Arnol’d Aleksandrovič Al’švang
Sowjetischer Musikwissenschaftler, Musikpädagoge, Pianist und Komponist.
Arnol’d Aleksandrovič Al’švang, russisch Арнольд Александрович Альшванг, wurde am 19. September / 1. Oktober 1898 in Kiew geboren und starb am 28. Juli 1960 in Moskau. Er war Musikwissenschaftler, Musikpädagoge, Pianist und Komponist. Sein Name ist besonders mit der sowjetischen Musikforschung der Zwischenkriegs- und Nachkriegszeit verbunden: mit Studien zu Claude Debussy, Aleksandr Skrjabin, Ludwig van Beethoven, Pjotr Iljitsch Čajkovskij, mit analytischen Aufsätzen zu west- und osteuropäischer Musik, mit Forschungen zur musikalischen Moderne und mit einem Werkbegriff, der Analyse, Ideengeschichte, Kulturpolitik und ästhetische Deutung eng miteinander verband.
Kurzübersicht
| Name | Arnol’d Aleksandrovič Al’švang. |
|---|---|
| Russischer Name | Арнольд Александрович Альшванг. |
| Weitere Namensformen | Arnold Aleksandrovich Alshvang, Arnold Alshvang, Arnol’d Al’švang, Arnold Alschwang. |
| Geburtsdatum | 19. September / 1. Oktober 1898. |
| Geburtsort | Kiew. |
| Sterbedatum | 28. Juli 1960. |
| Sterbeort | Moskau. |
| Beruf | Musikwissenschaftler, Musikpädagoge, Pianist und Komponist. |
| Ausbildung | Kiewer Musikschule der Kaiserlich Russischen Musikgesellschaft, später Kiewer Konservatorium; Klavier bei Hryhorij Chodorovs’kyj und Heinrich Neuhaus, Komposition bei Reinhold Glière und Boleslav Javorskij. |
| Akademische Stellung | Professor und Dekan der von ihm mitbegründeten beziehungsweise organisierten musiktheoretischen Fakultät des Kiewer Konservatoriums; später Lehrender am Moskauer Konservatorium. |
| Forschungsfelder | Musikgeschichte, musikalische Analyse, Beethoven-Forschung, Čajkovskij-Forschung, Debussy- und Ravel-Rezeption, Skrjabin-Deutung, sowjetische Musikästhetik, moderne westliche Musik, Klavierschulen und Musikpublizistik. |
| Kompositorische Werkgruppen | Sinfonie, sinfonische Dichtung auf ukrainisches Volksmaterial, Klavierstücke, Romanzen, Chöre, Bühnen- und Theatermusik. |
| Zentrale Publikationen | Monographien und Studien zu Debussy, Skrjabin, Beethoven, Haydn, Čajkovskij, Debussy und Ravel sowie zahlreiche Aufsätze in sowjetischen Musikzeitschriften. |
| Kulturelle Bedeutung | Al’švang gehört zu den Musikwissenschaftlern, die in der Sowjetunion eine analytisch, ideengeschichtlich und kulturpolitisch geprägte Deutung europäischer und russischer Musik mitformten. |
Leben und Ausbildung
Arnol’d Aleksandrovič Al’švang wurde in Kiew geboren und erhielt seine frühe musikalische Ausbildung in einer Stadt, die um 1900 ein wichtiges musikalisches Zentrum des westlichen Russischen Reiches war. Seit 1911 besuchte er die Kiewer Musikschule der Kaiserlich Russischen Musikgesellschaft, die 1913 in das Kiewer Konservatorium überführt wurde. Damit gehört Al’švang zu jener Generation, deren Ausbildung noch im zarischen Institutionensystem begann, deren berufliche Laufbahn aber durch Revolution, Bürgerkrieg und sowjetischen Kulturaufbau geprägt wurde.
1914 wurde Al’švang wegen politischer Unzuverlässigkeit in das Gouvernement Olonez verbannt. Nach seiner Rückkehr arbeitete er auf Kursen für Arbeiter und trat früh in musikpädagogische Zusammenhänge ein. Diese biografische Spannung zwischen politischer Verfolgung, revolutionärer Bildungspraxis und akademischer Musikwissenschaft ist für sein späteres Profil wichtig. Musik war für ihn nicht nur Kunstgegenstand, sondern auch ein Feld gesellschaftlicher und weltanschaulicher Deutung.
Am Kiewer Konservatorium schloss Al’švang 1920 das Klavierstudium bei Hryhorij Chodorovs’kyj und Heinrich Neuhaus ab. 1922 folgte der Abschluss in Komposition bei Reinhold Glière und Boleslav Javorskij. Diese Lehrer verweisen auf zwei Pole seines Denkens: einerseits auf pianistische und kompositorische Professionalität, andererseits auf theoretische und analytische Strenge. Besonders Javorskij war durch seine modale und intonationsbezogene Theorie für die sowjetische Musiktheorie bedeutsam und prägte Al’švangs Neigung zu struktureller und ideeller Werkdeutung.
Schon 1919 unterrichtete Al’švang historische Fächer auf Musikkursen. In den frühen 1920er Jahren arbeitete er in militärisch-politischen Bildungsinstitutionen und in Kiewer Unterrichtszusammenhängen. Ab 1923 wurde er Professor und Dekan der musiktheoretischen Fakultät am Kiewer Konservatorium. Zu seinen Schülern gehörten unter anderem Viktor Zuckerman, G. Kiselëv und Lev Kulakovskij. Damit steht Al’švang am Anfang einer sowjetischen musikwissenschaftlichen Lehrtradition, in der Analyse, Ideengeschichte, Theorie und Musikgeschichte eng verbunden wurden.
Lebensstationen
| 1898 | Geburt am 19. September / 1. Oktober in Kiew. |
|---|---|
| 1911 | Beginn der Ausbildung an der Kiewer Musikschule der Kaiserlich Russischen Musikgesellschaft. |
| 1913 | Übergang der Ausbildungsinstitution in das Kiewer Konservatorium. |
| 1914 | Verbannung in das Gouvernement Olonez wegen politischer Unzuverlässigkeit. |
| 1915 | Rückkehr und Arbeit in Kursen für Arbeiter. |
| 1919 | Unterricht historischer Fächer auf Musikkursen. |
| 1920 | Abschluss des Klavierstudiums am Kiewer Konservatorium bei Hryhorij Chodorovs’kyj und Heinrich Neuhaus. |
| 1920 | Tätigkeit als Lektor an der Höheren militärisch-politischen Schule der rechtsufrigen Ukraine. |
| 1922 | Abschluss des Kompositionsstudiums bei Reinhold Glière und Boleslav Javorskij. |
| 1923 | Professor und Dekan der von ihm organisierten musiktheoretischen Fakultät am Kiewer Konservatorium. |
| 1923 bis 1931 | Konzerttätigkeit als Pianist in Kiew, Leningrad, Moskau, Charkiw und weiteren Städten. |
| 1924 | Übersiedlung beziehungsweise dauerhafter Lebensmittelpunkt in Moskau. |
| 1928 bis 1932 | Ordentliches Mitglied der Staatlichen Akademie der Kunstwissenschaften, später Staatliche Akademie der Kunstwissenschaft. |
| 1930 bis 1934 | Unterricht am Moskauer Konservatorium, vor allem Geschichte der modernen westeuropäischen Musik im Kurszusammenhang „Musik der Epoche des Imperialismus“. |
| 1933 | Publikation programmatischer Aufsätze, darunter Idejnyj put’ Stravinskogo und Beiträge zur sowjetischen Musikdiskussion. |
| 1935 | Publikation der Debussy-Monographie Klod Debjussi. Žizn’ i dejatel’nost’, mirovozzrenie i tvorčestvo. |
| 1940 | Publikation der Beethoven-Biographie in der Reihe Žizn’ zamečatel’nych ljudej. |
| 1944 | Promotion beziehungsweise Erwerb des Doktorgrades in Kunstwissenschaft. |
| 1945 | Publikation der größeren Skrjabin-Monographie A. N. Skrjabin. Žizn’ i tvorčestvo. |
| 1951 | Publikation der Studie Opyt analiza tvorčestva P. I. Čajkovskogo (1864–1878). |
| 1952 | Überarbeitung der Beethoven-Biographie zu einer größeren Monographie. |
| 1959 | Publikation der Čajkovskij-Monographie. |
| 1960 | Tod am 28. Juli in Moskau. |
| 1963 | Postume Ausgabe des Bandes Proizvedenija K. Debjussi i M. Ravelja und erweiterte Ausgabe der Beethoven-Monographie. |
Wissenschaftliches Profil
Al’švangs wissenschaftliches Profil entstand aus der Verbindung von praktischer Musikausbildung, Theorie, Pianistik, Komposition und sowjetischer Ideengeschichte. Er war kein rein archivalisch arbeitender Musikhistoriker, sondern ein Deuter musikalischer Werke. Seine Schriften kreisen um Fragen der Form, der Intonation, der geschichtlichen Stellung eines Komponisten, der Weltanschauung und der gesellschaftlichen Bedeutung musikalischer Sprache.
Besonders charakteristisch ist seine Hinwendung zur Moderne. In den 1930er Jahren behandelte er Themen, die für die junge sowjetische Musikwissenschaft methodisch und politisch heikel waren: Impressionismus, Expressionismus, Stravinskij, Debussy, Ravel, neue Klaviertechnik und musikalische Analyse. Diese Gegenstände standen im Spannungsfeld zwischen ästhetischer Neugier, ideologischer Bewertung und sowjetischer Kulturpolitik. Al’švang versuchte, sie nicht nur stilgeschichtlich, sondern weltanschaulich und gesellschaftlich zu deuten.
Seine Beethoven-Arbeiten machten ihn über den engeren Kreis der Fachzeitschriften hinaus bekannt. Die Beethoven-Monographie erschien mehrfach und wurde in verschiedene Sprachen übersetzt. Sie steht für eine sowjetische Beethoven-Deutung, in der der Komponist als historisch fortschrittliche, humanistische und kämpferische Gestalt verstanden wurde. In dieser Lesart wird Beethoven nicht nur als Klassiker, sondern als geschichtliche Energiefigur begriffen.
Seine Studien zu Debussy, Skrjabin und Čajkovskij zeigen eine andere Seite. Hier verbindet Al’švang die Analyse der musikalischen Sprache mit Fragen der Weltanschauung, der Individualität, der poetischen Bildlichkeit und der geschichtlichen Stellung. Er arbeitete nicht allein mit biographischen Fakten, sondern suchte aus Struktur, Klang, Motivik, Harmonik und Form die geistige Physiognomie eines Komponisten zu erschließen.
Lehre, Pädagogik und akademisches Umfeld
Al’švang war früh als Pädagoge tätig. In Kiew lehrte er historische Fächer, leitete militärmusikalische Bildungszusammenhänge und wurde Professor sowie Dekan am Konservatorium. Er gehörte damit zu jener sowjetischen Aufbauphase, in der Musiktheorie, Musikgeschichte und Analyse als akademische Disziplinen neu organisiert wurden. Die Musiktheorie sollte nicht nur Handwerkslehre sein, sondern auch Weltanschauung, Geschichtsverständnis und ästhetische Urteilsfähigkeit vermitteln.
Am Moskauer Konservatorium unterrichtete Al’švang von 1930 bis 1934 vor allem Geschichte der modernen westeuropäischen Musik. Der Kurs wurde zeittypisch unter der Bezeichnung „Musik der Epoche des Imperialismus“ geführt. Diese Bezeichnung zeigt, wie eng Musikgeschichte und gesellschaftstheoretische Deutung damals verbunden waren. Die westliche Moderne wurde nicht neutral als Stilfolge beschrieben, sondern als Ausdruck geschichtlicher und sozialer Widersprüche gedeutet.
Zeitgenössische Erinnerungen charakterisieren Al’švang als einen der auffälligeren Lehrer seiner Zeit. Er erschloss Themen wie Impressionismus und Expressionismus, die in der sowjetischen Musikwissenschaft noch nicht selbstverständlich bearbeitet waren. Seine Lehrtätigkeit war deshalb auch ein Experimentierfeld, auf dem neue Gegenstände der Forschung überhaupt erst in den akademischen Unterricht eingeführt wurden.
Kompositorisches Profil
Al’švang war nicht nur Musikwissenschaftler, sondern auch Komponist. Die Quellen nennen eine Sinfonie von 1922, eine sinfonische Dichtung auf ein ukrainisches Volksmotiv von 1926, Klavierstücke, Chöre, Romanzen und Theatermusik. Dieses kompositorische Werk steht jedoch nicht im Zentrum seiner heutigen Rezeption. Es ist vor allem deshalb wichtig, weil es seine analytische Arbeit aus praktischer Kompositionserfahrung heraus erklärt.
Die sinfonische Dichtung auf ukrainisches Volksmaterial verweist auf den Kiewer Kontext und auf die Frage nach nationaler beziehungsweise regionaler musikalischer Identität innerhalb der frühen Sowjetunion. Die Verbindung von sinfonischer Form und Volksmaterial war in den 1920er Jahren ein wichtiger Weg, um Kunstmusik, revolutionäre Kulturpolitik und lokale Traditionen zusammenzuführen.
Seine Klavierstücke, Romanzen und Chöre gehören in einen Bereich, in dem pädagogische, häusliche, konzertante und gesellschaftliche Funktionen miteinander verschränkt waren. Auch wenn diese Werke heute kaum präsent sind, zeigen sie Al’švang als Musiker, der die von ihm untersuchten Formen und Gattungen nicht nur theoretisch kannte, sondern praktisch erprobte.
Werküberblick
| Musikwissenschaftliche Monographien | Al’švang veröffentlichte größere Studien zu Debussy, Skrjabin, Beethoven, Haydn und Čajkovskij; diese Arbeiten bilden den Kern seiner fachlichen Rezeption. |
|---|---|
| Analytische Aufsätze | Seine Artikel behandeln Beethoven, Debussy, Skrjabin, Wagner, Stravinskij, Klavierschulen, Operngattungen, Analyse musikalischer Werke und sowjetische Musikdebatten. |
| Moderne Musik | Besonders wichtig sind seine Auseinandersetzungen mit Impressionismus, Expressionismus, Stravinskij, Debussy und Ravel. |
| Russische Musik | Al’švang schrieb über Čajkovskij, Skrjabin, russische klassische Musik, Volksnähe, Klavierschulen und sowjetische Komponisten. |
| Kompositionen | Genannt werden eine Sinfonie, eine sinfonische Dichtung auf ukrainisches Volksmaterial, Klavierstücke, Chöre, Romanzen und Theatermusik. |
| Pianistische Tätigkeit | Zwischen 1923 und 1931 trat er als Pianist in mehreren sowjetischen Städten auf. |
| Lehr- und Forschungstätigkeit | Professor, Dekan und Lehrer in Kiew und Moskau; Erschließung moderner westlicher Musik im sowjetischen Unterricht. |
| Kulturelle Gesamtleistung | Seine Bedeutung liegt in der Verbindung von Werkinterpretation, ideengeschichtlicher Deutung, sowjetischer Musikästhetik und akademischer Musikwissenschaft. |
Werkverzeichnis, Schriften und Kompositionen
Das folgende Verzeichnis trennt zwischen eigenständigen Büchern, Aufsätzen, postumen Ausgaben, kompositorischen Werken und pädagogisch-akademischen Leistungen. Bei einzelnen Aufsätzen und Kompositionen sind genaue Druckdaten und Werkfassungen nicht in allen Fällen vollständig gesichert; die Übersicht folgt den in Fach- und Quellenverzeichnissen regelmäßig genannten Titeln.
Monographien und größere Buchpublikationen
| Klod Debjussi. Žizn’ i dejatel’nost’, mirovozzrenie i tvorčestvo | Monographie über Claude Debussy, Moskau und Leningrad 1935; behandelt Leben, Tätigkeit, Weltanschauung und Schaffen Debussys. |
|---|---|
| A. N. Skrjabin. 1915–1940. K 25-letiju so dnja smerti | Gedenk- und Deutungsstudie zu Aleksandr Skrjabin aus dem Jahr 1940. |
| A. N. Skrjabin. Žizn’ i tvorčestvo | Monographie über Leben und Schaffen Aleksandr Skrjabins, Moskau und Leningrad 1945. |
| Betkhoven | Beethoven-Buch in der Reihe Žizn’ zamečatel’nych ljudej, 1940; später zu einer größeren Monographie erweitert. |
| Betkhoven | Überarbeitete Beethoven-Monographie, Moskau 1952; spätere erweiterte und ergänzte Ausgaben erschienen nach 1963. |
| Iosif Gajdn | Studie zu Joseph Haydn, 1947. |
| Opyt analiza tvorčestva P. I. Čajkovskogo (1864–1878) | Analytischer Versuch zum Schaffen Pjotr Iljitsch Čajkovskijs in den Jahren 1864 bis 1878, Moskau 1951. |
| P. I. Čajkovskij | Monographie über Pjotr Iljitsch Čajkovskij, Moskau 1959. |
| Proizvedenija K. Debjussi i M. Ravelja | Postum herausgegebener Band zu Werken Claude Debussys und Maurice Ravels, 1963. |
| Izbrannye sočinenija | Ausgewählte Schriften, postume Sammlung in zwei Bänden; enthält Arbeiten zu Beethoven, Wagner, Debussy, Skrjabin und weiteren Themen. |
Aufsätze und publizistische Arbeiten
| O tvorčestve A. Veprika | Aufsatz über das Schaffen Aleksandr Vepriks, 1933. |
|---|---|
| Idejnyj put’ Stravinskogo | Aufsatz über den ideellen Weg Igor Stravinskijs, 1933; wichtig für die sowjetische Diskussion über Stravinskij. |
| O muzyke k „Učeniku d’javola“ B. Šou | Aufsatz zur Musik im Zusammenhang mit Bernard Shaws The Devil’s Disciple, 1933. |
| Sovetskie avtory v ispolnenii Germana Šerchena | Aufsatz über sowjetische Autoren beziehungsweise Werke in Aufführungen Hermann Scherchens, 1934. |
| Tvorčestvo P. Kozickogo | Aufsatz über das Schaffen Pylyp Kozyc’kyjs, 1934. |
| Filosofskie motivy v tvorčestve Skrjabina | Studie zu philosophischen Motiven im Schaffen Aleksandr Skrjabins, 1935. |
| Devjataja simfonija Betkhovena | Aufsatz über Beethovens Neunte Sinfonie, 1937. |
| Dva etjuda o Debjussi | Zwei Studien zu Debussy, darunter eine Studie zu Mandoline und eine zu Fêtes, 1937. |
| Narodnost’ v russkoj klassičeskoj muzyke | Aufsatz über Volksnähe beziehungsweise Volkstümlichkeit in der russischen klassischen Musik, 1938. |
| Ob analize muzykal’nych proizvedenij | Grundsatzaufsatz über die Analyse musikalischer Werke, 1938. |
| Roždenie i gibel’ Zigfrida | Wagner-Studie über Geburt und Untergang Siegfrieds, 1938. |
| Škola fortepiannoj transkripcii G. M. Kogana | Besprechung beziehungsweise Aufsatz zur Schule der Klaviertranskription Grigorij Kogans, 1938. |
| Pamjati Konstantina Sergeeviča Stanislavskogo | Gedenkartikel zu Konstantin Stanislavskij, 1938. |
| Sovetskie školy pianizma | Aufsatzfolge über sowjetische Schulen des Pianismus, darunter K. N. Igumnov, Heinrich Neuhaus und Aleksandr Goldenweiser. |
| Opernye žanry „Karmen“ | Studie zu Operngattungen und Formen in Bizets Carmen, 1938. |
| Ljublimye muzykal’nye proizvedenija V. I. Lenina | Aufsatz über von Lenin bevorzugte Musikwerke, darunter Beethovens Appassionata und Čajkovskijs Sechste Sinfonie. |
| The Songs | Beitrag über Čajkovskijs Lieder im englischsprachigen Band Tchaikovsky: A Symposium, London 1946. |
Kompositorische Werke
| Sinfonie | Sinfonie von 1922; eines der ausdrücklich genannten größeren kompositorischen Werke Al’švangs. |
|---|---|
| Sinfonische Dichtung auf ukrainisches Volksmaterial | Sinfonische Dichtung auf ein ukrainisches Volksmotiv beziehungsweise auf ukrainische Volksthemen, 1926. |
| Klavierstücke | Mehrere Klavierstücke; genaue Titel und Druckdaten sind in allgemeinen Kurzquellen nicht vollständig erschlossen. |
| Romanzen | Vokale Kammermusik beziehungsweise Lieder für Singstimme und Klavier. |
| Chöre | Chorwerke beziehungsweise Chorsätze, im Zusammenhang seiner kompositorischen und pädagogischen Tätigkeit genannt. |
| Theatermusik | Bühnen- beziehungsweise Theatermusik; genaue Titel sind quellenkundlich nur summarisch genannt. |
| Weitere kleine Werke | Weitere kleinere Stücke sind möglich, aber in allgemein zugänglichen Verzeichnissen nicht vollständig katalogisiert. |
Pianistische und pädagogische Tätigkeit
| Konzerttätigkeit als Pianist | Auftritte zwischen 1923 und 1931 in Kiew, Leningrad, Moskau, Charkiw und weiteren Städten. |
|---|---|
| Kiewer Konservatorium | Professor und Dekan der musiktheoretischen Fakultät; Unterricht in historischen und theoretischen Fächern. |
| Moskauer Konservatorium | Lehrtätigkeit von 1930 bis 1934, vor allem zur Geschichte moderner westeuropäischer Musik. |
| Militärisch-politische Musikbildung | Lehrtätigkeit und Leitungsfunktionen in frühen sowjetischen militärischen und politischen Bildungszusammenhängen. |
| Schülerkreis | Zu seinen Schülern werden Viktor Zuckerman, G. Kiselëv, Lev Kulakovskij und S. Balasanian gezählt. |
Unsichere oder nicht vollständig erschlossene Werkbereiche
| Vollständiger Kompositionskatalog | Ein moderner vollständiger Katalog der Kompositionen ist allgemein nicht greifbar; die Quellen nennen vor allem Werkgruppen. |
|---|---|
| Manuskripte und Archivbestände | Einzelne Manuskripte, Unterrichtsmaterialien und kleinere Kompositionen sind wahrscheinlich nur in spezialisierten russischen Archiv- und Bibliotheksbeständen nachweisbar. |
| Fassungen der Beethoven-Monographie | Die Beethoven-Studie erschien in mehreren Fassungen und Auflagen; bibliographisch sind Erstausgabe, Monographie-Fassung, postume Erweiterung und Übersetzungen zu unterscheiden. |
| Aufsatzkorpus | Die Zeitschriftenaufsätze sind umfangreich; für eine vollständige Bibliographie sind die Archive von Sovetskaja muzyka, Muzykal’naja akademija und weiteren sowjetischen Periodika heranzuziehen. |
Beethoven-Deutung
Al’švangs Beethoven-Arbeiten gehören zu seinen bekanntesten Leistungen. Die erste Fassung erschien 1940 in der Reihe Žizn’ zamečatel’nych ljudej, also in einem Format, das biographische Bildung, populäre Vermittlung und ideengeschichtliche Deutung verband. 1952 wurde diese Darstellung zu einer größeren Monographie umgearbeitet; spätere Fassungen wurden erweitert und postum mehrfach aufgelegt.
In der sowjetischen Beethoven-Rezeption stand Beethoven häufig für Humanismus, Geschichtsmacht, Kampf, Volk, Vernunft und heroische Subjektivität. Al’švangs Beethoven-Deutung gehört in diesen Zusammenhang. Er las Beethoven nicht nur als Meister der Sonatenform, sondern als Komponisten, dessen musikalische Sprache eine ethische und gesellschaftliche Dimension besitzt. Dadurch verbindet sich Formanalyse mit einem stark wertenden Geschichtsbild.
Diese Art der Beethoven-Interpretation ist kulturgeschichtlich aussagekräftig. Sie zeigt, wie die sowjetische Musikwissenschaft den europäischen Kanon nicht einfach übernahm, sondern ihn ideologisch und humanistisch neu akzentuierte. Beethoven wurde zu einer Figur, an der sich politische Fortschritts- und Kunstvorstellungen bündeln ließen.
Debussy, Ravel und die französische Moderne
Al’švangs Debussy-Studien sind für die sowjetische Beschäftigung mit dem französischen Impressionismus wichtig. Seine Monographie von 1935 erschien in einer Zeit, in der westliche Moderne in der Sowjetunion zugleich intensiv beobachtet und ideologisch geprüft wurde. Debussy konnte als Erneuerer des Klangs, als Gegner akademischer Erstarrung und zugleich als Vertreter einer bürgerlich-dekadenten Kultur gelesen werden. Al’švang bewegte sich in diesem Spannungsfeld.
Seine später postum erschienenen Studien zu Debussy und Ravel zeigen, dass ihn die französische Musik nicht nur als Gegenstand aktueller kulturpolitischer Bewertung interessierte, sondern als analytisches Problem: Klangfarbe, Harmonik, Formauflösung, poetische Miniatur, Tanzcharakter, Bildlichkeit und neue Tonsprache. Gerade bei Debussy und Ravel konnte Al’švang zeigen, wie sich musikalische Struktur und ästhetische Weltwahrnehmung verbinden.
Skrjabin-Forschung
Die Schriften zu Aleksandr Skrjabin gehören zu Al’švangs besonders charakteristischen Arbeiten, weil sie musikalische Analyse und Weltanschauungsdeutung unmittelbar verbinden. Skrjabin war für die sowjetische Forschung ein schwieriger Gegenstand: einerseits ein russischer Modernist von außerordentlicher Wirkung, andererseits durch Mystik, Symbolismus, Individualismus und philosophische Spekulation belastet. Al’švang analysierte gerade diese Spannung.
Seine Aufsätze über philosophische Motive im Schaffen Skrjabins und die spätere Monographie über Leben und Schaffen zeigen ein Interesse an den ideellen Voraussetzungen der Musik. Für Al’švang war Musik nicht bloßer Klangverlauf, sondern Ausdruck eines Denkens, eines Weltverhältnisses und einer geschichtlichen Lage. Skrjabin wurde ihm damit zu einem Prüfstein für die Frage, wie weit musikalische Form, Harmonik und metaphysische Idee zusammengehören.
Čajkovskij-Forschung
Al’švangs Arbeiten zu Pjotr Iljitsch Čajkovskij verbinden analytische Detailarbeit mit dem Versuch, das Schaffen in Entwicklungsphasen zu gliedern. Der Opyt analiza tvorčestva P. I. Čajkovskogo (1864–1878) konzentriert sich auf eine zentrale Schaffensperiode und fragt nach innerer Entwicklung, Ausdruckslogik, Formbildung und ästhetischem Konflikt.
Die spätere Čajkovskij-Monographie von 1959 steht am Ende von Al’švangs wissenschaftlicher Laufbahn. Sie zeigt den Versuch, Čajkovskij nicht nur als populären russischen Komponisten, sondern als komplexen dramatischen und symphonischen Denker zu deuten. Die Aufmerksamkeit für Lyrik, Konflikt, Form und psychologische Spannung entspricht Al’švangs genereller Neigung, musikalische Struktur als Ausdruck geistiger und geschichtlicher Prozesse zu lesen.
Ausführlicher Kulturüberblick
Arnol’d Aleksandrovič Al’švang gehört zu denjenigen sowjetischen Musikwissenschaftlern, die aus der musikalischen Praxis kamen und daraus eine eigenständige analytisch-historische Schreibweise entwickelten. Er war Pianist und Komponist, bevor er vor allem als Autor und Lehrer wirkte. Diese Doppelverankerung erklärt, weshalb seine Schriften häufig nicht bloß chronologisch referieren, sondern auf Form, Klang, Faktur, Ausdruck und geistigen Gehalt zielen.
Sein Lebensweg beginnt in Kiew, einer Stadt mit starker musikalischer Infrastruktur, aber auch mit politischer und kultureller Spannung. Die Ausbildung am Kiewer Konservatorium, der Unterricht bei Neuhaus, Glière und Javorskij und die frühe Beteiligung an Arbeiter- und militärpolitischen Bildungskursen führten ihn in ein Milieu, in dem Musik nicht nur ästhetische, sondern auch gesellschaftliche Aufgabe war. Die frühe Verbannung wegen politischer Unzuverlässigkeit zeigt, dass Al’švangs Biografie von Anfang an durch die Konflikte der Zeit berührt war.
Die 1920er Jahre waren für ihn eine Phase intensiver Aufbauarbeit. In Kiew war er Professor und Dekan, in Moskau Mitglied der Staatlichen Akademie der Kunstwissenschaften, als Pianist trat er in mehreren Städten auf. Diese Jahre zeigen den Versuch, eine neue sowjetische Musikintelligenz auszubilden: wissenschaftlich geschult, ideologisch sensibilisiert, praktisch musikalisch kompetent und offen für die Deutung moderner westlicher und russischer Musik.
Al’švangs Lehrtätigkeit am Moskauer Konservatorium ist besonders aufschlussreich. Sein Kurs über moderne westeuropäische Musik wurde unter einer ideologisch gefärbten Bezeichnung geführt. Dennoch erschloss er damit Themen wie Impressionismus und Expressionismus, die für die sowjetische Musikwissenschaft keineswegs selbstverständlich waren. Er gehörte also zu den Vermittlern eines schwierigen Gegenstands: westliche Moderne musste analysiert, historisiert und zugleich im Rahmen sowjetischer Kulturkritik eingeordnet werden.
Seine Stravinskij-Kritik gehört in diesen Kontext. Der Aufsatz Idejnyj put’ Stravinskogo ist Ausdruck einer Zeit, in der Stravinskij als Emigrant, Modernist und westlich rezipierter Komponist ideologisch heftig bewertet wurde. Al’švangs Position war dabei nicht neutral, sondern Teil der sowjetischen Debatte über Formalismus, bürgerliche Moderne und musikalische Zukunft. Gerade deshalb ist sie für die Rezeptionsgeschichte Stravinskijs in der Sowjetunion relevant.
Bei Debussy und Ravel zeigt sich eine andere Form der Auseinandersetzung. Al’švang suchte die poetische und klangliche Logik der französischen Moderne zu verstehen, ohne sie einfach zu idealisieren. Seine Debussy-Monographie von 1935 gehört zu den frühen sowjetischen Versuchen, den Impressionismus systematisch zu deuten. Die postume Sammlung zu Debussy und Ravel zeigt, dass dieses Interesse über Jahrzehnte anhielt.
Die Skrjabin-Studien machen Al’švangs Denken besonders sichtbar. Skrjabin forderte eine Musikwissenschaft heraus, die sich nicht mit bloßer Formbeschreibung begnügen wollte. Mystik, Philosophie, Ekstase, Harmonik und Klangfarbe mussten zusammen gedacht werden. Al’švangs Ansatz war dabei von der Frage geleitet, wie sich Weltanschauung musikalisch niederschlägt. Dieses Interesse an der geistigen Struktur eines Werkes verbindet seine Skrjabin-, Debussy-, Beethoven- und Čajkovskij-Schriften.
Die Beethoven-Monographie wurde zu seinem am breitesten wirksamen Buch. Beethoven war in der sowjetischen Kultur ein Leitbild: Klassiker, Revolutionär, Humanist, Kämpfer und Symbol geschichtlicher Kraft. Al’švangs Beethoven-Deutung steht in dieser Tradition, aber sie ist nicht bloß politische Illustration. Sie versucht, heroischen Ausdruck, Formdramaturgie und geschichtliche Stellung zusammenzubinden. Dadurch wurde das Buch wiederholt aufgelegt und in mehrere Sprachen übersetzt.
Čajkovskij behandelte Al’švang unter einem anderen Vorzeichen. Hier ging es nicht um das heroische Beethoven-Bild, sondern um lyrische und dramatische Spannung, russische musikalische Identität und innere Entwicklung. Seine Studie über die Jahre 1864 bis 1878 und die spätere Monographie von 1959 zeigen eine Forschung, die das Werk als Prozess begreift. Čajkovskij erscheint nicht nur als Komponist schöner Melodien, sondern als Künstler geschichtlicher und psychologischer Konflikte.
Als Komponist blieb Al’švang in der Rezeption hinter dem Musikwissenschaftler zurück. Die Sinfonie von 1922 und die sinfonische Dichtung auf ukrainisches Volksmaterial von 1926 sind jedoch wichtige Hinweise auf seine Herkunft aus der kompositorischen Praxis. Er dachte über musikalische Form nicht nur als Leser und Hörer, sondern als jemand, der selbst mit Orchester, Klavier, Chor und Stimme arbeitete. Das unterscheidet seine Analysen von rein philologischer Musikgeschichtsschreibung.
Insgesamt verkörpert Al’švang eine sowjetische Form der Musikwissenschaft, in der Werkdeutung, Geschichtsphilosophie, Ideologiekritik, pädagogische Vermittlung und analytisches Handwerk zusammenkommen. Sein Werk ist heute nicht nur wegen einzelner Urteile interessant, sondern als Dokument einer Epoche: Es zeigt, wie europäische Moderne, russische Klassik und sowjetische Kulturpolitik in der Musikforschung der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts miteinander verhandelt wurden.
Rezeption und musikhistorische Einordnung
Al’švangs Rezeption ist heute vor allem wissenschaftsgeschichtlich. Er wird als sowjetischer Musikwissenschaftler gelesen, der einerseits wichtige Komponistenmonographien schrieb, andererseits in den ideologischen Sprach- und Wertungssystemen seiner Zeit arbeitete. Gerade diese Doppelheit macht ihn aufschlussreich. Seine Texte sind nicht einfach zeitlose Analysen, sondern historische Dokumente sowjetischer Musikdeutung.
In der Beethoven-Rezeption blieb sein Name durch mehrere Auflagen und Übersetzungen präsent. In der Debussy-, Ravel- und Skrjabin-Forschung ist seine Bedeutung stärker an die sowjetische Rezeption der Moderne gebunden. In der Čajkovskij-Forschung gehört er zu den Autoren, die Werkentwicklung, Ausdruckskonflikt und analytische Deutung miteinander verbanden.
Für heutige Forschung ist Al’švang besonders dann wichtig, wenn nicht nur die behandelten Komponisten, sondern auch die Art ihrer sowjetischen Interpretation untersucht wird. Seine Schriften zeigen, wie Musikgeschichte unter Bedingungen politischer Theorie, akademischer Institutionalisierung und ästhetischer Modernitätsdebatten geschrieben wurde.
Sekundärliteratur
- Al’švang, Arnol’d Aleksandrovič: Klod Debjussi. Žizn’ i dejatel’nost’, mirovozzrenie i tvorčestvo. Moskau und Leningrad 1935.
- Al’švang, Arnol’d Aleksandrovič: A. N. Skrjabin. 1915–1940. K 25-letiju so dnja smerti. Moskau 1940.
- Al’švang, Arnol’d Aleksandrovič: A. N. Skrjabin. Žizn’ i tvorčestvo. Moskau und Leningrad 1945.
- Al’švang, Arnol’d Aleksandrovič: Betkhoven. Moskau 1940; erweiterte Monographie Moskau 1952; spätere Ausgaben 1963, 1966 und 1971.
- Al’švang, Arnol’d Aleksandrovič: Iosif Gajdn. Moskau 1947.
- Al’švang, Arnol’d Aleksandrovič: Opyt analiza tvorčestva P. I. Čajkovskogo (1864–1878). Moskau 1951.
- Al’švang, Arnol’d Aleksandrovič: P. I. Čajkovskij. Moskau 1959.
- Al’švang, Arnol’d Aleksandrovič: Proizvedenija K. Debjussi i M. Ravelja. Moskau 1963.
- Al’švang, Arnol’d Aleksandrovič: Izbrannye sočinenija. Zwei Bände. Moskau, postume Ausgabe.
- Del’son, Viktor: Gedenkartikel zu Arnol’d Al’švang in Sovetskaja muzyka, 1960.
- Bernandt, B.; Jampol’skij, I. M.: Kto pisal o muzyke. Moskau 1971.
- Maes, Francis: A History of Russian Music: From Kamarinskaya to Babi Yar. Berkeley 2002.
- Taruskin, Richard: Defining Russia Musically. Princeton 1997.
- Taruskin, Richard: On Russian Music. Berkeley 2009.
- Frolova-Walker, Marina: Russian Music and Nationalism: From Glinka to Stalin. New Haven 2007.
- Frolova-Walker, Marina: Stalin’s Music Prize: Soviet Culture and Politics. New Haven 2016.
- Schwarz, Boris: Music and Musical Life in Soviet Russia, 1917–1981. Bloomington 1983.
- Brooke, Caroline: Studien zur sowjetischen Musikpolitik der 1930er Jahre und zur internationalen Rezeption sowjetischer Musik.
- Yavorsky, Boleslav: Schriften zur Musiktheorie und Intonation, wichtig für das theoretische Umfeld Al’švangs.
- Neuhaus, Heinrich: Die Kunst des Klavierspiels. Kontextquelle zur sowjetischen Klavierpädagogik und zum Kiewer Ausbildungsumfeld.
- Materialien der Zeitschrift Sovetskaja muzyka beziehungsweise Muzykal’naja akademija zu Al’švangs Aufsätzen der 1930er Jahre.
- Nachschlagewerke wie The New Grove Dictionary of Music and Musicians, MGG, Encyclopaedia Judaica und russische Musiklexika zu Arnol’d Aleksandrovič Al’švang.
Onlinequellen
- Muzykal’naja akademija: Альшванг Арнольд Александрович
- Muzykal’naja akademija: Альшванг Арнольд Александрович, weitere Artikelseite
- Encyclopedia.com: Alshvang, Arnold Aleksandrovich
- Russische Christlich-Humanitäre Akademie: Альшванг А. А.
- Tchaikovsky Research: Bibliography 1959, Alshvangs Čajkovskij-Buch
- Tchaikovsky Research: Bibliography 1970, Alshvangs Čajkovskij-Ausgabe
- Wikipedia russisch: Альшванг, Арнольд Александрович
- Ruwiki: Альшванг, Арнольд Александрович
- Koob.ru: Bücher von А. А. Альшванг
- LiveLib: Bücher von Арнольд Альшванг
- Booksite: Kurzartikel Альшванг
- WorldCat-Suche: Arnold Alshvang
- WorldCat-Suche: Arnold Aleksandrovich Alshvang
- WorldCat-Suche: Арнольд Александрович Альшванг
- VIAF-Suche: Arnold Alshvang
- VIAF-Suche: Арнольд Альшванг
- Russische Staatsbibliothek: Suche
- Russische Nationalbibliothek
- Präsidentenbibliothek Boris Jelzin
- Moskauer Konservatorium
- Nationale Musikakademie der Ukraine in Kiew
- MGG Online
- Oxford Music Online
- RILM Abstracts of Music Literature
- RILM Music Encyclopedias
- JSTOR-Suche: Arnold Alshvang
- JSTOR-Suche: Arnol’d Al’shvang
- JSTOR-Suche: Арнольд Альшванг
Weiterführende Einträge
- Sowjetische Musikwissenschaft Fachgeschichte, in der Analyse, Ideologie, Musikgeschichte und Kulturpolitik eng miteinander verbunden waren.
- Musikanalyse Verfahren der Untersuchung musikalischer Werke nach Form, Harmonik, Motivik, Satztechnik, Klang und Ausdruck.
- Musik und Ideologie Zusammenhang von musikalischer Deutung, Weltanschauung, Gesellschaftstheorie und Kulturpolitik.
- Sozialistischer Realismus in der Musik Ästhetische und kulturpolitische Leitvorstellung der Sowjetunion, die auch musikwissenschaftliche Urteile prägte.
- Formalismusdebatte Sowjetische Auseinandersetzung über moderne Musik, Verständlichkeit, Volksnähe, Ideologie und kompositorische Technik.
- Kiewer Konservatorium Musikinstitution, an der Al’švang ausgebildet wurde und später als Professor und Dekan wirkte.
- Moskauer Konservatorium Musikinstitution, an der Al’švang von 1930 bis 1934 moderne westeuropäische Musikgeschichte lehrte.
- Staatliche Akademie der Kunstwissenschaften Moskauer Forschungsinstitution der 1920er und frühen 1930er Jahre, deren Mitglied Al’švang war.
- Reinhold Glière Komponist und Lehrer Al’švangs, wichtig für die Kiewer Kompositionsausbildung.
- Boleslav Javorskij Musiktheoretiker und Komponist, dessen analytisches Denken für Al’švangs Ausbildung bedeutsam war.
- Heinrich Neuhaus Pianist und Lehrer Al’švangs, zentrale Gestalt der sowjetischen Klavierpädagogik.
- Hryhorij Chodorovs’kyj Pianist und Lehrer Al’švangs am Kiewer Konservatorium.
- Claude Debussy Französischer Komponist, dessen Leben, Weltanschauung und Werk Al’švang 1935 monographisch behandelte.
- Maurice Ravel Französischer Komponist, dessen Werke Al’švang zusammen mit Debussy postum in einer Studie behandelte.
- Impressionismus in der Musik Stil- und Deutungsbegriff für Klangfarbe, Harmonik, Formlockerung und poetische Bildlichkeit besonders bei Debussy und Ravel.
- Aleksandr Nikolajevič Skrjabin Russischer Komponist, dessen philosophische und musikalische Welt Al’švang intensiv untersuchte.
- Skrjabin-Rezeption Deutungsgeschichte eines russischen Modernisten zwischen Mystik, Symbolismus, Harmonik und sowjetischer Kritik.
- Ludwig van Beethoven Komponist, dessen Leben und Werk Al’švang in einer mehrfach aufgelegten Monographie deutete.
- Beethoven-Rezeption Geschichte der Beethoven-Deutung in Ästhetik, Politik, Humanismus, Konzertpraxis und Musikwissenschaft.
- Pjotr Iljitsch Čajkovskij Russischer Komponist, dem Al’švang mehrere analytische Studien und eine Monographie widmete.
- Čajkovskij-Forschung Forschungsfeld zu Leben, Werk, Stil, Rezeption und analytischer Deutung Pjotr Iljitsch Čajkovskijs.
- Igor Stravinskij Komponist der Moderne, dessen sowjetische Rezeption durch Al’švangs kritischen Aufsatz von 1933 mitberührt wird.
- Stravinskij-Rezeption Internationale und sowjetische Deutungsgeschichte Stravinskijs zwischen Moderne, Emigration, Formalismus und Neoklassizismus.
- Richard Wagner Komponist, über dessen Siegfried-Stoff Al’švang eine Studie im Kontext musikalisch-dramatischer Deutung schrieb.
- Joseph Haydn Komponist der Wiener Klassik, über den Al’švang 1947 eine Studie veröffentlichte.
- Modest Mussorgskij Russischer Komponist, der in Al’švangs Schriften und im sowjetischen Deutungsrahmen russischer Musik eine wichtige Vergleichsfigur bildet.
- Russische Musik Musikgeschichtlicher Zusammenhang von Volkslied, Nationalstil, Oper, Sinfonik, Klaviermusik und sowjetischer Deutung.
- Ukrainische Musik Musiktradition, die in Al’švangs Kiewer Herkunft und seiner sinfonischen Dichtung auf ukrainisches Volksmaterial anklingt.
- Volksmaterial in der Kunstmusik Verfahren, durch das Volksmelodien, Rhythmen und regionale Klangformen in komponierte Kunstmusik eingehen.
- Klavierpädagogik Lehre des Klavierspiels, die in Al’švangs Ausbildung und seinen Aufsätzen zu sowjetischen Klavierschulen wichtig ist.
- Sowjetischer Pianismus Klavierschulen, Lehrtraditionen und Interpretationsideale der Sowjetunion, darunter Neuhaus, Igumnov und Goldenweiser.
- Konstantin Igumnov Pianist und Pädagoge, über dessen Schule Al’švang in seiner Aufsatzfolge zum sowjetischen Pianismus schrieb.
- Aleksandr Goldenweiser Pianist und Pädagoge, dessen Schule Al’švang als Teil des sowjetischen Pianismus behandelte.
- Viktor Zuckerman Musikwissenschaftler und Schüler Al’švangs, wichtig für sowjetische Analyse und Musiktheorie.
- Sergej Balasanian Komponist und Schüler beziehungsweise Hörer Al’švangs im Moskauer Unterrichtsumfeld.
- Sovetskaja muzyka Sowjetische Musikzeitschrift, in der Al’švang zahlreiche Aufsätze veröffentlichte und kulturpolitische Debatten mitführte.
- Musikpublizistik Öffentliche schriftliche Auseinandersetzung mit Musik, Aufführung, Kritik, Ideologie und Musikleben.
- Musikwissenschaftler Berufs- und Forschungsrolle, die Musikgeschichte, Analyse, Theorie, Quellenkunde und Kulturdeutung umfasst.