Aba
Grundbedeutung
Aba ist ein antiker geographischer Eigenname für einen Berg beziehungsweise Gebirgszug in Großarmenien. In der lateinischen lexikographischen Tradition bezeichnet das Lemma insbesondere jenen armenischen Berg, den Plinius der Ältere im Zusammenhang mit den Quellen des Euphrat erwähnt. Nach der von Plinius wiedergegebenen Angabe des römischen Feldherrn Domitius Corbulo entsprang der Euphrat am Berg Aba beziehungsweise, nach der Lesart moderner kritischer Editionen, am Berg Aga.
Der Name gehört damit nicht zum appellativischen lateinischen Grundwortschatz. Aba bedeutet nicht allgemein „Berg“, „Quelle“ oder „Gebirge“, sondern benennt einen bestimmten geographischen Ort. Sein Bedeutungsgehalt entsteht aus der Referenz auf diesen Berg beziehungsweise Gebirgskomplex. Das lateinische mons kann zur expliziten Sachbezeichnung hinzutreten, wie in der plinianischen Verbindung in monte Aba beziehungsweise in der kritischen Lesart in monte Aga.
In der griechischen geographischen Tradition entspricht dem lateinischen Namen insbesondere Ἄβος, latinisiert Abos oder Abus. Strabon lokalisiert den Berg in Armenien und verbindet ihn sowohl mit dem Euphrat als auch mit dem Araxes. Der Berg besitzt daher in der antiken Geographie besondere Bedeutung als Wasserscheide beziehungsweise Quellgebiet zweier großer Stromsysteme Vorderasiens.
Die moderne historische Geographie setzt den antiken Abos/Aba meist mit den Bingöl Dağları in der heutigen Osttürkei in Verbindung. Diese Identifizierung ist wesentlich überzeugender als ältere Gleichsetzungen mit weiter östlich gelegenen Gebirgen, sollte jedoch als historisch-geographische Identifikation und nicht als sprachlich völlig gesicherte Namenskontinuität verstanden werden.
Wortart
Aba ist ein Nomen proprium, genauer ein geographischer Eigenname beziehungsweise Oronym. Ein Oronym ist der Name eines Berges, Gebirges oder einer vergleichbaren Erhebung. Das Wort bezeichnet somit keinen beliebigen Vertreter einer Sachklasse, sondern ein individuell benanntes geographisches Objekt.
Die traditionelle lateinische Lexikographie behandelt Aba als maskulinen Eigennamen der ersten Deklination: Aba, Abae, m. Das maskuline Genus ist trotz des auf -a endenden Nominativs nicht ungewöhnlich, da Eigennamen fremder Herkunft nicht notwendig den üblichen Genusmustern lateinischer Appellativa folgen. Hinzu kommt die semantische Beziehung zum maskulinen mons „Berg“.
Der Name ist im Wesentlichen Singulare tantum. Ein Plural wäre bei der individuellen Benennung eines bestimmten Gebirges semantisch nicht regulär. Werden mehrere Berge dieses Namens oder unterschiedliche Namensüberlieferungen diskutiert, entsteht ein solcher Plural erst metasprachlich und gehört nicht zum antiken Normalgebrauch.
Aussprache
Für eine klassisch-lateinische Aussprache lässt sich Aba breit als [ˈa.ba] wiedergeben. Der Akzent liegt bei einem zweisilbigen Wort nach den lateinischen Akzentregeln auf der ersten Silbe. Die Schreibung enthält keine lexikographisch gesicherte Markierung eines langen Stammvokals.
Die Aussprache ist allerdings weniger sicher rekonstruierbar als bei einem genuin lateinischen Erbwort. Aba ist ein fremder geographischer Name, dessen Gestalt durch griechische und orientalische Überlieferung vermittelt wurde. Die griechische Form Ἄβος weist auf eine Lautgestalt Abos hin, während die lateinische Überlieferung zwischen Aba und Aga schwankt. Die genaue Aussprache des zugrunde liegenden lokalen Namens ist damit nicht aus der lateinischen Schreibung allein rekonstruierbar.
Die kritische Plinius-Lesart Aga wäre klassisch ungefähr [ˈa.ɡa] auszusprechen und zeigt, dass bereits die konsonantische Gestalt des Namens textkritisch umstritten ist. Für das Lemma Aba empfiehlt sich deshalb eine klare Trennung zwischen der lexikographisch überlieferten lateinischen Aussprache und der unsicheren historischen Originalform des Toponyms.
In italienisch geprägter kirchenlateinischer Aussprache würde sich die Qualität der betonten Silbe entsprechend den Regeln dieser Aussprachetradition verändern. Da der Name vor allem ein antikes geographisches Lemma ist, besitzt diese spätere Aussprache jedoch nur sekundäre Bedeutung.
Grammatik
| Lemma | Aba |
|---|---|
| Wortart | geographischer Eigenname, Oronym |
| Genus | Maskulinum |
| Numerus | Singular |
| Lexikographische Form | Aba, Abae, m. |
| Deklination | 1. Deklination, maskuliner Eigenname |
| Nominativ | Aba |
| Genitiv | Abae |
| Dativ | Abae |
| Akkusativ | Abam |
| Ablativ | Abā |
| Vokativ | Aba |
| Typische Verbindung | mons Aba; in monte Aba/Abā |
| Überlieferungsvarianten | Aga, Abas, Abos, Abus |
Das von den Wörterbüchern angegebene Paradigma Aba, Abae ordnet den Namen formal der ersten Deklination zu. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die tatsächliche antike Beleglage sehr schmal ist. Die vollständige Flexion ergibt sich überwiegend aus der grammatischen Einordnung und nicht aus einer reichen Überlieferung sämtlicher Kasusformen.
Besonders wichtig ist die Verbindung mit mons. Plinius schreibt nach älterer Textüberlieferung in monte Aba. Syntaktisch steht monte im Ablativ nach in; der Eigenname bezeichnet den Berg näher. Da antike Texte die Vokallänge nicht regelmäßig kennzeichnen, kann eine formale Ablativgestalt Abā graphisch schlicht als Aba erscheinen.
Die lexikographische Angabe m. unterscheidet den Namen von den zahlreichen gewöhnlichen femininen Substantiven der ersten Deklination. Für Eigennamen ist eine solche Abweichung nicht ungewöhnlich; vergleichbar sind verschiedene männliche Personen- und Ortsnamen auf -a.
Orthographie
Die Form Aba ist eine traditionelle lateinische Wörterbuchform. Ihre orthographische Sicherheit wird dadurch eingeschränkt, dass moderne kritische Editionen der maßgeblichen Pliniusstelle Aga lesen. Ältere Plinius-Ausgaben überliefern dagegen Aba. Die Variante ist deshalb ein echtes Problem der Textkritik und keine bloße moderne Schreibschwankung.
Lewis & Short führt Aba mit der Nebenangabe Abas und verweist auf Aga. Gaffiot behält dagegen Aba, -ae, m. als eigenes Lemma bei und nennt Plinius 5,83 als Beleg. Diese Wörterbuchgeschichte zeigt, dass unterschiedliche editorische Entscheidungen direkt auf die Form des Lexikoneintrags einwirken.
Griechische Quellen schreiben den Berg Ἄβος. In lateinischer wissenschaftlicher Literatur erscheint daraus häufig Abos oder Abus. Diese Formen sind nicht ohne weiteres als Flexionsformen von Aba zu verstehen, sondern spiegeln unterschiedliche griechisch-lateinische Namensübertragungen wider.
Für ein lateinisch-deutsches Lexikon ist es zweckmäßig, Aba als Hauptlemma zu führen, wenn die alphabetische Grundlage Lewis & Short beziehungsweise Gaffiot folgt, und die Formen Aga, Abos, Abus ausdrücklich als textkritische beziehungsweise traditionsgeschichtliche Varianten zu verzeichnen.
Gebrauch
Der sichere lateinische Gebrauch ist geographisch. Plinius behandelt in der Naturalis historia den Euphrat und referiert unterschiedliche Nachrichten über dessen Ursprung. Nach Domitius Corbulo entspringe der Strom in der armenischen Präfektur Caranitis am Berg Aba beziehungsweise Aga; nach Licinius Mucianus dagegen am Fuß eines Berges namens Capotes. Plinius stellt somit bereits in der Antike konkurrierende geographische Angaben nebeneinander.
Der Name wird nicht als gewöhnliches Vokabelwort verwendet. Er erscheint dort, wo ein bestimmter Berg lokalisiert, eine Quelle beschrieben oder die Geographie Großarmeniens erörtert wird. Seine natürlichen Kontexte sind deshalb Geographie, Chorographie, Historiographie und naturkundliche Beschreibung.
Im griechischen geographischen Schrifttum besitzt die entsprechende Form Abos eine breitere Einbindung. Strabon verbindet den Berg mit den Quellen des Euphrat und des Araxes; Ptolemaios führt Abos unter den benannten Gebirgen Armeniens auf. Die lateinische Form Aba ist daher als Teil einer umfassenderen antiken geographischen Namenstradition zu verstehen.
Bedeutungsbereich
Der primäre Bedeutungsbereich ist ausschließlich toponymisch: Aba bezeichnet einen Berg beziehungsweise Gebirgskomplex in Armenien. Seine semantischen Assoziationen mit „Quelle“, „Euphrat“, „Araxes“ und „Armenien“ entstehen aus der geographischen Referenz, nicht aus der etymologischen Wortbedeutung.
Ein sekundärer Bedeutungsbereich entsteht durch die antike Vorstellung des Berges als Quellberg. In der geographischen Literatur ist Aba beziehungsweise Abos gerade deshalb bemerkenswert, weil zwei bedeutende Flüsse mit seinem Gebiet verbunden werden. Diese Funktion kann bei späteren Geographen zu einer fast emblematischen Charakterisierung des Gebirges führen.
Eine appellativische Bedeutung wie „Quellberg“ darf daraus jedoch nicht abgeleitet werden. Der Name bedeutet nicht lexikalisch „Quellberg“, sondern ein bestimmter als Aba beziehungsweise Abos bezeichneter Berg wurde als Quellgebiet beschrieben.
Lexikon
Aba, Abae, m. ist ein antiker geographischer Eigenname für einen Berg beziehungsweise Gebirgszug in Großarmenien. Die maßgebliche lateinische Wörterbuchtradition verbindet das Lemma mit Plinius dem Älteren, Naturalis historia 5,83. Nach der von Plinius wiedergegebenen Information des Domitius Corbulo entspringt der Euphrat in der armenischen Landschaft Caranitis in monte Aba; die heute verbreitete kritische Textfassung liest allerdings in monte Aga.
Die Textvariante ist für die lexikographische Behandlung wesentlich. Ältere Plinius-Ausgaben drucken Aba, moderne kritische Textfassungen häufig Aga. Lewis & Short reagiert auf diese Unsicherheit, indem das Wörterbuch Aba aufführt und auf Aga verweist. Gaffiot führt dagegen weiterhin Aba, -ae, m. mit der Bedeutung „Berg Armeniens“.
Die entsprechende griechische geographische Tradition kennt Ἄβος. Strabon beschreibt den Abos als armenischen Berg, von dem Euphrat und Araxes ausgehen. Diese Angabe erklärt die große Bedeutung des Berges in der antiken Vorstellung von der Hydrographie Armeniens: zwei Ströme, die schließlich völlig verschiedenen Meeresbecken zustreben, werden auf dasselbe Hochland beziehungsweise Quellgebiet zurückgeführt.
Ptolemaios nennt den Abos ebenfalls unter den bedeutenden Bergen Großarmeniens. Seine mathematische Geographie gibt dem Gebirge eine bestimmte Lage innerhalb des armenischen Koordinatensystems. Die antike Überlieferung ist damit nicht auf die einzelne Pliniusstelle beschränkt, auch wenn die lateinische Form Aba selbst äußerst selten ist.
Die ältere altertumswissenschaftliche Forschung identifizierte den Abos verschiedentlich mit Gebirgssystemen südlich beziehungsweise südöstlich von Erzurum. Die Realencyclopädie setzte ihn mit dem Bingöl Dağı südlich von Erzurum gleich. Der moderne Barrington Atlas of the Greek and Roman World führt Abos M. ebenfalls als Bingöl Dağ.
Auch die gegenwärtige digitale Altertumsgeographie Pleiades verbindet den antiken Namen Abos mit den Bingöl Dağları, einem vulkanisch geprägten Gebirgskomplex im Osten der heutigen Türkei zwischen den modernen Räumen Karlıova, Tekman, Hınıs und Varto. Diese Gleichsetzung stellt gegenwärtig die zweckmäßigste Identifikation für ein historisch-geographisches Lexikon dar.
Die antiken Angaben zu den Flussquellen dürfen dennoch nicht wie moderne hydrologische Vermessungen gelesen werden. Der Euphrat besitzt mehrere große Quellströme, insbesondere Kara Su und Murat Su, und auch die antiken Autoren bieten unterschiedliche Lokalisierungen. Plinius selbst nennt neben Corbulos Aba/Aga ausdrücklich Mucianus' Capotes. Die antike Benennung erfasst daher eher einen großräumigen Gebirgs- und Quellraum als zwingend einen einzigen exakt bestimmbaren Gipfel.
Etymologie
| Lemma | Aba |
|---|---|
| Lateinische Form | Aba |
| Textvariante bei Plinius | Aga |
| Weitere lateinische Form | Abus |
| Griechisch | Ἄβος, Abos |
| Wortart | Oronym, geographischer Eigenname |
| Ursprungssprache | nicht sicher bestimmt; vorgriechische beziehungsweise lokale armenisch-vorderasiatische Namenstradition möglich |
| Gesicherte ursprüngliche Bedeutung | unbekannt |
| Moderne Identifikation | Bingöl Dağları / Bingöl Dağ in der Osttürkei |
Die Etymologie von Aba ist nicht sicher geklärt. Anders als bei einem transparenten lateinischen Kompositum lässt sich der Name nicht aus lateinischen Morphemen erklären. Er gehört zu der großen Zahl antiker geographischer Namen des armenisch-anatolischen Raumes, die griechische und lateinische Autoren aus älteren lokalen Namenstraditionen übernommen und an ihre eigenen Laut- und Flexionssysteme angepasst haben.
Die griechische Form Ἄβος ist für die Rekonstruktion wichtiger als der isolierte lateinische Beleg Aba/Aga. Dass lateinische Quellen unterschiedliche Formen bieten, kann sowohl auf abweichende Übertragung lokaler Namen als auch auf handschriftliche Verderbnis beziehungsweise editorische Unsicherheit zurückgehen.
Einzelne moderne etymologische Vorschläge haben versucht, Abos mit indogermanischen oder armenischen Wurzeln zu verbinden. Solche Deutungen sind jedoch nicht allgemein anerkannt. Für ein sprachwissenschaftliches Lexikon ist deshalb die Angabe „Etymologie ungeklärt“ vorzuziehen.
Insbesondere sollte die geographische Funktion des Berges als Quellgebiet nicht als ursprüngliche Namensbedeutung interpretiert werden. Es gibt keinen sicheren Nachweis dafür, dass Aba/Abos etymologisch „Quelle“, „Wasserberg“ oder „Flussberg“ bedeutet.
Wortgeschichte
Die älteste für das Lemma relevante Geschichte liegt zunächst außerhalb des Lateinischen. Griechische Geographen kennen einen armenischen Berg Ἄβος. Strabon, dessen geographisches Werk in augusteischer Zeit entstand, verbindet ihn mit den Quellen des Euphrat und Araxes. Damit ist die griechische Namenstradition spätestens um die Zeitenwende fest belegt.
Plinius der Ältere integriert im 1. Jahrhundert n. Chr. dieselbe großarmenische Quellregion in seine lateinische Naturalis historia. Er beruft sich dabei auf Personen mit unmittelbarer oder militärisch-administrativer Kenntnis des Ostens, insbesondere Domitius Corbulo und Licinius Mucianus. In seiner Überlieferung erscheint der Berg je nach Textfassung als Aba oder Aga.
Die Schreibungsdifferenz wurde in der neuzeitlichen Editions- und Wörterbuchgeschichte fortgeschrieben. Ältere Ausgaben von Plinius druckten vielfach Aba; neuere kritische Editionen bevorzugen Aga. Wörterbücher des 19. und 20. Jahrhunderts gehen unterschiedlich mit dieser Situation um. Lewis & Short verzeichnet Aba, verweist aber auf Aga; Gaffiot bewahrt Aba als Lemma.
Parallel setzte sich in historisch-geographischer Forschung die griechisch orientierte Form Abos beziehungsweise latinisiert Abus durch. Dadurch findet sich derselbe antike geographische Referent in moderner Literatur unter mehreren Namensformen.
Die moderne Gleichsetzung mit Bingöl Dağları ist das Ergebnis historisch-geographischer Rekonstruktion anhand der antiken Flussbeschreibungen, der Lage Großarmeniens und der modernen Topographie. Sie bedeutet nicht, dass das moderne türkische Toponym sprachlich direkt aus Aba hervorgegangen wäre.
Historische Einordnung
Aba gehört in den geographischen Horizont des römischen Wissens über Armenia Maior. Die Region war für Rom militärisch und politisch von großer Bedeutung, weil sie zwischen dem römischen Machtbereich und dem parthischen beziehungsweise später iranischen Osten lag. Kenntnisse über Verkehrswege, Flüsse und Gebirge besaßen daher nicht nur antiquarischen, sondern auch strategischen Wert.
Domitius Corbulo, den Plinius für die Lage der Euphratquelle zitiert, führte im 1. Jahrhundert n. Chr. bedeutende römische Feldzüge im armenischen Raum. Dass Plinius ihn ausdrücklich als Gewährsmann nennt, verleiht der geographischen Angabe einen militärisch-empirischen Hintergrund.
Die konkurrierende Information des Licinius Mucianus zeigt zugleich, dass die antike Geographie nicht über einheitlich vermessene Quellkarten verfügte. Verschiedene Reisende, Militärs und Autoren konnten unterschiedliche Quellarme oder Gebirgsabschnitte als den eigentlichen Ursprung eines großen Flusses bezeichnen.
Der Name Aba ist daher nicht nur ein Toponym, sondern ein Zeugnis für die Entstehung römisch-griechischen Wissens über die Geographie Armeniens und die Quellgebiete der großen Ströme Vorderasiens.
Antonyme
Ein geographischer Eigenname besitzt kein lexikalisches Antonym. Aba bezeichnet einen individuellen Berg beziehungsweise Gebirgsraum; ein semantisch entgegengesetzter Eigenname existiert nicht.
Allenfalls können innerhalb einer geographischen Relation strukturelle Gegenbegriffe konstruiert werden. Dem mons „Berg“ steht etwa vallis „Tal“ als Sachbegriff gegenüber, doch diese Opposition betrifft die bezeichnete Landschaftsform und nicht den Namen Aba.
Ebenso können Quellgebiet und Mündung eines Flusses geographische Gegenpole bilden. Der Euphratursprung am Aba/Abos steht dann seiner Mündungsregion gegenüber. Auch dies stellt keine Antonymie des Eigennamens dar.
Synonyme und bedeutungsverwandte Ausdrücke
Aga – textkritische beziehungsweise editorische Variante des armenischen Bergnamens in modernen Plinius-Ausgaben.
Abos – griechisch Ἄβος; wichtigste griechische Form des Namens bei antiken Geographen.
Abus – latiniserte beziehungsweise neuzeitlich-lateinische Wiedergabe des griechischen Ἄβος.
Capotes – anderer bei Plinius genannter armenischer Berg, an dessen Fuß Licinius Mucianus die Quelle des Euphrat lokalisierte; nicht sicher mit Aba identisch.
Bingöl Dağ – moderne geographische Bezeichnung des Gebirges, mit dem der antike Abos gewöhnlich identifiziert wird.
mons – „Berg, Gebirge“; appellativischer Oberbegriff, mit dem Aba in der Form mons Aba verbunden werden kann.
Armenia Maior – Großarmenien; antiker geographischer Großraum, in dem Aba/Abos lokalisiert wird.
Abgrenzung
Besonders wichtig ist die Abgrenzung von Aga. Die beiden Formen bezeichnen nach der maßgeblichen lexikographischen und textkritischen Tradition nicht zwei sicher verschiedene Berge. Vielmehr handelt es sich wahrscheinlich um konkurrierende Lesarten desselben plinianischen Oronyms. Moderne kritische Plinius-Ausgaben bevorzugen häufig Aga, während ältere Ausgaben und Wörterbücher Aba bieten.
Von Abos/Abus unterscheidet sich Aba primär durch die Überlieferungssprache. Abos ist die griechische Form beziehungsweise ihre wissenschaftliche Transliteration; Abus eine latiniserte Form. Der geographische Referent wird gewöhnlich als derselbe angesehen.
Von Abae/Abai, der bekannten Stadt in Phokis, ist der armenische Berg streng zu unterscheiden. Ältere enzyklopädische Literatur verwendet Aba teilweise auch für diese Stadt und für weitere Orte. Diese Homonymie gehört zur Geschichte antiker Eigennamen, nicht zur Bedeutung des hier behandelten Oronyms.
Ebenfalls nicht hierher gehört Aba beziehungsweise Anba als orientalisch-christlicher Titel „Vater“ für Geistliche oder Bischöfe. Dieser Ausdruck hängt mit semitischem abba zusammen und ist etymologisch vom armenischen Bergnamen unabhängig.
Kontext
Der wichtigste Kontext ist die antike Beschreibung des Euphrat. Plinius führt Aba/Aga genau dort ein, wo er den Ursprung des Stromes in Großarmenien bestimmen möchte. Der Eigenname steht deshalb regelmäßig in Nachbarschaft zu Wörtern wie mons, Euphrates, oriri, fons, Armenia und geographischen Regionsnamen.
Ein zweiter Kontext ist die Beschreibung des Araxes. In der griechischen Überlieferung wird Abos als Quellberg sowohl des Euphrat als auch des Araxes betrachtet. Der Berg fungiert damit als geographischer Scheitelpunkt zwischen westwärts beziehungsweise südwestwärts und ostwärts gerichteten Wassersystemen.
Ein dritter Kontext ist die Einordnung in das armenische Gebirgssystem. Antike Geographen versuchen, Taurus, Anti-Taurus, Niphates, Paryadres und Abos miteinander in Beziehung zu setzen. Die genaue Entsprechung dieser antiken Gebirgsbegriffe mit modernen Gebirgszügen ist nicht in jedem Fall eindeutig.
In moderner Altertumswissenschaft begegnet Abos/Aba besonders in historischen Atlanten, Kommentaren zu Strabon und Plinius sowie Untersuchungen zur antiken Geographie Armeniens.
Kollokationen und Kookkurrenzen
mons Aba – „der Berg Aba“; explizite Verbindung des Eigennamens mit dem geographischen Appellativ mons.
in monte Aba – „am/auf dem Berg Aba“; traditionelle Lesart der plinianischen Formulierung über den Ursprung des Euphrat.
in monte Aga – kritische moderne Lesart derselben Pliniusstelle.
Euphrates … in monte Aba/Aga oritur – „der Euphrat entspringt am Berg Aba/Aga“; zentraler überlieferter Sachzusammenhang.
Aba Armeniae – „Aba in Armenien“ beziehungsweise „der armenische Aba“; lexikographisch-geographische Charakterisierung.
Abos mons beziehungsweise mons Abos – wissenschaftlich-lateinische beziehungsweise griechisch beeinflusste Bezeichnung desselben antiken Gebirges.
Die Kookkurrenzen zeigen, dass der Name nahezu vollständig an geographische Fachsprache gebunden ist. Anders als gewöhnliche Substantive besitzt er keine breite Kollokationsstruktur.
Oberbegriff
Eigenname → geographischer Eigenname → Landschaftsname → Oronym → Berg-/Gebirgsname → armenisches Oronym → Aba.
Auf sachgeographischer Ebene lässt sich die Hierarchie weiter formulieren: Reliefform → Gebirge/Berg → Gebirge Großarmeniens → antikes Quellgebirge des Euphrat und Araxes → Aba/Abos.
Die sprachwissenschaftliche und die geographische Hierarchie sind voneinander zu unterscheiden. Sprachlich ist Aba ein Oronym; sachlich bezeichnet es ein Gebirgsobjekt.
Unterbegriffe
Als individueller Eigenname besitzt Aba keine Unterbegriffe im eigentlichen lexikologischen Sinn. Ein Bergname ist keine Gattung, unter der verschiedene Arten subsumiert werden könnten.
Unterschieden werden können lediglich Namensformen und Überlieferungsformen: lateinisch Aba, textkritisch Aga, griechisch Abos und latinisiert Abus. Diese Formen sind keine Unterbegriffe, sondern Varianten beziehungsweise unterschiedliche sprachliche Repräsentationen eines wahrscheinlich identischen geographischen Referenten.
Auch einzelne Gipfel oder Teilgebirge der heutigen Bingöl Dağları wären keine sprachlichen Unterbegriffe von Aba, solange nicht nachgewiesen werden kann, dass die antike Bezeichnung selbst intern solche Unterteilungen umfasste.
Wortfamilie
Eine eigentliche lateinische Wortfamilie zu Aba ist nicht sicher belegt. Der Name ist kein produktiver lateinischer Stamm, aus dem regulär Verben, Substantive und Adjektive gebildet worden wären.
Zum historischen Namensfeld gehören jedoch Aga, Abos und Abus. Diese Formen sind nicht als reguläre Ableitungen voneinander zu verstehen, sondern als Ergebnisse verschiedener Überlieferungs-, Sprach- und Editionsstufen.
Auch das moderne Bingöl Dağları gehört nicht zur etymologischen Wortfamilie. Es ist lediglich die moderne geographische Bezeichnung des heute mit dem antiken Berg identifizierten Gebirgskomplexes.
Wortbildung
Aba ist synchron im Lateinischen nicht durch reguläre Wortbildung analysierbar. Es lässt sich nicht sinnvoll in ein lateinisches Präfix, einen Stamm und ein Suffix zerlegen. Der Name ist als fremdes Toponym in die lateinische geographische Sprache übernommen beziehungsweise übertragen worden.
Die Endung -a ermöglicht eine formale Eingliederung in die erste lateinische Deklination. Diese morphologische Anpassung ist jedoch von der etymologischen Entstehung des Namens zu unterscheiden. Dass ein Fremdname wie ein lateinisches Substantiv auf -a flektiert werden kann, bedeutet nicht, dass er ursprünglich durch das lateinische Suffix -a gebildet wurde.
Die Varianten Aba, Aga und Abos sind ebenfalls nicht das Ergebnis produktiver lateinischer Wortbildung. Sie gehören zur Text- und Überlieferungsgeschichte des Eigennamens.
Polysemie
Das hier behandelte Lemma Aba ist im engeren Sinn nicht polysem. Innerhalb des lateinischen Wörterbuchartikels bezeichnet es einen armenischen Berg. Die verschiedenen geographischen Funktionen dieses Berges – Quellgebiet, Wasserscheide, Teil eines größeren Gebirgssystems – sind Eigenschaften desselben Referenten und keine unterschiedlichen Wortbedeutungen.
Auf der Ebene der gesamten antiken Namensüberlieferung besteht allerdings Homonymie. Der Name Aba beziehungsweise ähnliche Formen wurden auch für Städte und Personen verwendet. Dies ist von Polysemie zu unterscheiden: Es handelt sich nicht um verschiedene Bedeutungen eines einzigen semantisch entwickelten Wortes, sondern um formal gleiche beziehungsweise ähnliche Eigennamen für verschiedene Referenten.
Für das Lexikon sollte deshalb die Bedeutung „armenischer Berg“ klar als eigene Lemmafunktion behandelt werden und nicht mit phokischen, karischen oder anderen Ortsnamen vermischt werden.
Homonyme und Homographe
Ältere geographische und enzyklopädische Literatur kennt mehrere geographische Namen Aba. Genannt werden unter anderem eine Stadt in Phokis, eine möglicherweise so benannte Stadt in Karien, ein Ort in Arabien und weitere lokale Namen. Diese sind homonyme Toponyme und nicht mit dem armenischen Berg identisch.
Besonders die phokische Stadt ist besser unter den Formen Abae beziehungsweise griechisch Abai bekannt und war wegen des Apollonheiligtums berühmt. Eine Gleichsetzung mit dem armenischen Aba ist ausgeschlossen.
Daneben existiert Aba beziehungsweise Anba als kirchlicher Titel in syrischen, koptischen und äthiopischen Traditionen. Dieser Ausdruck bedeutet „Vater“ und ist mit abba verwandt. Seine Gleichschreibung mit dem Bergnamen ist rein zufällig.
Auch moderne Toponyme namens Aba, etwa die Stadt Aba in Nigeria, besitzen keinerlei etymologischen Zusammenhang mit dem antiken armenischen Oronym.
Redewendungen und Sprichwörter
Mit dem geographischen Eigennamen Aba sind keine lateinischen Sprichwörter oder eigentlichen Redewendungen überliefert. Der Name war zu selten und zu eng fachgeographisch gebunden, um eine allgemeine phraseologische Produktivität zu entwickeln.
Als annähernd formelhafte Verbindung kann lediglich in monte Aba beziehungsweise textkritisch in monte Aga gelten, weil gerade diese Pliniusstelle die lateinische lexikographische Überlieferung des Namens begründet.
Auch die Vorstellung des Berges als Quelle des Euphrat ist eher ein wiederkehrendes geographisches Motiv als eine Redewendung.
Metaphern
Eine etablierte metaphorische Bedeutung von Aba ist im Lateinischen nicht nachweisbar. Der Name bezeichnet konkret einen geographischen Ort.
Grundsätzlich können Berge in antiker Literatur metaphorisch für Höhe, Grenze, Beständigkeit oder Ursprung stehen. Für Aba selbst ist jedoch keine so feste Übertragung belegt, dass sie als lexikalische Bedeutung angesetzt werden dürfte.
Die Darstellung als Quellberg großer Ströme besitzt zwar starkes bildhaftes Potential, bleibt in den erhaltenen geographischen Quellen primär sachbezogene Beschreibung.
Metonymie
Eine begrenzte metonymische Verwendung ist grundsätzlich möglich, wenn der Bergname Aba nicht nur einen einzelnen Gipfel, sondern ein ganzes Gebirgssystem oder Quellgebiet bezeichnet. Antike Bergnamen sind häufig weniger topographisch präzise abgegrenzt als moderne kartographische Bezeichnungen.
So kann „Aba“ je nach geographischem Modell für den Berg, den Gebirgszug oder die ganze Hochlandzone stehen, aus der ein Fluss hervorgeht. Diese Referenzerweiterung ist metonymisch beziehungsweise geographisch kollektiv zu verstehen.
Eine weitergehende metonymische Verwendung, etwa „Aba“ für Armenien insgesamt, ist nicht belegt und sollte nicht angesetzt werden.
Register und Sprachstufe
Aba gehört zur geographischen Fach- und Bildungssprache des antiken Lateins. Der Name ist kein Element der alltäglichen Umgangssprache und auch kein allgemein verbreiteter Eigenname innerhalb Italiens.
Der sichere literarische Kontext ist die römische Kaiserzeit, insbesondere Plinius der Ältere im 1. Jahrhundert n. Chr. Die zugrunde liegende geographische Tradition ist jedoch älter und in griechischen Quellen bereits bei Strabon greifbar.
In neuzeitlichem Latein und in der philologischen Literatur erscheint der Name vor allem zitierend oder antiquarisch. Moderne historische Atlanten bevorzugen gewöhnlich Abos, weil diese Form enger an die griechische Hauptüberlieferung anschließt.
Registermäßig ist das Wort daher als gelehrt, geographisch, antiquarisch einzustufen.
Regionale Varianten
Die unterschiedlichen Formen Aba, Aga, Abos, Abus sind nicht im engeren Sinn lateinische Regionalvarianten. Sie spiegeln unterschiedliche Sprachen, Quellen und Textüberlieferungen wider.
Abos gehört zur griechischen geographischen Tradition. Aba beziehungsweise Aga erscheinen in der lateinischen Pliniusüberlieferung. Abus ist besonders in späterer lateinischer und wissenschaftlicher Geographie verbreitet.
Die moderne türkische Bezeichnung Bingöl Dağları gehört einer völlig anderen historischen Sprachstufe an. Sie ist keine lautgesetzliche lateinische Regionalvariante, sondern die heutige Bezeichnung des geographischen Gebirgskomplexes.
Aktuelle Statistik
| Lemma | Aba |
|---|---|
| Wortart | geographischer Eigenname, Oronym |
| Lexikographische Form | Aba, Abae, m. |
| Lewis & Short | eigenes Lemma; Verweis auf Aga |
| Gaffiot | Aba, -ae, m.; Berg Armeniens; Plinius 5,83 |
| Sicherer lateinischer Kernbeleg | Plinius, Naturalis historia 5,83 in älterer Lesart Aba |
| Moderne kritische Plinius-Lesart | Aga |
| Griechische Hauptform | Ἄβος, Abos |
| Moderne Identifikation | Bingöl Dağları, Osttürkei |
| Allgemeine lateinische Häufigkeit | äußerst selten |
| Statistisches Hauptproblem | Textvarianten Aba/Aga und sprachübergreifende Formen Abos/Abus |
| Stand | September 2026 |
Eine absolute Gesamtfrequenz für Aba wäre wenig aussagekräftig. Die lateinische Wörterbuchtradition stützt sich im Wesentlichen auf den einen geographischen Pliniuskontext, dessen Wortform selbst textkritisch unsicher ist. Wird in einer modernen kritischen Ausgabe Aga gedruckt, verschwindet ein Treffer für Aba vollständig, obwohl derselbe geographische Referent gemeint ist.
Eine wissenschaftlich brauchbare Statistik müsste daher nicht nur nach Aba, sondern zusätzlich nach Aga, Abos und Abus suchen und anschließend jeden Treffer nach Sprache, Autor und Referent disambiguieren.
Die qualitative Einstufung ist eindeutig: Aba ist ein sehr seltenes lateinisches geographisches Eigenwort mit äußerst schmaler Belegbasis.
Häufigkeit und Statistik
| Lemma | Aba |
|---|---|
| Häufigkeitsklasse | sehr selten |
| Textsortenschwerpunkt | Geographie und Naturkunde |
| Hauptautor | Plinius der Ältere |
| Hauptstelle | Naturalis historia 5,83 |
| Form in älteren Editionen | Aba |
| Form in verbreiteten modernen kritischen Editionen | Aga |
| Griechische Vergleichsbelege | Abos bei Strabon und Ptolemaios |
| Lexikographische Bewertung | Randwort des antiken geographischen Eigennamenbestands |
| Quantitative Gesamtangabe | wegen Textvarianz nicht sinnvoll als einfache Tokenzahl anzugeben |
Die Seltenheit ist teilweise real und teilweise ein Effekt der Überlieferung. Der geographische Name bezeichnet nur einen einzelnen, weit vom Kerngebiet der lateinischen Literatur entfernten Ort. Entsprechend entsteht kaum Anlass für wiederholten Gebrauch.
Zugleich verteilt sich die historische Information auf mehrere graphische Formen. Ein Korpus, das nur Aba zählt, unterschätzt daher die Tradition des Namens; ein Korpus, das sämtliche Formen ungeprüft vereinigt, riskiert dagegen die Vermischung verschiedener Namen.
Für die lexikographische Praxis ist eine qualitative Kennzeichnung als sehr seltenes Oronym sachgerechter als eine scheinpräzise absolute Zahl.
Wortbildung als Erstglied
Aba ist kein produktives lateinisches Erstglied. Es sind keine regulären klassischen Komposita bekannt, in denen der armenische Bergname als morphologisches Präfix oder Erstglied fungiert.
Mehrgliedrige geographische Bezeichnungen wie mons Aba sind syntaktische Fügungen und keine Wortbildungen. Mons und Aba bleiben selbständige Einheiten.
Moderne wissenschaftliche Verbindungen mit Aba-/Abos- sind terminologische Neubildungen und gehören nicht zur antiken lateinischen Wortbildung.
Wortbildung als Letztglied
Auch als produktives Letztglied lateinischer Komposita ist Aba nicht belegt. Die Form tritt als selbständiger Eigenname auf.
Ähnlich endende Wörter oder Namen dürfen nicht morphologisch mit dem armenischen Oronym verbunden werden. Graphische Übereinstimmungen auf -aba besitzen ohne etymologischen Nachweis keine wortgeschichtliche Bedeutung.
Für das Lexikon ist daher festzuhalten: keine produktive Wortbildung als Erst- oder Letztglied.
Übersetzungen
| Lemma | Aba |
|---|---|
| Deutsch | Aba; antiker Berg beziehungsweise Gebirgszug in Großarmenien |
| Altgriechisch | Ἄβος, Abos |
| Lateinisch | Aba; textkritisch auch Aga; latinisiert auch Abus |
| Italienisch | monte Aba / Abos; montagna dell’antica Armenia |
| Französisch | mont Aba / Abos; montagne de l’Arménie antique |
| Spanisch | monte Aba / Abos; montaña de la antigua Armenia |
| Englisch | Mount Aba / Abos; mountain of ancient Armenia |
| Moderne geographische Entsprechung | Bingöl Dağları, Türkei |
Bei einem geographischen Eigennamen ist „Übersetzung“ nur eingeschränkt der richtige Begriff. In den verschiedenen Sprachen wird derselbe Ort benannt; der Eigenname wird entweder beibehalten, transliteriert oder durch die jeweils etablierte historische Namensform ersetzt.
Die altgriechische Form Ἄβος ist historisch besonders wichtig, weil sie die geographische Namenstradition wesentlich breiter repräsentiert als das seltene lateinische Aba. Das moderne Bingöl Dağları ist dagegen keine Übersetzung von Aba, sondern der heutige Name des Gebirges, mit dem der antike Abos gewöhnlich identifiziert wird.