Aalskuhle

Grundbedeutung

Aalskuhle ist eine historische und regionalsprachliche, besonders für das Ruhrgebiet charakteristische Bezeichnung für eine Fäkalien-, Jauche- beziehungsweise Abortgrube. Gemeint war typischerweise eine in den Boden eingelassene, häufig mit einem Deckel verschlossene Grube, in der menschliche Ausscheidungen und je nach örtlicher Wirtschaftsweise auch tierische Jauche beziehungsweise andere flüssige Stallabgänge gesammelt wurden.

In den älteren Arbeiter-, Bergbau- und Zechensiedlungen des Reviers konnte eine solche Grube unmittelbar mit einem Plumpsklo beziehungsweise einfachen Abort verbunden sein. Vor dem flächendeckenden Ausbau moderner Kanalisation gehörte sie damit zur elementaren, allerdings hygienisch problematischen Entsorgungsinfrastruktur von Wohnhäusern, Stallungen und Gärten.

Das Wort ist etymologisch besonders erklärungsbedürftig: Das Erstglied Aal- beziehungsweise Aals- hat ursprünglich nichts mit dem Fisch Aal zu tun. Es gehört vielmehr zu westfälisch-niederdeutsch Aale, Aalte „Jauche, Gülle“. Die Aalskuhle ist dem ursprünglichen Sinn nach also eine „Jauchegrube“ beziehungsweise „Grube für Aale/Aale-Jauche“.

Im engeren Ruhrdeutschen bezeichnete das Wort vor allem die Fäkalien- beziehungsweise Sickergrube beim Plumpsklo. In westmünsterländischen Dialekten ist daneben die Form Aalenkuhle unmittelbar als „Jauchegrube“ dokumentiert.

Da solche Anlagen stark rochen, entwickelte sich zusätzlich ein bildlicher Vergleich: Es stinkt beziehungsweise müffelt wie in einer Aalskuhle. In diesem übertragenen Gebrauch bezeichnet das Wort nicht mehr tatsächlich eine Grube, sondern dient als drastisches regionales Vergleichsbild für intensive Geruchsbelästigung.

Wortart

Aalskuhle ist ein feminines Substantiv: die Aalskuhle. Der reguläre Plural lautet die Aalskuhlen.

Synchron erscheint das Wort zunächst als Zusammensetzung aus Aals- und Kuhle. Historisch ist das Erstglied jedoch nicht vom Tiernamen Aal herzuleiten, sondern von regionalem Aale/Aalte „Jauche“.

Die zugrunde liegende Bedeutungsstruktur lautet daher nicht „Kuhle für Aale“, sondern „Kuhle beziehungsweise Grube für Jauche und Fäkalien“.

Das Grundwort Kuhle bestimmt Genus und Flexion. Deshalb ist auch Aalskuhle feminin.

Das zwischen Erst- und Zweitglied stehende -s- wird in Beschreibungen des Ruhrdeutschen als regionaltypisches Einschub- beziehungsweise Verbindungselement charakterisiert. Vergleichbare volkssprachliche Bildungen zeigen, dass solche Konsonanten nicht immer nach den Regeln standardsprachlicher Fugenelemente interpretiert werden dürfen.

Aussprache

Bei standardnaher Aussprache kann Aalskuhle als [ˈaːlsˌkuːlə] wiedergegeben werden.

Die Hauptbetonung liegt auf dem ersten Bestandteil Aals-, während -kuhle eine Nebenbetonung erhalten kann.

Das aa wird lang als [aː] ausgesprochen. Auch das uKuhle ist lang [uː].

Die tatsächliche traditionelle Aussprache konnte im Ruhrgebiet und in den angrenzenden westfälischen Mundarten von einer streng standarddeutschen Lautung abweichen. Besonders die Qualität der Vokale, das r in umliegenden Formen sowie Reduktionserscheinungen waren regional unterschiedlich.

Die Worttrennung lautet Aals·kuh·le, im Plural Aals·kuh·len.

Grammatik

Lemma Aalskuhle
Wortart Substantiv
Genus Femininum
Artikel die
Nominativ Singular die Aalskuhle
Genitiv Singular der Aalskuhle
Dativ Singular der Aalskuhle
Akkusativ Singular die Aalskuhle
Nominativ Plural die Aalskuhlen
Genitiv Plural der Aalskuhlen
Dativ Plural den Aalskuhlen
Akkusativ Plural die Aalskuhlen
Pluralbildung -n
Worttrennung Aals·kuh·le
Regionale Zuordnung vor allem Ruhrgebiet und angrenzender westfälisch-niederdeutscher Sprachraum
Kernbedeutung Fäkalien- beziehungsweise Jauchegrube
Historisches Erstglied Aale/Aalte „Jauche“

Die Flexion folgt dem femininen Grundwort Kuhle. Im Singular bleibt die Wortform in allen vier Kasus formal unverändert; der Plural erhält -n.

Beispiele: Hinter dem Haus befand sich die Aalskuhle. – Der Deckel der Aalskuhle musste geschlossen bleiben. – Die Jauche wurde aus der Aalskuhle geschöpft. – In älteren Siedlungen gab es zahlreiche Aalskuhlen.

Orthographie

Die heute übliche verschriftete Form lautet Aalskuhle.

Sie darf nicht in die scheinbar logischere Form Aalkuhle „Kuhle für Aale“ umgedeutet werden. Das s gehört zur regional überlieferten Wortgestalt.

Eine besonders aufschlussreiche Erklärung findet sich in einer Wörterliste zur Ruhrgebietssprache, die ausdrücklich auf ein für diese Sprachvarietät typisches Einschub-s hinweist und die Struktur mit anderen volkssprachlichen Bildungen vergleicht.

Im benachbarten westmünsterländischen Dialektraum ist dagegen Aalenkuhle dokumentiert. Dort tritt die Bedeutung des Erstgliedes besonders deutlich hervor, weil Aale beziehungsweise Aalte noch unmittelbar „Jauche“ bedeutet.

Weitere verwandte Regionalbildungen sind Aalenback, Aalenfatt, Aalengatt, Aalengotte, Aalenkeller, Aalenkump, Aalenkuum, Aalenlock, Aalenpumpe und Aalenschepper.

Die Schreibung mit Aal- führt aus heutiger Standardsprache leicht zu einer falschen Assoziation mit dem Fisch. Historisch handelt es sich jedoch um zwei verschiedene Wörter beziehungsweise Wortfamilien.

Gebrauch

Aalskuhle gehört zum traditionellen Wortschatz des Ruhrdeutschen. Es bezeichnet einen Gegenstand beziehungsweise eine Einrichtung, die mit der Modernisierung der Siedlungshygiene weitgehend aus dem Alltag verschwunden ist.

Entsprechend ist das Wort heute stark historisch, regional und kulturgeschichtlich markiert.

Es begegnet vor allem in Erinnerungen an ältere Zechen- und Arbeitersiedlungen, regionalen Wörterbüchern, Heimatliteratur, Bergbaugeschichte und humorvollen Darstellungen des Ruhrgebiets.

Eine noch lebendigere Verwendung besteht teilweise im Geruchsvergleich: Ein unangenehm riechender Raum kann in Ruhrgebietssprache mit einer Aalskuhle verglichen werden.

Ein dokumentiertes Sprachmuster lautet sinngemäß: Hier müffelt es wie in einer Aalskuhle.

Damit hat sich die konkrete historische Sachbezeichnung teilweise zu einem regionalen Intensivvergleich für Gestank beziehungsweise schlechten Geruch entwickelt.

Bedeutungsbereich

Das Wort gehört zu mehreren miteinander verbundenen Bereichen: Ruhrgebietssprache, westfälische Dialektologie, historische Siedlungshygiene, Hauswirtschaft, Landwirtschaft, Bergarbeitersiedlung, Abortwesen, Kanalisation, Düngung und Alltagsgeschichte.

Sachgeschichtlich liegt das Lemma an der Schnittstelle zwischen Fäkalienentsorgung und landwirtschaftlicher Nährstoffnutzung.

Die in einer solchen Grube gesammelten Stoffe wurden nicht ausschließlich als Abfall verstanden. Jauche und Fäkalien konnten nach dem Entleeren auf Gärten, Felder, Wiesen oder andere Nutzflächen ausgebracht werden.

Damit gehörte die Aalskuhle zu einem historischen Stoffkreislauf, in dem menschliche und tierische Ausscheidungen zugleich Entsorgungsproblem und landwirtschaftlicher Dünger waren.

Lexikon

Die Aalskuhle war eine historische Fäkalien- beziehungsweise Jauchegrube, die besonders aus dem Ruhrgebiet und dem westfälisch-niederdeutschen Sprachraum überliefert ist. Sie gehörte zu einer Lebens- und Wirtschaftsform, in der Wohnhaus, Stall, Garten, Kleinviehhaltung und einfache sanitäre Einrichtungen vielfach unmittelbar miteinander verbunden waren.

Das Wort ist durch seine moderne Oberfläche leicht misszuverstehen. Wer ausschließlich den standarddeutschen Wortschatz kennt, erkennt zunächst Aal und Kuhle und könnte an eine Vertiefung denken, in der Aale leben oder gehalten werden.

Diese Interpretation ist für die historische Ruhrgebietsbedeutung falsch.

Das Erstglied gehört vielmehr zu einer alten germanischen Wortfamilie für Schlamm, Schmutz, Harn, Jauche und unreine Flüssigkeit.

Althochdeutsch ist atel mit Bedeutungen wie „Schlamm, Morast, schlammiges Wasser“ belegt.

Mittelniederdeutsch erscheinen Formen wie ādel(e), addel und eddel, die „garstige Feuchtigkeit“ beziehungsweise „Jauche“ bezeichnen.

In einzelnen niederdeutschen Dialekten fiel der zwischen den Vokalen stehende Dental aus. Dadurch konnten kontrahierte Formen wie āl entstehen.

Genau diese Entwicklung erklärt westfälische und münsterländische Formen wie Aal, Aale, Aalte in der Bedeutung „Jauche, Gülle“.

Das NDR-Wörterbuch dokumentiert beispielsweise für Münsterland und Westfalen ausdrücklich Aal = Jauche/Gülle.

Das Westmünsterländische Wörterbuch der Freien Universität Berlin bietet ein besonders reiches Wortfeld. Dort bedeutet Aale/Aalte „Jauche“.

Daneben stehen zahlreiche Zusammensetzungen, die die landwirtschaftliche Jauchewirtschaft sprachlich abbilden.

Aalenback bezeichnet eine Jauchegrube.

Aalenfatt bezeichnet ein Jauchefass.

Aalengatt bezeichnet Jauchegrube oder Jaucheloch.

Aalengotte ist eine gemauerte Jaucherinne im Stall.

Aalenkaore bezeichnet ein längliches Jauchefass auf Rädern.

Aalenkeller ist ein Lagerraum für Jauche.

Aalenkuhle bedeutet ausdrücklich Jauchegrube.

Aalenkump und Aalenkuum sind weitere regionale Wörter für Jauchegrube beziehungsweise Jauchekeller.

Aalenlock bedeutet Jauchekeller.

Aalenpumpe ist die Jauchepumpe.

Aalenschepper bezeichnet eine langstielige Schöpfvorrichtung beziehungsweise einen Eimer zum Ausschöpfen der Jauche.

Die Ruhrgebietsform Aalskuhle gehört eindeutig in dieses Wortfeld.

Eine besonders aufschlussreiche sachgeschichtliche Beschreibung stammt aus dem Raum Hattingen-Elfringhausen. Dort befand sich unter oder neben dem Misthaufen ein Jauchekeller, „Aalskuhle“.

In diesem Jauchekeller sammelte sich die aus Stallmist austretende Flüssigkeit.

Da sich der Abort – im dortigen Dialekt dat Driethüsken – häufig in einer Ecke des Kuhstalls befand, gelangten auch menschliche Fäkalien in die Grube.

Die Anlage war somit nicht ausschließlich Viehjauchebehälter und nicht ausschließlich Fäkaliengrube, sondern konnte beide Funktionen miteinander verbinden.

Das erklärt, weshalb moderne regionale Wörterbücher die Aalskuhle je nach Schwerpunkt als Jauchegrube, Fäkaliengrube, Sickergrube, Plumpsklo oder sogar verkürzt als Toilette definieren.

Diese Definitionen sind nicht vollständig widersprüchlich. Sie beleuchten unterschiedliche Bestandteile desselben historischen Sanitärsystems.

Technisch genauer muss zwischen dem oberirdischen beziehungsweise begehbaren Abort und der darunter oder daneben befindlichen Sammelgrube unterschieden werden.

Der Abort war der Ort, an dem der Mensch seine Notdurft verrichtete. Die Aalskuhle war primär der Behälter beziehungsweise die Grube, in der sich die Ausscheidungen ansammelten.

Im alltäglichen Sprachgebrauch konnte jedoch der Name der Grube auf die gesamte Toilette übertragen werden.

Diese Bedeutungsverschiebung erklärt Wörterbuchangaben wie „Fäkaliengrube, Plumpsklo, Toilette“.

Eine andere Beschreibung aus der Ruhrgebietssprache charakterisiert die Aalskuhle als eine mit einem abnehmbaren Deckel verschlossene, plumpskloartige Sickergrube.

Das Wort Sickergrube ist bei historischen Anlagen allerdings nicht im Sinn einer heute technisch normierten Abwasseranlage zu verstehen.

Die tatsächliche Konstruktion konnte je nach Siedlung, Bodenverhältnissen, Bauperiode und örtlicher Gewohnheit stark variieren.

Manche Gruben waren relativ einfach ausgehoben, andere gemauert beziehungsweise als Jauchekeller ausgeführt.

Die Frage, wie dicht solche Anlagen waren, war aus heutiger hygienischer und umwelttechnischer Sicht problematisch.

Undichte Gruben konnten Flüssigkeit in den Untergrund abgeben und dadurch Boden und Grundwasser belasten.

Im 19. und frühen 20. Jahrhundert standen diese Risiken jedoch in einem völlig anderen technischen und gesellschaftlichen Kontext als heute.

In dicht wachsenden Industrieorten fehlte vielerorts zunächst eine leistungsfähige zentrale Kanalisation.

Die Bevölkerung des Ruhrgebiets nahm während der Industrialisierung explosionsartig zu.

Kohlebergbau, Eisen- und Stahlindustrie zogen große Zahlen von Arbeitskräften an.

Für diese Menschen entstanden Zechenkolonien und Arbeitersiedlungen, oft in kurzer Zeit und zunächst mit vergleichsweise einfacher Infrastruktur.

Viele Siedlungshäuser besaßen kleine Gärten und teilweise Stallungen für Schweine, Ziegen, Kaninchen, Geflügel oder andere Nutztiere.

Solche Hauswirtschaftssysteme dienten der Selbstversorgung der oft kinderreichen Familien.

In diesem Umfeld war die Aalskuhle zugleich Teil des Sanitärsystems und Teil der Garten- beziehungsweise Nebenerwerbswirtschaft.

Eine Festschrift zur Siedlung Vondern in Oberhausen dokumentiert diesen Zusammenhang besonders anschaulich.

Dort sammelten sich die menschlichen Hinterlassenschaften in einer Jauchegrube, die „Aalskuhle“ genannt wurde.

Die Grube wurde nach dieser Überlieferung ungefähr einmal jährlich geleert.

Die entnommene Jauche wurde nicht einfach weggeworfen, sondern als Dünger in der Gartenwirtschaft verwendet.

Damit bildete die Aalskuhle einen Teil eines lokalen Nährstoffkreislaufs.

Die menschlichen Ausscheidungen und gegebenenfalls tierische Jauche gelangten zunächst in die Grube, wurden dort gesammelt und später auf landwirtschaftlich beziehungsweise gärtnerisch genutzten Flächen verteilt.

Aus heutiger Sicht sind solche Verfahren wegen möglicher Krankheitserreger, Arzneimittelrückstände, Nährstoffeinträge und Grundwasserrisiken problematisch.

Historisch war die Rückführung organischer Abfälle in die Landwirtschaft jedoch ein weit verbreitetes Verfahren.

Jauche enthielt insbesondere Stickstoffverbindungen und andere Pflanzennährstoffe.

Sie besaß deshalb wirtschaftlichen Wert.

Das Entleeren der Aalskuhle war körperlich anstrengend und wegen Geruch und hygienischer Belastung unangenehm.

Hierzu existierte ein eigenes Werkzeug: die Aalscheppe.

Das Ruhrgebietslexikon beschreibt die Aalscheppe als langstielige Kelle, mit der die Ablagerungen beziehungsweise der Inhalt aus der Aalskuhle geschöpft und anschließend auf Garten oder Feld als Dünger verteilt wurden.

Im westmünsterländischen Sprachgebiet entspricht dem der Aalenschepper, ein an einem langen Stiel befestigtes Gefäß zum Schöpfen der Jauche.

Die Wortfamilie zeigt damit ein bemerkenswert differenziertes technisches Vokabular.

Es gab nicht nur einen Namen für die Jauche selbst, sondern auch für Grube, Fass, Pumpe, Rinne, Schöpfgefäß und Transportmittel.

Die regionale Sprache bildet hier eine historische Arbeitswelt außerordentlich genau ab.

Bevor leistungsfähige Pumpen verbreitet waren, musste der Inhalt manuell geschöpft werden.

Später kamen Jauchepumpen und Jauchefässer hinzu.

Dadurch wurde das Entleeren mechanisch erleichtert, doch der grundlegende Stoffkreislauf blieb zunächst bestehen.

Die Situation war besonders im Sommer unangenehm.

Zersetzung organischer Stoffe erzeugt eine Vielzahl geruchsintensiver Verbindungen.

Dazu gehören unter anderem Ammoniak, Schwefelwasserstoff und unterschiedliche organische Schwefel- und Stickstoffverbindungen.

Hinzu kamen Fliegen und andere Insekten, die von den organischen Materialien angezogen wurden.

Die Festschrift aus Vondern erinnert ausdrücklich sowohl an die Fliegenbelastung als auch an den starken Geruch.

Diese Alltagserfahrung erklärt die bis heute erinnerte bildliche Verwendung des Wortes.

Eine besonders schlecht riechende Wohnung, ein Kleidungsstück oder ein anderer Raum kann regional mit einer Aalskuhle verglichen werden.

Das zugrunde liegende semantische Merkmal ist dann nicht mehr die Funktion als Fäkaliengrube, sondern ausschließlich extremer Gestank.

Ein dokumentierter ruhrdeutscher Beispielsatz lässt sich standardsprachlich ungefähr als „In deiner Wohnung müffelt es wie in einer Aalskuhle“ wiedergeben.

Damit gehört Aalskuhle zu denjenigen historischen Sachwörtern, die den bezeichneten Gegenstand weitgehend überlebt haben, weil eine metaphorische beziehungsweise vergleichende Nebenverwendung erhalten blieb.

Die Entwicklung der zentralen Kanalisation verdrängte die Aalskuhle schrittweise.

Mit dem Anschluss von Häusern an Abwasserkanäle konnten menschliche Ausscheidungen und häusliches Abwasser aus dem unmittelbaren Wohnumfeld entfernt und zentral abgeleitet werden.

Dies bedeutete einen grundlegenden Wandel in Hygiene, Geruchssituation und Seuchenprävention.

Die Einführung moderner Kanalisation war allerdings kein plötzlicher Vorgang.

In schnell wachsenden Industriegebieten konnten einzelne Straßen, Siedlungen und Häuser sehr unterschiedlich früh angeschlossen werden.

Deshalb existierten ältere Abort- und Grubensysteme regional noch bis weit ins 20. Jahrhundert.

Für Zechensiedlungen ist dies besonders relevant, weil ältere Gebäude teilweise über Jahrzehnte schrittweise modernisiert wurden.

Das Ruhrgebiet wurde dabei nicht nur städtebaulich, sondern auch sprachlich verändert.

Mit dem Verschwinden der entsprechenden Einrichtungen verloren Wörter wie Aalskuhle und Aalscheppe ihre unmittelbare alltägliche Referenz.

Jüngere Generationen kannten den Gegenstand nicht mehr aus eigener Anschauung.

Das Wort wandelte sich damit von einem gewöhnlichen Alltagswort zu einem Archaismus beziehungsweise regionalen Erinnerungswort.

Die kulturelle Bedeutung blieb dennoch groß genug, dass Werner Boschmann sein bekanntes Lexikon der Ruhrgebietssprache von Aalskuhle bis Zymtzicke nach diesem Wort beginnen ließ.

Aalskuhle besitzt dadurch fast den Charakter eines programmatischen Schlüsselworts der Ruhrgebietssprache.

Es steht für eine Arbeits- und Wohnwelt des alten Reviers, deren materielle Bedingungen heute weitgehend verschwunden sind, deren sprachliche Spuren aber fortbestehen.

Die Bezeichnung eignet sich besonders gut dafür, weil sie außerhalb des regionalen Wortschatzes zunächst kaum verständlich ist und zugleich eine sehr konkrete Alltagserfahrung der früheren Bevölkerung bezeichnet.

Die regionale Besonderheit sollte dennoch nicht zu eng auf das industrielle Kernruhrgebiet beschränkt werden.

Die zugrunde liegende Wortfamilie Aale/Aalte „Jauche“ ist im westfälischen und niederdeutschen Sprachraum wesentlich weiter verbreitet.

Das Westmünsterland dokumentiert ausdrücklich Aalenkuhle „Jauchegrube“.

Auch Aalkeller ist außerhalb des unmittelbaren Ruhrgebiets als Wort für eine Jauchegrube beziehungsweise einen Jauchekeller überliefert.

Der NDR dokumentiert Aal in der Bedeutung „Jauche, Gülle“ für Münsterland und Westfalen.

Die Wurzeln reichen aber noch viel weiter zurück.

Das Etymologische Wörterbuch des Althochdeutschen stellt atel in eine germanische Wortfamilie mit Entsprechungen in mehreren Sprachen.

Altenglisch adel, adela bezeichnet Schmutz beziehungsweise einen schmutzigen Ort.

Nordfriesisch ethel bezeichnet Harn.

Niederländisch besitzt historisch beziehungsweise dialektal verwandte Formen.

Norwegische und schwedische Dialekte kennen ebenfalls Wörter derselben Familie für tierischen Harn beziehungsweise Jauche.

Die regionale Form Aale ist also kein humoristisches Ruhrgebietswort, das sekundär aus dem Fisch Aal entstanden wäre.

Sie gehört zu einer sehr alten selbständigen germanischen Wortfamilie.

Das ist etymologisch entscheidend.

Der Fischname Aal lautet zwar ebenfalls seit althochdeutscher Zeit āl, besitzt aber eine andere, bislang nicht eindeutig geklärte Herkunft.

Die beiden Wörter sind daher historische Homonyme: Sie sind lautlich zusammengefallen, stammen aber aus verschiedenen etymologischen Zusammenhängen.

Gerade dieser lautliche Zusammenfall fördert für heutige Sprecher die Fehlinterpretation von Aalskuhle als „Aal-Kuhle“.

Auch das Grundwort Kuhle ist regionalgeschichtlich passend.

Kuhle bedeutet „Vertiefung, Grube, Loch“ und wurde im 19. Jahrhundert aus dem Niederdeutschen stärker in die überregionale Standardsprache übernommen.

Mittelniederdeutsch kūle bezeichnete unter anderem Grube, Vertiefung und Loch.

In einer Region mit starkem niederdeutschem Substrat war Kuhle daher ein naheliegendes Grundwort für eine ausgehobene beziehungsweise in den Boden eingelassene Sammelgrube.

Die historische Grundstruktur des Wortes kann somit ungefähr als Aale + Kuhle → Jauchegrube rekonstruiert werden.

Die konkrete Ruhrform Aalskuhle enthält zusätzlich das bereits erwähnte Verbindungselement -s-.

In einer Wörterliste zur Ruhrgebietssprache wird dieses ausdrücklich als typisches Einschub-s bezeichnet.

Der Ausdruck ist damit zugleich ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Wortgeschichte, Dialektgeographie und Sachgeschichte ineinandergreifen.

Ohne Kenntnis der historischen Jauchewirtschaft bleibt die Bedeutung rätselhaft.

Ohne Kenntnis des westfälischen Wortes Aale bleibt die Etymologie falsch durchsichtig.

Und ohne Kenntnis der Wohn- und Lebensverhältnisse der früheren Zechen- und Arbeitersiedlungen lässt sich die kulturelle Bedeutung des Wortes kaum vollständig verstehen.

Etymologie

Lemma Aalskuhle
Historische Bedeutungsstruktur Aale/Aal „Jauche“ + Kuhle „Grube“
Bedeutung Jauche-, Fäkalien- beziehungsweise Abortgrube
Region besonders Ruhrgebiet; zugrunde liegende Wortfamilie weiter im westfälisch-niederdeutschen Raum
Historisches Erstglied Aale, Aalte „Jauche“
Mittelniederdeutsch ādel(e), addel, eddel; kontrahiert auch āl
Althochdeutsch atel „Schlamm, Morast, schlammiges Wasser“
Germanische Rekonstruktion *ađ-la- beziehungsweise entsprechende historische Grundlage
Bedeutungsfeld des Erstglieds Schlamm, Schmutz, Harn, Jauche, unreine Flüssigkeit
Grundwort Kuhle
Mittelniederdeutsch zum Grundwort kūle „Grube, Vertiefung, Loch“
Verbindungselement -s-; in der Ruhrgebietsüberlieferung als typisches Einschub-s beschrieben
Beziehung zum Fisch Aal keine etymologische Beziehung des Erstglieds
Westmünsterländische Parallelform Aalenkuhle „Jauchegrube“

Die Etymologie von Aalskuhle gehört zu den Fällen, in denen die moderne Wortoberfläche eine falsche Herkunft nahelegt.

Das heutige Standarddeutsch kennt Aal fast ausschließlich als Namen eines langgestreckten Fisches.

Im westfälischen und niederdeutschen Raum existiert jedoch ein anderes historisches Wort Aal beziehungsweise Aale mit der Bedeutung „Jauche, Gülle“.

Dieses Wort gehört zu althochdeutsch atel „Schlamm, Morast, schlammiges Wasser“.

Mittelniederdeutsch sind ādel(e), addel und eddel mit Bedeutungen aus dem Bereich „garstige Feuchtigkeit, Jauche“ belegt.

Durch lautliche Kontraktion konnte daraus āl entstehen.

Genau diese kontrahierte Form lebt in westfälischem Aal/Aale „Jauche“ fort.

Das Grundwort Kuhle geht auf mittelniederdeutsch kūle „Grube, Vertiefung, Loch“ zurück.

Die ursprüngliche Gesamtbedeutung ist damit außerordentlich transparent: „Jauchegrube“.

Das Ruhrgebiets-s zwischen den Bestandteilen wird als regionales Einschubelement beschrieben.

Die Form darf daher weder als Genitiv des Fischnamens noch als Hinweis auf mehrere Aale interpretiert werden.

Wortgeschichte

Die Wurzeln des Erstgliedes reichen in die germanische Sprachgeschichte zurück. Das zugrunde liegende Wort für unreine Flüssigkeit, Schlamm beziehungsweise Jauche ist bereits im Althochdeutschen und in weiteren germanischen Sprachen dokumentiert.

Im westfälisch-niederdeutschen Raum blieb dieses Wort besonders lange im landwirtschaftlichen Wortschatz erhalten.

Hier entwickelte sich ein umfangreiches Kompositionssystem aus Aal-/Aalen- und verschiedenen Geräte- beziehungsweise Behälternamen.

Aalenfatt, Aalenkeller, Aalenpumpe, Aalenschepper und Aalenkuhle spiegeln eine bäuerliche Wirtschaftsform, in der Jauche regelmäßig gesammelt, transportiert und als Dünger ausgebracht wurde.

Mit der Industrialisierung verschwand dieses ländliche Vokabular nicht sofort.

Das entstehende Ruhrgebiet lag in einem westfälisch-niederdeutschen Sprachraum, dessen ältere Dialekte weiterhin auf die entstehende regionale Umgangssprache einwirkten.

Zugleich brachten Bergleute und Industriearbeiter ihre ländlichen Lebensformen teilweise in die neuen Siedlungen mit.

Gärten, Stallungen und Kleinviehhaltung blieben in vielen Zechenkolonien wichtiger Bestandteil des Familienhaushalts.

Damit blieb auch die Aalskuhle als Sache und Wort zunächst aktuell.

Im Verlauf des 20. Jahrhunderts verlor die Bezeichnung jedoch ihre alltagspraktische Grundlage.

Kanalisation, moderne Toiletten, geregelte Abwasserentsorgung und veränderte Wohnformen machten die Gruben zunehmend überflüssig.

Das Wort wurde dadurch historisiert.

Seit den späten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wird Aalskuhle vor allem in Ruhrgebietswörterbüchern, Heimatliteratur und Erinnerungsberichten dokumentiert.

Besondere Bekanntheit erhielt es durch das mehrfach aufgelegte Lexikon der Ruhrgebietssprache von Aalskuhle bis Zymtzicke.

Dadurch wandelte sich ein ehemals banales Sanitärwort zu einem regionalen Identitäts- und Erinnerungswort.

Historische Einordnung

Die Aalskuhle gehört zur Geschichte der Siedlungshygiene vor der flächendeckenden Kanalisation.

In älteren ländlichen Haushalten und frühen Arbeitersiedlungen war die vollständige Trennung von Wohnbereich, Tierhaltung, Düngemittelwirtschaft und Fäkalienentsorgung noch nicht selbstverständlich.

Ein Stall konnte direkt an das Wohnhaus anschließen.

Der Abort konnte sich im Stall oder unmittelbar daneben befinden.

Unter oder neben dem Misthaufen konnte ein Jauchekeller liegen.

Menschliche und tierische Ausscheidungen gelangten teilweise in denselben Stoffkreislauf.

Die Entleerung erfolgte manuell mit Schöpfgefäßen oder später mit Pumpen.

Der Inhalt wurde als Dünger genutzt.

Mit der Verstädterung und Industrialisierung wurden die hygienischen Nachteile solcher Systeme zunehmend offensichtlich.

In dicht bebauten Gebieten bedeuteten offene oder nur unzureichend abgedeckte Fäkaliengruben erhebliche Geruchs-, Fliegen- und Infektionsprobleme.

Der Ausbau geschlossener Abwassersysteme veränderte daher nicht nur die Technik, sondern den gesamten Alltag.

Die Aalskuhle gehört heute zur materiellen Alltagsgeschichte des alten Ruhrgebiets ähnlich wie Kohleofen, Waschhaus, Stallanbau oder Außentoilette.

Antonyme

Ein eigentliches lexikalisches Antonym zu Aalskuhle besteht nicht.

Funktionale Gegenbegriffe ergeben sich jedoch aus der Entwicklung moderner Sanitärtechnik.

Kanalisation – zentrale Ableitung von Abwasser anstelle lokaler Sammlung in einer Grube.

Spültoilette – moderne sanitäre Einrichtung gegenüber dem historischen Plumpsklo.

Abwasserkanal – technische Ableitung anstelle lokaler Speicherung.

Kläranlage – zentrale beziehungsweise technische Abwasserbehandlung anstelle unmittelbarer Ausbringung oder Versickerung.

Diese Wörter sind sachgeschichtliche Gegenpole, keine sprachwissenschaftlichen Antonyme.

Synonyme und bedeutungsverwandte Ausdrücke

Fäkaliengrube – sachlich besonders geeignete standarddeutsche Entsprechung, wenn menschliche Ausscheidungen im Mittelpunkt stehen.

Jauchegrube – besonders treffend, wenn tierische und menschliche flüssige Ausscheidungen gemeinsam gesammelt werden.

Jauchekeller – unterirdischer beziehungsweise kellerartiger Sammelraum für Jauche; regional unmittelbar mit Aalskuhle gleichgesetzt.

Abortgrube – Grube unter oder bei einem Abort.

Plumpsklogrube – moderne beschreibende Bezeichnung.

Sickergrube – in Ruhrgebietslexika verwendete Bezeichnung; technisch nicht jede historische Aalskuhle identisch mit einer heutigen normierten Sickeranlage.

Plumpsklo – häufig mit der Aalskuhle verbunden; metonymisch teilweise ebenfalls durch Aalskuhle bezeichnet, technisch jedoch die Toilette und nicht ausschließlich die Grube.

Aalenkuhle – westmünsterländische Form mit der Bedeutung „Jauchegrube“.

Aalenback – westmünsterländisch für Jauchegrube.

Aalengatt – regional für Jauchegrube beziehungsweise Jaucheloch.

Aalenkump – regionaler Name einer Jauchegrube.

Aalenkuum – regional Jauchegrube beziehungsweise Jauchekeller.

Aalenlock – regional Jauchekeller.

Güllegrube – moderne beziehungsweise landwirtschaftliche Bedeutungsnähe, technisch nicht in jedem Fall mit der historischen Aalskuhle identisch.

Abgrenzung

Die Aalskuhle ist zunächst vom Aal und von vermeintlichen fischereilichen Bildungen abzugrenzen. Sie ist keine Vertiefung zum Fang, Halten oder Züchten von Aalen.

Von einer natürlichen Kuhle unterscheidet sie sich dadurch, dass sie funktional als Sammelgrube für Jauche beziehungsweise Fäkalien verwendet wurde.

Vom Plumpsklo ist sie technisch zu unterscheiden: Das Plumpsklo bezeichnet primär den Abort beziehungsweise die Toiletteneinrichtung, während die Aalskuhle die Sammelgrube bezeichnet.

Im regionalen Sprachgebrauch können beide Bezeichnungen jedoch metonymisch zusammenfallen.

Von einer modernen Klärgrube beziehungsweise Kleinkläranlage unterscheidet sie sich durch technische Konstruktion, Behandlungsfunktion und historische Einordnung.

Eine Aalskuhle war nicht automatisch ein geregeltes biologisches Abwasserbehandlungssystem.

Von einer landwirtschaftlichen modernen Güllegrube unterscheidet sie sich insofern, als die historische Aalskuhle teilweise ausdrücklich auch menschliche Fäkalien aufnahm und mit einem Abort verbunden war.

Kontext

Typische historische Kontexte sind Ruhrgebiet, Zechensiedlung, Bergarbeitersiedlung, Stall, Misthaufen, Garten, Plumpsklo, Abort, Jauche, Fäkalien, Dünger, Aalscheppe, Jauchefass und Jauchepumpe.

Typische sprachgeschichtliche Kontexte sind Ruhrdeutsch, Westfälisch, Niederdeutsch, Aale, Aalte, Jauche, Aalenkuhle und Einschub-s.

Typische kulturgeschichtliche Kontexte sind Industrialisierung, Arbeiterwohnung, Selbstversorgung, Gartenwirtschaft, Kanalisation und Siedlungshygiene.

Beispiele: Hinter dem alten Siedlungshaus lag früher eine Aalskuhle.

Beispiele: Die Aalskuhle wurde regelmäßig ausgeschöpft.

Beispiele: Die Jauche aus der Aalskuhle wurde als Dünger verwendet.

Beispiele: Das Plumpsklo führte unmittelbar in die Aalskuhle.

Beispiele: Mit der Aalscheppe holte man den Inhalt aus der Aalskuhle.

Beispiele: Im Sommer war der Geruch der Aalskuhle besonders unangenehm.

Beispiele: Seit dem Anschluss an die Kanalisation wurde die alte Aalskuhle nicht mehr gebraucht.

Beispiele: Das Wort Aalskuhle gehört heute vor allem zur Erinnerungssprache des Ruhrgebiets.

Beispiele: Hier riecht es wie in einer Aalskuhle.

Beispiele: Das Aal in Aalskuhle bezeichnet ursprünglich Jauche und nicht den gleichnamigen Fisch.

Kollokationen und Kookkurrenzen

Typische historische Kollokationen sind Aalskuhle leeren, Aalskuhle ausschöpfen, Aalskuhle abdecken, Aalskuhle reinigen, Jauche aus der Aalskuhle, Deckel der Aalskuhle, Plumpsklo über der Aalskuhle und Inhalt der Aalskuhle als Dünger.

Typische Kookkurrenzen sind Jauche, Fäkalien, Abort, Stall, Misthaufen, Garten, Dünger, Aalscheppe, Pumpe, Fass, Fliegen, Geruch, Gestank, Bergmann, Kolonie und Kanalisation.

In heutiger regionaler Erinnerungssprache treten Ruhrgebiet, Revier, Zechensiedlung, „Revier-Antike“, Ruhrdeutsch und Heimatgeschichte hinzu.

Oberbegriff

Gegenstand

→ bauliche Einrichtung

→ Versorgungs- beziehungsweise Entsorgungseinrichtung

→ historische sanitäre Einrichtung

→ lokale Sammelvorrichtung für Ausscheidungen

→ Fäkalien- beziehungsweise Jauchegrube

→ Aalskuhle

Nach der landwirtschaftlichen Funktion:

Behälter beziehungsweise Grube

→ Lagerstätte für organischen Dünger

→ Jauchegrube/Jauchekeller

→ regionale westfälisch-ruhrdeutsche Form

→ Aalskuhle

Sprachlich:

Wort

→ Regionalismus

→ Ruhrgebietswort

→ historischer Sachausdruck

→ Aalskuhle

Unterbegriffe

Das historische Wort Aalskuhle besitzt keine fest normierte technische Untergliederung. Die konkrete Bauform konnte erheblich variieren.

Sachlich können jedoch verschiedene Ausführungen unterschieden werden:

Abort-Aalskuhle – unmittelbar mit einem Plumpsklo beziehungsweise Abort verbundene Fäkaliengrube; beschreibende moderne Kategorisierung.

Stall-Aalskuhle – unter beziehungsweise bei einem Stall gelegene Jauchegrube, die tierische Flüssigabgänge aufnahm.

kombinierte Aalskuhle – Grube, in die sowohl Stalljauche als auch menschliche Fäkalien gelangten.

Jauchekeller – unterirdisch beziehungsweise kellerartig ausgeführte Form.

abgedeckte Aalskuhle – mit einem abnehmbaren Deckel verschlossene Grube, wie sie für das Ruhrgebiet beschrieben wird.

Diese Bezeichnungen sind überwiegend sachanalytische Untergliederungen und keine historisch überall fest etablierten Lexeme.

Wortfamilie

Zur historischen Wortfamilie des Erstglieds gehören Aale, Aalte, Aalen- und Aalten- in der Bedeutung „Jauche“.

Aalenback – Jauchegrube.

Aalenfatt – Jauchefass.

Aalengatt – Jauchegrube beziehungsweise Jaucheloch.

Aalengotte – Jaucherinne im Stall.

Aalenkaore – Jauchetransportbehälter auf Rädern.

Aalenkeller – Jauchekeller.

Aalenkuhle – Jauchegrube.

Aalenkump – Jauchegrube.

Aalenkuum – Jauchegrube beziehungsweise Jauchekeller.

Aalenlock – Jauchekeller.

Aalenpumpe – Jauchepumpe.

Aalenschepper – langstieliges Schöpfgefäß für Jauche.

Aalentunne – Jauchetonne.

Zur Wortfamilie des Grundworts Kuhle gehören Lehmkuhle, Sandkuhle, Mergelkuhle, Tongrube beziehungsweise regionale Bildungen wie Moorkuhle und weitere Bezeichnungen für Vertiefungen und Gruben.

Der Fischname Aal gehört etymologisch ausdrücklich nicht zu dieser Wortfamilie, auch wenn die heutige Laut- und Schriftform teilweise identisch ist.

Wortbildung

Aus heutiger Sicht wirkt Aalskuhle wie ein gewöhnliches Determinativkompositum.

Eine rein synchrone Analyse als Aal + s + Kuhle würde jedoch das Erstglied semantisch falsch mit dem Fisch verbinden.

Historisch ist vielmehr von regionalem Aale/Aal „Jauche“ auszugehen.

Die zugrunde liegende Bedeutung lautet daher „Kuhle für Jauche“.

Das Grundwort Kuhle bestimmt Genus und Flexion.

Das regionale Verbindungselement -s- gehört zur ruhrdeutschen Wortgestalt und wird in sprachkundlicher Literatur als charakteristisches Einschub-s erklärt.

Die westmünsterländische Form Aalenkuhle bewahrt die semantische Herkunft noch deutlicher, weil das Erstglied unmittelbar dem dortigen Substantiv Aale „Jauche“ entspricht.

Wortbildungsgeschichtlich kann Aalskuhle daher als regional umgestaltete Zusammensetzung aus einem alten Jauchewort und einem niederdeutsch geprägten Grundwort für „Grube“ verstanden werden.

Polysemie

Aalskuhle besitzt mehrere eng miteinander verbundene Bedeutungsstufen.

1. Jauchegrube: Grube beziehungsweise Keller zur Sammlung von Jauche.

2. Fäkaliengrube: Grube zur Aufnahme menschlicher Ausscheidungen, besonders unter beziehungsweise bei einem Plumpsklo.

3. gesamte einfache Toilettenanlage: metonymisch kann Aalskuhle auch das Plumpsklo beziehungsweise den Abort insgesamt bezeichnen.

4. Vergleich für starken Gestank: in Wendungen wie „es riecht/müffelt wie in einer Aalskuhle“ steht das Wort nicht mehr für die konkrete Grube, sondern für deren charakteristischen Geruch.

Die ersten drei Bedeutungen entstanden aus demselben historischen Sachsystem und sind deshalb als Bedeutungsvarianten eines Wortes und nicht als unabhängige Homonyme zu verstehen.

Homonyme und Homographe

Das zentrale homonymische Problem des Lemmas liegt im Erstglied.

Regionalsprachliches Aal/Aale „Jauche“ und standarddeutsches Aal „schlangenförmiger Fisch“ sind historisch verschiedene Wörter.

Sie haben sich lautlich teilweise angenähert beziehungsweise sind in bestimmten Dialekten gleichlautend geworden.

Der Fischname ist althochdeutsch als āl belegt und besitzt eine ungeklärte beziehungsweise nicht sicher bestimmte weitere Herkunft.

Das Jauchewort geht dagegen auf althochdeutsch atel und die germanische Wortfamilie von mittelniederdeutsch ādel(e) zurück.

Damit ist die moderne Fehlinterpretation „Aalskuhle = Kuhle für Aale“ ein klassischer Fall scheinbarer morphologischer Transparenz durch Homonymie.

Ein eigenständiges standarddeutsches Homonym Aalskuhle im Sinn einer tatsächlich für Fische bestimmten Aalgrube ist dagegen nicht als etablierte Wörterbuchbedeutung anzusetzen.

Redewendungen und Sprichwörter

Ein festes überregionales deutsches Sprichwort mit Aalskuhle existiert nicht.

Regional ist jedoch ein charakteristischer Vergleich gut dokumentiert:

„Es müffelt/stinkt wie in einer Aalskuhle.“

Die konkrete ruhrdeutsche Laut- und Grammatikgestalt variiert, beispielsweise sinngemäß In deine Bude müfft et wie inne Aalskuhle.

Die Wendung bezeichnet einen außerordentlich unangenehmen Geruch.

Sie bewahrt die Erinnerung an die reale Geruchsbelastung historischer Fäkaliengruben auch dort, wo die Sache selbst längst verschwunden ist.

Dadurch besitzt das Wort heute teilweise größere phraseologische als sachpraktische Lebendigkeit.

Metaphern

In seiner ursprünglichen Bedeutung ist Aalskuhle nicht metaphorisch, sondern bezeichnet eine konkrete Grube.

Metaphorisch beziehungsweise vergleichend wird das Wort, wenn ein anderer Raum als Aalskuhle charakterisiert wird.

Eine schlecht gelüftete, stark riechende Wohnung kann beispielsweise als „Aalskuhle“ bezeichnet werden.

Dabei werden die Merkmale Gestank, Unsauberkeit und unangenehme Atmosphäre vom historischen Gegenstand auf einen anderen Ort übertragen.

Diese Übertragung kann je nach Kontext humoristisch, spöttisch oder stark abwertend wirken.

Eine Person selbst als Aalskuhle zu bezeichnen, wäre dagegen keine fest lexikalisierte Metapher.

Metonymie

Eine deutliche Metonymie besteht zwischen Grube und Toilettenanlage.

Technisch war die Aalskuhle nur der Sammelraum für Ausscheidungen. Im Sprachgebrauch konnte der Name jedoch auf das darüber befindliche Plumpsklo beziehungsweise den gesamten Abort übergehen.

Ein zweiter metonymischer Übergang betrifft den Geruch.

Die Aalskuhle als Gegenstand steht für ihren charakteristischen Gestank.

Wenn jemand sagt, ein Raum rieche „nach Aalskuhle“, wird die Quelle des Geruchs sprachlich für eine Geruchsqualität verwendet.

Ein dritter metonymischer Zusammenhang besteht zwischen der Grube und dem darin gesammelten Inhalt: die Aalskuhle ausfahren beziehungsweise leeren kann praktisch bedeuten, ihren Inhalt als Dünger auszubringen.

Register und Sprachstufe

Aalskuhle ist regionalsprachlich, historisch und heute weitgehend archaisch.

Das Wort gehört nicht zum neutralen überregionalen Standardwortschatz der heutigen Sanitärtechnik.

Im Ruhrgebiet besitzt es jedoch hohen kultursprachlichen Wiedererkennungswert.

Sein Register reicht von historischer Alltagssprache über Heimatliteratur bis zu humoristischer und nostalgischer Verwendung.

In modernen technischen Texten wären je nach tatsächlicher Konstruktion Ausdrücke wie Fäkaliengrube, Jauchegrube, Sammelgrube oder Abortgrube präziser.

In kulturhistorischen Texten sollte dagegen die Originalbezeichnung Aalskuhle erhalten und erklärt werden, weil sie Informationen über Region, soziale Geschichte und Sprachform transportiert.

Regionale Varianten

Aalskuhle ist besonders mit dem Ruhrgebiet verbunden.

Die zugrunde liegende Wortfamilie reicht jedoch weiter nach Westfalen, in das Münsterland und andere niederdeutsche Gebiete.

Westmünsterländisch ist Aalenkuhle ausdrücklich als „Jauchegrube“ dokumentiert.

Daneben stehen Aalenback, Aalengatt, Aalenkump, Aalenkuum und Aalenlock für ähnliche Einrichtungen.

Im Münsterland und in Westfalen ist Aal selbst noch als dialektales Wort für Jauche beziehungsweise Gülle dokumentiert.

In anderen deutschen Regionen existieren verwandte Wörter aus der älteren Adel/Atel-Wortfamilie, beispielsweise süddeutsch beziehungsweise bairisch Adel für Mistjauche.

Niederländische und skandinavische Dialekte besitzen ebenfalls etymologisch verwandte Ausdrücke für Jauche, Harn oder schmutzige Flüssigkeit.

Damit ist die Aalskuhle sprachgeographisch Teil eines wesentlich größeren germanischen Wortfeldes, auch wenn die konkrete Form Aalskuhle

Aktuelle Statistik

Lemma Aalskuhle
Stand September 2026
Wortart feminines Substantiv
Plural Aalskuhlen
Kernbedeutung historische Fäkalien- beziehungsweise Jauchegrube
Hauptregion Ruhrgebiet
Weiteres Sprachgebiet der Grundwortfamilie Westfalen, Münsterland und niederdeutscher Raum
Historisches Erstglied Aale/Aalte „Jauche“
Beziehung zum Fisch Aal keine etymologische Beziehung
Westmünsterländische Parallelform Aalenkuhle
Typische historische Funktion Sammeln von Jauche und/oder menschlichen Fäkalien
Verbindung mit Abort häufig
Verbindung mit Stallwirtschaft regional belegt
Historische Entleerung manuell mit Schöpfgerät; später teilweise mit Jauchepumpe
Historische Weiternutzung Ausbringung des Inhalts als Dünger
Gegenwärtiger Sachgebrauch weitgehend historisch
Gegenwärtiger Sprachgebrauch regional, erinnerungssprachlich und im Geruchsvergleich
Belastbare aktuelle absolute Wortfrequenz ohne definiertes Referenzkorpus nicht seriös anzugeben

Eine „aktuelle Zahl der Aalskuhlen“ wäre als statistische Größe nicht sinnvoll. Die bezeichnete historische Sanitärform ist aus dem normalen Wohnungsbau weitgehend verschwunden, und vorhandene bauliche Reste werden nicht unter diesem regionalen historischen Namen zentral registriert.

Auch für die Wortfrequenz sollte keine scheinpräzise absolute Zahl angegeben werden. Das Lemma kommt in regionalen Wörterbüchern, historischen Darstellungen und Titeln überproportional häufig vor, ist im spontanen gesamtdeutschen Alltagsgebrauch dagegen außerordentlich selten.

Häufigkeit und Statistik

Lemma Aalskuhle
Gesamtdeutsche Gegenwartsfrequenz sehr gering
Ruhrgebietssprachliche Bekanntheit als Traditions- und Erinnerungswort deutlich höher
Historischer Alltagsgebrauch regional gebräuchlich
Moderner technischer Gebrauch weitgehend erloschen
Heimat- und Regionalgeschichte regelmäßig dokumentiert
Wörterbuchstatus in Ruhrgebietswörterbüchern etabliert
Bildlicher Geruchsvergleich regional dokumentiert
Absolute Korpusfrequenz ohne definiertes Korpus nicht belastbar

Die geringe heutige Frequenz ist unmittelbar sachgeschichtlich bedingt: Mit dem Verschwinden der Aalskuhle als alltäglicher Einrichtung verschwand auch der regelmäßige kommunikative Bedarf für das Wort.

Gleichzeitig wurde es durch Ruhrgebietsliteratur und Wörterbücher konserviert. Dadurch ist es heute möglicherweise als kulturelles Schlagwort bekannter als als tatsächlich aktiv verwendeter Gegenstandsname.

Internet-Häufigkeiten wären besonders verzerrt, weil der Buchtitel Lexikon der Ruhrgebietssprache von Aalskuhle bis Zymtzicke zahlreiche Treffer erzeugt, ohne jeweils einen echten Gebrauch des Sachwortes darzustellen.

Wortbildung als Erstglied

Aalskuhlen- ist heute kaum produktiv. Möglich und in historischen beziehungsweise wissenschaftlichen Darstellungen verständlich sind jedoch transparente Zusammensetzungen.

Aalskuhlendeckel – Deckel einer Aalskuhle.

Aalskuhleninhalt – in der Grube gesammelte Jauche beziehungsweise Fäkalien.

Aalskuhlenentleerung – Vorgang des Ausschöpfens beziehungsweise Leerpumpens.

Aalskuhlengeruch – charakteristischer starker Geruch der Grube.

Aalskuhlenbau – Bau beziehungsweise Anlage einer solchen Grube.

Aalskuhlenrest – baulicher Überrest einer historischen Anlage.

Aalskuhlengeschichte – kulturgeschichtliche Untersuchung der Einrichtung.

Aalskuhlenvergleich – sprachwissenschaftliche Bezeichnung für den regionalen Geruchsvergleich.

Diese Bildungen sind überwiegend transparente Gelegenheitskomposita und keine etablierten eigenständigen Wörterbuchlemmata.

Wortbildung als Letztglied

Das Grundwort -kuhle ist besonders in nord- und mitteldeutschen Regionalbildungen produktiv und bezeichnet häufig eine Grube, Senke oder Vertiefung.

Aalskuhle – historische Jauche- beziehungsweise Fäkaliengrube.

Aalenkuhle – westmünsterländisch Jauchegrube.

Sandkuhle – Vertiefung beziehungsweise Abbaugrube für Sand.

Lehmkuhle – Grube, aus der Lehm gewonnen wurde.

Mergelkuhle – Grube zur Gewinnung von Mergel.

Moorkuhle – regionale Bezeichnung einer Vertiefung beziehungsweise Grube im Moorzusammenhang.

Abbaukuhle – graben- oder brunnenartige Vertiefung, in der Rohstoffe gewonnen wurden.

Das Grundwort bewahrt damit seine ältere niederdeutsche Bedeutung „Grube, Vertiefung, Loch“ besonders deutlich.

Übersetzungen

Eine Übersetzung sollte nicht das scheinbare Kompositum „Aal + Kuhle“ wörtlich nachbilden. Gemeint ist eine historische Fäkalien- beziehungsweise Jauchegrube. Je nach konkretem Sachkontext kann daher zwischen Abortgrube, Jauchegrube und Sammelgrube unterschieden werden.

Altgriechisch: keine direkte kulturhistorische Entsprechung zum ruhrdeutschen Regionalwort; sachlich wären antike Ausdrücke für Abortgrube beziehungsweise Sammelgrube zu verwenden. Eine künstliche Übersetzung als „Aalgrube“ wäre falsch.

Lateinisch: sachlich etwa fovea stercoraria „Mist-/Dunggrube“ beziehungsweise im Abortkontext cloaca oder eine Umschreibung für eine Fäkaliengrube; keine unmittelbare historische Entsprechung des Regionalismus.

Italienisch: pozzo nero für eine Fäkalien-Sammelgrube; bei landwirtschaftlicher Jauche eher fossa dei liquami.

Französisch: fosse d'aisances für eine historische Fäkaliengrube; im landwirtschaftlichen Kontext fosse à lisier.

Spanisch: pozo negro beziehungsweise pozo ciego; im landwirtschaftlichen Sinn fosa de purines.

Dänisch: latringrube im Abortkontext; landwirtschaftlich ajlebeholder beziehungsweise eine ältere ajlekule-artige Sachbeschreibung.

Schwedisch: latringrop beziehungsweise im landwirtschaftlichen Kontext gödselbrunn.

Norwegisch: latrinegrop; bei Jauche beziehungsweise Gülle gjødselkjeller oder gjødselkum.

Finnisch: beschreibend käymäläkuoppa beziehungsweise ulostekuoppa; im landwirtschaftlichen Kontext eine Grube beziehungsweise ein Behälter für flüssigen Wirtschaftsdünger.

Polnisch: dół kloaczny beziehungsweise dół ustępowy; bei landwirtschaftlicher Jauche entsprechend eine gnojówka-Sammelgrube.

Litauisch: beschreibend išvietės duobė beziehungsweise eine Grube zur Sammlung von Fäkalien; landwirtschaftlich eine Jauche-/Güllegrube.

Estnisch: käimlaauk beziehungsweise beschreibend eine Fäkaliengrube; für landwirtschaftliche Jauche virtsahoidla beziehungsweise entsprechende Sammelanlage.

Lettisch: atejas bedre beziehungsweise eine Fäkalien-Sammelgrube.

Slowenisch: greznica beziehungsweise bei historischer Präzisierung eine Abort- oder Jauchegrube.

Slowakisch: žumpa beziehungsweise historisch genauer eine Sammelgrube unter einem Abort.

Rumänisch: hazna beziehungsweise groapă de latrină.

Bulgarisch: помийна яма beziehungsweise im Abortkontext eine тоалетна яма.

Russisch: выгребная яма; bei besonders genauer Beschreibung яма для нечистот.

Chinesisch: 粪坑 beziehungsweise traditionell 糞坑 „Fäkaliengrube“; bei landwirtschaftlicher Jauche eine entsprechend präzisierte Gülle-/Jauchegrube.

Japanisch: 糞尿溜め beziehungsweise bei einem traditionellen Sammelabort 汲み取り便所の便槽.

weitere sprachen: Englisch cesspit, privy pit, je nach Bauform cesspool; bei landwirtschaftlicher Funktion manure pit beziehungsweise slurry pit; Niederländisch beerput für eine Fäkaliengrube und gierput beziehungsweise mestput für Jauche-/Mistgruben; Tschechisch žumpa beziehungsweise beschreibend eine Abortgrube; Ungarisch emésztőgödör beziehungsweise árnyékszékgödör; Portugiesisch fossa beziehungsweise historisch fossa de latrina.

Für kulturgeschichtliche Übersetzungen ist häufig eine Kombination am besten: etwa englisch Aalskuhle, a Ruhr-area term for a cesspit or manure/privy pit. So bleibt der Regionalismus erhalten, während seine Sachbedeutung erklärt wird.

Web-links

Ruhrgebietssprache.de – Aalskuhle: historische Ruhrgebietsdefinition und Geruchsvergleich

Ruhrgebietssprache.de – Aalscheppe: Schöpfgerät zum Entleeren der Aalskuhle

Ruhrgebietssprache.de – Glossar der Ruhrgebietssprache

Verlag Henselowsky Boschmann – Lexikon der Ruhrgebietssprache von Aalskuhle bis Zymtzicke

Freie Universität Berlin – Westmünsterländisches Wörterbuch: Aale/Aalte „Jauche“, Aalenkuhle und umfangreiche Wortfamilie

Etymologisches Wörterbuch des Althochdeutschen – atel: Schlamm, Morast und die germanische Wortfamilie der Jauchebezeichnungen

NDR – Plattdeutsches Wörterbuch: Aal „Jauche/Gülle“ im Münsterland und in Westfalen

Elfringhauser Heimatschriften – historische Beschreibung von Jauchekeller/Aalskuhle, Aalscheppe, Aalsfass und Jauchewirtschaft

Siedlung Vondern – Festschrift: Aalskuhle als Jauchegrube, Geruchsbelastung, jährliche Entleerung und Nutzung als Gartendünger

Niederdeutsche Literatur – Kuhl/Kuhle: niederdeutsche Wortgeschichte und Bedeutung „Grube“

Wiktionary – Kuhle: Grammatik, Bedeutung und Herkunft aus dem Niederdeutschen

Duden – Kuhle: Deklination

Kommission für Mundart- und Namenforschung Westfalens – Untersuchung laienlinguistischer Wörterbücher der Ruhrgebietssprache und Boschmanns Lexikon

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