen“ → אֵבוּס „Gegenstand/Ort, an dem gefüttert wird“.

Das Nomen folgt damit einem weit verbreiteten semantischen Wortbildungstyp, bei dem ein Verbalvorgang zur Bezeichnung eines Instrumentes oder Ortes nominalisiert wird.

Eine zweite Ableitung derselben Wurzel ist מַאֲבוּס. Das Präfix מַ־ beziehungsweise die entsprechende Nominalstruktur bezeichnet dort einen größeren Aufbewahrungs- oder Vorratsort.

Im modernen Hebräisch ist die Wurzel weiterhin durchsichtig genug, dass Sprecher אֵבוּס, אָבַס und verwandte Fachwörter als zusammengehörig erkennen können.

Polysemie

1. Futtertrog: primäre und präziseste Grundbedeutung.

2. Futterkrippe: traditionelle biblische Übersetzung.

3. Fütterungsbehälter: funktionale allgemeine Bedeutung.

4. Futterplatz: räumlich erweiterte Bedeutung.

5. Stall-/Fütterungsbereich: besonders in einigen nachbiblischen Kontexten.

6. trogförmiges Formmodell: sekundäre moderne fachsprachliche Verwendung, etwa in עֵמֶק אֵבוּס.

Die ersten fünf Bedeutungen bilden ein räumlich-funktionales Kontinuum. Die geomorphologische Bedeutung ist dagegen eine echte metaphorische Übertragung von der Form des Gegenstandes auf eine Geländeform.

Homonyme und Homographe

Ein etymologisch unabhängiges Lexem mit exakt derselben punktierten Form אֵבוּס ist nicht etabliert.

Besondere Verwechslungsgefahr besteht jedoch mit אָבוּס. Beide werden unpunktiert als אבוס geschrieben.

אֵבוּס – Futtertrog, maskulines Substantiv.

אָבוּס – gemästet, gefüttert; passives Qal-Partizip des Verbs אָבַס.

Ohne Vokalzeichen muss deshalb der syntaktische Kontext entscheiden. In שׁוֹר אָבוּס „gemästeter Ochse“ ist אבוס ein Attribut. In אֵבוּס בָּר „sauberer Futtertrog“ ist es dagegen ein Substantiv.

Auch אֲבוּסִים kann theoretisch doppeldeutig sein: „Futtertröge“ oder „gemästete [Plural]“. Kongruenz und Satzstruktur lösen die Mehrdeutigkeit.

מַאֲבוּס ist kein Homonym, sondern eine verwandte Bildung derselben Wurzel.

Redewendungen und Sprichwörter

Die wichtigste sprichwortartige biblische Verbindung ist Sprüche 14,4:

בְּאֵין אֲלָפִים אֵבוּס בָּר וְרָב־תְּבוּאוֹת בְּכֹחַ שׁוֹר

Sinngemäß: „Wo keine Rinder sind, ist der Futtertrog sauber; doch reicher Ertrag kommt durch die Kraft des Ochsen.“

Der Satz wird als allgemeines Prinzip über den Zusammenhang von Produktivität, Aufwand und Unordnung verstanden. Wer produktive Mittel besitzt, muss deren Kosten und Begleiterscheinungen akzeptieren.

Jesaja 1,3 liefert eine ebenfalls stark zitierfähige Verbindung:

וַחֲמוֹר אֵבוּס בְּעָלָיו – „und der Esel [kennt] die Krippe seines Herrn“.

Im modernen Hebräisch ist אֵבוּס jedoch kein besonders produktiver Bestandteil allgemeiner Redewendungen. Sein hauptsächlicher Gebrauch bleibt konkret-landwirtschaftlich beziehungsweise fachsprachlich.

Metaphern

Jesaja 1,3 entwickelt die konzeptuelle Metapher GÖTTLICHE VERSORGUNG IST TIERHALTUNG. Der Futtertrog steht für den Ort, an dem der Versorger Nahrung bereitstellt. Israel wird indirekt mit einem Tier verglichen, das eigentlich seinen Versorger erkennen müsste.

Daraus entsteht eine zweite Metapher: ERKENNTNIS IST DAS KENNEN DER VERSORGUNGSQUELLE. Der Esel kennt den אֵבוּס; Israel erkennt dagegen seinen Herrn nicht.

Sprüche 14,4 verwendet den Gegenstand für das allgemeine Schema PRODUKTIVITÄT ERZEUGT UNORDNUNG. Der saubere Futtertrog ohne Rinder symbolisiert eine störungsfreie, aber unproduktive Situation.

Ijob 39,9 stellt den אֵבוּס in das Schema DOMESTIKATION IST BINDUNG AN EINEN FUTTERPLATZ. Der kontrollierte Futtertrog repräsentiert menschliche Verfügungsmacht über Haustiere; der Wildstier entzieht sich ihr.

Die moderne Verbindung עֵמֶק אֵבוּס nutzt dagegen eine reine Formmetapher: EIN TAL IST EIN TROG. Die konkave längliche Geländeform wird mit dem Futtertrog verglichen.

Metonymie

In Jesaja 1,3 steht der Futtertrog für Versorgung. Der konkrete Behälter repräsentiert die regelmäßig darin bereitgestellte Nahrung und indirekt den Besitzer, der diese Nahrung zur Verfügung stellt.

Damit entsteht die metonymische Kette:

Futtertrog → Futter → Versorgung → Versorger.

In Ijob 39 steht der Trog metonymisch für Domestikation. Ein Tier, das an „deiner Krippe“ übernachtet, gehört funktional in den menschlichen Wirtschaftsbereich.

In moderner Landwirtschaft kann אֵבוּס außerdem vom einzelnen Behälter auf die gesamte Fütterungsstelle erweitert werden. Der Gegenstand bezeichnet dann metonymisch den räumlichen Funktionsbereich.

Register und Sprachstufe

Im biblischen Hebräisch ist אֵבוּס ein konkretes landwirtschaftliches Sachwort ohne erkennbare archaische oder besonders poetische Markierung. Dass es in Jesaja, Sprüche und Ijob vorkommt, zeigt seine Verwendbarkeit in verschiedenen literarischen Registern.

Im rabbinischen Hebräisch bleibt das Wort sachsprachlich produktiv. Es bezeichnet weiterhin reale Einrichtungen der Tierhaltung.

Im modernen Hebräisch gehört אֵבוּס zur neutralen landwirtschaftlichen Fach- und Standardsprache. Es ist wesentlich weniger alltagsfrequent als allgemeine Wörter wie „Tisch“ oder „Behälter“, aber innerhalb des Sachfeldes Tierhaltung keineswegs archaisch.

Seine biblischen Verwendungen besitzen zugleich starke kulturelle Bekanntheit, besonders Jesaja 1,3. Dadurch kann אֵבוּס in religiöser, literarischer oder homiletischer Sprache auch außerhalb konkreter Landwirtschaft metaphorisch erscheinen.

Die geomorphologische Fachverwendung עֵמֶק אֵבוּס gehört zu einem deutlich spezialisierten wissenschaftlichen Register.

Regionale Varianten

Regionale lexikalische Varianten des Standardwortes sind nicht wesentlich dokumentiert. Die moderne Standardsprache verwendet אֵבוּס mit der Aussprache evus.

Traditionelle sephardische, aschkenasische, mizrachische und jemenitische Lesetraditionen können Tsere, Bet ohne Dagesch und Schuruq unterschiedlich realisieren. Diese Unterschiede betreffen die Aussprache, nicht die lexikalische Identität.

Die Akademie dokumentiert bei der landwirtschaftlichen Definition außerdem eine arabische Fachentsprechung für die Fütterungseinrichtung. Dies zeigt den regionalen landwirtschaftlichen Sprachkontakt, begründet aber keine hebräische Dialektvariante.

Historisch begegnet neben אֵבוּס auch die Schreibvariante אֵיבוּס in rabbinischer Lexikographie. Sie gehört zur Überlieferungs- und Orthographiegeschichte und nicht zu einem eigenständigen modernen Lexem.

Häufigkeit und aktuelle Statistik

Strong-Nummer H18
Biblische Belegzahl 3
Jesaja 1 Beleg – Jesaja 1,3
Sprüche 1 Beleg – Sprüche 14,4
Ijob 1 Beleg – Ijob 39,9
Grundform אֵבוּס 2 Belege
Suffigierte Form אֲבוּסֶךָ 1 Beleg
Biblischer Status selten, aber kein Hapax
Modernes Lemma אֵבוּס
Moderner Plural אֲבוּסִים
Akademie – Landwirtschaft 2 terminologische Einträge, 1942 und 1948
Akademie – Geographie fachsprachliche Erweiterung עֵמֶק אֵבוּס, 1959
Moderner Gebrauch etabliertes landwirtschaftliches Sachwort

Die biblische Statistik ist eindeutig. Strong H18 umfasst drei Vorkommen: zweimal die Grundform אֵבוּס und einmal die suffigierte Form אֲבוּסֶךָ.

Eine moderne allgemeine Korpusfrequenz lässt sich aus Wörterbuchdaten nicht seriös ableiten. Die Terminologiedatenbank der Hebräischen Sprachakademie bestätigt jedoch, dass das Wort im 20. Jahrhundert mehrfach normiert und in unterschiedlichen Fachbereichen verwendet wurde.

Für die Landwirtschaft enthält die Akademiedatenbank zwei einschlägige terminologische Einträge: 1942 im Bereich Schafhaltung und 1948 in der landwirtschaftlichen beziehungsweise pferdebezogenen Fachterminologie. Zusätzlich erscheint אֵבוּס 1959 als Bestandteil eines geomorphologischen Fachausdrucks.

Damit ist אֵבוּס heute erheblich produktiver und lexikalisch stabiler als seine geringe biblische Belegzahl vermuten lassen könnte.

Wortbildung als Erstglied

אֵבוּס ist kein produktives Präfix, kann jedoch als erstes Substantiv beziehungsweise als semantischer Kern moderner Nominalverbindungen auftreten.

אֵבוּס הַאֲכָלָה – Fütterungstrog; sachlich mögliche Fachverbindung.

אֵבוּס בָּקָר – Rinderfuttertrog.

אֵבוּס סוּסִים – Pferdefuttertrog.

Bei solchen Bildungen handelt es sich um syntaktische Nominalgruppen und nicht um Präfigierung.

Historisch produktiver ist die Wurzel א־ב־ס selbst, aus der verschiedene Nomina und Verbformen gebildet werden.

Wortbildung als Letztglied

Als zweites Glied tritt אֵבוּס besonders in fachsprachlichen oder beschreibenden Verbindungen auf.

עֵמֶק אֵבוּס – trogförmiges Tal.

דְּמוּי אֵבוּס – trogähnlich, einem Futtertrog ähnlich.

Hier behält אֵבוּס seine selbständige substantivische Bedeutung und dient als Vergleichsgröße.

Eine produktive morphologische Endung ־אֵבוּס existiert nicht. Die Konstruktionen bleiben syntaktische Wortgruppen.

Übersetzungen

Deutsch Futtertrog; Futterkrippe; Krippe
Albanisch lug ushqimi; grazhd
Arabisch مِعْلَف miʿlaf; مِذْوَد miḏwad
Bengalisch পশুখাদ্যের নাঁদ; খাবারের খোঁয়াড়
Bulgarisch ясли; хранилка
Chinesisch 饲料槽 sìliàocáo; 食槽 shícáo
Dänisch fodertrug; krybbe
Englisch manger; feeding trough; crib
Estnisch söödaküna; sõim
Finnisch seimi; ruokintakaukalo
Französisch mangeoire; crèche
Griechisch φάτνη; ταΐστρα
Hindi चरनी caranī; पशु-आहार नांद
Indonesisch palungan; tempat pakan
Irisch mainséar; trach bheathaithe
Italienisch mangiatoia; greppia
Japanisch 飼い葉桶 kaiobaoke; 飼料桶 shiryōoke
Kroatisch jasle; hranilica
Lettisch barības sile; sile
Litauisch ėdžios; pašaro lovys
Maltesisch maxtura; ħawt tal-għalf
Niederländisch voederbak; kribbe; trog
Norwegisch fôrtrau; krybbe
Polnisch żłób; koryto paszowe
Portugiesisch manjedoura; cocho
Rumänisch iesle; jgheab de hrană
Russisch ясли; кормушка
Schwedisch fodertråg; krubba
Slowakisch jasle; kŕmny žľab
Slowenisch jasli; krmilno korito
Spanisch pesebre; comedero
Tschechisch jesle; krmný žlab
Türkisch yemlik; yem teknesi
Ukrainisch ясла; годівниця
Ungarisch jászol; etetővályú
Urdu چرنی carní; جانوروں کی خوراک کی ناند
Walisisch preseb; cafn bwydo

Die Übersetzung „Krippe“ ist im Deutschen traditionell und besonders für biblische Texte idiomatisch. Für sachwissenschaftliche und landwirtschaftliche Zusammenhänge ist „Futtertrog“ beziehungsweise „Futterkrippe“ meist präziser.

„Stall“ sollte nur dann verwendet werden, wenn der historische Kontext eindeutig einen erweiterten Fütterungs- beziehungsweise Stallbereich meint. Für die drei biblischen Belege ist „Futtertrog/Krippe“ die sachlich sicherere Ausgangsbedeutung.

externe links

Bible Hub – Strong H18: אֵבוּס – Strong- und Brown–Driver–Briggs-Eintrag mit der Bedeutung „Futterkrippe, Futtertrog“ und den drei biblischen Belegen.

Bible Hub – Englishman’s Concordance H18 – vollständige Konkordanz zu Ijob 39,9, Sprüche 14,4 und Jesaja 1,3.

OpenBible – Strong H18 אֵבוּס – lexikographische Zusammenfassung von Strong und BDB mit der Definition „crib, feeding trough“.

StudyBible – Strong H18 אֵבוּס – Strong-, BDB- und Tyndale-Lexikonmaterial sowie die drei biblischen Vorkommen.

Sefaria – Jesaja 1,3 – biblischer Beleg „der Esel [kennt] die Krippe seines Herrn“.

Bible Hub – Jesaja 1,3, hebräische Textanalyse – Wort-für-Wort-Darstellung der Verbindung אֵבוּס בְּעָלָיו.

Sefaria – Sprüche 14,4 – biblischer Weisheitsspruch über den sauberen Futtertrog ohne Rinder und den Ertrag durch die Kraft des Ochsen.

Bible Hub – Sprüche 14,4, hebräische Textanalyse – Analyse des absoluten אֵבוּס im Weisheitsspruch.

Sefaria – Ijob 39,9 – Beleg der suffigierten Form אֲבוּסֶךָ „deine Krippe“ im Wildstierabschnitt.

Bible Hub – Ijob 39,9, hebräische Textanalyse – morphologische Darstellung der Form אֲבוּסֶךָ.

Akademie für die Hebräische Sprache – אֵבוּס – moderne landwirtschaftliche Terminologie; dokumentiert die Einträge von 1942 und 1948 sowie den Plural אֲבוּסִים.

Akademie für die Hebräische Sprache – עֵמֶק אֵבוּס – geographischer Fachterminus von 1959 für eine trogförmige Talform.

Akademie für die Hebräische Sprache – עֵמֶק דְּמוּי אֵבוּס – fachsprachliche Variante „trogähnliches Tal“.

Hebräisches Wiktionary – אֵבוּס – modernes Flexionsparadigma mit Aussprache evus, Plural אֲבוּסִים und Status-constructus-Formen.

Ben-Yehuda-Wörterbuch – אֵבוּס – historisches Wörterbuch mit biblischen und rabbinischen Belegen, Pluralbildung und Sachdefinition.

Bible Hub – Strong H75: אָבַס – verwandtes Verb „füttern, mästen“ mit den biblischen Partizipialformen.

OpenBible – Strong H75 אָבַס – BDB-Angaben zur verbalen Wurzel und ihrer Bedeutung „feed, fatten“.

Bible Hub – Strong H3965: מַאֲבוּס – verwandtes maskulines Nomen „Speicher, Futterlager“ aus Jeremia 50,26.

Jastrow – Dictionary of the Targumim, Talmud and Midrash: אֵבוּס – rabbinische Bedeutungen „feeding receptacle, manger“ sowie erweitert „stall, stable“.

weiterführende interne links

אָבַס – abas

אָבוּס – avus

אֲבוּסִים – avusim

מַאֲבוּס – ma'avus

אֲבִיסָה – avisa

Futtertrog

Futterkrippe

Krippe

Trog

Futterplatz

Fütterung

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Landwirtschaft

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trogförmiges Tal